Sonntag, 26. Juli 2015

~ Wie kommt das dahin? ~

Die meisten Blogger - so entnehme ich das den Posts - denken schon während des Laufs, der Wanderung, der Radtour über den Titel der Blogeinträge nach. So auch ich.

Da waren "Vom Winde verweht" oder "Schön ist anders" oder "Eine Wanderung mit Umwegen" in der Auswahl. Aber ich nehme dann das letzte Bild vorab und vielleicht findet Ihr des Rätsels Lösung, warum, nachdem ich die Schuhe ausgezogen hab, das da an meinen Socken haftete. Wie kommt das dahin?


Jetzt fängts aber erstmal an - und zwar einen Tag später. Weil meine geplante Tour gestern dem Wind zum Opfer fiel. Gut gelaunt bin ich - nachdem ich gemeinsam mit Freddy im Auto "The great pretender" gegröhlt hab.

So begeb sich mich obligatorisch früh auf den Kölnpfad, hüpfe in kleine Waldgebiete und finde es .... nicht schön. Die Waldgebiete sind die, die nah an einer Stadt und ungepflegt sind. Nicht nah an der Stadt und der Wildnis überlassen (aber frei von Zivilisationmüll) oder nah an der Stadt und gepflegt (siehe Grüngürtel). Nein, es war Wald und irgendwie nicht schön.

Dieses Schild bringt mich zum Schmunzeln. Dass diverse Brücken um Köln marode sind, ist ja bekannt. Aber dass hier nicht steht, welche Brücke gemeint ist, find ich witzig. Später finde ich die kleine Fußgängerbrücke aber woher soll man das wissen?


Der Wind hat seine Spuren hinterlassen - erstmal nur mit kleinen Ästen und Zweigen. Die Bank hier hat auch ihre schönsten Zeiten überstanden - in dem Zustand ist auch ein Großteil des Wegen - also so irgendwie.


Dann drehe ich eine Runde und verlaufe mich. Gott sei Dank merke ich sofort, dass ich auf dem Weg rückwärts bin und dort schon war. Also kehrt um und Weg wieder gefunden.


Die Bewohner sind bereits ausgezogen. Hübsch, wie das gebaut wurde, oder?


Und dann sehe ich 2-3 Gebäude im Wester-Stil - kann im Netz dazu nichts finden. Ich weiß ja, dass wir Hunnen haben, die sich Lager bauen und andere "Stämme" aber von einem Western-Dorf o.ä. hab ich noch nichts gehört.


Auch hier wieder Frühstück - muss aber im Stehen stattfinden - alle Holzbänke sind viel zu nass.


Und ich glaub meinen Augen nicht - der sonst so gut ausgebaute Kölnpfad führt über einen kleinen Weg - total zugewachsen von Brennnesseln, Brombeeren und mehr - ich bin froh, heute mal in lang untewegs zu sein und frage mich, wo Anne bleibt, mir den Weg freizuschneiden. :-)


Und dann kommt die erste Sperrung - im Hintergrund sieht man die Ursache. Der große Ast droht abzufallen, wird nur noch durch die Kronen der anderen Bäume gehalten. Ich stapfe durchs Gehölz, geht easy.

Warum der ältere Herr, der fröhlich über den Weg joggte, weder die Absperrung noch meine Hinweise ernst nahm, erschloss sich mir nicht. Aber es ist wohl gut gegangen.


Richtig doof schaute ich aber aus der Wäsche, als ich hier lang wollte. Das nenne ich mal eine unüberwindbare Sperrung. Oben drüber geht die A1 lang. Grmpf... Smartphone befragt und gleichzeitig kamen zwei Radfahrer vorbei, von denen der eine erwähnte, dass ein wenig später eine Unterführung kommt. Ein wenig später ist aber für einen Radfahrer etwas anderes als für einen Wanderer. Aber nützt ja nix. Stehen bleiben ist auch keine Lösung - zurück gehen auch nicht.


Letztendlich wird es 1km Umweg - aber ohne den hätte ich nicht die zwei herzallerliebsten Hunde samt Herrchen getroffen, die ich ein wenig bespassen durfte - also die Hunde, nicht das Herrchen. So ist immer alles für irgend etwas gut.

Es wird trubeliger. Rund um den Escher See sind Walker und Jogger ohne Ende unterwegs. Kürbisse wachsen vor sich hin.


Und ich esse die ersten Brombeeren - nächste Woche kann ich mit Sammeln beginnen.

Immer den Zeichen des Köln-Pfad folgend gehts weiter um die Seen-Landschaft mittlerweile ist die Strecke wieder schöner - Gott sei Dank.



Und bei diesen "Fähnchen" schicke ich immer Grüße an Elke rüber.. nah ist das, sehr nah. :-)


Umwelterziehung auf Kölsch.



Als mir das Polizeiauto aus dem Wald entgegen kommt, bin ich mal für einen kurzen Moment verunsichert - aber die halten nicht an und verweisen mich nicht des Waldes, dann wird wohl alles in Ordnung sein. Also weiter des Weges.


Vorbei am Wasserwerk mit Schaubildern und Erkärungen.


Und offiziell ist hier an dieser schönen Botschaft die Etappe vorbei. Ich laufe aber noch einige Kilometer weiter - nämlich bis nach Hause.

Der Person hier kaufe ich einen Duden, bevor sie Raketen besorgt.


Ein wenig durch Roggendorf - ein wirklich äußerster Zipfel von Köln und wieder ab ins Naturschutzgebiet. Hier war ich schon häufiger mit dem Rad, bekanntes Terrain.




Ich fürchte, ich hab auf den 2km entlang des Gebietes ein paar Schnecken zertreten -sorry - es waren so viele. Einige mit und die meisten ohne Häuser. Puh!


Noch mal zeigen, wie schön es hier um Köln sein kann. Ich bin entschädigt für den ersten Teil der Wanderung.


Finden auch die Hummeln an dieser tollen Sonnenblume.


Der Mais ragt schon in den Himmel.


Und ich hab Hunger - ich hab schon mind. 5km lang Hunger aber entweder finde ich keine Bank oder sie ist nass oder besetzt! Doof das. Hier kann ich mich endlich niederlassen. 2km vor Ende. Der Deich gehört zur sehr beliebten Radstrecke Hitdorf-Zons und ist bei dem schönen Wetter und trotz des Windes gut frequentiert.


Und doch.. ich hätte es nicht gedacht ... kann ich auf der Strecke noch einen Blick auf den Dom erhaschen. Wer findet ihn?


Aber noch viel wichtiger - da auf der anderen Seite ist mein zu Hause.


Einmal noch mit der Fähre rüber und den Schwänen guten Tag sagen, die aufgrund einer vorrübergehenden Sonnen"finsterniss" Dank dicker Wolke in einem schönen Licht erscheinen.



Bevor ich den letzten Kilometer nach Hause gehe, darf es nach 22km aber noch ein schönes Hitdorfer Bräu in unserem herzallerliebsten Biergarten sein.


So.. und jetzt: Wo hab ich mir diese Kletten eingefangen? Wie konnten die unbemerkt den Weg durch den Schuh bis vorne an die Zehen antreten? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber, dass es trotz anfänglichen Schwierigkeiten und Umwegen wieder schön war. Nur noch eine Etappe zu gehen, dann hab ich Köln mit 170km umrundet.


Freitag, 24. Juli 2015

~ Schlag mich ~

Die Stahltür rastet lautstark ein, der Schlüssel dreht sich im Metallschloss mit einem lauten Klick und es ist zu.

Die tiefe Stimme sagt zu mir drohend: "Guten Tag Frau Blumenmond, ich darf Sie heute quälen?"

Ich deute kurz eine Flucht an, lasse mich aber dann auf das Spiel ein.

Ein wenig später sprechen wir über schwarze Masken und Peitschen und das Leid des Physiotherapeuten, dass man bei Kieser weiße und keine schwarze Kleidung tragen muss.

So fängt das durchaus amüsante Training am Freitag Abend an. Hat es sich ja doch gelohnt, dass ich noch rechtzeitig von einem Feierabend-Koma-Schlaf aufgewacht und mit meinem spießergrauen Automobil in die Folterwerkstatt gefahren bin.

So richtig traue ich mich nicht zu fragen, ob sie mich in den zwei besonderen Foltermaschinen mal fotografieren. Eine dieser Maschinen ist auf deren Seite hier abgelichtet. Klick Diese dient der Lendenwirbelmuskulatur. Wenn die einen fertig in der Maschine fixiert haben, kann man außer den Oberkörper nichts mehr bewegen. Beine, Füße, Hüfte... alles fixiert. Ich bin sicher, ich bräuchte jetzt nur noch einen großen, weißen Helm und dann könnte ich in der Haltung ins All geschossen werden.

Die andere Maschine, von er ich leider (die wissen schon, wieso) kein Bild finde, ist eine Maschine für die Nackenmuskulatur. Hier wird alles ab den Oberschenkeln aufwärts fixiert, so dass man nur noch mittels des Kopfes (die Schultern werden so eingeklemmt, dass ich kaum noch atmen kann) das Gewicht bewegen kann. Hat beim ersten mal heftig Kopfschmerzen verursacht, jetzt gehts aber. Leute, ich werde demnächst nur mit der Kraft meiner Nackenmuskeln Umzugskisten schleppen. Ich schwöre.

Beckenboden ist heute ein Desaster - bei den anderen Maschinen schlage ich mich leidlich. Der Sado-Maso-Physio hat immer nen lockeren Spruch auf den Lippen - und zack, schon wieder ist die Zeit rum.

Fazit - auch ohne Lack und Leder eine gute Quälerei - ob genüsslich, weiß ich jetzt nicht - aber Hauptsache es hilft. Die Abstände des Schmerzes des Bandscheibenvorfalles werden kürzer. Ich muss weiter fleißig bleiben, dann wird es schon irgendwann werden, denk ich einfach mal.

Und zum Auftakt des Wochenende, die 436. Ausgabe von Roberta.. warum? Weil diese Nacht und Morgen Gewitterstürme drohen und ich fürchte, dass sich die vielen, vielen Blüten in Wohlgefallen auflösen werden. Meine Wandervornehmungen für Morgen sind damit auch vom Tisch.. aber es gibt ja noch andere Wandertage.

Schönes Wochenende wünschen Frau Blumenmond in Lack und Leder und Frau Roberta, ganz nackisch


Sonntag, 19. Juli 2015

~ Lieber Herr Gesangsverein ~

Es sollte eigentlich heißen: Lieber Herr Eifelverein... aber das klingt, als ob ich ein nettes Schreiben aufsetzen wollte.. nein hier kommt ein kleines empörtes... Mein lieber Herr Gesangsverein.

Nach meiner Tour gestern war für mich schon klar, dass heute noch mal eine Etappe ansteht. Der Herr des Hauses will einen Lese-Couch-Tag machen. Gestern noch in Düsseldorf im Museum die großformatigen Fotos des Herrn Wim Wenders angeschaut und beim Ingwerbuam (Gingerboy) lecker mit Freunden gespeist, zieht es mich heute schon wieder nach Draußen.

Wenn da nicht dieser fette, fiese Landregen wäre.

Vor Schreck lässt Roberta schon ihrer neuen Blüten auf den Boden fallen und mein Optimismus fällt auch erstmal ins Wasser. Gegen Regen hab ich ja nix aber bei dem Regen bleib ich doch zu Hause.



Aber kommt Zeit, kommt Kölnpfad und um 9.00 Uhr bin ich dann doch am Start. Es regnet wohl noch aber das ist nur das Wasser, das von den Bäumen auf mich runter tropft. Den Regenschirm mal vorsichtshalber unter den Rucksack geschnallt - da kann mir nix passieren.


Nach ein paar Schlenkern und Sraßenkreuzungen und dem Römischen Wasserkanal, den ich hier aufgrund frühmorgenlicher Knipsuntauglichkeit nicht als Bild präsentieren kann, lande ich in dem Teil des Grüngürtels, den ich wie meine Westentasche kenne. Hier hab ich meine ersten längeren Laufrunden gedreht, damals, über 10 Jahre her. Für nur 3 Jahre war es mein Laufrevier und wie man sehen kann, nicht nur meins. Ich glaube, das ist DIE Kölner Laufautobahn oder das, was für die New Yorker der Central Park ist.


Und obwohl ich damals hier viel unterwegs war und auch schon mit Kamera bewaffnet lief (lustig, damals gab es noch keine Smartphones) ist mir nie aufgefallen, wie eigenwillig die Bäume hier gewachsen sind.


Ein wenig Dunst liegt noch überm See.. idyllisch ist es schon.


Und ein Waldkindergarten ist hier - hätte ich Kinder, ich hätte sie möglichst so unterbracht. Was muss das toll sein, den ganzen Tag in der Natur zu sein und mit dem zu spielen, was sie einem bietet. Ich durfte so aufwachsen aber wie vielen Kindern ist das heute verwehrt.


Und - mein lieber Herr Eifelverein - hier fangen Sie an, mich ein wenig auf den Arm zu nehmen. Ich kenne die Strecken gut und kann wahrscheinlich noch auf den Kilometer genau sagen, wie weit es bis zum Stadion ist. und was machen Sie, Herr Eifelverein? Sie schlagen Haken - kreuz und quer - durch diesen Bereich des Grüngürtels.

Das bringt mich psychisch ein wenig aus dem Gleichgewicht. Ich kenne hier ja alles, auch wenn es so schön ist, ist es irgendwie ein ganz klein wenig langweilig auch wenn ich mich auf die Begegnung mit meinem alten Laufrevier gefreut hab.

Und das ist gar nicht schön, Herr Eifelverein, wenn Sie den Kölnpfad hier künstlich verlängern.

Wer findet im übrigen die Läuferin?


Interessant wird es hier, weil dieser Schäferhund laut bellend auf uns runterschaut und scheinbar das Fort IV bewacht. Während der Hund, der unten mir entgegen kommt, als Reaktion mich anbellt aber noch von seiner Halterin festgehalten werden kann.



Bezaubernde Märchenwelt, direkt hinter dem Fort.


Und nach mehreren Haken (Danke Herr Eifelverein) die harte Realität. Minigolf am Haus am See. Wobei mich hier schöne Erinnerungen an die Hochzeit meiner Freundin Carmen verbinden.


Jetzt kommt ein ganz böser Haken - es geht zurück am Wasser entlang in die Richtung, wo ich herkam - aber der Blick auf die Kastanien ist schön. Hier raschelt es im Herbst, was das Zeug hält und die Kinder sammeln jede einzelne Kastanie auf. Wer sieht die Läufer?


Ich überquere die Bahnstrecke der Linie 18 und das Feld öffnet sich.. Läufer.


Der nächste Haken folgt - ich bin psychisch labil heute morgen - ich will weiter, nicht hier immer hin- und herlaufen. Aber Schnecken mit und ohne Eigenheim sind unterwegs. Und dem aufkeimenden Impuls, die Strecke abzukürzen, kann ich widerstehen.


Wer kennt denn dieses Gewächs hier? Noch nie gesehen.


Das Terrain, was nun folgt, umschließt eine offizielle Laufstrecke der sogenannten Generalprobe. Diesen Halbmarathon bin ich zweimal gelaufen und meine Bestzeit hier abgesteckt. Erwähnte ich, dass ich das Terrain kenne?

Trotzdem ist es immer schön, den Adenauer-Weiher zu sehen und dahinter unser Stadion, dem ich mich nun endlich nähere.



Und nach wiederum einem Haken, kann man über die Jahnwiesen die Rückseite des Stadions bewundern. Hier vorne auf der Wiese hab ich Robbie geschrien, während Herr Williams bei Nieselregen ein großartiges Konzert gab.


Links vorbei am Stadion - diesmal ohne Haken -


um dann das Ganze von Vorne zu betrachten.


Und endlich beginnt für mich neues Terrain, zwar immer noch im Grüngürtel und immer noch mit leichten Haken und ähnlicher Landschaft aber wenigstens kenn ich hier nix.

Und auf einmal sehe ich das hier und lese an einer Tafel, dass es sich hier um unser "ältestes erhaltenes Bahnhofsgebäude Deutschlands an der ersten internationalen Eisenbahnverbindung weltweit „Eiserner Rhein“" handelt, nachzulesen hier Das Ganze in keinem guten Zustand und da ich nur eine Festbrennweite auf meiner Kamera hab, kann ich es auch nicht ganz zeigen Aber es soll wohl restauriert werden, sehr spannend.


Und nachdem mich das Bild belustigt, sehe ich, dass dahinter ein Haus ist, in dem viele Jahre der Bildhauer Gerhard Marcks gelebt hat. Gerhard Marcks hat u.a. die Bremer Stadtmusikanten "erstellt" - wusste ich nun auch wieder nicht, dass der hier gewohnt hat.


Was höre ich da? Gewittergrollen? Ich kanns nicht zuordnen, stehe gerade an einer Autokreuzung. Wie dem auch sei - es sind noch 5km bis zum Schluss der Wanderung und ich leg mal ein Brikett nach. Kann ja nicht schaden. Letztendlich sind es wohl Flugzeuge gewesen - Puh!

Ein Foto noch von der sich (Danke Herr Eifelverein) ändernden Landschaft und es geht ohne weitere Schlenker Richtung Bocklemünd.


Dort endet die Etappe heute nach 16,5km, ich bekomme direkt die Bahn, die mich auf kleinem Umweg wieder zum Signor Verde führt. Der lockt heute mit Luxusfrühstück - Kaviar mit Prosecco und einem riesen Frühstücksteller - ein nettes ausführliches Pläuschchen inklusive.



Zu Hause angekomme, schaffe ich es o gerade noch, die Bilder auf den Rechner zu ziehen - und falle in einen kurzen aber komatösen Schlaf. 2 Wanderungen, eine Ausstellung, ein Abendessen mit Freunden, 2 x Frühstück beim Grünen Herrn... was für ein Wochenende. Und da hab ich das Überraschungsfrühstück des Nachbarn und die selbstgemachte Limonade, die ich heute vor meiner Haustür fand, noch gar nicht erwähnt.

Lieber Herr Eiflverein, mittlerweile hab ich Ihnen die Schlenker verziehen und jetzt erhole ich mich mind. eine Woche. Noch geschätzte 2 Wanderungen, dann hab ich Köln mit den 170km umrundet. Muss ich noch mal erwähnen, dass das diverse Helden in einem Rutsch durch gemacht haben. Bei 40°C? Hammer!

In dem Sinne - bleibt gesund und habt ne schöne Woche und vielen Dank, dass Ihr so treu meinen ganzen Text lest und die Bilder schaut - ich kann so schlecht aussortieren.