Samstag, 28. März 2015

~ Ach könnt ich doch nur Laufen ~

Dann könnt ich hier ganz simpel Bilder von aufgehenden Sonnen oder Schwänen oder sonstigen schönen Dingen posten.

Ich kann nicht laufen, das ist schade aber erträglich und wer jetzt einen Jammer-Post erwartet, den muss ich enttäuschen. Ich könnt ja auch einfach nix schreiben.. mach ich aber nicht.

Meine Positive-Challange hab ich ausgesetzt. Nicht, dass ich nicht in dieser Woche, die emotional abseits dessen, was wir gerade gemeinsam in den Medien erleben, auch ansonsten sehr anstrengend war, positive Dinge erlebt und erkannt hab. Aber es fühlte sich nicht richtig an.

Die Berichterstattung über die mögliche Ursache des Unglücks in den Alpen macht mich so fassungslos und wütend. Ich bin nicht naiv und ich weiß auch, dass es so ist. Aber wenn man so klar vor Augen geführt bekommt, wie Profitgier vor Anstand einige Medien, nein MENSCHEN, veranlasst, eine Vermutung als Tatsache klar vorzuführen und das Privatleben einer Person direkt auseinander zu nehmen, dann zerreist es mir das Herz vor Mitgefühl mit den Angehörigen. In dubio pro reo. Selbst wenn diese Vermutung Bestätigung findet, dann gibt es immer noch keinen Grund, dass wir wie Aasgeier über dem Tier kreisen und warten, bis es elendig gestorben ist, um es dann hastig auseinander zu pflücken. Das nützt weder den Menschen, die so tragisch gestorben sind und schon gar nicht den Angehören - auf keiner Seite.

Die Woche hat sich angefühlt, als ob ich auf ein Kettenkarussel gestiegen bin, das sich immer schneller drehte und drehte. Das kommt schon mal vor und ich hoffe, es bremst sich die nächsten Tage etwas aus. Dazu die Erhöhung der Schilddrüsenhormone, die mir eine schöne Unruhe verschaffen... nee, datt geht alles schöner.

So, aufstehen, Krone richten, weiter machen.

Heute gehts ans Müll sammeln in den Rheinauen. Hatten wir im letzten Jahr und es war ein schöner Tag an der frischen Luft, mit nem Bierchen als Belohnung hinterher. So wirds wohl auch heute sein. Dann bin ich an meinem geliebten Rhein, an der frischen Luft und in Bewegung - auch wenn es kein Laufen ist. Und werde erschöpft mangels Schlaf heute auf der Couch meine Ruhe finden.

Schon mal getrocknete Physalis gegessen? Nein? Ich bis vorgestern auch nicht - einer meiner Positiv-Dinge. Echt lecker und dazu gibts mehr, wenn es in einer neuen Folge heißt: "Blumenmond und Nahrungsmittel" und warum alle nur meinen, was ich auf dem Tisch hab, sei grundsätzlich gesund.

Donnerstag, 26. März 2015

~ Schneller als 98,5 % ~

Also, wer so meine "Best"zeiten beim Lauf oder Rad fahren verfolgt, der weiß, das sich wohl eher unter die Fraktion Schnecken als Windhunde gehöre. Das find ich gar nicht schlimm, selbst den "Kampf" gegen mich selbst hab ich zugunsten der Gesundheit dran gegeben. Ich laufe... und der Weg ist das Ziel. Aber sowas von.

Nun gibt es etwas, in dem ich besonders schnell bin. Warum das so ist, ist reine Spekulation und jahrelanges (unfreiwilliges) Training.

Da ich mit dieser Fähigkeit meine Kollegen oft irritiere (und meinen Besten wg. der Hektik) nerve, wurde ich diese Woche herausgefordert. "Man" wollte wissen, ob ich wirklich so schnell bin, wie es scheint.

Worum gehts? Es geht ums Tippen. In der Schule war ich schon unter den ersten 3 Schnellsten, in der Prüfung gabs 450 Anschläge, später hab ich das noch in meiner ersten beruflichen Laufbahn mal getestet und hatte mich auf 550 Anschläge hochgeschraubt - seitdem nie mehr getestet. Interessierte mich auch nicht, was mich eher interessiert ist, dass ich dadurch Protokolle oder Korrespondenzen extrem schnell erledigt hab. Auf der Arbeit bekomme ich aber extrem häufig Kommentare zu diesem "Verhalten".

Nun kam das junge Gemüse eben mit diesem Test auf mich zu. Im Ersten Anlauf hab ich es auf 514 geschafft (ohne einen Fehler) und beim nochmaligen auf 581 Anschläge - das sind fast 10 Anschläge in der Sekunde. Die beiden müssen mich ab sofort Göttin nennen (dürfen sie eh nicht verwehren, ich bin schließlich die Cheffin;-)


Woher kommts? Keine Ahnung, meine Eltern haben mich mit 14 in einen Schreibmaschinenkurs geschickt, damals noch mit elektrischer Schreibmaschine. Später war es für die ersten 9 Jahre Hauptteil meiner Ausbildung und meines Berufes - heute benötigt es jeder aber die wenigsten können es mit 10 Fingern und blind. So sitze ich gerade hier beim Schreiben im Dunkeln und kann auf meiner Tastatur nichts sehen, brauch ich aber auch nicht. Hab jahrelang mit einer abgenutzten Tastatur gearbeitet, auf der einige Buchstaben fehlten - fiel nur auf, wenn mal jemand anderes bei mir was schreiben wollte. Lustig ist, dass man tippen kann (und damit irritiere ich meine Kollegen häufig) und gleichzeitig Reden. Wenn jemand in mein Büro kommt und mit mir spricht, schreibe ich oft die nächsten 1-2 Sätze noch zu Ende und unterhalte mich dann schon. In meinen beruflichen Zeiten, als ich seitenweise Handgeschriebenes in den damaligen Schreibautomaten bringen musste, hab ich während dessen telefoniert, weil mir das reine Abtippen zu langweilig war. Irgendwie können die Wörter ohne sie wahrzunehmen in die Finger gehen.

Auf Facebook antwortete zu Recht eine FB-Freundin mit "Angeberin", als ich das postete. Ist mir schon klar - aber ich werde wohl in nix in meinem Leben so schnell sein wie im Tippen. Tja.. hat mir das was im Leben gebracht? Ich könnt ja sagen, es hat mir Zeit gebracht aber das glaub ich nicht. Ich schreib halt deshalb längere Texte. Meine Besuchsberichte entsprechen Romanen, meine Pamphlets zu irgendwelchen Dingen auch... auch meine Blogeinträge sind ja häufig mit viel Text gespiekt. Müsst Ihr halt alle aushalten, dass ich schnell tippen kann und endlich weiß es auch alle Welt. Unnützes Wissen halt.

Die jungen Kollegen üben jetzt fleissig aber ich hab ihnen das Versprechen abgenommen, dass sie mir diesen kleinen Triumph noch lassen, bis ich 60 bin und dann vielleicht die Finger langsamer werden.

Oder vielleicht sollte ich die Fähigkeit doch nutzen, um das Klavierspiel erneut zu erlernen (die Versuche meiner Eltern, mein musikalisches Talent zu fördern waren an der Stelle nicht von Erfolg geprägt - benötigt man ja sowas wie Geduld für) oder ein Buch zu schreiben.. oder vielleicht mach ich das ja schon.

Ich hoffe mal, dass das nicht mein einziges Talent ist - aber es ist eins. Und welche besonderen Talent habt Ihr so?

Mittwoch, 25. März 2015

~ Und da macht man sich so die Gedanken ~

Auf Facebook hatte mich eine FB-Freundin zu einer 7-Tage-Positiv-Challange aufgefordert. Jeden Tag 3 positive Dinge äußern, 7 Tage lang. Och... nix leichter als das.

Gestern war Tag 3 und der Mittagspausenspaziergang mit Hundebegleitung (was uns unseren Schnitt irgendwie kaputt machte;-)) oder die zum ersten mal probierte Pflaumen-Kardamom-Limonade oder der Obstsalat oder das zumindest fast gelungene Projekt des reparierten Wasserhahns wären Kandidaten dafür gewesen. Und dann bleibt einem das im Halse bzw. in den tippenden Fingern stecken, weil es eine furchtbare Tragöde in den Alpen gegeben hat.

Und dann denk ich drüber nach und diese Tragöden passieren weltweit in der Form und noch viel größer täglich, stündlich, minütlich.

Wenn eine solche Tragödie räumlich so nahe kommt und man für den Augenblick überlegt, ob es jemanden gibt, der gerade diese Reiseroute hat. Dann kann ich meine Schutzhülle nicht aufrecht erhalten, zumindest nicht für die ganze Zeit. Und ich find es furchtbar, dass es Menschen gibt, die so plötzlich ihre Lieben verlieren und so furchtbar schmerzhaft damit umgehen müssen. Mitgefühl und nicht Mitleid, das ist besser. Ich versuch es mal so.

Nun werde ich heute die Positive-Challange (wobei das für mich jetzt nicht wirklich ne Challange ist) weiter machen und in Anlehnung an die vielen anderen Posts einfach weiter dankbar sein für das, was ich hab.

Lasst uns versuchen, die Welt ein wenig besser zu machen, ob mit Pflaumen-Kardamom-Limonade oder mit anderen Dingen jeden Tag den Menschen um sich rum ein nettes Wort oder/und ein Lächeln schenken. Kostet uns nichts und macht es irgendwie erträglicher.