Sonntag, 17. August 2014

~ Der Altenberger Dom, ein Bademantel und ein Sonntagslauf ~

Ich stelle mir manchmal vor, wie solche Verabredungen vor der Zeit von SMS, Facebook, WhatsApp verlaufen wären. Ich meine, die Laufverabredung funktioniert ja mit meinem Nachbarn insoweit so... man appt "Guten Morgen" und kommt dann in den Dialog... Wie lang? Wo? Welche Uhrzeit?. Wie könnte ich ohne die digitale Welt wissen, ob er schon wach ist? Ich könnt ja nicht zum Test klingeln gehen... nee... das ist doch heute einfacher.

Ich geb zu, es kostet mich ein klein wenig Überredungskunst... Höhenmeter, Matsch und so... das könnte uns passieren. Er nickt und um 7.00 Uhr (spät also) gehts los.

Erstmal steh ich aber vor anderen Herausforderungen und fürchte schon, den Laufpfad heute nicht betreten zu können. Ich kenne keinen, der mit zwei linken Füßen läuft. Aber ein Wühlen im Wäscheschrank half, mir auch den rechten Fuß ordnungsgemäß zu kleiden.

Wir starten am Altenberger Dom bzw. an einem Wanderparkplatz dahinter. Den Dom möchten wir uns als Belohnung für den Schluss aufbewahren. Direkt gehts im Wald bergauf und das soll auch im Großen und Ganzen die ersten 6-7 Kilometer häufiger passieren.



Ist das Rhabarber? Mitten im Wald?


Ich glaub, es ist noch kein Kilometer rum und wir sehen das hübsche Bergische Fachwerkhaus mitten im Wald und sind schon völlig entzückt. Da brennt im übrigen nix, das ist Nebel.


Und weiter gehts bergauf... wie so häufig, lässt sich das im Bild überhaupt nicht richtig festhalten. Ich war froh um die Fotopause. :-)


Beim ersten Zwischenplateau kommen wir an kleinen Bauernhöfen und den großen Maisfeldern vorbei.



Und extra hat sich der Himmel sein wunderschönstes Wolkenkleid angezogen.



Und zwischen Maisfeldern wieder bergab... was trügerisch war, weil es dann irgendwann auch wieder bergauf geht.



Und das Grün mal wieder so grün!


Mystische Bäume recken sich trotz sichtbarem Tod noch gen Himmel - hier stell ich mir Nebel vor, wie schön muss das aussehen.


Irgendwann nach 7-8 km kommen wir an die Dhünntalsperre. Wenig Wasser aber dafür die Sonne, die das Licht auf den Bildern erzeugt hat.



Die Ponys im Vordergrund, im Hintergrund sieht man noch die Talsperre.



Und ab dem Punkt gehts nur noch bergab. Haben wir uns das zwar gewünscht, bin ich direkt am Maulen. Das geht auf die Oberschenkel und die sind vom Aufwärtslaufen nicht gerade entspannt. Sowas aber auch. Mein Wunsch wird erfüllt und nach einer sehr steilen Strecke laufen die letzten 3-4 Kilometer nur noch eben, immer mal wieder hüpfen wir über Brücken über die Dhünn.


Um dann nach etwas mehr als 14 Kilometern am Altenberger Dom herauszukommen. Der Kerl zeigt sich unfotogen. So ganz bekomme ich ihn in seiner Pracht nicht aufs Foto. Soll bei einem kleinen Ausschnitt bleiben.


Was hat das mit einem Bademantel zu tun? Das ist die kleine Geschichte am Rande. Mein Nachbar hat immer Angst, nach dem Laufen mein Auto mit Schmutz und Schwitz nachhaltig zu zerstören. Also werden tonnenweise Handtücher ausgelegt.

Nicht so dieses mal, ziemlich pfiffig hatte er einen Bademantel dabei. Meine Bemerkung, dass das der ein oder andere Nachbar aus unserem Haus mißverstehen könnte, ließ uns schon schmunzeln.

Beim Bäcker kurzer Stopp und schon kam der erste Nachbar nebst Kind vorbei und reagierte irritiert. Dass seine schmutzige Laufschuhe noch in einer Plastiktüte steckten, machten es nicht besser. Die nächste Nachbarin wartet quasi vor der Haustür und ich würd jetzt gern Mäuschen spielen, was die sich erzählen und mutmaßen.

14km - die Höhenmeter liegen bei diversen Anbieter zwischen 300 und 900 :-) Hier die Strecke:


Mittwoch, 13. August 2014

~ Das Ende des Regenbogens ~

Das Wetter ist ja klasse im Moment. Wechsel von Sonne und Regen und Sturm und alles. Wetter halt.

Gestern Abend zeigte sich dann dieser passable Regenbogen über den Häusern des Dorfes.


Und exakt dort, wo der Bogen die Erde berührt, finde ich heute früh beim Laufen das hier. Tja, ich hab das Ende des Regenbogens gefunden. Unglaublich, oder? Wer sich das romantischer vorgestellt hat, sei hier auf den Boden der Tatsachen sprichwörtlich zurückgeholt.


Naja... und ein wenig Sonne-/Himmelsspielchen wie immer.


Ansonsten mühe ich die blackroll im Moment und die Faszien an meinen Oberschenkelaußenseiten mögen das gar nicht und zicken - Mädels halt. Verschlimmbesserung?

Samstag, 9. August 2014

~ Ugly Destinations ~

Das ist mal ein anderer Post - und die Idee stammt vom DocRunner. Postet doch mal die hässlichsten Ecken Eurer Laufstrecken. Da bin ich dabei... aber sowas von.

Leider schreibt Christian, dass es keinen Sieger geben wird. Ich wäre sicher, der Pokal würde mir gehören. Natürlich im Geiste schon die hässlichsten Spots meines Laufreviers markiert und die Strecke gesteckt. Besonders hässlich ist, dass mein Laufnachbar Hüfte hat und vernünftigerweise pausiert. Wir hätten uns sicherlich beim Entdecken der Hässlichkeit überboten.

So Achtung... es folgen viele Fotos aber dafür wenig Text.

Erst wollte ich gerne die üblichen, nachts von Tieren auseinandergefetzten Abfalleimer knipsen... was isn das? Hat jemand wohl gestern Abend noch die Mülleimer entleert. Leute, Ihr macht mir meinen Plan kaputt.


Außerdem ist heute früh die Lichtstimmung so schön und die Raben heben sich ab in die Lüfte, wer soll denn da ugly spots fotografieren?

 

 Aber hier, das erste Relikt der menschlichen Grill- und Abfallwut. Ein erster Schritt.



Ist zwar hässlich aber nicht so wirklich, so richtig überzeugt bin ich noch nicht von meinen Fotos.


Das hier find ich ziemlich hässlich, weil hier nämlich die nächste Zeit eine meiner Hauptlaufstrecken gesperrt ist. :-( 


 Aber hier fängts langsam an... geht doch.


Was hier für ein Tier den Tot gefunden hat, kann ich nicht mehr erkennen.
 

Überall in meinem Laufrevier kann ich die Schornsteine sehen, ob von der Erdölchemie, von Bayer oder wie hier von der Müllverbrennungsanlage in Köln (glaub ich zumindest) - könnte aber auch Ford sein.


Das Autobahnschild ist ein wenig hässlich aber hässlicher eigentlich, dass der Rad- und Fußweg an der Autobahn vorbei führt. Man sieht sie nicht aber man hört sich.


Das hier find ich eigentlich besonders hässlich, nicht zwingend das Bild sondern die Tatsache, dass sich unter dem Hügel am Horizont eine Mülldeponie befindet und da lagert - soweit mir das bekannt ist - schon ziemlich giftiges Zeug.


 Die Autobahnbrücke über die Wupper.


Und wieder hässlich, weil Laufstrecke gesperrt und hier eine neue Hochspannungsleitung gebaut wird, als hätten wir davon nicht genug.

 




Hier werden unsere Schüler unterrichtet. Tristesse pur.






Da hinten verbirgt sich einer der hässlichsten Bahnhaltestellen, die ich kenne.


Aber vorher noch mal einen Blick auf die Mülldeponie.





Rheindorf-Nord heißt dieser Ort - kein besonders gutes Wohnviertel.




Und hier ist er "endlich". Der Müll, den Leute an einem der Seen lassen, wenn sie gegrillt und gepicknickt haben. 




Ein kleines Industriegebiet gibt es auch bei uns im Ort.



Und nach 13 ugly aber schönen Kilometern bin ich zu Hause und was sehe ich... meine arme Roberta hat Federn lassen müssen. Nicht schön. :-)


Beim nächsten mal dann wieder selektiertes Fotografieren. Danke Christian für die Idee!