Montag, 9. November 2009

~ Wirsing-Nudeln mit "Schwazbrut-Stöckcher"

Ein halber Wirsing ging für "Herr Wirsing im Leckerland" drauf. Was mach ich nun mit der anderen Hälfte und was mach ich nur mit dem mißlungenen Schwarzbrot, das zwar lecker schmeckt aber in großen Teilen nur in Stücken bzw. auf kölsch "Stöckcher" zu ernten war.

Heraus kam nach Inspiration aus dem Netz das nachfolgende Rezept:

1/2 Wirsing
1 rote Paprika
2 Tomaten
1/2 Zwiebel
3 TL Tomatenmark
200ml Sojamilch (alternativ auch Hafer- oder Reismilch)
2 EL Sojasahne (alternativ auch Hafersahne)
2 EL Hefeflocken
1 TL Senf
2 TL Sojamilch
1 EL Mehl
1 TL Wasser
2 TL Paprikapulver
Salz
Pfeffer
2 EL frisches Basilikum
250g Nudeln

Gehackte Zwiebeln in Olivenöl anbraten bis sie glasig sind, dann Tomatenmark unterrühren und mit Milch-/Sahne ablöschen. Wirsing (in Streifen) und Paprika (in Streifen) dazugeben und 10-15 Minuten dünsten.

2 EL Milch, 1 EL Wasser, Hefeflocken, 1 EL Mehl, Senf zusammenrühren und übers Gemüse geben. Gewürze und Basilikum untermischen. Tomaten in Stücken dazu schmeißen und 5 Minuten weiter dünsten.

Die gekochten Nudeln unterheben und alles zusammen noch 5 Minuten ziehen lassen.

Das gebröckelte Schwarzbrot (Schwazbrut) in Öl kräftig anrösten und über das Nudel-Wirsing-Gemisch geben. Bei uns gabs früher oft Schwarzbrot geröstet auf Nudeln (ich hab gelogen, neben Kartoffeln mochte ich natürlich auch Nudeln mit Ketchup) und so konnte ich mir die Kombination auch gut vorstellen und wurde nicht enttäuscht.

Samstag, 7. November 2009

~ Nie über 42°! ~

Wenn man Fieber hat und das die 40°-Grenze überschreitet, so wird Mensch nervös. Bei 42° gerinnt das Eiweiß im Blut und das endet tödlich.

Heute gab es ein Seminar zusammen mit meiner Freundin Birgit, das uns die Geheimnisse der Rohkost näher vermitteln sollte. Was das mit dem ersten Satz zu tun hat? Ne Menge. Eben diese Grenze wird bei der Rohkost auch eingehalten, um Enzyme im Essen nicht zu zerstören und sie dem Körper unmittelbar zur Verfügung zu stellen.


Mit Skepsis und mit Freude sah ich dem Seminar entgegen. Skepsis, weil gerade ich ein großer Verfechter des gekochten Essens mit - schmeckt mir einfach besser. Freude, weil ich genau aus diesem Grund gerne mal meinen Horizont erweitern wollte.

Ich breche das Ritual schon, indem ich meinen selbst mitgebrachten Tee trinke - öhrgsss, passt ja nicht ins Konzept, ist ja heiß. Hmm, nicht aufgepasst, aber ich bin ja noch Rohkost-Lehrling, ich darf das. Ich lerne, einen Apfel inkl. Gehäuse zu zerkleinern (alles ist gut, was in so einem Obst ist - man muss halt dran glauben) und dass man Kräuter nicht waschen soll. Das bisschen Erde dient der Aufnahme von B12 - jaja, weiß ich wohl, werde ich mich aber mit Sicherheit nicht dran halten.

Ich kann gar nicht alles erzählen, was ich heute gelernt hab und es ist erstaunlich, was man ohne Kochen doch für dolle Sachen zaubern kann.

Hier kurz unsere Menüliste:

Wildkräuter-Smothie
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Frühstücks-Obst mit Erdmandeln oder Hirse
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Erdmandelmilch
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Paprika-Cashew-Suppe mit Auberginen-"Speck"
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Reibekuchen mit "Apfelmus"
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Rohkost-Sushi
(hier wurde der Reis durch Blumenkohl ersetzt - total spannend und echt lecker)
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Gemüse-Spaghetti mit Pilz-Ragout
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Schokoladenpudding
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Zimt-Apfel-Rolle

Alles hat wirklich hervorragend geschmeckt und ich hab zumindest bei dem Menü nix vermisst, was hätte gekocht sein müssen. Zur Verkostung gab es "Brot" und "Käse".

Mein Horizont ist definitiv erweitert, ich hab nette Leute kennen gelernt und lecker gegessen.

Freitag, 6. November 2009

Feldsalat mit Mus - ein Muss!

Als Kind war ich wenig experimentierfreudig, was mein Essen angeht. Kartoffeln waren mein Leibgericht, danach kamen Kartoffeln und wenn gar nix ging, mochte ich Kartoffeln. Viel mehr war in mich auch nicht reinzubekommen - wobei Kartoffeln in jeglicher Form gingen und heute noch gehen. Gott sei Dank hat sich mein Geschmacksnerv dann doch irgendwann der großen weiten Welt geöffnet.

Eine der wenigen grünen Dinge, die ich als Kind mochte, war Feldsalat (und Endiviensalat). Wahrscheinlich, weil das traditionell im Rheinland mit einer Kartoffelsauce gemacht und auch noch mal mit Kartoffeln untergemischt gegessen wird.

Sobald also Endivien- oder Feldsalat mein Biokörbchen betritt, denke ich in Kartoffelstampf mit Feld- oder Endiviensalat. Aber heute sollte es mal was anderes sein.

I proudly present - Feldsalat mit Mus aus roten Linsen und Frolleins Tempeh-Talern (zugegebenermaßen bei mir etwas mißglückt).


Der Feldsalat wurde ordnungsgemäss geputzt und gewaschen.

1 Tasse rote Linsen wurde in 2 Tassen Wasser 15 Minuten gekocht.

1 EL Öl
2 EL Sojajoghurt
1 EL Hafersahne
1/2 TL Kumin
Pfeffer/Salz
1 EL gemischte Kräuter (TK)
1/2 TL Senf

miteinander vermischen und unter die gekochten Linsen rühren. Das Mus wird dann über den Feldsalat als Sauce gegeben.

Ich liebe das Gemisch von kaltem Salat und warmen Essen, zumal die Konsistenz des Rote-Linsen-Mus arg an Kartoffelstampf erinnert. ;-)

Montag, 2. November 2009

Was isst man denn dann noch?

Also, falls in naher Zukunft mal jemand auf die Idee kommt, mir diese Frage angesichts der fast-veganen Ernährung zu stellen, dem knall ich mal all die ungekochten Rezepte um die Ohren.

Ich hab ein richtiges Problem mit all den lecker scheinenden Rezepten, die ich so sehe. Kaum ein Gericht findet sich zweimal in meiner Küche wieder und trotzdem schaff ich nicht all die Sachen nachzukochen, die in einem separaten Reiter unter "ungekocht" vor sich hinschlummern. Es ist aber auch wirklich zum Mäuse melken... ähmmm, nee, geht ja auch nicht.

Probleme hat man.....

Samstag, 31. Oktober 2009

~ Der Kampf mit Herrn Rheinsteig oder Warum auf einer Wanderung keiner verhungern wird! ~

Wird doch auch wieder Zeit für die nächste Etappe des Rheinsteigs, oder? In Unkel haben wir aufgehört, in Unkel fangen wir wieder an.

Wir lernen aus den Erfahrungen der letzten Etappen. Nicht, dass Ihr denkt, wir hätten uns jetzt besser vorbereitet, was die Planung der Strecke angeht. Nö... weit gefehlt, das machen wir sogar noch härter, indem wir das Buch "nicht finden" und gänzlich ohne Information r(h)einsteigen.

Neee, viel wichtiger ist ja die Nahrungsaufnahme. Bei der letzten Wanderung war es knapp, das passiert uns kein zweites Mal. Also fahren wir mit 2 Brötchen, 2 geschmierten Stullen, 6 megagroßen und wirklich füllenden Halloween-Kuchen sowie einem Halloween-Salat an und auf den Rheinsteig. Dazu Apfelschrole und Yogi-Tee... wir werden nicht verhungern und verdursten.

Der Herbst zeigt sich von seiner besten Seite. Es ist gelb, es ist rot, es ist viel Laub, es sind heruntergefallene Äpfel. Mal ist es kalt, mal ist es zu warm. Es ist einfach schön.

Heute bin ich wohl nicht gut in Form. Ab KM 20 wird es richtig schwer und ich bin nur noch wortkarg, während das Frollein noch fröhlich vor sich hin hüpft.

Einmal werden wir von einem Hund "angegriffen" - also in Wirklichkeit will er nur spielen und die Besitzerin sagt "der tut nix"..jaja und die bösartigste Attacke war die von einer beifahrenden Autoinsassin, die uns rügen musste, weil wir den Bürgersteig in einem Ort nicht nutzen wollten - wir sind aber auch zwei widrige Gesellinnen.


Unterwegs und angesichts zweier Bienenstöcke überlegten wir kurz, ob wir die von Menschenhand ausgebeuteten Bienen befreien, uns "keine Qual den Tieren" auf die Stirn schreiben und Flugblätter verteilen. Wir ließen dies aber angesichts der wahrscheinlichen Undankbarkeit der Tiere dann bleiben.

Als ich ziemlich kaputt nach der Wanderung im Zug saß, um zum Ausgangspunkt zurückgebracht zu werden, war ich mal wieder (wie bei den letzten Malen auch) erstaunt, welch Strecke wir da erwandert haben. Es waren 28 km und 1.050 Höhenmeter. Für heute hats mir gereicht und ich freue mich wie jeck aufs nächste Mal.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

~ Der Kampf ums Brot! ~

Im Hause Blumenmond gibt es einen Kampf ums Brot - wer bekommt wann und ist genug da und soo. Schuld ist dieses köstliche Maronenbrot von Frau Deichrunner, das diese zum Weltbrottag gebacken hat - zu Recht.

Meine Back"künste" am letzten Wochenende waren etwas durch Unkonzentriertheiten gestört. In früheren Zeiten hätten mich einige der Dinge, die ich da veranstaltet hab, in tiefe Depressionen gestürzt aber ich konnte noch alles retten und rausgekommen ist mein Favoritenbrot Nr. 2 (Nr. 1 ist Saatensonne). Das Maronenbrot.

Es gab noch Joghurt-Brötchen dazu, die allerdings erst Sonntag nachmittag fertig waren und jetzt auch eingefroren schlummern. Mit 5 unterschiedlichen Teigsorten, die ich am WE veranstaltet hab, war meine Backkapazität aber auch mehr als ausgereizt.

Samstag, 24. Oktober 2009

~ Sticky Finger Buns ~

In Canada hab ich mir (Danke mal wieder ans Frollein für den Tipp) ein Kochbuch von Sarah Kramer gekauft. Es gab schon ein schnelles Linsengericht letzte Woche daraus, hat super geklappt. Ganz besonders haben es mir aber die Sticky Finger Buns angetan. Wer schon mal "Drüben" war, kennt die Cinnamon-Buns-Läden. Es riecht schon kilometerweit vorher total lecker nach Zimt und Hefeteig und die Kalorien fliegen einen quasi bereits in 10m Entfernung an - braucht man gar nichts für zu essen, nur durchs Riechen.

Auf jeden Fall liebe ich diese Cinnamon-Buns, hab aber im Urlaub keine gegessen. Nööö, kein Verzicht, ich wills lieber selbst machen.

Also heute zum Schwiema-Apfelkuchen noch Sarah's Sticky Finger Buns nachgebacken. Ein paar Kleinigkeiten wurde aus Not verändert und ich präsentiere das Rezept (mit deutschen Maßen) - aber Vorsicht, auch beim Lesen geht das Gewicht schon hoch - ich schwöre.

Sarah's Sticky Finger Buns:

Buns:
  • 1 Paket Frischhefe
  • 540 g Mehl
  • 60g Zucker
  • 250ml Mandelmilch
  • 60g Margarine (vegan)
  • 2 Eßl. Sojamehl
  • 1 Teelöffel Salz
Topping:
  • 180g Margarine
  • 180g Zucker
  • 80g Pekanüsse (oder Walnüsse)
Center:
  • 60g Margarine
  • 180g Zucker (ich empfehle 120g)
  • 80g Pekanüsse (oder Walnüsse)
  • 1 Eßl. Zimt (es reicht 1 Teelöffel)
Buns:

Die frische Hefe mit der laufwarmen Milch vermischen. Das Ganze mit den trockenen Zutaten zu einem festen Hefeteig verkneten.

Dann per Hand noch mal 3-5 Minuten den Teig zu einem Ball kneten. In einer großeren eingeölten Schüssel mit einem Handtuch abgedeckt 1 Stunde ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Topping:

Wenn der Teig ausreichend gegangen ist, die Margarine in einen Topf schmelzen und den Zucker untergeben. So lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Masse in eine Auflaufform bzw. Backbleck geben - Maße ca. 33 x 23 cm - und mit den gehackten Nüssen bestreuen.

Center:

Die Margarine schmelzen und auf Seite stellen.

Den Teig nochmals kneten und dann auf eine Größe von ca. 45 x 23 cm ausrollen. Den Teig mit 2/3 der Margarine bestreichen und ca. 1cm am Rand auslassen. Den ausgestrichenen Bereich mit Zucker, Nüssen (gehackt) und Zimt bestreuen. Von der langen Seite her (ich habs von der kurzen gemacht, hmm) den Teig aufrollen. Die Außenseite mit der restlichen Margarine bestreichen.

Die Rolle in 16 gleichmässige Stücke schneiden und mit der Schnittseite in die Pfanne mit dem Topping setzen. Mit einem Tuch abdecken und für eine weitere Stunde die Buns gehen lassen.

Den Backofen auf 190° (Ober-/Unterhitze) vorheizen und das Ganze für 25-30 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und für 5 Minuten ruhen lassen. Dann die Buns in eine andere Form stürzen (damit das Topping nach oben kommt) und das verbliebene Gemisch über die fertigen Buns packen. Warm essen und warm fühlen - lecker.

Ich hab die Fertigung mit dem Topping nicht ganz korrekt gelesen, darum sind meine Buns nicht ganz so sticky und sehen einfach nicht so gut aus, wie die von Frau Kramer, aber trotzdem echt lecker.

Frau Kramer empfiehlt im übrigen noch zusätzliche Toppins wie Zuckerguss oder veganes Cream Cheese Frosting. Also ich find, die Dinger sind so süß genug, das ist wohl canadischer Geschmack.

Gerade geht ein Hefeteig für die Pizza heute Abend vor sicher her - für Morgen sind die Brötchen und das Brot angesetzt. Da kann doch nix mehr schief gehen, außer mein Sauerteig hat den Urlaub nicht überlebt.