Sonntag, 19. Oktober 2014

~ Der Morgen so schön, die Beine so schwer ~

Endlich wieder morgens laufen, hab mich schon die ganze Woche drauf gefreut.

Da aber auch gestern so ein schöner Tag war, gibts hier erstmal kurz von Samstag ein paar Bildchen, bis ich zur Laufbeschreibung komme.

Dass ich auch "Opfer" (wobei Opfer ja immer negativ gemeint ist, das Resultat war für mich durchaus positiv) des Bahnstreiks werden würde, hätt ich nicht gedacht. Es ergab sich aber die Situation, dass ich recht spontan ohne Auto in die schönste Stadt am Rhein wollte. Die Alternative zur unsicheren S-Bahn: Mit der Fähre auf die Kölner Seite, dann mit Bus und Straßenbahn in die Stadt. Das hat mir nicht nur nette Erlebnisse sondern auch ein paar Motive vor die Linse gebracht.

Endlich zeigte sich mal der einzige schwarze Schwan, wenn ich mit Kamera bewaffnet an der Fähre stehe...voilá

Dieser nicht ganz weiße Schwan dürfte noch ein Jungtier sein, wenn ich das richtig beobachtet habe.

 

In der Stadt dann mit Nichte und tierischem Großneffen zwischen BVB und Köln-Fans in der Sonne sitzen und ein paar Kölsch auf einen persönlichen Feiertag trinken - so ist das Leben schön.
Man muss wohl dazu sagen, dass Fidel (so sein Name) ein kleines Weichei ist. Beim Essen am Eigelsteintor bei unserem Lieblingsitaliener mussten wir ihn zudecken, weil er so fror. Das war ja nun wirklich nicht kalt gestern... aber er war auch ein wenig kränklich.


Dann heute früh noch vor dem Sonnenaufgang auf den Weg gemacht, um eben diesen mal wieder live mitzuerleben.


Und trotz dieser traumhaften Motive fiel mir der Lauf schwer. Die Beine sind schwer. Vielleicht zu wenig getrunken, vielleicht die letzten Läufe allesamt zu schnell angegangen, ich weiß es nicht. Seit dem Nachtlauf ist es irgendwie schwer.


Aber trotzdem hüpft das Herzchen angesichts dieser im Sonnelicht leuchtenden Herbstbäume. Ein Träumchen! Und 12km werden es auch, meinen Laufnachbarn lass ich dann weiter ziehn, er dreht noch eine Extrarunde.


Der Florentiner Apfelkuchen wird heute Nachmittag ins LaLeLi gebracht (nur so ein wenig Werbung). Und dann gibts noch Nachmittags- und Abendprogramm mit Freunden. Ein schönes Wochenende bei bestem Wetter. Ich hoffe, das hattet/habt Ihr auch alle.

Freitag, 17. Oktober 2014

~ Es raschelt unter den Füßen ~

Jetzt ist er auch hier angekommen, der Herbst. Die Temperaturen zeigen das im Moment nicht aber dass die Blätter einem das Anheben des Fußes erleichtern oder man wahlweise die Füsse raschelnd durch das Laub schlurft... ja, das ist Herbst.

Dass Laufen gegen Aggressionen hilft, konnte dann heute bei den 7km am Feierabend mal wieder unter Beweis gestellt werden. Der Frust ist zwar nicht komplett weg aber es geht schon deutlich besser.


Nach dem Lauf dann noch schnell ein paar Spinatpfannkuchen mit Champignons und Räuchtertofu, nach dem Vorbild von diesem wahnsinnig tollen Veganblog runden das Ja-ich-fühl-mich-gut-und-ich-ärgere-mich-nicht-weiter-Gefühl ab. Jetzt kann das Wochenende kommen, das schon mit schönen Treffen und Aktivitäten winkt.


Habt Ihr auch was Schönes vor? Tolles Wochenende in die Runde und allen (Marathon)Wettkampfläufern ganz viel Spaß!

Mittwoch, 15. Oktober 2014

~ Chargesheimer reloaded ~

Heute erzähl ich mal nicht vom Laufen, es gibt ja auch noch andere Dinge, die ich gerne mache, wie Kochen, Tanzen und Fotografieren.

Und das war dann so:

In Köln gab es in der Nachkriegszeit einen Fotografen, der u.a. durch seine ungeschmückten Fotos von Köln bekannt wurde (überregional wohl durch sein Portrait von Adenauer, kann man hier nachlesen: klick). Chargesheimer sein (Künstler)Name, in Köln natürlich Schargesheimer gesprochen.

Von BAP werden die Fotos in einem Songtest "Unger Krahnebäume" so beschrieben:

All die Chargesheimer Fotos woote eimohl mieh zom Film,
lapidar, doch nie belanglos, lautlos, doch nie wirklich still. 

Im letzten/diesen Jahr kamen dann bei mir/uns zwei Dinge zusammen, die uns mit dem Fotografen stärker in Berührung kommen ließen.

Zum einen sind wir (d.h. mein Bester und ich) Wochenende für Wochenende durch Köln gestrichen, um die einzelnen Stadteile zu erkunden und Fotos zu machen. Zum anderen gab es einen Film über das bekannteste Fotobuch von Chargesheimer mit dem Titel 5:30, den wir uns anschauten.

Chargesheimer fotografierte hierfür Köln morgens um 5.30 Uhr, immer Menschenleer... also lapidar, doch nie belanglos, lautlos, doch nie wirklich still.

Nun wurde von der Photoszene das Projekt "Chargesheimer reloaded" aufgerufen, indem man Fotos von Köln nach dem Vorbild von Chargesheimer einreichen konnte. Mehr durch Zufall sind wir darauf gestoßen.

Dass früh aufstehen für mich jetzt nicht so die Herausforderung ist, dürfte allgemein bekannt sein. Meinem Besten fiel das aber schon schwer. Wir hatten eine exakte Vorstellung, was wir fotografieren wollten und wurden heftigst enttäuscht, als um 5.30 Uhr am Ebertplatz noch feierwütige Überbleibsel aus der Freitagnacht unterwegs waren.

So fuhren wir u.a. zum neuen Rheinauhafen und machten dort unsere Fotos. Ich gebe zu - ist allerdings auch meinem stetigen Zweifel an meinen fotografischen Fähigkeiten geschuldet - dass ich nicht damit gerechnet hab, dass wir wirklich eine Chance haben, im Projekt zu gewinnen. Und so hab ich die Verkündigung dessen auch verpasst, wir waren allerdings zu der Zeit auch schon in Urlaub.

Als dann die Einladung kam, sich das Fotobuch der Gewinner abzuholen und für die Presse zu einem Gruppenfoto zu treffen, musste ich das, ungläubig wie ich bin, auch noch mal hinterfragen.

Tatsächlich, wir hatten gewonnen. Mein Bester mit 2, ich mit einem Foto. Aus über 300 Fotografen sind 80 ausgewählt worden. Wir hatten wohl doch verstanden, um was es beim Projekt ging. Seit Wochen also schon wurden unsere Fotos im PhotobookMuseum in Köln gezeigt, sowas!

So waren wir Sonntag Nachmittag in Köln vor Ort, konnten uns am letzten Tag die wirklich gelungene Ausstellung anschauen, bekamen unser Buch überreicht und durften mit einem Teil der anderen Fotografen vor die Presse.

Hier unsere Fotos - die wurden per Beamer an die Wand geworfen, umringt von Bannern mit Drucken von den Chargesheimer Fotos.




Hier eines der Gruppenfotos. Es wurde noch ein analoges mit Plattenkamera auf Fotopapier belichtet - 8sec stillhalten. Ich hockte vorne vor der Gruppe und hatte Schmerzen noch vom 10km-Lauf am Tag davor. Was man als "Künstler" nicht alles tut. :-)


Hier gibt es noch etwas dazu nachzulesen. Klick

Ein wenig stolz sind wir schon mit unserem Buch und die ein oder andere Idee hab ich, meine senile Bettflucht mit der Fotografie zu verbinden. Muss nur noch überlegen, wann ich dann laufe. :-)

Mein Lieblingsbild aus dem Buch ist im übrigen das hier: Klick - unbedingt mal anschauen.