Samstag, 29. November 2014

~ Wieder zu Hause ~

Ich muss selbst immer überlegen, wie ich so das Leben eines Handlungsreisenden empfinde. Bei mir ist es Teil des Berufs und so akzeptiere ich das. Ich sehe - mal häufiger mal seltener - andere Gegenden der Republik, früher auch mal andere Länder und ich sehe vornehmlich Büros und Hotels. Wenn ich dann wie diese Woche es nicht mit abendlichen Begegnungen schmücken kann, ist es einfach eben nur Büro und Hotel. Ich war jeden Abend gegen 20.00 Uhr im Bett und lag nachts stundenlang wach. Also, wer sich das Leben eines Handlungsreisenden so vorstellt, als dass man viel sieht und rumkommt, so kann ich sagen... niente... Wenn ich nicht fast überall meine Laufschuhe schnüren würde, dann sähe ich nix. Und: Zu Hause ist es doch immer am schönsten.

So hab ich gestern auch die Chance genutzt, zeitig von Passau aus die A3 zu erstürmen und war dann auch mittags daheim, um am Nachmittag im Home Office zu arbeiten. Das wieder gab mir die Gelegenheit, kurz nach 17.00 Uhr den letzten Rest vom Tageslicht für ein Läufchen zu erhaschen.

Am Rhein sind neben mir noch viele andere unterwegs. Die Fähre wird von den Feierabendlern erstürmt, die den Stau auf der vergammelten Brücke umgehen wollen. Viele sind mit ihren Hunden noch mal kurz raus und der ein oder andere vor sich hin blinkende Läufer begegnet mir.



Noch liegt kein Schiff hier vor Anker und ich liefere mir mit diesem Kahn einen Wettlauf. Ich schaff es, ihn auf den 2km einzuholen. Der arme Kerl muss sich den Rhein raufquälen.


Da es jetzt stockduster ist, verlasse ich die Rheinauen und betrachte mit Stirnlampe nochmals die vielen schönen Graffiti. Etwas verwackelt aber die Kerl muss mit aufn Blog.


Still sitzt der Bierbrauer auf seinem Fass. Mittlerweile kamerageschützt, da irgendwelche Deppen... ähm Kriminellen diese Streichhölzer geklaut haben. Ist halt ein wertvoller Werkstoff. Beides steht für die nicht mehr vorhandene Industrie des Ortes. Hier wurde mal Bier gebraucht und die Zündholzfabrik hat seinerzeit sehr bekannte Streichhölzer hergestellt. Natürlich alles nicht mehr vorhanden. Auf dem Brauereigelände stehen schon seit vielen Jahren Häuser aber das Gelände der Zündholzfabrik gibt es noch und wird - wenn alles gut klappt - zu einem Bürgerzentrum umgebaut.


Und damit bin ich schon auch dabei, was mich dieses Wochenende umtreibt. Das Bürgerzentrum wird durch eine Initiative von Vereinen vorangetrieben und in einem bin ich Mitglied und wir gestalten seit 11 Jahren am 1. Advent einen Weihnachtsmarkt im Ort. Habt Ihr mir alle beim letzten Post ein ruhiges Wochenende gewünscht... ähm. Nö... ich bin die Waffel, werde also (unvegane) Waffeln backen, Kakao rühren (und andere probieren lassen, weil ich Milch wirklich bäh finde) und wie die letzten Jahre hoffentlich viel Spaß haben. Ein Läufchen sollte noch am Sonntag drin sein und dann fängt auch schon wieder die Woche an. Erholung ist anders aber Spaß wirds sicherlich trotzdem machen, zumal das Wetter wirklich toll für einen Weihnachtsmarkt ist. Alle Gelder, die wir einnehmen, sind für Projekte im Ort bestimmt, gehen an die Tafel für Weihnachtspakete, zur Unterstützung an Vereine oder an bedürftige alte Menschen, um sich zu Weihnachten mal etwas besonderes zu Essen leisten zu können. Wenn man so sich engagieren kann und die Menschen, die das mitmachen, einfach nett sind - dann machts Laune. Wir lesen uns... schönen ersten Advent!

Freitag, 28. November 2014

~ Alles außer Plan ~

Komisch Woche.. das war eine komische Woche.

Ich war mal wieder als Handlungsreisende unterwegs. Ab in den Süden. Ich fahre gerne in den Süden. Das hat verschiedene Gründe. Die Kollegen sind dort ausgesprochen nett und es macht Spaß, dort zu arbeiten. Im Hotel bin ich Stammgast und man fühlt sich dann irgendwie heimischer und am Hotel dran ist ein Italiener, der ganz nette Pasta-Gerichte macht - so muss ich nicht weit fahren.

Das Beste aber ist, dass fussläufig von der Firma ein Biomarkt ist (privat geführt), der einen Mittagstisch anbietet. Ein Gericht davon ist immer vegan und so hab ich in den Fällen, in denen ich im Süden bin, mal ausnahmsweise eine "Kantine" für mich. Das ist großartig.

Dieses mal hatte ich aber geplant keine Zeit für Treffen mit Lauf-/Bloggerfreunden, was ich doch immer gerne tue. Den Ankunftsabend wollte ich nicht verplanen, da ich weiß, dass ich dann immer ziemlich kaputt bin. Den zweiten Abend war ich mit einem Kollegen verplant und am 3. Abend war ich schon weiter auf meiner Tour noch weiter südlich und dort mit einem Kunden zu Abend verabredet.

Laufen ging dann noch am ersten Abend. 6km durch den Ort und es gibt nur ein Foto davon


Gabriele hatte dann die großartige Idee, wenn ich doch abends nicht kann, dass wir morgens gemeinsam laufen. Darüber freute ich mich riesig, auch wenn ihr Mann sie für verrückt erklärte.

Dann ging die Planlosigkeit los. Der Kollege sagte ganz kurzfristig unsere Verabredung ab, worüber ich schon recht verärgert war - hätte ich das doch dann gerne anders verplant. In der Nacht überkam mich dann Schlaflosigkeit und leichte Übelkeit und ich sagte Gabriele nachts um 3 unseren Lauf ab - ging nicht anders.

Tagsüber wars dann besser, ich aber natürlich müde.

Dafür durfte ich dann gestern Abend ungeplant den Passauer Weihnachtsmarkt besichtigen, der wirklich hübschst in diesem malerischen Ort liegt.

Nun sitze ich noch hier im Hotel in Passau, werde mich gleich auf die Heimfahrt begeben und bin bisher nur 6km in dieser Woche gelaufen. Da muss aber noch was kommen. Das war irgendwie eine komische versemmelte Woche... und ich bin froh, heute wieder bei meinem Besten zu Hause und im eigenen Bett schlafen zu können.

Sonntag, 23. November 2014

~ Im Land der Eulengreifvögel ~

Noch nie gehört? Ich auch nicht aber wir haben einen gesehen.

Das Wetter ist ein (Läufer)Traum und die Sonnenaufgänge sind eine so hohe Kunst der Natur. Da musste der arme Laufnachbar quasi direkt nach dem Aufwachen (heute überwacht man die Schlafgewohnheiten der Mitbevölkerung ja über die Aktivitäten bei Whatsapp) in seine Laufschluffen steigen, weil ich unbedingt, unbedingt zum Sonnenaufgang unterwegs sein wollte.

Und zwar wollte ich die Strecke im Bergischen Land, die wir im August schon mal gelaufen sind, noch mal ablaufen. Stellte ich mir im Herbst so malerisch vor und wurde nicht enttäuscht.

Der Fischreiher hat uns begrüßt, ein Reh den (steilen) Weg gekreuzt und eine Eule uns überflogen (wobei mein Nachbar der Meinung war, es sei ein Greifvogel gewesen - das alles auf dem ersten Kilometer. Da ich so gute Laune hatte, wollte ich mich mit dem Nachbarn nicht über die Vogelarten streiten... ist es halt ein Eulengreifvogel.

Ich könnt unendlich viel dazu schreiben - dass wir den Berg, bei dem ich im August noch stehen bleiben musste - komplett hoch gelaufen bin. Dass wir beide die Strecke gesamt besser verkraftet haben, dass wir ständig Ohhh und Ahh riefen, weil es so schön war. Ausnahmsweise gibts keine Fotos bei mir sondern mal einen Film. Nur ein Test und sicher kein Dauerzustand... aber man muss ja alles mal ausprobiert haben.

Es waren gut 15km bei schönstem Wetter... es war so schön!

video

Und was ich gestern so getrieben hab und welches Ergebnis es heute im Café gibt, seht Ihr am Foto und könnt Ihr hier nachlesen: Klick