Freitag, 25. November 2016

~ No sports ~

Grundsätzlich halte ich es ja nicht so mit dieser Aussage von Winston Churchill aber im Moment bin ich wohl dazu gezwungen.

Nach dem Lieserpfad hat mich eine Erkältung eingeholt, die später in eine Halsentzündung mündete, von deren Schmerzen ich bisher keine Ahnung hatte. Antibiotika musste her, Ibuprofen, um es irgendwie aushalten zu können und dann war auch nach wenigen Tagen der Spuk vorbei.

Dafür kam Spuck dazu... also es schloss sich direkt der umgehende Magen-Darm-Infekt an, der bei mir zwar nur leicht zum Ausbruch kam aber ausreichend, um der Arbeit fern bleiben zu müssen und dem jetzt am Wochenende anstehenden Weihnachtsmarkt abzusagen, auf dem ich ja traditionell die Waffelbude betreibe. So ein Mist.

So ist also mein Urlaub umgegangen und jetzt auch die erste Arbeitswoche und gefühlt hab ich seit Ewigkeiten keinen Sport mehr gemacht. Das Rückentraining hängt, weil ich es einfach zeitlich nicht geschafft hab und Laufen/Walken/Rad fahren war außer dem Lieserpfad jetzt auch nicht drin. Ich hoffe, das ändert sich die nächste Zeit.. muss... so fühle ich mich nicht wohl in meiner Haut.

Aber wie immer, gibt es ja was Gutes im Schlechten. So kann ich die schönen Amaryllis, die ich letzten Samstag zu einer kleinen Party (die ich schon mit Halsschmerzen begehen musste) geschenkt bekommen hab, bestaunen, die sehen wunderbar aus.

Dienstag, 15. November 2016

~ Lieserpfad ~

Seit Frau Mohr vom Lieserpfad berichtet hat, spukt er in meinem Kopf und will von mir bewandert werden. Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben... und 1,5 Jahren ist in Zeitrechnung der Entstehung des Universums ja nu auch nix.

Meine Freundin Bine und ich wollen in meinem Urlaub die Gelegenheit nutzen und 2-3 Tage gemeinsam verbringen und es wird nach Abwägung aller Termine und des 11.11. (den wir auch gemeinsamen begehen) dann der Lieserpfad. Die Lieser ist ein Zufluss der Mosel und entspringt in der Vulkaneifel.

Wir stimmen uns am Abend vorher mit Kochen (also Bine kocht und ich schau zu) und der Erprobung der hausgemachten Fruchtliköre ein. Das ich ne Stunde später vom Stuhl gefallen bin, lag weniger an den Schnäpsen als an meiner Rumrutscherei auf dem Stuhl - echt jetzt

Feldsalat mit geschmorten Zwiebeln und Kürbisspalten und später noch Rote Bete aus dem Bratschlauch mit Quinoa- so lecker. Aber kurz vor 22.00 Uhr ist der Abend vorbei. Der 11.11. und eine angehende Erkältung stecken in den Knochen... und morgen soll es ja nun körperlich auch aktiv werden.






Bines Herzmann ist so lieb, unsere Logistik mit nem Transfer zu unterstützen, so dass schlussendlich mein Auto am Endpunkt der Wanderung steht, wir am Anfang und unser Gepäck in der Mitte im Hotel. Das Wetter ist bedeckt, kalt aber regenlos.. mehr kann man wohl nicht zu dieser Jahreszeit erwarten, was sich aber später noch im positiven Sinne als falsch herausstellt.


Der Weg der ersten Etappe mit gut 17 km ist vom Profil her unspektakulär und unanstrengend. Die Betreiber dieses Gasthauses geben sich alle Mühe, die Wanderer in ihre warme Stube zu holen. Wir ignorieren das, sind doch mit Stulle und Wasser ausreichend ausgerüstet.





Dieser wundersam geschmückte Baumstumpf bringt uns zum Grübeln. Sieht ein wenig so aus, als ob Geo-Cacher ihre Errungenschaften angebunden haben.


Zur Pause bietet sich ein Relaxstuhl an - im Sommer wäre ich darauf wahrscheinlich bald eingeschlafen, so mit dem plätschernden Wasser im Hintergrund. Jetzt zieht es uns  nach kurzer Rast weiter, das wird doch im wahrsten Sinne des Wortes arschkalt auf dem Ding.


Entlang der Strecke immer wieder ausreichend Möglichkeiten zur Rast und viele mit schöner Aussicht.


Nach 14 km sind wir in Manderscheid, laufen noch runter in unser Hotel und entgegen der ersten Planung gehen wir vom Kaffee direkt zum Abendessen über. Duschen und Wechselklamotten sind überbewertet. Wir wechseln gegen 20 Uhr in den Pyjama und zum Tatort.

Tag 2 - frühes Frühstück, 9.00 Uhr wollen wir los, die Tage sind kurz im nahen Winter und 27 km wollen bewältigt werden. Der Gastwirt (und im Nachhinein könnte ich ihm dafür noch die Füße küssen) bietet einen Transfer vom Hotel in die Ortsmitte an... wir machen davon Gebrauch und starten im herrlichen Sonnenschein mitten in Manderscheid die Tour. Es hat geschätzte 30 Selfies gebraucht, bis wir mit diesem hier zufrieden waren.


Die Sonne im Gesicht, der Himmel so blau und alles um uns rum gefroren.

Dass wir uns beide jetzt Thymian-Bonbons dopen, weil wir Halsschmerzen haben, steht auf einem anderen Blatt.



Die Lichtstimmungen sind so wunderbar.. so wunderschön.. dass wir uns an dieser Stelle das erste mal verlaufen. Nicht, dass die Beschilderung des Lieserpfad so schlecht ist... man muss halt einfach hinschauen und nicht quatschen und zielgerichtet den Berg runter laufen.


Wobei wir um diesen Schlenker so gar nicht unfroh sind.. so schön ist es unten am See.



Die ganze Zeit hören wir zwei männliche Stimmen aber weit weg. Und als wir realisiert haben, dass wir vom Lieserpfad abgewichen sein müssen und wir möglicherweise den Berg hoch müssen, nimmt Bine mit kräftiger Stimme Kontakt zu den Stimmen auf, die uns dann auch tatsächlich vermelden können, dass wir zurück auf den Berg (Hügel) müssen. Wir begegnen den Männer später in einer Schutzhütte (außer einem Fahrradfahrer am Schluss im übrigen die einzigen menschlichen Begegnungen), die sich dort mit Rucksack und Bier nen schönen Tagesstart machen.



Es geht hoch und runter auf dem Lieserpfad, der Frost begleitet uns den ganzen Tag. So wie hier unten im Tal bleibt alles gefroren... es sieht so wunderschön aus.


Und schnaufend den Berg wieder hoch.. tolle Aussicht.



Und hier öffnet sich mal der Weg in eine Höhenlandschaft - Winterraps und auf einmal sieht es gar nicht mehr nach Herbst aus. Ist das ein Traum oder ist das ein Traum?





Irgendwann später, nach gut 12km, werden wir unser Mittagspicknick abhalten, um dann kurz darauf ein Schild zu sehen, dass uns noch 18km bis nach Wittlich anzeigt. An dieser Stelle höre ich auf, Fotos zu machen - aus unterschiedlichen Gründen. Auf jeden Fall ist uns klar, dass wir, möchten wir noch vor Einbruch der Dunkelheit in Wittlich ankommen, jetzt ordentlich Gas geben müssen. Problem an der Stelle: Das hatten wir vorher auch schon gemacht und ich war am Limit dessen, was ich leisten konnte.

Aber Zähne zusammen beißen und los.. ca. 2-3 km später kommt zwar Entwarnung, ein neueres Schild gibt eine deutlich reduzierte Distanz an, die locker zu schaffen ist aber trotzdem gehen wir strammen Schrittes weiter.

Ca. 6km vor Ende der Etappe bin ich am Ende.. ich quäle mich mit Schmerzen im Nacken, Rücken und Waden vor mich hin, werde stumm und will einfach nur noch nach Hause. Ich kann mich nicht erinnern, körperlich in den letzten Jahren mal so platt gewesen zu sein. Später am Abend werde ich merken, warum das so war.


Wir sind noch gut im Hellen nach gut 27 km und irgendwas mit 1.000 Höhenmetern am Auto, alles geklappt. Gepäck im Hotel abholen, Bine zu Hause abladen und weiter mit insgesamt gut 2 Stunden Autofahrt nach Hause.

Heiße Dusche, Bratkartoffeln in die Pfanne und dann meldet sich der Körper mit leichtem Fieber und "ich bin nur noch platt". Die Erkältung war dann doch wohl präsenter, als ich es gedacht habe und quittiert mir das jetzt entsprechend.

Es ist egal, es war so eine schöne Tour auf dem Lieserpfad und da ich Urlaub hab, kann ich mich heute pflegen und diesen langen Blogeintrag verfassen. So schlecht geht es mir also nicht. :-)

Montag, 7. November 2016

~ Basel ~

Im Januar, recht am Anfang meiner Tour, hab ich Basel kennen und schätzen gelernt. Eine wunderbare Stadt, nette Menschen... warum ich es nicht schaffe, dort mal zu schönem Wetter zu sein, ist eine gute Frage. Die stelle ich mir dann im nächsten Jahr noch mal.

Es bliebt nur ein Slot von 1,5 Tagen, die mein dort wohnender Freund Zeit hatte und ich bin dankbar, dass er mir die in seinem Herbststress gegönnt hat.

In Basel ist Herbstmess... also Kirmes allover the town. Und ich hatte ja beschlossen, eine Stufe zu übersehen und war nicht gut zu Fuß. Egal... setzen wir uns ins Café und reden einfach mal ein paar Stunden. Einen kleinen Ausflug in die höchste Bar und für 25!!! Franken ein 0,1 Rotwein und ein Prosecco getrunken.

Dann lieber Lebensmittel kaufen und selbst kochen. Rote-Bete-Risotto.. sooo lecker.


Da am 2. Tag das Wetter zumindest größtenteils ohne Nässe von oben war, sind wir mit der Tram aus der Stadt gefahren Richtung Basel Land und dort ein wenig spazieren gegangen. Ich war froh, dass meine beleidigte Sehne sich gnädig zeigte und es nur noch ein wenig britzelte.







Am Nachmittag mussten wir zu einer kleinen Tanzaufführung zurück sein - mein Baseler Freund und mich verbindet das Thema Tanz irgendwie in unserer Historie. Da ist sowas immer schön.


Und da wir durch Zufall am Tag vorher entdeckt hatten, dass N. im Besitz der weltbesten Bratkartoffelpfanne ist (ohne es zu wissen), war das Abendmenü klar und es wurde - wie man sehen kann, direkt aus Pfanne und Töpfen ausgeschenkt.


Schnell gingen die 2 Tage vorbei. Die Bahn hat mich pfleglich hin und zurück gebracht und ich kann jetzt die nächsten Tage meines Urlaubes genießen. Und morgen werde ich noch mal versuchen, wie es sich mit der Lauferei anfühlt.