Samstag, 30. Dezember 2006

Zwischen den Jahren!

Zur Zeit befindet sich alle Welt (zumindest der Teil mit unserer Zeitrechnung - und das ist ja die einzig wahre) im Nirvana. Zwischen den Jahren. Ich weiß, dass es zu dieser Aussage eine kirchengeschichtliche Erklärung gibt, die darin beruht, dass die Protestanten und die Katholiken in Süddeutschland eine andere Zeitrechnung hatten, die 11 Tage auseinander lag. Aus dieser Zeit stammt die Aussage "Zwischen den Jahren".

Ich finds trotzdem immer wieder lustig.

Das Jahr 2006 war für mich ein eher unruhiges und ich freue mich auf 2007. Gute Vorsätze hab ich keine, es ist ja mitnichten so, dass am 31.12. das Leben aufhört und neu beginnt, oder?

Ich danke allen Lesern, die vorbeigeschaut haben. Wünsche ein glückliches neues Jahr und das mit der Gesundheit ist kein Spruch, das mein ich ernst. Und außerdem wünsch ich allen Menschen Zufriedenheit und dass sie ihr Leben in die Hand nehmen, genommen haben, nehmen werden.

Zwei Menschen wünsch ich einen besonderen Start in 2007. Auch wenn ich morgen nicht dabei sein kann, weil Kapstadt einfach zu weit weg ist, um mal gerade vorbei zu schauen. Ich wünsche Euch alles Glück dieser Erde, dass Ihr viele gemeinsame, glückliche Jahre haben werdet. Wir werden auf Euch anstoßen und in Gedanken mit dabei sein. Und wenn Ihr zurück seid, wird gefeiert - aber heftig!

Dienstag, 26. Dezember 2006

Schwerer Lauf!

Nachdem ich gestern noch vernünftig war, hat es mich heute Morgen gepackt. Ich hab mich auf ein kleines 4,5 km-Ründchen aufgemacht. Vernünftig, dachte ich, "nur" ne halbe Stunde laufen.

Da hat mir mein Körper aber was anderes erzählt. Nach 20 Minuten und etwa gut 3 km taten mir dermaßen die Beine weh, das hat mich überrascht. Ich hatte eher damit gerechnet, dass ich nach 2 Wochen Laufpause und Kehlkopf und Nebenhöhlen und so nen Quatsch Luftprobleme bekäme, aber nee, die Beine waren es.

Übermorgen geh ich dann vorsichtig mit einem 20 Minuten-Läufchen ran und steigere von dort aus vorsichtig.

Aber trotzdem hat es Spaß gemacht, wie immer - und es war mein erster Mützenlauf in diesem Jahr. Ich liebe dieses Wetter, ich liebe dieses Wetter, ich liebe dieses Wetter.

Montag, 25. Dezember 2006

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ...

So, Antibiotika bzw. Penicillin ist link. Weiß ich seit heute. Ich hab vorgestern die letzte genommen und heut sehe ich aus wie ein Rotfleckenzackenbarsch. Die Ärztin, die sich freute, am 1. Weihnachtstag arbeiten zu dürfen, hat mir das Cortison verpasst und die nächsten Drops, die ich nehmen darf, machen müde.

Das wird ein lustiges, weiteres Weihnachtsfest. Ich kämpfe mit den Nebenwirkungen der Nebenwirkungen der Nebenwirkungen. Vielleicht hätt ich doch besser nur heiße Umschläge machen sollen, als sich mein Kehlkopf entzündete.

Die Flecken tun im übrigen nicht weh, juckt nur und sieht so richtig scheiße aus! Ich werd dann heut mal als Zombie durch die Landschaft laufen.

Frohe fleckige Weihnachten wünscht Euch

Anja

Sonntag, 24. Dezember 2006

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Anna Ritter (1865-1921)


Dieses Gedicht hab ich als Kind immer aufgesagt und erinnere mich noch gerne, wie ich als 8jährige, schlotternd vor Nervosität, in Urlaub in Bayern, umgeben von richtig viel Schnee, dieses Gedicht dem Weihnachtsmann am Feuer auf dem Campingplatz vorgetragen habe.

Kommentar eines weiteren Gastes: "Das hört man aber, dass dieses Kind aus dem Rheinland kommt."

Mittlerweile hab ich den "Slang" einigermaßen im Griff, wobei Begriffe wie Tisch und Fisch für mich als Rheinländerin fast unaussprechbare Worte sind (wenn frau es richtig machen will).

Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest! Maht et joot!

Anja aus dem Rheinland

Montag, 18. Dezember 2006

Selbst schuld!

Tja, ich bin selbst schuld. Ganz bestimmt. Ich werde die nächsten Jahre kein Glück haben, erkranken, arm werden.

Und warum?

Jetzt - so auf die Lebensmitte zugehend - weigere ich mich immer noch standhaft, Kettenbriefe zu versenden.

Hat es nicht ausgereicht, dass man als Jugendliche ständig mit irgendwelchen Unglücksdrohungen behelligt wurde, um der Deutschen Post Umsatz zu machen.

Nein, im Zeitalter von EMails ist das Ganze ja noch viel komfortabler.

Früher, also als ich so richtig jung war, da war ich schlichtweg zu bequem, um irgendwelche Briefe fünf mal abzuschreiben (ja, selbst Kopierer waren zu dem Zeitpunkt rar) und dann auch noch zu schorrig, um fünf Briefmarken zu bezahlen. Und so insgeheim hab ich schon immer darauf gewartet, welches Unheil nun folgt.

Und heute find ichs einfach nur blöd. Und trotzdem komm ich immer wieder nicht umhin, solche Kettenbriefe zu erhalten mit anliegender Aufforderung, diese an mind. 12.358 Menschen im engsten Umfeld innerhalb der nächsten 3 Sekunden weiterzusenden. Geschieht dies nicht, drohen mir Pickel, Haarausfall, Krätze und sonstiges übles Zeugs - ein Wunder, dass ich das bis heute überlebt hab.

Vielleicht hätt ich aber mal den ein oder anderen Kettenbrief versenden sollen. Vielleicht hätten die ShinSplint- und Kniegötter dann nicht zugeschlagen. Seht Ihr! Ich bin selbst schuld... hätt ich doch mal....

Donnerstag, 14. Dezember 2006

Parkplätze, der Deutschen höchstes Gut!

Kennt Ihr die Leute, die sich sofort darüber aufregen, wenn jemand mal für ein paar Minuten ihren Parkplatz benutzt? Die die falsch parkenden Autos dann zuparken und verschwinden, ohne zu sagen, wo man klingeln muss? Die sich sogar darüber aufregen, wenn sie selbst den Parkplatz gerade im Moment nicht benötigen? Kennt Ihr die?? Tja, dann kennt Ihr mich.

Seitdem ich Eigentümerin eines eigenen 4 x 3 m großen - mit einem hellen Stein eingerahmten - Parkplatzes bin, verhalte ich mich wie der letzte Spießer!

Ist aber auch doof, oder? Da gibt man Geld für ein eigenes Stück Land aus und andere machen sich darauf breit - Unverschämtheit. Aber glaubt mir, zur Verteidigung des eigenen Landes herrschen hier schon fast bürgerkriegsähnliche Zustände.

Da ich nicht die einzige bin, die unter diesem Problem leidet (obwohl die Parkplätze eindeutig als zum Haus zugehörig zu erkennen sind), und meine neuen Nachbarn ähnliche Methoden haben, um den unmöglichen Rüpeln und Parkplatzräubern mal Manieren beizubringen, trifft man sich allabendlich im Hausflur zum lustigen Rausklingeln.

Das ganze wird nur noch getoppt durch den ignoranten Mitbewohner Parterre Mitte, der es schafft, sein Auto (mangels eines eigenen Parkplatzes - so darf ich hier hochnäsig erwähnen) genau vor den Ein- bzw. Ausgang des Hauses zu stellen, so dass man morgens schon auf Zehenspitzen zwischen zwei Stoßstangen rumtänzeln muss, um dann festzustellen, es nicht geschafft zu haben und sich wieder umziehen zu müssen.

Und Leute, ich wohne nicht in NY Downtown, wo man nur alle Jubeljahre mal in die Lage gerät, im Abstand unter einem Kilometer einen Parkplatz in der Nähe seiner Wohnung zu bekommen. Nein, wir wohnen hier im Dorf, man müsste halt nur mal 20m gehen - aber das geht eben nicht - My Parkplatz is my castle - jawoll!

Sonntag, 10. Dezember 2006

Schutzengel - jetzt kann nichts mehr passieren!

Dieser Schutzengel hängt jetzt in meinem Auto.

Danke an meine liebste Nichte :-)), die uns diese schönen Dinger mitgebracht hat.

Morgenstund hat Gold im Mund!

Oder so!

Heute morgen wurde mir aber mal wieder klar, warum dieses uralte Sprichwort doch irgendwas Wahres hat.

Mein sonntäglicher Frühlauf startet bei klarem Wetter und schönen 3°C. Hab ich schon mal gesagt, dass ich dieses Wetter liebe? Das ist wirklich meins - kalt und klar. Wer behauptet, es gäbe irgend etwas schöneres, als an einem solchen Morgen eine Runde zu laufen, der lügt oder hat das noch nie getan.

Ich geb zu, dass die 6,6 km körperlich für mich nicht ganz einfach waren. Die Weihnachtsfeier Nr. 3 am vergangenen Freitag, auf deren Erläuterung ich hier im Blog mal verzichte, hat doch meinen armen kleinen Körper kräftig geschunden (aber schön war es auf jeden Fall).

Doch auch trotz der Anstrengung war es schön heute morgen. Ein paar Gedanken gehörten meinem kürzlich verstorbenen Chef, der heute 42 Jahre alt geworden wäre.

Wenn ich hier so durch die Gegend laufe, freue ich mich immer wieder über die vielen Leute (heute waren recht viele Menschen mit Hunden unterwegs), die freundlich grüßen - das hat doch was. Als mein MP3-Player das Dudeln aufhörte, weil das Akku alle ist, wurde ich von dem Geräusch der den Rhein lang tuckernden Schiffe unterhalten - auch sehr nett.

Hässlich sind wie immer die Chemiewerke, die sich einfach nicht ausblenden lassen. Den Kontrast zeig ich mal hier:

Schön!


Sehr schön!


Sehr hässlich!


PS: Ich bin kein Profi in Photoshop - passt also nicht 100 %

Montag, 4. Dezember 2006

70 Jahre!

70 Jahre jung zu sein, ist zuweilen heiterer und hoffnungsvoller, als 40 Jahre alt zu sein. (Oliver Wendell Homes)

Alles Gute zum Geburtstag - Dad!



Samstag, 2. Dezember 2006

Weihnachtsfeier #2 - Laufgruppe Rheinland von LA

"Wo sind sie denn nur?" frag ich mich, als ich so vor der Rheinlust in Bonn stehe. Komisch, Rheinlust hatten wir auch gar nicht verabredet, sondern Bahnhöfchen - hieß das hier mal Bahnhöfchen? Wir waren doch immer hier (immer heißt für mich 2 mal).

Hmm, noch drei mal hin- und hergelaufen, in die Gaststätte geschaut, keiner drin. Wär auch komisch, die wollten doch laufen.

Ach, ich geh mal ein paar Meter weiter, vielleicht kommt da ja noch ne Gaststätte (Bahnhöfchen hatte ich nämlich im Navi eingegeben und das hatte mich auch zur Rheinlust geführt). Da standen sie, die Topathleten von Laufen Aktuell, startbereit für ihre 9- bzw. 14km-Runde.

Daniela und ich wollten am Rheinufer spazieren gehen und Fotos machen. Den Vorschlag, doch direkt in der Rheinlust einen Kaffee zu trinken, schließe ich mich allerdings gerne an. Immerhin sind es 200m vom Bahnhöfchen bis zur Rheinlust - ist ja auch schon mal was.

Ich lasse mir von den Heldentaten einer Ultraläuferin berichten:-)) und nicke fachmännisch - immerhin das kann ich. Außerdem können wir Baufrauen uns hervorragend über den Stress der Bauphasen und unseren inneren Einstellungen dazu unterhalten. Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge.

Regina steht schon schlotternd auf dem Parkplatz und wartet auf ihre trockenen Sachen, die sich im gelben Blitzmobil von Greenhörnchen befinden. So langsam trudeln alle aktiven Läufer ein - als sich dann auch Michael von seiner Privatdusche einfindet, können wir endlich Essen bestellen.

Das Essen an sich ist ja nicht wichtig, aber wir (oder ich) warten dringend aufs Wichteln - ICH WILL GESCHENKE!!! Davon mal ganz abgesehen, bin ich neidisch auf Bratkartoffeln und Pommes meiner Nachbarn. Aber ich bin ja nicht gelaufen, ich darf das nicht.

Ob Jo es verdient hat, das größte Paket mit dem meisten Inhalt zu bekommen, lass ich hier mal so im virtuellen Raum stehen. Schließlich hat er sein Geschenk zu Hause vergessen und Heike muss sich noch etwas gedulden.

Reichlich beschenkt und voll von Mutter-Regina-Original-Neuwieder-Spritzgebäck gehts für alle zurück in die Heimat.

War schön - wie seht Ihr hier:

Mein Geschenk +++ Regina mit Geschenk +++ aufgehängtes Geschenk



Anja mit Geschenk +++ Jos Geschenkesammlung +++ glücklicher Michael

Lars hat auch was +++ Daniela ist farbangepaßt


Und damit Ihr nicht sagt, ich sei feige:


Junggesellinnenabschied - ein bescheuertes Wort!

Aber egal, wir wollten einfach ihren "letzten Abend in Freiheit" feiern.

Nein, ich erzähl Euch jetzt keine Geschichten über eine verkleidete Frau, die Kondome an wildfremde Menschen verkauften musste. Wir finden so was blöd! Früher gab es das nicht und früher war eh alles besser, nicht wahr?

Eine glückliche Fügung - nämlich dass aus Versehen und bis Dienstag anhaltende Nichtfunktionieren meines Mobiltelefones - ließ mich mit dem Auto anstatt mit ÖPNV nach Köln fahren - hatte was mit Zeitmanagement zu tun... keine weiteren Erklärungen dazu. Aber - Gott sei Dank. Die Mädels haben den Schritt ins Eheleben mit Tequila und Kölsch gefeiert, das hätt ich wahrscheinlich nicht überlebt.


Ein Spruch, der das alles beschreibt, war der ernsthaft gemeinte Kommentar des Kellners "Wissen Sie, dass da kein Alkohol drin ist?", als sich drei von uns einen Ipanema (alkoholfreier Caipirinha) bestellten. Die Kellner hatten uns wohl gut im Blick.

Der Abend endete in einer Mädchenkneipe mit guter Musik und wenig Männern.

War ein schöner Abend und gebührender Abschied des Junggesellinnendaseins!

Donnerstag, 30. November 2006

Irgendwo in England - noch ein Reisebericht!

Nein, ich werde nicht über die teuren Preise in England reden.

Und ja, es gab schlechtes, ungewürztes, verkochtes Essen für viel Geld. Das Bier hatte keinen Schaum und zum Frühstück gab es Bratwurst, Bohnen in Tomatensauce, Toast und Tomaten.

Aber es gab natürlich auch freundliche, höfliche Menschen, schöne Landschaft, ein niedliches Hotel, ein schönes Pub und verkehrt fahrende Autos.

Als ich dann zum Schluß mit meinem Kollegen noch in einem Restaurant am Flughafen saß, passierte folgendes:

Wir unterhielten uns recht angeregt über Urlaube, Familie etc, als sich auf einmal ein Herr neben uns umdrehte, uns wortlos einen gerade beschriebenen Zettel mit folgendem Inhalt hinlegte (ich schreibe es Buchstabe für Buchstabe ab - ist also nicht aus Versehen verkehrt):
THERE WERE HORSES EVERY WEAR,
GREYS, BLAKS BAYS, CHESNUTS,
HORSES, HORSES, EVERY WEAR,
WEAR ARE THE HORSE MEN,
DAS IST NICHT GOOD
Ich hab mir mal den Spaß gemacht, dieses unverständliche Kauderwelsch ins Google-Übersetzungprogramm einzugeben, dabei kommt folgendes raus:
ES GAB PFERDE JEDE ABNUTZUNG,
GRAU, BLAKS BUCHTEN, CHESNUTS,
PFERDE, PFERDE, JEDE ABNUTZUNG,
ABNUTZUNG SIND DIE PFERD MÄNNER,
DAS IST NICHT GUT
Er hat zu einem späteren Zeitpunkt noch versucht, uns das mündlich zu erklären - wir sind aber auch nicht wirklich schlau draus geworden. Vielleicht liest ja jemand meinen Blog, der darauf eine Antwort weiß.

Ansonsten noch ein paar Fotos. Diese stammen von einem 5-Minuten-Spaziergang vor dem Frühstück. Leider hatte ich keine Laufschuhe dabei und wir mussten den Rest des Tages in abgedunkelten Räumen sitzen (wirklich wahr - die Engländer halten scheinbar nichts vom Tageslicht - darum sind die wahrscheinlich auch alle so blass). Will heißen, viel mehr hab ich nicht gesehen.



Sonntag, 26. November 2006

Wenn kein Schild kommt, einfach geradeaus!

Anderer Arbeitstitel: "Lost im Sauerland" - oder "Weihnachtsfeier im tropischen Klima"

Akteure:

Ruth - the mouth
Heike B. - the brain
Birgit - I've time
Rusty - alcohol against headache
Heike V. - enjoy your live
Petra - expert for rehabilitation
Anja - technical specialist

Samstag 10.15 Uhr - Ruth und Anja setzen sich gemeinsam Richtung Sauerland in Bewegung. Anja programmiert das Navi - darauf ist Verlass. Wir fahren nicht über die A3, sondern nehmen die A1 - die A3 ist gesperrt. Alles, was jetzt kommt, würde in den Ausführungen zu lange dauern. Navi war statt auf schnellste, auf kürzeste Strecke eingestellt. Wir haben uns gewundert, viel vom Bergischen gesehen und 1 Stunde mehr benötigt, als gedacht - also, "wenn kein Schild kommt, einfach geradeaus".

Ruth und Rusty schmeißen sich im Wellness-Tempel sofort auf die Liegen, während Anja die Chance nutzt und ein paar Kilometer durch den Wald trabt. Die anderen tun das, was wir alle am besten können: Quatschen, quatschen, quatschen.

Kaffee Backes lädt mit hausgemachtem Kuchen ein, dass wir dafür 20 Minuten Fußweg auf uns nehmen müssen, stört nur Ruth. Aus den 20 Minuten werden 40 - also, "wenn kein Schild kommt, einfach geradeaus".

Da uns die Dunkelheit nun eingeholt hat und wir alles so verschreckte Hühner sind, fragen wir naiv nach einem Taxi - so mitten im Sauerland. Resultat: Der Chef vom Hotel kommt mit einem knallgelben Jeep und holt uns höchstpersönlich ab. Wieviel Mädels passen in einem Jeep? 7 - ganz genau. Wir haben Spaß, er hat Spaß - was wollen wir mehr. Das nenn ich mal Service.


Mit ein bißchen Schwimmen, Quatschen und Bunte-Lesen bereiten wir uns auf den Abend vor. Natürlich wird sich ordentlich gebretzelt und alle erscheinen schmuck und geschminkt zum Abendessen. Dem Kürbissüppchen folgt eine Dorade in Sesamsauce - darauf die Ente mit Rotkohl und Klößen und das Pirsisch-Eis (kein Schreibfehler) rundet ab - und Käse schließt den Magen.



Was uns zusammenhält, wer wir sind (nein, kein Kegelklub) und warum wir überhaupt existieren, lässt mal wieder den anderen keine Ruh. So lernen wir die Feinheiten der Tiermedizin für Kuh und Rind in Form einer 5köpfigen Geschwister-Tierarzt-Familie aus Münster kennen. Wir hätten Euch für einen gelungenen Abend zwar nicht gebraucht, aber lustig war es trotzdem. Und dass raumübergreifend Karnevalslieder gesungen wurden, war nicht unsere Schuld.


Zwischendurch wurden die Wichtelgeschenke getauscht und irgendwie hatte sich dieses Jahr niemand so recht Mühe gegeben, die Herkunft des Geschenkes zu verbergen.

Um 2.00 Uhr morgens entließen wir den letzten Kellner in die wohlverdiente Nachtruhe und uns selbst dann auch.

Heldinnententaten, wir frühmorgendliches Schwimmen, "Eintreiben" von entlaufenen Rindern, ganz extrem lange Spaziergänge und vorbildliches Herausrechnen von Anteilen an der gemeinsamen Weihnachtsfeier ließen den Sonntag entspannt ausgehen.

Um 13.45 Uhr begaben sich Ruth und Anja - geführt vom Super-Navi - wieder auf die Heimroute. Blöd nur, dass die Sauerländer an sich gerne an Sonntagen komplette Ortsdurchfahrten sperren und bebauen und die Umwege über 7 Berge langwierig und kompliziert sind. Umgehungsschilder kann der gemeine Düsseldorf/Leverkusener auch nicht lesen - aber irgendwann findet auch der Verzweifeltste wieder auf die richtige Fährte zurück - also, "wenn kein Schild kommt, einfach geradeaus".

Mädels, es war mal wieder großartig mit Euch!

Anja

PS: Simone, ich danke für die Idee mit den Bildzusammenschnitten. Ich bin in Photoshop noch etwas unbeholfen, aber das hab ich zumindest hinbekommen.
Die Bilder sind im übrigen bunt zusammengewürfelt - viel Spaß beim Sortieren!

Donnerstag, 16. November 2006

Sie sind da - ich weiß es!

Meine Heimat ist seit neuestem die A3 - zwischen Kreuz Leverkusen und Köln-Mülheim oder zwischen Dreieck Heumar und Köln-Dellbrück verbringe ich die meiste Zeit meines Tages - zumindest gefühlt.

Köln ist nicht am Rande des Verkehrskollaps - es ist so weit. Hab mir viele Gedanken dazu gemacht, was wohl die Ursache ist, möglicherweise:
  • Keiner ist um diese Jahreszeit in Urlaub - alle gehen brav arbeiten. Zusätzlich ist die Arbeitslosigkeit gesunken und der durchschnittliche Krankenstand ebenfalls = mehr Menschen auf der Straße.
  • Alle Baustellen, die zur WM schnell fertiggeschnitzt wurden, sind wieder ausgegraben worden - jetzt muss vor dem Winter noch mal ordentlich Gas gegeben werden.
  • Die Bahnlinien in der Kölner Innenstadt sind durch Baumaßnahmen an der U-Bahn unterbrochen. Menschen kommen nicht mehr mit ÖPNV zur Arbeit und quetschen sich noch zusätzlich auf die Bahn.
  • Es gibt gemeine Stauerzeuger, die mit voller Absicht morgens um 7.00 Uhr durch die Gegend rutschen und mit 33,4 km/h in Baustellen reinfahren - selbstverständlich auf der linken Spur. Ich schwöre!
Aber, jetzt kommt eigentlich das, was ich vermute. Wir werden gesteuert, und zwar von gaaanz oben.

Ich hab ein Navi in meinem Auto. Üblicherweise kann das mir auch Staus prophezeien, die ich dann geflissentlich versuche, zu umfahren.

Aber ich sag Euch - morgens werden Staus auf der A3/A1/A4 rund um Köln einfach ignoriert. Die Männchen aus dem All, die auf den Satelitten sitzen und sich das Chaos anschauen denken sich einfach - "Pöh - hat ja eh keinen Zweck, machste hier zu, fahren die anders rum - haste datt gleiche Problem".

Die Staus werden wirklich nicht angezeigt - nicht nur mal einen morgen nicht, sondern nie!

Ich stelle mir so kleine Marsmännchen vor, die sich einfach einen Spaß daraus machen, die allgemeine arbeitende Bevölkerung zu verschaukeln. Die sitzen dann da, wetten wahrscheinlich noch, wo der längste Stau entsteht und klopfen sich ihre 7fingrigen Hände auf die grünen Oberschenkel.

Sie sind da! Ich weiß es ganz genau! Morgen früh werd ich wieder wie blöd in 10km Stau fahren. Den Grashalmen auf dem Mittelstreifen hab ich mittlerweile schon Namen gegeben!

Sonntag, 12. November 2006

Die Sendung mit der Maus!

Das wollte ich - obwohl es schon einige Wochen her ist - doch noch einstellen.

Kölsch-Walk, 07.10.2006, 11,11 km - 01:26:58 h.
Ich hatte meine Mutter überzeugt, auch zu walken - das macht sie üblicherweise ohne irgendwelche Wettkampfambitionen. Sie ist mit ihrer Freundin die Strecke dann mit 01:49:51 gewalkt und hatte viel Spaß.

Kurz vorm Start fing es an zu nieseln, so dass wir in der Lage waren, die hübschen Sendung-mit-der-Maus-Überzieher zu präsentieren. Kleidet uns doch unheimlich, oder?

Samstag, 11. November 2006

Amsterdam - ein kleiner Reisebericht!

Ich war 2 Tage in Amsterdam und wer eine Reise tut, der kann was erzählen:

Meine Highlights:

Anreise oder Köln als Verkehrskatastrophe:

Natürlich nehme ich die Bahn, um nach Amsterdam zu kommen. Aber dort muss ich erst mal hin. Ich fahre 1 Stunde vor Abfahrt der Bahn abends um 17.15 Uhr vom Büro los. Gott sei Dank! Ich stehe und stehe... dabei heißt es eigentlich Auto fahren, für mich heißt das in letzter Zeit aber nur noch Auto stehen. Angekommen am Bahnhof bemerke ich, dass das Parkhaus dicht ist. Gedreht, ab ins Maritim-Parkhaus, die Zeit wird knapp. Koffer, Tasche geschnappt und so schnell, wie es irgend geht durch die Altstadt gerast. Gott sei Dank kann ich Walken! Mit Mühe und Not hab ich also 7 km mit dem Auto und ca. 1 km zu Fuß geschafft, um den Zug zu bekommen.

Die Unterkunft:

Ich falle in Amsterdam aus dem Zug und direkt gegenüber ins Hotel. Es ist irgendwas um 21.00 Uhr und es gibt nicht nur noch ein Raucher-Zimmer sondern auch das Zimmer über der Bar. Die Musik wummert so vor sich hin - ich bin müde und schlafe trotzdem ein.

Am Morgen schaue ich auf meine Hotelreservierung und stelle fest, dass Frühstück nicht mit inbegriffen ist. Ich wage den Weg in den Frühstücksraum, werde selbstverständlich abgefangen und muss für das Frühstück sage und schreibe 24,00 Euro bezahlen. Ist das vorstellbar? Meine 2 Minibrötchen und 2 Tassen Kaffee hab ich mit 24 Euro bezahlt - Hammer.

Der Abend:

Ich verquatsche mich und bleibe bis zum Schluß in der Bar. Das ist aber dann für mich auch die Sicherheit, dass es in meinem Zimmer ruhig ist, als ich dort ankomme.

Das 2. Frühstück:

Ich bin zum Frühstück verabredet. Nicht nur mir sind 24,00 Euro (sprich: 48 Mark) zu teuer.

Da Anja aber nicht in der Lage ist 8.30 Uhr von halb Acht zu unterscheiden, steh ich eine Stunde zu früh auf und im Foyer. Macht nix, nutz ich die Zeit, mir Amsterdam am Morgen anzuschauen und schon mal einen potentiellen Frühstücksplatz auszukundschaften. Schwupps 2 x um die Ecke gegangen und schon steh ich im Rotlämpchenviertel*. Die sich dort schon drappierenden Damen, die Gerüche vom Müll, der auf die Straße geschmissen wurde, die schon geöffneten Coffeeshops mit entsprechenden Ausdünstungen sind mir und meinem Magen schon etwas zu viel.

Die Rückfahrt:

Der Zug ist brechend voll. Ich wundere mich über die vielen niederländischen Männergruppen, die teilweise schon recht angetrunken im Abteil sitzen. Die zu kurze Nacht macht sich bemerkbar und einen Teil der Fahrt verschlafe ich - nicht aber das Highlight der Zugfahrt:

Punkt 19.00 Uhr kommt folgende Durchsage:

Liebe Fahrgäste, wir möchten Ihnen mitteilen, dass ab sofort die Happy Hour in unserem BordBistro begonnen hat. Die Getränke kosten ab sofort nur noch xy Euro.
Schon mal gehört? Happy Hour im BordBistro bei der Deutschen Bahn? Nicht nur ich fand das lustig.

In Köln wieder durch die Altstadt und zurück zum Maritim. Auf dem Weg wundere ich mich mal wieder, was da so alles aufgebaut wird. Erst als vorm Maritim eine dreiköpfige Gruppe mit Kölschgläsern in der Hand steht, von denen einer einen Cowboy-Hut trägt, begreife ich, dass morgen der 11.11. ist und Köln schon in der Hand des Karnevals liegt.

Dann mal: Kölle Alaaf!

*Rotlämpchenviertel ist das Originalzitat aus einem Amsterdamer Reiseprospekt.

Dienstag, 7. November 2006

Und????

Ich bin drin!!!

Die Spannung steigt!

Heut soll der große Tag der DSL-Schaltung sein. Die Hardware hab ich ja bekommen. Beim Vorabinstallieren stellte sich allerdings heraus, dass das Gehäuse der FritzBox defekt ist und mein analoges Telefon nicht mehr funktioniert, wenn ich alle Kabel zusammengefranselt hab.

Um auszuschließen, dass ich frauenmässig falsch verkabelt hab, wurde das ordnungsgemäß von einem Mann kontrolliert - scheint richtig zu sein.

Möglicherweise kann ich also heute Abend online gehen, dafür aber gleichzeitig nicht telefonieren, was nicht korrekt ist, mir aber vorübergehend ziemlich egal, da ich eh ein Außer-Dienst-Telefon-Muffel bin.

Ich meld mich!

Sonntag, 5. November 2006

Lost in Lev!

Ich bin ja neu hier und es ist eine herausragend schöne Sache, die nähere neue Umgebung zu Fuß/laufend zu erkunden.

Auf „Top 50“, mit dem ich meine LaufWalkStrecken vermesse, sah ich in nicht allzu großer Entfernung einen See (davon gibts hier ne Menge), bei dem ein Yachthafen eingezeichnet ist. Ich interpretierte das als Merkmal für einen besonders schönen Tümpel und klick mir auf der Karte ne Route zurecht, die ich abklappern will. Ausgedruckt, eingesteckt, Mobiltelefon entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten eingepackt und los.

Auf ungefähr dem ausgesuchten Weg, vorbei an diversen anderen kleinen wassergefüllten Kiesgruben bin ich nach ungefähr 30 Minunten am See. Problem ist nur, dass ich ihn nicht sehe. Ich weiß zwar, dass er da ist aber er ist eingezäunt und die Sträucher sind so hoch, dass ich kein Stück Wasser zu Gesicht bekomme. Am Ende des Sees (oder der Einzäunung) muss ich auf den Radweg einer vielbefahrenen Straße ausweichen und darf so schöne Sachen wie Lidl oder Steinzeug-Vertriebsfirmen begutachten – schön fürs Auge am Sonntag Morgen.

Irgendwann geht es Gott sei Dank wieder ab ins Feld. Nur biegt dieser blöde Feldweg irgendwann in ne ganz andere Richtung ab. Ich rette mich zu schnellstmöglicher Zeit auf eine Bundesstraße und strebe den Schornsteinen von Leverkusen zu – denk ich zumindest. Es waren die Schornsteine der Erdölchemie von Worringen – falsche Richtung. Was sind das denn da für komische 70er-Jahre-Bürobauten? Waren die eben auch schon da?

Dank meines Ausdrucks der Route finde ich wieder auf den rechten Weg zurück und werde auf dem letzten Kilometer von einer riesen Menge Vögel (Raben, schwarze Tauben, Wildgänse und einem Fasan) belohnt. Schade, dass ich die Kamera nicht mit hatte – aber es sah mir zu sehr nach Regen aus.

Schön wars, aber die Strecke wird wegen der Bundesstraße nicht zu meinen Lieblingsstrecken. GelaufWalkt bin ich knapp 12km in knapp 1,5 Stunden und meine Knie schimpfen ein wenig mit mir.

Fazit: 1. Nicht jedes Wasserloch ist interessant. 2. Orientiere Dich in Leverkusen und Umgebung nie an Schornsteinen - das kann nicht klappen. 3. Freue Dich, dass es trotz der Industrie deutlich mehr Natur zu sehen gibt, als im dichten Umkreis um Köln.

Ich werd PowerSeller!

Internetverbindung - Farce Nr. 3:

Freitag erhalte ich eine Mail, dass die Hardware, die ich zu meinem Internetpaket dazubestellt habe, vergriffen ist und ich eine Nachsendung erhalte, sobald es geht. Ich weiß ja aus Gesprächen, dass es bei 1&1 keine Menschen gibt, die "sobald es geht" näher definieren können. Meine Kollegin versucht trotzdem ihr Glück und erreicht sogar, dass sich eine Person kümmert, die Versendung meiner FritzBox vorzuziehen, damit ich - sollte am Dienstag die Leitungschaltung klappen - tatsächlich auch online gehen kann. Wär ja schön.

Abends klingelt eine Nachbarin an der Tür. Sie hat ein Paket für mich angenommen - kommt von 1&1. Wow, die können sogar zaubern. An einem Tag eine Nichtzusendung ausplaudern und trotzdem schicken - klasse.

Samstag erhalte ich mal wieder Post von 1&1. Ich möchte doch PowerSeller werden und weitere Kunden werben und dafür Provision bekommen.

Nee iss klar, mach ich glatt! Aber erst dann, wenn ich online bin und mit meinem großen Computer Mails schreiben kann.

Freitag, 3. November 2006

Und sie sind doch Helden!

"Super", denk ich, als ich diese Nacht so gegen 4.00 Uhr die Augen öffne und nichts sehe. Frank hat anscheinend irgendwas am Receiver gemacht, dass der mir nicht direkt ins Gesicht leuchtet - nett von ihm.

Um Fünfuhrirgendwas schmeißt mich meine übliche senile Bettflucht aus dem selbigen und ich watschel ins Bad. Licht an - nix! Duster. Oha - Blick aus dem Fenster, die Lampen sind an, es ist also ein selektives Ridlberg-Problem. Am Sicherungskasten sind alle Sicherungen inkl. Hauptsicherung raus. Mein 1. Versuch, diese wieder reinzudrücken, scheitert.

Ich brauch ja keinen Mann für sowas, ich kann das ja alleine. Also jede einzelne Sicherung für sich rein und irgendwann hatte ich dann den Übeltäter ausgemacht. Oben war jetzt Licht, unten war alles dunkel. Dann geh ich dem Übeltäter mal auf die Spur. Nach und nach ziehe ich jede Steckdose der Elektrogeräte und versuche so rauszufinden, wo denn der Haken ist. Nix - übrig bleibt nur noch der Kühlschrank, den schaff ich alleine nicht.

Ich schnapp mir eine Taschenlampe, um damit ein kleines Lichtchen im Bad zu machen, damit ich duschen kann. Viel Licht brauch ich nicht, nach 37 Jahren weiß ich nun, wo alles ist.

Damit der Morgen nicht ganz übel startet, ziehe ich ganz schlau eine Verlängerungsschnur von der Spülmaschine (die ist extra gesichert und funktioniert) bis zu unserem Baby, der Kaffeemaschine. Mittlerweile ist Frank auch schon aus dem Bett gehüpft und wird von mir mit "Houston, wir haben ein Problem" empfangen. Nach Kaffeestärkung zieht er den Kühlschrank aus der Küchenzeile, ausgesteckt - war auch nicht der Übeltäter. Dafür hat sich Frank aber an der Hand verletzt und blutet stark hinter den Kühlschrank. Beide freuen wir uns wie verrückt auf den 143. Handwerkerbesuch in dieser Woche und ich überleg schon, wie ich das jetzt auf der Arbeit wieder erklären soll.

Auf einmal springt Er auf, stapft auf den Balkon, zieht die Elektrokabel von der noch nicht vorhandenen Balkonlampe auseinander und zack.... alles ist gut. Die Sicherung hält und Er ist ein Held. Geht halt doch nicht ohne Männer - ich hätte wahrscheinlich den Elektromeister dafür kommen lassen.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass die Duschaktion mit der Taschenlampe ziemlicher Quatsch war, weil das Duschbad in einem anderen Stromkreis liegt und das Licht funktionierte, ich habs einfach nicht ausprobiert. Außerdem haben wir den Kühlschrank jetzt einfach über die Blutflecken geschoben, ohne sie vorher wegzuwischen - wer weiß, wann uns das mal zum Verhängnis wird.

So bin ich zeitig auf der Arbeit, kann noch diesen Blog schreiben und freu mich, dass ich den Handwerker nicht kommen lassen muss.

Mittwoch, 1. November 2006

Die Unterschiede zwischen H und H aus Sicht einer Möchtgern-Läuferin.

Damit das hier nicht nur in Negativgedöns in Sachen Telekommunikationsunternehmen ausartet, möchte ich doch mal ein bisschen was zur neuen Heimat berichten.

Teil 1 – merkbare Unterschiede zwischen H und H:

Also H alt liegt sehr nah an Köln, das wirkt sich im Verhalten des gemeinen H.-Bewohners und –Läufers aus.

Neu H liegt separat als Dorf in kurzer Entfernung zu der Weltstadt Leverkusen – mit entsprechendem Einfluss auf die Bewohner und Läufer.

Ich kann jetzt von meiner Haustür aus loslaufen und bin entsprechend schnell am Rhein oder in den Feldern. Die zu allen möglichen Seiten sichtbaren Immobilienverstöße der Industrie ignorier ich einfach.

Die Laufwege hab ich jetzt fast für mich alleine und im Gegensatz zu Alt-H. wird in Neu-H. gegrüßt, egal ob derjenige mit dem Hund unterwegs ist oder ebenfalls läuft (wobei das hier augenscheinlich nicht so viele tun). Nach 2 Monaten werde ich wohl alle Hundebesitzer und Läufer mit Namen, Adresse, Alter und Schuhgröße kennen.

Die Auswahlmöglichkeiten an Laufstrecken sind noch lange nicht ausgeschöpft und ich werde mehr Abwechslung haben. Ausnahme: Der Winter... das wird hart. Also Neu-H. ist so klein, dass ich wohl alle Straßen ablaufen muss, um im Winter im Dunkeln ne ordentliche Strecke zusammenzubekommen. Das wird interessant. Da ich aber schon von einem Neu-H. Bewohner Trauben beim Vorbeikommen geschenkt bekommen habe (selbst gezüchtet – die waren mal so richtig lecker), hab ich Hoffnung, dass mir die Bewohner eine Verpflegungsstrecke aufbauen, wenn sie merken, dass ich regelmäßig im Dunkeln durch die Gegend renne/walke.

Ganz wichtig für den nächsten Sommer ist der Biergarten am Rhein, der ein leckeres Kölsch, Radler, Erdinger, was auch immer verspricht, wenn man vom Laufen kommt und – und nur die Kölner werden mich jetzt wohl richtig verstehen – hier ist noch Kölsch-Gebiet (kein Alt) – puh!

Mehr irgendwann... nein ich sag jetzt nix mehr zu meinem Internetanschluß. Auf jeden Fall werd ich dann wohl mal das ein oder andere Bild einstellen.

1&1 oder Null und Nichtig?

Ähm... tja... also... ich weiß nicht...

es dauert auf jeden Fall noch mindestens bis nächste Woche. Kein tut mir leid, keine Entschuldigung, kein Verständnis sondern ein: "Wissen Sie eigentlich, was bei uns los ist?" Auf meine Aussage hin, dass ich versuchen werde, das Ganze rückgängig zu machen und dafür Sorge zu tragen, dass wir keine weiteren Anschlüsse dort buchen, kam "Wenn Sie so anfangen, dann beenden wir das Gespräch am besten."

Klasse, ich fühl mich super aufgehoben. Ach ja, da jetzt ein Durchschalttermin bei der Telekom angemeldet ist, kann ich meine Leitung auch hier nicht stornieren und dort in Auftrag geben, weil die Leitung durch Null und Nichtig reserviert ist.

Ach ja und ich hatte einen Brief gestern in der Post, dass bei mir zur Hause nicht der Arbeitgeber sondern die Anja wohnt... Ach nee, wußt ich ja noch gar nicht.

Tschüss sagt Anja - UMTS machts möglich...ich halt Euch auf dem Laufenden.

Freitag, 27. Oktober 2006

1&1 = 0

Ich nehm meinen Post zurück - Telekom ok. 1&1 blöd.

Da mein Internetanschluß von meiner Firma gesponsort wird, die bei 1&1 aber nicht in der Lage sind, den Firmennamen beim Melden an die Telekom rauszunehmen, weist die Telekom das immer zurück, da dort ja die Anja wohnt und nicht ihr Arbeitgeber. Das ist denen jetzt schon zum 3. mal aufgefallen und wurde konsequent nicht geändert.

Es bleibt spannend.

Donnerstag, 26. Oktober 2006

Tief durchatmen, ich bin ganz ruhig!

"Eigentlich" wollt ich ja eine Lobeshymne über die magentafarbene Telekommunikationsfirma schreiben - eigentlich.

Telefonanschluß war zackig, Service war gut - hat alles bestens geklappt.

Seit 6 Wochen ist über 1&1 mein Internetpaket bestellt und es liegt - so sagt man mir heute - an der Telekom, dass die ständig ein Durchschalten ablehnen. So ne richtige Idee hab ich nicht, woran es liegt, aber es ist einfach so und es kümmern sich ziemlich viele Leute drum mit dem Ergebnis, dass nichts passiert.

So wandle ich internetabstinent durchs Leben bzw. meine neue Wohnung.

Aber ich bin ruhig - mir gehts gut, ich reg mich nicht auf - nie!

Irgendwann in ferner Zukunft, wenn wieder Bits und Bytes durch meine WLan-geschwängerte Luft schweben, werde ich feststellen, dass alle bekannten Leute weg sind und das Internet ein total veraltetes Medium ist - so wirds mir gehen, ich bin mir sicher.

Vergeßt mich nicht!

Eure Anja

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Schwedisch für Anfänger!

Zwar nur ein Wort, aber ich bin sicher, dass ich das nie in meinem Leben vergessen werde.

Vorab, ich bin immer noch nicht "richtig" online und deshalb ist es so ruhig hier geworden. Es gibt zwar viel zu erzählen aber das hol ich dann nach, wenn 1&1 es endlich geschafft haben, mir alles notwendige zuzustellen, was man benötigt, um online zu gehen - wird wahrscheinlich ein separater Blog.:-))

Aber nun zu meinen Schwedisch-Kenntnissen. An einem netten Abend mit drei schwedischen Kundinnen holte eine dieser Damen ein Taschenlexikon heraus, um ein Wort, das sie nicht in englisch konnte und wir in der Umschreibung nicht verstanden, auf deutsch rauszusuchen.

Was Taschenlexikon auf schwedisch heißt, seht Ihr hier. Bleibt nur noch anzumerken, dass wir ihr dringend abgeraten haben, dieses Taschenbuch mitzubringen, wenn sie zur Karnevalszeit wieder nach Köln kommt. Das könnte mißverstanden werden.

Freitag, 22. September 2006

Traurig!



Ich hab hin- und herüberlegt, ob es hier reingehört.

Aber es ist ja "Anjas Gedankenwelt".

Ich bin traurig über den Verlust eines Menschen. 5 Jahre hab ich eng mit ihm zusammengearbeitet, wahrscheinlich mehr mit ihm geredet und gestritten, als mit meinem Partner.

Es war einer meiner Chefs und ist mit 41 Jahren viel zu früh gestorben. Er hinterläßt eine Frau und 2 noch sehr kleine Kinder.

Es ist so unendlich traurig.

Freitag, 15. September 2006

Pausenbilder

Er wohnt auf unserem Balkon:



















Gibt es einen besseren Namen für ein Abschleppunternehmen?

Sonntag, 10. September 2006

Herbst in Köln!

Wisst Ihr, woran man merkt, dass Herbst in Köln ist?

An den rötlich gefärbten Kastanienbäumen? Nein, die haben einen Pilz oder ne olle Raupe oder so was - auf jeden Fall sind die Bäume krank und waren schon im Sommer rötlich.

Nein, es sind eigentümliche Wesen, die durch Kölns Grünanlagen huschen. Um den Bauch ein Band gebunden, an dem kleine Trinkgefäße befestigt sind. Manchmal werden diese Wesen begleitet von anderen Wesen, die sich mittels zweier Räder fortbewegen.

Ja ja, immer wenn diese Spezies vermehrt auftritt, wird es Herbst in Köln. Dann naht der Köln-Marathon und die Läufer müssen ihre langen Kanten durchziehen.

Ich hab heut auch nen langen Kanten gemacht. 16km in knapp 2 Stunden - davon 38 Minuten gelaufen, den Rest gewalkt. Ich geb zu, ich war recht kaputt, als ich zu Hause eintraf. Vielleicht sollt ich doch mal nen Gang runterschalten, wenn ich so durch die Gegend düse.

Ich weiß noch nicht genau, ob ich meine Idee, 22 km beim Kölsch-Walk zu absolvieren, wirklich durchziehe. Es ist nur eine Idee, noch nicht mal ein Traum. Von daher kann ich es recht entspannt angehen und am Tag X entscheiden.


Das Wetter war ja heute traumhaft schön für einen solchen LaufWalk. Mir hats auf jeden Fall wieder Spaß gemacht - nicht so viel Spaß wie beim letzten Regenlauf - bescheuert, was?

Dieses Bild zeigt übrigens die Verletzungen der Jahnwiesen nach dem Robbie-Konzert.





Ach ja… heute Nachmittag wird bei mir zu Hause die FlatRate gekappt. Die teilen wir uns mit unserem Nachbarn, der jetzt ebenfalls auszieht und die FlatRate schon mal in sein neues Domizil mitnimmt. Könnte sein, dass es hier etwas ruhiger wird. Könnte aber auch sein, dass ich mir zwischenzeitlich mittels UMTS anderweitig "behelfe".

Samstag, 9. September 2006

Der Kanadier und die Frau!

Gerade schaue ich Nachrichten - etwas halbherzig, wie ich zugeben muss. Da springt mir von der Mattscheibe folgende spektakuläre Aussage entgegen: "An Bord sind 6 Menschen, davon ein Kanadier und eine Frau." Kurze Zwischenerklärung: Es geht um den Start der Atlantis zur ISS.

Peng, das haut der da in den Nachrichten einfach so raus und lässt mich mit den Gedanken alleine. Wer oder was haben jetzt der Kanadier und die Frau gemeinsam? Was lässt eine Nachrichtenredaktion so einen Knaller bringen? Ist es zur allgemeinen Erheiterung gedacht? Das machen die bei der ARD ja eigentlich weniger, die sind doch schon recht seriös.

Ja ja, ich kann mir ja ansatzweise vorstellen, warum das erwähnt wurde.

Die Emanzipation ist scheinbar noch nicht so weit fortgeschritten, dass es normal wäre, wenn eine Frau ins All fährt. Oder der Nachrichtenredakteur an sich hält Frau im Allgemeinen für zu bescheuert, als dass sie dazu in der Lage wäre und muss die einzelne Ausnahmeerscheinung besonders hervorheben. Also Mädels, ich find, die Emanzipation ist dann erst durch, wenn Nachrichtenredakteure nicht mehr einen solchen Schwachsinn von sich geben. Das gleiche gilt für… "bei diesem Attentat sind xy Menschen umgekommen, darunter xy Frauen und Kinder". Dass ich Attentate an sich furchtbar finde, ist wohl allen klar. Dass es besonders tragisch ist, wenn junge Menschen ihr Leben verlieren, ist auch klar. Aber warum Frauen extra erwähnt werden, erschließt sich mir nicht.

Fragt sich jetzt, ob der Kanadier an sich auch ein emanzipationswürdiges Wesen ist? Also die paar Male, die ich dort war, kamen mir die Jungs und Mädels dort recht emanzipiert vor. OK, der ein oder andere blöde Spruch zum größenwahnsinnigen Nachbarn wurde schon mal gebracht… aber ansonsten. Pffftt.. ich weiß jetzt wirklich nicht, was daran so besonderes ist, dass ein Kanadier sich den blauen Planeten von großer Entfernung anschauen möchte.

Ach nee, ich wollt nur sagen, ich hab richtig gut gelacht - 6 Menschen sind an Bord - davon ein Kanadier und eine Frau. Brüller oder?

Donnerstag, 7. September 2006

Bob der Baumeister!

So nenn ich mich in den letzten Tagen, da ich meine überzogenen Mittagspausen damit verbringe, unser neues Heim zu erkunden. Da steppt jetzt gerade der Bär im Sinne von Fliesen verlegen, Wände streichen, Kacheln zerstrümmern etc.

Und was seh ich da an der Badezimmerwand? Ich hab ne neue Visitenkarte - so tauschen also die Handwerker unsere Telefonnummern aus:



Tja, und ein Bad hat man uns auch schon eingelassen:



Ganz interessant ist aber die Vorgartengestaltung. Kindskopfgroße Steine werden aufgeschüttet - däh, datt wor et! Nix da. Nächste Woche ist die erste Eigentümerversammlung und ich fürchte, da darf noch jemand Steinchen zusammensuchen.

Sonntag, 3. September 2006

Mit Fortuna durch den Kölner Süden!

So heißt die knapp 12km lange Laufstrecke aus meinen Laufen-in-Köln-Buch. Fortuna hat in diesem Fall nichts mit der Glücks-Göttin zu tun, sondern mit zweitwichtigsten Fußballverein in Köln - wobei mir das Glück dann doch auch hold war.

In 5 Wochen ist der Kölsch-Walk. Ich liebäugel ja noch ein bißchen mit den 22km. Wenn ich das aber schaffen will, muss ich mich bis dahin noch hochprobieren - letzte Woche 9km. Diese Woche dann 12km.

Ich steh vorm Bäcker, um vor dem Walk die Brötchen zu holen (schlaue Entscheidung) und schau gen Himmel mit der Überlegung, dass es ungeschickt war, die BaseCap nicht mitzunehmen, meine DigiCam hatte ich aber vorsichtshalber schon zu Hause gelassen, es sieht nach Regen aus.

Ein Müslibrötchen reingedrückt und ab Zollstock (so heißt ein Stadtviertel in Köln) losgewalkt. Mein Plan ist es, alle 15 Minunten 6 Minuten zu laufen, dass ich später alle 15 Minuten auf der Uhr laufe (also 15/30/45/00) ist meiner Schusseligkeit zuzuführen. Ich habs zwar nach dem ersten Mal gemerkt aber beibehalten.

An der Brühler Landstraße gibt es einen Parkplatz, an dem nächtens richtig was los ist. Männer treffen Männer, Frauen warten auf ihre Freier - tagsüber ist es dort recht langweilig. Außer, dass mich ein Fahrradfahrer wegen eines Mißverständnisses fast umgenietet hat. Er schimpft mit mir in recht derber kölscher Sprache und ich höre ihn noch kilometerweit vor sich hin schimpfen, na da war Fortuna mir doch hold, dass er mich zum einen nicht umgefahren und zum anderen nicht danach erschlagen hat, der sah mir so aus, als ob der das gerne tut.

Am Rhein angekommen, fängt es leicht an zu nieseln und ich bin froh darüber. Mir ist recht warm und ich empfinde den leichten Regen als schöne Abkühlung. Ich komme an einer Wiese vorbei, an der Minis Fußball spielen. Ein paar von ihnen geht das Fussbalshirt bis an die Knie, spätestens da bedaure ich es, kein Foto machen zu können. Ein paar Kilometer weiter geht der leichte Nieselregen in richtig heftigen Regen über und in dem Moment bin ich wieder froh, keine Kamera dabei zu haben. Den MP3-Player schieb ich in die Laufhose, in der Hoffnung, dass er es überlebt. Ich werde nass bis in die letzte Sockenecke und es macht Spaß wie jeck. Ein paar einsame Läufer kommen mir im Vorgebirgspark noch entgegen und wir lächeln uns wissend an... ja ja die anderen Weicheier sitzen jetzt in ihrer Wohnung und trauen sich nicht raus - wir sind wahre Helden, wir schrecken vor nichts zurück.

Am Auto angekommen, bin ich froh, dass ich schlampigerweise eine Sweat-Shirt-Jacke und ein Handtuch auf der Rückbank liegengelassen hab. Umständlich wurschtele ich mich im Auto hinterm Lenkrad eingeklemmt aus meinem triefend nassen Shirt, um mich trocken zu legen. Die dicke Baumwolle der Jacke rutscht nur schwerfällig über die feuchte Haut, so dass im Zweifel der Opa, vor dessen Haus ich geparkt hab, noch ne Showeinlage hatte.

Zu Hause flott unter die warme Dusche und jetzt gleich werd ich meine Knochen mal ein bißchen strecken.

Schön ist es so im Regen. Ich war insgesamt 1:24 unterwegs, wovon ich nach meiner tollen Rechnung dann ca. 4,5 km gelaufen bin.

Hier das Foto von der Streckenzeichnung. Den Ausschnitt hatte ich mit, er hat es nur mit Mühe überlebt.

Samstag, 2. September 2006

Unser Sorgenkind!

Heute hatte sie Bauchweh!

Kaum ein paar Wochen im Einsatz blinkt das Entkalken-Lämpchen. "Eigentlich" muss die erst nach 3-4 Monaten entkalt werden.

Papa Frank ist in die Kaffee-Maschinen-Apotheke gefahren, hat Spezial-Entkalker gekauft. Sie hat nach Einnahme für 45 Minunten so vor sich hin gespuckt und jetzt ist alles wieder gut.

Komisch fand ichs schon - mal gespannt, was sie als nächstes hat, unsere Kleine.

Donnerstag, 31. August 2006

Therapeutisches Laufen!

Es gibt so Tage, die sind einfach nur "komisch".

Wie schon angekündigt, packt mich gerade die Arbeitswut. Unaufhaltsam rückt aber auch der Umzug und damit zu treffende Entscheidungen an, was mich zur Zeit öfter als ich eigentlich arbeitsmässig kann, zur Baustelle düsen läßt.

Heut morgen fang ich gaaaanz früh von zu Hause mit der Arbeit an (Internet sei Dank), da ich um 8.30 Uhr nen Physio-Termin hab und vorher schon was wegschaffen wollte.

Bei dem Physio bzw. seiner Kollegin lieg ich dann und laß mir die Schienbeine zerquetschen. Hatte ich doch gedacht, die Dinger seien fast total ok, lag ich mit dieser Vermutung sehr falsch. Mit viel Engagement konnte ich mir ne Frustträne aus dem Augenwinkel wischen, da die Erkenntnis, dass der Schrott immer noch nicht aus den Knochen ist, mich ziemlich unerwartet traf - ok, ich hab was gespürt, aber dass es noch soooo weh tut, wenn man die richtigen Stellen trifft:-(

Hin zur Arbeit. 4 Stunden Lieferantentermin mit Ergebnis weniger als Null. Keine Zeit für ne kurze Pause und ein einigermaßen ruhiges Essen und eigentlich hätt ich dringend auf die Baustelle gemußt - ging aber halt nicht. Beim Biometzger vorbei, dort hatten sie meine Gemüsetüte vergessen zu bestellen. Dort wieder unverrichteter Dinge rausgeflogen, um pünktlich bei der Leuchtenhalle zu sein, um unsere am Wochenende erstandenen Schätze zu holen (die Leuchtenhalle hatte heute ihren letzten Tag vor Schließung, ich war dann 20 Minuten vorher da).

Zu Hause erwartet mich ein ziemlich interessanter Anruf einer zukünftigen Nachbarin, die ähnlich "nette" Erfahrungen mit unserem Bauträger gemacht haben. Interessantes aber anstrengendes Telefonat.

So aufgewühlt vom Tag schmeiß ich mich in meine Laufklamotten. Mir war schon klar, dass das heute nichts mit Walken gibt. Ich lauf die 5km um den See, es ging nicht anders. Wenn ich jetzt nicht gelaufen wär, wär mir anhand des heuten Tages und der letzten Wochen wahrscheinlich der Kopf geplatzt.

Jetzt gehts wieder gut. Die Beine tun nicht mehr und nicht weniger weh und überhaupt und der Kopf ist wieder klarer. Ihr könnt jetzt alle mit mir schimpfen, aber ich werds beim nächsten mal wahrscheinlich wieder tun.

Ich verabschiede mich vom komischen Tag. Er war nicht wirklich schlimm - nur komisch!

Sonntag, 27. August 2006

Verkabelt!

Ich möchte Geld zurück - und zwar von der gesamten Elektro(nik)Industrie.

Warum? Die nehmen mir meinen gesamten Platz weg.

Zugegeben, ich mag den ganzen technischen SchnickSchnack ja. Ich hab nen Handheld (mit entsprechender Ladestation dazu). Ich verfüge selbstverständlich über ein Mobiltelefon (mit entsprechendem Ladekabel) mit BlueTooth-Headset (das braucht ein Ladekabel). Ich nenne eine DigiCam mein eigen (mit Ladekabel und Übertragungskabel). Auf Reisen hab ich nen ganz kleinen schnuckligen Sony-Laptop (mit entsprechendem Netzkabel) dabei. Darf ich noch erwähnen, dass Frank ebenfalls eine Digitalkamera und 2 Mobiltelefone besitzt. Wir haben natürlich ein schnurloses Telefon zu Hause (mit entsprechender Ladestation).

Wenn ich zu Hause die Schublade öffne, in denen wir die Ladekabel aufbewahren, muss ich erstmal ne halbe Stunde alle Anschlußstecker prüfen, welcher denn jetzt genau für mein Gerät das richtige ist. Ich werde mir für die neue Wohnung wohl ein ausgetüffteltes Schubladensystem mit schnellem Direktgriff zum richtigen Gerät ausdenken.

Wenn ich im Außendienst unterwegs bin, dann benötigt mein Elektronikequipment über 50 % meines Raumes im Fahrzeug. Gott sei Dank ist das Navi fest eingebaut, sonst müßt ich das auch noch mit Ladegerät mit ins Hotelzimmer schleppen.

Letzte Woche mußte ich die Stehlampe im Hotelzimmer aus der Steckdose ausrupfen, weil ansonsten die Steckdosenkapazitäten für meine Ladegeräte nicht ausgereicht hätten.

Ich protestiere hiermit für einheitliche Lade- und Übertragungsgeräte. Sollen die sich doch ihr Geld an anderen Sachen verdienen, ansonsten verlange ich demnächst Miete von Sony für alle Ladekabel in meinem Haushalt. Wär doch ne Idee, oder?

Samstag, 26. August 2006

DunkelBar

Felice hieß unser Kellner, der Mensch, der unser wichtigster Ansprechpartner für die nächsten Stunden ist.

Er leitet uns in die Schleuse und spricht erstmal mit uns - Beziehungsebene aufbauen nennt sich das wohl - um uns dann hintereinander, jeweils Hand auf die Schulter der Vorderfrau, in die DunkelBar zu führen. Essen hatten wir bereits vorher ausgesucht, das erste Getränk auch.

Es dauert eine Weile, bis Felice uns alle auf den Stühlen platziert hat. Dass er dabei, wie er sich selbst ausdrückte, an Ruths "Hupen" gekommen ist und sich dafür entschuldigte, ist noch erwähnenswert. Wir erfühlen unser Besteck und haben auch schon schnell das erste Getränk. Felice führt unsere Hände bei jedem neuen Getränk zum Glas, um uns zu zeigen, wo er es abgestellt hat.

Wir finden uns deutlich besser zurecht, als es sich vermuten ließ. Wir reichten sogar unsere Suppen rund, um gegenseitig probieren zu können. Das Essen funktionierte auch hervorragend (mit Messer und Gabel), ohne, dass wir uns bekleckerten. Warum das letzte Stück Brot im Körbchen aufgeweicht war, werden wir aber wohl nie erfahren.

2 Dinge sind mir/uns aufgefallen.
  1. Man nimmt als Sehender Mensch in absoluter Dunkelheit geräuschmässig nur noch den nächsten Mikrokosmos um sich um wahr. Ein Gespräch mit allen 7 Frauen war unmöglich und wir gaben das schnell auf. Die Gesprächspartnerinnen teilten sich in die 4 Mädels rechts und 3 links am Tisch ein. Wir waren nicht in der Lage, weiter zu hören.

    Felice animierte auch immer wieder alle Gäste, doch etwas leiser zu reden. Es hat den Anschein, dass alle lauter reden als sonst.
  2. Das Essen, das schon recht teuer war, schmeckte ok aber nicht brillant. Vielleicht fehlte aber auch nur die Optik, um das dem "OK"-Essen ein "Super-Essen" zu machen. Einmal hatte ich ein Ei im Mund und dachte zuerst, das wäre Schinken. Lustig oder? Vielleicht weil Ei und Schinken oft miteinander kombiniert sind. Artischocke und Bohnen hab ich dagegen sofort identifiziert. Rindfleisch schmeckt auch nach Rindfleisch (Gott sei Dank).
Nach ca. 3 Stunden war unser Menü "durch" und wir waren alle zusammen sehr ungeduldig, wieder ans Licht zu kommen, um unseren Sehsinn in unser Erleben mit einfließen lassen zu können. Wieder ab in die Schleuse. Erst Augen schließen, damit wir uns langsam wieder ans Helle gewöhnen.

Es war ein interessanter Abend, aber einer, bei dem die Erfahrung auch einmal reicht. Ich bin sehr glücklich, über alle Sinne zu verfügen.

Sonntag, 20. August 2006

Nomen est Omen!

Die Gedanken liefen selbstsständig durch meinen Kopf, als ich Chantals Wohnwagen sah!

Der Wohnwagen von Chantal steht auf der Straße, die vom Autohof "Eifelhof" nach Hürth durchs Industriegebiet führt. Neben Chantal stehen dort noch Wohnwagen von Melanie, Nicole, Stella und Bambi. Obwohl auf dieser Straße nur ein paar wenige Großlager stehen, gehen dort interessanterweise viele Männer spazieren. Ich meine, ist ja klar. Spazieren geht man ja am besten dort, wo nichts los ist, um so richtig seine Gedanken fließen zu lassen.

Aber darauf wollte ich auch eigentlich gar nicht hinaus. Ich überlegte mir, wer und oder wie festgelegt wird, was der richtige Namen für eine Prostituierte ist. Was ist an den Namen Chantal oder Stella anders als an Erika oder Adelheid? Wer oder was sagt, warum was für wen der richtige Name ist?

Damals, als meine Schwester in den 80er Jahren einen Friseursalon eröffnete, saßen wir gemeinsam im Wohnzimmer und kritzelten auf große Zettel Namen, die uns richtig erschienen. Heute heißen Friseursalons ja eher "Haarig" oder "Matahaara" oder "Zuschnitt" oder irgendwie anders kunstvoll angehaucht. Damals in den 80igern entschieden wir uns für Inges Haarstübchen - was sich heute furchtbar anhört, in den 80igern aber an sich gut aufgehoben war.

Mittlerweile ist meine Schwester Dipl-Psychologin (nur konsequent, wenn man mal hört, was Friseure neben Haare schneiden sonst noch tun). Damit man in der Linie bleibt, sollte sie dann, wenn sie sich mal selbständig machen sollte, ihre Praxis Inges Hirnstübchen nennen, oder? Ich bin dafür.

Unentschieden!

Ich gehöre zu der Spezies der Schnellentscheider. Ob es Fliesen fürs neue Badzimmer sind, eine neue Ledercouch, das Essen im Restaurant, der neue Hosenanzug... was auch immer ich mir zulegen muß, ich kann mich extrem schnell entscheiden und das spiegelt einen Teil meines Charakters wieder. Das ist oft gut, oft auch nicht und schon gar nicht an den Tagen, an denen ich auf unentschiedene Menschen treffe.

So letztlich geschehen in der Bäckerei. Ich flitze in den Laden, weiß im Auto schon, dass es ein Kürbiskernbrötchen sein wird und könnte höchstens in meiner Geschwindigkeit gestoppt werden, wenn es heute keine Kürbiskernbrötchen gibt. Das würde mir dann aber auch nicht den Tag verderben, dann wird es halt ein Mehrkorn-/Fitness-/Müslibrötchen.

Ich hatte aber nicht mit ihr gerechnet. Ich hab bis heute noch keine Idee, ob sie eine Armee zu befüttern hatte oder ob es sich um einen Frauenkaffeetratsch handelt, der bestückt werden sollte - aber nach der Wichtigkeit der Auswahl der Kaffeeteilchen, die für den nächsten Tag bestellt werden sollten, bin ich mir fast sicher, dass sich Queen Elisabeth persönlich angesagt hatte.

Die Verkäuferinnen bei dem Bäcker meines Vertrauens bestechen durch extreme Kundenfreundlichkeit. Mit sehr viel Engagement gaben sie Empfehlungen aus. "Dann nehmen Sie doch noch Bergische Apfelschnitten dazu, die werden immer gerne gegessen." "Ach, ich weiß nicht, ich hab doch schon den gedeckten Apfelkuchen genommen, dann müsste ich von 3 auf 2 Stücken dort reduzieren". "Hier die Pflaumentaschen schmecken im Moment sehr gut, die Pflaumen sind sehr aromatisch". "Wenn ich aber 3 Stücke Pflaumentaschen nehme, dann sollte ich doch von Zitronenschnitten vielleicht noch ein Fünftel weniger nehmen, sonst fällt datt Lisbeth nachher wegen zu viel Kalorien untern Tisch". "Echt, noch Mohnkuchen? Wird der heute noch gegessen? Kirschen, sind die jetzt noch frisch? Erdbeeren? Die Zeit ist doch schon längst rum......."

Mittlerweile sind bereits 2 Verkäuferinnen damit beschäftigt, der guten Dame zu raten, wie sie ihre Kaffeetafel bestücken kann. Nicht unerwähnt lassen sollte man den Ehemann, der schon völlig apathisch unterm Tresen liegt und ich glaube, dass er seine Hände zum Gebet gefaltet hatte. Auf einmal gibt er sich einen Ruck, stellt sich kernzengerade auf, nimmt die Situation in die Hand und sagt nur kurz und knapp: "So, jetzt nimmst Du hiervon, davon und hiervon noch 3 Stücke und dann ist Schluß" - wild gestikulierend zeigt er so über das Kuchenbuffet.

Vor lauter Begeisterung falle ich vor ihm auf die Knie, bedanke mich, küsse kurz seine Füße, um dann mein Kürbiskernbrötchen in Empfang zu nehmen und mit einer halben Stunde Verspätung auf die Arbeit zu kommen.

Ich bin dafür, dass im Einzelhandel für Schnellentscheider 20 % günstigere Preise gelten!

Samstag, 19. August 2006

Andere Dörfer, andere Sitten!

Schützenfest! Einmal im Jahr im August findet das hier in Hürth statt. Dieses Wochenende ist es wieder so weit.

Im Rahmen des Schützenfestes wird ein sog. Volksschießen mittels Plakaten ausgerufen.

Vor 8 Jahren, als es uns hier hin verschlug, überlegten wir uns, dass es wohl richtig sei, sich am "Dorf"leben zu beteiligen, indem wir das Volkschießen ausüben, um uns damit den richtigen Platz in der Gesellschaft zu sichern. In Ermangelung an Schußwaffen in unserem Haushalt haben wir das bis heute noch nicht getan aber auch keine anderen Mitbürger dabei "erwischt". Eigentlich ist es ja auch verboten, auf das Volk zu schießen, wobei es halt ja so in jedem Dorf seine eigenen Sitten gibt.

In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, wurden z.B. zum Mai alle unverheirateten Frauen versteigert und frau gehörte dann den ganzem Mai dem Kerl, der am meisten Geld für sie geboten hat. Außerdem wurde im Rahmen der Kirmes einem echten Hahn von einem Junggesellen, der die Augen verbunden hatte, der Kopf abgeschlagen - derjenige, der es schaffte, war Hahnenkönig und wurde Montag Abend auf dem Ball mit seiner Frau - Hahnenkönigin - gefeiert.

Nunja, in Hürth wird halt aufs Volk geschossen, wobei dieses Ritual anscheinend in den Jahren aus der Mode gekommen ist.

Mal schauen, was Hitdorf an Sitten so zu bieten hat!

Unsere kränkelnde Kleine!

Vor Jahren wurde ich durch eine glückliche Fügung ebenso glückliche Besitzerin eines sog. Kaffeevollautomaten. Wie wild wurde jeden Morgen Milch geschäumt und Kaffee gezapft, bis es der Kleinen offensichtlich zu viel wurde und sie mit großem Tamtam, Funkenschlag und extrem viel Qualm ins Nirvana verschwand. Sie wurde nicht auf dem großen Elektrofriedhof beerdigt, sondern über ein Aktionshaus an einen Wunderheiler verkauft, der sie wieder zum Leben erwecken wollte.

Jahre vergingen, in denen der morgendliche Kaffee mit überteuerten Pads und per Hand gequirlter Milch zubereitet wurde.

Dank irgendwelcher Punktekonten und der extrem Jobvielfahrerei seitens Frank sind wir nun wieder Eltern eines Kaffeevollautomaten. Allerdings hatten wir das Pech, dass die Kleine in der ersten Woche schon einen vorübergehenden Herzstillstand hatte. Sie wurde eingeschickt, wiederbelegt und uns wieder zugestellt.

Nun stehen wir jeden Morgen mit großen Augen vor ihr und beobachten jedes aufgeregte Blinken der einzelnen Lämpchen und hören genau hin, ob sie hustet, evtl. einen Schnupfen hat oder Kopfschmerzen bekommt. Wir geben ihr alle Pflege, die nur geht in der Hoffnung, dass sie nicht wieder zu schnell krank wird und uns lange mit frisch gemahlenen und gebrühtem Kaffee versorgt.

Ist schon aufregend mit Kindern!

Freitag, 18. August 2006

Die Geister die ich rief!

Denk ich mir doch so... "och... so 10 Stunden arbeiten am Tag ist nicht ok... hey Chef, wo haste noch mehr für mich? Ich tät da noch was nehmen!"

So was ähnliches hab ich gerade gemacht. Jetzt hab ich den Salat, aber ich habs ja so gewollt. Wenn Ihr also in nächster Zeit wenig von mir hört - ich bin im Nirvana der Arbeitswelt abgetaucht.

Aber macht Euch keine Sorgen, eigentlich freu ich mich drüber - Ziel erreicht. Wichtig ist, dass ich bald wieder laufen kann, um einen klaren Kopf zu behalten!

Merkt Ihr was? Ich will hier gerade geschickt ein bißchen angeben, das ich "befördert" wurde!

Sonntag, 13. August 2006

Firmen-Staffellauf oder "Die Berge auf der rechten Rheinseite"

Vorgeplänkel:

Irgendwann entdeckte ich bei Laufen-Aktuell die Ausschreibung zum 1. GAG Erlebnis-Halbmarathon Köln rechtsrheinisch. Nicht, dass ich so bescheuert wäre, zu glauben, mit meinen ständig wechselnden Beschwerden nochmal einen Halbmarathon beschreiten zu können (zumindest nicht in diesem Jahr). Aber es wurde ein Firmenstaffellauf ausgeschrieben - pro Staffel 4 Personen. Au ja - datt isset. Wozu hat man Intranet. Es meldeten sich auch eine ungenaue Anzahl Personen, die willens waren, da mitzumachen.

Die Zeit verging, meine Laufperformance verbesserte sich nicht nachhaltig und ich hatte die Staffel nur noch halb im Blick, bis Fabian mich daran erinnert. Kurz rundgefragt, wir bekamen 2 Staffeln auf die Reihe und angemeldet. Noch ein bißchen Hin- und Hertauscherei, weil sich dann doch wieder anders entschieden wurden. Spätestens in dem Moment, als ich kundtat, dass wir uns um 8.15 Uhr treffen, gab es noch den ein oder anderen Protest.

Da ich selbst in den letzten Wochen doch mehr walkender- als laufenderweise unterwegs war, gab es Freitag einen 5km Testlauf - 31 Minuten. Damit kann ich leben. Dass ein Testlauf 2 Tage vor dem tatsächlichen Wettkampf bescheuert ist, weiß ich auch. Aber Vernunft gepaart mit Laufen hat bei mir noch nie so wirklich gut funktioniert.

Erlebnis-Halbmarathon:

4.30 Uhr - in einem erneuten Anfall von seniler Bettflucht schmeiß ich mich aus den Federn an den Rechner. Es ist kein Regen angesagt - prima. Bei LA gibts auch nichts Neues. Kaffee gekocht, Frühstück gemacht und ich war schon 1 Stunde, bevor ich überhaupt los mußte, startbereit und tippte ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch rum. Juhu ein Wettkampf, boah watt freu ich mich.

7.50 Uhr - 25 Minuten vor der vereinbarten Zeit bin ich an der Startnummernausgabe - noch schnell die Staffetten abholen und schon treffe ich Jo! Zu vorgenommenen und tatsächlich erreichten Zeiten soll er selbst erzählen. Hammer, sag ich nur! Miatara begrüßt - schön Dich kennengelernt zu haben und Haidée69 wiedergetroffen - auch mit ehrgeizigem und letztendlich erreichtem bzw. unterbotenem Zeitziel.

8.00 Uhr - so langsam trudeln meine Staffeln ein. Wenige mit Wettkampferfahrung, teilweise sogar ohne Lauferfahrung - eingesprungen für Kollegen, die kurzfristig absagen mußten. Dass wir nicht auf Zeit, sondern aus Spaß laufen, war spätestens zu dem Zeitpunkt klar.

8.45 Uhr - Start - wir brüllen unsere ersten Staffelies über die Startlinie und machen uns alle auf an unsere Wechselpunkte. Hechta und ich starten ab KM 12 bis KM 17. Startpunkt ist mitten in der Botanik. Wir sind früh genug da, so dass wir die Spitze der Halbmarathonis sehen können. Mit uns fiebern noch ca. 8 weitere Staffel-Läufer mit. Wir haben keinen, aber auch überhaupt keinen Plan, wann unsere Staffelläufer kommen werden, da es keine repräsentativen Bestzeiten gibt.

Jo kommt extrem dynamisch ziemlich an der Spitze der Läufergruppe um die Ecke geschossen. So schnell, dass mein Foto unscharf geworden ist. Ich stell es trotzdem ein:



Während uns ein Spaziergänger quasi ungefragt die Laufqualitäten seiner Teppichratte - ähm tschuldigung des Yorkshire-Terriers - per 10 minütigem Vortrag auftischt, warten wir auf unsere Staffeln bzw. Miatara. Miatara kommt als erstes vorbei und später auch Fabian, der mir den silbernen, kühlen Stab übergibt.

So, jetzt jeht et loss! Mist, auf den ersten Metern merke ich schon, wie die Luft eng wird, dabei geht es bergab. Uih, das kann heiter werden. Die Strecke führt laut Plan immer an der Autobahn vorbei - na super. Es entpuppt sich aber als sehr hübsche Strecke durchs Grün und vorbei am ländlichen Köln. KM 1 - ich schaue auf die Uhr - 5.30 Minuten/KM. Boah Doppelmist, das ist zu schnell für mich, das schaff ich nie auf 5km. Meine letzte schnelle Einheit liegt mehr als 1 Jahr zurück, seitdem bin ich nur noch langsam durch die Gegend geschlichen.

KM 2 - wieder 5.30er Schnitt... uihh, ob das mal gut geht. Ungefähr bei KM 2,5 (oder 14,5) treff ich einen anderen Staffelteilnehmer, über dessen Straßen-Sneakers ich vorher schon gelästert hab, gehend wieder. Ich klopf ihm auf die Schulter und motivier ihn, mit mir weiterzulaufen, was auch ne Weile klappt.

Irritierend bemerkte ich, dass ich ständig von den Halbmarathonis überholt werde - kann doch nicht sein, oder? Die laufen 21,x km und ich nur 5 - boah watt bin ich ne Schnecke! Aber auch mit noch so viel Willen, es geht einfach nicht besser.

Irgendwann überschreiten wir die Ortsgrenze zu Merheim und ich denke - Dreifachmist, ich will eigentlich mehr heim als nach Mehrheim - aber hier hört ja keiner auf mich. Kurz vor KM 16 gibts ne Kurve und ich hör mich laut fluchen "oh scheiße" - schon wieder eine Brücke, schon wieder geht es aufwärts. So langsam verkrampft meine komplette Bauchmuskulatur. Aber nützt ja nichts, Jens wartet bei KM 17 auf mich, ich kann mich ja jetzt schlecht von der Autobahnbrücke schmeißen und aufgeben.

Ich näher mich KM 17 und hänge nur noch an dem Gedanken, dass es jetzt bald vorbei ist. Lt. Uhr dürften es nur noch 1-2 Minunten sein. Ich sehe von der Ferne das KM 17-Schild, was ich aber verdammt noch mal nicht sehe, ist der Wechselpunkt für die Staffel. Hey Leute, so war das nicht verabredet. Ihr habt mir versprochen, dass ich ab KM 17 den Stab und den Löffel abgeben darf. Das könnt Ihr nicht tun.

Drecksverdammter Mist - ich laufe weiter und suche und suche. Ich überlege, ob es erlaubt ist, den Staffelstab einem anderen Läufer in die Hand zu drücken und mich meinen Schmerzen zu ergeben. Wenn die den Wechselpunkt "aus Versehen" auf KM 18 gemacht haben, dann hab ich hier ein echtes Problem. 1000 Gedanken jagen mir durch die Birne, bis ich endlich das nächste hellblaue Poloshirt erspähe, die Staffette Jens in die Finger drücke und erstmal japsend meine Arme auf die Oberschenkel stemme. Ich vergeß natürlich, meine Uhr zu stoppen, was ich aber weiß, dass ich bei KM 17 28 Minuten auf der Uhr hatte - 28 Minunten also für 5km, eine Zeit, die mich überaus zufrieden stimmt, angesichts nicht vorhandenem Trainings.

Ich warte auf Hechta, die mindestens genausoviele Tode gestorben ist wie ich. Zusammen begeben wir uns zurück zum Start/Ziel und dürfen Jaqueline, die den letzten Staffelstab über die Ziellinie bringt, noch hineinjubeln. Ich weiß nur, dass eine Staffel unter und eine über 2.00 Stunden gelaufen ist - aber das ist auch völlig egal.

Fazit 1: Wir hatten mächtig viel Spaß. Wir wollen es nächstes Jahr wieder tun und dann aber mit Training - dass wär doch was!

Fazit 2: Autobahnbrücken oder andere Fußgängerüberführungen werden von mir zukünftig als Berge bezeichnet, denn so fühlen sie sich an, wenn man untrainiert ist.



Donnerstag, 10. August 2006

Erwartungen erfüllt!

Gestern war Robbie-Tag.

Rumms, Stau auf der Autobahn. Mist, warum bin ich auch schon wieder so spät vom Büro losgefahren. Also prima, einmal durch die Innenstadt. Gott sei Dank gibt es Mobiltelefone, um meine Mit-Groupies zu benachrichtigen, dass sie ihre Unterwäsche nochmal festzurren sollen, es wird ein paar Minuten später.

Regen setzt ein - egal. Kann meine Laune nicht trüben, wofür gibt es Regenkleidung. Außerdem hat das ja was von Woodstock - Konzert bei schönem Wetter kann ja jeder. Mit 15 Minunten Verspätung jagen 3 bald mittelalterliche Robbie-Groupies auf dem Rad durch den Grüngürgel, um sich schließlich nass aber guter Laune mit dem 4. Groupie zu treffen. Es dauert noch über 2 Stunden, bis Mr. Ego die Bühne betritt und wir testen verschiedene Stehplätze aus. Wir bleiben schön weit hinten - sehen kann man die Menschen auf der Bühne eh nur im Zentimeterformat. Wichtiger ist ein guter Blick zur Leinwand.


Wir trauen uns, das erste Bier zu trinken immer mit dem Hintergedanken, ob wir es schaffen, die Dixie-Toiletten zu meiden - das ist eine sportliche Herausforderung. Die 2. Vorgruppe fängt an (die erste haben wir verpaßt) und es singen sehr wohlbeleibte farbige Röhren in sehr engen Klamotten - geil das! Was für Stimmen, was für ne Show.

Wir trauen uns ans 2. Bier... ohhhh, ob das gut geht. Der Regen nieselt so vor sich hin und wir freuen uns weiter aufs Konzert.

Pünktlich 21.00 Uhr kommt er - er liefert 2 Stunden lang die Show, die wir erwartet haben. Trällert einen Hit nach dem anderen, spielt mit dem Publikum, versucht die Fußballeuphorie noch mal hochzuziehen und hält uns die ganze Zeit gut auf Trab. Unsere extra gebuchte Robbie-Group-Brüllerin - auch Hechta genannt - tut ihr Bestes, aber auf gefühlte 2km Entfernung hört er uns nicht und außerdem ist er in Düsseldorf im Hotel, wer will denn schon da hin. Die kleine Frau neben mir murmelt immer was von arschgeile Sau... würd ich ja nie sagen, konnt ich aber immer nur wieder nickend bestätigen.


Irgendwann zwischendurch trauen wir uns ans 3. Bier..... es drückt so langsam aber vielleicht halten wir durch.

23.00 Uhr Ende des Konzerts. Mit 80.000 Menschen watscheln wir wie Pinguine von der Wiese und sind sehr froh, dass wir mit dem Rad an all den Autos vorbeiradeln können. Im wahrsten Sinne des Wortes fahren wir im Blindflug durch den dunklen Grüngürtel, kurz von Hechta verabschiedet - jetzt keine weitere Zeit vertrödeln, die Naßzelle wartet.

Puh geschafft - irgendwann gegen 24.00 Uhr bin ich erleichtert zu Hause, hab keine Dixie-Toiletten gebraucht, einen super schönen Abend mit einem klasse Konzert erlebt. Gerne wieder - vielleicht buchen wir uns dann eine eigene Dixie-Toilette, nur für uns!

Sonntag, 6. August 2006

Große Dinge werfen... oder who the Hell is Tim Toupet!

Heute morgen blättere ich in meinem "Laufen in Köln"-Buch, um mir eine Walkingstrecke rauszusuchen. Da fällt mir ein, dass Dienstag und Mittwoch ein nicht ganz unbekannter englischer Künstler den Weg nach Köln findet und ich mal nachschauen könnte, wie weit er mit seinem Bühnenaufbau gekommen ist.

Also ab ins Auto und hin zum Grüngürtel, um meine 10km-Strecke etwas auszuweiten und die Jahnwiesen in Robbie-Williams-Vorbereitungseifer zu bewundern.

An der Ampel fällt mein Blick auf ein Plakat: 05.08. Beach-Party am Otto-Maigler-See - Stargast ist Tim Toupet. Ich komme ins Grübeln - wer oder was ist Tim Toupet, was darf ich mir darunter vorstellen?

Wenn ich Beach-Party am Otto-Maigler-See höre, seh ich Gruppen von Menschen vor meinen Augen, die zu lange unterm Bergheimtoaster waren, die weibliche Spezies ihre Fingernägel in Giselas Nagel-Design-Studio mit Straßsteinchen verziert hat, die Jungs ihre Muskeln in heimischen Fitness-Studios aufgepumpt haben. Am Eingang zur Beach-Party gibt man dann das bisschen Hirn, das unter der Sonnenbank noch nicht weggebrutzelt ist, ab, um Platz zu schaffen für den gesüssten schlechten Rotwein in Form von Sangria aus Plastikeimern mit langen Strohhalmen, damit es auch richtig scheppert. Und Tim Toupet ist der Stargast dieser Festivität - na das muss ja was Tolles sein. Da ich im Auto noch keinen Webzugang hab, mußte ich also mit diesen Gedanken erstmal klarkommen.

Am Grüngürtel angekommen wurd mir schnell bewußt, dass ich - für mich recht spät - um 10.00 Uhr in die absolute LäuferRushHour gekommen bin. Macht nix, iss ja Platz für alle da. Auf halber Strecke kommt mir ein Läufer entgegen, der seinen linken Arm komplett in einer Binde trägt - und dabei joggt... neee, ich bin ja schon bekloppt, aber was soll das denn werden, wenn es fertig ist? Hochgradige Rückenverspannungen? Viel Spaß!

Meine Grüngürtel-Schafe begrüssen mich, teilweise nakt und teilweise noch angezogen. Wer macht denn sowas? Entweder alle nakt oder alle mit Kleid - aber doch nicht so gemischt.

Nach ungefähr 5km bin ich an den Jahnwiesen, an denen Dienstag und Mittwoch der kleine, behaarte Engländer singen wird - nur nebenbei erwähnt - ich hab auch ne Karte. Irgendwie erinnern mich die Aktivitäten an den Weltjugendtag, als das Marienfeld für den Papst hergerichtet wurde. Ok, es kommen ein paar weniger Leute - aber an zwei Abenden 160.000 Menschen durchzuschleusen ist schon echt ne Nummer.

Ich umwalke die kompletten Wiesen, schieße ein paar Fotos und komm mir dabei vor wie ein Teenager-Groupie. Ich höre praktisch die Gedanken der Spaziergänger "Schau mal da, die Frau mit der Kamera - schon wieder so ein bekloppter Fan."
Die Rowdies, die auf unserem Heiligenfeld rumlaufen, bedienen im übrigen exakt das Klischee.

Ich tapse wieder 5km zurück, sehe wieder den Kerl mit der Armbinde und tippe mir in Gedanken mit dem Finger an die Stirn. Zwischen meinen Walkeinheiten, bin ich ca. 4 km gelaufen, um meine Beine an die Bewegung zu erinnern. Nächste Woche Sonntag lauf ich 5km Staffel zusammen mit Kollegen und will mich nicht komplett blamieren.

Wer Lust hat, sich ein paar Fotos vom Robbie-Jahnwiesen-Marienfeld anzuschauen, kann hier klicken: "Eigentlich" wollt ich diesen Sonntag nicht wieder so ne Dia-Show machen, aber es hat sich halt so ergeben. Es ist im übrigen ein Fehler in den Fotos - wer findet ihn?

Ach ja, und zu Tim Toupet. Google gab mir Hilfestellung. Es ist so furchtbar, wie der Name vermuten läßt. Zu seinen erfolgreichen (Mallorca)Hits gehören so Titel wie „Du hast die Haare schön“ und „Eine neue Leber ist wie ein neues Leben“. Frank und ich haben uns im Nachhinein doch sehr geärgert, dass wir gestern mit Freunden ein tollen Abend in einem schönen Weinlokal mit hervorragendem Essen hatten. Hätten wir doch lieber unser Hirn am Otto-Maigler-See abgegeben und mit Tim Toupet lustige Lieder gesungen:-)!

Samstag, 5. August 2006

Von Chips, Mobiltelefonen und vom lieb sein!

Als Kind hab ich sie gemocht - die "Feten" (damals hieß es Feten, nicht Partys), die meine Eltern mit ihrem großen Bekanntenkreis in regelmässigen Abständen geschmissen haben.

Das lag zum großen Teil daran, dass meine Mutter Stunden vorher schon die Knabbereien, zusammengestellt aus Chips, Salzstangen, Kräckern und Studentenfutter, in den Keller vor den Partyraum stellte (Partykeller waren ja in den 70ern ein "Muss" und sie hießen interessanterweise Partykeller und nicht Fetenkeller). Dass die meisten dieser Sachen schon weich waren, wenn sie zum Verzehr auf die Tische gestellt wurden, hat meine Mutter wohl nicht so sehr gestört - um so besser, dass ich mich schon vorher daran gütlich getan hab, da hatte wenigstens eine frische Chips. Heute haben Onkel Chio und Tante Funny viel in ihren Chemielaboren gehext - heute bekommt man Chips noch nicht mal weich, wenn man sie 24 Stunden neben einen Luftbefeuchter stellt. Wahrscheinlich sind dort die Inhalte der kleinen Tütchen eingearbeitet, die die Feuchtigkeit aus Handtaschen rausziehen, bevor wir sie für ne Menge Geld erwerben.

Irgendwann in den 80ern verlor ich die Lust an diesen Festivitäten, die dann auch irgendwann vom Partykeller ins Wohnzimmer abwanderten. Da konnten mich selbst Chips nicht mehr locken und ich ließ mir viele Ausreden oder auch keine einfallen, um nicht teilzunehmen.

Auch noch heute bin ich keine Freundin dieser Veranstaltungen, sitz aber meistens mit Schwester und/oder Nichte in einer Ecke und bin böse... böse, weil wir lästern oder uns nur anschauen, wenn uns die Kommentare nicht passen.

Gestern war es wieder so weit. Ja echt? Ich hab mich wirklich in all den Jahren nicht verändert? Ach wirklich, bin ich wirklich noch die Zuckerschnute? Jaja, ich weiß, ich war immer die kleine liebe Anja. Und ist klar, ich bin so schlank, weil ich ja so gute Anlagen hab - könnte mal jemand auf die Idee kommen, dass ich u.a. dafür Sport mache und auf meine Ernährung achte?

Irgendwann an diesem Abend wurde aber mein Weltbild - geprägt vom Porzellan "Roter Fasan" von Villeroy und Boch und den handgeschliffenen und mundgeblasenen sauteuren Kristallglästern - jäh aus den Fugen geworfen. Da klingelten bei der Gesellschaft mit Damenüberschuß permanent irgendwelche Mobiltelefone... Ja wo simmer denn hier? Ich dachte auf ner Fete meiner Eltern und nicht irgendwo im Club bei 18jährigen. Just in dem Moment, als mein Vater seiner Gitarre rauskramte und ein paar Liedchen angestimmt wurden, rückte alles wieder in die richtige Form. Puh Glück gehabt... bleibt doch alles wie es ist.

Auf der Rückfahrt hab ich mir nochmal bestätigen lassen, dass ich ja schon immer so lieb war.... nee iss klar... und der Mann der anderen ist sauber, durfte ich mir noch anhören... hörte sich an, als ob sie über einen Hund sprache.

Ich bin nicht lieb - wirklich nicht, nicht mehr!

Mittwoch, 2. August 2006

Die letzte Sonnenblume!

Wie sagt man so, ab zweimal ist es Ritual!

So bekomm ich seit Jahren von meiner "Nachbarin" Sonnenblumen vor(auf)gezüchtet, da ich gern schonmal einen blauen aber weniger einen grünen Daumen habe. Angefangen hat es als Geburtstags-Gutschein und in diesem Folgesommer war mein Balkon erfüllt von wunderschönen Sonnenblumen. Mit den Jahren wurden es weniger aber trotzdem bekam ich treu immer meine Sonnenblumen. Dieses Jahr war es eine einzige.

Klingt traurig, liegt aber einfach auch daran, dass mein Balkon nicht nutzbar ist und auch meine "Nachbarin" weiß, dass mir die Pflege der Blumen darauf keine Freude bereitet.

Jetzt blüht also heute zum ersten Tag meine letzte Sonnenblume. OK, klingt jetzt melancholischer, als es ist. Ich bin sicher, ich werde auch dann wieder Sonnenblumen auf meinem Balkon haben, möglicherweise auch wieder von Sandra aufgezüchtet und vielleicht wachsen Sonnenblumen in Hitdorf ja noch besser als in Hürth.

Aber es ist definitiv die letzte Sonnenblume in unserem "Katzenklo". Und ich bin auf jeden Fall froh, dass es bald vorbei ist. Aber alles Schlechte hat auch was Gutes und ich bin glücklich, zwei liebe Menschen kennengelernt zu haben. Gerade die widrigen Umstände haben uns zusammengeschweißt, so manche Weinflasche mit Rachegedanken leeren lassen und als Highlight im Hitzesommer 2003 in einem mit Plastikfolie ausgeschlagenen Riesenkarton gesessen (es gab keine Kinderplanschbecken mehr zu kaufen), um uns abzukühlen.

Trotz allem war es eine schöne Zeit.

Danke für die Sonnenblumen!!

Sonntag, 30. Juli 2006

You are so beautiful!

Heute müssen es zwei Posts sein.

Wie letzte Woche, bin ich früh mit dem Rad gestartet, um zu einer Laufstrecke zu fahren, die ich aus dem Buch "Laufen in Köln" rausgeschnibbelt hab. Natürlich lauf ich sie nicht, sondern walke sie. Iss aber ja auch egal, dafür fahr ich halt mit dem Rad hin.

Mein Ziel war es, so viele häßliche Fotos zu machen, wie mir Häßlichkeiten begegnen. Ich sag Euch, ich bin fast nicht aus Hürth rausgekommen, zumal ich übers Industriegebiet und den Verladebahnhof "Eifeltor" Richtung Rhein gefahren bin.

Dass gestern "Kölner Lichter" waren, hatte ich gar nicht mehr so präsent und war erstmal erstaunt, dass am Rheinufer so viele Wohnmobile standen, als ich dann Richtung Altstadt kaum noch mit dem Rad vorwärts kam, weil überall Scherben und Müll lagen, fiel es mir wieder ein.

An der Zoobrücke hab ich mein Rad angebunden und bin 7km durch "Nippes" gewalkt.

Die Tour war genial häßlich. Die Fotos hab ich unter "Beautiful" hier zusammengefaßt. Die Musik ist etwas zu kurz für die Häßlichkeit, geht dann noch mal von vorne los!

Einen großen Dank möchte ich meinem Rad an dieser Stelle aussprechen. Dass die Reifen bis nach Hause gehalten haben ist angesichts der Glasscherben in der Kölner Altstadt nicht selbstverständlich - muss hier ja auch mal erwähnt werden.

Auf vier Rädern unterwegs!

Gestern war es so weit, wir konnten den Gutschein, den ich Frank zu Weihnachten geschenkt hatte, einlösen. 4 Stunden Quad fahren, geführt durchs Bergische Land.

Erste Einweisungen in das Gefährt hörten sich komplizierter an, als sie waren. Schnell hatten wir uns ans neue Transportmittel gewöhnt. Erst ein bißchen Pilonen umfahren und Bremsen üben und dann wurden wir auf die öffentlichen Straßen losgelassen.

Zwei Dinge waren allerdings gewöhnungsbedürftig: Zum einen ging der Blinker nicht von alleine zurück, so dass mind. einer unserer 6köpfigen Gruppe mit einem aufgeregten Blinker durch die Gegend fuhr. Das andere war das Gas geben mit dem Daumen. Der tat nach ner Weile schon mächtig weh.

Frank hatte richtig Spaß, es war also das richtige Geschenk und ich hoffe, er kommt nicht auf die Idee, dass so ein Teil dringend zu unserem Hausstand gehören muß.



Ich fands auch witzig und bin ja auch ganz gern schnell unterwegs. Ich hab aber gemerkt, dass ich schöne Landschaften lieber langsam erkunde, also mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Natürlich hatten die Läufer, die uns unterwegs begegneten, meinen Neid.

Samstag, 29. Juli 2006

Markiert

"Was sind das denn für blaue Flecken an Ihrer Wade?", fragt der Masseur. "Das waren Sie, letzte Woche." Er wirkt etwas pickiert und ich beruhige ihn: "Macht nichts, Hauptsache die Verhärtungen an der Wade gehen weg und ich kann wieder Laufen".

Das Männer immer genau das hören, was man sagt. Jetzt ist meine Wade überstreut fein markiert mit blauen Abdrücken der Wunderhände meines Heilers. Wär nur schön, wenn die Wade an sich entsprechend reagieren würde - aber die bleibt lieber noch ein bißchen hart und freut sich wahrscheinlich auf die nächste Behandlung am Dienstag.

Ich sag mal - das wars wohl mit Röcken für diesen Sommer.

Aber Hauptsache ich kann irgendwann wieder Laufen! :-)

Donnerstag, 27. Juli 2006

Wie funktioniert das nur?

Ich bin ein Wintertyp! Als das - in den 80er Jahren so populär - mir eine Kosmetikerin mittels Umlegen von diversen Tüchern kundtat, wußte ich nicht, was sie mir damit eigentlich hat sagen wollen.

Damals war ich davon ausgegangen, dass es sich darauf bezieht, welche Farben mir am besten stehen - kalte Farben, kräftige Farben, kein beige, kein braun etc.

Heute, ungefähr 20 Jahre später, hab ich es endlich begriffen.

Ich bin ein Wintertyp - ich bin kein Sommertyp - und ich bin mir ganz, ganz sicher!

Seit Wochen bewege ich mich zwischen Büro und Wohnung in Temperaturen über 30°. Weder hier noch dort gibt es Möglichkeiten, die Raumtemperaturen niedriger zu bekommen. Anfänglich und während der WM war das ja noch phasenweise schön. Im Biergarten sitzen, auf ne große Leinwand starren und Bier trinken.

So langsam merke ich aber, wie mir die Kräfte schwinden - jetzt ganz im Ernst. Ich kann einfach nicht mehr. Ich konzentriere mich tagsüber, alles mir noch vorhandene funktionierende Gehirn zusammenzutrommeln, um den Job noch einigermaßen schmeissen zu können - aber abends bin ich nur noch ausgepowert, lieg mit nem Kühlakku auf der Couch und jammere vor mich hin.

Als wir letzten Samstag im Kino waren und die Temperaturen ca. angenehme 24° hatten, schaltete mein Körper direkt auf Erholung um - ich konnte mich während des ganzen Films konzentrieren, nicht einzuschlafen - dunkel, kalt = schlafen!

Hmm... wenn das der Klimawandel ist, kann ich ja nix anderes sagen, wie "selbst schuld". Also ich war das nicht alleine aber ich hab mitgemacht.

Beim letzten langen Winter hab ich alle etwas belächelt, die sich ständig übers Wetter beklagt haben - darüber klagt man nicht, das ist ja eh nicht zu ändern.

Und jetzt, sitz ich hier und heule, weil es mir einfach zu warm ist - ich bin ein Wintertyp und ich will in die Antarktis oder sonst wo hin - aber ich will hier raus.

Wer geht mit?

Dienstag, 25. Juli 2006

Warum tun die das?

Ich wohne auf einer breit ausgebauten Straße, in der man vor einigen Jahren 30 km-Schilder aufgestellt hat - ergibt auch tagsüber einen Sinn, schließlich laufen hier Schüler kreuz und quer über die Straße.

Heut morgen, nach großem Kampf mit dem eigenen überhitzten Ich, begeb ich mich um 6.00 Uhr ins Auto, um zu meiner Walking-Strecke zu fahren (jaaa, ich weiß, ist ökologisch nicht verantwortlich... aber...). Was passiert? Ich werde fotografiert. Nicht, weil ich um diese Zeit so extrem gut ausseh, sondern weil ich zu schnell fahre.

Gut, selbst schuld - schließlich weiß ich ja, dass hier 30er-Zone ist. Halt ich mich auch dran, wenn ich, während der Schulzeit, um 8.00 Uhr dort vorbeifahre. Aber um 6.00 Uhr morgens sind in der Ferienzeit weder Schüler unterwegs noch sind Kindergartenkinder alleine auf dem Weg. Selbst der Bäcker hat um die Uhrzeit noch nicht auf, so dass ich mit überhöhter Geschwindigkeit einen Beamten überfahren könnte.

Super, das gibt ein teures Foto... sehr teuer und Punkte in Flensburg noch dazu. Aber hatten wir ja schon lange nicht mehr.... alles Gute kommt wieder!

Zusatz: Jetzt hab ich mir an unserer schönen neuen Kaffeemaschine noch einen Finger verbrannt. Sind das die Tage, an denen man am besten im Bett bleibt? Jetzt mach ich doch mal so richtig schön auf selbsterfüllende Prophezeihung.... das kann doch heute alles nur in die Hose gehen - so:-)))