Freitag, 3. November 2006

Und sie sind doch Helden!

"Super", denk ich, als ich diese Nacht so gegen 4.00 Uhr die Augen öffne und nichts sehe. Frank hat anscheinend irgendwas am Receiver gemacht, dass der mir nicht direkt ins Gesicht leuchtet - nett von ihm.

Um Fünfuhrirgendwas schmeißt mich meine übliche senile Bettflucht aus dem selbigen und ich watschel ins Bad. Licht an - nix! Duster. Oha - Blick aus dem Fenster, die Lampen sind an, es ist also ein selektives Ridlberg-Problem. Am Sicherungskasten sind alle Sicherungen inkl. Hauptsicherung raus. Mein 1. Versuch, diese wieder reinzudrücken, scheitert.

Ich brauch ja keinen Mann für sowas, ich kann das ja alleine. Also jede einzelne Sicherung für sich rein und irgendwann hatte ich dann den Übeltäter ausgemacht. Oben war jetzt Licht, unten war alles dunkel. Dann geh ich dem Übeltäter mal auf die Spur. Nach und nach ziehe ich jede Steckdose der Elektrogeräte und versuche so rauszufinden, wo denn der Haken ist. Nix - übrig bleibt nur noch der Kühlschrank, den schaff ich alleine nicht.

Ich schnapp mir eine Taschenlampe, um damit ein kleines Lichtchen im Bad zu machen, damit ich duschen kann. Viel Licht brauch ich nicht, nach 37 Jahren weiß ich nun, wo alles ist.

Damit der Morgen nicht ganz übel startet, ziehe ich ganz schlau eine Verlängerungsschnur von der Spülmaschine (die ist extra gesichert und funktioniert) bis zu unserem Baby, der Kaffeemaschine. Mittlerweile ist Frank auch schon aus dem Bett gehüpft und wird von mir mit "Houston, wir haben ein Problem" empfangen. Nach Kaffeestärkung zieht er den Kühlschrank aus der Küchenzeile, ausgesteckt - war auch nicht der Übeltäter. Dafür hat sich Frank aber an der Hand verletzt und blutet stark hinter den Kühlschrank. Beide freuen wir uns wie verrückt auf den 143. Handwerkerbesuch in dieser Woche und ich überleg schon, wie ich das jetzt auf der Arbeit wieder erklären soll.

Auf einmal springt Er auf, stapft auf den Balkon, zieht die Elektrokabel von der noch nicht vorhandenen Balkonlampe auseinander und zack.... alles ist gut. Die Sicherung hält und Er ist ein Held. Geht halt doch nicht ohne Männer - ich hätte wahrscheinlich den Elektromeister dafür kommen lassen.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass die Duschaktion mit der Taschenlampe ziemlicher Quatsch war, weil das Duschbad in einem anderen Stromkreis liegt und das Licht funktionierte, ich habs einfach nicht ausprobiert. Außerdem haben wir den Kühlschrank jetzt einfach über die Blutflecken geschoben, ohne sie vorher wegzuwischen - wer weiß, wann uns das mal zum Verhängnis wird.

So bin ich zeitig auf der Arbeit, kann noch diesen Blog schreiben und freu mich, dass ich den Handwerker nicht kommen lassen muss.

Kommentare:

  1. Gell, dafür lieben wir die Männer. Manchmal sind sie halt soooo praktisch!

    ;-)

    Schöne Grüße
    Uschi

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  2. Bella! Deine Schreibe, Deine Schreibe, Deine Schreibe!!!! Schlachmischkapott!:-)))
    (Ich habs übrigens mal geschafft, 14 Tage auf allgemeinen Hausstrom meine Waschmaschine zu betreiben, weil mir der winzige Sicherungskasten nicht aufgefallen war, der im Format 1x1,5m im Kellerdurchgang angebracht ist... Nä, watt bin ich versiert..!)

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  3. Ich dachte schon, das stünde im Zusammenhang mit dem Riesen-Stromausfall, von dem in den Nachrichten erzählt wurde. Von dem habe ich jedoch rein gar nichts mitbekommen in Klein-Osteopathen-Town.

    Aber schön, daß du wieder vernetzt bist :-)

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  4. Wer sagt, ich sei vernetzt? Nix vernetzt - ohne Netz. Nur UMTS....

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