Samstag, 26. Mai 2007

Wattn datt?

Die letzten 2 Läufe waren in der Art gut, dass ich das Erlebnis von letztem Sonntag wieder verwunden hatte. Ich wollte nochmal länger unterwegs sein und entschied mich, den Lauf mit Walkeneinheiten zu kombinieren, um die Länge auszuweiten. Die Strecke, die ich ursprünglich im Kopf hatte, führte über die Fähre - die stehen hier aber am Wochenende erst spät auf - 9.00 Uhr die erste Fähre, dann hätte ich erst 7.30 Uhr los gedurft - also Alternative gesucht und auf gehts.

Die ersten 2 km werden gewalkt und ich frage mich, warum ich das eigentlich nicht schon wieder öfters gemacht hab - das ist gar nicht so übel, zumindest wenn man weiß, dass man auch noch laufen darf. Heute hatte ich meine kleine Knipse wieder mit und ich erfreute mich an allen Blümchen, die am Wegesrand standen.

Nachdem ich knapp 30 Minuten gelaufen war, gings auf einmal wieder los. Schmerzen im linken Knie (aus dem Rücken kommend) und ich war "meilenweit" von zu Hause weg - wattn datt schon wieder? Also den Rest (ca. 6km) immer im Wechsel gelaufen und gewalkt und jede Möglichkeit genutzt, für ein Foto ne kleine Pause zu machen.

Ich hatte davon gehört, dass es am Reiterhof vor ein paar Wochen ein größeres Feuer gegeben hat. Ich war erstaunt, wie stark es noch nach Feuer roch und noch erstaunlicher fand ich, wie auf einmal Erinnerungen hoch kamen an ein sog. Familiendrama vor 22 Jahren in der Nachbarschaft. Ewig hab ich nicht mehr dran gedacht und sofort mit dem Geruch war es lebendig in meinem Kopf.

Trotz der Widrigkeiten hat mir der Lauf/Walk Spaß gemacht - sogar die Glycerin und die Einlagen bereiteten mir Freude - Schienbein und rechts Knie waren nämlich still. Lauf/Walk werd ich wieder machen aber ich fürchte, erst muss der Physio mal nen Wirbel richten. Ich denke, dass der Brustwirbel sich wieder verselbständigt hat.

Der Blick auf den Rhein ist immer wieder schön. Frachtschiffe flussaufwärts sind ganz schön langsam, fast so langsam wie ich mit der Lauferei.


Donnerstag, 24. Mai 2007

Balkon...

... es ist so schön auf dem Balkon.

Nur der weiß es zu schätzen, der es jahrelang nicht hatte.

Der Himmel überm Dorf:

Mein Lauf heute war nur gebremst durch das warme Wetter. Knapp 8km mit dem Gefühl, als ob jemand mich mit einem Gummiseil stoppen würde. Ich liebe den Winter - hatte ich das schon mal gesagt? Ok, im Winter kann man nicht auf dem Balkon sitzen aber Laufen ist definitiv besser im Winter!

Dienstag, 22. Mai 2007

Update!

Hase, nicht immer nehm ich es mit Humor, wie am Sonntag - manchmal (aber Gott sei Dank selten) bin ich auch recht verzweifelt. Heut war wieder so ein Tag - und ich hab mir überlegt, was soll ich mich alleine mit den Gedanken rumschlagen - wozu hab ich Euch? :-))

Es fing gestern damit an, dass ich auf einmal stechende Schmerzen im Schienbein bekam (Mik nicht erschrecken, ich nehm hier die Spannungskurve raus - ist nicht schlimm). Interessant war, dass es das linke Schienbein ist. Ich trug Flip-Flops und hab die schon häufiger im Verdacht gehabt, dass die Dinger meinen Schienbeinen nicht zuträglich sind.

Heute früh war ich beim Physio. Bei seiner Standardfrage "Wie gehts?" hab ich schon direkt die Arme überm Kopf verschränkt - ist mir echt peinlich, was ich immer so anschleppe. Kurz gemacht - mit vollem Körpereinsatz hat er mich gefaltet und gewickelt - letztendlich war es ein Wirbel in der Brustwirbelsäule, der aus dem Ruder gelaufen war.

Tagsüber schmerzte der untere Rückenbereich, oder genauer gesagt, der Pomuskel immer noch heftig aber ich hab sein Versprechen, dass die Spannung nachlässt.

Die Schienbeine muckten trotz flacher, fester Schuhe. Ich fühlte mich einfach den ganzen Tag nicht besonders wohl. Ich überlege schon wieder, was ich wann wie falsch gemacht habe - war es doch der Wettkampf? Waren es die falschen Schuhe für den Wettkampf? War es die Fußgymnastik, die auf meine Schienbeine geschlagen ist oder kommt es von der Verdrehung? Kommt der empfindliche Rücken evtl. durch falsch ausgeführte Rückengymnastik? Fragen über Fragen....

Am Abend dann Termin beim Orthopädieschumacher. Meine im letzten Jahr gekauften und fast nicht getragenen Einlagen sollen korrigiert werden. Er betrachtete die Einlagen und bemerkte, dass es ihn überhaupt nicht wundere, dass meine Patellaspitzen den Krieg erklärt hätten - die Einlagen seien an den Außenkanten viel zu stark gestützt - man hätte das in der Werkstatt schon häufiger reklamiert. Er arbeitete mir die Einlagen bei und ich zog davon.

Dass ich noch unsere Kaffeemaschine quer durch den Einkaufspark zur Post schleppen musste, um sie mal wieder in die Werkstatt zu schicken, tat meinem Rücken nun auch nicht besser - die Strecke hatte ich aber auch wirklich unterschätzt.

Dann durch den Stau quer durch Köln gequält und innerlich mit Rücken- und Schienbeinschmerzen den geplanten abendlichen Lauf abgesagt.

Na, auf einen Versuchs kommt es ja an. Einlagen in die "verdammten" Glycerin und los gehts. Ich machs kurz - 40 Minuten und gut 6km gelaufen und es lief verhältnismäßig gut. Keine direkt verkrampfenden Oberschenkel, so wie ich es vorher mit den Einlagen hatte - keine Schmerzen im linken Knie, obwohl in den Pomuskel gut gemerkt hab (ohne Laufbeeinträchtigung) und überhaupt keine Schmerzen in den Schienbeinen. Das Einzige, was nicht so klasse war, war die Mattigkeit durch die schwüle Luft - das mag ich so gar nicht und bin dann auch nicht leistungsfähig - aber das geht definitiv vorbei.

Jetzt sitz ich hier, nen Teller Gemüse neben mir, freu mich wieder und hoffe, dass ich das morgen auch noch tue (ich merk ja meistens erst später, wenn war nicht ganz gut funktioniert hat).

Nee, wenn mir datt einer vor 3 Jahre erzählt hätte - ich hätte ihn oder sie für bekloppt erklärt.

Danke fürs Zulesen!

Sonntag, 20. Mai 2007

Öfter mal was Neues ....

"Eigentlich" wollte ich ja über mein rechts Knie schreiben aber manchmal kommt es eben anders als man denkt.

Trotzdem kurz zum rechten Knie: Wir zwei haben uns mittlerweile richtig aneinander gewöhnt und kennen uns gegenseitig - wurde ja nach 38 Jahren auch Zeit. Das Knie war über meinen Wettkampf nicht gerade begeistert und hat das mit Schmerzen kundgetan - bzw. mein Oberschenkel verkrampfte sich und das zog Schmerzen im Knie nach sich. Mittlerweile hab ich gelernt, dass ich mich darüber nicht aufregen muss. Wenn ich ihm - also dem Knie - nur genug Ruhe gönne, dann legt sich das schnell. Bin also diese Woche nur 1 x 5km gelaufen und war frohen Mutes, heute meine 7-8 km laufen zu können.

Wären da gestern nicht die zwei 45-L-Blumenerde-Säcke gewesen, die vom Stapel unten auf den Einkaufswagen ihren Weg haben finden müssen. Autsch - das tut im Rücken weh. Irgendeine blöde Bewegung gemacht. Ok, das hatten wir schon mal... durchhalten bis Dienstag, dann hab ich eh einen Termin beim Physio/Osteopathen. Im Laufe des Tages wurde es besser, vor allen Dingen, nachdem ich beim Football-Spiel Köln gegen Düsseldorf des öfteren aufspringen musste - Köln hat im übrigen gewonnen. :-)))

Heute morgen spür ich so gut wie nichts mehr von der Verrenkung. Also rein in die Schuhe und los. Was freu ich mich, dass das rechte Knie nicht muckt - alles wunderbar und mir wird noch mal bewusst, wie toll das ist, dass ich jetzt wieder solche Streckenlängen laufen kann. Ich genieße den Morgen und den Lauf.

Nach 30 Minuten fängt auf einmal das linke Knie - außen - stark an zu schmerzen. Ich horche genau in mich rein und spüre, wie das komplette Außenband von der Hüfte an bis ins Knie verkrampft oder was auch immer es da tut - weh tun auf jeden Fall. Ich bleib stehen und dehne die Seite und laufe weiter. Der Schmerz wird stärker und das Bein knickt mir weg. Ich halte bis zum Bäcker durch, kauf meine Brötchen und trabe wieder los. Die ersten 200m gehen wunderbar (was zeigt, dass nichts am Knie ist) und dann geht es wieder mit den Schmerzen und der Unkontrollierbarkeit los.

Jetzt, hier im Sitzen, spür ich nur ein bisschen den Rücken. Ich bin sehr optimistisch, dass der Osteopath das am Dienstag mit ein paar Handgriffen richten kann und reg mich jetzt nicht sonderlich auf und verfalle auch nicht in die "Ich-werd-nie-mehr-laufen-können-Stimmung".

Aber es ist mir schon fast peinlich, immer wieder ne neue Geschichte bei Physio zu erzählen. Genau, im übrigen, die Massage für die Plantarsehne war sehr gut. Spüre ich seitdem kaum noch.

Ich mein, ich hab doch nen tollen Weg gefunden, meine einzelnen Körperteile inkl. Sehnen, Bänder etc. genau kennen zu lernen, oder?

Freitag, 18. Mai 2007

Ich liebe Köln!

Klamotten kaufen - also Shoppen - gehört nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten und seitdem ich im Gewerbegebiet arbeite und auf dem Dorf wohne, kommt das noch seltener vor als sonst.

Aber ich musste jetzt - schwarzer Anzug - unbedingt. Ich hab den Tag genossen. Zum einen, weil ich innerhalb von 2 Geschäften alles bekommen hab, was ich brauchte und zum anderen, weil ich wieder das bunte Treiben von Köln in mir aufgenommen hab. Die Stadt ist einfach klasse. Damit Simone auch weiter liest;-) erzähl ich jetzt nur eine Episode:

Nachdem ich erfolgreich meine Einkaufstaschen gefüllt hatte, ging ich noch durch den ein oder anderen Laden zum Schnäppchen prüfen. In einem Bekleidungsgeschäft, das es fast in jeder Stadt gibt und dessen Schriftzug weiß auf rotem Grund ist und dessen Namen in einer anderen Sprache so etwas wie "Geist" im Sinne von Kopf heißt, komme ich zur Umkleidekabine. Dort steht eine Frau - sprachlich eindeutig dem Rheinland zuzuordnen - im reiferen Alter und telefoniert mit dem "Händie"! Das andere Ende fragt wohl "Wo bist Du denn jetzt?" - Sie startet mit "Ich bin.." - Pause. Sie startet erneut "Ich bin im..." - Pause. Ich vermute, das andere Ende wird ungeduldig und fragt noch mal nach. Sie nimmt sich ein Herz und sagt ganz laut "Weißte, isch bin im Schprieh".

Ich ziehe amüsiert vorbei, weiß, dass ich wegen meines Humors nicht in den Himmel komme und freue mich des Lebens und dass ich nahe an dieser Stadt wohne.

Donnerstag, 17. Mai 2007

TexMex!

Damit Simone meine Blog-Einträge auch liest - hier die Kurzfassung:
  • Eine Schlechte und eine Schlichte ergibt Schliechte oder Schleichte
  • Mit Beziehung ist es schwierig, ohne aber auch!
  • Ziehe nie um, wenn die Grundlagenversorgung nicht gesichert ist.
  • 50:17
  • Erfolglose Künstler und junge Kosmetikerinnen sind doof - zumindest wenn sie das Alter schätzen.
  • Kellner sind langsam, wenn man Hunger hat.
  • Ja, ich weiß, Du warst schneller als ich!


Sonntag, 13. Mai 2007

Ich kam, sah und siegte - zumindest über mich und aus Versehen!

Kurze Historie zu meinen "Wettkämpfen":

"Eigentlich" gibt es gar keine - zu oft bin ich verletzt als dass ich mich mit mir messen will. Am 26.05.2005 laufe ich in Hamburg den Hella-Halbmarathon in 2:18:48. In Vorbereitung darauf suggeriert mir ein Fori, dass es sinnvoll wäre, wenn ich mal einen 10er laufen würde. Ich lauf den Wettkampf für mich selbst (also nix Offizielles) und gewinne ihn am 18.05.2006 mit 58:42. Ich war stolz wie Oskar, dass ich einen 10er unter einer Stunde laufen konnte.

Das nächste Mal, als ich eine Startnummer am Shirt kleben hatte, lief ich 5km in ca. 28 Minuten - sehr untrainiert aus der Verletzungspause raus als Teilnehmer einer Staffel, das war im August 2006.

Ich bin eine Genussläuferin und keine Wettkampfläuferin und ich gehöre zur Schneckenfraktion - so meine Auffassung - und dort fühlte ich mich auch sehr, sehr wohl. Ich bin ein ehrgeiziger Mensch aber Laufgeschwindigkeiten gehörten einfach den anderen, nicht mir - schon in der Schule war Leichtathletik für mich der Sportbereich, der mir gar nicht lag.

Durch einen Zufall stieß ich darauf, dass direkt bei mir vor der Haustüre eine Laufstrecke mit einem Laufevent eingeweiht wurde. Man konnte sich für 5 bzw. 10km entscheiden - ganze 5 Euro Startgebühr. Da bin ich dabei, dachte ich mir - nur für mich, einfach noch mal mit ner Startnummer laufen. Ich will meinen Knochen nicht zu viel zumuten - 1:05 auf 10km wäre absolut ok!

Ich wartete bis eine Woche vor dem Lauf und meldete mich dann erst an. Trainiert wurde in keinster Weise dafür - wozu auch, ich will ja keine Bestzeiten aufstellen. Beim Anmelden sprang mir ins Auge dass dort stand: "Es haben sich bereits 25 Läufer angemeldet." Ab diesem Zeitpunkt wurde ich unsicher. Mir war zwar klar, dass es kein großer Laufevent wird, aber so wenige? Wo soll ich mich denn da verstecken?

Samstag, 12. Mai 2007

Ich gehe die Startunterlagen abholen - im Umschlag befindet sich die Startnummer 30 und ein Messchip. Ich schimpfe zu Hause, dass ich zumindest gedacht hätte, eine Streckenbeschreibung vorzufinden - mein Bester fragt mich, was ich denn für 5,00 Euro erwarten möchte - stimmt!

Ich werde nervös. Ich bin Nr. 30 - das heißt, ich rechne max. mit 40-50 Läufern. Warum ich nervös werde? Ich will einfach nicht als Letzte ins Ziel kommen. Alles andere ist mir egal aber die Vorstellung, dass ich völlig alleine meine Runde um die Seen drehe und alle auf mich warten, bis ich endlich einlaufe, gefällt mir nicht. Ich korrigiere meine Zielzeit auf knapp unter 60 Minuten.

Es stürmt und regnet aus Kübeln - mein Bester macht ein unglückliches Gesicht und wir einigen uns, dass es reicht, wenn nur ich mich in das Shit-Wetter begebe - ich will ja nur die Runde laufen und komm dann direkt wieder heim - unspektakulär das Ganze! Ich schieße mit dem Selbstauslöser ein Foto - vorher/nachher denke ich - dass ich nachher kein Foto mehr machen kann.... ach lest selbst.

Die 1,5 km bis zum See nutze ich, um mich einzulaufen. Ich komme in den Startbereich, mustere die anderen Läufer und fachmännisch stelle ich fest, dass es sich hier nur um Profis handelt - Shirts von Marathonläufen, Jacken von Sporgeschäften etc. suggerieren mir das. Ach, ich habs gewusst - warum melde ich mich nur für einen offiziellen Lauf an - bescheuert sowas. Außerdem ist mir immer noch nicht klar, wo ich herlaufen soll. Wenn ich jetzt am Ende bin, find ich vielleicht die Strecke nicht. Außerdem faselt der Sprecher was von "knapp 10 Kilometer" - ja watt soll datt denn jetzt? Soll ich mir nachher die Zeit malen?

Recht flott geht es an den Start und die meisten der Läufer/innen ziehen erwartungsgemäß von dannen. Bei KM 1 lauf ich - im hinteren Feld - eine Zeit unter 6 Minuten/km - wow denke ich, wenn Du das einfach so durchhälst, erreichst Du Dein Ziel und vielleicht ja auch die 58 Minuten - da isser wieder der Ehrgeiz, packt mich einfach, ohne, dass ich was dafür kann.

Bei KM 1,5 geht die erste Läuferin schon - uhps, das war ja kurz. Kurz darauf werde ich von einem Herren in einer Regenjacke überholt - er kommt rechts vorbei, setzt sich vor mich und wird direkt langsamer. Eh Du Jacke, spinnst Du, denke ich. Ich laufe gerne einen sehr regelmässigen Rhythmus und er Kerl bringt mich gerade durcheinander. Ich weiche auf die recht Spur aus und ziehe langsam wieder an ihm vorbei. Das Spielchen passiert noch ein paar mal und die Jacke wird für die nächsten Kilometer mein Begleiter. Mittlerweile scheint die Sonne - huch, wo kommt die denn her?

Ich schaue auf die Uhr und merke, dass ich wohl das km-Schild verpasst haben muss (es gab keins). Das nächste Schild, dass ich entdecke, sind 7km- nicht, dass ich die schon gelaufen wäre - die Runde wird wohl 2 Mal absolviert und für 5 Euro kann man nicht jeden Kilometer markieren. Es läuft gut, das lässt sich so durchhalten.

Bei km 8 bzw. km 4 überholt mich die Jacke mal wieder, wir müssen eine kleine Anhöhe rauf und dort fängt gerade der Sturm und der Regen wieder an. Jacke läuft langsamer, um sich dieselbige zu schließen. Weichei, denk ich nur, laufe kurzärmig bekleidet an ihm vorbei und verabschiede mich von ihm - die Lusche war nur 5km unterwegs - so braucht halt jeder sein Feindbild.

Als ich bei 4,7 Kilometer den Start-/Zielbereich überlaufe merke ich, dass die meisten jetzt aussteigen - dass es 4,7 sind entnehme ich dem Sprecher, der irgendwas von 9,4 Kilometer als Gesamtrunde faselt. Das wenige Publikum klatscht für mich, find ich richtig nett. Ich laufe weiter und komme ans 5KM-Schild mit einer Zeit von (ich glaube) irgendwas mit 28 Minuten.

Und jetzt passiert etwas mit mir, was ich nicht mehr so recht nachvollziehen kann. Zum einen verrechne ich mich und denke, dass ich Gas geben muss, wenn ich die 58 noch erreichen möchte, dann kann ich meine Geschwindigkeit mangels nicht vorhandener Schilder an der Laufstrecke nicht mehr kontrollieren, zum anderen fange ich an, Läufer zu überholen, was mir recht viel Spaß macht.

Was ist das? Ich sehe irgend etwas pinkes in der Ferne wackeln. Es kann doch nicht ernsthaft solche Laufhosen käuflich zu erwerben geben. Dass muss ich mir dringend näher anschauen. Ich hole auf und sehe, dass Er rosa Socken, ein rose Shirt, eine schwarze Laufhose UND eine pinke Badehose über die Hose gezogen hat - schick was? So etwas sieht man nur im Kölner Umland.

Ich ziehe an ihm vorbei, sehe in der Entfernung eine Frau laufen und überlege, dass es an der Zeit wäre, die auch noch einzuholen. Gemacht, getan. Ich laufe jetzt in dem einzigen Bereich, in dem man ungefähr 1km hinter sich schauen kann - dort ist wenig los. Viele haben eben nach 5km aufgehört und ich wähne mich immer noch im hinteren Feld.

So langsam wird die Luft sehr eng. Ich fange richtiggehend an zu keuchen - bloß jetzt nicht das Tempo verringern, sonst wird das nix mit 58 auf 10km. Bei KM 7 versuche ich zu rechnen - geht nicht mehr, ich bin zu erschöpft. Ein Pärchen läuft vor mir, ich häng mich hinten an und als es ein klein wenig den Berg runtergeht, schnappe ich sie mir. Ich keuche laut und es ist mir peinlich, aber anders geht es nicht mehr. Das Pärchen ist die ganze Zeit hinter mir und ich will nur eines nicht, dass ich wieder überholt werde.

KM 8, ich weiß nicht, ob ich es noch bis ins Ziel schaffe - irgendwas stimmt mit meiner Zeit nicht, das ist doch ganz anders, als ich gerechnet habe. Versteh ich nicht. KM 8,5 kommt wieder eine kleine Steigung, ich sterbe vor mich hin - ich pfeif aus dem letzten Loch und ich glaube, ich schaff es nicht mehr ins Ziel, ich fange an zu schimpfen. KM 9 - ich überhole noch einen Läufer und denke nur noch ans Durchhalten, irgendwie - die Zeit ist unter 50 Minuten - Moment, 9 x 6 ergibt 54 Minuten, in dem Moment versteh ich, dass irgendwas "falsch" läuft.

Ich laufe mit 50:17 total erschöpft ins Ziel - 9,4 KM. Direkt kommt mir eine Helferin entgegen, die mir den Chip abnehmen will. Als sie in mein Gesicht sieht sagt sie "Ok, ruhen Sie sich erst mal aus und dann geben Sie mir den Chip". Mit zittrigen Händeren fingere ich das Teil aus meinen Schnürsenkeln. Mein noch nicht wieder ganz arbeitender Verstand versucht zu erfassen, was hier gerade passiert ist. Wenn ich 9,4 km in 50:17 laufe, dann ist die 10km-Zeit doch irgendwo bei 53/54 oder? Hat hier jemand einen Taschenrechner, das kann nicht sein, ich hab irgendwo einen Denkfehler.

Ich überlege, an welcher Stelle ich eine Abkürzung gelaufen bin. Ich vermute, dass der Veranstalter die Strecke völlig falsch vermessen hat. Es kann nicht sein, dass ich so schnell war - was hab ich da in der 2. Runde gemacht? Oder meine Pulsuhr hat einen Defekt - könnte ja auch sein. 15 Minuten nach mir kommen die letzten Läufer ins Ziel.

Irgendwann werden die Ergebnislisten ausgelegt - 50:17, da steht es schwarz auf weiß UND 3. Frau von 7 Frauen, die die Runde 2 x gedreht haben. Völlig entrüstet sage ich zu dem Helfer "Das ist doch jetzt nicht wirklich die Wertung, oder?" Er bestätigt es mir und denkt wahrscheinlich, ich sei mit dem Ergebnis unzufrieden, dabei bin ich einfach noch entsetzt, was ich da gemacht habe.

Tsss - jetzt muss ich tatsächlich auf die Siegerehrung warten. Ich darf aufs Treppchen und erhalte noch eine Bauchtausche von Asics als Geschenk - und das für 5 Euro. Es gibt Obst, jede Menge Getränke, Kuchen, Hühnchenkeulen und vieles mehr - aber ich nehme nicht viel, immer noch bin ich total verwirrt.

Ich laufe zurück nach Hause und messe erst mal mit Google Earth die Strecke nach, sie stimmt. Wie kann es sein, dass ich für meine Verhältnisse so schnell gelaufen bin? Ok, wirklich auf dem letzten Riemen - aber schnell? Ich hab keine Idee, mein Kopf und mehr Ehrgeiz sind wohl die Schuldigen. Seit 2 Jahren mache ich mit Rücksicht auf meinen Körper keine Templäufe mehr. Erst seit Anfang diesen Jahres laufe ich wieder in etwa sowas wie regelmäßig.

Erst später am Abend, als ich mit einer Freundin mit einem Glas Sekt anstoße, beginne ich mich etwas zu freuen. Ich werde so schnell keinen 10er mehr laufen, das ist mir wirklich zu anstrengend und ich will mich auch nicht dem Druck ergeben, diese Zeit unterbieten zu können. Mein Traum ist irgendwann einen Halbmarathon laufen zu können und da meine Schwachstellen im Bereich Knie und Schienbeine die Strecke von 12,4 (mit ein- und auslaufen) überstanden haben, hege ich sogar Hoffnung.

Ehrlich gesagt, hätte ich auch keine 600m mehr so weiterlaufen können - wirklich nicht - also kann ich die Zeit auch nicht wirklich auf 10 hochrechnen.

So richtig weiß ich immer noch nichts mit dem Ergebnis anzufangen - aber ein bisschen stolz bin ich mittlerweile.


Samstag, 12. Mai 2007

Ein Freund, ein guter Freund...

... so treffen wir uns schon seit ewigen Jahren 1 x im Monat - meisten nicht komplett, dafür sind wir zu verstreut - aber so 5-6 "Mädels" werden es immer.

Da ich diese Woche mal nicht zur Weinprobe bin, ziehen wir ein italienisches Lokal in Köln vor, das 50 offene Weine kredenzt. Der Kellner merkt sehr schnell, dass wir damit überfordert sind und rät uns - im eigenen Interesse seiner Arbeitszeit - schnell zu einem passenden Wein für jeden.

Es wird gegessen, was das Zeug hält.

Und übrig gelassen wird so gut wie nix - dafür sind wir bekannt.


Wir sind, na sagen wir mal, nicht immer so normal im Umgang mit den Menschen um uns herum. Das ein oder andere mal vergessen wir unsere gute Erziehung - aber nie böse. Und irgendwie dürfen wir auch immer wieder kommen. Manchmal wundert es mich, aber es ist so.

Ob das für meinen heutigen 10km-Lauf gut ist, dass ich nur 5,5 Stunden geschlafen hab, weiß ich noch nicht - wird sich zeigen, was? Drückt mir die Daumen, dass meine Knie es gut durchhalten.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Entschleunigen!

Wenn man (bzw. frau) nachts 2,5 Stunden im Auto sitzen muss, weil man nicht in die eigene Wohnung kommt (Schlüssel in der Hektik vergessen) und man einen halben Tag mit dem PC kämpft, weil er einfach mehr Zeit für Updates braucht, als frau ihm zugesteht - dann sollte frau wohl mal "schnell" entschleunigen.

Das einzige, was noch half, war ein "flotter" 7km-Lauf - in der Zeit hatte der PC dann auch Ruhe und konnte runterladen, was das Zeug hält. Anderenfalls wäre er einen aus dem 2-Stock-Wurf gestorben.

Danach waren beide wieder Freunde - diese Nacht wird Schlaf aufgeholt und den Schlüssel kleb ich mir zukünftig an die Backe, damit ich ihn nicht mehr vergesse.

Nacht zusammen - Eure hektische Anja!

Sonntag, 6. Mai 2007

Wein, Weib - aber diesmal ohne Gesang!

Dieses Wochenende wieder Wein, Weiber waren auch dabei - es wurde aber zum Glück eines einzelnen Herren dieses Mal nicht gesungen.

Weinprobe bei Wittmanns war der Anlass für den Ausflug mit Freunden in den Wonnegau.

Erkenntnisse:
  • Rosenduft lässt sich nicht fotografieren.
  • Die Toskana ist näher, als wir dachten.
  • Wir kommen nicht in dem Himmel.
  • Hotels, die uns aufnehmen, sollten die Brände wegschließen.
  • Anja hat immer noch Angst vor Spinnen.
  • Hochzeitsgäste können nicht parken.
  • Städter und Landbewohner unterscheiden sich.
  • Ziegenkäse harmonisiert hervorragend mit Thunfischsteak.
  • Bingen hat die besten Zeiten hinter sich gebracht.
  • Der Körper reagiert etwas verspannt, wenn man nach einem Weintag/-abend früh morgens läuft.
Ich hab es mir natürlich nicht nehmen lassen, in Guldental morgens früh die Weinberge zu durchlaufen (oder zumindest einen Teil davon). So schwer mir der Start um 7.00 Uhr auch fiel, umso schöner war es, als ich ein wenig in Fahrt kam. Meine Pulsuhr ging bis auf 181 - ich bin die Berge halt nicht gewohnt. Mein Knie meckerte, weil ich ja auch irgendwann wieder bergab laufen muss. Mit Rücksicht auf mein Knie bin ich dann nur knapp 6km gelaufen - so wie es aussieht, dankt es mir das sogar.

Es war ein wunderschönes, lustiges, nettes, erholsames Wochenende.

Hier - wie immer - ein paar Fotos:

In 2 Stunden von Köln in die Toskana!

Fotos vom Lauf in Guldental

Donnerstag, 3. Mai 2007

Bonsai-Lauf und schlechte Fotos!

Wir teilen uns einen Physio-Therapeuten und das Elend der langen Laufverletzungen. Warum nicht auch mal einen Lauf teilen? Ungefähr 1,5 Jahre liegt zwischen der letzten realen Begegnung, wenn die virtuellen auch fast täglich sind.

Unbürokratisch, schnell und flexibel, wie wir nicht mehr ganz so jungen Frauen nun mal sind, wurde die Verabredung auf elektronischem Wege fest gemacht. Direkt nach meinem Physio-Termin gings auf die Bahn. Bonsai musste 15 Minuten warten - so ist das mit der Termineinhaltung der Physios.

Die Zeit verging im Flug. Wir schnatterten über Verletzungen jedweder Art, deren Heilung oder auch nicht, über Einlagen und deren Sinn oder auch nicht, über übermotivierte Läufer im Forum, deren Sinn oder auch nicht.

Ich versuchte, meine Problematik der Disziplin zu erläutern und das genau die das Problem meiner Laufverletzungen ist.

Dabei vergaßen wir, eine Auswahl an Fotos zu machen und stellten uns dann kurz vor Ende noch in Pose. Ich hab noch bei keinem Lauf so schlechte Fotos mit heimgebracht - sorry Susi! Außerdem ist mir klar geworden, dass ich mal über die Auswahl meiner Laufshirts nachdenken sollte. Iss ja furchtbar mein Flatterzeugs.

Gut 45 Minunten und geschätzte 7 km waren wir unterwegs und es war schön. Beim nächsten Mal geht es um den Entenkackesee - versprochen!


Zum Schluss noch einen neuen Akt zu Laufverletzungen. Geahnt hab ichs ja schon länger aber jetzt ist es gewiss: Meine Plantarsehne macht mir Ärger. Im Moment noch überschaubar und die Massage gestern hat gut geholfen. Aber ich werde noch mehr als im Moment die Wade dehnen, um diese Sehne zu dehnen und zusätzlich Fußübungen machen und möglicherweise das ein oder andere mal Einlagen zur Entlastung tragen (auch in der Freizeit). Ich hoffe, dass ichs eingedämmt bekomme und dem Spruch des Physios "Ob das mal ein Fersensporn wird, weiß ich nicht" hab ich einfach überhört.

Tipps zur Plantarsehnen-Erholung nehm ich gern entgegen - aber bitte keine Mitleidsbekundungen, so schlimm ist es noch nicht. Ich hege die Hoffnung, das in den Griff bekommen zu können.

Dienstag, 1. Mai 2007

Mir fehlt dieses Gen!

"Mir fehlt dieses Gen" sage ich immer, wenn mir jemand von einem besonderen Auto vorschwärmt. Ich sehe die ganze Geschichte praktisch. In meinem Auto sitze ich hoch und fühle mich einigermaßen sicher. Auf langen Strecken hält mein Rücken das aus und der Verbrauch ist überschaubar. Grundsätzlich ist ein Auto da, um von A nach B zu kommen - that's it. Frank sieht das etwas anders - verständlich aus seiner Sicht.

Nun stand gestern Abend ein besonderes Auto vor der Tür, das uns für einen Tag zur Verfügung stand - jemand wollte uns was Gutes tun. Eigentlich kaputt, da das Dach fehlte aber was solls. Also war klar, 1. Mai ist Auto-Ausflugtag. Ich lag heute morgen wach im Bett und konnte mich so gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, einfach nur um des Fahren wegens Benzin zu verblasen und dem Treibhaus noch was zuzupusten.

Neidvoll schaute ich auf die Radfahrer, als wir an der Fähre standen. Vor uns ein Gefährt - auch offen aber deutlich langsamer - vor allen Dingen die Kinder hatten viel Spaß.

Wir fuhren zum Niederrhein, tranken Kaffee und Kuchen auf einem Bauernhof, untermalt vom Geruch der Kälber. Wir aßen Spargel in Xanten obwohl ich mich normalerweise nie in ein Restaurant setzen würde, das eine Deko aus zusammengebastelten Blumentöpfen hat. Wir fanden einen immer vorhandenen Flohmarkt im Hinterhof eines Hauses - dort hatte wohl ein Messie seine Krankheit zum Beruf gemacht.

Auf der Rückfahrt hielten wir noch in im Meilenwerk an und bestaunten Oldtimer. Einer hatte es mir besonders angetan, nämlich der, der noch nicht hergerichtet war.

Gesamt war es ein schöner Tag, wobei so ein Auto ruckelig und laut ist. Ich glaub, ich hab mir das Gesicht etwas verbrannt und denke, dass ich jetzt bei Frank wieder eine Laufveranstaltung gut hab. Mein Bewegungs-Gen ist sehr ausgeprägt.