Freitag, 29. Juni 2007

Halbzeit!

Mein Jahresziel beim Laufen sind 1.000 km. Das ist für "richtige Läufer" nicht besonders viel aber die Orientierung gilt ja eher der eigenen Leistungsfähigkeit, nicht wahr? 1.000 km dividiert durch 2 = 500km. Die müsste ich also im halben Jahr erreichen.

Halbes Jahr ist um, ich bin heute Morgen noch mal schnell 2,3 km mit den Nike Free gelaufen und jetzt stehen im Kilometerspiel schöne 500 km.

Soweit bin ich froh. Ob ich 1.000 schaffe, hängt davon ab, ob ich kontinuierlich durchlaufen kann. Wegen eines kleinen Eingriffs am Bein werde ich im Herbst (November) 3 Wochen nicht laufen können. Eigentlich ist es ja nur eine Zahl aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht gerne Ziele erreichen würde.

Im vergangenen Jahr hatte ich im gleichen Zeitraum 350 km und dabei war das Frühjahr noch die laufstärkste Zeit. Insgesamt hab ich es nur auf 524 km im Jahr 2006 geschafft. Also grundsätzlich sieht das nach einer guten Steigerung aus.

Warum ich hier nicht direkt vor Freude aus dem Hemd hüpfe ist die Tatsache, dass ich immer wieder kleine und größere Blessuren davon trage und ich im Moment auch nicht sehe, dass es aufhört aber mein Wortschatz ist doch um einiges reicher geworden.

Wer hätte gedacht, dass ich mal weiß, wo mein Piriformis sitzt oder dass ich im Fuß eine Plantarsehne hab, die sich entzündigen kann und möglicherweise einen Fersensporn auslöst (so weit war ich Gott sei Dank noch nicht). Oder wer der nicht laufenden Leserschaft weiß schon, die Patella eine Spitze hat, die ein Syndrom bekommen kann. Dass ein Shin einen Splint erarbeiten und dass das Iliosacralgelenk eine Blockade bekommen kann. Was ich im Leben nicht gedacht hätte, ist die Tatsache, dass man sich im Brustwirbelbereich so verspannen kann, dass das Knie weh tut, das ist ja meine aktuellste Erfahrung. Und uralte Kriegsverletzungen kommen auch gerne wieder zum Vorschein, wenn man Sport macht.

Wie bei einer ordentlichen Oskar-Verleihung möchte ich an dieser Stelle mal wieder offiziell denen danken, die sich meine ständigen Meckereien anhören und mir dabei nicht sagen, dass Laufen kein Sport für mich ist. Außerdem möchte ich meiner Krankenkasse danken, die seit der Lauferei höhere Ausgaben hat als früher (eigentlich sollte es ja anders herum sein). Gäbe es nicht das Internet und die anderen Läufer, die ich dadurch kennen gelernt hätte, hätte ich die Schuhe schon lange an den Nagel gehängt. So weiß ich, dass ich nicht die einzige bin, die solche "Startschwierigkeiten" hat und es irgendwann einfach gut werden wird - und mit ganz wenigen Ausnahmen bin ich auch die meiste Zeit einfach nur froh über das, was ich laufen kann und selten deprimiert. Ich geb die Hoffnung nicht auf und ey Leute, 500 km im halben Jahr - das ist für mich toll - letztes Jahr im Herbst hab ich selbst daran nicht mehr geglaubt.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Weiterbildung und aufgehende Sonne!

Heute morgen, für eine Ausbildereignung, musste ich alte Zeugnisse, Tätigkeitsnachweise etc. raussuchen. Dabei stoße ich auf folgende Teilnahmebescheinigungen von Seminaren, die ich natürlich artig aufgehoben hab:
  • Technikunterstützte Informationsverarbeitung
    u.a. mit den Inhalten:
    - Datenträger - Lochkarte, lesbare Belege, Magnetband, Magnetplatte
jetzt aber was ganz Besonderes:
  • Kommunikation im Vorzimmer
Knaller, oder?

Aber es wird noch besser:
  • "Neue Bürokommunikationstechniken" - Perspektiven für Frauen in der Textverarbeitung
So, jetzt dürft Ihr alle lachen. Ich hab die Zertifikate flott wieder eingepackt, nachdem ich sie meinem Kollegen des Vertrauens gezeigt habe. Wir waren uns beide einig, dass das nicht die besten Empfehlungen für meinen heutigen Job sind. Die Seminare fanden Ende der 80er/Anfang der 90er statt.

Da ich ja ein paar Tage nichts geschrieben hab, möcht ich Euch noch zeigen, dass auf meinem Balkon trotz Dauerregens die Sonne aufgegangen ist:

Diese Fotos sind im besonderen für Sandra - haaaaalllloooo, wenn Du das hier liest - wir müssen uns unbedingt wieder treffen!!!! Danke für die hervorragende Anzucht!

Dienstag, 19. Juni 2007

Kleiner Bildbericht vom letzten Urlaubstag!

Nun, mit der Gewitterstrecke hab ich ja jetzt noch ne Rechnung offen. Heute letzter Urlaubstag und kein Unwetter angesagt. Also trau ich mich noch mal auf mein Rädchen - hinten auf dem Gepäckträger meine Tasche mit Saunautensilien - dahin soll es mich zum Schluß verschlagen. Die Strecke wird dieses Mal in der entgegengesetzten Richtung eingeschlagen.

Bei dem schönen Wetter haben es sich schon etliche Leute am Rhein gemütlich gemacht. Ich warte auf die Fähre.

Gegenüber erwartet mich das schönere Ufer.

Die Schöne lief mir als erstes über den Weg.

Auf dem Deich nur geradeaus.

Der Fasan hatte Angst vor mir.

Dann hab ich doch die Ausflugsgaststätte gefunden. Ich gönne mir ein Radler.

Außer mir sind nur Rentner unterwegs - wie solls auch anders sein, so Mitten in der Woche. Man erkennt das Alter an den Sattelauflagen - Herr bewahre mich vor Lammfell auf dem Rad und Holzkettenauflagen im Auto.

Ich wollte schon immer mal wissen, wie es in einem Maisfeld aussieht.

Und natürlich bieg ich wieder in den falschen Feldweg ein. Dies ist kein Radweg!!! Aber ich wurschtel mich durch.

Durch Zons radel ich nur durch - schönes Städtchen aber ich war schon dort und Durst hab ich auch keinen. Also wieder auf die Fähre und Rückfahrt. Der Mohn sieht schön aus, erinnert irgendwie an früher, als noch viel Klatschmohn in den Feldern stand.

Morgen geht dann das harte Leben wieder los. War ein schöner Urlaub, wenn auch anders als sonst.

PS: Selbstverständlich hab ich auch wieder Streifen von schlechter verteilter Sonnencreme - aber an das Stück am Rücken komm ich wirklich nicht ran!

Sonntag, 17. Juni 2007

6 Seen, französischer Apfelkuchen und ein Biergarten!

Ich glaube, wir sind die spontansten Frauen unter der Sonne. Die eigentliche stehende Laufverabredung musste wegen akuter Vielarbeit abgesagt, spontan wurde daraus aber ein Bonsai-Mik-Anja-Lauf um 6 Seen und an einem Fluss vorbei.

Heute nur ein kurzer Bericht: Es wurden gute 9km (jaha!!) mit Füße baden im Entenkackesee, anschließendem Carbo-Loading beim Italiener, Abkühlen mit einem echten lokalen Bier im Biergarten und anschließendem Verzehr des französischen Apfelkuchen nach dem Rezept von unserem Hasen - ich dachte mir, dass Du auf diesem Wege auch irgendwie teilnehmen kannst, wenn Du auch so weit weg wohnst.

Da wir erst gegen 11.15 Uhr gestartet sind, war es schon recht warm, ich geb zu, dass mir das etwas zu schaffen gemacht hat. Um die Tageszeit lauf ich nur in so netter Begleitung. Es war mal wieder richtig fein mit Euch, Mädels! Ich freue mich schon aufs nächste Mal.

An alle Frauen, die sonntags arbeiten müssen: Kopf hoch, datt wird auch wieder anders!

Freitag, 15. Juni 2007

Es läuft in Düsseldorf!

Gefühlte Jahre, in Wirklichkeit mehrere Monate versuchen wir nun schon, uns zu einem Lauf-Brunch zu verabreden. Mik und ich! Da "kennt" man sich virtuell schon ewig, tauscht sich über alle möglichen Laufzipperlein und Kräftigungsübungen aus und wohnt so dicht beieinander und irgendwelche Familienfeste und andere Verpflichtungen hindern uns immer wieder.

Doch gefühlte Schwestern im Geiste schaffen das spontan. Mailverkehr von gestern: Hast Du Urlaub? Ja, Du auch? Ja! Sollen wir morgen zusammen Laufen? Ja!

Zeit (8.00 Uhr früh :-)) und Ort (Düsseldorf ;-)) waren schnell gefunden - mein Navi die Adresse auch.

"Ich kann aber möglicherweise nur so 6km - Du weißt, mein Rücken" - "OK, ich bekomm im Moment so schlecht Luft, länger kann ich auch nicht". Hört sich eher nach alten Frauen an als nach Frauen in der Blüte Ihres Lebens:-))

So ziehen wir los und quatschen und quatschen. Vor lauter Quatscherei denkt mein Rücken gar nicht daran, sich zu verspannen. Ok, der Pomuskel tut weh aber nicht das Knie - das ist doch mal was. Auch Mik läuft an meiner Seite und fällt gar nicht vor fehlender Luft um. Geht doch, selbst wir Invaliden schaffen noch 7,5 km.

Danach wird gefrühstückt. 10.00 Uhr sitzen wir geduscht im Lokal - Themen gibt es viele: Laufschuhe, Kräftigungsübungen, Dehnübungen, Laufen Aktuell aber auch Arbeit, Familie, Schuhkäufe, Narben, Unfälle, Verbrennungen, Schönheits-Ops. Sonnenbrände, Auto bzw. Bahn fahren, fehlende "Cs" auf der Tastatur und in dem Zusammenhang Hühnerbrühe, Alkohol, Gewitter, Bahnaufkleber, Messen, Pferde, Tanzen usw. usw.

Die Kellnerin bemerkte zwischendurch, dass wir ganz schön viel Sitzfleisch hätten - um 16.00 Uhr verließen wir das Lokal.

Wie teuer genau dieser Tag war, wird sich zeigen, wenn ich den Bußgeldbescheid vom Ordnungsamt Düsseldorf bekomme.

Aber was auch immer es kostet, es hat sich gelohnt. Eine schöne Begegnung!

Donnerstag, 14. Juni 2007

Schnelle Radtour!

Regen und Gewitter war für heute angesagt. Doch es schien die Sonne. Am Vormittag war ich verhindert und als um 11.30 Uhr immer noch die Sonne schien, dachte ich, so ne kleine Radtour bis Zons - dort schön nen Kaffee trinken, zurück am Rhein noch ein Kaltgetränk und bei uns an der Fähre noch ein Erdinger Alkoholfrei - so stell ich mir das vor, das mach ich. Ungefähr 25km, also richtig entspannt.

Auf der Hinfahrt verfahr ich mich nur ein wenig und muss ein paar Kilometer durch Brennnesseln (das schreibt man heute mit drei "n" - ja) durch und fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Ich bin immer sehr zielsicher mit nackten Füßen in Brennnessel gestapft.

An der Zonser Fähre sehe ich, dass sich der Himmel zuzieht, so dieses diesige Gewitterwetter. OK, ich spar mir den Kaffee in Zons und radel auf direktem Wege zurück.

Es fängt leicht an zu regnen, was mir ja überhaupt nichts ausmacht, im Gegenteil. Das ist sehr angenehm. Aber es gibt eins, vor dem ich richtig, richtig Angst hab, und das sind Gewitter. Ich hab selbst Angst in geschlossenen Räumen und kann nur dann das Spektakel genießen, wenn ich Begleitung hab.

Tja, musste ja kommen - es fing an zu blitzen, aber noch ganz weit weg. Ich könnte ja auch irgendwo zwischendurch in ein Lokal gehen aber wer weiß, wie lange ich dort dann festhänge. Also geb ich alles und radel Kilometer um Kilometer Richtung Heimat. Nix Erholung - stoisch und möglichst schnell.

Auf dem letzten Kilometer vor der Fähre, die mich wieder über den Rhein bringt, bemerke ich, dass das Gewitter nicht nur hinter mir ist und es dunkler wird, sondern dass sich auch vor mir was zusammengebraut hat. Ich geb noch mal Gas und als ich an der Fähre ankomme, trödelt diese erst von der anderen Seite los. Die Autofahrer schauen mich mit mitleiden Blicken an, da der Regen stärker wird. Auf der Fähre kann ich mich in eine Kabine verkriechen, ich muss noch nicht mal zahlen, der Fährkassierer hat mich dort wohl vergessen.

Als wir anlegen, schüttet es wie aus Kübeln - ich geb noch mal alles, um die letzten 500 Meter bis nach Hause zu schaffen. Als ich vor der Haustür bin, ist das Gewitter genau überm Dorf. Es blitzt und donnert in einem, ich schmeiße das Rad vors Haus und mit zittrigen Händen bekomme ich so gerade noch die Türe auf.

Ich musste tatsächlich erst mal stehen bleiben, weil meine Beine mir den Dienst versagten. Mein Magen rebelliert und meine ganzen Muskeln sind verkrampft. Meine Güte, bin ich ne Memme. Der Ausflug war dann nicht ganz so erholsam. Ich sollte doch auf den Wetterbericht hören.

Markiert oder Streifenhörnchen Teil II

Im letzten Jahr berichtete ich schon über meine Erfolge beim Bräunen mit Selbstbräumer: Klick

Das hab ich dann also verworfen. Seit diesem Jahr hab ich einen nutzbaren Balkon und pflege mich natürlich, wenn ich mich in die Sonne begebe, mit hohem Lichtschutzfaktor.

Das ist dann insoweit schon in die Hose bzw. Rücken gegangen, dass ich es nicht geschafft habe, die Sonnencreme gleichmäßig zu verteilen. Ergebnis: Ich hatte einen Sonnenbrand am Rücken, als ich meinen Balkon bepflanzt habe, aber schön markiert mit 4 Fingern - nämlich die Finger mit Sonnencreme, die es über die Schulter bis zum Rücken geschafft haben. Der Sonnenbrand ist gewichen, die Fingerabdrücke sind geblieben.

Aktuell hab ich Urlaub. Den gestrigen Tag verbrachte ich in einer Saunaanlage. Klasse Tag dafür. Die Sonne kam raus, es war kaum was los in der Sauna (2 x hatte ich eine riesen Sauna für mich alleine) und ich konnte mich zwischenzeitlich in die Sonne legen, was ich eigentlich nicht so häufig mache. Selbstverständlich hab ich mich auch wieder ordentlich (so dachte ich zumindest) mit Sonnenschutzfaktor 20 eingerieben. Und? Was ist passiert? Ich hab wieder Stellen ausgelassen - jetzt hab ich auf dem Dekolleté eine großen roten Fleck mit einem weißen Streifen und zwischen Bauch und Brust ebenfalls alles rot. Ich bin Sonnenschutz-Creme-und-Selbstbräunungs-Creme-Auftragungs-unfähig und geh wieder als Flecken- bzw. Streifenhörnchen in den Sommer!

Noch eine wichtige Mitteilung. Für alle, die sie nicht kennen (das werden wohl die wenigsten sein) und gute Laufberichte lesen wollen: FrauSchmitt ist online.

Fleckige Grüße - Eure Anja

Sonntag, 10. Juni 2007

5 Tage im Off!

Wenn Du mehr isst, als Du vertragen kannst. Wenn Du jeden Tag Alkohol trinkst. Wenn Du nicht mehr mit bekommst, was in der Welt passiert. Wenn Du Dir trotz 30° Außentemperatur eine Erkältung zuziehst. Wenn Du 3,50 Euro für einen halben Liter Erfrischungsgetränk bezahlst. Wenn Deine Stimme so klingt, als ob Du Dein Geld mit Telefonsex verdienst. Wenn Du nachts bei dem wenigen Schlaf aufwachst und sofort sagst "Nice to meet you", ohne dass jemand bei Dir ist. Wenn Du den Schlaf dem Laufen vorziehst. Wenn Du Dich tagsüber von Keksen und Salzstangen ernährst. Wenn Du abends Füße hast wie die Fessel eines Elefanten. Wenn Du jeden Taxifahrer mit Vornamen kennst. Wenn Deine Kollegen zu Deinen engsten Vertrauten werden. Wenn Du nach dem Telefonat mit Deinem Freund anfängst, Dir darüber Notizen zu machen. Wenn Du eine Stadt nur vom Nachtleben kennst. Dann ist Messezeit. Berlin ick liebe Dir aber ick hab nüscht von Dir jesehn, wa!

Sonntag, 3. Juni 2007

Entdeckung der Emanzipation!

Es trifft einen ja immer sehr unvorbereitet - so auch die Emanzipation.

Samstag Abend - Schützenfest in Bad Münstereifel. Warum? Weil eine sehr gute Freundin Schützenkönigin ist - nur das lässt mich zu einem Schützenfest in die Eifel fahren.

Lokalität: Ehemalige Kapelle eines katholischen Internats - Konvikt - heute umfunktioniert zu einer Aula einer Realschule.

Ich gehe zur Toilette, es steht eindeutig "Damen" Außen auf der Tür. Ich gehe in die Kabine, gehe wieder raus, mach die Tür zur nächsten Kabine auf und schaue noch mal deutlicher hin. Ich entdecke zum ersten Mal in meinem Leben ein Pissoir für Frauen inkl. Bedienungsanleitung. Herzlich Willkommen in der Emanzipation.

Dass ich dann noch einmal zur Toilette gegangen bin - Digicam unterm Arm - war für den Münstereifeler Schützen an sich wahrscheinlich befremdlich aber meinen Blog-Lesern wollte ich das nicht vorenthalten:

Als ich nach Mitternacht erneut die Toilette aufsuchte, musste ich feststellen, dass auch diese scheinbar neue Installation nicht vor überschwemmten Böden schützt und man schon ne gute Technik haben muss, dass die Hose keine nassen Ränder bekommt.

Frei nach Mario Barth: Männer sind Schweine - Frauen aber auch.

Da wir uns alle so fein rausgeputzt haben, möchte ich nach der Vorstellung einer überschwemmten Damentoilette mit Pissior noch ein - wie ich finde - ansehnliches Foto von uns zeigen.