Sonntag, 25. November 2007

Lauffreier Sonntag!

Dazu ist nichts zu sagen, oder? Mein erster lauffreier Sonntag - wahrscheinlich der erste im Jahr.

So, da hab ich den Salat. Am Bein tut nix mehr weh, ich fühl mit fit und darf trotzdem nicht.

Vorgestern hab ich schon den Läufer beneidet, den ich vorbeifahrend am Rhein sah. Allerdings hab ich den Läufer nicht beneidet, der die ca. 3km lange Industriestraße in Köln-Niehl entlang lief. Hab mich wirklich gefragt, was der da macht. Auf der einen Seite übelstes Industriegebiet, auf der anderen Seite eine 6spurige Bundesstraße. Vielleicht war das ja ein besonderes mentales Training.

Wünsche allen Läufern einen schönen Laufsonntag - lauft den ein oder anderen Kilometer für mich mit.

Dienstag, 20. November 2007

Machen wir doch mal aus der Mücke einen Elefanten!

Jetzt ist er weg, der Mückenstich - ungefähr 7 Jahr hatte er sich an meinem Bein festgesetzt.

Natürlich hab ich heute Morgen noch die Zeit genutzt, einen letzten Lauf zu machen und harre jetzt der Dinge, die da kommen. Schlechte Laune? Plötzliche Gewichtszunahme in zweistelliger prozentualer Höhe? Muskelkater, weil ich so komisch vor mich hinhinke?

Jaaa.... ich kann sogar aus nem Mückenstich noch nen Blogeintrag machen.

Bis die Tage!

Anja

Sonntag, 18. November 2007

1. Mützenlauf, 1. Abschiedslauf und Raubbau am Körper

"Autsch", denke ich, als ich heute morgen nach einer unruhigen Nacht mit Bettenwechsel wg. krankem nach Luft schnappendem Bettgefährten und ein paar Stunden Gedankenrotation, aufwache. Boah, tun mir die Knochen weh - jetzt erst mal einen Kaffee trinken und langsam weich werden.

Ich schlüpfe in die immer noch von Schlamm ummantelten Heldenschuhe aus Troisdorf (selbst zum Säubern dieser hatte ich keine Zeit) und mache mich auf den Weg. Es ist kalt, die Luft ist klar und ich liebe es.

Auf dem Feld pflückt ein Bauer die Zuckerrüben. Der süßliche Duft erinnert mich stark an die Kindheit. Der Weg geht Richtung Rheinbogen, dort bin ich schon ewig nicht gelaufen. Ich merke, dass die Knochen, Gelenke und vor allen Dingen Muskeln mir das Pensum der letzten 3 Wochen (nicht Lauf- sondern Arbeitspensum) nicht verziehen haben. Gegipfelt in 3 Tagen Hausmesse mit Abendveranstaltungen, mal wieder ungesunder Lebensweise (ohne Alkohol) und deutlich zu wenig Schlaf. Es gab keine Möglichkeit für meine Dehn- und Kräftigungsübungen und gerne gibt mein Körper mir die Quittung dafür.

Erst aber wird mein Deichrundenweg von einer im Bau befindlichen "Pipeline" behindert - ich ignoriere die Verbotsschilder und krabble unter dem Zeugs hindurch - so geht das ja nicht hier. Ich laufe vor mich hin, wundere mich über den Jogger in Steppjacke, während ich mich gerade aus meiner Fleecejacke pelle - ist doch ordentlich warm in der Sonne.

Nach 10 km kommt es wieder wie ein Stromstoß - zack linkes Knie und das Bein rutscht weg. Da ist es wieder, mein Rücken-Knie-Problem. Jetzt hab ich wirklich den Beweis. Immer, wenn ich mehrere Tage auf Messen war, viel gestanden hab, wenig geschlafen und unregelmässig gegessen hab, dann hauts mir das Knie weg. Diesmal hab ich nichts schweres geschleppt, daran kann es nicht liegen. Es scheint einfach eine Form der starken Muskelanspannung zu sein.

Ich schaffe mit ein paar mal wegknicken noch die restlichen 3 Kilometer. Natürlich hat es Spaß gemacht, auch wenn sich die Beschreibung vielleicht anders anhört.

Warum ist es ein Abschiedslauf? Am Dienstag wird mir ein verkapselter Mückenstich weggeschnibbelt. Der sitzt so blöd auf dem Wadenmuskel, dass ich 4 Tage nicht gehen und 3 Wochen nicht laufen darf, damit sich keine Riesennarbe bildet. Also werde ich für 3 Wochen pauseren. Ich vermute aber mal, dass es am Dienstag Morgen, also kurz vor der OP, noch einen zweiten Abschiedslauf gibt - das sind dann die ersten 3 Wochen in diesem Jahr, in denen ich nicht laufen werde. Stellt Euch also auf viele Jammergeschichten in meinem Blog ein.

Sonntag, 11. November 2007

Wir müssen alle sterben!

Nein, das ist kein Ausruf eines panischen Fluggastes sondern die Überzeugung vieler Mitläufer, die sich auf das Erlebnis 6-Stunden-Lauf in Troisdorf einlassen.

Da sich 6 Stunden ununterbrochenen Laufens jenseits meines Vorstellungsvermögens befindet, melde ich mich für die Staffel an und gehöre damit zur leicht ansterbenden Gemeinschaft.

Wenn man sicher allerdings vorstellt, mind. 6 Stunden in einem Stadion zu sitzen und anderen Leuten dabei zuzuschauen, wie sie genau so viele Stunden im Kreis (2,5 km) rennen, dann gehört dazu eine gewisse Planung. Allem voraus natürlich die Nahrungszufuhr: Kartoffelsalat, Frikadellen, Würstchen, Muffins, Kaffee, Tee, Schokolade, alkoholfreies Bier - da kam bei 5 Staffelläufern so einiges zusammen.

So gut gerüstet, warteten wir im Troisdorfer Station auf den Start - Micha, Susi, Sarah, Regina und ich. Wir warteten und warteten und warteten - die Leute von Mika hatten es vorgezogen, ihre Zeitmessmatten erst dann fertig hinzulegen, bis es wieder regnet. So starteten die Läufer im richtig dicken Schauer.

Die Zeig verging wie im Flug, bis ich als 3. den Staffelstab in die Hand gedrückt bekam. 5 Runden sollten es werden und die möglichst in 1:10 Std. Für mich schon eine Herausforderung, wenn ich 12,5 Kilometer in einem Schnitt deutlich unter 6 laufen muss.

Ich starte und es fühlt sich gut an - es regnet gerade nicht, es läuft gut und ich bin zu schnell. Ich begegne Miatara, der einen extrem entspannten Eindruck macht - er fordert noch mind. 2 Überrundungen von mir, die ich ihm natürlich nicht versprechen kann.

Die Streckenposten in Troisdorf geben sich viel Mühe und applaudieren jedem Läufer, der vorbei kommt - schon eine extreme Leistung bei dem Wetter und der Dauer der Veranstaltung. Sie versuchen das Wasser vom Deich zu fegen, was bei dem Wechselwetter ein unglaubliches Unterfangen ist.

Dann nach 4km dann - ein großer Schritt für Anja, ein kleiner Schritt für die Menschheit: Ich erlaufe mir den 1.000 Kilometer in diesem Jahr. Das ist mein Lauf-Jahresziel für 2007 und ich hielt es für sehr gewagt. Jetzt, am 11.11. - also noch einige Wochen vor Ende des Jahres - ist es für mich erreicht.

Ich überlege kurz, ob ich einen der Ultraläufer anquatsche und ihm/ihr davon erzähle, glaube aber, dass ich aufgrund deren Kilometerleistungen auf unglaubliches Kopfschütteln stoße und erspare mir diese Begegnung. Still freue ich mich also vor mich hin.

Jedes Mal, wenn ich in Stadion-Nähe bin, höre ich, wie der Sprecher be- und verwundert von einer kleinen Frau spricht. Sie ist schnell, sie ist ihm unbekannt - mir aber nicht. Ich freue mich so riesig über diese Leistung. Nach der dritten Runde überholt sie mich. Vorstellbar? Ich werde von Läufern überholt, die 6 Stunden laufen - ich nur 12,5! Innerlich verbeuge ich mich tief vor ihr. Da das aber beim Laufen stört, rufe ich ihr lieber zu, dass sie die Größte sei!

Es fängt so richtig an zu schütten - aber das ist sowas von egal!

Nach ca. 8 Kilometern wird es hart, den Schnitt von ca. 5:30 zu halten. Das Atmen wird laut, der Druck auf der Lunge merklich - die Beine sind kein Problem, nur die Luft. Käme mir doch jemand von der Staffel entgegen, ich würde nach 4 Runden Schluss machen. 10km erlaufe ich in ziemlich genau 56 Minuten und denke, dass ich doch sterbe, so richtig.

Ich will unter 1:10 bleiben, ich will den anderen Läufern meiner Staffel keine Zeit klauen. Also halte ich irgendwie das Tempo - aber wirklich 500m vor dem Stadion muss ich ein wenig runter. Ich kann einfach nicht mehr. Natürlich wird die Haltung bewahrt und beim Einlauf und der Staffelübergabe noch gelächelt - was muss, das muss. Danach huste ich mir erst mal die Seele aus dem Leib und sehr bald danach gibts Kartoffelsalat und die Welt ist wieder in Ordnung.

Es wird angefeuert, es wird gestaunt, es hagelt, wir haben Decken und Kaffee und Tee!

Es hat mich so gefreut, bei dieser Veranstaltung angestorben zu sein und die anderen ansterbenden und wirklich sterbenden getroffen zu haben. Ihr seid alle Helden - aber davon dürft Ihr selbst berichten.

Alle Bilder sind hier zu sehen.

Mittwoch, 7. November 2007

Mag nicht!

So kurz vor dem Ziel, 996km in diesem Jahr - und ich laufe heute den 3. Tag in Folge nicht. Morgen werde ich nicht können, also Freitag vielleicht.

Es war mir zu dunkel, ich war zu kaputt, das Knie schmerzt ein wenig und es fing an zu regnen - hält mich normalerweise nicht vom Laufen ab, zumal das Ziel so nah ist.

Aber dann feier ich vorab und vielleicht lauf ich ja auch beim Staffellauf am Sonntag (Troisdorfer 6-Stunden-Lauf) meinen 1.000 Kilometer in diesem Jahr - wär ja auch nett!

@Martin - ich will nix von schlauen Sprüchen bzgl. dem komischen Viech lesen;-)!

Samstag, 3. November 2007

Auf die Reise geschickt - Rückkehr ungewiss!

Zwei meiner Kinder musste ich heute schweren Herzens auf die Reise schicken - wenn sie krank sind, müssen sie wohl dorthin, wo ihnen geholfen werden kann.

Ein Kind ging zum Online-Versand von Digitalkameras zur Reparatur. Das andere Kind muss ich wahrscheinlich wg. eines Akku-Defektes gänzlich umtauschen.

Wie soll ich nur ohne Kamera und MP3-Player zurecht kommen? Muss ich ja all meine Liebe auf den FR ergießen, hoffentlich bleibt der mir erhalten.

Für tröstende Worte bin ich empfänglich.