Freitag, 29. Februar 2008

Es hat sich gelohnt!

Das war der Kommentar des "Dr. Fuß", als er nach der OP um das Sichttuch herum schaute. "Fettes Neurom war das, hammer schön weggeschnitten".

Damit ich diesen doch überschaubaren Eingriff jetzt nicht so ausweite, als ob ich eine Herztransplantation gehabt hätte, mach ich es jetzt kurz (so kurz, wie mir das nur möglich ist.)

Ich war überrascht, wie wenig die PDA und das Einstechen der Kanüle weh getan haben (ich bin ja nicht wirklich OP-erfahren). Alle Leute im Krankenhaus waren sehr nett. Das Schlimmste war, dass mir so langweilig war. Dadurch dass ich wenig Medikamente genommen und damit nicht dösig war, war die Stunde im Aufwachraum wirklich lang. Von 150 % Action auf ein paar Stunden nur rumliegen, ohne was zu tun, war mir heute komisch.

Richtig nörgelig wurd ich nur, als ich um 14.00 Uhr immer noch keinen Kaffee und keine richtig feste Nahrung bekommen hatte. 15.30 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht und ich bin froh, Krücken-Erfahrung zu haben. Heute klappt das mit dem Vorfußentlastungsschuh noch nicht.

Für alle ein nettes Bildchen meiner Beine - einmal mit Verband und einmal mit dem schicken Kompressionsstrumpf.

Jetzt gehts aufwärts!!!

An Euch alle vielen, vielen Dank fürs Daumen drücken. Ihr seid wirklich richtig klasse! Ich werde dann hoffentlich bald wieder vom Laufen berichten!

Donnerstag, 28. Februar 2008

Die Vorabinformationen!

Damit Ihr alle auch genau Bescheid wisst, was auf mich zukommt und wie sehr ich leiden muss *grins* - hier ein kleiner Bericht von der Voruntersuchung:

Ich melde mich in Zimmer 93 und unterschreibe erst mal ne Menge Formulare. Ich denke, die können mich morgen foltern und ich darf danach keinen verklagen. Dann schickt man mich wieder zur Anmeldung in der Ambulanz. Panik ist in meinem Gesicht zu sehen - aber ich brauch nur 2 Nummern und 10 Minuten warten.

Der Arzt winkt mir schon aus der Tür zu, dass er sich gleich kümmern würde. Als ich rein gerufen werde, rückt er mit einem Stab Assistenzärzten oder was auch immer an - erinnerte mich stark an Emergence Room. Er drückt noch mal auf meinem Fuß rum und erklärt mir diverse Dinge, wie das nachfolgende Taubheitsgefühl der Zehen, dass mir klar sein soll, dass das keine lebensrettende OP sei (ich also sicher sein soll, ob der Leidensdruck groß genug sei... ja definitiv), dass das Neurom wieder kommen kann (wobei bei seinen OPs die Neurome nie wieder kommen würden), wo er schneidet, wie er irgendwas auseinander legt, um an den Nerv zu kommen usw.usw. Auf jeden Fall ausführlich und nett.

Bei einem solchen OP kann man sich im übrigen zwischen 3 Tagen und 6 Wochen krank schreiben lassen. Interessant oder? Beamte würden damit 6 Wochen krank "feiern", Selbstständige gar nicht und normal sind 2 Wochen - 3 Tage aber auf jeden Fall sinnvoll. Na, was nehm ich wohl?

Der Pfleger erklärt mir, wie ich mir heute (also jetzt gleich) die Thrombosespritze setzen soll *zuhülf* und mit der Anästhesie-Ärztin unterhalte ich mich über Happy Pills und ob ich ne Vollnarkose oder eine PDA haben möchte. Nach Beratung wird sich für PDA entschieden - ich freue mich, dass ich keinen Schlauch im Hals haben muss. Bekomme nette Musik (durfte ich mir aussuchen) und die Happy Pill. Kann mich dunkel an die OP für die Weisheitszähne erinnern, da gabs auch ne Happy Pill, die machte wirklich sehr happy.

Alle waren super nett... bin wirklich mal gespannt auf morgen.

So, jetzt wisst Ihr alles und ich zieh mal los, mir die Spritze in den Bauch zu jagen.

Samstag, 23. Februar 2008

Schreiben?

Es gibt Wochen, da könnte ich Bücher über meine Erlebnisse schreiben - und doch schweige ich lieber.

Amüsantes, Erschreckendes, Schönes - Leben halt.

In dem Sinne kann ich nur sagen, dass ich mich freue, wenn endlich Freitag ist und ich unterm Messer liege. Der Physio gab mir noch den Tipp, den richtigen Fuß vor der OP zu markieren. Sollte ich vielleicht machen.

Dienstag, 19. Februar 2008

Merke!

Merksatz 1:

Wenn Du ein Fußproblem Dein eigen nennst und dafür Einlagen besitzt, dann pack sie auch verdammt noch mal in die Schuhe!

Merksatz 2:

Wenn Du dann der Meinung bist, Du müsstest Experimente machen, dann nimm die blöden Einlagen zumindest mit!

Ergebnis zu 1 und 2:

Ich versuche während des Stop-and-Go-Verkehrs auf der A1 die Stiefel auszuziehen, weil es nicht mehr auszuhalten ist - ich stoppe diesen Versuch, damit es bei Fußschmerzen bleibt.


Merksatz 3:

Wenn Du eine Stunde im Studio Rad fahren willst, dann nimm keine Rücksicht auf die anderen sportelnden Menschen und such Dir ein Fernsehprogramm aus, was Dir gefällt.

Ergebnis zu 3:

Ich halte es nicht weiter mit Jamba-Tönen, Fußball und zwei nicht zu ertragenden Vorabendserien auf RTL und was-weiß-ich-für-nem-Sender aus und breche mein Radtraining nach 45 Minuten ab.

Merksatz 4:

Auch wenn 1-3 zum Tragen kommen, kann es insgesamt ein guter Tag gewesen sein.

Sonntag, 17. Februar 2008

Farbe!

Die Sonne scheint, die Luft ist klar - auch wenn es erst Mitte Februar ist aber es riecht so stark nach Frühling. Morgens zwitschern die Vögel schon, wenn man aufsteht (Frank sagt: Die Vögel brüllen;-))

Gestern war mir stark nach Farbe und ich nutze meine neu gewonnene Freiheit. Da ich eh keine Heilung verhindern oder auch nichts mehr kaputt machen kann, kann ich so weit Gehen, bis es zu stark weh tut. Also gehe ich Einkaufen und strebe ein Gartencenter an.

Der Balkon wird mittels Blumen in Frühlingsfarben angemalt, alles schön zwischen das Bestandsgrün. Nach getaner Arbeit setze ich mich mit dicker Jacke und Decke auf den Balkon und genieße die frische Luft.

Marion bemerkte vorgestern in einem Gespräch, dass es so schwer sei, mal nichts zu tun und nur den Gedanken nachzuhängen. Dem kann ich voll zustimmen - aber ich kenne einen guten Trick: Socken stricken - ok, wohl nicht das richtige für Marion aber für mich. Während ich stricke, kann ich wunderbar meinen Gedanken nachhängen und so saß ich - glaube ich - 2 Stunden auf dem Balkon, Tasse Tee und Strickzeug und hab simmeliert (ich liebe dieses rheinische Wort - ich kenne kein besseres für diesen Zustand). Sogar eine kleine Rötung hatte die Wintersonne auf mein Gesicht gebracht.

Die Blumen, die nun unseren Balkon schmücken, erinnern mich stark an meine Großmutter mütterlicherseits. Ihr Vorgarten strotzte im Frühjahr voller Osterglocken, Hyazinthen, Stiefmütterchen, Primelchen, Krokusse, Narzissen usw. Vor allen Dingen das dunkelblaue Stiefmütterchen ist ein Symbol für meine Großmutter und darum liebe ich diese (eigentlich eher altbackenen) Blumen so sehr.

Wobei Großmutter wohl über meine wenigen Blumenkübel müde gelächelt hätte.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Land in Sicht!

Nicht ganz unbeobachtet hier im Netz ist ja bekannt, dass heute der Tag beim Fußspezialisten war. Ich erzählte die Geschichte von vorne und wehe, jemand schaut sich jetzt schon den Schluss an. Wer Blog liest, dann auch bitte ganz.

Also, mal ganz abgesehen von meinen Laufzipperlein, erfreue ich mich ein Leben lang schon bester Gesundheit. Nur für meine 4 Weisheitszähne musste ich vor gefühlen 50 Jahren mal für 3 Tage ins Krankenhaus. Ansonsten beruhen meine Krankenhauserfahrungen auf kürzere und längere Besuchsaufenthalte.

Eine Affinität zu diesen Häusern hatte ich nie und bin damit auch nicht alleine auf der Welt.

Ich hatte einen Termin - 11.30 Uhr. Aber was zählt schon ein Termin in der Chirurgischen Abulanz.

11.25 Uhr - ich humpel mit meinen Gehhilfen Richtung Krankenhauseingang und fühle mich erst mal heimisch - jeder Zweite hatte Gehhilfen in diversen Farben. Total interessant, es gibt wirklich viele Varianten.

11.28 Uhr - ich komme in der Ambulanz an. Große Schiebetür, dahinter geschäftiges Treiben und vor der Tür ein Märkchenautomat wie beim Amt. Lieblos angeklebte Zettel warnen davor, diese Türschwelle zu betreten, ohne dass man mit der gezogenen Nummer aufgerufen wird - auch nicht bei Terminen. Ok, ich zieh meine Nummer - 87! Aktuell steht 77 auf dem Display. Die 10 Patienten, die sich vor mir anmelden müssen sitzen alle in Reih und Glied und ich darf mir schon diverse Verbandstechniken anschauen. Ok 10 Patienten zur Anmeldung, das dürfte in 15 Minuten gegessen sein... dachte ich in meiner Naivität.

Ich werde stutzig als ein älteres Ehepaar fast ausrastet, weil sie nach der Anmeldung noch mal warten müssen - scheint doch länger zu dauern.

11.47 Uhr - bereits 3 (in Worten: drei) Patienten sind schon bis zur heiligen Anmeldung vorgedrungen. Das kann dauern. Ich studiere das ebenfalls lieblose Schild mit den Worten "Behandlung nur bei Vorlage der Überweisung vom Chirurgen oder Orthopäden". Weder war ich bei einem Chirurgen oder Orthopäden noch hab ich eine Überweisung. Schon geht mein Kopfkino an, was ich der Dame an der Rezeption erzähle, wenn ich nicht dem Arzt vorgestellt werde.

11.57 Uhr - 5 Patienten sind angemeldet.

12.10 Uhr - seit Patient 5 tut sich nichts mehr - ob die in Mittag ist? Ich schnappe mir eine bunte Frauenzeitschrift aus dem Wartezimmer.

12.15 Uhr - Patient 6

12.18 Uhr - Patient 7 und Patient 8 sind wahrscheinlich vor lauter Frust schon vom Krankenhaus gesprungen. Auf jeden Fall tauchen sie nicht mehr auf (was für ein Glück).

12.29 Uhr - 1 Stunde Wartezeit und ich darf mich anmelden. Ich brauche auch keine Überweisung (diesmal hat die Sprechstunde Glück) und frage vorsichtig, wie lange ich denn jetzt auf den Arzt warten muss. Vielleicht 30 Minuten.

13.15 Uhr - das bürokratische Viertel ist über - ich frage nach... ja ich sei die nächste. Zwischenzeitlich hab ich alle Reste der zerfledderten Tageszeitungen aus dem Wartezimmer durch und bin kurz davor in meine Gehhilfe zu beißen.

13:28 Uhr - mein Name schrillt laut über den Flur - ich hechte mit meinen Krücken durch die große Schiebetür, Panik im Nacken, dass ich zu langsam bin und nicht mehr dran genommen werde. 2 Stunden, 2 Stunden....

Nach nur ca. 5 Minuten Wartezeit hinterm Vorhang kommt dann der große Dr. Fuß. Vorgestellt hatte ich mir einen Mittfünfziger mit angegrauten Haaren und vor Weisheit strotzendem Blick. Nein, neben dem dass meine Geduld mit Warterei verbraucht ist wird mir auch noch der Altersschlag erteilt. Der Typ ist einige Jahre jünger als ich und anerkannter Fußspezialist. Ich darf mir also aussuchen, ob ich mich alt fühlen und ihm vertrauen darf oder jung und nicht vertrauen. Ich entschied mich mal für das Erste.

Er drückt, fragt und fühlt - Bestätigung der Diagnose ohne, dass er das Bild sehen musste. Und seine Worte sind sehr klar: Krücken weg, Medikamente weg - nützt alles nichts. Spritzen würde er auch nur, um die Diagnose bestätigt zu bekommen, was bei mir aber nicht nötig ist, weil sonnenklar. Das einzige, das wirklich hilft, ist eine OP.

Zwei Wochen mit Vorfussentlastungsschuh. Danach müsste ich wieder normal gehen können. Manche können dann direkt wieder laufen, bei anderen dauert es noch 2 Wochen danach. Ein Taubheitsgefühl in den beiden Zehen ist wahrscheinlich aber damit kann man leben - so sagt er (und auch das www).

Ob ich noch mal drüber schlafen wolle, fragt er. Nix, das Ding muss weg. Gute Einstellung, so sein Lob. Also Ende des Monats wirds geschnibbelt und vielleicht trag ich dann Anfang April die ersten Kilometer im Kilometerspiel ein.

Wer hat jetzt gefuscht und erst das Ende gelesen?

PS: Er sagte noch, dass ich absolutes Glück hätte, schon so schnell eine Diagnose gehabt zu haben. Die meisten Menschen rennen mit diesem Problem über Jahre von Arzt zu Arzt, ohne dass es erkannt wird. Sein letzter Fall hat das 3 Jahre mit 9 Ärzten mitgemacht.

Samstag, 9. Februar 2008

Und doch...

... jetzt hab ich die Bilder schon ein paar Tage zu Hause und hab hin- und herüberlegt, ob ichs in den Blog packen soll. Irgendwie find ichs eklig. Dann wurde festgestellt, dass mir ja der Ringzeh fehlt (nicht wirklich - ich hab nachgeschaut). Dann wollte ich ja auch eigentlich gar nicht mehr über meinen Fuß schreiben bzw. nur am Rande. Da ich im Moment aber eine Sch...-Egal-Einstellung hab (warum auch immer) kann ich doch wieder was rauslassen.

Lange Rede, gar kein Sinn: Ich präsentiere "tätätäää" mein Morton-Neurom. Nächste Woche Mittwoch gibt es einen Arzttermin (2. Meinung) bei einem Fußspezialisten. Es hat sich nämlich rein gar nichts getan. Keine Bessserung.

Ich pflege dann jeden Tag lustige Übungen zu machen, weil irgendwie muss das durchgesackte Fußgewölbe ja wieder Halt bekommen. Leute, das ist nicht lustig - vor allen Dingen sieht man überhaupt keinen Erfolg. Ich weiß, dass ich viel Geduld haben muss... aber verdammt noch mal, wo kann man die käuflich erwerben?

Hier noch ein Utensil meiner therapeutischen Maßnahmen: Rumstapfen in Erbsen - eigentlich sollte es Mais sein, aber der Supermarkt war für mich und meine Krücken zu groß, als ob ich Lust gehabt hätte, den komplett abzusuchen.

Sonntag, 3. Februar 2008

Denn die Trone, die do laachs, musste nit kriesche!

Für die Nicht-Rheinländer die Übersetzung: Denn die Tränen, die du lachst, musst Du nicht weinen!

Ich gebe zu, dass ich sehr skeptisch auf diesen Karneval geschaut hab, auch als wir Donnerstag in die heiligen Hallen schlurften, musste ich mich erst mal sortieren. Alle kümmerten sich um mich - Stuhl holen, Getränke holen - dies und jenes. Schnell war mir klar, dass ich das nicht lange machen kann, ansonsten können die anderen nicht feiern. Aber ich machs kurz - die Phase ging schnell vorbei, wir haben super gefeiert und ich bin lediglich 2-3 Stunden früher heim als sonst, die Gelegenheit bot sich an und für mich wars gut so. Alles war perfekt.

Aber noch ein Blick zurück. Zum fünften Mal gingen wir zu den verlorenen Schwestern zur coolsten Karnevalsparty in Köln - zumindest sagt das der Veranstalter und ich glaub das auch. Hier ein Rückblick auf 2004-2007:

Hier dann 2008. Dummerweise vergaßen wir, zu Hause Fotos zu machen und ich hab keins von der ganzen Truppe.

Am nächsten Tag dann Karneval im Dorf. Ich muss mal wieder sagen, dass man hier verdammt gut feiern kann. Mein neuester Trick, ich manipuliere meine Uhr derart, dass ich 3 Stunden lang denke, es sei 21.00 Uhr.

Und der Samstag überraschte mit Regen, Schnee und Kälte - da gings doch besser ins Aquarium.

Es war ein schönes Wochenende und mal endlich ein paar Tage, in denen mein Fuß nicht gedanklich im Mittelpunkt stand. Hoffentlich sind die Nordlichter wieder gut heim gekommen!