Sonntag, 30. März 2008

Tatatataaaaaaa!

Das mein Laptop den Geist aufgegeben hat bzw. ich mit laienhafter Art versucht habe, einen kleinen Fehler zu beheben und dadurch einen großen verursacht habe, kann mir doch nicht die Laune verderben. Mir doch nicht!

Dass die Rouladen, die ich für den Besuch gekocht habe, fast angebrannt wären und ich damit das Brataroma für die Soße nicht nutzen konnte, kann mir doch nicht die Laune verderben.

Dass die Schoko-Malheurs für den Nachtisch so viel Malheur waren, dass ich keines der Dinger vernünftig aus der Form bekommen hab, kann mir doch nicht die Laune verderben - mir doch nicht.

Alles, weil ich innerlich gespürt habe, dass heute der Tag ist. Gegen alle Vernunft und ungeplant hab ich mich heute aufs Laufband begeben und die ersten 2 Laufkilometer in diesem Jahr absolviert. Mensch war das klasse.

Ihr dürft mitfeiern;-) (Smilies sind heute auch wegen fehlendem Normalrechner ausgegangen).

Samstag, 29. März 2008

Wieder versöhnt!

Gestern hab ich die Rechnung, die ich mit den Ausdauergeräten noch offen hatte, wieder beglichen.

Falls ich irgendwo gesagt habe, dass ich erst wieder auf den Crosstrainer gehe, wenn mein Fuß total in Ordnung ist, dem sei gesagt: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Also 30 Minuten Crosstrainer und 30 Minuten Sitzrad - und ich hätte sogar noch länger drauf bleiben können. Nächste Woche bin ich für 4 Tage in der Schweiz - Messeeinsatz. Das Hotel hat ein riesiges Fitness-Studio und ich hoffe, irgendwie die Zeit zu finden, dort auch tätig werden zu können.

Um noch mal auf die Entwicklungen im Studio zurück zu kommen: Die Übungen für die seitliche Bauchmuskulatur zeigen auf einmal irre Wirkung. Das Gerät kann ich jetzt viel niedriger einstellen. Diese Übung war meine absolute Hassübung. Aber - nachdem ich doch einen guten Effekt feststellen konnte - mag ich sie sogar. Und sie wird mir beim Laufen sowas von Stabilität geben. Jawohl ja!

Mittwoch, 26. März 2008

Frust und Lust!

Heute startete im Studio ein neues Programm für mich. Die Geräte bleiben erst mal gleich (weil fußentlastend) aber ich soll weniger Wiederholungen und mehr Gewichte machen. Aus reinen Zeitgründen hab ich mich darüber gefreut und ich dachte, dass 15 Wiederholungen vielleicht leichter zu verarbeiten sind als 20 (mental).

Das ist nicht ganz aufgegangen - der Quälfaktor war der gleiche. Trotzdem hab ich für mich ein kleines Jubiläum gefeiert. Das ist nicht mein erster Besuch in einem Fitness-Studio und bisher hatte ich immer die 2-Monats-Grenze. 2 Monate bin ich mit viel Energie hingegangen und danach verlief sich das wieder und nur das Studio hatte daran seine Freude.

Diesmal ist es anders. Ich trainiere jetzt seit Anfang Januar und hab noch immer Lust. Ich merke, wie mir das Training an den Geräten gut tut und ich weiß, dass ich das nicht so schnell wieder aufgeben werde.

Gut ist, dass ich bei Beinen und Bauch Verbesserungen spüre. Frustig ist, dass es bei den Armen überhaupt nicht vorwärts geht. Bei 2 Geräten quäle ich mich immer noch mit den Anfangsgewichten rum, keine oder nur minimale Steigerung in Sicht.

Dann kommt der Super-Gau. Nach Training an allen Geräten setze ich mich aufs Rad. Die Uhr sagt mir, dass ich noch über eine Stunde Zeit hab und ich programmiere auf 60 Minuten. Nach 15 Minuten steig ich ab, zieh den Kopfhörer raus und höre einfach auf. Kein innerlicher Kampf - einfach schnelle Entscheidung, ich hatte keine Lust mehr. Zufrieden bin ich mit dem Ergebnis natürlich nicht.

Zu Hause angekommen erhalte ich ne SMS, wann wir denn zur Eigentümerversammlung kämen, in 30 Minuten sei man fertig. Oh je, falsches Datum im Kalender eingetragen, also mit nassen Haaren noch schnell rübergeflitzt und noch die wichtigsten Entscheidungen mit getroffen.

Vielleicht war es einfach nicht mein Tag.

Aber um positiv abzuschließen: Der Fuß wird jeden Tag ein kleines bisschen besser. Ob ich wie geplant, nächste Woche mit dem Lauftraining starten kann, mag ich noch nicht einschätzen. Aber dann warte ich halt noch ne Woche länger.

Montag, 24. März 2008

Huch, was ist das?

Die Welt ist viel leiser, wenn Schnee liegt. Es knirscht unter den Schuhen - lange nicht mehr gehört.

Wenn hier in den Niederungen des Rheinlandes Schnee liegt, dann ist das was ganz besonderes - leider. Es war schön, in die Gärten zu schauen und zu sehen, wie die ersten Schneemänner gebaut wurden.

Das Brötchen holen wurde um eine kleine Stippvisite am Rhein erweitert. Otto hat im übrigen mächtig kalte Füße bekommen.

Ansonsten muss ich an die armen Radfahrer denken, die heute "Rund um Köln" abfahren - nicht wirklich ideales Wetter.


Sonntag, 23. März 2008

Mächtig viele Ostereier!

Hach, dieses Jahr bekomme ich ganz viele tolle Ostereier - nicht aus Schokolade und keine gefärbten sondern welche, die mir viel mehr Freude machen.

Gestern war ich zum ersten Mal seit Weihnachten in der großen Stadt mit der großen Kirche, ohne dass ich wegen Fußschmerzen aufgeben musste.

In der Stadt wurden neue Entenschuhe gekauft, die aber gar nicht mehr ganz so entig aussehen und mich standesgemäß auf der nächsten Messe gut aussehen lassen, ohne die Füße zu ruinieren - die Schuhe hatte ich vor der OP schon im Blick, konnte sie aber mit dem Neurom nicht tragen.

Ich war heute wieder im Studio und hab das Programm von vor der OP komplett geschafft. Beim Ausdauertraining war ich dann schon 30 Minuten auf dem Cross-Trainer (vorgestern gingen nur 10) - natürlich hab ich dem Rad auch noch 30 Minuten gegönnt.

Die Sonne scheint und ich konnte unsere Markise, die wir letzte Woche bekommen haben, ausfahren. Nun muss ich am Esstisch keinen Hitzeschlag mehr befürchten, wenn wir schönes Wetter haben.

Na, wenn das mal keine schönen Ostereier sind - fast wie Weihnachten und Ostern zusammen.

Vielleicht ist ja auch noch Platz für einen kleinen Spaziergang am Nachmittag und einen kleinen Muffin aus TörtchenTörtchen haben wir auch noch im Schrank.

In dem Sinne erneut

Freitag, 21. März 2008

Frohe Ostern!

Otto, mein Osterhuhn, und ich wünschen allen Lesern Frohe Ostern.

Seitdem Otto bei uns eingezogen ist, gibt es zu Ostern immer wieder Diskussionen, ob Otto schön ist oder nicht. Also ich find ihn schön.

Manchmal verschwindet Otto in der Schublade und muss von mir wieder aus der Dunkelheit befreit werden.

Freiheit für Otto und allseits schöne Osterläufe! Lasst Euch nicht vom Wetter abschrecken.

Dienstag, 18. März 2008

Hyazinthen und Vernunft

Die Hyazinthe macht es mir aber heute schwer, ein schönes Foto von ihr zu schießen - dabei sieht sie gerade so hübsch aus. Nun ja, muss ich halt damit leben.

Heute war mein erster Tag im Studio - 60 % an Gewichten und 75 % an Wiederholungen und max. ne Stunde. Ich befolge den Rat des Trainers, was vernünftig ist und mich ohne Kopfschmerzen wieder aus dem Studio gehen lässt. Die Bewegung tat gut und beim nächsten mal darf ich schon wieder 90 %.

Das Laufband sprach mich im übrigen schon von der Seite an aber ich hab ihm noch nen Korb gegeben. Wäre ja auch unfair von mir, das Fahrrad jetzt einfach so links liegen zu lassen, wo es mich und meine Kondition doch über die ersten 2 Monate gerettet hat. Nee, da bin ich fair und viel Hoffnungen soll ich das Band auch nicht machen, wenn es soweit ist, werde ich die Natur wohl vorziehen. Wobei nach dem Brand von gestern in Worringen das Laufen am Rhein heute wohl nicht so sinnvoll gewesen wäre.

Sonntag, 16. März 2008

Ich kann es riechen!

Ich nutze die Gunst der Stunde - eine kleine Regenpause, es tröpfelt so vor sich hin.

Ich gehe spazieren, eine kleine Runde - die, die wir an Weihnachten das letzte Mal mit meiner SchwieMa gegangen sind, wahrscheinlich nur 1,5km. Aber ich kann es gehen, noch humpelnd aber es geht. Ich sehe, dass der Rhein viel Wasser führt, ich sehe, dass die Vorgärten österlich geschmückt sind. Ich sehe, dass ich vieles in letzter Zeit nicht gesehen habe.

Am Rhein begegnet mir eine Läuferin, sie ist im Regen nass geworden. Ich lächle ihr wissend zu - es ist so nah, ich kann es riechen! Bald bin ich auch wieder da!

Donnerstag, 13. März 2008

Was gibt es zu erzählen?

Vieles und Nichts.

"Das muss unbedingt in den Blog", sagte Marion, als sie mich gestern im Krankenhaus besuchte und meinen Erzählungen lauschte. Aber mir war schon klar, dass das nichts in der ansonsten gewohnten Anja-Art wird und ich hätte tatsächlich viel zu erzählen von den letzten Tagen.

Um es vorweg zu nehmen: Es ist bisher nichts gefunden worden und ich bin sehr froh darum. Alles, was man bei diesen Untersuchungen hätte finden können, können die Ärzte gerne behalten und tun sie offensichtlich auch. Es steht zwar noch ein Teilergebnis aus, das erst in 10-14 Tagen kommt - aber der Rest war so unauffällig, dass es wohl auch dabei bleiben wird. Woher nun die taube Wange kommt, weiß ich nicht, interessiert mich im Moment aber auch gar nicht so sehr - Hauptsache zu Hause und Hauptsache nichts Ernsthaftes (wobei ich daran ja in der meisten Zeit eh nicht geglaubt habe).

Was hab ich gelernt?
  • Eine Organisation kann so chaotisch sein, dass man für 3 Untersuchungen a ca. 15 Minuten einen Patienten für 7 Tage ins Krankenhaus sperren muss.
  • Wenn man keine Rote Grütze und keinen Kuchen bekommt, ist man nicht als Privatpatient gelistet.
  • Man begegnet wunderbaren und man begegnet anstrengenden Menschen - und man begegnet auf der Neurologie meist unschönen Dingen aber auch wiederum Menschen, die damit bewundernswert umgehen können.
  • Morgens um 5.00 Uhr ist die Welt auf dem Flur meist noch in Ordnung - Gott sei Dank gibt es allzeit bereite Kaffeeautomaten.
  • Übers Stricken kommen interessante Gespräche in Gang.
  • Bei einer Lumbalpunktion sollte man nicht den Azubi ran lassen.
  • Wenn die HappyPills erst nach der Untersuchung wirken, kann es noch ein schöner Nachmittag werden.
In dem Sinne, Leute bleibt gesund!

PS: Auf die Sache mit dem Handschuh über meinem Fuß hat mich ein Chirurg gebracht - damit konnte ich super mit meinem genähten Fuß duschen.

Samstag, 8. März 2008

Ich kanns, ich kanns!

Es gibt einen irrsinniges Erfolgserlebnis - ich bin geduldiger geworden.

Ich hab gestern fast 3 Stunden auf dem Flur in der Neurologie gesessen und auf mein Bett gewartet und ich habe weder eine Schwester verprügelt oder einen Heulkrampf bekommen noch einen Patienten aus seinem Bett geschmissen - ich war die Ruhe selbst, innerlich und äußerlich. Wirklich.

Und überhaupt war ich zu allen nett, auch als die Krankenschwester mir zweimal einen Zugang legen musste, mit dem Ergebnis, dass dann kein Blut zu entnehmen war und somit ein drittes Mal gestochen werden musste. Das Ganze im übrigen noch, während ich auf dem Gang wartete, was den jungen Mann, mit dem ich ins Gespräch gekommen war, fast umkippen ließ.

Ich war auch nett zu der Bettnachbarin, die ab dem Moment ununterbrochen geredet hat, in dem ich das Zimmer betrat und nicht mehr aufhörte (auch wenn ich mit Frank sprach), bis ich mir vor Verzweiflung um 19.0o Uhr die Kopfhörer aufgesetzt hatte. Sie fing dann nach 21.00 Uhr noch mal an zu Reden - 5 Telefonate bis kurz vor 22.00 Uhr und ich war schon eingeschlafen. Aber ich war trotzdem nett.

Ich war auch nett zu dem Arzt, der nur den Weg zu mir gefunden hat, weil ich nachmittags mal höflich nachfragte, was denn nun mit mir passieren würde. Der Arzt, der den Eindruck machte, zu tief in das Anästhesiemittel gefallen zu sein, redete mit mir ungefähr 20 Minuten, bis ich durch fahnderische Fragenstellung rausgefunden hatte, dass bis Montag nichts mit mir passieren würde. Damit hatte sich auch der Zugang wieder erledigt, den ich mir dann wieder ziehen ließ.

In der chirurgischen Ambulanz heute Morgen (die sollten nur kurz einen Blick auf meinen Fuß werfen) erklärte ich dann 2 Ärzten, was ein Morton-Neurom ist und war auch nett zu der Aufnahmeschwester, die mich anraunzte, weil ich kein Schriftstück von der Station mit bekommen hatte, worauf sich rausstellte, dass es überhaupt keine Informationen zu mir auf der Station gab.

Aber ganz besonders freundlich war ich zu dem Arzt, der mich heute Mittag dann bis morgen Abend entlassen hat - Hafturlaub sozusagen.

Im übrigen trag ich ein schickes Bändchen mit Namen, Geburtsdatum, Einlieferungsdatum und einem Strichcode drauf. Falls ich irgendwo umkippe, kann mir direkt geholfen werden - vorausgesetzt, man hat Informationen über mich.

Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. Es sind wirklich alle freundlich in der Klinik (außer die Rezeptionsdame), auch die Bettnachbarin, die wirklich gesundheitlich stark geplagt ist. Sie sollte nur etwas weniger reden. Die Klinik an sich sollte sich wohl besser organisieren - so jibbt datt nix mit Leute gesund machen, sach ich mal so.

Die Empfehlung einiger Freunde, die Zeit doch zu nutzen und mich zu erholen, muss ich absolut zurückweisen. Das funktioniert so nicht.

Ob ich nur 2 oder 4 Tage für die Untersuchungen benötige, steht in den Sternen, aber ich werde es überleben und noch weitere Geduld erlernen und den ein oder anderen Socken fertig bekommen.

Freitag, 7. März 2008

Suchwörter!

Manu hat in ihrem Blog ja schon über lustige Suchwörter, die auf ihren Blog verweisen, geschrieben. Als ich das heute morgen nachschaute, fand ich u.a. folgende Stichworte:

Kann man Hundebabys wegspritzen lassen? - (Das ist fies,oder?)
möchte 3 tage krank feiern (Ok, dazu gibt es auf meinem Blog sicher keine Bedienungsanleitung)
telefonsex verdienst (Kann ich auch ganz wenig bei helfen.)
ferkel profi bedienungsanleitung (Hä??)
Frühjahrsputz - früher und heute (Und das bei mir - schon lustig.)

Natürlich kommen Morton Neurom, Füsse etc. auch immer gerne vor - und am aller häufigsten: Der Stern, der meinen Namen trägt!

Mittwoch, 5. März 2008

Willi!

Meine Nichte schickt mir gerade ein paar Youtube-Videos als Aufmunterung. Eins davon fand ich besonders schön - aber vielleicht auch nur, weil ich aus dem Rheinland bin. Bitteschön:

Dienstag, 4. März 2008

Pack die Badehose ein, nimm Dein....

... und so weiter.

Mach ich jetzt und verdrück mich mal für ein paar Tage in das Erholungszentrum ähm... Krankenhaus. Es gibt danach sicher einiges zu berichten, also keine Panik, wenn hier mal ein paar Tage nichts los ist. Danach wird um so mehr geschrieben.

Bis dahin!

Eure Anja mit der tauben Wange

Sonntag, 2. März 2008

Das Wörtchen "gleich" und seine Bedeutungen.

Schaut man bei Wikipedia nach, was "gleich" bedeutet, findet man folgende Erklärung: "als Adverb einen nicht näher konkretisierten Zeitpunkt in naher Zukunft". Schaut man dann nach dem Wort "nahe" steht dort "wenig entfernt". Es sind dehnbare Begriffe und so hab ich sie gestern auch erlebt.

Aber von vorne:

Fuß-OP gut gelaufen, ich gehe abends mit meinem Medikamentencocktail früh ins Bett - ein bisschen schummrig ist mir, müde bin ich - aber das hat die Ärztin mir auch prophezeit. Die 2. Thrombosespritze findet bereits ohne inneren Widerstand den Weg in den Bauch. Gegen 22.00 Uhr wache ich auf und spüre im Gesicht ein Taubheitsgefühl. Es fühlt sich genau so an, als ob die Spritze vom Zahnarzt gerade anfängt nachzulassen. Also man hat wieder Gefühl aber nicht so richtig. Ich stehe auf, schaue in den Spiegel, sehe, dass ich alles im Gesicht bewegen kann und leg mich wieder hin. Kommt bestimmt von den Medikamenten, so denke ich.

Am nächsten Morgen ist es immer noch da, ich schaue nach den Nebenwirkungen der Medikamente und finde es dort nicht. Ich bin sorglos, es ist nicht schlimmer geworden und ich bin gleich eh im Krankenhaus zur Nachkontrolle. Dort werde ich das anbringen und man wird mir sagen: "Kein Problem, das hat man schon mal gerne nach einer PDA, das geht in den nächsten Tagen wieder weg".

11.30 Uhr gehts auf ins Krankenhaus, es ist recht wenig los in der Ambulanz und ein noch jüngerer Asisstenzarzt schaut sich meinen Fuß an, während die Ambulanzschwester über das Zeitmanagement des Arztes lästert. Fuß sieht gut aus, Narbe unauffällig - alles prima. "Dr. Fuß" kommt zufällig vorbei, schaut auch noch drauf und ist sichtlich mit seinem Werk zufrieden. Ich hake meinen Fragenkatalog ab und bei dem Taubheitsgefühl schauen mich beide Ärzte unwissend an. "Hmm, sagt Dr. Fuß, kann eigentlich nicht von der PDA kommen, von der Fuß-OP an sich schon mal gar nicht, da müssen Sie heute mal zu nem Neurologen gehen, der soll sich das anschauen. Aber Neurologe an einem Samstag ist schwer, am besten in die Uniklinik."

Ich weiß, das kein Mensch gern in Krankenhäuser geht - in Köln gibt es aber - wenn man das Wort Krankenhaus negativ assoziiert - eine Steigerung, die heißt Uniklinik. Ich berichtete hier im Blog mal über die schicken Zimmer.

Jetzt kommt zum ersten mal das Wort "gleich" ins Spiel. Da meine Krankenakte nicht auffindbar war, sagte die Schwester: Ich komme gleich und schreibe Ihnen die Medikamente auf, die Sie genommen haben, damit Sie das in der Uniklinik zeigen können. Ich glaub, ich hab nen halben Socken fertig bekommen, bis sie 2 - in Worten: zwei - Medikamente notiert hatte.

Frank chauffiert mich direkt in die Neurologie in die Uni-Klinik. Es ist ungefähr 13.00 Uhr. Hier treffen wir auf eine vollschlanke, ungepflegte Dame, die die Patienaufnahme macht. Als ich den Raum betrete, falle ich vor lauter Gestank fast um. Was ist das? Wo kommt das her? Solche Gerüche kenne ich eigentlich nur vom Bauernhof.

Es dauert gefühlte 3 Stunden, bis "Es" meine Daten in den Computer gehackt hat. Zwischendurch wird mal der geduldig wartende Patient an der Glaswand angeranzt - ich meine, es ist auch eine Unverschämtheit, dass er vor dem Fenster stehen bleibt und wirklich geduldig mit seinem Anliegen wartet, bis "Es" ungefähr 3 Grundinformationen in den PC bekommen hat. Ich schaue mich nach der Kamera um, das filmt doch bestimmt jemand, oder?

Wir sind froh, als wir aus dem stinkenden Kabuff raus sind. Setzen Sie sich gleich rechts in den Flur. Frau Dr. kommt "gleich". Ich zucke schon bei dem Wort zusammen - was mag es bedeuten. Ich hab mir die Zeiten nicht aufgeschrieben aber es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis eine noch jüngere, picklige Ärztin auftaucht und mich auf dem Flur, nicht in einem Untersuchungszimmer, etliche Übungen machen lässt. Ich wusste auch vorher schon, dass ich Herr meiner Sinne bin. Es geht mir blendend, nur dieses Taubheitsgefühl.

Naiv wie ich bin, hatte ich auch hier erwartet: Nix schlimmes, gehen Sie mal nach Hause und warten Sie ob es weg geht - oder ja... hatten wir schon mal nach ner PDA, kommt selten vor aber geht wieder weg. Sie sagt mir aber, dass sie gerne ein CT machen würde und sie gehe mal telefonieren, um mir "gleich" zu sagen, wann das gemacht werden könne.

Es kommt ein Notfall dazwischen und ich muss einfach Geduld und Verständnis aufbringen. Ich sag es offen, es fiel mir nicht leicht, obwohl mir klar war, dass es dem Menschen, der da gerade an mir vorbeigeschibbelt wurde, wirklich schlecht ging. Ich war nicht anwesend, als auf dieser Erde Geduld verteilt wurde und die Ratio kämpft gegen die Emotion in meinem Inneren heftige Kämpfe.

Irgendwann kommt Frau Dr. Kücken wieder zu mir und offeriert mir, dass sie mich stationär aufnehmen muss. Sie will ein CT und sie will eine Lumbalpunktion machen. Ich starre sie fassungslos an. Jeglicher Humor ist aus meinen Fasern gewichen. An keiner Stelle hab ich gedacht, dass ich irgend etwas ernsthaftes haben könne und denke es jetzt immer noch nicht. Dafür soll ich im Krankenhaus bleiben und eine Lumpalpunktion bekommen? Ich kenne das, ich hab es öfters mitbekommen als mir lieb ist und ich will das nicht, nicht für ein bisschen Taubheitsgefühl. Alle Fasern in meinem Körper streiken. Ich will nicht verschluckt werden von dem Monstrum Uni-Klinik und ich will nicht, ohne mit einem vertrauensvollen Arzt gesprochen zu haben, eine Lumpalpunktion bekommen. Ich gerate ziemlich aus der Fassung.

Sie gibt mir Zeit zum Überlegen und sie sei "gleich" wieder zurück. Zu dem gleich brauch ich ja nichts mehr schreiben. Ich beratschlage mich mit Frank und entscheide, dass ich das Krankenhaus wieder verlasse. Als ich ihr das mitteile, sagt sie, dass sie "gleich" mit einem Zweizeiler kommt, den ich ihr unterschreiben soll.

Während all dieser Wartephasen kommt "Es" immer mal wieder über den Flur gerollt, jedes mal zieht "es" eine heftige Geruchsfahne hinter sich her. Die ältere Dame, die auch schon im "gleich" verschollen ist und der es auch nicht so gut geht, wird mal direkt kräftig verbal zusammen gefaltet. Neee iss klar - Unverschämtheit, wenn man wissen möchte, wann man dran kommt.

Frank hat das Auto bereits vor einer Stunde fluchtbereit vor die Tür gestellt, auch er ist dem Wörtchen "gleich" erlegen. Wir waren ungefähr 2,5 Stunden in der Uniklinik und die Ärztin hatte in der Zeit sage und schreibe 2 Patienten zu betreuen. Gute Quote.

Ich ruf meinen Hausarzt an, erkläre ihm meinen Fall. Er telefoniert für mich mit einer Neurologin und ruft mich wieder zurück. Ich solle auf jeden Fall ins Krankenhaus, ich solle auf jeden Fall die Lumbalpunktion machen - es könne sein, dass sich Bakterien durch die PDA einen Weg gebahnt haben und das muss dann möglichst innerhalb kurzer Zeit eingedämmt werden.

OK, ich geb mich geschlagen, aber jetzt kann ich zum einen noch meine Tasche packen und eine andere Klinik aufsuchen - alles, bloß nicht in die Uni-Klinik.

Also Tasche gepackt, Kaffee getrunken und ab nach Köln rechtsrheinisch. Ich bin von meinem Hausarzt bereits beim Neurologen angemeldet, damit es schneller geht - haha, guter Witz. Auch hier sitzt ein Monstrum an der Patientenaufnahme. Ich gebe wieder brav all meine Angaben ab und man sagt mir "Dr. Nerv" kommt "gleich".

Frank und ich sitzen wieder brav im Warteraum - nein, ich will all das gar nicht mitbekommen, was ich hier sehe. Ich weiß, dass es schlimme Krankheiten und Unfälle gibt - aber ich will das heute alles nicht mitbekommen.

"Dr. Nerv" kommt nach ner Stunde und macht diverse Untersuchungen. EK prima, Blutdruck super, Reaktionen hervorragend, mir wird ein wacher Geist bestätigt und es wird noch Blut abgenommen. Ich komme "gleich" wieder, sagt er noch und lässt mich hinter der Metalltür einsam zurück.

Ich versuche noch, mich an seine Beine zu hängen und nicht mehr los zu lassen, da ich doch mittlerweile mitbekommen habe, dass "gleich" in Ambulanzen eine gänzlich andere Bedeutung hat als in meinem Leben. Ich entscheide mich aber dagegen, da mit einer solchen Tat der Einweisung wohl nichts mehr im Wege stehen würde, ich hege aufgrund meines "wachen Geistes" ja noch Hoffnung, dass ich doch wieder heim kann.

Ich lese alle Anweisungen zur Hygiene im Behandlungsraum - schön sind diese Zettel auf die Türen geklebt, ich geh hinaus auf den Flur und lese mir alle Informationen am schwarzen Brett durch. Ich versuche, mit dem Pfleger über das Wörtchen "gleich" zu philosophieren, der dazu aber keine Zeit hat. Ich weiß auch, dass ich nicht gerecht bin. Aber ich kann einfach nicht gegen meine Ungeduld an. Es gibt absolut und deutlich schlimmere Fälle in der Notaufnahme und ich bin auch gar nicht erpicht darauf, diesen Status zu bekommen. Das schlimme ist auch gar nicht die Warterei an sich sondern nur die Tatsache, dass man nicht weiß, wie lange man warten muss.

Nach einer Stunde kommt "Dr. Nerv" mit meinen Blutwerten - auch alles in Ordnung. Er bietet mir an, mich stationär aufzunehmen. Die auch schon in der Uniklinik angekündigten Untersuchungen würden einige Tage in Anspruch nehmen.

Ich frage hin und her und wir sind uns einige, dass ich es riskieren kann, einfach mal 2-3 Tage abzuwarten, ob es nicht von alleine wieder weg geht. Sollte das nicht der Fall sein, muss ich doch ins Krankenhaus. Aber bis dahin hab ich mich gedanklich damit abgefunden, mir noch einen krankenhausfähigen Schlafanzug gekauft (ich hätte mal auf meine Oma hören sollen, dass man so etwas immer daheim haben soll) und den MP3-Player aufgeladen.

Er macht mir "gleich" noch die Entlassungspapiere fertig, wir flüchten nach Hause, ich zieh noch schnell normale Klamotten um und ab gehts zu Freunden, auf deren Einladung zu einem gemütlichen Quatschabend wir uns schon die ganze Woche gefreut hatten.

Schlussendlich ist das Taubheitsgefühl immer noch da - ich hoffe nun wirklich, dass ich es mit etwas Ruhe eingedämmt bekomme und der Krankenhausaufenthalt und die Untersuchungen an mir vorbei gehen. Wenn es sein muss, dann ist es aber halt so... aber definitiv nicht in der Uni-Klinik.

Wer bis hierhin durchgehalten hat, bekommt nen Orden. Wenn ich schon keinen Marathon laufen kann, dann absolviere ich den eben im Absitzen in Ambulanzen und Schreiben meiner Blogeinträge.