Samstag, 30. August 2008

Kühlbox!

"Vergess bloß nicht, über die Kühlbox zu schreiben!" ruft Susi mir zum Abschied zu. Wenn ich eins nicht vergessen werden, dann ist es sicherlich die Kühlbox. War das doch der Anlaß für nicht mehr in den Griff zu bekommendes Gegackere, gleichzeitig gepaart mit Entsetzen und dem Kaffee, der mir dabei über die Hose schwappte. Aber von Vorne:

Daniela hatte die sagenhafte Idee, mit uns "Mädels" einen Wandertag zu beschreiten. Jetzt aber nicht einfach so ne ausgesuchte Tour sondern einen richtig organisierten Wandertag von einem Wanderverein. Mit Anmeldegebühr, Stempelchen auf der Wanderkarte, Zitronentee und Marmorkuchen. Recht schnell waren wir uns über Termin und Ziel einig. Brühl!

Wir sind Frau Holle/Daniela, Sam/Sabine, Bonsai/Susi und meine Wenigkeit. Auf dem Weg zum Startpunkt muss ich eigentlich nur den Autos hinterher fahren, in denen Frauen mit grauen Vogelnestern auf dem Kopf sitzen - also den klassischen Frisuren (kurz/mit Lockenstab oder aufgedreht in Form gebracht - Vogelnester halt).

Für 1,50 Euro gibt es zwar keine Startnummern aber dafür ein kleines Kärtchen mit auf den Weg und los gehts, flotten Schrittes auf die 20km-Strecke (6 und 10 km sind UNS doch zu popelig). Dass die Nacht vorher mit nur 4 Stunden Schlaf recht kurz war, merke ich kaum - so angeregt plappern wir durch die Gegend und suchen strammen Schrittes die erste Stempelmarke in der Erwartung auf o.g. Verpflegung. Da wir es mit 4 Leuten nach Sams Einschätzung nur schaffen, die Altersgrenze lediglich im Promillebereich senken, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass wir nach und nach Leute einsammeln, um hier mal im Läuferjargon zu bleiben - also wir überholen permanent.


Susi bemerkt - nicht zu leise, damit wir uns auch wirklich blamieren - dass die Truppe vor uns doch nun bald mal zu überholen sei, schließlich seien sie - um hier politisch korrekt zu bleiben - trotz jüngeren Alters von der Natur nicht allzu gut bedacht worden. Irgendwie wird der Rest der Strecke ein ewiger Wettlauf mit dieser Truppe.

Am ersten Verpflegungspunkt Kaffee und Cola sowie Zitronentee (den gibts "for free") einverleibt und schnell weiter. So sammeln sich Kilometer um Kilometer an, der 2. Bärchenstempel mit Pause und trockenem Kuchen und wieder ab in die Schuhe. Wir laufen an ungezählt vielen Seen vorbei, sehen Schwäne, riesengroße Hechte, dicke Männer, die angeln und viele LäuferInnen, die uns entgegen kommen. Zum Zeichen, das auch ich "eigentlich" zu dieser Spezies dazu gehöre, wackle ich ständig mit meinem FR durch die Luft, wenn wieder eine/r kommt.


Dann kommt die 3. und entscheidende Pause - es gibt wieder Kaffee, es gibt wieder Zitronentee und als ich gerade mein Umsonstgetränk zapfe, kommt ER. Also ich glaube, ich nenne ihn Tuppes, weil dieser Name für den Kölner alles beinhaltet. Er trägt einen Schnurrbart, er trägt einen fallschirmseidenen Trainingsanzug und er fragt nach der Temperatur des Tees. Nein, er behauptet direkt: "Dä iss doch bestimmt wärm". Nö, sag ich, der ist in Ordnung, keine Kölsch-Temperatur aber auch nicht warm. "Nä, dä muss Kölsch-Temperatur haben. Die müssen datt doch in der Kühlbox verwahren." sprichts und bestellt sich ein Kölsch (sicherlich nicht sein erstes an diesem Tag). Er fängt mit aller Ernsthaftigkeit, die ein Tuppes an den Tag bringen kann, sich beim Orgateam zu beschweren, dass weder Zitronentee noch das Kölsch in einer Kühlbox gelagert werden. An dieser Stelle möchte ich in Erinnerung rufen, dass das Startgeld 1,50 Euro beträgt, dafür viele Menschen viele Pfeile in den Wald gemalt haben, wir uns mitten in diesem Wald an einer Schutzhütte ohne elektrischen Strom befinden und uns trotzdem diverse Getränke für fuffzisch Cent und Frikadellen und sonst noch viel Kram zur Verfügung stehen..... Also ich dachte immer, solche Leute sitzen mit ihrem fallschirmseidenen 80er-Jahre-Trainingsanzug auf einer grünen Cordcouch und gucken sich Vera am Mittag an. Nee, die wandern noch - vielleicht weil es dort so eine günstige Verpflegung gibt? Keine Ahnung. Aber an irgendeinem Punkt seiner Beschwerde bekam ich einen kurzfristigen Lachanfall mit Kaffee über der Hose und so.

Ich glaube, wir waren dann so angealbert, dass wir uns noch die bösen Blicke von einem älteren Herrn (ok, die waren alle älter) auf uns zogen - könnte aber auch sein, dass er noch nie ne Frau mit Piercings gesehen hat. Sein böser, vernichtender Blick ruhte nämlich doch sehr häufig auf Frau Holle.

Uns wurds zu bunt und wir hatten Angst vor unserer Verfolgertruppe und machten uns auf die letzte Etappe auf.

Nach 20km gabs Reibekuchen, Würstchen, Cola, Kuchen, Kaffee - alles wieder für ein paar Pfenning. Wenn Daniela nicht die Teller in den Müll schmeissen würde, dann würden die Leute auch zumindest nicht draufzahlen.


Frau Holle ersteht für ganze 2 Euro ein Wanderheft und lässt sich das gefühlte 15 Minuten vom Abzeichenwart erklären, während mir hinterrücks ein Herr verständlich macht, dass das alles Geldmacherei sei und mir dabei ausführlich sein Erinnerungsheft mit Bildchen, Stempeln und allem möglichem zeigt - ich wusste gar nicht, dass Wandern so komplex sein kann. Schließlich bietet er mir noch an, so ein Heft für 1,00 Euro zu kaufen, er hätte welche im Auto. Wir lehnen dankend aber kommen aber zumindest über ihn an ein Foto mit der gesamten Truppe.


Ich könnte jetzt noch viel erzählen über den Stempelwart und über Reibekuchen-Jupp und so weiter... aber das würde zu lange werden.

Gerne gehe ich wieder mit Euch zum Wandertag, neben viel Essen für wenig Geld gibt es ne Menge zu sehen und 20km Wandern ist doch deutlich weniger anstrengend als 20km Laufen, selbst wenn wir zügig durchgelatscht sind.

Mittwoch, 27. August 2008

Mein Olivenbaum blüht rosa!

Ich hab nichts zu schreiben, nichts, dass es wert wäre, in meinen Blog zu rutschen. Das erzähle ich Marion während der Mittagspause. Nicht, dass ich zwingend Themen für den Blog suchen würde, die springen mich ansonsten immer so an. Ich Moment springt aber nix - so dachte ich.

In dem Moment nahm das Drama schon seinen Lauf - wir waren bei dem goldenen M (und kurz vorher hatte ich noch behauptet, dass ich mich gesund ernähren wolle... ach, was interessiert mich mein Geschwätz von vor 2 Minuten). Auf jeden Fall hatte sie sich Mayo mit zu der kleinen Pommes bestellt (Marion bestellt immer von allem was Kleines und isst dann davon auch nur ein Drittel).

Sie reißt und rupft an der Verpackung rum - geht nicht auf. Wahrhaft will sie versuchen, das Objekt mit zudrückender Faust zu öffnen, ich rutsche schon halb unter den Tisch. Ehrenhaft ergreife ich die Tat und reiße zumindest einen Teil der Verpackung ab. Triumphierend reiche ich das Tütchen rüber. Nix geht, war falsch, Öffnung nicht getroffen.

Während ich mich wage, in meine bestellte Kalorienbombe zu beißen, nimmt sie ihr Zahnwerk zur Hilfe und verschluckt dabei schon die halbe Verpackung. Allein der Gedanke, wer das Tütchen vorher in der Hand hatte, lässt in mir leichte Übelkeit hochkommen, ganz zu schweigen von dem Anblick des vollschlanken Herren mit Männerhandtasche, der sich gerade parallel ein doppeltes Maxi-Menü reinpfeift.

Irgendwann kommt ein leises Jubeln aus dem halb mit Mayotüte zugestopftem Mund: "Spfmekt nach Mayo, iff habfs aufbekommen". Die ausgedrückte Mayo landet halb auf dem Papier und halb auf dem Tablett ("Wer hat da was vorher abgelegt? " denke ich neurotisch) - ich sach nix, denk ich mir weiter und schieb mir meine Pommes und den Burger rein.

Schön an der Sache war, dass ich die restlichen Pommes von Marion auch noch essen konnte - gerne aber ohne Mayo.

Als ich nach Hause kam, strahlte mich Roberta an - ok, ich hab sie hier schon mehrfach gezeigt. Aber diese Blüte ist so wunderschön und ein bisschen mehr rosa als die anderen. Und irgendwie sieht es auf dem Foto aus, als ob der Olivenbaum blühen würde - wenn man ganz genau hinsieht, kann man im Hintergrund sogar die kleinen Mini-Olivchen sehen.

Morgen früh geh ich wieder laufen, dann wird der Burger und die Pommes ohne Mayo abtrainiert.

Freitag, 22. August 2008

Langsamer....

.... blinkt es auf dem Display und das Ganze wird auch von wilder Piepserei unterlegt.

Was ist passiert? Ich hab den nächsten Schritt in meiner Beziehung zum Forerunner gewagt, ich hab mein Training dort eingegeben, meine Trainingsbereiche und bin dann quasi mit Ansage meines virtuellen Trainers die Strecke abgelaufen.

Schon cool, was das Ding so alles kann.

PS: Ich hab für dieses Jahr meine 500er-KM-Marke überschritten. In Anbetracht dessen, dass ich erst seit 5 Monaten nach der Fuß-OP wieder laufen kann, bin ich damit doch sehr zufrieden.

Mittwoch, 20. August 2008

Pläne!

Nachdem ich selbstständig und völlig überraschend meine Pulsuhr wieder zum Leben erweckt habe, gab es jetzt 3 Läufe zum Überprüfen der Pulswerte.

Und was soll ich sagen: Die Pulswerte passen exakt auf die Tempoeinheiten, die ich - mit Michis Hilfe - für meinen Plan zurechtgeschustert habe.

Geht doch... und überhaupt. Jetzt kann ich das Teil erstmal wieder daheim lassen und dann ab und an überprüfen.

Wie war das noch mit: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert."

So, und jetzt wird gedehnt!

PS: Ich kann mittlerweile sogar locker 7er Tempo und langsamer laufen - gut wa?

Sonntag, 17. August 2008

Ein perfektes Wochenende!

Wie sieht ein perfektes Wochenende aus?

Vielleicht so:
  • Freitag Abend, flotte Radtour mit meiner lieben Freundin Bine, danach zusammen locker ein paar Sachen in den Wok schmeißen und bei nem guten Rotwein über Gott und die Welt faseln.
  • Samstag eine ausgedehnte gemütliche Radtour mit dem Liebsten, die Reste vom Vortag essen und wiederum mit einem guten Glas Rotwein den Tag auf dem Balkon ausklingen lassen.
  • Sonntag früh 13km im herrlich-frischen und hellen angehenden Tag laufen und so langsam die angespannten Muskeln der Woche wieder vergessen können.
Heute Nachmittag wird dann auf der Pferde-Rennbahn noch gezockt (ok, ich schaue den anderen lieber zu), gut gegessen und vor allen Dingen nach verrückten Garderoben Ausschau gehalten.

Euch ein schönes Restwochenende!

Donnerstag, 14. August 2008

Lohleif!

Diesmal geht es in den Süden. Wenn es eben passt, verbinde ich das mit einer Teilnahme beim dortigen Lauftreff - wegen der Menschen und wegen des Schweinsbratens. Die Reihenfolge stimmt in diesem Fall.

Wir laufen vom schönen Gasthof über die Autobahn in den Wald und ich bin froh, dass die Damen und Herren mich trotz GPS nicht allein im Wald haben stehen lassen - dort hätte ich nie raus gefunden. Die Ortsansässigen selbst waren ja schon einigermaßen verwirrt. Meine Muskeln jaulen aufgrund der 900km, die ich gefahren bin - autsch, so fühlt es sich an, wenn man alt wird.

Es wurde geratscht (um beim Dialekt zu bleiben) - ich bekam meinen Schweinsbraten (in Kinderportion) und es war ein rundrum schöner Abend - wie immer halt. Ich werde aber wohl nie verstehen, wieso Ihr Kümmel in den Salat macht - aber mittlerweile kann ich es zumindest essen.

Wie man auf dem Foto sieht, gibt es tatsächlich ernste Gespräche und ich danke alles Zuhörern für die Gruppentherapie.

Am nächsten Tag schmeißt mich der Wecker um 5.00 Uhr aus dem Bett. "Eigentlich" wollte ich ja früher los aber der Körper verlangte nach Schlaf.

Kaum auf der Autobahn blinkt mich ein Lämpchen im Mäusekino an. Die Verdrängungsstrategie funktioniert nicht lange, eine Öllampe auf über 500km zu ignorieren, ist wohl nicht so gesund. Spätestens jetzt meldete sich das schlechte Gewissen, dass ich beim neuen Auto noch nicht geschaut hatte, wo denn der Ölmessstab ist und wie überhaupt die Motorhaube aufgeht - Frauen halt. Zu meiner Verteidigung muss ich aber anführen, dass ich 9 Jahre lang Autos vom "Nichts ist unmöglich" gefahren habe, selbstverständlich ohne jedwede Vorkommnisse - dass jetzt der Wagen fürs Volks so schnell Wehwehchen hat, hab ich nicht gedacht - und das so weit von zu Hause weg - bäh!

Auf dem nächsten Rasthof erst Anleitung gelesen, damit ich mich nicht so gänzlich blamiere und siehe da - die Lampe hat Recht - kaum noch Öl im Motor.

Auf die - wohlgemerkt mit etwas hilflosem Blick unterlegte -Frage, welches Öl ich denn nehmen sollte, murmelte der Urbayer mir etwas von "Lohleif" ins Ohr - und ob ich denn Lohleif-Öl im Motor hätte. Keine Ahnung, das Auto hat knapp 15.000 km gelaufen, war noch nie zur Inspektion - woher ich das denn wissen solle - wildes Augengeklimper unterlegt meine absolute Unwissenheit.

Endlich kann ich ihn erweichen, dass er sich mit mir zum Auto begibt. Er findet keinen Zettel, ob denn nur Lohleif oder was auch immer drin ist. Ich frage zum 5. mal, ob es denn schlimm sei, wenn man das mischt, worauf er sagt, dass ich kein normales Öl in Lohleif kippen kann aber Lohleif in normales Öl. Diese Logik erschließt sich mir nicht und ich bitte ihn, mir dann doch dieses Lohleif zu geben - worauf er immer abwehrt, dass das doch so teuer sei.

Ich geb zu, dass mich der Preis eher sekundär interessierte. Ich bin nicht so früh ohne Frühstück und Kaffee auf den Beinen, weil ich das mag, sondern weil ich zeitig bei der Arbeit sein will und die ist noch 500km entfernt. Ein erneuter Blick ins Boardbuch sagt mir, dass ich - sollte ich die Longlife-Garantie beibehalten möchte, auch weiterhin Longlife-Öl benutzen soll. Na, wer sagts denn - er darf sein Lohleif einfüllen, ich bedanke mich mit einem Augenzwinkern und einem Trinkgeld und fahre mit Lohleif Richtung Heimat.

Sonntag, 10. August 2008

Dreiviertelhalbmarathon - schäl Sick im Regen!

Tja, Distanzen gibt es, die gibt es gar nicht. Ich könnte auch sagen, ich bin 15km gelaufen - könnte ich - Dreiviertelhalbmarathon hört sich aber doch besser an, oder?

Zum 3. Mal laufen wir den GAG Erlbnishalbmarathon als Firmenstaffel in Köln-Mülheim. Jedes Jahr neue Besetzung. Die Versprechungen "ja, das war toll und nächstes Jahr sind wir wieder mit dabei" scheitern an verschiedensten Gründen. Irgendwie kann ich immer und eine weitere "Erfahrene" war mit von der Partie.

Klar war, dass wir nicht auf Zeit laufen - wir machten das diesmal anders. Karen fängt als erste an, übergibt mir nach 6km den Staffelstab und wir laufen dann die komplette Strecke gemeinsam bis zum Schluss. Meine ersten 6km im 6er-Schnitt und danach im gemütlichen 7er-Schnitt.

So wird es gemacht (bzw. fast - wir pendeln uns auf 6:30 ein). Dass der Regen immer stärker wird, stört uns nicht im Geringsten. Meine Befürchtung, dass das Baumwoll-Firmen-Shirt nach 5km bis zu den Knien hängt, tritt auch nicht ein.

Es machte einfach rundrum Spaß. Wir erreichen das Ziel als eine der letzten Staffeln - so what. Geärgert hat mich nicht, dass der Start um 30 Minuten verschoben wurde (die Nachmeldeanzahl war zu groß) sondern einzig und allein nur, dass der einzige Fotograf an der Strecke genau dann das Akku wechselt, wenn wir vorbei laufen. Dabei hatten Karen und ich uns quasi schon in Pose gesetzt.

Die kommende Woche werden die Knochen geschont. Keine Tempoläufe, das hab ich ihnen versprochen. Es zwickt an verschiedensten Stellen aber nicht ernsthaft - soweit also so gut!

PS: Für alle Nicht-Rheinländer, hier die Erklärung zur Schäl Sick! Ich hab nämlich schon mal Bayern gehört, die meinten, das sei eine Krankheit.

Samstag, 9. August 2008

Radfahren in Etappen!

Es sind ca. 80km bis zu meinen Eltern. Besucht werden sollen sie - zum Frühstück bin ich angemeldet - alles mit dem Rad zu fahren, halte ich im ersten Schritt für zu umfangreich. Deshalb in einzelnen Etappen und mit der Möglichkeit zum Rückzug.

Der Bäcker öffnet schon früh, so kann ich um 7.00 Uhr bereits hier Brötchen kaufen, um diese mit in die Eifel zu schleppen. Der Schnürsenkel des rechten Schuhs verfängt sich in der Kette, ich will anhalten, um ihn zu lösen und meine Gehirnwindungen sind wohl noch nicht so wach, dass sie es erfassen können, dass der rechte Fuß nicht in der Lage ist, den Boden zu betreten. Und so passiert mein erster Fahrradunfall nach 2 Wochen mit dem neuen Rädchen Samstag morgen um 07.00 Uhr, kurz hinterm Bäcker. Sehr unspektakulär falle ich aus dem Stand um. Ich stütze mich ab und direkt ist mir klar, dass das keine gute Idee war. Wahrscheinlich bin ich mit einem blauen Auge bzw. einer Überdehnung oder Verstauchung davon gekommen. Die Hand ist beweglich aber an den Gelenken etwas geschwollen und schmerzhaft.

Beim Rad fahren tat es aber nicht weh, so hab ich mein Unterfangen nicht nach den ersten 300m schon abgebrochen.

Die Hasen am Rhein flitzen über den Radweg und zweimal rettet eine Vollbremsung deren Leben. Ansonsten ist es um die Uhrzeit wunderbar friedlich auf den Rheinwiesen.

Auch Industriestädte haben schöne Ansichten.


Die erste Etappe geht bis zum Dom, um von dort mit dem Zug einen Teilabschnitt zu fahren.

Auf in den Eifel-Express (der Zug heißt wirklich so). Allerdings hatte ich nicht als einzige die Idee mit dem Rädchen Richtung Land zu fahren - halb Köln will mit den Drahteseln in den Zug. Man kommt sich näher und ich darf - mit stolzgeschwellter Brust - auf Nachfragen meinen schwarzen Blitz erklären (wobei ich heute eher weniger blitzartig unterwegs war).

Irgendwann auf der Strecke zwischen Köln und Eifel steige ich aus und fahre die nächste Etappe. Das Land ist flach und voller Rüben- und Kartoffelfelder und ganz am Horizont wölben sich die ersten Hügel der Eifel in die Höhe. Dort muss ich hin.

Halb verhungert, bin ich froh ums Frühstück und nach einigen Plaudereien, Begutachtung der Tomaten und Rosen in Elterns Garten bieten meine Eltern an, mich auf dem nächsten Teilstück zu begleiten - schöne Idee und gut, wenn die Eltern fit wie Turnschuhe sind (ich muss das sagen, bald sind meine Eltern online und dann sollen sie ja was nettes lesen;-))


Wieder ein Stück mit dem Zug, noch mitten in die City rein, Helm, Handschuhe und Rad-Kleidung gekauft (im Moment hat Karstadt-Sport aber wirklich gute Angebote) und ich komme überhaupt nicht auf die Idee, von der Innenstadt den ÖPNV zu nutzen. Behelmt und behandschuht gehts Richtung Heimat. Meine Etappentour umfasste 73km, ich bin redlich kaputt (was aber auch am absoluten Schlafmangel liegt) und sehr, sehr zufrieden mit meinem neuen Spielzeug. Die anfängliche Problematik mit dem Nacken scheint sich sehr schnell aufgelöst zu haben.

Ob diese Tour für den morgigen Firmen-Staffellauf zuträglich war, mag ich mal bezweifeln aber wir machen das ja "just for fun". Wenn das Wetter mitspielt, gibt es vielleicht ja auch noch ne kleine Erholungsradtour und dann werde ich Montag mal einen absoluten Sportabstinenztag machen. Studio geht mit der Hand jetzt grad wohl gar nicht. Gleich gibts kalte Umschläge auf die Tatze!

Donnerstag, 7. August 2008

Roberta ist wieder da!

Nachdem Sie - erschrocken durch den Umzug in den großen Topf und wahrscheinlich auch durch nasse Füße - alle Blüten von sich geschmissen hat, kommt sie wieder - in voller Pracht und mit ganz vielen Blüten.


Und kaum da, lässt sie auch schon wieder die ersten Blütten fallen, tsss....

Sonntag, 3. August 2008

Woman's Run in Köln!

Wie frau auf die Idee kommt, sich bei einem Women's Run anzumelden, weiß ich nicht so genau. Gemeinsam mit über 2.000 Frauen - davon die meisten in pinkfarbenen Shirts gekleidet - an einem Ort zu sein, bringt das Hirn ganz schön durcheinander.

Der Mensch an sich orientiert sich automatisch an den Menschen um sich herum, sortiert sich ein (Alter/Gewicht/Aussehen) und weiß, wo er sich in der Gruppe befindet - so die einfache Erklärung, über das ich mal irgendwann einen schlauen Bericht gelesen hab.

Ich komme ins Schwitzen - bei so vielen Frauen und dann auch noch in pink - meine rechte Gehirnhälfte ist so am Rudern, dass die linke ihr sagt, sie soll es lassen. Hier bekomme ich mich nicht einsortiert, frage mich aber, wie es den frauenbegleitenden Männern so geht.

Der Sprecher auf der Bühne auf jeden Fall hat irgendwie angesichts der pinken Übermacht wohl leichte Aussetzer zu verzeichnen. So faselt er ständig was davon, dass Frauen nur langsam laufen und Männer die ambitionierten und technikversierten Typen sind und versucht im Prinzip die Männer dazu zu bewegen, sich mit den armen, langsamen, nichtsahnenden Frauen zusammen zu tun und es wäre doch auch ein tolles Erlebnis, mal im 7:30er Schnitt mit der Frau einen Sonntagslauf zu machen. Aha, so sieht das also aus, dann weiß ich ja Bescheid. Michi und ich - gerade in der Schlange, um die Laufunterlagen abzuholen, nicken uns wissend zu.

Bis man mal alle Laufunterlagen, pinken Shirts (die wir nicht anziehen), Socken, Zeitmesschip (meiner war verlustig gegangen) usw. usw hat, vergeht die Zeit. Marion, die Dritte im Bunde, ist mittlerweile auch eingetrudelt. Michi und ich laufen uns eine Runde ein, versuchen irgendwie die Streckenführung zu verstehen (ok, wir sind ja Frauen, wie soll das funktionieren) und finden es etwas befremdlich, dass wenige Meter vor dem Zieleinlauf 5 Treppenstufen sind.

Zeitig sind wir am Start und stellen uns - weil wir wissen, wie das bei Frauen so ist - absolut weit vorne auf. Wir laufen nicht gemeinsam, Michi läuft 5km, Marion 8 aber langsamer als ich, ich ebenfalls 8km.

Ein paar Karnevalslieder, damit auch die Letzte versteht, dass wir in Köln sind und pinke Luftballons verkürzen die Zeit. Ich hab Spaß und hopse auf der engen Stelle rum, Marion ruft nach Kölsch und der Startschuss fällt, wir preschen los. Selbst hier ganz vorne ist es eng und man muss sich erst seinen Weg bahnen.

Ich lauf los, einfach so, grob im Kopf was gehen könnte - vielleicht 45 Minuten auf die 8km. Der Garmin spinnt die ganze Zeit schön rum, wir laufen viel unter Brücken/Unterführungen durch, so dass er ständig den Kontakt verliert - auf die Zeiten kann ich mich nicht gut verlassen. Ich versuche einfach eine Geschwindigkeit zu laufen, von der ich denke, dass ich sie 8km durchhalten kann.

Was ich nicht bedacht hab und was wirklich, wirklich schwer war, waren die Treppen unterwegs. Nach ungefähr 1,5km kamen die ersten auf die Deutzer Brücke, nach ca. 3,5 ziemliche heftige auf die Hohenzollernbrücke hoch. Die Luft wird dann ziemlich eng und ich benötige die leichten "Berg"abläufe am Ende der Brücke, um wieder Kraft zu bekommen.

Der Helfer an der Hohenzollernbrücke spielt mit seinem Leben, indem er, als ich vorbei komme, zu einer Frau sagt, die die Strecke queren will: "Das hier ist jetzt schon bald der Schluss, da kommen nicht mehr viele." "Dilettant", ist mein Gedanke, ich laufe höchstens in der Hälfte, vielleicht sogar noch weiter vorne aber ganz sicher nicht am Ende. Mein Blick auf der Brücke ins pinke Läuferinnenfeld bestätigt das.

Nach gut 5km geht es zurück zum Start-/Zielbereich. Als ich ungefähr 5,5 km hinter mir hab, kam die erste Frau ins Ziel - Respekt. Die letzten Kilometer werden sehr anstrengend - ich nehme die Leute am Rand nur noch schemenhaft wahr und versuche mich darauf zu konzentrieren, die mittlerweile eingetretenen Seitenstiche wegzuatmen und noch irgendwie würdevoll und ohne Gehen ins Ziel zu kommen - da triffts mich gewaltig: Treppen! Wir müssen noch mal die Treppen zur Hohenzollernbrücke (diesmal an der anderen Seite) hoch. Ich schimpfe laut - aber nützt ja nichts.

Meinen Garmin drücke ich bei 8km bei ca. 44:30 - Punktlandung.

Meine Rundenzeiten sind sehr gleichmässig - interessanteweise auch am Ende, als ich gefühlt schleiche (kann ich es also doch) und meine Gesamtpace ist 5:33: Ich komme als 137 von 721 8km-Läuferinnen ins Ziel und werde 23. meiner AK (von 112).

Die Nettozeit beträgt 45:55 auf 8,3 km, die es dann wirklich waren.

Ich falle Michi in die Arme, die mir schon Wasser reicht und benötige ne Ewigkeit, bis ich wieder in der Lage bin, ganze Sätze zu sprechen.

Das gemeinsame Kölsch fällt der langen Warteschlange und den chaotischen Verhältnissen bei der Kleiderbeutelrückgabe zum Opfer, das ist aber auch der einzige Kritikpunkt.

Für die 18 Euro Startgeld gab es ein pinkes Shirt, Laufsocken, eine pinke Tasche mit sehr brauchbarem und teurem Inhalt, Getränke, Obst und eine gut organisierte Veranstaltung. Ich wäre gerne noch länger geblieben, um ein wenig zu feiern, aber das Hausfest wartete auf mich und ich konnte den Abend in netter Gesellschaft mit ein paar Kölsch zu Ende gehen lassen.

Jetzt gönne ich meinen Gräten eine schonende Woche ohne Tempoläufe und freue mich jetzt schon auf den Brückenlauf im September - da gibts noch mehr Treppen zu laufen, das sollte ich mal üben.

Zusatz:

Auf unserer heutigen Radtour konnte ich diese Aufnahme machen und Frage an Marion/Michi - erinnert Euch das an was?