Sonntag, 30. August 2009

~ Das Bergische, schwarze Bohnen und Kürbis! ~

Ins Bergische - letztendlich nur eine Armlänge von uns - gehts heute wieder zur Wanderung. Wenig Text heute von mir, lieber nur die Fotos:

Landschaft, so weit das Auge reicht!

Auf dem Bauernhof möchte ich weder Kuh noch Bauer sein - auf den Fotos ist gar nicht festzuhalten, in welch erbärmlichen Zustand dieser Hof ist. Und es standen dort ne Menge Milchkühe rum.


Und dann war es aber auch schon wieder schön!
Selbst die olle Bank ist schön.


Im Bergischen gibt es einen Ort, der Büddelhagen heißt - würde man ja eher in Friesland vermuten, oder? Büddelhagen ist hübsch, schätzungsweise 15,2 Einwohner.

Für die Statistik - 14,5 km, 270 Höhenmeter, 3,05 Stunden.

Gekocht und gebacken wurde natürlich auch wieder. Hier ein Rezept, das mir besonders gut geschmeckt hat, abgeschaut bei der Seite Fatfree Vegan Kitchen. Blöderweise war das Akku vom Fotoapparat alle aber ich hab ja eh auf die Seite gelinkt, von der ich das Rezept habe und sage, dass meins genau so übel aussah ich aber nicht hätte ansatzweise so schön fotografieren können.

Also hier das Rezept mit kleinen Abänderungen, also genau so, wie ich es gemacht habe:

Kürbis- und Schwarze-Bohnen-Auflauf

345ml (ja, ich meine wirklich ml - ich muss hier amerikanische Maße übersetzen) gekochte schwarze Bohnen (alternativ abgegossene Dosenbohnen... würde ich ja nie machen;-)))
115ml Mais - ich hab auch hier frischen genommen
1 Zwiebel, gehackt
1/2 Paprika in kleine Würfel geschnitten
1 TL Cumin
1 TL Rosenpaprika
1/2 TL Chillipulver
1 kleine Dose Tomaten - hier die Tomaten von der Sauce trennen und Sauce separat aufbewahren

1/2 Hokkaidokürbis

170ml Sojamilch
120ml Hefeflocken
3 Esslöffel Speisestärke
1/2 TL Salz
1/2 TL scharfen Senf (danke Hase)
1/2 TL Rosenpaprika
1 TL Tahin

Schwarze Bohnen und die nächsten 8 Zutaten in einer großen Schüssel mischen und beiseite stellen.

Den Kürbis waschen, Entkernen (den Hokkaido braucht man nicht schälen) und in dünne Scheiben schneiden.

Den Ofen auf 220°C vorheizen. Eine Auflaufform (ich hab ne runde genommen) mit Öl auspinseln. Ein Drittel des Kürbis auf den Boden legen und mit Salz und Pfeffer bestreuen. Die Hälfte der Bohnenmasse auf die Kürbislage packen und dann wieder 1/3 des Kürbis fein verteilen - salzen und pfeffern. Die zweite Lage Bohnenmasse drauf und mit Kürbis abschließen.

In einem Mixer den Tomatensaft (ungefähr 115ml), die Sojamilch und die restlichen Zutaten gut mischen (ich habs per Hand mit einem Schneebesen gemacht). Über die letzte Lage Kürbis geben, abdecken (ich hatte eine Auflaufform mit passendem Glasdeckel) und 30 Minuten backen. Dann den Deckel (oder die Folie) entfernen und 20-30 Minuten weiter backen, bis die Sauce dick ist und Blasen wirft.

Ich kann mir vorstellen, dass man dazu wunderbar auch Maisbrot oder/und Reis essen kann. Ich habs ohne alles gegessen und es war echt lecker.

~ Sie ist da! ~

Sie ist rot, sie ist schnell, sie ist stark - sie ist meine neue Küchenhilfe.

Dazu präsentiere ich das sonntägliche Backwerk, was ganz sicherlich besser durchgeknetet wurden denn je.

Daneben kann das gute Stück noch schnitzeln und hächseln und etwas verspätet wird meine Getreidemühle noch eintreffen.

Macht schon Spaß so ein Spielzeug!

Sonntag, 23. August 2009

~ Der Rheinsteig, mit und ohne Tier und 3 verrückte Frauen! ~

Das Frollein und ich hatten bereits 2 vermasselte Anläufe, die erste Etappe des Rheinsteigs zu bezwingen, die in Bonn startet. Jedes mal sind wir von schlechten (also richtig schlechten) Wetterverhältnissen abgehalten worden. So ein bisschen Regen hätte uns nichts ausgemacht aber es waren jedes mal Weltuntergansszenarien, die uns kurzfristig haben absagen lassen.

Also war für mich klar - da liegt ein Fluch drauf - also gar nicht mehr planen sondern einfach tun. So ergab sich eine megakurzfristige Wandervereinbarung von Freitag Abend auf Samstag früh. Hase, Frollein und Blumenmond auf der ersten Etappe des Rheinsteigs. Ich gebe zu, dass meine pedantische Ader hier wieder durchkommt. Hatte ich mir/uns vorgenommen, die erste Etappe zu laufen, wird überhaupt nicht reflektiert, dass das eigentlich die unschönste ist. Das Rheintal ist so wunderbar und Hase bekommt ständig nur die Aussicht auf den Posttower zu sehen. Wie dem auch sei, nach gefühlten 2 Stunden und 10 Kilometern (in Wahrheit war es wohl weniger) sind wir endlich im Grünen und werden nur noch ab und zu von Autobahn und Ausblicken auf den Posttower gestört.

Zur Wanderung ist insoweit nicht viel zu sagen - es ging rauf, es ging runter - es gab eine schöne ausgiebige Rast mit allerlei Leckereien und bestem Brot von Frollein Holle mitten im Wald. Es gab eine kurze ungemütliche Rast mit flockender Sojamilch auf dem Petersberg und die Vernunft von Hase ließ uns den Geisberg nicht mehr erklimmen, sondern entlang der Bundesstraße nach Königswinter zurückgehen. Das Ganze brachte uns 23,24 Kilometer und 750 Höhenmeter auf die Uhr. Dafür dass ich letzte Woche wegen 16 Kilometern so rumgejammert hab, fand ich das insgesamt sehr befriedigend. Das Aufstehen heute früh war gar nicht schlimm und auch "Es" benimmt sich ganz gut. *freu*

Am Bahnhof angekommen, nur noch folgendes Szenario, so mitten aus dem Leben im Rheinland:

Eine 4köpfige Frauengruppe im Alter Mitte 60 versuchte, an einem defekten Fahrkartenstempel auf Teufel komm raus ihre Karte abzustempeln. Die Vorstellung, von einem Kontrolleur ohne abgestempelte Fahrkarte "erwischt" zu werden, trieb ihnen förmlich die Panik in den Nacken. Daneben erwarben 6 Amis ihre Fahrkarten - es war nicht zu überhören, dass die NICHT die Landessprache redeten. Die Damen aber - trotz mit sich selbst und ihren Fahrkarten beschäftigt - dachten auch noch für diese Besucher unseres Landes mit und sprachen im breitesten Bönnsch auf die Herren ein: "Halllllo, Sie müssen Ihre Fahrkarte abschhhhtämpäln, bevor Se in den Zuch gehen, sonst sind die nischt gültisch." Was diese Information sollte, obwohl der Stempel ja augenscheinlich defekt war, erschloss sich uns jetzt nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass die Karten von dem Automaten bereits entwertet sind, der Tipp also inhaltlich auch falsch war. Einer der Amis antwortete: "Tschuldigung, ick schräche kein Deutsch", worauf eine der Damen energisch auf den Entwerter deutete und nur noch "Dä" sagte. Echt zum Hinkugeln.

Zu erwähnen ist ansonsten noch, dass das Frollein beobachten konnte, wie ich angesichts einer sehr anhänglichen Wespe einen Wespenverteidigungstanz darbot. Hat mir nichts genützt, zu Hause angekommen und mit knurrendem Magen noch ein leckeres Kartoffel-Blumenkohl-Curry gemischt, wurde ich beim Abräumen von einer Wespe gelinkt, indem ich sie nicht gesehen und auch nicht gespürt hatte. Sie hatte sich wohl am Oberarm (Innenseite) niedergelassen und als ich dann die Spülmaschine bestücken wollte, fühlte sie sich wohl etwas gestört und stach zu. Und dann weiß man wieder, wozu man Blogs liest. Ich erinnerte mich an Lizzys Beschreibungen, griff direkt zum Kühlschrank, Zwiebel raus, durchgeschnitten, auf den Stich gepackt und letztendlich hat es zwar ziemlich weh getan (das war mein erster Stich einer Wespe/Biene) aber es ist nichts angeschwollen und ich reagiere offensichtlich nicht allergisch, was ich als schöne Erkenntnis empfinde. Lediglich der Arm fühlt sich etwas anders an, was aber bestimmt bald verschwindet. Wieder eine Erfahrung reicher.

Es war ne tolle Wanderung in wirklich total angenehmer Begleitung und ich möchte Etappe für Etappe den Rheinsteig kennen lernen. Es ist wunderbar, etwas so schönes vor der Haustür zu haben.

Donnerstag, 20. August 2009

~ Vegan in der Eifel - ein echtes Abenteuer! ~

Also, anhängend an Hases Bericht, muss ich hier mal alles widerlegen - in der Eifel ist halt alles anders.

Also, Frau Hase ist zu Besuch, darauf freue ich mich schon seit Wochen. Leider hab ich nur nach der Arbeit Zeit aber diese Zeit möchte ich halt gerne so gut wie möglich nutzen. Gestern einfach zu Hause gekocht und einen Spaziergang um den Entenkackesee und zum Rhein gemacht - schon war der Abend vorbei.

Heute gings ab in die Eifel, Kindheitsspuren zeigen. Als Essensort hatte ich mir ein Restaurant ausgesucht, in dem der Freund einer Freundin kocht. Ich war dort schon essen und es gab viele vegetarische Gerichte und auch asiatische Gerichte mit Kokosmilch etc. "Eigentlich" wollte ich dort vorher anrufen und nach veganen Möglichkeiten fragen - natürlich hab ich das tagsüber total vergessen und war völlig unbesorgt ob meiner früheren Erfahrung im Restaurant.

Wir kurven also durch die Eifeldörfchen und landen irgendwann in Bad Münstereifel und schlendern durch das Städtchen. Am Restaurant angekommen schauen wir auf die Karte und ich seh nur ein vegetarisches Gericht - Nudeln mit Gemüse. Wir gehen rein und fragen nach:

Hase und Blumenmond: Haben Sie auch veganes Essen?
Kellner: Ja, wir haben vegetarisches Essen.
Hase und Blumenmond: Ist das auch wirklich vegan?
Kellner: Jaja, das vegetarische Gericht mit den Nudeln.
Hase und Blumenmond: Nein, wir meinen ohne tierische Produkte. Sind die Nudeln ohne Ei?
Kellner: Jaja, das ist vegetarisch.
Hase und Blumenmond: Wirklich ohne Ei?
Kellner: Ok, ich frag den Koch (hier sei erwähnt, dass der Freund meiner Freundin heute den freien Tag hat - der Azubi wird rangerufen)
Hase und Blumenmond: Sind die Nudeln ohne Ei?
Koch: Ähm.... muss ich mal schauen - kommt wieder - nein.
Hase: Ok, haben Sie Kartoffeln und einfach ein bisschen Gemüse?
Koch: Ja, Kartoffeln dauern, die muss ich frisch machen.
Hase: Ist an dem Gemüse wirklich keine Butter?
Koch stutzt: Ähm... doch, müsste ich dann auch frisch machen.
Hase und Blumenmond: Wären Sie denn so freundlich, das zu tun?
Koch/Kellner: Ja, machen wir gerne.

20 Minuten später kommen 4 halbe kleine Kartöffelchen und für jeden eine viertel Paprika und vielleicht 1/3 Zucchini ohne Öl und ohne Gewürze auf den Tisch.

Soviel zu "Vegan in der Eifel" - das ist aber mal nichts für hungrige Personen.

Zurück im Blumenmond-Heim wird Lauch, Brokkoli, Möhre und Nudeln in die Pfanne gehauen und noch mal richtig zugelangt.

Was haben wir bezahlt? 7,50 Euro für das o.g. kulinarische Highlight... ok, ein Versuch war es wert.

Samstag, 15. August 2009

~ Der Karl will keine Mütze! ~

Endlich noch mal Wandertag in unserem Haushalt. Das Hohe Venn lockt noch mal, hat es uns doch letztes Jahr dort so gut gefallen.

Wir starten in Mützenich, auf dessen Ortsnamen ich im Titel hinaus will, aber die Erklärung folgt später. Zuerst begrüßen uns die Braungefleckten - als mein Bester laut in die Hände klatscht, kommen sie alle auf uns zugelaufen und begrüßen uns mit großem Muh, stellen sich als Fotoobjekte willig zur Verfügung und ich flüstere noch ein "Ich ess Euch nicht" hinüber und wir gehen weiter.


Nicht lange und wir dürfen auf die üblichen Stege gehen - immer mal wieder schön.


Die Landschaft verändert sich immer wieder sehr interessant - aber immer irgendwie etwas karg.


Es gibt wunderbare Bäume zu sehen und zu fotografieren.


Wir laufen ca. 3,5 Stunden und 16km durchs Hohe Venn, um uns dann in Monschau ist Touristengetümmel zu stürzen. Erwartungsgemäß ist das Essen schlecht - wie immer in touristischen Gegenden - aber wir erstehen ein Sauerteig-Steinofenbrot und einen Monschauer Ananas-Ingwer-Senf, der sicherlich gut zu Gemüse und als Beigabe in die Salatsauce passt.

Es war ein schöner Tag und ich merke doch arg, dass ich nicht mehr so fit bin. Die 16km stecken ganz ordentlich in den Knochen aber schönes Gefühl.

Ach ja und noch zu Karl und der Mütze. Dort oben im Hohen Venn gibt es einen Platz, der sich Karls Bettstatt nennt. Der Sage nach hat Karl der Große dort, als man von einer Jagd nicht heim fand, auf einem großen Stein genächtigt. Die Abdrücke des Kopfes und der Füße sind noch zu sehen - ich schwöre;-) Vor diesem Stein hat ein Bediensteter Wache gehalten und bot Karl dem Großen seine Mütze an, weil es kalt war. Karl der Große muss dann im Dialekt die Annahme der Mütze mit den Worten "Mütze nich" verweigert haben, worauf der anliegende Ort nun Mützenich heißt. Jaja, so war es bestimmt. Auf Wikipedia gibt es eine andere Erklärung, die mir vielleicht etwas plausibler klingt: Klick

Mittwoch, 12. August 2009

~ Mangold and the Coconut! ~

Ich koche gerne nach Rezept, manchmal wandel ich viel um, manchmal wenig. Bei diesem Rezept von der Seite Küchengötter war wenig zu verändern und ich kann nur empfehlen, das nachzukochen. Aus dem Grunde veröffentliche ich auch das komplette Rezept in meinem Blog anstatt der Verlinkung. Und noch ein Hinweis: Es schmeckt deutlich besser als mein Bild es hergibt.

Currymangold mit Würzkartoffeln:

Zutaten:
500 g vorwiegend fest kochende Kartoffeln
90 ml Öl
4 TL Currypulver
1 TL Chilipulver
Salz
1 kg Mangold
2 Frühlingszwiebeln
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe (hab ich weggelassen)
2 TL gelbe Senfsamen
1/2 TL Koriandersamen
200 ml ungesüßte Kokosmilch (aus der Dose)
2 EL Zitronensaft
2 TL Zucker (Blumenmond: Agavendicksaft)
Pfeffer
2 EL Naturjoghurt (Blumenmond: Soja-Joghurt)

Schritt 1
Backofen auf 200° (Umluft 180°) vorheizen. Die Kartoffeln
waschen, abbürsten, abtrocknen und halbieren. Die Hälften mit
Öl bestreichen, mit der Schnittfläche nach oben auf ein Blech
setzen und im heißen Ofen (Mitte) backen. Je 1 TL Curry, Chili
und Salz unter das restliche Öl rühren. Die Kartoffeln damit
nach 20 Min. Backzeit alle 5 Min. bestreichen und in weiteren 20
Min. knusprig backen.

Schritt 2
Den Mangold putzen und waschen. Die Blätter abtrennen und in
Streifen schneiden. Die Stiele in feine Scheiben schneiden. Die
Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in Ringe schneiden. Die
Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein hacken.

Schritt 3
Das restliche Öl im Wok erhitzen, die Mangoldstiele dazugeben
und ca. 5 Min. braten. An den Rand schieben, die Senf- und
Koriandersamen in den Wok geben und 1 Min. braten. Dann die
Zwiebel untermischen und alles weitere 5 Min. braten.

Schritt 4
Die Mangoldblätter dazugeben, unter Rühren 2 Min. mitbraten.
Die Kokosmilch und 100 ml heißes Wasser angießen. Knoblauch,
restliches Currypulver, Zitronensaft und Zucker dazugeben und
alles zugedeckt 10 Min. leise kochen lassen. Frühlingszwiebeln
dazugeben und alles weitere 5-10 Min. leise kochen lassen,
salzen und pfeffern. Den Joghurt zum Schluss auf das Gericht
geben. Mit den Kartoffeln servieren.
Autor: Original GU Rezept
Link: Klick

Mittwoch, 5. August 2009

Zeit für Veränderungen!

Ich finde, es ist mal wieder Zeit für Veränderungen.

Die 80er-Jahre-Föhnfrisur auf meinem Führerscheinfoto hat mich schon lange gestört. Auch sollte ich als ordentliche Bürgerin einen schönen Personalausweis mit Fingerabdrücken haben (hat man doch jetzt, oder?). Die 2xx Euro in meiner Geldbörse waren auch schon ziemlich abgegriffen und die EC-Karten und die Mastercard waren auch schon die Jahre gekommen. Die Fotos von meinem Besten und Nichte und Neffen waren längst überholt und was soll ich mit dem alten Impfpass, auf dem schon längst keine Impfungen mehr gültig sind.

Also melde ich doch die gesamte Geldbörse samt aller wichtigen Dokumente heute zwischen Köln und München als verlustig. Ob aus meiner Handtasche vorsätzlich geklaut oder von mir im Flugzeug verloren und anschließend geklaut. Iss alles futsch

Ich finde, es ist Zeit für eine Veränderung und wehe jemand bringt mir jetzt den alten Kram in ein Fundbüro! Möge derjenige an seiner Currywurst ersticken, der die von meinem Geld kauft.

Sonntag, 2. August 2009

~ Und wieder Wochenende! ~

Sollte irgendwann der Laufgott wieder gnädig mit mir sein, ich verspreche, dann ändern sich die Themen. So lange bleibt es wahrscheinlich hauptsächlich beim Backen und Kochen - es macht mir halt gerade viel Spaß. Ach was red ich auch, wen das nicht so interessiert, klickt ja eh weg. Hier ist halt einfach vorübergehend (was auch immer vorübergehend heißt) kein Sport- sondern ein Kochblog.

Von einer neuen Internetbekanntschaft bekam ich ein Rezept, das mich direkt ansprach - Knusprige Gemüsetaschen mit Kräutersauce. Ich hab Blätterteig anstatt Strudelteig genommen (und gelernt, dass das ein Unterschied ist) und ich bekomme die Dinger nicht ansatzweise so schön hin wie sie. Aber geschmeckt haben sie vorzüglich. Wer sich das Rezept anschaut, unbedingt auf die Faltanleitung klicken - ich finds total nett.

Bei uns gab es einen bunten Salat dazu und da hat selbst der sonst gerne fleischessende Mitbewohner verzichtet.

Brot und Brötchen hab ich mir wieder von Frau Deichrunner geklaut.

Zum Frühstück gab es die Bauernbrötchen. Die erste Fuhre hab ich mit Absicht nicht eingeschnitten, wollte schauen, wie das dann aussieht - sieht halt aus wie auf dem Foto. Die zweite Fuhre war dann richtig gemacht und sah entsprechend besser aus - fragt mich nicht, warum ich die nicht fotografiert hab. Geschmeckt haben sie gut, wobei ich mit der Kruste noch nicht zufrieden bin. Hab noch mal nachgeschaut und ahne, was ich verkehrt mache. Es ist halt immer noch ein Lernen.

Brot für die Woche muss natürlich auch her und ich bin hellauf begeistert vom Schwarzbierbrot. Da ich das doch mangels der Zutaten arg abgewandelt hab, poste ich hier mal meine Art des Schwarzbierbrotes nach Bäcker Süpke und Frau Deichrunner.

Zutaten

SAUERTEIG: STEHZEIT CA. 16 - 18 STD. BEI RAUMTEMP
125g Roggenmehl 1050
13-26g Anstellgut
125 ml Wasser 20°C

QUELLSTÜCK: STEHZEIT CA. 2 STD.
40g 6-Korn-Flocken
25g Sonnenblumenkerne geröstet
40g Dinkelgries
20g Leinsaat
80g Weizengries
10g Salz
205ml Schwarzbier

BROTTEIG
Sauerteig
Quellstück
170g Weizenmehl 1050
70g Roggenmehl 1150
5 g Hefe
100ml Schwarzbier
2 EL Brotgewürz
Sesam

Zubereitung
Den Teig 8 Min. langsam und 4 Min schnell (intensiv) kneten. Teigtemperatur 24°C.
Teigruhe 30 Min. - anschließend aufarbeiten und in Sesam wälzen, in ein Gärkörbchen legen und gehen lassen.
Gehzeit 50-60 Min. (ohne zusätzlich Hefe entsprechend länger); Teiglinge dann einschneiden oder stippen.
Backen: anbacken bei 240/250° mit Dampf, bis die gewünschte Bräune erreicht ist (dauert ca. 15 Minuten), dann bei ca. 210° ausbacken.
Backzeit gesamt ca. 60 Minuten - Dampf nach ca. 5 Min. Backzeit ablassen (Ofentüre kurz öffnen)

Danke Frau Deichrunner für Deine schöne Brot- und Brötchensammlung. Dieses Rezept wird sicherlich häufiger gemacht.

Zum Abendessen gab es noch einen schönen Kichererbsen-Gemüse-Topf und ich bin rundrum zufrieden.

Der Knaller an dem Rezept und nicht zu unterschätzen ist das separate Erwärmen des Knoblauch und der Chilischoten im Öl, mit dem das Gericht nach der Fertigstellung übergossen wird. Ich hab den Knoblauch nur angedrückt und fürs Aroma genutzt. Die Zehen hab ich dann wieder rausgenommen, will ja nicht von meinen Kollegen gemieden werden und riskieren - was noch viel wichtiger ist - dass mein Bester das aus Knoblauchgründen nicht isst.

Samstag, 1. August 2009

~ Klara und ihr Pflaumenkuchen ~

Ich hatte das Glück, dass ich meine Großeltern sehr lange erleben durfte. Ich hab das zwar nicht voll ausgenutzt, trotzdem finde ich es rückblickend betrachtet schön.

Und es gibt eine Sache, die ich mit meiner Oma Klara (die andere hieß zwar auch Klara, aber ich meine jetzt DIE Klara;-) in Verbindung bringe. Pflaumenkuchen bzw. Prummetaat. In der Eifel aufgewachsen, kannten wir nur das Wort Prummetaat und es ist mir bis heute komisch, das Pflaumenkuchen zu nennen, weil es nicht dem Genuß entspricht, der mir in Erinnerung ist.

Meine Oma kannte keine Rezepte, bei ihr wurde alles "us de Lamäng" gemacht. Ein bißchen was hiervon, ein bißchen was davon und so entstanden jeden Samstag ganz viele Hefekuchen. Gedeckter Apfel (Appaltaat), Streuselkuchen mit Kirschen oder Gries, Riemchenapfel und wenn es denn im Sommer so weit war - Prummetaat. Auch sehr beliebt waren immer die Arschlöchelchen, so haben wir immer die Mini-Rollkuchen genannt. Wenn Oma fertig war, wurden die Böden Kuchen in der Verwandtschaft verteilt. Das war recht leicht, weil links die eine (meine Mutter) und rechts die andere Tochter wohnte und auch die meisten Enkelkinder im Dorf und damit omalichen Kuchenzugriff blieben. Ich kann mich erinnern, dass ich mit meinem Vater zusammen mal eine so ne ganze Prummetaat alleine gegessen hab - nach dem Mittagessen und man konnte mich damals nicht als wirklich großen Esser bezeichnen.

Noch nie in meinem Leben hab ich selbst eine Prummetaat gebacken und selten eine gegessen, die nur ansatzweise in Omas Nähe kam. Meine Freundin Bine ist schon ganz gut auf dem Weg.

Und dann entdecke ich ein Rezept, dass es mich versuchen lassen kann, weil es so anders ist und ich damit nicht vor mir selbst im Vergleich stehe. Das war auch gut so. Der Teig ist zu dick geraten. Aber es riecht und schmeckt trotzdem gut.

Zwetschgen im Cashew-Bett

Ergibt 1 Blech

Teig:

  • 500 g Dinkel, fein gemahlen
  • 1 TL Trockenhefe
  • evtl. 1 EL Rum
  • 1 Prise Salz
  • 4 EL Sesamöl
  • 11/2 EL Agavendicksaft
  • ca. 2 Tassen Sojadrink

Cashewcreme:

  • 200 g Cashewnussbruch
  • 3 EL Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz
  • 2 Msp. Zimt
  • 5 Körner Kardamom, gemahlen

Belag:

  • 1 kg Zwetschgen

Aus Teigzutaten einen Hefeteig kneten und zugedeckt an einem warmen Ort ca. 3 Stunden gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.

Cashewnüsse mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und zugedeckt mindestens 2 Std. stehen lassen. Dann Nüsse, Einweichwasser und Agavendicksaft pürieren. Mit Rum (bei Bedarf), Salz, Zimt und gemahlenem Kardamom abschmecken. Zwetschgen vierteln und Kern entfernen.

Teig nochmals gut durchkneten und auf gefettetem und bemehltem Blech ausrollen. Im Backofen bei 60 Grad ca. 30 Min. gehen lassen und danach bei 150 Grad (Umluft) ca. 10 Min. vorbacken.

Blech aus dem Ofen nehmen, Cashewnüsse gleichmäßig auf Teig verteilen. Zwetschgen mit Schnittflächen nach oben dachziegelartig darauf schichten und leicht eindrücken. Kuchen bei 150 Grad noch ca. 20 Min. backen.

Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde + 3,5 Stunden zum Gehenlassen

(aus Der Natur auf der Spur - Kochen und Backen auf rein pflanzlicher Basis von Wiltrud Stumpfe