Donnerstag, 19. November 2009

~ Olivenöl-Seminar ~

Wir waren heute auf einem Olivenöl-Seminar. Was lernt man da eigentlich?
  • Hinweise, woran man von Außen ein gutes von einem schlechten Öl unterscheiden kann
  • dass es nur kaltgepresste Öle gibt (also lasst Euch nicht veräppeln, diese Aufschrift sagt mal so gar nix über die Qualität aus)
  • dass "Natives Olivenöl Extra" oder "Olivenöl extra vergine" eigentlich nur aussagt, dass das Öl aus 100% Oliven besteht und ansonsten trotzdem ziemlich schlecht sein kann
  • dass man aber die Finger von allen Olivenölen lassen soll, die o.g. Bezeichnung nicht haben - dann sind es nämlich gepanschte und recht abenteuerlich hergestellte Öle
  • dass 1. Pressung ebenfalls nix aussagt
Tja, und nun?

Wir haben leckere Öle probiert, ich hab anstatt Thunfisch-Carpaccio einen frischen Kartoffelstampf mit Kräutern und Olivenöl bekommen, von dem ich an die Thunfisch-Esser aus Futterneid auch noch was abgeben musste. Die Weine dazu waren auch nicht schlecht und ansonsten bleib ich einfach weiterhin dabei, gutes Öl zu verwenden - keine große Umstellung.

Hier noch mal der Satz an alle Zweifler gerichtet - Zitat eines Kochs, bei dem ich mal einen Kurs hatte: "Die Deutschen sind wirklich bescheuert - ins Auto kommt das teuerste Öl und in den eigenen Motor wird nur der billigste Müll geschüttet."

Kommentare:

  1. Olivenöl-Seminar? Was es alles gibt :-O

    Hab' mal in einem Bericht gesehen, dass mit gepanschtem Olivenöl soviel verdient wird wie mit Drogenhandel. Ist also schwierig, da wirklich zuverlässig "echte" Ware zu bekommen. Kann man ja nicht immer direkt bei der Ölmühle das direkt nach Ernte frisch gepresste aus noch Fassabfüllung kaufen.

    In dem Bericht wurde auch gesagt, dass man das gute Öl am besten am Geschmack erkennt (ist natürlich schwierig, solange die Flasche noch zu ist ;): Einen Schluck im Mund herumrollen lassen und es muss sich "lecker anfühlen". SOWAS leiste ich mir dann aber doch selten für mich - das wird höchstens mal verschenkt an jemanden, von dem ich annehme, dass er es zu schätzen weiß ;)

    Ich selber schlage dann meistens bei sowas zu. Oder eben in Italien, wenn mal am Produktionsort, was dieses Jahr ja leider nicht der Fall war. Die wirklich guten und frischen halten auch nicht sooo lange, da kann man keine so riesigen Mengen bevorraten.

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  2. Das wäre mal wieder was für mich. Ein gutes Olivenöl ist schon was leckeres.
    Leider zahlen die Menschen viel Geld für Motorenöl für´s Auto. Beim Öl für sich selbst wird immer gespart. Schon ein bisschen pervers, oder?

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  3. @Lizzy - zwischen dem einen und dem anderen gibt es ja auch noch Zwischenstufen. Es ist wohl tatsächlich sehr schwer, anhand des Labels das Öl einschätzen zu können. Es gab ein paar Informationen zu Inhaltsstoffen, auf die man achten sollte und zu Hause kontrolliert, konnte ich die auf meinem guten Öl nicht finden, allerdings den Hinweis auf eine Agrargemeinschaft in Italien, die auch für reines Öl spricht. Tja und Geschmack... wir haben ein Öl von "Ja" probiert, da bekam man tatsächlich Halsschmerzen von, wenn man das pur probiert, boah war das schlecht. Aber meistens wirds vermischt und dann merkt man es vielleicht nicht so.

    @Gerd - meine Rede. Ich hätt allerdings nicht gedacht, dass ich mal Olivenöl aus kleinen Becherchen trinke;-)

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  4. Das würde mir auch mal gefallen so ein Seminar, ich liebe gutes Olivenöl und schütte nur gutes in meinen Motor !

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  5. wenn du mit dem einen das von Dallmeyer für 60 € /l meinst und dem anderen das von LIDL, dann gibt's da vermutlich nichtmal sooo viele Zwischenstufen. Denn die Discounter-Aktionsware für ca. 10,- €/l liegt schon im qualitativ sehr hochwertigen Bereich und gerade den großen Discountern können die Lieferanten bei solchen Sonderaktionen nicht so gut Schrott andrehen. Da bekommste vergleichbares sonst für mindestens den doppelten Preis.

    Bei ALDI haben die manchmal (zuletzt irgendwann im Herbst) so kleine Dreierpacks mit 3 Flaschen in leicht unterschiedlicher Geschmacksrichtung à 0,25l. Die kosten dann zusammen so um die 10,-€ und schmecken ganz hervorragend (das mit dem pur-Geschmackstest mach' ich schon länger und da fallen tatsächlich einige Sorten raus, die man vorher gekauft hat/hätte. Die werden dann eben nie wieder gekauft). Die halten sich aber auch nicht so lange - daher gut, dass es nur relativ kleine Flaschen sind - steht eine nicht so lange offen rum.

    Jaja, eigentlich stimmt's ja - Olivenöl ist ein Seminar wert ;-)

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  6. Wie spannend ...
    Gibt es ein "bekanntes" Öl, welches Du empfehlen würdest bzw. könntest?

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  8. DAS sind übrigens die von mir so favorisierten Olivenöle von ALDI und ich hoffe einfach, dass das Aktionsangebot von LIDL nächste Woche vergleichbare Qualität bietet. Das letzte Fläschchen ist nämlich schon wieder halb leer und ich brauche also neu. Hab' grad nochmal Brot in das Öl getaucht (es ist noch vom "Bruzio" übrig) und bewusst probiert: TOTAL lecker. Echtjetzt! Werde wohl morgen mal ein Aglio al Olio daraus zaubern. Danke für die Inspiration ;-)

    Eine viel versprechende Seite, die ich im Zuge des Ölrausches auch noch gefunden habe, ist diese: Olivenöltest

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  9. "Selbstverständlich" (oder her leider) gibt es Olivenöl, welches nicht kaltgepresst wird, da hat man Dir Unsinn erzählt.

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  10. @Margitta - Dein Motor muss ja auch viel leisten - da sollte man ihm Gutes tun;-)

    @Lizzy - Haltbarkeit zwischen 3-6 Monaten, wenn sie geöffnet sind (lt. Seminarleiterin). Ich selbst vermeide diese Käufe bei Discountern und belohne lieber den Geschäftsmann, der sich mit der Thematik auseinandersetzt und leg 2 Euro mehr hin. Die Politik von Aldi & Co, Lieferanten und Hersteller bis aufs Mark auszupressen, missfällt mir sehr. Damit will ich jetzt nicht den Finger heben - an anderen Stellen geht mein Bequemlichkeitsgefühl deutlich über Ethik. Aber ein gutes Öl kauf ich für mich im Bio- oder Feinkosthandel oder direkt vom Erzeuger.

    Wenn ich dem Glauben schenken darf, was ich gehört hab, gab es bei den Herren Lidl etc. schon einiges an Etikettenschwindel, wenn es darum ging, der Stiftung Warentest ihre Erzeugnisse zur Probe zu geben. Nun ja, ich habs nur gehört, wissen tu ich es nicht.

    @Julia - unabhängig vom Seminar gibt es ein Öl, das ich vorher schon kannte und kaufte, und zwar Jordan Olivenöl. Ich hab das Glück, dass deren "Fabrikverkauf" hier in der Nähe ist. Neben dem sehr milden und harmonischen Öl haben die in ihrem Laden kleine Leckereien bis zum Umfallen. Man geht dann mit einer winzig kleinen Tasche raus und hat bezahlt, als wenn man den Kofferraum voll hätte. Aber himmlisch tolle Sachen und die Familie lebt das Unternehmen, sowas macht mir Spaß.

    @Andreas - das ist wahrscheinlich wirklich Geschmackssache. Mir liegt das milde, weiche Öl, das sich im Gaumen weich ausbreitet und eine fruchtige Note verleiht. Kräftigere, schärfere Öle sehe ich eher beim Braten. Aber wie auch immer... jeder Jeck schmeckts anders.

    @Kulinaria - Du meinst die Methode, dass man die letzte Pansche von den Oliven aufkocht und dann noch mit Chemie versetzt, um die Reste rauszuholen? Ich hab mich da unklar ausgedrückt und Du hast Recht. Ja, das gibt es wohl noch aber "kaltgepresst" ist kein Qualitätsmerkmal mehr. Die Oliven werden in der Regel durch die Zentrifuge geschickt, in der man kalt alles rausholen kann, was geht. Richtig so?

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  11. naja - gerade bei den Bio-Olivenölen fallen immer wieder sehr viele im Test mit "mangelhaft" durch.

    Und was das "ethische Einkaufen" angeht: da überlege ich schon auch das eine oder andere. Aber kam (für mich) zu dem Schluss, dass ich dabei weniger die einzelnen Händler auf die "Böse-Liste" setze, sondern es eher am Produkt festmache.

    Es gibt so viele Produkte, die mehr als bedenklich sind, einige davon kaufe ich gar nicht mehr (Schnittblumen ohne das FLP-Label und weil's die eh fast nirgendwo gibt, eigentlich gar keine mehr außer auf den Selbstpflückfeldern ;) andere nur noch sparsam oder in Hoffnung, ein unschuldigeres Produkt zu kaufen (Palmfett, Kokosprodukte sind ganz ganz kritisch zu betrachten ökologisch gesehen). Ist schwierig - weil reingucken kann man ja nicht. Aber auf einen speziellen Händler alle Schuld laden - für mich nicht logisch. Aber man weisses eh nie so richtig und von meinem kleinen Höfchen mit eigenen Hühnern, Enten, Gänsen, Kaninchen, einer Ziege, Gemüsebeeten, Obstbäumen und vielen Nachbarn, die mir viele andre Eigenbauprodukte verkaufen ... da werde ich sicher immer nur heimlich ein bisschen träumen. Und bei anderen reinlinsen ;-)

    Aber ich glaube, ich rutsche gerade etwas zu weit weg vom Olivenöl ;-)

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  12. @Lizzy, das auszudiskutieren würde wohl einen Blog sprengen. Generell stellt sich mal die Frage, was solche Tests überhaupt aussagen. Ist ja die Frage, was getestet wird. Gutes Beispiel ist der Vergleich konventionell angebautes Obst zu Bio-Obst. Da wird dann gesagt (und gerne auch von vielen aufgegriffen), dass konventionell angebautes Obst/Gemüse nicht weniger Vitamine enthält. Mag sein (wobei es da auch andere Aussagen speziell bei Anbaugebieten mit ausgelaugten Böden gibt) allerdings wird dort nicht darauf eingegangen, wieviel Pestizide man bei konventionellen Sachen aufnimmt. Nur mal als Beispiel, dass man bei Tests natürlich auch vorsichtig sein muss. Werden Inhaltsstoffe getestet, wird Geschmack getestet, wird Belastung eines Produktes getestet. Und natürlich ist nicht automatisch alles gut, was Bio ist. Das soll man keiner glauben.

    Ansonsten möchte ich den Rest nicht weiter vertiefen - das sind halt persönliche Meinungen, die es auszutauschen aber sicherlich nicht als "einzig wahre" einzugeben sind. Ich für mich persönlich möchte halt diese Läden nicht unterstützen. Aus die Maus.

    Bei Schnittblumen treffen wir uns übrigens wieder. Ab und an zur Tulpenzeit gibt es hier frisch vom Feld mal ein paar Tulpen - ansonsten nixe an Schnittblumen. Ich find es generell schade, die Pflanze auf die Art und Weise zu zerstören. Und Rosen, die um die halbe Welt geflogen sind, mag ich nun gar nicht haben.

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  13. Hihi... hab jetzt gerade erst auf Deinen Link geklickt. Das Kokosfett hab ich gestern erstanden und bin sehr gespannt. Der kleine Bioladen (ich hab letztlich auf dem Rohkostseminar die Besitzerin kennen gelernt) hatte die ganze Reihe dieser Produkte dort aufgebaut.

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  14. Lizzy, noch einen Hinweis - aber vielleicht kennst Du das ja schon. Ich hab nach Frolleins Empfehlung das Buch Fast nackt gelesen. Sehr amüsant geschrieben und man entdeckt schon beim Lesen sehr schnell seine persönlichen Grenzen dessen man für ein ethisches Leben bereit ist, zu erweitern oder eben nicht. Falls Du es liest, dann denk mal beim Wurmkomposter an mich. In Gedanken war ich drauf und dran, mir sowas in den Keller zu setzen. Aber ich habs noch nicht mal zu Hause angesprochen, das hätte sicherlich arge Diskussionen ausgelöst. *lach*

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  15. Ich weiß jetzt nicht, was ein Wurmkomposter genau ist (außer natürilch, dass jeder - auch meiner - Kompost massenhaft Würmer innen hat).

    Aber wenn's für Deinen geplanten auch stinknormale Regenwürmer tun, dann könnt' ich dir für eine Weile mein Gretchen leihen. Die hat gerade ein neues Hobby und schleppt hier massenhaft (locker ein Dutzend und mehr) Regenwürmer an :-O ... Ansonsten sollt' ich mich jetzt mal dem Garten (Kompost, Regenwürmern etc.) widmen, damit alles gut über den Winter kommt.*winkend verschwind*

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  16. Das ist halt ein Komposter, den auch Leuts wie ich ohne Garten aufstellen können, um die Essensreste eben vernünftig zu verwerten. Bei uns gibt es z.B. keine Biotonne - alles kommt in den Hausmüll. Für das ein oder andere hätt ich gern nen Garten - eben z.B. für nen Kompost. Gretchen tät ich ja gern mal nehmen aber gerne ohne würmer jeglicher Art. Ich bin jetzt ab ins Städtchen - tschöhööö!

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  17. Auch wenn ich das in der Aufzählung alles schon wusste, würde ich trotzdem so ein Seminar besuche, weil ich solche Ernährungsseminare hochinteressant finde.
    Trotzdem und trotz diverser Testberichte ist es schwierig und alleine am Geschmack vermute ich mal, könnte ich auch daneben liegen. Seit einigen Jahren kaufe ich nur noch Bio Öle, aber vielleicht schmeckt auch davon welche, die qualitativ trotzdem vollkommen daneben ist? Gibt es sicher auch trotz Bio.
    Ich schau mir jetzt mal die Links von Lizzy an und vielleicht mag der ein oder andere ja noch etwas empfehlen, was in die Sparte schmeckt & gut passt. Ich brauche demnächst wieder neues.

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  18. @Michi - die Öl-Seminar-Leiterin hat uns empfohlen, auf Bio-Öle zurückzugreifen. Alleine wegen der Pestizidbelastung. Allerdings - wie Du schon sagst - kann man da auch heftig daneben liegen. Wenn man sich am Preis orientiert, gibt es auch hier Öle, die eigentlich nicht "preiswert" sind.

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  20. @Blumenmond
    Chemiebeigabe ist gar nicht vonnöten. Es wird einfach heißes Wasser hinzugegeben. Kaltgepresst ist dennoch ein Qualitätsmerkmal, weil es eben den Unterschied zur Heißmethode ausmacht, die nur eine mindere Qualität hervorbringt.

    Ob nun Zentrifuge oder das beispielsweise u.a. in Spanien beliebte Druckverfahren verwendet ist wiederum eine andere Frage.

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