Sonntag, 10. Januar 2010

~ Ethik in der Ernährung! ~

"Warum hast Du Dich für eine vegetarische Ernährung entschieden?" werde ich oft gefragt. Mir fallen diese Diskussionen oft nicht leicht, zum einen möchte ich nicht den Moralapostel geben und bin der Meinung, dass jeder seines Glückes Schmied ist zum anderen strengen mich diese Gespräche an. Ich hab fast den Eindruck, dass ich - wenn ich das sage, was ich wirklich denke - nie an einer hitzigen Diskussion vorbei komme und oft ist mir einfach nicht danach. Meisten sag ich einfach "weil ich das so will".

Anders herum ist es aber so, dass meine Beweggründe mehr und mehr zu welchen werden, die öffentlich diskutiert gehören, weil es uns einfach alle angeht.

So freue ich mich, heute in der Süddeutschen einen Artikel zu finden, der einfach das ausspricht, um was es mir hauptsächlich geht.

"Aber nur weil Du kein Fleisch verzehrst, wird sich die Welt doch nicht ändern!" kommen dann Stimmen - unterschwellig oder direkt.

Für mich ist es halt kein Verzicht auf etwas sondern ein Gewinn in neue Küchendimensionen, die noch lange nicht ausgekundschaftet sind. Ich würde mir so wünschen, dass sich viel mehr Menschen mit diesen Alternativen mit Freude befassen und einfach jeder ein kleines Stück beiträgt - im Sinne der eigenen Gesundheit und im Sinne, vielleicht doch etwas bewegen zu können. Damit meine ich immer noch nicht, dass jeder vegetarisch/vegan leben soll - aber eine deutliche Reduktion des Fleischverzehrs wäre wirklich erstrebenswert.

Und nun ist die Diskussion freigegeben, die ich ja eigentlich immer so gerne vermeide. ;-)

Kommentare:

  1. Was für ein grandioser Artikel!!
    Danke dafür, Anja - ich wünsche mir, dass ihn ganz, ganz viele Menschen lesen!

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  2. Super Artikel. Stark. Genau so seh ich das auch, bis ins kleinste Detail.
    Ja, hoffentlich lesen den Bericht viele, viele Leute.
    Und für diejenigen, die nur gaaanz wenig Fleisch essen und dazu nur Bio, dem sei dieses hübsche Video gezeigt.
    http://www.petatv.de/video/Undercover-Schlachthof-Video%3A-Todesschreie-der-Tiere/a7f013df50a25fa50ca050e78fbaf4c6

    Mich interessieren dann auch die Ausreden.

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  3. @Hase - das ist Zweck der Geschichte.

    @Charly - mir geht es nicht um Ausreden. Mir geht es ums Nachdenken und Veränderungen kommen in der Regel nicht auf einen Ruck (und nicht mit dem Holzhammer) sondern Stück für Stück. Ich sprech da aus Erfahrung und ich bin der Meinung, das ganz wenig und Bio schon ein großer Schritt wäre und wahrscheinlich realistischer als "werdet alle vegan" - trotz des Videos (das ich mir nicht angeschaut habe).

    Inhaltlich sehen wir es also mal wieder gleich - die Herangehensweise ist sehr unterschiedlich.

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  4. Ich muss ja gestehen, das ich bei dem Thema im Moment komplett diskussionsmüde bin...ich will einfach mein Ding machen und in Ruhe gelassen werden. Wobei ich nicht vergessen sollte das ICH vor einem Jahr eben auch durch den unermüdlichen Diskussionseifer von Kerstin auf den veganen Pfad geschubst worden bin und immernoch sowatt von überzeugt davon bin. Vielleicht...sollte man doch....wieder ein büschen mehr diskutieren... ;)

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  5. Deinen Eintrag habe ich gelesen und ich werde auch den Artikel lesen. Ansonsten mache ich mir meine Gedanken, aber ich mag auch nicht darüber diskutieren. Gerne mit Dir beim Frühstück oder sonst wo, aber ganz gewiss nicht hier.

    Lässt man so Sätze mit "Ausreden" einfach mal weg, sind sicher mehr Leute dazu bereit umzudenken, so macht man damit mehr "kaputt", als man erreicht. Mehr sag ich dazu hier nicht.

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  6. Ja, Michi, ich verstehe, was du meinst (ganz ehrlich jetzt!).... Charly und ich üben immer noch daran, seine Holzhammermethode so ein kleines bisschen herunterzufahren... ;-))

    Es ist aber halt wirklich so, dass einem, je mehr man sich in das Thema vertieft, dieser ganze Fleischkonsum umso irrsinniger und sinnloser und trauriger erscheint. Das gebe ich ganz ehrlich zu.
    Deswegen ja auch ein ganz klares 'beide Daumen hoch' zu diesem SZ-Artikel von mir. Super, wie er die Sachlage zusammenfasst.

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  7. @Stella - ich bin da auch immer etwas "unsicher". Eigentlich will ich nicht diskutieren aber so ein bisschen mal meine Beweggründe und Gedanken nach vorne tragen vielleicht schon. Da kam der Artikel gerade recht, zumal ich halt gestern Abend wieder eine so "komische" Diskussion mit einem total netten Menschen hatte. Gerne hätte ich den Artikel vorgelegt.

    @Michi - ja, wir diskutieren aber jetzt bald mal (ich weiß, es liegt an mir). Ich melde mich kurzfristig.

    @Hase - als ich den Artikel las, war ich auch sehr angetan, wie sehr er doch meine Gedanken in sich trägt.

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  8. Okay man verändert die Welt nicht gleich, wenn man kein Fleisch verzehrt, aber man verändert ein kleines bißchen.

    Ich bin schon froh, wenn ich einen kitzekleinen Prozentsatz überzeugen kann, sich vegan oder auch nur vegetarisch zu ernähren.

    Ich werde auch oft gefragt, was ich denn nun so essen würde, denn es gäbe ja nicht so viel, außer vielleicht Gemüse und Obst.

    Dabei gibt es sooo viel mehr in der veganen Ernährung.

    lg Netty, die jetzt den Artikel lesen wird.

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  9. Ach Netty, dieses "Was ißt man denn da noch" ist wirklich ein Running Gag - wobei ich selbst ja genau so gedacht hab. Aber in der Situation ist es wirklich manchmal lustig.

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  10. Danke für den Artikel, der ist gut!

    So eine Diskussion zu führen finde ich persönlich schwer und irgendwie anstrengend. Wenn wer wirklich Interesse hat, dann gerne aber überzeugen liegt mir nicht so ...

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  11. Julia, Du? Vegetarisch/Vegan?

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  12. Ja, diese Diskussionen. Manchmal freut es mich, manchmal nicht. Wenn es in einen Streit ausartet, dann mache ich nicht weiter. Ehrlich, ich glaube, dass niemand Vegetarier oder Veganer wird, nur weil ich die Diskussion gewinne. Ich sage immer nur meine Gründe, und die wären, dass ich es falsch finde, Tiere zu töten, damit ich sie essen kann, dass ich es falsch finde, dass Tiere in Massentierhaltung mit Objekten gleichgestellt sind, dass ich die Umweltverschmutzung nicht verantworten kann und ich mich mit dieser Ernährung (diesem Leben!) einfach besser fühle. DAS ist meine Wahrheit, und die kann mir auch niemand wegdiskutieren, denn das ist es, woran ich glaube.
    Und an was ich auch noch glaube, ist, dass es sowohl einen Unterschied macht, wo ich als Konsumentin mein Geld hinstecke. Natürlich fällt es auf, wenn plötzlich weniger Fleisch gekauft wird. Geld regiert die Welt, und das kann man sich auch im positiven zu Nutze machen, indem man Produkte unterstützt, die nicht aus dem Leid anderer entstehen.

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