Samstag, 28. August 2010

~ AufLAUF / Tag 5 ~

Hach... Mißgeschicke beim Tag 5 - ich hab vergessen, das Abendessen zu fotografieren und überhaupt, war ich so unkonzentriert. Es war aber auch - zumindest tagsüber - einer der Tage, die man nicht wirklich häufig braucht.

Erstmal muss ich noch meine Schokolade von vorgestern zeigen. Es ist ein Riegel, der ähnlich wie Snickers schmeckt und vegan ist. Ich esse alle 1-2 Wochen einmal so ein Ding - und dann freue ich mich total. Fürs Protokoll, das ist keine Disziplin, ich "brauch" das nicht öfters.

Daneben die aktuelle Lektüre. Das Buch werde ich wohl dieses Wochenende auslesen und es bewegt mich, wie keine andere Literatur zum Thema. Warum das so ist? Genau weiß ich es nicht, vielleicht weil Herr Foer nicht in jedem zweiten Satz borniert alle Fleischesser verurteilt aber auch ungeschminkt die Folgen der Massentierhaltung, Massentötung, Umweltverschmutzung etc. aufzeigt. Er lässt "alle" zu Wort kommen, die PETA-Aktivistin, die vegetarische Viehzüchterin (ja, so etwas gibts), den Geflügelzüchter, der sich rührend um seine "Brut" kümmert und keinen Schlachthof mehr findet, der ihm seine Tiere korrekt und ohne Leid schlachtet usw. usw. Es werden interessante Fakten/Zahlen dargelegt. Wer sich ein bisschen fürs Thema interessiert, dem kann ich das Buch sehr empfehlen.

So, jetzt zum gestrigen Essen. Es gab ein Früchtemüsli mit Dinkelmilch und Sojajoghurt mit einem
Apfel geschnitten zum Frühstück (Mandy, das Foto zeigt nur die Hälfte;-))) Der Smoothie aus Kiwi, Basilikum und Holunderblütensirup war lecker.

Zu Mittag hab ich unseren Azubi sowie eine vegetarische Kollegen und mich mit dem Rest von vorgestern versorgt.

Nachmittags war keine Zeit, ich konnte mir die wohlweislich mitgebrachten Trockenfrüchte (die sehr gut für den Eisenhaushalt sind) hinter die Kiemen schieben.

Abends dann Treffen mit lieben Freunden. Meine Freundin hat bei der Reservierung auf das vegane Essen hingewiesen, was wohl erstmal für etwas Verwirrung gesorgt haben muss. Aber ich hab dann einen leckeren Rucolasalat mit Rote Bete und Pinienkernen bekommen und Spaghetti mit Pfifferlingen - sowas geht immer.

2 Tage noch;-)

Kommentare:

  1. Hach, ich hab' richtig Angst vor dem Buch :-(
    Aber vor Deinem leckeren Essen hätte ich keine Angst ;))

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  2. Kann ja durchaus sein, dass nur ich so sensibel reagiere? Triggert!!

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  3. Dein Essen find ich einfach immer superlecker, das versteht sich sowieso von selbst =)

    Und was das Buch betrifft.... hach, das müsste irgendwie zur Pflichtlektüre in Schulen gehören oder so.

    Ich bin diesbezüglich gerade mal wieder extrem frustriert.

    Charly und ich waren vorgestern zum Grillen eingeladen. Als wir unsere Gemüseburger auf den Grill geschmissen haben (wir durften als erste, bevor das Fleisch kam ;-)), haben natürlich alle mitgekriegt, dass wir vegan sind, dann kamen die üblichen Fragen, "ach, ihr seid vegan? So richtig? Das ist ja interessant.... und euch fehlt nichts? Ja, diese heutzutage übliche Massentierhaltung ist schlimm, ganz schlimm, da kann man nichts weiter sagen, da sind wir uns alle einig, schrecklich ist das, die armen Tieren, das dürfte es wirklich nicht geben, und ja, ich bemühe mich schon auch, nach der Herkunft meines Fleischs zu schauen, ich esse z.B. viel Lamm, das gibt es ja gar nicht aus Massentierhaltung...."

    So weit, so gut (bzw. schlecht, bzw. naiv).

    Und dann als die Steaks und Würsterl fertig waren, hörte man aus genau denselben Mündern nur noch, "au ja, gibst du mir auch noch eine Wurst? Und noch ein Steak, ja, mir auch, hmmm, das ist wirklich lecker, das Fleisch, hach, ich liebe es zu grillen, so ein gutes Steak ist doch was Feines, hmmmmm...."

    Tja. Ohne Worte.
    Aber traurig macht es mich eben doch. Immer wieder.

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  4. Siehst Du - genau aus diesem Grund habe ich Angst vor dem Buch ;)

    Ich finde es so unsagbar dumm, trotz dem ganzen "Ja, Massentierhaltung ist echt mal schlimm und also wirklich ganz furchtbar und die armen Tiere und blablabla und ich kaufe ja NUR beim guten Metzger und esse eigentlich auch nie Fleisch und blabla..." so vehement am Fleischessen festzuhalten. Und ich habe ganz viele (intelligente und sensible und verständige) Freunde, die genauso denken und handeln wie oben beschrieben (und bei vielen habe ich eben doch mitbekommen, das der "gute Metzger" aus Zeit- und Bequemlichkeitsgründen doch eher mal Lidl oder Rewe heißt) - ich hab' ein bißchen Angst davor, das ich das Ganze nach diesem Buch NOCH weniger ertragen kann. Und ich will doch meine Freunde nicht scheiße finden ;)

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  5. Tja, die Gefahr besteht. Also, ich finde Niemanden scheiße, wie könnte ich auch urteilen - aber es fällt mir so schwer, den Mund zu halten. Das tut körperlich weh und doch will ich es nicht. Das bringt ja keinen weiter und auf gar keinen meiner Freunde mochte ich verzichten;-)

    Es wird uns ja auch so leicht gemacht, zu vergessen. Auch das wird im Buch klar.

    Und dann steht im Buch: "nicht darauf zu reagieren ist auch eine Reaktion - wir (der Konsument) sind genauso verantwortlich für das was wir nicht tun. Im Falle des Tieretoetens heißt das: Wer die Hände in den Schoss legt, schließt die Finger eigentlich ums Schlachtermesser"

    Ums zus verstehen, muss man jetzt den ganzen Kontext haben, von der Grausamkeit der Aufzucht bis zum Töten am Fliessband, bei dem den Tieren bei lebendigem Leib wahlweise die Haut abgezogen, die Fuesse abgeschnitten oder die Haare weggebruht werden. Da Tiere lebend schneller ausbluten, geht man die Gefahr der unzureichenden Betäubung ein. Gier frisst Hirn ... Aber es muss ja viel und billig sein. Ich kann gerade halt gar nicht so viel Kotzen, wie ich moechte. Und dann gibt es Zuechter, die sich echt viel Muehe geben und dann mit anschauen muessen, wie ihre Tiere, die sie gut und gesund aufgezogen haben, unter diesen Bedingungen betörtet werden. nein, wir haben nicht das Recht, so ueber andere Kreaturen zu richten.

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  6. getötet soll das heißen... Ich Kämpfe mit der Technik

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  7. kämpfe wir klein geschrieben

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  8. Hihi, Anja ;-)
    Also bei "betörtet" hatte ich schon ein bisschen Verständnisschwierigkeiten, aber den Rest hat man dann doch verstanden ;-)

    Frollein, du hast das super auf den Punkt gebracht, was ich auch fühle. Mir geht das ganz genauso. Puh, in was haben wir uns da nur reingeritten mit unserem Vegan-Sein? ;-)

    Das schlechte Gewissen ist halt schon bei den meisten vorhanden, aber anscheinend wird das rigoros in dem Moment ausgeschalten, wo das Steak auf dem Teller liegt....

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  9. Ich hab ein neues Spielzeug mit Touchscreen. Da kann ich halt nicht so tippen, wie mit der Tastatur... ich üb noch;-))

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  10. wenn ich mal ganz blöd fragen dürfte: an was orientiert sich das "noch zwei Tage" eigentlich? Ist das irgendeine Gemeinschaftsaktion, Wettbewerb, Wette, Versprechen ... was hab' ich wo verpasst?

    Und zum "schlechten Gewissen": nee, glaub' ich eher nicht, dass das die meisten haben. Eher umgekehrt so wie bei mir: ich esse mal phasenweise kein Fleisch, meist wenig aber sehr gerne und kaufe meist aus mir bekannter Herkunft - und auch bei mir gibt's die ALDI-LIDL-Ausnahmen. Meist für die Katzen, manchmal auch für mich. Bei mir ist das alles eine Mischung aus Vertragen (gesundheitlich), Mögen und Geschmackserlebnis, Ausprobieren, Qualitätsanspruch ...

    Aber: dass ich so kaufe und hier und da ein paar bewusste Entscheidungen oder Gedanken damit verbinde, wo ich wie ich das tue, das liegt eher am Wertesystem, das mir besser gefällt. Kopfmäßig. So oder so fände ich es theoretisch besser. Praktisch hatte ich tatsächlich noch nie ein schlechtes Gewissen beim Essen von Fleisch. Und ich denke, das geht den meisten Fleischessern so.

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  11. @Lizzy - Frau Monster hat zum einwöchigen "In-die-Töpfe-Schauen-Lassen" eingeladen. Klar wohl, dass ich dabei bin. Deswegen dokumentiere ich hier mein Essen. Noch einen Tag. ;-))

    Und ansonsten - danke für Deine Ehrlichkeit. Ich kann mir vorstellen, dass Du Recht hast. Ich hatte auch nie ein schlechtes Gewissen. Heute wäre mir das wohl nicht mehr möglich. Les mal das Buch und dann diskutieren wir noch mal.;-)

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  12. hab mir das Buch jetzt auch zugelegt. dauert aber noch, bis ich's lesen kann, stapelt sich gerade so viel. mal sehen, die reihenfolge kann ich ja noch variieren. jedenfalls bin ich sehr, sehr gespannt darauf!!!

    übrigens war ich letztens zu einer paella eingeladen. da ist ja so allerhand drin, auch fleisch - man kann es rauspicken, habe ich auch weitgehend gemacht, aber etwas fleisch ist nach langer zeit dann doch im magen gelandet. ich hätte gedacht, dass ich es ekliger fände, gar nicht mehr vertrage oder so. war aber neutral - aber ich brauche es definitiv nicht für den geschmack eines gerichtes. hat jemand von euch übrigens schon mal vegetarische bzw. vegane paella gemacht? würd mich mal interessieren. achja, großbuchstaben sind gerade aus, muss mal wieder neue kaufen;-)

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  13. @Manu - ich glaub, ich hab nen Überhang im Moment. Ich hab danach ein Buch zur B12-Aufnahme gelesen und jetzt ein kritisches Verbraucherbuch. Danach sollte ich mal wieder nen Roman nehmen;-))

    Ich hab auf Mallorca mehrfach vegetarische Paella gegessen. Ich gehe auch davon aus, dass sie vegan war. Der Spanier an sich wird wohl kaum Butter nehmen sondern lieber Öl. Lecker war das auf jeden Fall.

    Ekeln tue ich mich im übrigen auch nicht - ich käme aber auf keinen Fall auf die Idee, etwas rauszupicken. Dann ess ich es gar nicht. Das passt nicht in MEIN Wertepaket. In meiner Anfangszeit hab ich zweimal (man lernt ja mit der Zeit dazu) daneben gegriffen und einen Bissen Fleisch gegessen. Nein, geekelt hat es mich nicht. Aber ich WILL es einfach nicht mehr.

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  14. So, nun auch mit Großbuchstaben: Anja, das mit dem Ekel ist auch nicht bewusst. Unbewusst habe ich mich aber in letzter Zeit vor Fleisch einfach geekelt, ohne es zu wollen - allein das war auch der Grund, es nicht zu verzehren. Ganz ohne weiteren ökologisch-moralischen Unterbau, ganz egoistisch: ich hatte ein Ekelgefühl.
    Und bei Einladungen finde ich es ECHT schwierig. Rauspicken ist doof. Gar nichts anrühren und sich sein Lunchpaket mitbringen finde ich aber auch nicht schön. Zumal ich eben nicht "offiziell" fleischlos lebe, heißt, alles völlig stickum, will das halt nicht thematisieren. Habe ich keine Lust zu. Und da kann ich dann ja schlecht Einladungen abschlagen, wo aus einer Pfanne gegessen wird. Oder voraussetzen, dass sie mir ne Extra"wurst" kochen ohne Fleisch oder mir Tupperwäre mitbringen. Verstehst du, was ich meine? Dann ist das gemeinsame Essen nicht mehr das, was es sein sollte, jemand lädt ein, kocht, allen schmeckt's und es ist schön. Sondern nein, da ess ich aus meinem Töpfchen und die Einladung ist eigentlich überflüssig geworden. Natürlich kann man sich immer noch unterhalten und Spaß haben, aber die Gemeinsamkeit. Essen ist ja auch nicht nur Sättigung, sondern Gemeinschaft, und da sondere ich mich dann ab, was vor allem eben bei so Eintopfsachen nicht schön ist.
    Gruß von
    Manu

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  15. Interessant Manu, ich sag nix, weil das Thema gemeinsames Essen im Buch auch ne Rolle spielt.

    Nach anfänglichem Zögern hab ich mich für offene Kommunikation entschieden. Ich würde als Gastgeber nicht wollen, dass ich etwas zubereite, was mein Gast "eigentlich" nicht mag. Ich biete an, etwas beizutragen und das wird auch meist gerne angenommen, wenn man nicht sogar erpicht ist, mir etwas Veganes zu präsentieren. Ist unterschiedlich und ich komme damit gut klar. Ich richte mich voll nach dem Gastgeber und nehme Jeffen Kommentar/Vorschlag an. Fleisch würde ich unter keinen Umständen essen und hab deswegen auch mal trocken Brot auf ner Party gegessen. Es war tatsächlich in JEDEM Gericht Fleisch. Bei Milch, Käse und Sahne mach ich Ausnahmen, wenn auch ungern.

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  16. Okay, ich muss den Stapel schnellstmöglich abarbeiten und anfangen zu lesen. Gerade, wenn das auch ein Thema ist, da bin ich ganz heiß drauf, zu lesen, was er meint und schreibt!

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