Sonntag, 28. November 2010

~ Ich bin ein Glückskind ~

Die Woche hängt mir in den Knochen. Deutlich zu wenig Schlaf für meinen Körper und meinen Geist. Und dann "soll" ich auch noch laufen? Wozu? Ist ja eh der erste Lauf diese Woche und nur für die 4-5 km den geschundenen Körper noch quälen?

Ach, das Wetter ist doch so toll. Es hat gefroren und der Himmel ist blau, komm pack die Laufhose und geh raus.

Nöö... ich geh nur zum Bäcker und hol Brötchen, das reicht heute.

Quatsch, Du weißt doch genau, wie gut Du Dich nach dem Lauf fühlst.

Wer kennt diese inneren Unterhaltungen nicht. Als ich mit Mütze bewaffnet auf die Straße gehe, laufe ich am Haus der nettesten aller Nachbarn vorbei, die gestern die Tür-an-Tür-Situation verlassen aber unweit neu eingezogen sind. Ich sehe ihn mit Kind am Fenster stehen, wir winken uns zu, wie schön.

Kurz darauf schmettere ich einer anderen Läuferin ein guten Morgen entgegen, was darin endet, dass sie mich bei meiner Runde begleitet. Eine fremde Frau, deren Namen ich auch jetzt nicht kenne, und wir unterhalten uns auf den kurzen 4km über das Dorf, den Weihnachtsmarkt, die Laufstrecken und das Laufen im Gesamten.

Ein schöner Morgen für einen bestimmt tollen Tag. Und was soll ich sagen, das ist noch Nix gegen meinen gestrigen Abend. Aber der war so toll, dass man ihn gar nicht beschreiben kann. Wenn ich mir Freunde malen würde, dann würde ich sie exakt so malen. Was bin ich für ein Glückskind.

Sonntag, 21. November 2010

~ Geboren, um zu l.... ~

Krrrrrrrk, krrrrrrrk, krrrrrrrk... 5.00 Uhr morgens... ich liege wach und höre dieses Geräusch. Musik in meinen Ohren. Ok, derjenige, der da gerade sein Auto frei kratzt, der findet das wahrscheinlich nicht schön aber ich weiß, was mich erwartet.


Es hat gefroren, und zwar ordentlich und das verspricht bei Sonnenaufgang eine wunderbare Atmosphäre, ich werde nicht enttäuscht.
Die Mütze zum ersten Mal über den Ohren, die Fleecejacke mit den angeknöpften Handschuhen, die klare Luft...es ist ein Traum.

Eine Industriestadt erwacht in der Ferne.


Vater Rhein atmet aus und der Dunst wabert über das Wasser.

 

Ein paar Getriebene sind unterwegs, um die Tiere auszuführen, so wie das noch sehr müde aussehende Frauchen dieses Border Collies, der schon mächtig Spaß hatte, die Frisbee-Scheibe zurückzubringen.



Ein perfekter Tagesbeginn. 5km und so viel gesehen.

Samstag, 20. November 2010

~ Alles-muss-raus-Tag ~

Die Themenwoche zu Lebensmitteln und Ernährung hat mir u.a. aufgezeigt, dass ich im Bereich Lebensmittelverschwendung echtes Entwicklungspotential habe. ;-))

Ich bin bzw. war echt empfindlich, was das Thema Haltbarkeitsdaten bzw. Öffnungsdaten von Lebensmitteln anging und hab sie vorsorglich entsorgt, auch wenn noch nix Böses zur erkennen war.

Das hört jetzt auf, ich gehe sorgsamer mit den mir zur Verfügung stehenden Lebensmitteln um. Das ist aber teilweise leichter gesagt als getan. Ich bin nicht jeden Tag zu Hause, um zu kochen. Manchmal bin ich ein paar Tage unterwegs und da fehlt auch die Energie mich recht gut um den Kühlschrank zu kümmern. Jetzt hab ich beschlossen, einmal in der Woche einen Alles-muss-raus-Tag zu machen. Da wird das gekocht, was weg muss.

So gab es gestern bei mir Lupinengeschnetzeltes (das war 15 Tage über dem Haltbarkeitsdatum) mit Paprika-Sahne-Sauce (die Hafersahne war schon 2 Wochen geöffnet). Dazu Kartoffeln. Es war super lecker, ich lebe noch und ich hab natürlich die Produkte vorher geprüft. Geschmack und Äußeres waren 1a in Ordnung.

Fürs Foto war ich zu gierig und hab alles flott aufgegessen. Das wäre es echt wert gewesen. Ich hab nämlich ein wenig passierte Tomaten (hatte ich auch noch offen) und Cidre (den hatte ich vom Marmelade-Kochen noch auf) an die Sauce gemacht. Gut gewürzt und es war echt lecker. Mal schauen, was mir über den Handel noch so begegnet.

Freitag wird mein Alles-muss-raus-Tag!

Sonntag, 14. November 2010

~ Kurze Stipvisite in Südindien ~

Wie hier angekündigt, werde ich beim Durch-Das-Buch-Kochen schon mal die Route ändern müssen. Ich hatte Spitzkohl im Körbchen, der verarbeitet werden wollte. Das Rezepte im Buch dazu war so profan, dass ich mir echt keine besonderen Geschmackserlebnisse vorstellen konnte. Ich sollte eines Besseren belehrt werden.

Es wurde einfach Ingwer mit Chili und Curry (eigentlich Curryblätter, die hatte ich aber nicht) angebraten, dann schwarze Senfkörner mit Kurkuma - den Kohl geschnibbelt ab mit rein und garen lassen. Dann Kokosraspeln, Zucker und Salz. Klingt einfach, war es auch. Aber der Geschmack war irre.

Da ich nächste Woche viel unterwegs bin, hab ich mir die praktischen Pita-Taschen gekauft, die ich mir für den ersten Reisetag immer gerne als Proviant fülle. 4 Stück sind in der Packung, das ist zu viel für einen Tag. So wurde heute eine zum Kohl getoastet und watt soll ich sagen? Ich hab die mit dem Kohl gefüllt und war hin und weg. So einfach und so lecker. Ich bin begeistert.

Samstag, 13. November 2010

~ Und sie laufen immer noch! ~

Ich bin dann mal (einigermaßen) spontan nach Troisdorf zum 6-Stunden-Lauf gefahren. Gab es doch mal die Gelegenheit, den Martin persönlich kennen zu lernen. Die Chance muss man nutzen, wenn man sich schon so viele Jahre "kennt". Und dazu war Frau Monster auch noch da, den Steffen und die Melanie hab ich kurz kennen gelernt und erfreulicherweise kurz Peter (alias Miatara) gesehen. Hach, wie fein.

Eine gute Stunde hab ich es auf der Tribüne als einer der wenigen Zuschauer ausgehalten, während die Läufer bei einsetzendem Regen ihre Runden für die 6 Stunden begannen. Dann war ich trotz 15° und mitgebrachtem Tee angesichts des usseligen Wetters total durchfroren und hab die Flucht ergriffen - bitte Ihr Läufer, verzeiht es mir. ;-))

Sollte das Wetter, das ich auf der Rückfahrt in Köln angetroffen habe, weiter nach Troisdorf gezogen sein, dann möchte ich mein Mitleid aussprechen. Bäh wie fies.

Ich bin gespannt auf Eure Heldenberichte und finde den Gedanken wirklich interessant, dass Ihr jetzt noch 3 Stunden laufen müsst, während ich schon zurück gefahren bin, mir Mittagessen gemacht und den Blog gepostet habt. Irre.

Montag, 8. November 2010

~ Neues Kochbuch ~

Ich gebs zu, ich bin süchtig nach Kochbüchern und ich besitze auch immer mehr als ich eigentlich "verkochen" kann. Vor ein paar Monaten hab ich die meisten konventionellen Kochbücher versteigert, schließlich brauchte ich Platz für neue im Regal. Ich geb mir aber wirklich Mühe, nicht allzu oft zuzuschlagen. Doch letztlich hab ich wieder eins erstanden und vermute, dass sich das aber mal so richtig lohnt. Das Buch heiß world food café und ist von Besitzern eines gleichnamigen vegetarischen Restaurants in London geschrieben worden (ich bin nicht verwandt und nicht verschwägert und bekomme keinen Tantiemen).

Neben einer wunderbaren Auswahl an Rezepten gibt es zu jedem eine kleine Geschichte/einen Hinweis auf die Herkunft des Rezeptes und wunderbare Fotos sowohl vom Essen als auch vom Herkunftsland. Alles in allem ein Genuss. Ich hab bereits mehrere Rezepte des Buchs ausprobiert und fand alle bisher sehr lecker.

Nun hab ich beschlossen, das Buch der Reihe nach zu kochen - mal schauen, wie lange es klappt. Ich muss und möchte natürlich auch Rücksicht auf meine wöchentliche Gemüsekiste nehmen, um saisonal zu kochen. Ok, dann spring ich halt ein bisschen.

Gestern wurde eine Harira-Suppe gekocht. Diese Suppe ist im arabischen Raum sehr verbreitet, wird auf Märkten in großen Töpfen gekocht und auch gerne beim Ramadan als erstes Gericht zum Fastenbrechen genommen.

Alle Zutaten sind normal bei uns erhältlich und heraus kam eine pikante, leicht scharfe und gut sättigende Suppe mit viel Eiweiß (Linsen/Kichererbsen/Bohnen). Ich hab das volle Rezept gekocht, zwei Kollegen heute im Büro mit verpflegt und mir noch zwei Portionen für Notfälle eingefroren. Nun ja, geplant war das so nicht aber ich hab meinen Zeitbedarf fürs Kochen falsch eingeschätzt und bis zur mittwöchlichen Gemüsekiste muss alles weg sein.

Deswegen wurde auch heute (wieder für 6 Personen) eine Marrakesh-Tajine gekocht (Ihr merkt, ich bin immer noch in Marokko unterwegs;-)), die nun auch schon aufgeteilt für die morgenliche Bürospeisung von mir und meinen Kollegen wartet - morgen Abend auch noch mal und für übermorgen wird wohl auch noch was bleiben. ;-)) Verschiedene Gemüse mit Kurkuma, Zimt, Kreukümmel gekocht, verfeinert mit Rosinen, Aprikosen, Oliven - dazu Couscous... ich bin begeistert. So kann es weitergehen.


Ach ja, das Buch geht über die unterschiedlichsten Länder, ich muss mich jetzt also erstmal durch den nahen Osten und Afrika kochen.

Samstag, 6. November 2010

~ Gyros und Sesamsauce ~

Speziell für Lizzy und die Gelüste: Hier mal wieder Lupinen, immer wieder gerne gezeigt. Dazu hab ich mir ein Fladenbrot aus verschiedenen Mehlen frisch gebacken (und ärgerlicherweise das Salz vergessen... ist ganz übel). Da ich aus meinem Kühlschrank handeln musste, weil das gezielte Einkaufen nicht möglich war, gab es keine Joghurtsauce sondern eine Sauce aus Tahin, Knoblauch, Gewürzen und etwas Wasser zum verflüssigen. War lecker... aber das Salz... das wär es noch gewesen. ;-)

Donnerstag, 4. November 2010

~ Wenn Muttern sagt... ~

... dass ihr Freundin IMMER Sellerieschnitzel macht und die vegane Tochter das noch nie ausprobiert hat, dann wird es wohl Zeit.

Also, von der Sellerieknolle eine Scheibe abschneiden und teilen. Kichererbsenmehl mit Wasser zu einer flüssigen Panade anrühren und mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken. Selleriescheiben in etwas Wasser 3 Minuten kurz ankochen und dann in Kichererbsenpanade und Sesam wälzen.

Das Ganze in der Pfanne von jeder Seite goldgelb anbraten und dazu gabs Kartoffeln, Gurkensalat und vegane braune Sauce mit etwas Sojasahne angedickt.

Mir hats geschmeckt, Mutter - sicherlich etwas anders, als Ihr das macht aber noch mal nen guten Anreiz für etwas, das ich eh schon länger mal machen wollte.

Montag, 1. November 2010

~ Heute ist Weltvegantag ~

Ein Tag wie jeder andere. Was mir mal völlig strange erschien, ist nun für mich normal. Für die Umwelt nicht, das merke ich leider noch zu oft. Es gibt auch viele positive Reaktionen und damit meine ich nicht bedingungslose Zustimung sondern Dinge, die den Alltag erfreuen, wie einfache Akzeptanz und Gastronomiebetriebe, die gerne die Wünsche der Kunden erfüllen.

Ich hab damals in einem Experiment zu einem Vegan-Jubiläum vom Frollein mal einen veganen Tag probiert. Meine Güte war das aufregend. ;-)

An alle Wagemutigen, Experimentierfreudigen und Freunde im Geiste. Vielleicht probiert Ihr auch mal nen veganen Tag. Es macht Spass!