Montag, 1. November 2010

~ Heute ist Weltvegantag ~

Ein Tag wie jeder andere. Was mir mal völlig strange erschien, ist nun für mich normal. Für die Umwelt nicht, das merke ich leider noch zu oft. Es gibt auch viele positive Reaktionen und damit meine ich nicht bedingungslose Zustimung sondern Dinge, die den Alltag erfreuen, wie einfache Akzeptanz und Gastronomiebetriebe, die gerne die Wünsche der Kunden erfüllen.

Ich hab damals in einem Experiment zu einem Vegan-Jubiläum vom Frollein mal einen veganen Tag probiert. Meine Güte war das aufregend. ;-)

An alle Wagemutigen, Experimentierfreudigen und Freunde im Geiste. Vielleicht probiert Ihr auch mal nen veganen Tag. Es macht Spass!

Kommentare:

  1. Mach ich ab und an mal. ;-) Nur so bestimmte Tage sagen mir nicht zu. Aber stimmt, vielleicht ein schöner Anlaß für einige, es mal (wieder)zu probieren.

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  2. heute ist mein persönlicher 555. Vegantag ... *grins*, hätte ich vorher auch nie gedacht

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  3. Mach ich auch ab und an mal. Und das schon lange - man beachte mein Rosenkohl-Maroni-Kokos-Gratin aus Dezember 2008 z. B. Da war mir absolut bewusst und es war gewollt, dass das vegan war (wie schonmal irgendwo erwähnt, hatte ich vor 25 Jahren mal einen veganen Lebensgefährten. Ich erzähle lieber nicht, was aus seiner Ernährung bzw. Gesundheit geworden ist *s* ... damals war's aber auch wesentlich schwieriger, das halbwegs gesund zu betreiben ...)

    Untergemischt habe ich solche Tage also schon öfter mal. Fleischfreie Phasen gibt's auch längere. Die längsten zwei veganen Phasen dauerten jeweils drei Tage. Nach der ersten bekam ich einen Süßigkeiten-Fressflash und stopfte mir binnnen ca. 10 Minuten eine Tafel Schokolade in den Bauch. Was bei mir wirklich nicht oft vor- und mir noch weniger be-kommt. Mir war danach grottenschlecht und ich dachte mir: "Das kann nicht Sinn der Übung sein, dass ich plötzlich Süßigkeiten reinstopfe".

    Die zweite Phase etwas später: Besuch kündigte sich an und natürlich habe ich für Besuch da, was der Besuch mag und erwarte nicht, dass sie sich auf meine Linie einschwören - oder es pendelt sich so mittig ein. Ich hatte einen französischen Weichkäse gekauft und als ich ihn - für das Besucherfrühstück am Sonntag - in den Kühlschrank räumen wollte, passierte was ganz kurioses: Obwohl ich satt war und mitnichten Hungergefühle unterdrückte oder so, lief mir plötlich nicht sprich- sondern realwörtlich das Wasser im Munde zusammen. Richtige Bäche flossen und versammelten sich, ließen sich nicht stoppen. Geifer! Anders kann man das nicht ausdrücken. Und ich habe den Weichkäse rundheraus und stehenden Fußes vor dem Kühlschrank verputzt. Dauerte in dem Fall höchstens fünf Minuten.

    Kennst du solche Episoden nicht?

    Es wird weiterhin ab und zu veganes Essen geben. Gestern z. B. waren mein Sohn und dessen Freundin voll des Lobes über die Kokos-Möhren-Chinakohl-Pfanne mit gebratenen chinesischen Nudeln und gebratenen Sesam-Tofuscheiben. Ab und zu okay. Schon wegen der Hirnwindungen, die sich bei Rezepturen mal etwas umbiegen müssen. Aber mehr brauch' ich davon nicht.

    War so ein sermonlanger Roman von mir nicht eigentlich schon lang' mal wieder fällig?! ;-D

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  4. @Eva - ich weiß;-)

    @Tüpfel, hey Glückwunsch. Ich hab ja blöderweise nicht angefangen zu zählen. Vegetarisch ja aber vegan nicht. Hmm...

    @Lizzy - danke für den langen Kommentar. Stimmt, war fällig. Und Du hast Recht, zum Gesundheitszustand möchte ich nix wissen aber da bin ich a) selbstbewußt genug und b) vorsichtig genug (Blutwerte regelmässig checken lassen) oder anders herum. Mittlerweile hat sich die Möglichkeit des Mangels aus dem Gedächtnis gedrängt. Die Ernährungsweise passt sogar gerade besonders gut auf meine körperliche Verfassung.

    Die Heißhungerattacken kenne ich tatsächlich nicht. Klar, kommt schon mal Lust auf ein "gewohntes" Mahl auf. Dann muss ich mir was Herzhaftes machen (z.B. mein Lieblingslupinengeschnetzeltes) und alles ist gut. Mit Käse hab ich Gegenteilige Erfahrung gemacht. Ich war vor 2 Monaten dienstlich in einem Hotel und hatte mich nicht vorher angekündigt. Morgens zum Frühstück war alles fein - es gab sogar Hafer- und Sojamilch. Aber mittags beim Buffet war kein Gericht außer Salat ohne Butter/Käse etc. Ich hab dann halt vegetarisch gegessen (2 Mittage) und mir dann am 2. Mittag noch Käse "gegönnt" - so nach dem Motto "jetzt ist auch kaputt". Das war mir aber mal ne gute Lehre. Ich hatte tierisch Bauchweh. Die tierischen Fette bin ich nicht mehr gewohnt und deshalb hab ich auch keine Lust mehr - so einfach ist das mittlerweile. Das heißt nicht, dass ich den Geruch von Grillhähnchen nicht lecker finde - aber der Gedanke an das Produkt, die Aufzucht und auch die Auf- und Nachbereitung bringt mir zu viel Ekelgedanken als dass ich wirklich Wasser im Mund hätte.

    Das mit den Hirnwindungen find ich gut - das hat mir ja auch so den Spaß gebracht.

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  5. Was ist denn aus der Gesundheit Deines Bekannten geworden, Lizzy?

    Heißhungerattacken auf irgendwas kenn' ich nur zu gut...da die aber eher abgenommen habe, seit ich vegan esse, tippe ich mal das das bei mir eher Kopp-Gründe hat/hatte und nichts mit der Ernährung zu tun hat. ;)

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  6. oh Dankeschön für die ausführliche Antwort.

    Aber nun bin ich in einem Konflikt - du willst nicht wissen, was aus der Bekanntengesundheit geworden ist, Fräulin Holle aber schon.

    Und weil ich nicht englisch schreiben mag (das ist aber ein wirklich gelungener Trick zur Lizzy-Romanverhinderung, das mit dem englisch), schreib' ich lieber auch nicht in den Blog "drüben" - zumal du, Anja, das dort natürlich auch lesen würdest, nehme ich mal an.

    Also gleich hier und vorweg geschickt wieder: ich halte nicht die vegan-gewollte (ging nie so ganz auf der Reise in der Provinz Deutschlands vor 25 Jahren, im Wohnwagen bei locker bis zu 20 Stunden täglicher Arbeit manchmal) Ernährung für den Auslöser der Übel. Sondern die Unausgewogenheit und Stümperhaftigkeit der Durchführung: Fleisch und tierische Bestandteile einfach mal so weglassen, letzteres nur weitgehend, und dann als Ersatz massenhaft Süßigkeiten essen und zum satt werden Gemüse- und Beilagenplatten, Kartoffelbrei (meist aus der Tüte), Nudeln und Reis + Bananen, Tomatensuppe und diverse Reformhaus-Konserven. Das ist einfach nicht der gesunde vegane Weg, ist mir schon klar.

    Jedenfalls entwickelte besagter Herr nach über 10 Jahren dieser Lebensweise eine chronische Darmentzündung, landete zusammenklappend (wegen Mangelerscheinungen) im Arolser Krankenhaus (da war ich schon nicht mehr mit von der Partie - als Mutter seines Sohnes aber natürlich immer noch nah dran und half dann auch, war in Arolsen und kümmerte mich und bekam alles mit).

    Durch die ständigen Darmblutungen (Colitis Ulcerosa - die, ich betone es nochmals - natürlich auch bei jeder anderen Ernährungsform entstehen können und deren Ursache auch heute noch vollkommen ungeklärt ist ) verlor er natürlich massenhaft Nährstoffe ungenutzt durch die Darmwand. Nach einem recht langen Krankenhaus- und späteren Kuraufenthalt mit viel Cortison bekam er von mehreren Seiten das ausdrückliche Verbot, weiterhin fleischfrei zu leben. Er vertrug ohnehin fast nix mehr - kein Obst mit Säure, kaum Gemüse, keine Vollkornsachen. Sofort rebellierte alles und die Blutungen begannen erneut. Lange lebte er von Astronautennahrung, KArtoffelbrei, Tomatensuppe, Zwieback, Bananen und Hähnchenfleisch. Babykost - alles andere führte in stante pede wieder ins Krankenhaus. Alle späteren Versuche, das wieder zu normalisieren - langsam - ergaben, dass sein Körper neben den Babysachen nur noch Fleisch bzw. tierische Proteine akzeptierte. Und die klaglos. Also aß er danach und konnte - entgegen der ärztlichen Prognosen für eine lebenslange medikamentöse Begleitung - sich aus den Medikamenten langsam und über Jahre ausschleichen.

    Ein späterer Versuch, die vegane Lebensweise "vernünftig" - so nach LEhrbuch eben und inzwischen gibts ja noch weitere Erkenntnisse - wieder aufzunehmen, scheiterten komplett. Mit einer fleischreichen, säure und ballaststoffarmen Ernährung hingegen kann er seit inzwischen 20 Jahren (er ist jetzt Mitte 50) ziemlich normal leben. Empfindlicher Darm bleibt. Aber sonst isses ok.

    Achja: Kaffee, Alkohol, schwarzen Tee hat er damals auch nie getrunken. Inzwischen trinkt er mal ein Bierchen oder so. Nicht geraucht (das immer noch nicht), war immer sehr schlank (inzwischen normalschlank) und körperlich aktiv.

    So - Romanende. Mich würde dieses Schicksal auch nicht von der veganen Idee abhalten, wenn ich sie denn verfolgen wollte. Aber sie würde mich doch immer auch zu großer Vorsicht mahnen.

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  7. Och, das ist alles? ;)
    Was lehrt uns diese Geschichte? "Iß vollwertig und ausgewogen, dann wirste nicht so schnell krank!"
    Ich denke, dieses Schicksal hätte aber auch jeden Omnivoren treffen können, der sich schlecht ernährt. Hin und wieder ein Blutcheck kann da wohl auch nicht schaden ;)

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  8. Uhhh, üble Geschichte. Aber Du hast Recht, ich glaube, damals war es deutlich schwieriger, ausgewogen vegan zu leben. Das Angebot, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, ist so weitreichend, dass ich bis heute noch lange nicht alles probiert habe. Die Beschreibung dessen, was er damals gefuttert hat, lässt mir allerdings den Schauer über den Rücken jagen. Bei mir steht Genuss ja über allen Dingen drüber und das hört sich nicht danach an.

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  9. naja - das mit der Auswahl ist sone Sache, wenn du auf Jahrmärkten unterwegs bist.Man könnte da natürlich auch von gebrannten Mandeln, Liebesäpfeln und ... hmmm ... vegan essen. Achja - gebackene Champignons oder Laugenbrezn hat er sich da ab und zu geholt. Ansonsten sind wir meist zweimal täglich essen gegangen - nicht der Feierlichkeit zu liebe sondern um satt zu werden. Was gibts in der Provinz? (ich sach nur: Stoppelmarkt in Vechta *brr* ;) -> Landgasthäuser und Pizzerien (damals jedenfalls wars das - evtl. noch ein Grieche).

    Natürlich hatten wir auch nen Kühlschrank und zweiplattigen Gasherd. Aber wenn du alle drei Tage umziehst, es oft lange dauert, bis STrom angeschlossen ist etc. dann kannste das weitgehend vergessen.

    Ach - bei mir jedenfalls war früher NICHT alles besser. Zumindest dafür war einiges gut, was ich so getrieben habe ... -> ich war in den Zeiten, in denen für die anderen gleichaltrigen alles besser war, immer grad woanders unterwegs *g*

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  10. @Lizzy- ich muss arg schmunzeln bei der Vorstellung des früheren Lebens.;-) Danke für den Einblick.

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  11. ach, das war ja nur eins von mehreren. Die andren bei Gelegenheit mal :)

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