Sonntag, 24. April 2011

~ Rheinsteig oder so .. ~

Karfreitag - ein stiller Feiertag - und Frau Holle und ich unterwegs. Noch mal: Stiller Feiertag und Frau Holle und ich wandernd unterwegs. Da passt ja schon was nicht. Wenn wir eins nicht sind, dann ist das still - erwarten das aber gefälligst von anderen und wurden komischerweise enttäuscht.

Wir planen weit im Voraus, sonst wird das nie was mit unserer kompletten Rheinsteig-Besteigung. Dass wir Karfreitag so ein Kaiserwetter haben werden, hätten wir uns nie erträumt. Das so viele andere den Tag für Outdoor-Aktivitäten nutzen, kam uns auch nicht in den Sinn.

Eigentlich haben wir auch nur eine kleine Etappe des Rheins bestiegen (und uns bemerkenswerterweise auf den ersten 200m schon verlaufen) und uns später geplant ein anderes Gebiet in dem Waldstück angesehen - nicht minder hübsch. Allerdings war ich ziemlich fotofaul und deswegen sind auch nur 3 Stück entstanden.

Beim ersten Ohr-Foto kreischte eine unauffällige Dame neben mir: "MACH DOCH ENDLICH MAL EIN FOTO - DA IST EIN OHR." Zu Befehl, zu Befehl - sieht aber auch interessant aus. Mehr erinnert mich das an die Situation, dass zwei andere Wanderweiber laut schwätzend (warum dürfen das andere als wir) durch den Wald stapften, blöderweise das gleiche Tempo marschierten und uns deren kleiner wuseliger Hund ständig zwischen die Beine lief. Also kurz gewartet, die beiden vorüberziehen lassen und uns später von Mountain-Bikern übern Haufen fahren lassen.

Wir schafften es aber irgendwann, so weit weg vom Schuß zu sein, dass wir endlich allein für uns waren, und uns der Quatscherei, der Fresserei, und der Nasenbluterei hingeben konnten.

Mittlerweile waren die Pollen in der trockenen Luft schon so penetrant, dass man sie unter Augenlidern kratzen spüren konnte. Selbst Nichtallergiker bekommen da Spässchen. Die Beine waren weder braun noch rot sondern gelb und überall, wo man hinfasste, hatte man nur ein kratzendes Gefühl. Hört sich jetzt so runtergeschrieben total unangenehm an - fanden wir aber eher lustig.

Weiter gehts im strammen Schritt an diesem Teich vorbei - und jetzt möchte ich die Bloggerwelt befragen, warum der See so rot ist - das sah aus wie kleine Blättchen, die auf dem See schwammen. Lt. Aussage des Frolleins wird das irgendwann grün. Ich hab auf Anhieb nix im Netz gefunden außer einer Alge, die aber eher Steine etc. rot färbt. Es sah lustig aus, wie die Enten so über den roten Teich schwammen.

Am Schluss der Wanderung dann noch unter wunderschönen Kirschblüten ein schönes alkfreies Weizen, bei Frolleins im Garten ne Schaufel Eis und ab zurück in die Heimat.

Ein Phänomen gab es noch: Normalerweise herrscht ab km 20 aufgrund totaler Erschöpfung Schweigen im Walde. Das kam bis zum Schluss nicht auf - wobei ich jetzt nicht behaupte kann, dass ich unangestrengt war.

Gewundert hab ich mich, als ich die Garmindaten ausgelesen hab - knapp 28km und über 700 Höhenmeter. Diese Höhenmeter waren nicht wirklich spürbar - wobei, mein Gluteus Maximus kann sich auch jetzt, 2 Tage danach, noch gut dran erinnern - es muss also stimmen, zumal ich den Höhenmeterangaben des Garmin nicht traue und die bei gpsies korrigieren lasse.

Was gab es zu Essen? Zwei ordentliche Portionen Tortellini-Salat und 4 Brötchen mit Räuchertofu. Eine meiner Wasserflaschen hatte sich im doppelten Boden des Rucksacks versteckt, so dass mir Frau Holle noch aushelfen musste.

Ich freue mich auf den nächsten Rheinsteig - wie jeck!

Mittwoch, 20. April 2011

~ Altes Gemüse ~

Rübstiel - ich kannte dieses Gemüse nicht, bis ich es vor ein paar Jahren im Gemüse-Abo hatte. Ähnlich erging es mir in der Zeit auch mit Pastinaken, Topinambur, Petersilienwurzel, Goldrübchen, und sogar Mangold - wahrscheinlich auch noch weiteren Würzelchen und Gemüsen.

Als ich in der Vorschau sah, dass es diese Woche inbegriffen ist, war ich schon hoch erfreut. Die Zubereitung ist recht simpel und so hab ich es auch dabei belassen.

Es gab also heute Abend: Rübstiel im Kartoffelpüreenest mit cross gebratenem Räuchertofu.

Dazu wurden für 1 Person

  • 300g Kartoffeln gar gekocht und mit 
  • 1 TL Alsan 
  • 1 Schuß Sojasahne
  • 1 Schuß Sojamilch
  • Salz, Pfeffer und Muskat
ein Kartoffelpüree gestampft.

Der Rübstiel wurde geputzt und grob geschnitten und in

  • 1 Zwiebel klein gewürfelt in 
  • 1EL Alsan glasig gedünstet und dann 
  •  1 Bund Rübstiel mit 
  • 75 g Gemüsebrühe 2-3 Minuten gedünstet.
Aus dem Kartoffelpüree wurde ein Nest gelegt und der Rübstiel darin schön warum eingebettet, mit 1/2 cross gebratenem Räuchertofu geadelt und dann schnell aufgemampft. Ein richtiges heimeliges Essen - und dazu noch Sonne auf dem Balkon.

Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal Rübstiel verarbeitet hab, war zufällig mein Vater zu Gast, der das Gemüse aus der Kriegs-/Nachkriegszeit kannte und sich freute, das noch mal zu essen. Ist schon irre, wie viele Produkte doch in wenigen Jahrzehnten fast verloren gegangen sind.

Wer es nicht kennt: Rübstiel schmeckt in etwa in die Richtung Spinat/Mangold.

Sonntag, 17. April 2011

~ Run4Japan ~

Ein dezentraler Spendenlauf - Run4Japan - hatte ich ja schon gepostet.

Nicht nur weil Frau Mockenhaupt herself mitläuft stellt sich die Frage: "Was ziehe ich denn dann an?". Auch außerhalb der Session kommt beim Rheinländer sofort das Verkleidungsgen hoch und meldet sich, das kann man im Prinzip nicht unterdrücken.

Als Geisha laufen wird wohl nicht komfortabel sein - außerdem fehlt mir das Kostüm. Sumo-Ringer eignet sich auch nicht so besonders, so dass ich dann doch froh bin, dass es auf der Spendenseite eine Startnummer auszudrucken gibt. Ist doch viel einfacher.

Ein wenig seltsam komme ich mir schon vor, dass ich einfach so mit nem Zettel aufm Rücken durch die Landschaft trabe. Aber es geht hier ja nicht um mich sondern darum, evtl. andere Läufer auf die Aktion aufmerksam zu machen. Ich für meinen Teil muss allerdings sagen, dass das wohl zwecklos war. Ich war so ziemlich alleine unterwegs. Ok - ein paar Hundeausführer kamen mir schon entgegen aber so richtig viel war das nicht. Nunja... ich hab meine Pflicht erfüllt.

Martin hat gesagt, dass meine Kilometer doppelt zählen, weil er heute keine Zeit hat. Das ist gut so, wenn ich damit auch noch nicht mal ansatzweise seine normale Sonntagsration abgelaufen bin. So hab ich dann einfach 2,00 Euro/Kilometer gespendet.

Also Frau Mockenhaupt und Ihr lieben anderen Mitläufer, es hat Spaß mit Euch gemacht, auch wenn ich Euch nur vor dem inneren Auge sehen konnte.

Freitag, 15. April 2011

~ Von Identitätskrisen, Läuferträumen und Stipvisiten! ~

Ich hab ne Blogidentitätskrise - nicht, dass mich das Thema auch mal im realen Leben erwischt aber gerade, als ich anfangen wollte zu schreiben, bemerke ich einen akuten Anfall von Blogidentitätskrise. Soll ich doch - wo jetzt das Laufen wieder Formen annimmt - den Blog splitten? Ich weiß es nicht, ich lass es offen. Der Tag war zu anstrengend, als dass ich mich entscheiden kann.

Auf jeden Fall war es so, dass ich einigermaßen spontan eine Nacht in Hamburg verbringen durfte - ok, das kommt ja schon mal häufiger vor aber es sprach mich dann in zweierlei Hinsicht an. Zum einen hatte ich ein neues veganes Restaurant entdeckt, das getestet gehört. Zum anderen hab ich da noch so ne Rechnung mit der Alster offen, dieser Schönheit, dieser.

Der Aufenthalt war kurz und nicht wirklich planbar - ich meine, wer kann schon Autofahrten auf der A1 planen? Wird nur getoppt durch die A3 an Würzburg vorbei, finde ich. Also die Strecke zwischen Bremen und Hamburg gehört auf jeden Fall zu meinen absoluten Hass-Lieben!

Trotzdem war ich zwar spät aber noch zeitig genug in meiner geliebten Hansestadt, um einen Abstecher ins Leaf zu machen. So ganz richtig kann ich es gar nicht beurteilen. Zum einen war ich hundekaputt und zum anderen überhungrig. Königsberger Klopse mussten es sein und die waren absolut lecker. Ich hab selbst welche vor ein paar Wochen kreiert und muss sagen, dass ich da noch was nachlegen kann. Das Restaurant an sich bietet ne schöne Atmosphäre. Ich bin ja eher ein Freund von "normalem" oder "modernem" Ambiente als von "Wir-sind-alles-Ökos-und-Weltverbesserer-lila-Räumen". Ich fühlte mich wohl, die Bedienung war freundlich und das Essen  - wie schon erwähnt - schmeckte gut. Allerdings war es ja nur ein Essen und von daher fürchte ich, muss ich noch mal hin. :-)

Das Hotelbett vereinnahmte mich gegen 21.00 Uhr, so dass ich um 3.00 Uhr in der früh schon mal ein bisschen den Fernseher quälte... nee... wattn Mist. Vor allen Dingen, wenn man dann gegen 5.00 Uhr wieder das Schlummern anfängt.

Aber ich hatte einen Plan und der gehörte umgesetzt. Seit 2 Jahren arbeite ich in einem hanseatischen Unternehmen und so lange schon will ich die Alster umrunden - der geneigte Leser weiß, dass mir das unmöglich war.

Jetzt war die Zeit gekommen, die Laufschuhe geschnürt (oder dank Yankz Schnürsystem auch nur geschlüpft), den Garmin in Stellung gebracht, die Musik auf die Ohren und im Sonnenaufgang ging es an die Alster. Nun ja, was soll ich sagen: Es ist halt einfach schön, wunderbar, irre, geil und sonst noch was. Irgendwann musste ich mich entscheiden, ob ich nun laufen oder fotografieren wollte. Meine Güte, was will man mehr. 8km durfte ich langschlurfen und nun hab ich zumindest mit der Alster die Rechnung beglichen.


Phänomenal zu erwähnen sei noch, dass ich an einem Freitag Nachmittag, an dem auch noch die Schulferien beginnen, außer am Elbtunnel keinen Stau hatte und in etwas über 4 Stunden wieder im Rheinland war. Glaubt Ihr nicht? Doch... war echt so. Und noch was zum Schluss: Wenn man seinen Polizeiwagen auf einem Abschleppwagen sieht, ist das ein sehr skurriles Bild.

Dienstag, 12. April 2011

Run4Japan!

Kommt Ihr Läufer, Ihr habt doch Sonntag eh nix "Besseres" vor.!

Sonntag, 10. April 2011

~ Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser? ~

Wer erinnert sich noch an dieses Kinderspiel? Bei meiner heutigen Lauftour schwirrte mir das die ganze Zeit im Kopf rum. Ich hatte zwar irgendwie in Erinnerung, dass es was mit Fährmann war aber da war wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken.

Da Vorfreude ja bekanntlich die schönste Form der Freude ist, geb ich mich dieser seit Tagen schon hin. Vor 4,5 Jahren sind wir umgezogen. Damals hab ich - wie wohl jeder bescheuerte Läufer - die Gegend auf Lauftauglichkeit gescannt. Und damals - die "älteren" Leser erinnern sich - war ich ja auch immer mal wieder in meinen Laufeuphorien etwas gedämpft. Und ich träumte so vor mich hin, eine Strecke inkl. Fährfahrt laufen zu können und so zweimal den großen Fluß zu queren. 12km ist sie lang, diese Wunschstrecke. In den 4,5 Jahren hab ich genau diese Strecke einmal geschafft - die Distanz wenige Male mehr. Und nun stand sie wieder auf dem Plan - 12km!

Das gute Wetter wurde - wie man sehen kann - von vielen gestern fürs 1., 2. oder 3 Angrillen genutzt - Müll mitnehmen ausgeschlossen. Ja, das werde ich wohl wieder öfters sehen.


Aber konzentrieren wir uns doch auf die schönen Dinge der Strecke.




Irgendwann gehts auf eine Brücke und mein Kreislauf hüpft vor sich hin - interessant, das kenne ich eigentlich nicht. Ob es die Höhe war oder die Irritation durch durchs Sonnenlicht ausgelöste Streifenoptik - keine Ahnung. Es war dann schön, auf der anderen Seite zu sein.

  
Den linken Stubentiger wollte ich eigentlich festhalten, weil er so genüsslich in der Sonne saß und blinzelte. Aber man witterte wohl Streicheleinheiten oder wahrscheinlich eher Essen und ich konnte gar nicht so schnell knipsen, wie sie auf mich zugelaufen kamen.



Lob an diesen Gartenarchitekten.



Und als ich mich dem Fähranleger näherte, legte die gerade auf der anderen Seite zur ersten Fahrt los und ich zu einem Sprint an, da ich dann doch gerne mit rübergenommen werden wollte. Ich durfte das Übersetzen dann auch ganz alleine genießen und legte noch ne kleine Schleife an und war dann mit 12km am Brötchenziel.




Das "Mett"brötchen schmeckte anschließend doppelt zu gut und jetzt freue ich mich, dass wir gleich die Räder ausm Keller holen.

Mein Körper hat mich jetzt über die letzten Wochen schon mit Wade, Achillessehne, Knie und Schienbein verschreckt. Die ersten 3 waren wohl Eingewöhnungsdinger und die Nummer mit dem Schienbein kenne ich ja zu Genüge. Liebevoll gibt es morgens und abends ne Eismassage und vor und direkt nach dem Laufen noch mal zusätzlich. Damit werde ich es wohl im Griff behalten - schließlich bin ich Expädde auf dem Gebiet.

Und so genieße ich die Laufmöglichkeiten, so lange es eben geht.

Sonntag, 3. April 2011

~ Radieschen-Quark mit Gewürzkartoffeln~

Da hatten sich doch ein paar Radieschen in mein Bio-Abo geschummelt und die sollten verarbeitet werden. Profan im Salat ist zu langweilig, deshalb gab es heute bei mir:

Radieschen-"Quark" mit Gewürzkartoffeln - Rezept für 2 Personen:

Für den Quark hab ich 380g Sojajoghurt in einem Küchentuch den ganzen Tag abtropfen lassen, um ihn anschließend mit 100ml Soja-Reismilch wieder zu verdünnen. :-) In diesen hab ich 1,5 EL Hanföl gegossen und 1 Apfel sowie 1/2 Bund Radieschen zu Würfeln geschnibbelt. Dazu noch 6 Cornichons, 1/2 kleine Zwiebel und 1 EL gemischte TK-Kräuter. Das Ganze mit 1 TL Kräutersalz (selbst nach Schuhbeck gemischt) und schwarzem Pfeffer abgeschmeckt.

500g Katoffeln (kleine) wurden mit Schale 20 min gegart und anschließend in Olivenöl gebraten. Ich hab die Kartoffeln in meinem Fall mit einem Schuhbeck-Gewürz-Gemisch (Bratkartoffeln) gewürzt - das lag aber einfach daran, dass es mir an frischem Rosmarin mangelte.

Dazu einen gemischten Salat und fertig war das Sonntag-Abendessen. Dazu einen feinen Rotwein... was braucht man mehr. Ich liebe Kartoffeln - schon mal erwähnt?

Ein schönes Rezept, was mich im Sommer wohl noch das ein oder andere mal begleiten wird.