Freitag, 30. September 2011

~ Veedel - noch 2 Tage bis zum Marathon ~

Köln ist ja nur ein Sammelbegriff - Köln lebt durch seine Veedel (Viertel/Stadtteile). Als erstes die Hymne auf die Veedel - so schön!



Ihr Startet in Düx (Deutz) um dann direkt die Seite zu wechseln. Dort lauft Ihr durch die Altstadt (Nord und auch Süd) - die Strecke durch Riehl wird jetzt (außer auf dem Weg dahin am Rhein entlang) nicht soooo entzückend sein. Wenn Ihr am Rheinauhafen vorbei seid, werdet Ihr Bayenthal streifen, leider nicht tief genug, um die alten Villen und das Viertel der Schönen, der Reichen und der ganz schön Reichen (SWR3) zu begutachten.

Bei KM 24 werdet Ihr in Sülz ankommen - das hat nichts mit tierischen Produkten zu tun und ist ein sehr begehrtes Wohnviertel für die, die nicht ganz reich sind aber etwas mehr verdienen und die Kneipen- und Einkaufskultur lieben. Sülz ist wie viele Stadtteile nicht schön aber schön. :-) Lindenthal und auch Braunsfeld werden gestreift - alles nette Wohngebiete.

Aber so die richtig "netten", die gibt es nur auf der Schäl Sick (habt Ihr ja gelernt). Dort gibt es Mülheim mit der schönen Keupstraße. Hier ist ein Besuch in den Abendstunden empfehlenwert, wenn die Straßen- und vor allen Dingen Kneipenbeleuchtungen angehen und man meint, man wäre in Klein-Istanbul.

Vingst, Kalk, Ostheim, Gremberg - so heißen u.a. die Stadtteile, die nicht zu den beliebtesten aber günstigen Wohngebieten gehören. Auch die Seite von Köln sollte man kennen (wenn man sie schon nicht erläuft). Aber wahrscheinlich wurde vorab schon für alle Marathonläufer Köln-Kalk-Verbot ausgesproche (na... woher stammt das?).

Wenn es mal gelebtes Christentum gibt, dann ist es das von Pfarrer Meurer in Vingst. Wer die Muße hat, soll den verlinkten Artikel mal lesen oder sich Interviews mit ihm im Netz anhören. So sollte Kirche wohl funktionieren.

Hmmmm... ernst gehts heute zu, was? Aber iss halt nicht nur Karneval in Köln und deshalb aber trotzdem noch mit dem Augenzwinkern ein nettes Video... mal so ganz anders.

Donnerstag, 29. September 2011

~ Düsseldorf ~

Hä?... Wer hat denn diese Überschrift gesetzt?

Wer oder was ist dieser Düsseldorf?

Blöderweise kommt das beste Lied dazu von den Toten Hosen... ich bin verwirrt.

Mittwoch, 28. September 2011

~ Die Kölner, die Liebe und die Leidensfähigkeit ~

Wer in Köln liebt, muss leidensfähig sein. Wie soll man sich sonst erklären, dass ein Fußballclub - egal ob 1. oder 2. Liga - immer das Stadion voll hat. Und zwar mit Stimmung bis unters Dach des Müngersdorfer Rhein-Engergie-Stadions.

Ach, zu dieser unendlichen Benennung von Sportstätten. Es gibt doch in Köln die schöne überdachte Konzert- und Eishockeyarena - die ehemalige Köln-Arena. Von den Kölnern liebevoll "Et Henkelmännche" genannt (Mitche sagte man auch früher für die Töpfe mit Henkel, die Arbeiter mit zur Schicht nahmen) - Ihr werdet sie wohl beim Start zu Gesicht bekommen. Auf jeden Fall wird in der Nachrichtensendung eines nicht unbekannten ansässigen öffentlich-rechtlichen Senders das Henkelmännchen nie nach dem neuen Sponsor benannt sondern immer als "Kölner Arena" bezeichent. Der Kölner an sich ist immer ein wenig aufmüpfig.

Aber zurück zum Fußball. Ich möchte hier jetzt noch mal die Durchhalteparolen an die Marathon-Läufer aussprechen. In einer Stadt, in der die Fußballfans so unendlich leiden müssen, dürft Ihr nicht aufgeben. Denkt daran "Unser Hätz schlät für d'r FC Kölle" (unser Herz schlägt für den FC Köln). Listen and repeat... "Unser Hätz schlät für d'r FC Kölle".

Auch die Wise Guys haben dazu ein Lied gesungen (ich glaube, es gibt 1.001 Lieder, die sich mit der Thematik des Kölners und seiner unendlichen Liebe zu seinem Fußballverein befassen).

Dienstag, 27. September 2011

~ Die Bausünden von Köln ~

Mit dem Post vermische ich jetzt die Marathonvorbereitung mit dem letzten Wochenende.

Wir hatten Besuch aus dem hohen Norden und dazu eine Stadtführung mit dem Titel "Die Bausünden von Köln" gebucht. Wer aus Köln stammt oder Köln kennt weiß, dass man da nicht zwingend weit für gehen muß. Aber das noch mal erörtert zu bekommen, war echt nett.

Eine Geschichte sei hier exemplarisch erzählt: Mitte der 80er Jahre wurde in Köln die Philharmonie fertiggestellt. An dem Gebäude an sich ist nichts auszusetzen, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und bei Musikern und Konzertbesuchen ist das Gebäude hoch angesehen.

Oberhalb des Konzertsaales ist ein Platz angelegt, der Heinrich-Böll-Platz. Irgendwie muss man beim Anlegen des Platzes die Philharmonie vergessen haben. Auf jeden Fall stören Trittgeräusche auf dem Platz (und der ist stark frequentiert) die Akustik des Saales und so ist bei jeder Orchesterprobe und jedem Konzert der Platz abgesperrt und durch Security-Personal bewacht - ich möcht nicht wissen, was das kostet.

Nun begab sich die Stadt Köln an, eine U-Bahn zu bauen, die leider durch den Einsturz des Stadtarchivs zu großer Bekanntheit gekommen ist. Diese U-Bahn führt auch an der Philharmonie vorbei und welch eine Überraschung - eine U-Bahn macht Geräusche und in der Philharmonie finden Konzerte statt. Man erzählt sich, dass fieberhaft nach einer Lösung gesucht wird. Wer also Ideen hat... aber wer weiß, ob die U-Bahn jemals fahren wird.

Liebe Marathonis... solltet Ihr die Philharmonie sehen (Ihr kommt dreimal recht nah daran vorbei), so tretet etwas weniger heftig auf - es könnte gerade ein Konzert stattfinden.

Das war ein tolles Wochenende mit bestem Wetter und lecker Kölsch. Den Rheinauhafen haben wir auch noch besichtigt (keine Fotos gemacht) und auch hier werden die Marathonläufer zumindest außen zweimal dran vorbeilaufen und die Kranhäuser sowie die sehr schön hergerichteten Gebäude des alten Hafens sehen. Hier hat Köln architektonisch wirklich mal eine Glanzleistung vollbracht.

Also, wenn in meinen Posts rüber kommt, dass ich diese Stadt liebe, dann mehr wegen der Mentalität als wegen der Architektur.... aber es wird (Beispiel Rheinauhafen)...und außerdem haben wir ja den Dom und ich bitte jeden Marathoni ehrfürchtig angesichts der angeblichen Knöchelcher der Heiligen 3 Könige und vor allen Dingen des Bauwerks daran vorbeizuziehen. Ich meine, wir haben über 600 Jahre für den Bau des Doms gebracht, der gehört nun wirklich mal bewundert.

Noch ein Lied? Du bess die Stadt....

Montag, 26. September 2011

~ Dos and Dont's ~

Wichtige Überlebenstipps hier an der Stelle für die Imis (Zugezogene, Zugereiste) und Neumarathonis in Köln - ich meine, ich will ja, dass Ihr nachher noch Berichte schreiben könnt:
  1. Wenn Ihr auf eine Horde Menschen zulauft, die augenscheinlich den Marathon nutzen, um die Zeit zwischen Aschermittwoch und 11.11. zu überbrücken, dann schreit ganz laut Alaaf! Auf gar keinen Fall Helau... nie... nimmer... Ihr werdet es nicht überleben, vertraut an dieser Stelle bitte nicht auf die ansonsten so hochgelobte Toleranz des Kölners. Am besten immer im Zusammenhang mit "Dreimohl Kölle... Alaaf, Kölle... Alaaf, Kölle... Alaaf". Also: Listen and repeat: Kölle.... Alaaf! Wenn Euch also langweilig ist, einfach mal ausprobieren - die Resonanz wird immer und spontan fröhlich erfolgen.
  2. Ein alkoholhaltiges Kaltgetränk heißt immer Kölsch - ok, das werdet Ihr wahrscheinlich hinbekommen. Also nicht Bier, nicht Pils und schon gar nicht Alt - immer Kölsch!
  3. Wenn Ihr das Wort Teddy irgendwo lest, vertraut nicht darauf, dass es sich um Spielzeug handelt. Ein Besuch im Teddy-Treff kann für mehr oder weniger behaarte Männer ein einmaliges unbeabsichtigtes Erlebnis werden. Ihr lauft durch die Regenbogenhochburg - und das ist auch gut so. :-)
  4. Solltet Ihr vor oder nach dem Lauf ein Brauhaus besuchen und der Köbes  Euch unfreundlicher behandeln, als Ihr es von der Gastronomie erwartet, so denkt nicht mal dran, Euch zu beschweren, Ihr würdet Euch lächerlich machen. Ein unfreundlicher Köbes ist ein guter Köbes.
  5. Ihr startet den Marathon von der rechtsrheinischen Seite aus - Ihr könnt Euch als Kenner zeigen, wenn Ihr sagt: "Wir starten von dä schäl Sick" (also falschen Seite). Wer "op dä schäl Sick" wohnt, wohnt überall aber auf gar keinen Fall in Köln, auch wenn das postalisch anders ist. So... wo startet Ihr? "Ob dä schäl Sick." Listen and repeat..... op dä schäl Sick
So, das reicht für heute... aber auf jeden Fall noch ein Lied zum Einstimmen. Diesmal ernst und ganz abseits vom Karneval - legendär, das Chlodwigplatzkonzert gegen Rassismus "Arsch huh, Zäng ussenander" - die Übersetzung findet man hier:

Sonntag, 25. September 2011

~ Noch 7 Tage und ein paar Grundsätze der Kölner ~

Der Kölner an sich hat ja so seine eigenen Philsophien und Menschen haben versucht, das im kölschen Grundgesetz zu verankern.

Beim Marathon kann man dieses Grundgesetz auch ziemlich gut verwenden - hier zwei Beispiele:

"Et kütt wie et kütt" und "Et hätt noch immer jot jejange"

Mit "Et kütt wie et kütt" beschreibt der Kölner dem Marathonläufer die Sinnlosigkeit vor der Angst VOR dem Marathon. Du bist trainiert, Du hast getapert und jetzt kannst Du Dich nur noch dem Lauf ergeben - es kommt sowieso wie es kommen soll. Also sei ruhig und reg Dich nicht auf. :-)

Mit "Et hätt noch immer jot jejange" wird dem Marathonläufer ein Überlebensmantra mit auf den Weg gegeben. Solltest Du zwischendurch zweifeln, dann denk dran - "Et hätt noch immer jot jejange" und so wird es auch Dir gehen. Also weiterlaufen und an Nr. 1 denken - et kütt wie et kütt.

Listen and repeat: "Et hätt noch immer jot jejange" und "Et kütt wie et kütt"!

Und da hier Karnevalslieder gewünscht sind - bitteschön - Mir Kölsche:





Samstag, 24. September 2011

~ Es wird Zeit für ein wenig Vorbereitung ~

Noch 1 Woche und 1 Tag und Eva wird ihr Debut beim Kölner Marathon geben und Martin wird ihr Hase sein.

Normalerweise dürfte ich mir dieses Ereignis nicht entgehen lassen aber ich bin verhindert - sehr schön verhindert aber ein wenig blutet mir doch das Herzchen.

Ich sehe es allerdings als meine Pflicht an, Euch Pfälzer nicht ganz unvorbereitet in die Rheinische Stadt zu lassen. Ok, eigentlich genügen folgende Wörter, um die Stimmungsmacher am Rand zu verstehen:

  • Kölle = Köln (oder auch foppen, täuschen, überlisten)
  • Rhing = Rhein 
  • Kölsch = kölnisch, Biersorte, Sprache aber auch Keuch-/Schleimhusten und Name von Auswanderern in die Pfalz
  • Dom = Dom aber immer in der Form "Dä Dom" auszusprechen
Um das zu verfeinern, bekommt Ihr ein wenig kölsches Liedgut zum Üben und was könnte da besser passen als das alte Lied von Willi Ostermann (der ist sowas wie ein Liedergott in Köln) "Heimweh noch Kölle" oder "Ich mööch zo Foß noh Kölle jon" = Ich möchte zu Fuß nach Köln gehen.

Listen and repeat "Ich mööch zo Foß noch Kölle jon", hier in einer alten Fassung:



To be continued....

Sonntag, 18. September 2011

~ Lauf im Pfälzerwald ~

Ich schreib gar nicht viel. Alles zu sehen hier: klick

Toll, Euch persönlich kennen gelernt und den Pfälzer Wald mit eigenen Augen gesehen zu haben. Es war ein toller Nachmittag - Ihr seid toll, liebe Pia, lieber Martin. Und schön auch, die zauberhafte Alisha kennnengelernt zu haben.

Seit 30 Minuten bin ich am Ziel angelangt. Jetzt gibts Abendessen.

Sonntag, 11. September 2011

~ Ein paar Nach-Halbmarathon-Gedanken ~

Die totale Euphorie stellt sich bei mir nach Wettkämpfen nicht ein. Weder im Ziel noch später. Ich freue mich eher so vor mich hin aber weder mit innerer Aufgewühltheit noch sonstwie. Wenn es so etwas wie das Runners High gibt (und daran glaube ich), dann stellt sich das bei mir eher ein, wenn ich etwas Besonderes bei einem Lauf erlebe oder sich wunderbare Landschaften auftun oder das Wetter besondere Kapriolen bereit hält.

So hab ich zwar schon dem ein oder anderen erzählt und ja auch hier kundgetan, dass ich den HM in einer für mich sehr guten Zeit geschafft hab aber jetzt nicht innerlich jubelnd. Eins ist mir aber im Laufe der Woche klar geworden - dass ich das in der Zeit geschafft hab, lässt noch eine Schlußfolgerung zu. Alle, mit denen ich gesprochen oder die ich gelesen hab, haben entweder ihre Zielzeit unterwegs korrigieren müssen oder haben den Lauf unter den schwülen Bedingungen eine Runde vorher beendet.

Was sagt mir das? Da geht noch was.
 
Trotzdem packt mich jetzt keinerlei Ehrgeiz, diese Zeit auszureizen, ich freue mich eher auf total entspannte Läufe. Meine Freundin Bine schickt mir schon nette Laufideen zu Landschaftsläufen in der Eifel zu und darauf hab ich mal so richtig Bock. Ohne Zeitziel, ganz entspannt einfach mitlaufen und die Stimmung genießen. Mal schauen, ob ich das im Herbst noch mache.

Wer aber mal was richtig Verrücktes lesen möchte, der soll sich mal das hier zu Gemüte führen. Steffen läuft 170km um Köln, während wir über die Hitze beim Halbmarathon fluchen. Einfach genial und einfach verrückt. Runningfreaks halt.

Ansonsten bleibt zu berichten, dass ich aus Sicht meiner Gräten das Ganze gut überstanden hab. Der Muskel über dem Knöchel meldet sich zwar, allerdings nicht beim Laufen und ich hege gute Hoffnung, dass sich das mit der Zeit wegläuft. Mein rechter hinterer Oberschenkel war etwas beleidigt, hat sich heute bei den 7km aber schon deutlich freundlicher gezeigt als beim ersten Lauf am Freitag, der doch ein wenig steif vonstatten ging. Die Schienbeine sind ruhig.

Heute früh beim Lauf war mir schon wieder viel zu warm und ich schickte Wetterungswünsche an den Läufergott angesichts des Pfälzerwald-Marathons, bei dem Pia und Martin heute laufen sowie zum Neuwieder Deich-Halbmarathon bei dem Christian heute sein Début hat und Eva sicherlich im Rahmen ihres Marathontrainings sich messen lassen will. Auch Bernd ist beim Alsterlauf auf der Strecke, ebenfalls Début.

Die Fotos hab ich nur gemacht, um zu sehen, ob mein neues Blackberry bessere Fotos macht als das alte und die Qualität reicht meiner Meinung nach für ein paar Schnappschüsse auf der Strecke aus. Da ich seit einiger Zeit das Telefon immer an der Frau hab, brauche ich also nicht mehr extra eine Kamera mitnehmen, wenn mir danach ist.

Und ich weiß, dass mind. mal eine Läuferin sich jetzt mit mir auf die kältere Jahreszeit freut. Ich werde wahrscheinlich das nächste Runners High vermelden, wenn es nachts friert und ich morgens am Rhein die Dunstwolken begrüßen darf. Der Herbst und der Winter sind mit Ausnahme der Dunkelheit wunderbare Begleiter beim Laufen.

Ach ja, zur Belohnung gab es heute Scrambled Tofu mit dem Zeugs, das gestern nicht mehr auf die Pizza passte und einen grünen Smoothie aus Banane, Apfel, Kiwi, Nüssen und Feldsalat zum Frühstück. Es könnte mir schlechter gehen.

Und wisst Ihr was? Ich laufe...ist das nicht schön?

Sonntag, 4. September 2011

~ Glückbringer und die Tropen in Köln ~

Teil 2: Die Umsetzung

Allerspätestens als ich meine phänomenale Startnummer 311 (mein 3. HM, der dann in 2011 stattfinden soll) an den Rock friemelte, wurd ich dann doch hibbelig. Der Anblick all der Läufer auf dem Parkplatz und dass ich ENDLICH noch mal mitspielen darf, ließen das Herzchen hüpfen.

Und als Michi mir dann ihren Glücksbringer übergab, den sie auf der Straße gefunden und mir gewidmet hatte, war ich hin und weg. Das Ding wanderte in meine Tasche, der Hibbeligkeitspegel stieg an. Dabei hatte ich dann noch meine weltbesten Groupies in Form meines Mannes, meiner Nichte und ihrem Hund - was kann da schon passieren.

Tja, viel - zum Beispiel die Schlange der Toiletten kann passieren, was Michi und ich respektiv mit der Belagerung der Herrenbehindertentoilette gemeistert haben.

Als ich Michi erzählte, dass mein Frühstück aus Brötchen mit Scrambled Tofu, Magnesiumgetränk, einer Voltaren (Arztempfehlung, ich würde nie Schmerzen wegdrücken wollen, die Schaden anrichten können) und 2 Kaffee bestand und ich das Trinken von Wasser etwas aus den Augen verloren hab, wies sie mich daraufhin, dass es unklug sei, nicht zu wissen, wovon man später ko**end an der Strecke steht. Wo sie Recht hat, hat sie Recht aber ich ging ja eh nicht davon aus, dass ich 21km am Stück schaffe.

Tja und dann kam der Lauf in feuchtwarmer Luft und die Sonne frotzelte sich durch die Wolken - war zwar nicht bestellt aber machste nix. Die Vorhersage lag bei 18° und Regen - bedacht wurden wir mit gefühlten 25° und Sonne. Als sich der Muskel am Fuß nach 7km nicht wirklich zu Wort meldete, war mir klar, dass ich es schaffen konnte.

10km laufe ich in 1:00:09 durch - 20km in 2:00:11 - die einzelnen Rundenzeiten sind nicht ganz so nach Uhrwerk gedreht. Aber ich weiß auch nicht, wie zuverlässig das Garminchen funktioniert hat, denn Gott sei Dank liefen wir sehr viel im Wald. Dort war es zwar auch schwül aber in der Sonne haute es einen fast auf den Socken. Mich nur fast, andere ganz. So viel Rettungswagen hab ich noch nie bei einem Lauf gesehen, das war nicht schön. Selbst ein Hubschrauber musste eingesetzt werden.

Meine offizielle Zeit liegt bei 2:09:09 - damit hab ich meine 4 Jahre alte Bestzeit (mein 2. und letzter HM) um ca. 9 Minuten verbessert. Nicht leicht sondern hart erarbeitet, ich war echt froh, als ich durchs Tor lief. Wer jetzt rechnet, wird eine kleine Abweichung feststellen. Lt. Garmin bin ich 21,4km gelaufen.

Und der Fuß (s. Teil 1)? Nix, ein ganz wenig war zu spüren, dass er mal vor ein paar Tagen beleidigt war aber ich verspürte keine Schmerzen und jetzt nach dem Lauf nicht und das hätte auch die Voltaren nicht verdecken können.

Ob es die Einlagen waren, ob es das Einrenken des Rückens war, ob es der Zinkleimverband war (daran glaube ich am wenigsten) weiß ich jetzt nicht aber ich soll vom Blitz erschlagen werden, wenn ich mir die Einlagen noch mal in die Schuhe packe.

Jetzt kommt der September ohne Plan als Regenerationsmonat und ich freue mich auf die (halb)langen Läufe ohne Zeitdruck und auf 2 Läufe ganz besonders.

~ Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - Halbmarathon in zwei Teilen ~

Teil 1 - Es tut weh!

VWG = in der Sprache der Läufer Vorwettkampfgejammer. Wer sich im Läuferumfeld tummelt, kennt das. Da tun einem auf einmal Dinge weh, man hört sprichwörtlich das Gras wachsen und sieht das läuferische Ziel (Wettkampf) in weite Ferne rücken. Oft lösen sich die Zipperlein quasi mit dem Startschuß in Wohlgefallen auf.

Da ich ja scheinbar läuferisch nicht einfach mal so auf entwas hintrainieren und dann laufen kann, meldeten sich im Prinzip 2 Minuten nach Anmeldung für den Halbmarathon in Köln die Schienbeine zu Wort und wollten mitreden und zwar recht lautstark. Ok, Ihr bekommt ne Packung, ne Eispackung.

Letzten Sonntag dann im Rahmen des Taperings ein schneller aber kurzer Lauf von 8km und ich hatte das Gefühl, mir geht der Fuß mitsamt dem Bein unter dem Körper weg. Aua... was ist das? Tut weh. Es entpuppte sich als eine Verhärtung des Muskels der oberhalb das Knöchels liegt - aber warum das nun wieder und warum so heftig?

Trotzdem weiter trainiert, mal schauen was geht. Es ging so viel, dass ich meinen letzten Lauf von 5km am Freitag fast abgebrochen hätte, so schmerzte dieser Muskel. Da ich aufgrund ner Blockade im Rücken sowieso zum Orthopäden musste, hat der gleich draufgeschaut und kritisch mit dem Kopf gewippt ob meiner Aussage, dass ich doch den HM laufen wollte. Er überlegte kurz, legte mir nen Zinkleimverband an, gab mir noch ein paar Anweisungen und meinte: "Versuchen Sie es ruhig - Sie können sich nichts kaputt machen. Das Schlimmste was passieren kann ist, dass sie abbrechen müssen".

Nicht, dass die Schmerzen mit dem Verband etc. besser wurden und ich war mehr als realistisch, was meine Chancen für den Lauf angingen. Beim Spaziergang am Samstag auf einmal ein Ruck im Fuß und noch mehr aua... ok... dann ist das halt so. Ich war zu keiner Zeit irgendwie verzweifelt oder enttäuscht - was soll es denn, der nächste Halbmarathon kommt bestimmt. Trotzdem hab ich mir natürlich Gedanken gemacht, was das sein könnte. Meine Einlagen kamen mir in den Sinn - solch eine Verhärtung kommt durch eine Fehlstellung und vielleicht sorgen die Einlagen, die ich in letzter Zeit doch recht gehäuft und vor allen Dingen bei den langen Läufen genutzt hab, für diese Fehlstellung. Deswegen beschloß ich, ohne Einlagen zu laufen.


Starten wollte ich auf jeden Fall, hatte ich doch die Chance, Michi noch mal zu sehen und auch einen weiteren alten Bekannten, auf den ich mich freute.

Allerdings nahm ich die weitere Vorbereitung nicht ernst - was beinhaltete, dass ich Wein zum Abendessen trank und sich jegliche Nervosität in Grenzen hielt. Selbst das Zurechtlegen der Unterlagen etc. kam gerade kurz vor dem Schlafen gehen schnell in Gang.


Mehr folgt bei Teil 2: