Dienstag, 8. Mai 2012

~ Da ist was los im TV ~

Das wird wohl in der nächsten Zeit nichts mit Kochen und Backen und so. Aber damit hier im frischen Blog doch etwas Leben drin ist, ein paar Gedanken zum TV-Programm.

Üblicherweise verbreiten sich TV-Sendungen zu veganen Themen in der "Szene" rasch über diverse Posts auf Facebook & Co. Deswegen war ich erstaunt, als ich gestern ohne Vor"warnung" die Vorschau zur Sendung "Der Vorkoster" mit Björn Freitag sah. Gestern 20.15 Uhr  auf dem WDR "Fleischersatz im Trend".

Nun bin ich sicherlich nur eingeschränkt ein Fan von Fleischersatzprodukten. Tofu zählt für mich nicht zum Fleischersatz und Fertigprodukte meide ist meist. Letztendlich wurde auch genau das schön herausgearbeitet. Die Frage, warum man, wenn man denn vegetarisch/vegan leben möchte, überhaupt Fleischprodukte haben möchte, wurde durch den Gast Atilla Hildmann gut beantwortet.

Gerade weil die Sendung nicht durch einen Vegetarier geführt wurde, fand ich sie gut und das Ergebnis auch - mehr dazu hier: Klick

Da bin ich aber froh, dass die Sendung auf NDR "Die Milchlüge" auf unbestimmte Zeit abgesetzt worden ist - da wäre ich ja schon in Probleme gekommen. Das Absetzen dieser Sendung wird stark diskutiert Klick aber dann geh ich doch mal davon aus, dass diese noch gesendet wird, wie einer der Kommentarschreiber aussagt. Schön wäre es schon.

~ ey-alder-isch-liebe-pc-alder ~

Bahn fahren bildet - in welche Richtung auch immer - auf jeden Fall in Richtung Lebenserfahrung. Sollte ich mal mit der Bahn fahren ohne dass ich nachher eine Geschichte zu erzählen hätte, müsste ich es rot im Kalender anstreichen... aber diesmal war es wieder wie immer, nur noch etwas besser.

Nein, ich brauche nicht zu berichten, dass in Wagen 25 die Klimaanlage ausgefallen ist und sich alle Passagiere auf die anderen Wagen verteilen mussten (über die Aussage, dass dort noch genügend Plätze vorhanden sind, hat wahrscheinlich auch der Sprecher schwer gelacht als er das Mikro ausmachte).

Zuerst dachte ich auch, mein Bahnerlebnis ist der Sitznachbar (Typ Cargo-Camouflage-Hose und Wacken-Festival-Shirt), der immer stark das Atmen anfing, wenn jemand den Gang benutzte, den hatte er nämlich für seine Beine und Füße reserviert. Es wird zwar Teil des Erlebnisses aber ganz anders als ich gedacht hatte.

So ca. 30 Minuten vor München am Dienstag gegen 20.30 Uhr - der Zug war aufgrund des langen Brückentag-Wochenendes gut gefüllt: Mein WOA-Sitznachbar hört Musik auf seinem PC und daddelt so ein wenig auf dem Gerät rum, wie man das halt macht, um sich die Zeit zu vertreiben. Auf einmal hält ein Kerlchen neben ihm an. Etwas schmal, die Haare auf 2mm gekürzt und mit nem Plastikbecher Bier in der Hand (und wie sich schnell rausstellte, war das nicht der erste Becher). Das Kerlchen spricht den WOA an: Ey Alder hastu PC oder was? Darf isch gucken?

WOA reagiert für mich erstaunlich höflich und es begann eine Diskussion, die auf der Kerlchen-Seite immer mit dem Satz: "Ey Alder isch liebe PC" endete und aus dem WOA-Mund ein zaghaftes "Ja" entfleuchte.

Das Kerlchen merkte, dass es hier länger verweilen konnte und damit es auch auf Augenhöhe mit seinem SchliebePC ist, geht es in die Knie. Das gefiel aber dem Bier und dem Zwiebelgyros im Magen nicht und mit einem lauten "Öhhhrgs" und einem "Tschulligung" wurden wir mit einem Schwall aus Magenluft eingenebelt, der einen komatös werden lassen konnte. Auch nur so ließ sich erklären, was dann folgte.

Erst gab das Kerlchen dem PC-Besitzer Hinweise, was er alles in seinen Einstellungen ändern und welche Anwendungen er ausschalten sollte, um die Schnelligkeit des Arbeitsspeichers zu erhöhen (der Typ hatte nicht angemeldet, dass er Schwierigkeiten damit hatte). Das reichte aber nicht - der Zwiebelgyros nahm sich selbst den PC in die Hand und der WOA ließ es zu. Dazwischen immer ganz viele "Ey-Alder-isch-liebe-PC"-Rufe und die Beteuerung "Ey-Alder-isch-weiß-was-isch-tu-vertrau-mir-isch-liebe-PC"-Beteuerungen.

Wir laufen im Münchner Bahnhof ein. WOA versucht gerade seinen PC hochzufahren, bei dem er sich nun nicht mehr anmelden kann. Das Kerlchen wehrt sich gegen die Mitreisenden, die ihn auffordern, seinen angestammten Platz im Ganz zu verlassen, damit sie ihre Koffer und den Anschlußzug bekommen. Auf einmal brechen wir alle ziemlich hektisch auf - als ich aufstehe sehe ich, dass nicht nur ich sehr gespannt der Szenerie beigewohnt habe. Das halbe Zugabteil hat wohl mitbekommen, was sich bei uns abspielte (allerdings wohl nicht gerochen).

WOA schaut mich verstört und fragt: Sind wir wirklich schon in München? Als ich das bestätigte sagte er nur noch: "Ich bin schon oft Bahn gefahren aber das hab ich noch nie erlebt und ich hätt mich fast übergeben."

Nur der Einnebelung kann ich zuschreiben, dass sich ein Kerl wie ein Baum von so einem Kerlchen hat einlullen und ihm den PC erstmal außer Kraft setzen lassen.

Ja, es macht Freude, Bahn zu fahren - Notiz an mich: Nasenklammer oder Dufttuch einpacken.

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