Donnerstag, 15. August 2013

~ Staffellauf und warum ich kurze Läufe nicht mag ~

Mopo-Staffellauf in Hamburg - unsere Firma nimmt teil und bei mir klappt es terminlich sehr gut. Da mach ich doch mit, noch mal nen offiziellen Lauf und das mit Kollegen - klingt super. Ist super.

Das Firmen-Outfit ist bunt, die zugehörige kurze Hose wird aufgrund der Temperaturen gegen eine 3/4 getauscht. Meine neongrünen neuen Laufsocken runden das Ensemble hervorragend hab. Stil ist alles, oder?


Ca. 5.000 Läufer verteilt auf 1.000 Staffeln rücken mit Grill, Getränken etc. an, so steht auch bei uns vor dem Vergnügen *räusper* die Arbeit des Aufbaus. Noch schnell werden die Plätze der kurzfristig abgesagten Läufer vergeben und verteilt. In meiner reinen Damenstaffel bin ich an Platz 5, also Schlußläuferin. Unüberlegt hab ich meinen erst eingeteilten 4. Startplatz einer Kollegin überlassen. Was es bedeutet, erfahr ich erst zum Schluß. Aber so viel ist sicher, egal wie spät ich ins Ziel komme, mein veganes Grillzeugs wird mir keiner wegessen.

Hier muss ich hin und finds eklig, vor allen Dingen als ich realisiere, dass ich mit der Nase fast im rechts aufgehängten Pissior hänge. Buähhh..


Und damit hört meine Fotoreportage des Laufs auch schon auf, schade eigentlich. Der Stadtpark war übersäht mit Zelten und die Stimmung war sowohl bei uns als auch bei den anderen Firmenzelten super. Es wurde angefeuert, was das Zeug hält und da ein Wettbewerber von uns auch zugegen war, gab es für die schnellste Staffel das (erfolgreich umgesetzte) Ziel, vor deren erster Staffel einzulaufen. Yeah.

Ich brauch nicht erwähnen, dass es sich nicht um meine Staffel handelte. Wir waren 5 Mädels und keine von den Vorläuferinnen konnte mir die Zeit sagen, alles nicht so Zahlen-fokussiert wie ich. Es war absolut schön, den Läufern und den unterschiedlichen Laufstilen zuzuschauen. Blöd nur, dass ich wie verrückt gefroren hab, hat sich doch der Sommer mal kurzzeitig verabschiedet.

Nach gut 1,45 Stunden ein wenig warmlaufen und schon steh ich an der Staffelübergabe und uhpss... ich bin fast alleine dort. Die meisten sind schon durch und ich muss fürchten, als Letzte zu starten. Es kommt nicht ganz aber fast so. Ich ziehe mit meinem Staffelstab los und bin sicher, dass ich viiiiel zu schnell bin. Als ich bei km 1 aber merke, dass ich nur knapp unterm 6er-Schnitt laufe, bekomm ich doch echte Bedenken, ist doch eine 5km-Zeit unter 30 Minuten Ehrensache, oder?

Schon jetzt wünsche ich mir das Ende des Laufs herbei. Die Laufstrecke an sich ist fast leer, nur ganz wenige andere Mitstreiter sind noch unterwegs und dann sehe ich ihn... Opfer Nr. 1.. zack, eingesackt... Opfer Nr. 2.. eingesackt, Opfer Nr.... uhps, das bin ich. Wo gehts denn jetzt hier lang? Streckenposten, wo bist Du? Roter Pfeil wo bist Du? Sollte man sich vielleicht die Strecke vorher einprägen? Nun ja... Zeit verloren. Weiter gehts.. den ein oder anderen Schleicher kann ich noch mitnehmen, gezählt hab ich sie nicht, schätzungsweise 10 Plätze konnte ich wohl noch rausholen. Ist aber auch keine Kunst, wenn Staffel Tchibo geht anstatt zu laufen.

Die Streckenposten lächel ich freundlich an, wenn sie mir schon nach 1,5 Kilometern erzählen, es sei nicht mehr weit. Innerlich mache ich sie für meine läuferische Quälerei verantwortlich. Verdammt... schon wieder weiß ich nicht, wo es lang geht. Eine Mitläuferin ist so nett und weist mir den Weg. Nach langen wehen Kilometern gehts auf die letzte Runde und jetzt vorbei an den Zelten. Kaum jemand nimmt noch Notiz von den Schlussläufern, es wird gefeiert, sich bejubelt und teilweise schon aufgebrochen.

Jetzt noch mal alle Kraft zusammen nehmen, um bei unserem Zelt ne gute Figur abzugeben. Ob es mir gelungen ist, mag ich bezweifeln. Mal schauen, wann ich die ersten Fotos sehe. Bei 4.88km und 27.53 Minuten (glaub ich) stoppe ich die Uhr, Es hat gereicht, um unter 30 Minuten zu bleiben und damit bin ich zufrieden.

Mein Grillzeugs schmort schon und schnell noch 2 alkfreie Biere und Vürstchen und dann gehts auch schon ab ins Hotel. Den Rotwein, den ich mir dort genehmige, hätte ich auch direkt intravenös nehmen können, hätte wohl die gleiche Wirkung gehabt.

Als mich die lästige Mücke (wie kommt die nur in den 6. Stock) dann um 5.15 Uhr weckt und ich merke, wie Wade zwickt und Sehne muckt, schwanke ich, ob meine Überlegung, heute früh - also wenigen Stunden nach dem Staffellauf, die Alster zu umrunden ne gute Idee ist.

Wie man sieht, hab ich mich dafür entschieden. Es war etwas mühevoll aber in meinem Tempo und es war schön, wie es immer schön an der Alster ist.


Ich bin nicht die einzige Läuferin!


Und ich bewundere mal wieder, wie aufgeräumt das um die Uhrzeit schon ist - da sollten sich die Kölner Parks mal ein Beispiel dran nehmen.


Die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn wäre mal wieder ein eigener Blogeintrag wert - nur so viel sei gesagt. Es war so kalt im Zug, dass ich kurzerhand meine Jeans ausgepackt und unterm Kleid angezogen hab - kann man ja heutzutage auch tragen. So fror ich nur wenig und nicht mehr ganz viel.


Und auf dem Heimweg vom Bahnhof ein veganes Bürüm ergattert und eben einverleibt.


Ich hab Muskelkater und werd jetzt mal mind. 2 Tage Pause machen - aber es war schön. Wenn auch der Staffellauf ne Quälerei war. Aber nachher ist immer schön.

Ich glaub, ich bin in meinem Läuferleben schon schneller gewesen aber ich pack ja auch Intervalltraining etc. mit Rücksicht auf meine Gräten nicht mehr an. Die längeren, ruhigen Läufe nur für mich werden definitiv immer mein Favorit bleiben. So wars also mit dem Mopo-Staffellauf.

Kommentare:

  1. Schöner Beitrag und Glückwunsch. Du hast es durchgezogen!
    Das Problem bei diesen kurzen Strecken ist dass man sie so schnell laufen muss! ��

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  2. Genau das ist das Problem. Das ist soooo anstrengend!

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  3. Ein schöner Bericht. Ich war dort auch gelaufen, zum ersten und sicher nicht zum letzten mal. Bei mir ist es allerdings genau anders herum. Da lange Strecken für mich aus körperlichen Gründen tabu sind, bin ich auf den kürzeren unterwegs. Gestern brauchte ich 27:28 Minuten, war damit einer der langsameren in meiner Staffel. Das war gestern eine nette Sache.

    Freundliche Grüße
    Bernd

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  4. Das hört sich alles in allem nach einem schönen Erlebnis an. Schade finde ich lediglich, dass die Strecke scheinbar nicht allzu gut beschildert war :-/
    Ich war einmal Zuschauer bei einem 10km Crossrun im Gelände - bei einer Stelle liefen zwei Strassen beinahe parallel voneinander und der Pfeil war nur winzig klein im Grass. Wir haben uns dann dort aufgestellt und den Läufern den Weg gewiesen - jeder zweite wäre falsch abgebogen.
    Liebe Grüsse
    Ariana

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  5. Aber nachher ist immer schön.

    Das ist für mich die Weisheit des Tages. Sozusagen das Wort zum Freitag ;)

    Deine Zeit finde ich dafür, dass du dich seit Jahren erfolgreich durch das dicke Buch der (Lauf-)Krankheiten akribisch vorwärts arbeitest und für deine doch eher ... wie nenne ich das jetzt ... gesundheitsorientierten? Laufumfänge verflixt flott!

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  6. Cooles Shirt, tolle Stadt und hach, ich würd wenn ich das lese auch gern mal wieder richtig in die Puschen kommen.

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  7. @Bernd, ja, ich könnt mir vorstellen, auch Wiederholungstäterin zu werden.
    @Lizzy, schön geschrieben. ;-)
    @Julia, und los!

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  8. Also 5 km im Wettkampfmodus ist ja nun tatsächlich vom ersten bis zum letzten Meter eine Quälerei und am Tag danach könnte ich schon gleich gar nicht laufen.

    Da das bei dir aber offenbar ging, stellt sich mir die Frage: Hast du dich vielleicht nicht richtig angestrengt? :-)

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  9. Ralf, wer immer Du bist... das ist gemein. :-)))

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