Samstag, 21. September 2013

~ I run for life ~

Manchmal wach ich morgens auf und die Gedanken, die ich beim Aufwachen habe, lassen mich nicht los. Sie sind heute nicht schön und sie kleben wie Sirup an mir. Dabei völlig unnötig - irgendwas, was ich auf der Arbeit versäumt hab aber überhaupt nicht schlimm ist - trotzdem werd ich es nicht los. Das schlechte Gewissen nervt mich. Dabei ist die Deutsche Bahn schuld... aber das ist jetzt ne andere Geschichte und die Bahn ist halt immer schuld.

Dann geht mir auch noch die Sojamilch aus, so dass nur 1 Kaffee drin ist. Als ich dann um 6.30 Uhr loslaufen will ist es zudem immer noch dunkel. Mist Herbst aber auch...

Musik aufs Ohr und ab in die Dunkelheit. Die erste Versöhnung erhalte ich, als ich den Vollmond über dem Rhein sehe. Die Fotos sind natürlich nicht schön geben aber ein wenig von der Atmosphäre wieder.



Als ich den Monheimer Rheinbogen erreiche, ist es schon fast hell und man sieht im Hintergrund die Schornsteine der Erdölchemie - total romantisch.


Rückwärts gerichtet die diesige Sicht auf den Rhein.


Und ich laufe so weiter vor mich hin und höre auf einmal ein Lied, das schon ewig auf meinem Iphone sein muss, ich aber noch nie wirklich wahrgenommen hab... "I run for life". Ich höre aufmerksam zu und meine Gedanken sind wie weggepustet. Ich bin umgeben von schönster Morgenstimmung, so wie ich es liebe. Ich kann laufen, schon seit Anfang des Jahres. Das Leben richtet sich so langsam wieder ein und alles wird gut. I run for life... träller....


Wer kann bei einer solchen Ansicht schon trübe, unnütze Gedanken vor sich herschieben - ich nicht.


Im übrigen werde ich "Frankfurt" laufen. Natürlich nicht komplett sondern als Staffel. Ich hatte mich bemüht, diesmal wieder die Schlussläuferin in der Firmenstaffel zu sein, um eben die Atmosphäre beim Zieleinlauf genießen zu können. Nun bekam ich die Mail, dass ich die Startläuferin bin - damit hatte ich mich schnell angefreundet, weil ein Start bei einem Stadtmarathon sicherlich (neben dem traffic jam) auch toll zu erleben ist.

Wie sich später in der Mail rausstellte, werde ich beides haben. Die Staffeln werden den letzten Kilometer zusammen laufen und eben zusammen einlaufen. Ich freue mich schon sehr darauf - auch noch aus anderen Gründen aber das kommt später.

Also Leute.. lauft, wenns eben geht.


Sonntag, 15. September 2013

~ Zu Hause an den 3 Flüssen ~

Ja Lizzy, lässt mich nicht los. Aber dennoch war es ein Zufall, dass es heute 3 Flüsse wurden, zumal ich bis ich eben mal bei Onkel Wikipedia nachgefragt hab, davon ausging, dass eins davon ein Bach ist - aber nein, die Dhünn ist ein Nebenfluss der Wupper, wieder was gelernt.

Auf jeden Fall starte ich ohne genaue Idee, wo ich lang will, in den Sonntagslauf und erfreue mich direkt der aufgehende Sonne, die mir tolle Facetten bot. Endlich mal wieder ein Sonntagslauf zu Hause und die Aussicht, dass das länger so bleibt, erfreut mich. Ja, solche Sonnenaufgangsfotos werden bei mir inflationär behandelt, so ist das aber nun mal, wenn man meist morgens läuft. Dafür sieht man wenig Sonnenuntergänge in meinem Blog. (Wer die Fotos wirklich sehen möchte, bitte einmal drauf klicken.)

Und hier die 3 Flüsse....



Der Weg führte mich u.a. durch den Neulandpark, in dem ich u.a. diesen Büchertauschwagen sah - wusste gar nicht, dass Aspirin-City über so etwas verfügt. 


Noch was generell zur Lauferei. Ich bin extrem kontrollgetrieben unterwegs. Ich nehme mir vor, 15km zu laufen und dann muss es das auch sein. So haderte ich die letzten Kilometer, ob ich ankommend etwas weniger auf dem Tacho haben soll oder noch nen Umweg mache. Mal ehrlich, es geht bei mir um nix. Keine Vorbereitung zu irgendwas - reine Lauferei. Warum mach ich das? Mit ganz viel Überredungskunst bin ich dann bei 14,6km gelandet und hab nicht noch mit Brötchen und Zeitung unterm Arm die 400m vollgemacht. Ich bin doch bescheuert, bin ich... oder nicht?

Donnerstag, 12. September 2013

~ Eine kurze Nase französische Luft schnuppern ~

Ja... meine letzte dienstliche Übernachtungsreise für die nächsten Wochen. Ausnahmsweise gehts ins Ausland, der Flug nach Paris, die Weiterreise ins Umland.

Das Hotel ist in Chantilly gebucht, ein Ort, den ich vorher noch nie gehört hatte und mich auch nicht damit beschäftigte. Chantilly ist auf jeden Fall berühmt für die Pferderennbahn und Pferdezucht und das konnte man an jeder Ecke der Stadt sehen (zumindest den Bereich, den ich gesehen hab - Hotel/Restaurant). Wir wurden kurz vor dem Absetzen im Hotel am Abend am Schloss vorbei gefahren und es war klar, dass ich das in der Früh laufend erkunden werde.

Es war auch nur einen Kilometer vorbei an der Rennbahn und dem Reitermuseum und schon lag es vor mir. Leider war es um die Uhrzeit und aufgrund des trüben Wetters noch zu dunkel für gute Fotos aber wie hübsch das Schloss ist, kann man hier schon gut sehen.


Auch rund ums Schloss gab es schöne Ein- und Ausblicke, wobei ein Auge immer auf dem vorbeibrausenden Verkehr lag, die Franzosen jagen ganz ordentlich durch die Landschaft.


Nun dachte ich, extra für Lizzy auch wieder nen Fluss an meiner Laufstrecke gefunden zu haben aber als ich das später bei runtastic kontrollierte, konnte ich sehen, dass es sich um einen Canal handelt, der mit dem Schloss zu tun hat. Beeindruckend.


Ein schöner 7km-Lauf. Während meine Kollegen lange frühstückten und ich dafür wenig Zeit hatte, hab ich zumindest ein wenig was von der Umgebung gesehen - Laufschuhe gehören immer mit ins Gepäck.

Jetzt gehts gleich noch mal ab nach Bernkastel-Kues aber nicht, um dort zu bleiben. Nach 2 Monaten hole ich ihn endlich wieder nach Hause und die Reiserei in der Form hat ein Ende. Es ist zwar in 2 Wochen wieder meine Mädels-Wochenend-Tour dran aber ist dann ja auch wieder was anderes.

In dem Sinne... hier gibts demnächst wieder Fotos der aufgehenden Sonne über dem Rhein - juhu!

Sonntag, 8. September 2013

~ Warum Laufen in Dresden schön ist, Sitzen unterm Heizpilz an der Mosel aber nicht! ~

Das mit dem Heizpilz war mal wieder ein Erlebnis der Art, das ich nicht brauche. Aber erstmal das Schöne vorab.

Ich war in Dresden, dienstlich - es war anstrengend aber die Veranstaltung schön mit einem Rahmenprogramm, das einen den wenigen Schlaf, der damit einhergeht, verschmerzen lässt. Selten sehe ich mit Ausnahme der Läufe etwas von den besuchten Städten, hier war es mal anders. Lustige Leute getroffen, gute Gespräch gehabt und vor allen Dingen... morgens früh in Dresden gelaufen. Im Bett um 1.00 Uhr, gelaufen um 6.00 Uhr - und es hat sich gelohnt.

Es dämmert, die Sonne lässt sich noch nicht blicken aber dafür das Panorama der Dresdner Altstadt, das mir immer wieder den Atem verschlägt. 


Unverkennbar hat die DDR auch ihre Spuren hinterlassen.


Die Frauenkirche mal ohne die Massen an Menschen.


Und auf den Brühlschen Terrassen die Morgensonne im Rücken gehabt.


Und schnell noch ein Bild von der aufgehenden Sonne über der Elbe und ab ins Hotel und den Tag in Angriff nehmen.


Samstag früh den Flieger gen Heimat, umpacken und ab an die Mosel. Das letzte Wochenende der Reha meines Liebsten.

Wieder hat mich die extra hochgeladene Strecke auf dem Garmin im Stich gelassen aber da war noch was... man kann auch ohne vorgegebene Strecke laufen? Ja, geht - mimosenhaft suche ich mir Wege, die nicht direkt durch den Wald auf dem Kueser Plateau gehen - es ist mir zu früh, zu menschenleer und düster in den Wäldern. Nach 6km schaffe ich den Sprung in die Weinberge und bin entzückt. Auch wenn das Wetter  nicht so mitspielt, Weinberge gehen immer.


Ja, ich weiß - hatten wir schon...


 Und die Mosel noch dazu.


10 Kilometer mit Höhenmetern, die ich sonst nich gewohnt bin. Das soll für heute reichen.

Nun die Geschichte mit dem Heizpilz: Mein Bester und ich flanieren mittags zum Italiener, den wir schon letzte Woche für gut befunden haben. Drinnen gibts keine Plätze mehr aber Draußen auf der Terrasse sind noch alle Stühle frei und nen Heizpilz gibts dazu - ökologisch natürlich Mist aber so ein wenig Wärme ist schon schön.

Das Essen dauert lange, die erste Suppe war mit Fliegeneinlage (echt jetzt), die zweite mit fleischgefüllten Tortellini (meine Schuld, ich hatte vorab nix gesagt). Wir saßen auf jeden Fall ziemlich lange unter diesem Heizpilz.

Auf einmal sah ich eine Gruppe Menschen aus dem Restaurant gehen und staunte etwas über das verschobene Gesicht einer Dame. Es sah so aus, als ob sie nur ein Auge hätte... komisch das. Die Gruppe blieb stehen und fröhnte ihren Rauchgelüsten und jetzt sahen auch andere Personen komisch aus - ob das Glas der Terrassenumrandung so verzerrt? Als aber auch meinem Besten fehlten plötzlich Teile des Gesichts, die eben noch da waren. Nun registrierte ich, dass meine Augen Probleme machten, ich hatte Sehstörungen aber ziemlich übel. Erst wollte ich nichts sagen, weil ich ihm keine Sorgen machen wollte aber das ging gar nicht. Wir zahlten schnell und gingen zur Klinik rüber - ich konnte kaum noch etwas klar erkennen, alles war verschwommen und verzerrt und Kopfschmerzen zogen auf.

Ich kam gar nicht auf die Idee aber mein Bester tippte auf einen Sauerstoffmangel durch den gasbetriebenen Heizpilz und die Terrasse, auf der durch Schirme und Seitenteile kein Windchen wehte. Hab mich dann mal 30 Minuten ins Bett gelegt und es wurd schon besser. Irgendwann war ich in der Lage, mich wieder auf den Heimweg zu machen und jetzt sind nur noch dumpfe Kopfschmerzen geblieben. Also das brauch ich kein zweites Mal, Heizpilze sind für mich ab sofort tabu, ökologisch ja sowieso grenzwertig.

Jetzt nächste Woche noch einmal verreisen, dann meinen Besten von der Reha abholen und das nächste Wochenende wird das erste seit gut 2 Monaten, das ich normal mit meinem Liebsten zu Hause verbringen werde, was freue ich mich darauf.

Sonntag, 1. September 2013

~ Zwischen Flughafen und Wildschweinen ~

Es ist zu viel, zu viel auswärts Schlaferei. Und meine Hotelauswahl im privaten Bereich ist was für den A... um es mal direkt auszudrücken.

Mein Bester ist noch in der Reha und ich möchte natürlich am Wochenende hin. Genau in Bernkastel-Kues ist aber Weinfest und weit und breit kein Einzelzimmer zu bekommen. Ich möchts ja auch gern nachts ruhig haben (s. Erlebnis letzte Woche). Auf jeden Fall verschlägt es mich an den Flughafen Hahn "nur" 30km von Bernkastel-Kues weg.. eigentlich.

Lange Geschichte, kurz gemacht. Ich musste wg. des Weinfestes einen riesigen Umweg fahren, war spät am "Hotel", hab das Zimmer kaum gefunden und im Schlafzimmer ging das Licht nicht. Möglicherweise, damit man Spinnweben und Spinnen an den Decken nicht sieht.. irgendwie war ich total durch den Wind und hab mal wieder kein Auge zugemacht - aber leise war es Draußen, ich kann mich nicht darüber beklagen.

Auf gpsies hab ich vorher ne Strecke rund um den Flughafen Hahn gefunden und was kümmern mich schlaflose Nächte, Laufen geht ja irgendwie immer.

Allerdings trifft mich die Härte der Tristesse auf den ersten Kilometern. Neben diesen hübschen Bauten sind es bestimmt 2-3 Kilometer vorbei an Parkplätzen, Lagergebäuden etc. Nicht schön und ich verfluche schon die Auswahl.


Erst diese alten Militärbauten find ich spannend.


Der Standort des Flughafens ist nach einem Örtchen benannt, das lt. Wikipedia sage und schreibe 178 Einwohner hat. Da ich auf den ersten Kilometern trotz Flughafen keinem Menschen begegnete (was sich danach auch nicht wieder änderte), war ich irgendwie froh, so etwas wie Zivilisation zu sehen... aber wie zivilisiert Hahn ist, kann man dem Foto entnehmen. Die Gegend dort ist einfach arm und man sieht es an allen Ecken und Enden.


Hahn war schnell durchlaufen und dann ging es auf die Kopfstrecke - also die Strecke, die mit dem Kopf zu laufen ist, es geht einfach schnurstracks geradeaus - 5km lang. Geschafft!


Dann ab in ein Stück Wald, was ich zuerst schön und spätestens mit dem Beginn der Sichtung der Wildschweinspuren (zumindest denke ich, dass es welche waren) sehr beängstigend fand. Und siehe da, meine Pace war auf diesen Kilometern 15 Sek. schneller... boah, ich Schissbotz! 

Der Hunsrück präsentiert sich hübsch und anschaulich.




Nach der ersten Durststrecke war es doch noch ein schöner Lauf und 15km ohne Frühstück, ohne Kaffee und vor allen Dingen ohne Schlaf war trotzdem gut. Heuts gehts früh ins Bett, die nächsten Hotels warten schon auf mich.