Sonntag, 1. September 2013

~ Zwischen Flughafen und Wildschweinen ~

Es ist zu viel, zu viel auswärts Schlaferei. Und meine Hotelauswahl im privaten Bereich ist was für den A... um es mal direkt auszudrücken.

Mein Bester ist noch in der Reha und ich möchte natürlich am Wochenende hin. Genau in Bernkastel-Kues ist aber Weinfest und weit und breit kein Einzelzimmer zu bekommen. Ich möchts ja auch gern nachts ruhig haben (s. Erlebnis letzte Woche). Auf jeden Fall verschlägt es mich an den Flughafen Hahn "nur" 30km von Bernkastel-Kues weg.. eigentlich.

Lange Geschichte, kurz gemacht. Ich musste wg. des Weinfestes einen riesigen Umweg fahren, war spät am "Hotel", hab das Zimmer kaum gefunden und im Schlafzimmer ging das Licht nicht. Möglicherweise, damit man Spinnweben und Spinnen an den Decken nicht sieht.. irgendwie war ich total durch den Wind und hab mal wieder kein Auge zugemacht - aber leise war es Draußen, ich kann mich nicht darüber beklagen.

Auf gpsies hab ich vorher ne Strecke rund um den Flughafen Hahn gefunden und was kümmern mich schlaflose Nächte, Laufen geht ja irgendwie immer.

Allerdings trifft mich die Härte der Tristesse auf den ersten Kilometern. Neben diesen hübschen Bauten sind es bestimmt 2-3 Kilometer vorbei an Parkplätzen, Lagergebäuden etc. Nicht schön und ich verfluche schon die Auswahl.


Erst diese alten Militärbauten find ich spannend.


Der Standort des Flughafens ist nach einem Örtchen benannt, das lt. Wikipedia sage und schreibe 178 Einwohner hat. Da ich auf den ersten Kilometern trotz Flughafen keinem Menschen begegnete (was sich danach auch nicht wieder änderte), war ich irgendwie froh, so etwas wie Zivilisation zu sehen... aber wie zivilisiert Hahn ist, kann man dem Foto entnehmen. Die Gegend dort ist einfach arm und man sieht es an allen Ecken und Enden.


Hahn war schnell durchlaufen und dann ging es auf die Kopfstrecke - also die Strecke, die mit dem Kopf zu laufen ist, es geht einfach schnurstracks geradeaus - 5km lang. Geschafft!


Dann ab in ein Stück Wald, was ich zuerst schön und spätestens mit dem Beginn der Sichtung der Wildschweinspuren (zumindest denke ich, dass es welche waren) sehr beängstigend fand. Und siehe da, meine Pace war auf diesen Kilometern 15 Sek. schneller... boah, ich Schissbotz! 

Der Hunsrück präsentiert sich hübsch und anschaulich.




Nach der ersten Durststrecke war es doch noch ein schöner Lauf und 15km ohne Frühstück, ohne Kaffee und vor allen Dingen ohne Schlaf war trotzdem gut. Heuts gehts früh ins Bett, die nächsten Hotels warten schon auf mich.

Kommentare:

  1. Dass du 15km-Nüchternläufe läufst, lässt mich jetzt echt staunen :-O

    Und vielleicht hätte ich dich bei meiner Schwiegermutter einquartieren können (noch viel viel einsamer mittig im Wald), hätte ich geahnt, wo du dich rumtreibst. Denn noch viel näher an dir dran als ich am WE war, stammt mein bester Mann der Welt her und daher meine ich zu wissen: Viele Menschen aus dieser Gegend finden das, was du "Tristesse" und "arm" nennst, bewusst völlig in Ordnung und verzichten auf den ganzen aufhübschenden "SchnickSchnack". Alles, was nicht zwingend zum Überleben notwendig ist, sind z. B. "Fratzen" ;-)

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