Montag, 28. Oktober 2013

~ Fast wie ein richtiger Marathon - Frankfurt 2013 ~

Wie es dazu kam:

Firmenläufe bei einem Arbeitgeber zu etablieren, ist wohl nicht so einfach. So werde ich als willige Läuferin quasi von der Organisatorin verdonnert, in Frankfurt als Staffel mitzulaufen. Das ist Monate her und ich kann nur vorsichtig quäcken, dass ich ja gerne mitlaufe aber nie versprechen kann, mich doch nicht kurzfristig zu verletzten.

Das passiert nicht und ich nehm mich auch fürchterlich in acht, weil ich weiß, dass eine Absage für die Organisatoren schwer zu ersetzen wäre (wie sich auch später zeigen wird).

Der Tag davor:

Schon lange war klar, dass wir uns treffen werden und ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freute. Nicola und José, die zwei Läufer, die ich schon seit Jahren per Netz kenne aber noch nie getroffen habe. Gerade die letzten Monate war der Kontakt so intensiv und ich war mal wieder mehr als dankbar, so tolle Menschen "getroffen" zu haben, so dass ich sie live erleben musste. Entsprechend aufgedreht war ich schon morgens, das Ganze noch mit viel Kaffee verstärkt, so dass ich mich fühlte wie Scrat aus IceAge und ich glaube, ungefähr so hab ich wohl auch gewirkt. Was soll ich sagen, die Zeit war eigentlich viel zu kurz. Ich meinte, wir hatten ja nur 50% unserer Krankheiten besprochen. Haha, wir sind in dem Alter - aber wir waren so verabredet und beim nächsten mal wird mehr über lustigere Dinge gesprochen. Ich bin mit den beiden noch auf die Marathon-Messe gefahren. Neidisch war ich auf all die "richtigen" Marathonläufer, die mit ihren Beuteln durch die Halle zogen, ich als kleine Staffelläuferin hatte sowas ja nicht.

Haha... gedacht, abends bekam ich bei der Lagebesprechung zur Staffel mein Beutelchen überreicht - es sah genau aus, wie das der großen Läufer und war noch zusätzlich mit einer (Firmen)jacke bestückt. Wenn man also nicht genau auf die Startnummer schaute, dann könnte man meinen, ich könne Marathon laufen, boah, was fühle ich mich groß. :-)) Dass uns von 8 Staffelläufern (2 Staffeln) 3 abgesagt hatten, erschütterte uns nicht sonderlich. 3 von 5 laufen einfach 2 Strecken, geht doch.

Der Tag des Laufes:

4 Uhr sind die Knöpfe auf - Zeitumstellung, geschlafen hab ich genug. Die Kaffeemaschine im Hotelzimmer ist Gold wert, der Fernseher auch - man muss sich ja die Zeit vertreiben.

Bratkartoffeln gibts am Frühstücksbuffet - die muss ich essen. Und genug Brötchen um meinen Brotaufstrich aufzuessen und die PeanutButter muss auch noch unter ein Marmeladenbrot - geht ja erst in 3 Stunden los, bis dahin ist das doch aufgebraucht. Grmpf.

Wieder bin ich aufgedreht wie ein durchgeknalltes Eichhörnchen. Die Vorfreude, zu viel Koffein und wahrscheinlich die durch die Messehalle wabernde Luft von Heldenschweiß und Massageöl bringen mich an die Grenzen des normalen Verstandes.

Die Läufer zu beobachten, wie sie sich für die 42 Kilometer vorbereiten, ist schon in Ding für sich. Die unterschiedlichen Outfits und Ernsthaftigkeiten - ach, es wurd schon viel drüber geschrieben.

Lange stehen wir später Draußen vor dem Start, mir wird trotz Jacke kalt. Und außerdem hab ich Seitenstechen, ohne einen Meter gelaufen zu sein. Na, das kann ja heiter werden. Die Bratkartoffeln hätten vielleicht nicht unbedingt sein müssen.

Es ist eine super Stimmung. Welle für Welle setzen sich die "richtigen" Läufer in Bewegung. Wir Staffeln kommen zum Schluss dran, 25 Minuten nach dem Start der Elite und noch hinter den 5.59er-Ankommballons.

Mein Adrenalinspiegel steigt bis zum Anschlag. Es geht um nichts, wir haben keine wirklichen Zeitziele aber die Atmosphäre eines solchen Laufes haut einen wirklich um.

Wie konzentriert ich kurz vor dem Start bin, kann man hier ganz gut sehen. Geht um Leben und Tod oder?

Es wird noch mal richtig runtergezählt, 10-9.....2-1 und los. Runtastic Livetracking an, Garmin an und wusch... links und rechts stürmen sie an mir vorbei. Schneller und schneller... Nee, Leute, nicht mit mir. Ich lauf hier mein Tempo, schließlich muss ich 12 Kilometer schaffen (was an sich kein Problem ist, nur halt nicht schnell). Lauft Ihr mal, pöh... seid Ihr halt sportlicher als ich. Ich lauf mein Temp. Wusch, wusch... alle ziehen an mir vorbei. Ich schaue auf meinen Garmin, der mir eine Pace von 4.50 angibt. Haha.. nee, da ist aber was verkehrt. Kilometer 1 in 5 Minuten. Häh? Das ist zu schnell für mich und warum laufen die anderen trotzdem noch an mir vorbei.

Es geht munter so weiter, ich werde überholt und drehe mich irgendwann mal um, ob ich so langsam die Letzte der Starter bin. Dem ist wohl nicht so, meine Pace immer noch viel zu schnell für mich aber das Tempo fühlt sich gut und richtig an. Ums kurz zu machen. Erst beim Kilometerschild 4!!! merke ich, dass mein Garmin falsch misst. Die Strecke viel zu lang - hier fange ich an, meine wirkliche Pace zu messen, die mit 5:45 immer noch für einen 12-Kilometer-Lauf sehr schnell ist.

Die Musik am Rand, die Menschen - ich nehme alles nur halb wahr. Ich laufe einfach für mich und es macht mir Spaß, ganz viel Spaß. Ca. kurz vor dem 4-Kilometer-Schild dann das, was ich nicht sehen wollte - ein Krankenwagen, Blaulicht und ich hoffe, dass es ein Fußgänger ist, der umgeknickt ist oder etwas ähnliches. Leider ist es das, was befürchtet wurde. Ein Läufer wird behandelt. Man hält Decken davor, dass alle vom Rand und beim Lauf nicht sehen, was passiert. Es zieht mir fast den Boden unter den Füßen weg. Ich will sofort zu Hause anrufen, hören, ob alles in Ordnung ist. Es gibt mir Flashbacks und ich bin verwirrt. Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen und aufs Laufen konzentrieren. Es ist alles gut zu Hause und jetzt laufen wir Frankfurt und haben Spaß gefälligst. Es dauert ein wenig, bis ich meinem eigenen Mantra folgen kann aber es kommt wieder.

Ich habe die unsägliche Ehre, die einzige Staffelläuferin zu sein, die sich dem Frankfurter Marathon-Regen aussetzen darf. Erst milde, später sehr stark - ich bin durch und durch nass, was mir nicht wirklich etwas ausmacht. Ich bedaure das Publikum, das bei diesem Sturm nicht wirklich Schutz unter Regenschirmen suchen kann. Ich spule Kilometer für Kilometer ab - immer im gleichen Schnitt und irgendwann hab ich den 5.59er Ballon eingeholt aber auch schon den ein oder anderen Staffelläufer. Ca. aber Kilometer 5 hat sich das Blatt nämlich gewendet. Die Läufer, die vorher an mir vorbeigeflitzt sind, sammel ich jetzt nach und nach wieder ein. Natürlich nicht alle aber viele - zu schnell losgelaufen und Geschwindigkeit nicht halten könnne.... pöh! Amateure!  Wenn ich es recht in Erinnerung hab, sammel ich bis zum 4.49er Ballon auch noch die Marathonläufer ein und verneige mich innerlich in absolutem Respekt, bei dem Wetter und überhaupt noch so lange auf der Strecke verweilen zu wollen.

Ich rechne, dass es mit einer guten 10er-Zeit bei mir klappen könnte. Weiß gar nicht mehr, was meine Bestzeit war aber zum Schluss hab ich mit offiziellen 57:25 eine neue PB für den 10er und da war noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Ein wenig schneller wäre noch gegangen. Aber es folgen ja auch noch 2 Kilometer, bis ich den nicht vorhandenen Staffelstab - also den Messchip - übergeben darf.

Kilometer 12 kommt und ich bin ziemlich irritiert. Wo ist denn nun mein Staffelübernehmer? Hab ich in meinem Tunnelblick was verpasst? Das wär ja ärgerlich. Aber wenn ich besser aufgepasst hätte, hätte ich gewusst, dass ich 12,5 Kilometer laufen musste - die Staffeln werden an die Seite geführt, mein Nachfolger nimmt den Chip, übergibt mir meine (trockene) Jacke und läuft weiter. 11.11 sind auf der Uhr, die ich durch Chipübergabe etwas später gestoppt hab. Ich bin zufrieden, glücklich und ... allein. :-)

Nach dem Lauf:

Der Veganer an sich ist ja immer gut informiert - so wusste ich, dass es mit der U-Bahn bis zum Veganz nur 3 Haltestellen ist. Schnell hin, Lasagne gegessen und zurück zur Festhalle. Dort wollen wir gemeinsam als Staffel einlaufen, und zwar beide Staffeln zusammen.

Dass ich mich in den vom Sturm verwehten Ästen verfange und mich großartig auf die Fre.... lege, war nicht so geplant. Hände aufgeschlagen, blaue Flecken am linken Oberschenkel aber mehr nicht passiert. Die Sanitäter rüsten mich mit Pflaster aus und dann stelle ich mich mit der Kollegin in die Festhalle und schaue den Marathonläufern zu, die unter 3 Stunden in die Halle einlaufen.

Gänsehaut pur. Die Freude der Läufer, die Musik dazu, das Licht. Es überwältigt mich und die unterdrückten Emotionen wollen sich nach Außen drängen. Aber da habt Ihr die Rechnung ohne den Wirt gemacht, Ihr lieben Emotionen. Ich heul doch nicht, während die Kollegin neben mir die Läufer anfeuert. So gehts noch mal gut und ich später wieder auf die Strecke. Wir laufen mit einer Zielzeit von 3:58 als Staffel gemeinsam in die Halle ein und freuen uns. Es war ein tolles Team, keiner spassbefreit ehrgeizig aber alle sind schneller und/oder weiter gelaufen, als sie ursprünglich wollten.

Die Staffelmedaille ist wunderhübsch und wird nen schönen Ort im Büro finden. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei, das ist schon mal klar. Ob in Frankfurt oder in Köln oder wo auch immer wir als Staffel laufen werden.

Ich muss aufpassen, dass mich solche Veranstaltungen nicht anfixen. Das "schnelle" Laufen bekommt mir meist nicht und ich möchte möglichst das Jahr 2013 gesund zu Ende laufen. Wenn mir das gelingt, dann wird es ein komplettes Laufjahr werden und das hatte ich schon lange nicht mehr. Das ist ein Ziel.

Das war ein langer Bericht für 12,5 Kilometer und es wurde noch lange nicht alles gesagt. Aber für mich war es deutlich mehr als ein kleiner Staffellauf. Das Treffen am Tag vorher, die Erlebnisse während des Laufs und danach - für mich war es fast wie ein Marathon irgendwie. Danke für jeden, der es bis hierhin geschafft hat.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Kürbiskuchen mit Walnusshaube

Uih, lang war hier nichts mehr los aber manchmal hat das Leben andere Prioriäten als Kochen und Fotografieren.

Mal schauen, was ich in diesem Jahr hier noch reinbekomme, damit der Blog nicht gänzlich einschläft.

Auf jeden Fall berichtete meine Freundin drüber übers große Wasser in Canada, dass sie bald Thanksgiving haben und dass es Pumpkin Pie gibt. Hm, ich hab noch nen halben Hokkaido, vielleicht gibts ja ein Rezept, das ich umwandeln kann. Es wurde kein Pumpkin Pie im amerikanischen Sinne sondern eher ein nicht zu süßer Kuchen zum Kaffee.


Dafür benötigt man:
  • 80g Walnüsse - grob gehackt oder Walnussbruch, so wie ich es verwende
  • 30g Alsan
  • 60g brauern Zucker
  • 2-3 EL Mehl
Alles zusammen zu Streuseln vermischen und aufbewahren.


  • 200g Kürbisfleisch im Backofen weich backen und pürrieren
  • 120g Alsan
  • 160g Zucker
  • Mark einer Vanillestange
  • 2 x Eiersatz plus 100ml Wasser oder 2 EL Sojamehl plus 4 EL Wasser
  • 150g Soja-Joghurt natur
  • 50g HaferCuisine
  • 3 EL Milch
  • 1/2 TL Natron
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 250g Mehl
  • 1 TL Puderzucker
Margarine weich schlagen und mit Zucker und Vanillemark schaumig rühren. Eiersatz inkl. Wasser dazutun. Wenn alles eine homogene Masse geworden ist, das Kürbispürree mit dazu tun sowie Joghurt und Hafercuisine unterrühren.

Die trockenen Zutaten (Mehl/Backpulver/Natron) mischen und unter die Masse heben.

In einer gefetteten und mit Semmelbrösel ausgestreuten Ringform gießen und die Streusel obendrauf tun.

Bei Umluft und 170g ca. 45 Minuten im Backofen backen.

Nach Abkühlung mit Puderzucker bestreuen.

Die Konsistenz liegt zwischen "Käsekuchen" und Rührkuchen. Auf dem Foto kann man sehen, dass es unten ein wenig "datschig" geworden ist. Tut dem Geschmack keinen Abbruch. Aus dem Grund hab ich die Flüssigkeit im Rezept schon etwas reduziert, das sollte helfen.

    Samstag, 12. Oktober 2013

    ~ Frost, Nebel und Luftballons ~

    Gestern sagt der nette Mann beim Wetterkanal, dass der Regen gegen Mitternacht aufhören wird, es aufklart, sehr kalt wird und am Morgen Nebel zu erwarten ist. Was den gemeinen Autofahrer in Hab-Acht-Stellung versetzt, versetzt die Morgenläuferin in freudige Erwartung - also prophylaktisch mal um 20.30 Uhr auf dem Sofa eingeschlafen (als wenn das sonst anders wäre) und früh morgens schon mit Sehnsucht den Sonnenaufgang erwartend am Soja-Latte genippt.

    Und ich werde nicht enttäuscht, der Nebel wabert über den Rhein und durch die Auen und es ist frostelig kalt, so dass es der erste Mützenlauf in diesem Jahr wird.


    Am Wegesrand find ich das und als ich die Karte abzupfe, merke ich, dass sie gefroren ist - wir hatten tatsächlich Bodenfrost.


    Für die Absender des Luftballons hinterlasse ich noch ein Bild des Fundortes in Großaufnahme - watt ein Sonnenaufgang, oder?



    Ich musste ständig stehen bleiben und Fotos machen - aber es kommt ja schon immer aufs Gleiche raus.


    Damit man mal was anderes sieht.


    Da ich die Weste hier auf dem Foto schon meine fast 10 Laufjahre (unglaublich, oder?) trage, muss mal eine neue her - gibts Tipps von der Läuferschaft zu guten Westen, die ein Smartphone und Kleingeld tragen und wärmend um den Oberkörper liegen?

    Die "Blume" am Ohr ist fürs Grünhörnchen - sie weiß ja wieso. Der Rest kann das einfach ignorieren. Ich habs direkt wieder vom Kopf gepflückt, bin damit nicht weiter gelaufen. ;-)

    Das lustige Kilometerspiel prophezeit mir im übrigen über 1.000 Laufkilometer in diesem Jahr. Wollen wir hoffen, dass es hält. Aktuell sind alle Muskeln rund um den Gluteus Maximus mal wieder arg beleidig. Ich dehne mal so rum und hab mir sicherheitshalber mal ein Massagerezept ausstellen lassen. Noch 2 Wochen bis zum FFM/Marathon (Staffel).