Donnerstag, 29. Mai 2014

~ Der Plan war super ... ~

... es  haperte lediglich an der Umsetzung. Oder warum ein Tschechisches Fahrzeug mir alles verhagelt. Und warum das alles was mit dem Laufen zu tun hat.

Frau A. aus L. wohnt im Prinzip zwar mittendrin aber trotzdem am A der Welt, wenn es darum geht mit dem ÖhPehäNnVau - sprich Bus und Bahn - in die große Stadt mit dem Dom zu kommen. Mit dem Auto sind das max. 20 Minuten - aber ohne Bewegung der eigenen vier Räder können da Stunden draus werden.

Da ich nun mit zwei ehemaligen mir sehr lieb gewonnenen Kollegen ein Kölsch trinken wollte, sollte das Auto halt idealerweise von mir dann nicht mehr fortbewegt werden. So war der Plan, bis zu einem nahgelegenen Bahnhof zu fahren, das Auto abzustellen und dann mit dem Zug reinzufahren, um dann laufend das Auto am nächsten Morgen abzuholen. Wofür trainiert man die ganze Zeit, damit man das auch mal fürs Leben nutzen kann.

Die Realität war - zu spät von der Arbeit weggekommen, tschechisches Fahrzeug vor mir gehabt, Zug verpasst (ich hab ihn noch gesehen, konnt aber nicht mehr einsteigen). Also ab mit dem Auto in die Domstadt, fahr ich halt morgen nach dem Lauf direkt weiter mit dem Zug nach Köln.

Hier stoppt die Geschichte erstmal, weil ich kurz was von gestern Abend aufführen möchte. Es gab nämlich auf dem Alter Markt eine Liveübertragung des Raketenstarts von gestern. Zufällig hatten wir das mitbekommen und konnten teilhaben. Mit Major Tom haben wir "Völlig losgelöst" gesungen und uns in die 80er Jahre zurückversetzt. Dann gemeinsam den Countdown gezählt und die Rakete beim Aufsteigen bestaunt. Wir hatten einen rundum gelungenen Abend in der Kölner Altstadt, die ich üblicherweise nie abends besuche - man sollte öfters seine Vorurteile überprüfen.


Morgens gings dann an die weitere Umsetzung des Autologistikplans und ich machte mich auf, die 9km bis zum Bahnhof zu laufen - die Strecke kenne ich vom Radfahren und weiß, dass sie einen besonders schönen Teilabschnitt hat.

Aber erstmal bewundere ich die Vögel beim Turteln auf dem Autobahnschild. Ja Köln, da will ich auch hin aber möglichst nicht über die Autobahn.


Die Wege sind teilweise mit Stahlplatten belegt - hier ist wohl schweres Gerät unterwegs, es werden neue Spannmasten gesetzt, wie ich gesehen hab. Vorsicht ist angesagt, Füsschen anheben und nicht über die Kanten stolpern.


Hier ist das besonders nette Teilstück an der Wupper lang.


Nach 9km und deutlich zeitig, um den Zug zu bekommen, bin ich am Bahnhof und fühl mich als Siegerin - viel zu früh, wie ich später erfahre.


Mein Plan, mit dem 20-Euro-Schein ne Fahrkarte zu ziehen scheitert daran, dass der Automat max. 10er annimmt. Super - ich wollte mir mit dem Kleingeld was zu trinken aus dem Automaten schöpfen. Dann halt nicht, bis Köln halt ich das aus. Frau hat ja Apps, mit der ich das Ticket hole, sonst hätt ich noch schwarz fahren müssen (was ich mal besser gemacht hätte).

Ich steig in den Zug ein, er rollt los... sehr langsam.. sehr langsam.. und hält am nächsten Bahnhof an (an dem er lt. Schild eigentlich gar nicht halten wollte). Böses ahne ich, als der Zugführer die Stimme durchs Mikrofon erhebt. Wegen eines liegen gebliebenen Baufahrzeugs ist die Strecke auf unbestimmte Zeit gesperrt. Ein "oh scheiße" entfährt meinem Mund - ich hab Durst und das kann ja ewig dauern und wie soll ich hier weggekommen? Von hier komm ich jetzt weder nach Köln noch nach Hause - höchstens zu Fuß aber das wäre für meine Gräten zu weit. Dass da Leute mit Koffern im Zug sitzen, die sicher ein größeres Problem haben als ich lass ich mal egoistisch unbedacht.

Wir warten ca. 10 Minuten bis dann die nächste Durchsage ertönt und die Zugfahrt als beendet gemeldet wird. Gott sei Dank hat man nette Nachbarn. Da wir eh am (wie sagt man dazu) whatsappen? waren, bietet er die Abholung an, was mir erspart, meinen Liebsten aus dem Schlaf zu reißen. Die 20 Euro bekomm ich am Kiosk in ein Getränk und Restgeld gewechselt.

Nun steht mein Auto immer noch in Köln und ich hatte nen schönen Lauf und einen mißlungenen Plan. Aber kann ja nicht alles glatt gehen und es passt insgesamt sehr gut zur Woche, wie sie bisher war. Aber weder das noch die anderen Dinge können meine gute Laune trüben... ich glaube, das Eisen macht da was mit mir.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    oh, wieso kommt mir das nur so bekannt vor? Obwohl ich viermal die Woche mit Bahn oder Bus zur und von der Arbeit pendle, habe ich sehr selten Totalausfälle. In der letzten Woche waren es allerdings gleich drei?!?
    Ich bin auch schon von mir zum Bahnhof gelaufen, um mein Auto oder Rad dort abzuholen, wenn es mal "stehengelassenwerdenmusste" und dort draufgekommen, dass der passende Schlüssel dazu noch zu Hause lag! :D
    Aber nachdem du allen Widrigkeiten zum Trotz:
    einen schönen Lauf hattest und
    wieder zuhause gelandet bist (ohne zu verdursten), kannst du dich sehr wohl als Siegerin fühlen! :D
    Schönen Restfeiertag noch!!

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    1. Uih, dann bist Du ja auch gut gestraft. Und glaub mir, ich war so stolz, dass ich an den Schlüssel gedacht habe, das wär nämlich mal so typisch für mich gewesen. Mittlerweile ist das Auto zu Hause, es stand artig dort, wo es abgestellt war. :-)

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  2. Abenteuer Deutschland!
    Man muss nicht in die Ferne schweifen wenn man was erleben will! ��

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    1. Stimmt - da hatte ich in der letzten Woche schon ziemlich viele Abenteuer. Oder halt: Einfach Leben. ;-)

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  3. Hey Eisenschwester,
    die Pläne waren gut, nur der Tscheche und die Bahn haben sich nicht dran gehalten. da kannst Du doch nix dafür! Ja so ist das manchmal mit der DeeBee, immer für eine Überraschung gut. Gut, dass Du Dir davon nicht die Laune verderben lässt, die Ehre würde ich denen auch nicht erweisen ;-)!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Ich kann nix dafür, muss aber die Konsequenzen tragen. ;-) Und mal ehrlich, wegen solcher Nichtigkeiten sollte man sich nie die Laune verderben lassen. Meist gelingt mir das!

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  4. Soviel Abenteuer an einem Tag, die Fotos voin der Wupper udn das rosé Shirt gefallen mir aber wirklich gut!

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    1. Danke, liebe Mandy. Hast Du auch so ein nettes Frauenlaufshirt? Das hab ich mal vor Jahren in Köln beim Frauenlauf ergattert.

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    2. ja, genau so sieht es aus,das Frauenlaufshirt, in diesem jahr ist es noch viiieeel pinkiger. muss mal ein Foto machen, aber ich seh so unfit aus, da traue ich mich nicht vor die Kamera.

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    3. Mach mal ein Foto... ich hab Geduld. ;-)

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  5. Vor soviel Ausgeglichenheit und guter Laune ziehe ich den Hut. Ich hätte den Zug vermutlich zerlegt… trotz Eisen.
    Aber da es hier so gut wie keinen funktionierenden ÖPNV gibt, stellt sich die Frage eh nicht.

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    1. Nützt mir ja nix, davon wär er ja nun auch nicht gefahren. Es gelingt mir nicht immer aber meist.

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