Sonntag, 4. Mai 2014

~ Neues Equipment, erste Robertablüte und Sonntagslauf ~

Ich brauch ne neue Hüfttasche zum Laufen. Smartphone, Schlüssel, Geld, Taschentücher... alles muss untergebracht werden und im Sommer sind die Taschen der Laufkleidung einfach nicht groß genug für alles und es stört mich.

Vor Jahren hab ich mal - als ich das erste und wohl einzige mal im Leben auf einer Laufverstanstaltung auf dem Treppchen stand, eine perfekte Tasche gewonnen. Die ist aber dann irgendwann mal einer Reisetätigkeit zum Opfer gefallen (so viel Sachen wie im letzten Jahr hab ich noch nie in Hotels gelassen ... Nachthemd, Hüfttasche, Kopfhörer, Ladekabel).

Bei Wolfskin bin ich fündig geworden - erst erschien sie mir zu groß und ich wollte sie schon wieder umtauschen aber ich hab mich zum Behalten entschieden und der Praxistest zeigt auch, dass es richtig war. Nichts hüpft, rutscht oder sonstwas. Die Tasche für die Trinkflasche kann ich prima fürs Smartphone nehmen und damit ist es schnell für Fotos zur Hand. Für den Schlüssel gibts ne extra Sicherung, so dass er nicht einfach aus der Tasche fallen kann und ein extra Fach fürs Geld. Die gelbe Weste hab ich gleich mitbestellt, damit man mich mal ein bisschen besser sieht. Frühlingshaft gelb starte ich also heute meine Sonntagstour.


Der See mal von einer anderen Perspektive aus.


Die einzigen bei mir zu erlaufenden Steigungen sind Autobahnbrücken.


So früh am Morgen könnt man glatt auch über die Bahn laufen.




Dank des Regens und der Kombi mit der Sonne ist das Getreide schon richtig groß geworden.





Dieses Bild mal aufmerksamer anschauen... bei uns sitzen die Gänse auf dem Dach.


Gesamt war ich 11km unterwegs. Ob das so vernünftig war, weiß ich noch nicht. Gestern sind wir schon über 10km durch die Stadt gewandert. Da tat die Sehne schon weh - mal schauen, wie sie so mit dem Lauf heute umgeht.

Auf jeden Fall gabs gestern bei der Stadt-Foto-Wanderung ein leckeres Falaffel-Sandwich. Vegan kann so lecker sein, wenn der Gastwirt nur will. Im Rôtis ist das auf jeden Fall machbar. Die sehen uns wieder.


Last but not least - wie jedes Jahr - die erste Blüte von Robert, my love!


Edit:

Ich ergänze den Blogpost noch mal um ein Erlebnis von gestern. Wir waren in Nippes unterwegs. Unter anderem auf dem Nippeser Markt - ein Ort voller Trubel, unterschiedlichen Sprachen und kuriosen Waren. Dort bekam ich beim Fotografieren von Gemüse (nicht von Personen) schon mal eine Ermahnung eines Gemüsestandbesitzers.

Aber natürlich versuche ich auch interessante andere Dinge oder auch Menschen zu fotografieren, wie z.B. diesen ehrwürdigen alten Herrn. Er war mit seinem Rollator unterwegs und hat sich direkt vor uns platziert und seine Zigarette geraucht. Zwischendurch kam ein (ich glaube türkischer) junger Mann und begrüßte den Herrn mit Kuß der Hand, Hand gegen Stirn und Kuss links und rechts - habt Ihr sicherlich schon mal gesehen. Eine Form des Respekts, die ich sehr schön finde.

Dieses Foto wird mich immer an diese Situation erinnern. Ein Verankern von Erinnerungen im Gehirn.

Aber genauso fotografiere ich auch Kuriositäten - so sah ich ein Auto, das bis zur Unterkante mit irgendwas vollgeladen war - ich konnte nicht erkennen, um was es ging. Der Platz direkt unter der Frontscheibe war vollgeladen mit Papier und dort, wo man im Auto vorne diverse Möglichkeiten der Unterbringung von Dingen hat, steckten mind. 80-100 Kugelschreiber - der Wahnsinn. Muss ich fotografieren. Und was passiert? Die Inhaberin des Fahrzeugs kommt gerade aus dem Haus und spricht... nein, schreit mich direkt an, was ich da mache. Ich fühlte mich doch arg ertappt und entschuldigte mich kurz und erwähnte nur, dass ich die Ansammlung von Kugelschreibern klasse finde. Der Gesichtsausdruck verriet mir allerdings, dass ich mich wohl schleunigst aus dem Staub machen solle. Da sie mind. das doppelte Kampfgewicht hatte, entschied ich mich zur Flucht, nicht ohne ständig über die Schulter zu schauen, ob sie mich verfolgt. Fotografieren kann gefährlich sein, wenn man auch mal abseits des Öffentlichen Raumes Fotos schießt.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,

    Deine Bilder sind wirklich sehr schön und v.a. das Bild des älteren Herr ist sehr ausdrucksstark, da lohnt es sich auch mal flüchten zu müssen ;-) Ich hab mit der Spiegelreflex auch schon häufiger einfach aus der Hüfte heraus abgedrückt, ohne Motivkontrolle, aus Angst, dass jemand was dagegen haben könnte...

    Am Morgen zu laufen hat schon Vorteile, wenn man die Einsamkeit mag.

    Salut
    Christian

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  2. Danke, lieber Christian. Ich hab an meiner Kamera ein schwenkbares Display, das machts schon mal etwas einfacher - aber bei dem Messie-Auto hat mir das nix genützt. ;-)

    Und ja, ich mag die Einsamkeit sehr - das ist wohl so, wenn man beruflich viel unter Menschen ist.

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  3. War schon klar, wer so früh kommentiert, läuft auch früh ;-)

    Deine Fotos sprechen mich insgesamt sehr an auf Deinem Blog. Diesmal also auch wieder.

    Achja, die Herausforderung alpiner Autobahnbrücken kenne ich zur Gegnüge :-D

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Danke. :-) Haha.. genau alpine Autobahnbrücken.

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  4. die Lauffotos sind wunderschön. Ich bin ja so ein NIX-Läufer. Nix dabei meine ich, weil mich alles stört, dabei guckt der Hund oft so fotogen....
    11 km...hach....aber ich glaube es wird wieder. Irgendwie habe ich auch eine Aversion, Wolfskin Produkte zu kaufen, niemand soll mich mit der Tatze erwischen, aber am Ende ist das natürlich Quatsch, wenn das Produkt zweckdienlich ist.

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    1. Als es noch keine Smartphones gab, hab ich ja schon ne kleine Kamera dabei gehabt. Wollte ja immer alles im Foto festhalten, was ich sehe. Im Winter geht das alles in die Klamotten aber im Sommer wirds blöd, da geht das mit so ner Tasche echt besser. Die Aversion gegen WS kann ich ja verstehen. Gerade beim Wandern im Ausland erkennt man "uns" ja schon aus der Entfernung. Aber irgendwie hab ich mich über die Jahre so sehr an die Produkte gewöhnt. ;-)

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  5. Eine schöne Strecke, wieder toll in Szene gesetzt. Dazu das ausdrucksstarke Portrait - toll, ich finde Bilder von Menschen in S/W oft besser als in Farbe.

    Was die Tasche betrifft, geht's mir wie Mandy: JW mag ich nicht, aber wenn's nun mal passt und seinen Zweck erfüllt ... Ich hab einen kleinen Rucksack von Decathlon, weil ich keine Gürteltaschen (mehr) mag. Auch angenehm. Da passt sogar die Notfall-Windjacke rein. :-)

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    1. Danke, liebe Anne. An einen Rucksack hab ich gar nicht gedacht - aber den müsste ich ja auch vom Rücken nehmen, wenn ich an die Kamera/das Smartphone möchte. Trägst Du das in der Hand?

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    2. Manchmal ja, manchmal nehme ich aber auch (zusätzlich oder alternativ, wenn ich nichts zu trinken brauche) eine kleine Oberarmtasche. In der ist gerade genug Platz für Kamera und Notgroschen, der Schlüssel kommt in die rückwärtige Hosentasche.

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  6. Schöner Lauf und wieder (wie immer!) sehr schöne stimmungsvolle Fotos. Und die Tasche hopst wirklich nicht? Dann wäre die was für mich.
    Das Nicht-Foto des Autos hätte mich ja auch sehr interessiert, aber in Gefahr musst Du Dich nicht begeben! Ich würde ja manchmal auch gern mehr Fots machen, habe aber auch Sorge, dass ich damit doch zu sehr in die Privatspähre anderer eindringen würde.
    Das Protrait ist wirklich gelungen!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Eine Nicht-Hops-Tasche - definitiv. Selbst als sie nicht mehr ganz fest saß, hopste nix. ;-)

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  7. Du hast wirklich eine tolle Art zu fotographieren.
    Aber ich verstehe auch die Bendenken deren die nicht fotographiert werden wollen (bzw. deren Besitz) Aber das wahrst du dann ja auch und veröffentlichst die Bilder zumindest nicht :)

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  8. Deine Fotos sind wirklich beeindruckend, liebe Anja,
    ich stand gerade am Samstag auf einem Wochenmarkt und war völlig überwältigt von dem Angebot und hätte so gerne ein paar Fotos gemacht. Aber schon alleine die Blicke der Ständlerinnen haben mich davon abgehalten!
    Das Problem der zu kleinen Reißverschlusstaschen bei Laufhosen habe ich auch. Solange ich eine Jacke anhabe, nehme ich die Kamera mit, im Sommer muss sie oft zuhause bleiben. Da kommt oft nicht mal mehr der Hausschlüssel mit! :)

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    1. Dabei sollten doch die Gemüseverkäufer froh sein, wenn man ihre Waren bildlich festhält - das versteh ich wirklich nicht. Und ohne Kamera ich auf die Strecke? Never. :-)))

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  9. das alte-Mann-Foto ist toll! Das ist etwas, das ich nicht kann: Menschen mit Ausdruck auf Fotos gut einzufangen. Gefällt mir gut - stellst du in so einem Fall gleich auf schwarz-weiß-Aufnahme vor dem Knippsen oder bearbeitest du das hinterher?

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    1. Das bearbeite ich hinterher. Bildbearbeitung gehört ja wohl auch heute irgendwie zur Fotografie dazu. ;-)

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  10. dummerweise bin ich dazu zu faul, nutze auch nur das kostenfreie IrfanView und mehr als ein bisschen an Farben zu drehen oder was wegzuschnippeln mache ich eigentlich nie. Dauert ja auch so schon lange genug ;)

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  11. Immerhin hast du das Rtsel gelöst, was mit all den Kugelschreibern passiert, die wir im Laufe unseres Lebens verlieren...:D
    Ich glaube nur, ich wäre auch etwas erstaunt, wenn jemand einfach mein Auto fotografiert. Das ist allerdings auch nicht so sehenswert.

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    1. Ja, das wäre ich wohl auch und ich fühlte mich ja auch arg ertappt in dem Moment. :-/

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