Sonntag, 29. Juni 2014

~ Der 2. Versuch gelingt meist - zumindest heute ~

Alles fängt mit einem schönen Köln-Tag mit meinen Mädels an.

Brunchen, Im Platzregen fast versinken, Segway fahren, wieder Essen, Kölsch trinken - mit der Bahn heim.




Da wir den ganzen Tag unterwegs waren, war ich bereits um 22.30 Uhr zu Hause und das in guter Verfassung. Das konnte man von vielen, die man in der Altstadt und im Bahnhof gesehen hat, nicht behaupten. Ich meine, was treibt erwachsene Männer dazu, Babykostüme zu tragen und damit durch Kneipen zu ziehen und sich bis zur Bewusstlosigkeit zu betrinken oder erwachsene Frauen, Hüte eines bekannten Schnapsherstellers aus kleinen Flaschen zu tragen und das toll zu finden. Nun ja... eigentlich sollte es mich nicht stören, wenn sie Spaß haben aber gestern war es phasenweise schon unangenehm, man wurde von den Gruppen angequatscht und belästigt und dann ist es mit meiner Toleranz dahin.

Allerdings hatten wir nen netten Tag, viel Spaß und ich im Anschluß genügend Schlaf, um mal wieder zu probieren, mein Auto per Laufen und Bahn heimzuholen. Diesmal entscheide ich mich - und das war auch gut so - für einen Bahnhof, auf dem mehr Züge und S-Bahnen fahren. Ansonsten hätte ich schon wieder das Nachsehen gehabt.

Ich zieh meine Matsch- bzw. Regen-Hokas an - also die, die mehr Gripp geben. Angesichts der Tatsache, wie oft ich diese Schuhe trage, merkt man, wie selten es regnet. 

Schnecken über Schnecken säumen den Weg und ich hoffe, keine zertreten zu haben. Die hier war super süss und mini klein.


Hier wird immer noch gebaut und 1km lang über die aneinander gelegten Stahlplatten zu laufen, ist nicht gerade unanstrengend, muss man doch ständig aufpassen, nicht über die Kanten zu stolpern.


Je näher man der Stadt kommt, um so mehr sind die Fahrspuren aufgeteilt. Ok, heute halte ich mich rechts. Heute - erwähnenswert - überhole ich zwei Männer!! bei der Strecke. Jaja... deren Tag ist gelaufen, von so ner kleinen Frau eingeholt worden zu sein.


Nach 9km am Bahnhof angekommen muss ich nur 15 Minuten bis zum nächsten Zug warten und hüpfe frohgemut hinein. Die S-Bahn fiel mal wieder aus aber ich hatte ja die Wahl. Er fährt auch pünktlich los, muss nicht stehen bleiben und nach zwei Stationen verlasse ich den Zug wieder, mit dem Ziel, die übliche Touristenroute zu laufen. Irgendwie bekomm ich von der Stadt ja nie genug.


Am Deutzer Bahnhof geht es los, direkt auf die Hohenzollernbrücke los. Fußball ist überall zugegen.


Ich glaube, das ist das meistgeschossene Foto von Köln und vom Dom. Isss aber auch schön, selbst bei so diesigem Wetter.


Die Liebesschlösser mal wieder, ich verzichte heute mal auf Nahaufnahmen.





Und hier war vor wenigen Stunden noch die Hölle los. Jetzt ist schon wieder alles geputzt, obwohl bei dem Wetter wohl nicht mit einem so starken Andrang gerechnet werden kann.



Obwohl ich ja wirklich viel in Köln unterwegs bin, so lerne ich doch immer noch neue Dinge. Hier ein Gedächtnisdenkmal für an AIDS verstorbene Personen. Bin ich schon x mal dran vorbei und im schlimmsten Fall auch drüber gelaufen und hab es noch nie gesehen. 


Da mein Auto in der Südstadt steht, wo gestern unsere Tour begann, darf ich (das ist wirklich schön) Richtung Rheinauhafen laufen und sehe schon die prächtigen Kranhäuser.


Der Sportboothafen umsäumt von den wirklich gelungenen Neubauten im neu gestalteten Hafengelände.






Den hab ich hier noch nie gesehen... wie geschrieben, man lernt ständig dazu.


Einmal Richtung Altstadt geknipst....


... und einmal Richtung Süden - die perfekte Laufstrecke und auch den ganzen Tag von vielen Sportlern genutzt. Hier müsst man sich ne Wohnung leisten können mit direkten Blick auf den Rhein. Ich glaub, man bekäm mich vom Balkon nicht mehr runter.


An den Bänken noch sportliche Trainingsvorschläge... ich passe heute.


Vom Deutzer Bahnhof bis zu meinem Auto waren es dann noch mal 4 km - also ingesamt ca. 13 für den heutigen Sonntag. Reicht dann. Die Stadt wird dann wohl noch mal Geld von mir bekommen. Aber es wird günstiger sein, als wenn ich im Parkhaus gestanden hätte.


Freitag, 27. Juni 2014

~ Zeichen ~

Was gibts so zum Laufen zu sagen? Es läuft - 7km-Strecken in der Woche, längere Strecken am Wochenende. Die Sehne muckt - mal mehr, mal weniger. Treppenstufenübungen helfen.

Sonderbare Zeichen säumen beim gestrigen Lauf meinen Weg. Schleifspuren über den kompletten Fußweg.



Des Rätsels Lösung liegt im Schnitt der Bäume - wahrscheinlich auch wieder als Folge des Sturms. Das wird noch dauern, bis alles aufgeräumt wurde.


 Munter leuchten die Rauchsäulen in der Morgensonne. Ich kann gar nicht richtig einordnen, woher die stammen. Für die Braunkohle dürfte es eigentlich zu weit weg sein, Erdölchemie ist in einer anderen Richtung. Vielleicht die Nähe auch nur eine optische Täuschung.


Ich liebe die ankernden Schiffe bei uns am Rhein.


Und ich schwöre, dass der Zugang zum Weg an der anderen Stelle geöffnet war, sonst wär ich ihn nicht belaufen.


Samstag, 21. Juni 2014

~ 10 Jahre ~

Das wär mir früher nicht passiert, dass ich mein Laufjubiläum verschwitzt hätte. Aber vor Kurzem bei einem Kommentar vom DocRunner fiel es mir auf - 10 Jahre ist es her.

Ich hab mal geschaut, ich hab noch meine Aufzeichnungen von 2004 - so wie es damals anfing mit 2min Laufen - 1 min Gehen - nur wenige Wochen später mündete das in 25 Minuten Laufen am Stück.

Eine Menge ist seitdem passiert und ein wenig möcht ich das mal festhalten.

Wie alles anfing:

Es war auf einem Flug nach Canada als mit eine Fit for Fun inkl. eines kleinen Heftchens in die Hände fiel, das versprach, dass man innerhalb von 6 Wochen das Laufen erlernt. Zeitgleich lief ein Freund von uns Marathon und mit gefiel die akribische Vorbereitung und irgendwie das Drumherum - wir standen im Hamburg am Rand des Marathon, die Atmosphäre war unglaublich. Das gleiche für einen anderen Freund in Berlin. Dann lief die Sendung von 0 auf 42 und alles zusammen (und das Unglücklichsein über fehlende Fitness und 3 kg zu viel) führte dann dazu, dass ich Anfang März 2004 gestartet bin - erst mit einer Freundin nach der Arbeit gaaaaaanz langsam am Rhein entlang und dann - wie es für mich Erbsenzähler gehört - ganz korrekt nach Plan.

Der Ehrgeiz:

Nachdem ich dann die erste und zweite Phase des Trainingsplans durchlaufen hatte, war ich angefixt. Ein Halbmarathon war das Ziel - Hella-Halbmarathon in Hamburg 2005. Ich übertrieb das Training (s. Verletzungen) und startete trotzdem den Halbmarathon, den ich bei starker Hitze (das sollte mich bei meinen Wettkämpfen begleiten) stolz zu Ende brachte. Die erste lange Laufpause mit Shin Splint folgte prompt.

Anfänglich lief ich viel nach Plänen, alles wurde (bis heute) dokumentiert. Viele Laufbücher gelesen und auch viele Physiotherapeuten besucht. :-))

Heute hab ich meinen Ehrgeiz im Griff und das ist auch gut so. :-) Ich laufe gerne aber ich muss nicht schneller werden. Die Läufe einfach so sind das Wichtige, nicht irgendwelche Zeiten bei Wettkämpfen. 

Die Verletzungen:

Die dunkle Seite meiner Laufleidenschaft. Shin Splint - das war ich wirklich selbst schuld. Den Plan für den Halbmarathon musste ich immer überschreiten. Dehnen wurde halbherzig durchgeführt. Das Ergebnis: Shin Splint und das begleitete mich sehr lange.

Das nächste war ne ISG-Blockade und man lernt Begriffe wie Gluteus maximus oder Piriformis - ich wusste vorher nicht, dass ich sowas hab. :-)

Durch falsche Einlagen gabs dann ein wunderschönes Patella-Spitzensyndrom und die Achilles-Sehne motzte auch irgendwann. Dazu kam noch ein laufunabhängiges Morton-Neurinom (OP) und ein zwei Jahre lang unentdeckter Leistenbruch (OP).

Da ich ja auch ansonsten gerne dazu neige, eher seltene medizinische Dinge zu entwickeln, nahm ich als skurilste Läuferverletzung eine Entzündung der Membrana oturatoria - also an einer Membran in der Hüfte-  googelt doch selbst :-)

Ein Erklärung für diese ganz vielen Beschwerden fand ich, als 2009 eine bzw. zwei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse diagnostiziert wurden. Viele Patienten mit Hashimoto bzw. Morbus Basedow haben muskuläre Probleme und neigen stärker zu Entzündungen dieser. Ich hab mich damit arrangiert und möchte das Thema dann an der Stelle auch beschließen und mich der schönen Seite des Laufens widmen.

Die schönsten Läufe

Das ist wirklich schwer und ich fürchte, ich werde dem nicht gerecht werden - aber ich versuch es mal.
  • Mein erster 2 Stunden-Lauf 2004 ging in Hamburg von Blankenese aus bei klirrender Kälte und Sonnenschein an der Elbe entlang. Es waren wohl so 16-17km - damals hatte ich noch keine GPS-Uhr. Es war auf jeden Fall irre
  • Dann - wahrscheinlich auch 2004 oder 2005 - ein Lauf im Allgäu. Ich hab mich nen Berg hochgekämpft und sah dann von Oben die tolle Landschaft und war wie von Sinne, ob der Schönheit. Das war wohl das erste Runners High, an das ich mich erinnern kann.
  • Tussi&Schicksenlauf in Bonn mit dem Greenhörnchen, Hechta und anderen - leider gibt es den damaligen Blogeintrag vom Greenhörnchen nicht mehr im Netz.
  • Ein Lauf in der Toskana in Siena - ich wollte unbedingt mal am frühen Morgen die Stadt erkunden. Gesagt getan:


  • Der 6-Stunden-Lauf als Staffel in Troisdorf
  • Und natürlich die vielen Läufe am frühen Morgen bei aufgehender Sonne und am besten noch klirrender Kälte.
Ich bin an der Ost- und Westküste von Canada gelaufen (inkl. Bärenangst), ich bin in Irland, Schottland und England gelaufen, ich hab toskanische Morgenluft geschnuppert und in Barcelona den Strand besichtigt. Ich hab in Hamburg, München, Dresden, Erfurt meine Runden gedreht. Ich bin bei einem Stau von der Autobahn ab und hab die Wartezeit laufend irgendwo bei Münster begangen. Überall, wo ich über Nacht verweile, laufe ich auch, wenn es sich einrichten lässt und das ist einfach immer toll.
Die Wettkämpfe:

3 x Halbmarathon und eine Hand voll 5km oder 10km-Läufe waren es - dazu einige Firmenstaffelläufe. Ich mag die Atmosphäre. Wenn man man Start steht und runtergezählt wird, wenn sich die Massen in Verbindung setzen, die laute Musik, die Musik am Straßenrand, das Publikum. Es war immer schön. Trotzdem ist und bleibt es die Ausnahme. Meinen Ehrgeiz hab ich bei den Veranstaltungen nie im Griff und letztendlich schadet das häufig.

Das Wesentliche:

Laufen ist für mich Meditation - natürlich ist es körperliche Fitness und natürlich hilft es mir, auch im fortgeschrittenen Alter, wo die Figur mal gern etwas aus der Form gerät, einigermaßen schlank zu bleiben.

Aber im Vordergrund steht die Auswirkung auf meine Psyche. Meine Wahrnehmung ist während des Laufens geschärft, was sich - als ich entdeckte, dass es für mich gut ist, eine Kamera mitzuführen - oft in den Fotos zeigt. Ich nehme, vor allen Dingen, wenn ich alleine laufe, jeden Regenwurm wahr, der meine Spur kreuzt. Jede Blume am Wegesrand, jedes Tier, das ich sehe und jedes dieser Dinge erfreut mich dermaßen, dass jeder Lauf eine kleine Therapie des Alltags ist.

Wenn einem das Leben mal so richtig übel mitspielt, dann kann man während des Laufens so viel Szenarien durchdenken und immer ist es am Ende des Laufs besser als am Anfang. Der Stress lässt sich verarbeiten - es macht alles einfach besser. Das geht natürlich auch mit anderen Sportarten. Ich fahre auch gerne Rad - aber das Laufen ist immer noch für mich die meditativste und heilendste Sportart und das ist auch der Grund, warum ich trotz der vielen Rückschläge und langen Laufpausen immer wieder neu anfange.

Social Media oder "Was hat das Internet mit dem Laufen zu tun".

Ich weiß ja gar nicht, wie Langstreckenläufer früher überlebt haben, als sie nur auf Trainer und Ärzte angewiesen waren. ;-)

Heute hat man viele Trainer in vielen Foren. Leute, die genau wissen, was richtig ist oder Leute, die einfach von ihren Erfahrungen berichten. Es wird über andere Blogs motiviert und auf Ideen gebracht - es wird sich gegenseitig gefeiert und getröstet.

Das Wichtigste aber... was hab ich dadurch für nette Menschen getroffen. Welche Inspiration hab ich durch alle die Läufer bekommen, die ich lese und im wahren Leben getroffen hab und dann passiert es sogar, dass man Menschen noch nie getroffen hat, sie aber in schwierigen Zeiten einem virtuell so wichtige Stützen sind. Das ist interessant und eine schöne Erfahrung. Ich versuche immer, jedwede Möglichkeit zu nutzen (das geht durch meine berufliche Reisetätigkeit immer mal wieder), die Menschen auch zu treffen und hab so wunderbare Freundschaften geschlossen und so viele liebe Menschen kennen gelernt. Das ist einfach toll.

Als ich vor 10 Jahren mit dem Laufen anfing, wollte ich Sport machen und Abnehmen. Heute hab ich viel mehr bekommen als ich mir je erträumt habe. All die Verzweiflung angesichts der Verletzungen sind nix zu dem, was ich gewonnen hab.

Danke an Euch da Draußen. *schluchz*

So ein klein wenig Statistik zum Schluß:

2005: 10 km - 58 Minuten.
2005: Halbmarathon Hamburg 26.06.05 - 2:18:48 Std.
2007: 9,4km - 50:17 Minuten
2007: Halbmarathon Köln 01.09.2007 - 2:18:37 ;-)
2011: Halbmarathon Köln 04.09.2011 - 2:09:09
2013: Während der Staffel des FFM-Marathon - 10km - 57:25

Gesamt bin ich schätzungszweise 6.500km gelaufen - gibt keinen guten Schnitt in 10 Jahren, was all den Verletzungspausen zu verdanken ist. Trotzdem laufe ich mich voller Begeisterung und das ist das Wichtigste.

Freitag, 20. Juni 2014

~ Eigentlich ... ~

Das Wort "eigentlich"  ist ein Unwort. Es beschreibt etwas, das man normalerweise tun oder nicht tun sollte/wollte und das dann ins Gegenteil gekehrt wird. Oder es schränkt eine Aussage ein - so nach dem Motto... "eigentlich" find ich Dich ja ganz nett, gefolgt von dem gefürchteten "aber". Außerdem werden alle Aussagen unverbindlich - ich benutze das Wort "eigentlich" sehr bewusst und meist mit in die Luft gemalte "Gänsefüsschen". Bzw. ich lasse das Wort "eigentlich" meist weg - bin halt so ne olle Verkaufstante, da darf man das nicht benutzen.

Also eigentlich wollt ich ja heute keinen Blogeintrag machen aber wenn doch das Getreide so schön steht (um bei Mandy zu bleiben).

Eigentlich gibts ja bei mir auch immer das Gleiche zu erzählen, weil ich auf nix trainiere und nur so durch die Pampa schluffe.

Aber irgendwo muss ich ja nun hin mit den Eindrücken, wofür hab ich den Blog.

Gestern war Feiertag und meine liebe Freundin Marion (dem ein oder anderen noch als Hechta Schmitz bekannt) und ich nutzen den Tag für ein Bierchen. Also eigenlich wollten wir ein Bierchen trinken aber die Bahn und ihre Unwägsamkeiten mit Sturm und Vandalismus und der Ausfall der Bahnfahrt als solches ließen mich dann mit dem Auto in die Stadt fahren. Was ich aber eigentlich erzählten wollte ist, dass wir Äthiopisch essen waren. War ich vorher noch nie und bin um eine leckere Erfahrung reicher. Die vegetarischen Speisen waren gleichzeitig vegan und ich hab mir lecker Kichererbsencurry, Linsen"pampe" und Gründkohl in Sauerteigfladen eingewickelt und mit den Händen gegessen. Sooo lecker. Eigentlich hätte ich ja ein Foto machen wollen.

Die Autofahrt hatte zur Folge, dass ich a) früher und b) fitter ins Bett gestiegen und dementsprechend auch heute früh ausgestiegen bin. Auf in die 7km-Runde. Brückentag, ich hab ja Zeit. Apropos Brücke... hatte ich ja als Kommentar schon im letzten Post geschrieben, dass die jetzt wieder für LKW über 3,6 t gesperrt ist. Ratet mal, was ich gestern Nacht sah, als ich drüber fuhr. Aber eigentlich... ach lassen wir das.

Hier nun das schöne Getreide, dass mich nun doch zu diesem Blogeintrag animierte, den ich ja eigentlich nicht wollte.



Und die zwei Schafe rannten mit mir.


Sturmschäden sind noch überall zu entdecken, wie diese frische Baumwunde.


Noch ein anderes Bild von einem der anderen Läufe diese Woche. :-)


Und hier - ich hab ja zwischenzeitlich noch ein paar andere Sachen erlebt - ein paar Fotos von zu überwindenden Hindernissen von mir und meinem Rädchen. Knapp 50km durch die umliegenden Wälder und die waren noch nicht alle gefegt.



Hier hatte ich mein Rädchen schon rübergetragen.


Ein wenig was zur Statistik. Mein Tempo scheint sich wieder unterhalb der 6.30er Marke einzupendeln. Heute mit 6:13 auf 7km. Eigentlich will ich das gar nicht, das langsame Laufen tut mir besser. Aber wenn ich allein laufe, dann lande ich schlußendlich da und mein Laufazubi bzw. Laufgeselle hat mich im Tempo überholt und drängelt immer etwas (worauf ich mich tunlichst nicht einlasse). Aber am Sonntag... da versuchen wir doch noch mal ne Pace von unter 7:xx.

In dem Sinne, Euch allen ein schönes Wochenende und eigentlich sollte der Blogeintrag gar nicht so lang werden.

Samstag, 14. Juni 2014

~ Doppelte Rheinkreuzung ~

Wenn man in ein bestimmten Alter kommt, wiederholt man sich. Also muss ich mir keine Sorgen machen, wenn ich die Geschichte wiederholt erzähle, obwohl ich sie im Blog nachschlagen könnte.

Es kam der Tag, als wir uns eine neue Heimat suchten - nicht wirklich weit von der alten weg aber unbekannt. Der Läufer an sich zieht ja nicht einfach nur in ein neues Heim um sondern in ein neues Laufgebiet und so wird die Umgebung ganz gescannt als man das ansonsten tun würde.

Mal wieder einer Laufpause fröhnend sah ich damals die Brücke und die Fähre und wünschte mir, diese Strecke mal laufend bewältigen zu können. Hin über die Brücke und zurück mit der Fähre.

Mittlerweile bin ich die Strecke ein paar mal gelaufen aber bei jedem Neustart ist sie mein erklärtes Ziel.

Tricky ist, dass man die Fährzeiten richtig abpasst. Zweimal musste ich schon einen Endspurt hinlegen, um die Fähre zu erwischen, weil ich nicht warten wollte.

Heute war ich etwas zu pessimistisch, was meine Zeit angeht, die ich brauchen würde.

So lief ich los und traf am Rhein erstmal auf eine Gruppe von Menschen. Man muss mir verzeihen, wenn ich jetzt in einen Lästermodus verfalle. Ich bin durchaus Meditationen und Yoga zugetan. Nun weiß ich aber, dass an einem Haus am Rhein eine - na sagen wir mal - Glaubensgemeinschaft wohnt. Böse Zungen behaupten, es sei eine Sekte. Ich selbst weiß es gar nicht aber esoterisch gehts da auf jeden Fall zu. Die schienen irgend etwas zu suchen (also nicht auf dem Boden sondern in sich oder dem Universium). Alle gingen in der gleichen Haltung - vor allen Dingen Arme und Hände - unter den großen Pappeln durch. Irgendwie kam ich mir laufend und Musik hörend sehr störend vor. Gegrüßt hab ich sie vorsichtshalber nicht, wer weiß, welches Mantra ich zertrümmert hätte. Wahrscheinlich hab ich das schon getan, indem ich schlecht drüber gedacht habe.


Beim Weg zur Wupper merkte ich schon, dass ich deutlich schneller unterwegs war als eigentlich gewollt. 7:00/7:30er Pace strebte ich an - mit 6:30 war ich unterwegs, also langsamer machen und erstmal über die Wupper gehen.. haha... auch ne üble Wiederholung.


Blömcher am Straßenrand, immer gerne genommen.


Sehr mutig fand ich mich, dass ich wohl unter Deutschlands marodester Autobahnbrücke hergelaufen bin. Hierzu ein paar Worte: Köln wird von einem Autobahnring umschlossen. Der A1 und der A3. Auf der A1 muss man über den Rhein - hier bebilderte Brücke. Lange war die Brücke generell für LKW gesperrt und es herrscht ein Tempolimit. Kein Mensch hielt sich dran. Mittlerweile ist sie für LKW wieder frei gegeben aber für den Schwerverkehr gesperrt. Hält sich auch kein Mensch dran. Der Umweg über die A3 ist zu weit. Durch die Stadt geht es nicht. Unter der Brücke sind permanent Schweißer unterwegs und flicken, was immer wieder kaputt geht und kämpfen doch gegen Windmühlen. Eine neue Brücke ist schon in Planung aber es wird Jahre dauern, bis sie steht und so lange werden alle, die auf dem Kölner Ring unterwegs sind, beten, dass es gutgehen wird. Sollte die Brücke nicht mehr befahrbar sein, würde ein Verkehrskollaps folgen. Müssig zu erwähnen, dass eine Autobahnbrücke auf der A3, der anderen Seite des Kölner Rings, ebenfalls schwer beschädigt ist. Armes Deutschland.


Dieses Kunstwerk bewacht die Brücke, hoffentlich kann es was ausrichten, ist es doch auch aus Schrott.


Man bewundere meinen Mut - ich setze meine Füße auf den Fußgängerteil.


Hier wurden aufwändig Blitzer installiert. Man verspricht sich sicherlich die Einhaltung des Limits aber auch, etwas Kleingeld für die neue Brücke zu bekommen. Dies ist aber nach hinten losgegangen. Kaum waren die gesamt 16 Starenkästen!!! installiert, fuhren alle vorbildlich.


Ich hab den Ritt über die Brücke geschafft und schon bin ich in Köln und hier in einer dörflichen Idylle.


Hier wird Urlaub gemacht, zumindest mal kurzzeitig. Mehr Dauercamper als "Fremd"camper aber schön.


Die Gott sei Dank noch erhaltenen Überflutungsflächen/Rheinauen geben Raum für Tiere und Pflanzen.


Mittlerweile bin ich schon fast am Ziel, dem Fähranleger. Doch was sagt die Uhr - 25 Minuten, bevor sie überhaupt fährt. Heute ist nicht so richtig warm und ich fürchte, dass ich frieren werde. Meine Pace war ingesamt bei 6:33und fühlte sich total langsam an. Komisch, letzte Woche abends fand ich 6:50 schon super anstrengend. Ich hab mich dann hinter einem Café versteckt und schon mal mein Dehnprogramm durchgeführt und war dann doch ein wenig frostig als um 9.00 Uhr die Fähre endlich ablegte.


Freudig sah ich sie auf mich zuschwimmen.



Die letzten 700m noch von der Fähre nach Hause, Brötchen geholt und gute 12km waren im Sack.

Meine rechte Wade braucht Aufmerksamkeit bzw. genug zu Trinken und Magnesium. Mal schauen, was der Tag sonst noch so bringt.

Dienstag, 10. Juni 2014

~ Huch, was kommt denn da? ~

Das dachte ich gestern Abend, als ich die Gewitterfront auf uns zukommen sah - oder sagen wir mal zurasen. Dabei sind wir hier noch glimpflich davon gekommen. Nur 15km weiter sah es deutlich schlimmer aus. Aber das, was ich von unserer Terrassentür aus beobachten konnte, war schon mehr als ich so üblicherweise an Gewittern zu Gesicht bekommen hab. Die Böen so stark, der Regen horizontal und so viele Blitzer hintereinander, dass man Blitz und Donner gar nicht mehr zuordnen konnte.

Entsprechend beeindruckt machen wir uns heute früh um 5.00 Uhr auf den Weg. Von gleicher Seite zog schon wieder ein Gewitter auf. Wir blieben dicht am Ortskern, um im Zweifel direkt nach Hause zu kommen oder Unterschlupf zu suchen.


Als dann starker Wind aufkam, brachen wir den Lauf nach nur 3km ab....

... um ihn dann am Abend um 4 auf 7km zu ergänzen. Ok - Abend und Hitze ist nicht meinst aber wir konnten das ja nicht so auf uns sitzen lassen. Aber schnell laufen geht anders. Beim nächsten mal wieder und jetzt hoffen wir, dass die angesagten Gewitter nicht so heftig ausfallen wie das von gestern Abend.

Sonntag, 8. Juni 2014

~ Too much ~

Too much an Arbeit letzte Woche, too much an Aktivitäten, too much an Endorphinen, too much an schöner Natur?

Ach papperlapapp... erfülltes Leben halt.

Ich könnt so viel erzählen aber damit hier nicht noch größere Romane entstehen, bleibt es bei dem heutigen Lauf, der einfach too much schön war sooo too much schöne Landschaft, so too much wow!

Urdenbacher Kämpe ist ein Naturschutzgebiet zwischen Monheim und Düsseldorf und eben gar nicht weit von uns weg. Ich bin dort schon gelaufen und häufig mit dem Rad durchgefegt. Das wollte ich Hakan mal zeigen, auch wenn wir dafür ausnahmsweise mal mit dem Auto zum Lauf fahren müssen.

Wir kommen recht schnell durch einen Wald am Campingplatz vorbei und dann zum Rhein - weit hat sich der Strom zurückgezogen und heute Nachmittag wird das sicherlich hier von Sonnenbadenden bevölkert sein.


Die Sonne scheint aber wir haben das Glück, dass wir auf der Strecke die meiste Zeit im Schatten laufen können - schon über 20°, obwohl es noch so früh ist.


Und meine Endorphine wissen überhaupt nicht, wo sie sich noch hin entladen sollen, wenn ich solche Bilder sehe. Der arme Hakan bekommt meine ganze Begeisterung zu spüren. Ich lasse ihn zwar physisch unberührt aber ständig müssen wir stoppen, damit ich fotografieren kann und werfe die Arme wild in die Luft, um meine Begeisterung  kund zu tun.


Wir kreuzen die Hauptstraße, die das Naturschutzgebiet quert und nehmen uns den zweiten Teil der Kämpe vor. Hier gibt es immer wieder kleine Brücken, die die umliegenden Anwohner ins Gebiet bringt.


Überall sind Teiche und das Gequake der Frösche ist unglaublich. Wir sehen Fischreiher, wir sehen Enten, wir sehen natürlich wieder Schwäne. 


Als wir die letzten 2km durchs freie Feld zurück laufen, hab ich das Gefühl, dass mich jemand mit einem Gummiband zurück zieht. Es ist warm und es gibt leichten Gegenwind. Trotzdem freue ich mich über die Schmetterlinge, die Libellen und wie hier die Hummel, die sich um uns tummeln.


Wunderbare 10,2km in einer 6:53er Pace. Eine Flasche Wasser verschwindet sofort wieder in meinem Körper.

Dank an Hakan für ein Bild meiner meist ausgeführten Tätigkeit.. aber wenns doch so schön ist - tooo much halt.