Samstag, 26. Juli 2014

~ Duathlon am Samstag ~

Natürlich nicht ein richtiger aber mein eigener.

Aber Achtung... *jammermodus an* Um 2.00 Uhr war die Nacht für mich zu Ende - nix mehr mit Schlafen*jammermodus aus*

So kam ich um 6.00 Uhr die Treppe runter und traf auf einen munteren und gut gelaunten Laufkumpel... Achtung Herr Laufkumpel, hier ist eine sehr schlecht gelaunte Frau Blumenmond, bloß nicht übertreiben.

Waren es 3 oder waren es 5 Schritte, bis die schlechte Laune verflogen war? Ich kann mich nicht erinnern aber spätestens bei Erreichen des Rheinufers und dem Anblick des Nebels, der über dem Gewässer waberte, war alles vergessen.



Ganze Schiffe wurden vom Nebel verschluckt und wir liefen mit langsamen Schritten rein in den Nebel.




So wunderbar die Atmosphäre.


Und als dann die Sonne sich dem Kampf gegen den Nebel stellte und zwischendurch mal auf der Siegerstrecke war, wurds noch schöner.


Mein Laufkumpel musste mir immer wieder bestätigen, wie schön das doch ist ... ist doch schön oder schön, oder? Und als erst die Wildgänse am im Nebel liegenden Mäuseturm vorbeiflogen (leider kein Foto) war das kitschige Panorama perfekt.


Unsere Haare waren benetzt von Tautropfen, was lustige Bilder abgab, die wir hier aber nicht veröffentlichen.

Nun schnell Duschen, Einkaufen, Kuchen backen, Kartoffelsalat fertigstellen.. denn um 11.00 Uhr gehts weiter. Seit 2 Jahren planen wir schon die gemeinsame Radtour. Meine Eltern mit ihren EBikes und ich mit meinem schwarzen Ross ohne Motor. Heute war eindeutig mein Vater derjenige, der die meisten Fotos machte, hier von mir nur ein paar... erstmal natürlich auf der Fähre, wie immer halt.


Wir passieren das Schloss Arff. Vorbei an vielen Pferdehöfen und ab durch den Wald, der vor ein paar Wochen beim Testlauf noch ziemlich vom Pfingststurm unaufgeräumt war.



Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm. Vater beim Fotografieren, immer wenn sich etwas Interessantes bot.


So wie auch hier in Zons.


Und auf die Zonser Fähre und zurück - mittlerweile hat uns dann auch mal die Sonne begrüßt. Der Rhein führt viel Wasser, wie man hier vielleicht ein wenig erkennen kann. Brauner/schlammiger als sonst.


Um dann nach 46 schönen Kilometern den wohlverdienten Kirschstreusel auf dem heimischen Balkon zu genießen.


Fazit: 12km Laufen, 46 km Rad fahren - Picknick mit Kartoffelsalat, Kirschkuchen, viel Gequatsche. Das war schon mal ein schöner Tag, trotz wenig Schlaf und das kann ja nur besser werden.

Mittwoch, 23. Juli 2014

~ Von Läufern, Schnecken und Rücken ~

Beruflich geht's mal wieder in den Süden der Republik. Es gilt, zwei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen (keine wirklich vegane Redensart). Ich fahre sonntags schon los und besuche eine frühere Kollegin am Chiemsee. Das ist schön und praktisch. Schön, weil wir uns lange nicht gesehen haben und praktisch, weil ich am nächsten Tag schon zu Arbeitsbeginn am Ort des Geschehens bin. Zu dem Besuch am Chiemsee möchte ich nur eine Sache erwähnen.. es hat kurz gewittert und danach war ich im Garten und der komplette Garten war über und über mit Nacktschnecken bestückt. Eine Fülle, die ich im Rheinland so noch nicht gesehen hab. Ich komme später darauf zurück.

Am nächsten Tag pünktlich im Büro... den Tag lass ich aus und freute mich schon abends auf mein blind date im bodhi, einem recht neuen veganen Restaurant in München. Blind date betrifft eine hier im Blog auch immer zuverlässig vorbeikommende Lauffreundin, die ich virtuell schon seit fast 10 Jahren kenne, wir uns aber noch nie getroffen haben. Und es war ein total netter Abend. Dass das Abendessen lecker war, war ne Nebensache. Wir haben gequatscht und gequatscht, als wenns kein Morgen gäbe. :-) Danke für den schönen Abend!!!!

Trotzdem hier ein paar Impressionen des Essens im bodhi. Lecker.

Lupinenschnitzel in Senfkruste.


Roulade mit Rotkraut und Knödel


Weiße und dunkle Mousse!



Creme brulee


Nachdem sich mein blind date finanziell beim bodhi auslösen musste (warum hab ich auch immer so wenig Bargeld dabei), ich mich in den Wirren der Münchner Verkehrsbetriebe eingefunden und zurück im Hotel war, musste natürlich am nächsten Morgen die mir schon bekannte Gegend belaufen und das gute Essen wieder verarbeitet werden.

Der Regen hatte nachgelassen und mit ganz leichtem Sprühregen begrüßte ich den Morgen in Markt Schwaben. Der Weg führte schnell ins Feld und vorbei an einem Umspannungswerk. Als Kind hat mich schon immer das laute Surren von Hochspannungsleitungen beängstigt. Auch heute und hier war ich froh, als ich dran vorbei war.


Durch kleine Ortsteile und vorbei an Bächen - schön ist ist. Leider kann ich es nicht so wirklich genießen. Die Hexe hat über Nacht geschossen und meine rechte Schulter schmerzt wie blöd. Ich kenn die Stelle schon, das scheint meine Sollbruchstelle zu sein, ausgehend von der Brustwirbelsäule. Ich hoffte, durchs Laufen etwas Lockerung in den Rücken zu bekommen. Das hat leider nicht geklappt und so quält mich das Ding immer noch.


Trotzdem ein paar schöne Eindrücke noch von der Laufstrecke.



Und hier komme ich noch mal auf die Schnecken zurück. Es scheint hier in Süddeutschland wirklich deutlich mehr Nacktschnecken zu sehen. Natürlich säumen die auch bei uns den Weg, gerade, wenn es geregnet hat aber in der Fülle? Ich hab wirklich den Weg durchweg getänzelt und hoffe, kein getroffen zu haben aber versprechen kann ich das nicht.


Natürlich wieder ein Blumenfoto. :-)


Und als Abschluss einer der schönen Gärten hier im Süden.

 
8,2 schöne Dienstagskilometer.
 
Arbeitsreich aber geschmückt mit schönen Dingen, wie Treffen und Laufen aber auch Arbeitsessen geht heute der Besuch im Süden heute zu Ende. Mal schauen, ob mich die Autobahn heute einigermaßen staufrei nach Hause bringt. Ich werde sehn.
 
Auf jeden Fall komm ich wieder und freue mich auf weitere schöne Treffen und Läufe und keinen Rücken.


Mittwoch, 16. Juli 2014

~ Liebe Oma... ~

Ich muss Abbite leisten, dringend muss ich das mal tun.

Als Atheistin  kann ich mir ja nicht vorstellen (und will es auch nicht), dass die, die nicht mehr lebend unter uns weilen, uns sehen können. Ich will nicht immer gesehen werden.

Aber vielleicht geistern ja die Seelen der Verstorbenen in der Blogger-Welt rum und lesen alle meine Einträge. Witzige Vorstellung.

Deshalb muss ich endlich mal Abbitte leisten, und zwar bei meiner Großmutter.

Ich hatte zwei davon (wie wohl die meisten;-) und beide hörten auf den wunderbaren Namen Klara.

Die eine Klara - sie wohnte nur 2 Häuser weiter - war eine richtige "Hausfrau". Sie hatte ein schweres Leben, wie viele der Generation aber sie war fast immer fröhlich. Hat viel gesungen und gerne gefeiert.

Sie konnte kochen, wie Omas halt so kochen können. Sie backte die besten Kuchen (natürlich NIE mit Rezept sonder "uss dä Lamäng", wie sie sagte).

Wie die meisten aus der Generation konnte Klara keine Lebensmittel wegwerfen oder verkommen lassen. Sie bestellte einen großen Garten (meist alleine und bis ins hohe Alter) und wenn ich mich recht erinnere, kochte sie im Zyklus dessen, was im Garten wuchs. Sie kellerte zentnerweise Kartoffeln ein und reife Früchte wurden zu Marmelade gekocht. Sobald es Pflaumenzeit war, wurde die Familie so lange genervt, bis irgend jemand mit ihr auf ihre Streuobstwiese fuhr und die Pflaumenbäume leer flückte. Die wurden natürlich zu Pflaumenkuchen (Prommetaat) und Pflaumenmus verarbeitet. Außerdem wurden Pflaumen eingeweckt, genau so wie Kirschen, Stachelbeeren (Knürschele) und Birnen.

Apfelkompott wurde gemacht, Blaubeermarmelade, Brombeermarmelade usw. usw.

Und was hat sie von uns geerntet? Unverständnis! Also von mir zumindest. Ich hab es gehasst, Blaubeeren im Wald zu sammeln. Ich mochte es auch nicht, mit meiner Mutter Kirschen zu entkernen (außer, dass es danach Kirschsuppe gab). Ich hab nicht verstanden, dass sie so sehr an ihrem Garten hing.

Ich konnte damals nicht verstehen, dass Klara Lebensmittel immer aufaß anstatt das, was zu viel war, wegzuwerfen. Sie hat deutlich mehr eingeweckt, als sie Zeit ihres Lebens aufbrauchen konnte und nach ihrem Tod musste viel davon entsorgt werden.

Und heute - rückblickend - hat sie so gehandelt und gelebt, wie ich es nach meinen heutigen Werten für richtig erachte.

Selbst angebaut, das verarbeitet, was gerade wuchs - im Rhythmus der Jahreszeiten - und die Lebensmittel wertgeschätzt, die ihr zur Verfügung standen.

Tut mir leid, dass ich das damals nicht verstanden hab. Ne reget rien, macht ja auch keinen Sinn aber manchmal dauert es einfach etwas, bis man Dinge versteht. Sorry Oma!

Ich glaub... hier will sie sagen "I want you." oder nicht?


PS: Vielleicht ist mein Blick ja etwas verklärt - aber so blickt man wohl auf Omas.

PS1: Die andere Klara war aber auch nicht schlecht. Immer um 4.00 Uhr morgens wach und jeden Tag bis zum 92. Geburtstag "gerannt"... kommt mir ja bekannt vor (außer die 92, wobei ich mich manchmal so fühle;-))

Dienstag, 15. Juli 2014

~ Nach dem Regen scheint die Sonne ~

... so heißt es schon in einem alten Liedtext.

Der Regen war nötig und gut. Die Aufregung der Weltmeisterschaft nicht, kostet sie mich doch wahrscheinlich ein Jahr meines Lebens. Man sagt ja immer, dass im Alter die Zeit rast aber die 7 Minuten nach dem 1:0 für uns sind so langsam vergangen, wie es langsamer gar nicht sein kann. Meine Güte, hab ich mitgezittert und dabei ist mir Fußball doch eigenlich total egal.

Das Spiel hatten wir mit alkoholfreiem Bier und ungesunden Chips und Flips auf dem Sofa verbracht - nach dem Spiel feierte ich das mit einem kleinen Schluck Crested Ten... kommt selten genug vor, dass ich mir nen Whisky gönne (es sei denn, ich bin in Irland). Nicht wirklich das Getränk für einen deutschen Weltmeistertitel aber ein weltmeisterliches Getränk.

Trotzdem fand ich schlecht in den Schlaf - wo soll auch das ganze Adrenalin auf einmal hin. Das hatte zur Folge, dass der Lauf am Montag früh ausfiel.

Heute nach ausreichend Schlaf dann auf die Tour gemacht und da ist sie wieder, die Sonne am frühen Morgen. 14° reichen aus für kurzes Equipment, Stöpsel auf die Ohren und falls mich jemand beobachtet hat... das war "Bochum", das da lief und ich hab den Schlagzeugpart mitgespielt... ich hatte keine neurologischen Aussetzer. Muss ja mal gesagt werden. Ansonsten wie immer - Schafe waren da, Sonnenaufgang, schöne Lichtstimmung und nen dicken Pott aufm Rhein.

Schönen Tach noch!








Samstag, 12. Juli 2014

~ Blut, Schweiß und Tränen ~

Das Leben ist eindeutig zu kurz, um keine langen Läufe zu machen. Zwar haben wir noch nicht alle Strecken um unser Heimgebiet abgegrast aber ich denke, dass uns etwas profiliertere Strecken auch mal gut tun. Dafür müssen wir gar nicht weit fahren. Das Bergische Land (wobei das Wort Berg sich hier auf den Grafen von Berg bezieht) mit seinen Hügeln und Wäldern grenzt im Prinzip direkt hier an.

Die Nachfolgende Strecke hab ich rausgesucht - für den ersten Step nur144 Höhenmeter - für Pfälzerwaldläufer natürlich lachhaft, für uns aber durchaus eine Herausforderung. :-)

Der Weg fängt mit der Überquerung der Wupper an. Es nieselt leicht, es ist diesig aber das Grün so satt.


Neben einem ganz kleinen Stück Wohngebiet, geht es die ganze Zeit durch Wälder und Felder. auch wenn auf der Karte oben die Bebauung so nah aussieht, so bekommen wir hier nichts davon mit. Mittlerweile hat sich das Nieseln in harten Regen verwandelt. Aber wir sind ja nicht aus Zucker.



Im Hintergrund läuft Hakan am Ölbach lang. Hier nieselt es wieder, der Regen war nur ein kurzer Begleiter.


Und hier fängt das Profil an - ist leider an keiner Stelle auf dem Foto. Die Bergischen Fachwerkhäuschen so hübsch, nur 3-4 Häuser und dann schon wieder Feld.


Oben angekommen Streuobstwiesen und Pferde - im Hintergrund der Dunst und die Hügel.


Unser Laufweg, nicht gerade das, was wir sonst laufen, dürfen wir uns Trailläufer nennen? :-)


Für Frau Greenhorn soll es heute ein Blumenfoto geben - ich stecke mir sie aber nicht ans Ohr sondern stelle mich einfach drunter.



Wer verliert eigentlich immer Schuhe?


Irgendwann sind wir wieder zurück an der Wupper und ich ahne und hoffe, dass ich die Strecke von einer Radtour schon kenne und ja... da sind sie, die Eisenbahnbrücken über der Wupper. Den Anblick mussten wir uns hart erkämpfen, später ging es nämlich einen schmalen Weg entlang, der uns die Brennesseln nicht nur an Beine sondern auch an Armen langrutschen ließ.



Hier sind wir inmitten der Nesseln und da drüber dürfen wir die Wupper wieder queren - so hübsch.


Die Wupper trägt viel Wasser, der Regen der letzten Tage hinterlässt seine Spuren.


Hier will ich noch mal den Dunst zwischen den Hügeln knipsen und werde auf der Stelle von Bremsen angegriffen. Beine in die Hand genommen und nichts wie weg.


Durch den Tunnel durch. Auf dem Foto erscheint er hell aber Drinnen war es stockduster und man konnte nicht sehen, wohin man tritt. Komisches Gefühl.


Nach 1:40 Stunden und 14,5km sind wir wieder zurück. Endlich mal Heldenmatsch an den Beinen. Und meine Hokas mit Profil haben sich auch bewährt.


Hakan versteckt sich wieder - wir sind mit Handtüchern und Wechselkleidung gut ausgestattet, legen mein Auto aus und treten so glücklich und kaputt die Rückreise an.


So ein wunderbarer Lauf muss gefeiert werden - mit einem riesen Soja-Latte und Rühr(ei)tofu... Eiweiß zuführen.


Respekt, wer bis hierhin durchgehalten hat aber ich hab viele so wunderbare Motive nicht fotografiert. Ich bin hin und weg, was es doch für Naturstrecken so dicht ran gibt. Das wird jetzt öfters am Wochenende gemacht, zumal wir nur 7km fahren mussten. Es gibt so viel zu entdecken. Geht raus - egal welches Wetter und tut es.

Und was hat es jetzt mit dem Titel auf sich? Schweiß ist klar, Tränen nur durch den Regen und das mit dem Blut bleibt unser Geheimnis.