Mittwoch, 24. September 2014

~ Laufen im Central Park von New York City - ein Traum ~

Ich bin zurück aus dem Urlaub. 16 Tage USA Ostküste.

Als wir als ersten Aufenthaltsort New York buchten, war für mich klar, dass ich im Central Park laufen möchte. Ich hatte eine glasklare Vorstellung. Erstmal ganz früh einen Kaffee in einem der Starbucks oder anderen Cafés trinken, dann eine entsprechende Runde laufen und meinen Schatz dann mit einem weiteren Kaffee wecken. Mit solchen Vorstellungen muss man ja vorsichtig sein, da kann die Vorfreude zur derben Enttäuschung werden - wurde sie nicht. :-)

Das gebuchte Hotel war nur 500m vom Central Park weg, mehrere Cafés direkt vor dem Hotel. Der Plan geht auf.

"Hast Du keine Angst, so alleine morgens durch den Central Park zu laufen?", hörte ich mehrmals vor der Reise, als ich meine Pläne verkündete. ALLEINE????  Wer Angst hat, im Central Park zu joggen, müsste auch Angst haben am verkaufsoffenen Samstag auf der Hohe Straße in der Kölner Innenstadt angegriffen zu werden. Eigentlich auch logisch.. wo sollen die ganzen sportbesessenen New Yorker anders hin als in den Central Park? Aber SO hatte ich mir das auch nicht vorgestellt und das sich doch durch die vielen "krummen" Gestalten, die mir am Vortag so über die Füße liefen, breitgemachte Unwohlsein verflog deutlich schneller als ich laufen konnte.

Ich laufe auf der Läuferautobahn. Sonntag früh sind schon so viele Leute unterwegs, dass es den Eindruck hat, man ist auf einem offiziellen Lauf. Auf den ersten Bilder nicht wirklich zu sehen.


Es gibt eine Spur für Läufer/Fußgänger, eine Spur für Radfahrer (Mitte) und eine Spur für Autos (da fahren allerdings nur die Autos, die zur Pflege des Parks dienen). Alles schön geordnet und alle halten sich daran. Es gibt aber auch Teiche und kleine Wälder.


Immer wieder erblickt man Hochhäuser durch die Bäume.


Ich konnte leider nicht rausfinden, worauf diese jungen Leute warteten - es war auf jeden Fall keine Schlange vor dem AppleStore obwohl der Verkauf des Iphone 6 kurz bevor stand.


Was für ein Traum.




Es wird für einen offiziellen Lauf wie auch für ein Radrennen aufgebaut. Den "Run for the cure". Alle rennen im übrigen gegen den Uhrzeigersinn, ich in die andere. Warum ist das so? Macht aber nix, damit bekomme ich viel zu sehen und viele dazu auch zweimal auf der Runde. Als erstes begegnet mir ein Mann in Pink mit pinkem Ball der so joggt - immer den Ball vor sich hertretend. Ich sehe eine Frau mit einer Protese walken, sehr beeindruckend. Ich sehe ein Frau mit Regenbogenpuscheln (70er) an den Beinen,  ich sehe Barfussläufer und jede Menge mit blankem Oberkörper. Außerdem viele Polizisten, die sich hier fit halten - NYPD...

Wir warten die Radrenner auf den Start.


Und hier werden kurze Zeit später die Läufer ins Ziel laufen - im Moment sind sie noch nicht gestartet.


Hier ist die Läuferautobahn etwas besser zu sehen.


Leider sehe ich auch einen Radfahrer, der mit einem anderen kollidiert und reglos liegen bleibt. Ich laufe vorbei - es sind genug sofort zur Stelle und ich kann hier eh nicht helfen. Das Ereignis bleibt im Gedächtnis. Ich so voller Freude über diesen Lauf und dann hier ein Unfall, der hoffentlich nicht so ausgegangen ist, wie es aussah.


Ich habe keine Ratten gesehen (wie am Vortag) und rieche auch wenig Urin (wie am Vortag in der ganzen Stadt)... das ist doch schon deutlich besser. Bei Starbucks nen Capu und nen Latte... und die Welt ist in Ordnung - aber sowas von.


2 Tage später der nächste etwas abkürzte Lauf, diesmal auch gegen den Uhrzeigesinn. Aber vorher den Kaffee... 



Und ab auf die Läuferautobahn. Es sind deutlich weniger verrückt angezogene LäuferInnen unterwegs.


Aber auch heute ist die Stimmung wieder wunderbar.







Einmal 11,5 km und einmal 6,5 km durch den Central Park - danach verabschieden wir uns auch bald von der Stadt und es gibt Läufe in anderen Gegenden. Insgesamt werden es nur 4 werden - das hat zum einen was mit meiner sehr schimpfenden Achilles-Sehne zu tun.. der andere Grund wird im nächsten Post verraten.

Zum Abschluss noch das GPS-Bild vom ersten Lauf... darauf hab ich mich sooo gefreut und es war sooo toll. Ach ja.. ich konnte meiner Freude mit zappelnden Armen etc. gut Luft machen - in New York ist ja jeder verückt, ich halt dann auch.

Kommentare:

  1. Das sind so tolle Bilder, dass ich sofort Fernweh bekomme.

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    1. Danke, Jo! Ich könnt auch schon wieder los. ;-)

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  2. Aha, deshalb war die Anja so funkstilll ;-)
    Wow, schmelz, schöne Bilder! Danke für die vielen Eindrücke!! Bisher habe ich ja immer gesagt, der NY Marathon reizt mich gar nicht, wenn ich das aber so sehe, bin ich mir da nicht mehr so sicher...
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke, es ist irgendwie schon besonders, in einer solchen Stadt zu laufen - aber es gibt auch viele andere Eindrücke und die in Summe haben mich im Urlaub sagen lassen... "Also, sollte ich irgendwann mal in der Lage sein, einen Marathon zu laufen und sollte ich dafür in die USA reisen wollen, dann lauf ich ihn definitiv in Boston." Boston ist die (für mich) eindeutig schönere Stadt... ich bin dabei, alles in meinem Reiseblog zu hinterlassen. Wenn Du also irgendwann ganz viel Langeweile und Zeit hast, kannst Du das da nachlesen. :-)

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    2. Und wo finde ich Deinen Reiseblog...?

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  3. Liebe Anja,
    schön, dass du wieder da bist!
    Die Bilder, die du mitgebracht hast, sind ein Traum (besonders das 5. hat es mir angetan) und das obwohl ich doch so gar nicht auf Städte stehe!
    Die Laufautobahn im Central-Park ist ja wirklich etwas besonderes. Daran werde ich in Zukunft denken, wenn ich das Gefühl habe, dass auf meinen Hausstrecken zu viel los ist! ;)

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    1. Liebe Doris, ja da empfinde ich die Einsamkeit auf meinen Laufstrecken doch noch mal anders. Ab und zu macht so ein Lauf gemeinsam mit vielen Menschen ja Spaß aber auf Dauer möcht ich das nicht haben.
      Gruß
      Anja

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  4. Das die Funkstille mit Urlaub zusammenhing, habe ich mir ja schon gedacht, aber wer konte ahnen, dass es gleich nach Ami-Land gegangen ist :-)

    Tolle Bilder und ein toller Bericht, der einem zeigt, dass man in New York nicht nur Marathon laufen muß :-)

    Wenn nur dieses Fliegen nicht wäre ... :-(

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      das Fliegen und der Jetlag - muss ich nach einer furchtbaren Nacht gerade mal Jammern. Wobei man fürs Laufen nicht ins Ami-Land fliegen sollte. Dazu komm ich dann noch mal im zweiten Teil der Laufgeschichten. :-) Ich vermute sogar, dass wir hier in Deutschland ein besonders lauffreundliches Land sind - das hab ich mir zumindest häufiger gedacht.

      Gruß
      Anja

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  5. Tolle Fotos, im Centalpark ist es schon besonders zu laufen.

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  6. Liebe Anja,

    toll, dass Deine Vorstellung so einigermaßen erfüllt wurde, aber es ist schon ein tolles Gefühl in NYC zu laufen, selbst für mich ;-) Ich hatte im tiefsten Winter bei einem leichten Schneesturm das Vergnügen, es war dennoch erhebend, obwohl ich Null Sicht hatte.

    Salut
    Christian

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    1. Lieber Christian,

      ja, das kann ich mir auch gut vorstellen, man sieht diese Bilder ja schon mal im Fernsehen. Ich bin froh, mal dort gewesen zu sein. Jetzt kann ich mir viele Dinge einfach besser vorstellen. Ich hab mich wirklich gefragt, wie diese Stadt noch funktioniert hat (oder eben nicht), als Sandy über sie drübergefegt ist und das Bahnsystem nicht mehr ging. Unvorstellbar.

      Gruß
      Anja

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  7. So - jetzt auch hier nochmal: ich freu' mich auf die Fortsetzung!

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    1. Mensch Lizzy, Du und meine Kommentarfunktion.. ich muss mal Blogger anschreiben. :-) Schön, dass Du hier auch noch zu Wort kommst.

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  8. Im Central Park laufen - diesen Traum habe ich mir auch schon erfüllt :) Macht echt mächtig Spaß, auch wenn ich die Runde nur andersherum kenne ;)

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    1. Ich hab mir ja beide Perspektiven gegeben (eine abgekürzte Form). Schön ist es in beiden Richtungen.

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  9. Central Park finde ich auch toll, auch wenn ich da nur spazierengehen war. Die meisten Verrücktenangezogenen waren sicher für den cure-Lauf da, oder sind die dort dann nicht gestartet? (Mal das Laufen auf die Wunschliste setzen.) Foto Nr.5 ist auch mein Favorit - einfach toll!

    Und dann ein Blogpost mit Cliffhänger - nä wat fies. Da muss ich ja die Fortsetzung lesen. (Boston - muss man da nicht superschnell sein, um mitlaufen zu dürfen?)

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    1. Oh... Du bist ja Drüben, wenn auch etwas weiter weg. Ich komm mit dem Bloglesen noch gar nicht so richtig nach. Muss ich aber bald mal rüberhüpfen. Nein, die verrückt Angezogenen waren tatsächlich einfach so unterwegs. Für den Lauf rückten auch einige an (rose Tüllröckchen etc.), die erwähnte ich gar nicht. ;-) New York ist halt schon anders.

      Bzgl. Boston - keine Ahnung. Auf FB sagte Lizzy eben, dass man unter 4.00 Stunden sein muss. Ich glaub eh nicht, dass ich jemals Marathon laufen werde/kann - von daher sind das auch nur fromme Wünsche oder Vorstellungen. Aber man weiß ja nie...

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  10. Das ist so ein bisschen Traum von mir und gerade eben hast Du quasi wieder in das Feuer gepustet und es neu entfacht...)
    (und wenn der kleine Mann heute abend schläft dann schaue ich mir mal Euer "Reisebuch" ab, unbedingt!)

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  11. Diese Stadt ist ja einfach nur einzigartig und wirklich so etwas von krass - man muss das echt einmal live gesehen und erlebt haben.

    Und als wäre das nicht alles schon faszinierend genug, toppt dann dieser geniale Park noch einmal den Gesamteindruck.

    Danke schön für's virtuelle Mitnehmen ;-)!
    Ist ja fast wie ein kleiner Urlaub!

    Viele Grüße
    Lars

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    1. Sehr gerne, lieber Lars. Beschreiben aber kann man die Stadt ja nie... man muss es wirklich live gesehen haben.

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