Montag, 27. Oktober 2014

~ Endorphine tanzen Tango... oder wir laufen Staffel in Frankfurt ~

Schon im letzten Jahr lief ich Frankfurt ... also nicht ganz sondern in einer Firmenstaffel. Aus meiner Firmeneinheit im Bergischen war ich die einzige. Das sollte nicht so bleiben. Begeisterung ist ansteckend und es benötigte noch die ein oder andere motivierende Ansprache und schwupps waren es 12 meiner KollegInnen, die sich mit anmeldeten. Einige davon noch nie gelaufen, manche nicht im Training nur wenige Hobbyläufer, so wie ich.

So bildeten sich Trainingsabende, Tipps und Tricks und Ausrüstungsratschläge wurde ausgetauscht. Und nur noch wenige mussten krankheitsbedingt absagen, für die wir aber schnell Ersatz fanden - u.a., wer könnte es ahnen, auch mein Laufnachbar.

Meine Autoladung voller Laufmenschen machte mir die Freude, noch mit mir in Frankfurt im Edelkiosk Kuchen zu probieren. Gute Idee, wie sich herausstellte:


Die komplette Truppe traf sich abends im Hotel und es gab dann erstmal (zugegebenermaßen für die Facebook-Firmenseite) einen Schuhappell mit Kontrolle der Laufschuhe und ein paar Gruppenfotos. Dann ab zum Italiener, Carbo-Loading und Lagebesprechung. Die vielen (schönen) Fotos vom ebenso schönen Abend kann ich hier nicht veröffentlichen.

Um 23.00 Uhr zurück im Hotel gingen die ganze Nacht WhatsApp-Nachrichten in diversen Gruppen von Zimmer zu Zimmer. Ein Gefühl wie damals in der Jugendherberge aber eben auf anderen Kanälen. Selbst Herrenbesuche (ich glaube, sie waren harmlos) auf Damenzimmern wurden mit Fotos belegt und verschickt. Ich war zwar brav allein in meinem Zimmer aber geschlafen hab ich trotzdem zu wenig.

Das Hotel - nur 300m vom Start entfernt - natürlich voller Läufer - schwirrte morgens schon voller Energie. Hach... wie aufregend.

Unsere Staffelläufer wurden geschmückt...


Der Staffelstab mittels Klettband am Fuß befestigt (man kann wohl erkennen, dass es sich um meinen Fuß handelt;-))


Am Start dann voller Freude Nicola, ihre Tochter, José und eine Lauffreundin getroffen. Auch sie liefen Staffel und schnell war klar... Nico und ich laufen zusammen. Sie fühlt sich untrainiert, ich will nicht so schnell laufen... 6:20er Schnitt, das ist der Plan.


Soweit so gut - wir liefen mit 5 Staffeln plus die Bazinga-Staffel, da hieß es, bis zum Start viele Leute im Blick zu halten. Als sich dann um 10:25 Uhr der Start für die Staffel runtergezählt wurde, war die Stimmung großartig, das Wetter super, die Leute muffelig (also sie stanken so rum) und ansonsten alles prima.


Wer hier häufiger vorbei kommt, ahnt schon was passiert. 6:20 vorgenommen... 6er-Schnitt gelaufen. Und dabei haben wir geschnattert, die anderen Läufer beobachtet und alles bestaunt, was am Rand so zu sehen war. Über Duracel-Häschen, puscheligen Heidi Schmitt-Groupies, Samba-Gruppen, Sängerinnen, Fans, Radio- und Fernsehstationen. Es gab so viel zu sehen. Dazu noch unsere anderen Staffelläufer, die alle vor uns losgeprescht sind. Zwei davon halten wir länger im Auge und bekommen sie auch irgendwann wieder ein. Dazu sei aber gesagt - beide liefen 2 Abschnitte, also 19km - da darf man auch unter einem 6er Schnitt laufen.


Mit den 5:59er Läufern holten wir die ersten Marathonis ein, die 15 Minuten vorher gestartet waren. Alles Helden, alles Helden!


Aber die größten Helden waren für mich die hier. 3 Feuerwehrmänner, die in voller Montur. Wenn meine Netzrecherche richtig ist, sammeln sie so Geld für brandverletzte Kinder. Aufmerksamkeit hatten sie auf jeden Fall. Irre... 42km mit 20kg zusätzlich.


Nach km 9 kam er, der Berg des Grauens. Soll man nicht glauben, dass es so etwas in Frankfurt gibt aber wenn man einigermaßen am Limit läuft, dann ist eine kleine Erhöhung wirklich heftig. So wurde es still zwischen Nicola und mir - bis 10 wollten wir den 6er Schnitt halten und danach langsamer werden. Ok, hat auch nicht geklappt, wir sind weiter schnell gelaufen und mit Stolz und hochroten Köpfen waren übergaben wir nach 12km unseren Staffelstab. Wir verabschiedeten uns "bis später", was leider nix wurde, ich sammelte meine anderen Staffelkollegen ein und wir nahmen den Luxus in Kauf, im Hotel duschen zu können.

In der Festhalle angekommen, konnten wir noch die 3-Stunden-Läufer anfeuern und mehrfach musste ich in dieser Atmosphäre die Tränen unterdrücken, einer Kollegin von mir gelang das nicht. Es ist einfach irre dort.


 
Hach, ich könnt noch ewig schreiben aber, um schnell zum Schluss zu kommen - wir sammelten unsere letzten Staffelläufer kurz vor der Festhalle ein und liefen gemeinsam mit Heldenmusik in die Festhalle ein, welch Erlebnis. Unsere Medaillen einsammeln, ein Grapefruitbier abgreifen und wieder ab durch die Massen in die Festhalle.


Wir fielen uns alle in die Arme. Zeigten stolz unsere Medaillen, alle erzählten ihre Geschichten und Erlebnisse. Viele hatten noch nie eine solche Veranstaltung miterlebt und waren überwältigt von dem, was sie erlebten und stolz auf ihre eigenen persönlichen Heldentaten.


Ein gemeinsamen Abendessen und dann ab auf die Bahn. Kurz vor Bettgehzeit waren wir dann zu Hause und das Gehirn flatterte noch im Halbschlaf vor sich hin. Selbst heute früh - alle hatten ihre Medaillen im Büro umgehängt - war die Begeisterung noch zu spüren.

Was für ein tolles Wochenende, was für ne schöne Veranstaltung und ich hoffe, dass auf diesem Wege noch viele der Kollegen dabei bleiben und wir nächstes Jahr wieder gemeinsam einen Marathon rocken werden.

Nicola/José, es war so traumhaft, dass wir uns wieder in Frankfurt getroffen haben, dass wir gemeinsam laufen konnten, ein echtes Geschenk. Danke!

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    wow, deine Begeisterung über dieses Wochenende, sprüht so richtig aus deinen Worten! Spitze!! :)
    Gerade für eine Gruppe gibt es doch nichts tolleres, als so eine Veranstaltung! Die Stimmung im Ziel muss ja der Hammer sein! Ich kannst mir richtig gut vorstellen!

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    1. Die Stimmung im Ziel ist wirklich überwältigend. Muss man mal mitgemacht haben. Da ich Startläuferin war, kam ich in den Genuss, beides zu haben. Start- und Zielatmosphäre. Toll.

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  2. die Endorphinmassen schwappen sogar heute noch bis hierhin - ich bin überwältigt! und dir steht das verdammt gut - siehst toll aus auf den Fotos!
    Am nächsten Tag alle mit Medaillen im Büro sitzend - lustige Vorstellung :o) *gefällt mir*

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    1. Ja, so sieht man aus, wenn man viel Spaß hat. Alle Fotos von uns strotzen nur so voll Spaß - richtig toll. Und ja, das mit den Medaillen war ein schönes Bild.

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  3. Das hört sich doch mal nach einem tollen Firmenlaufevent an. Gemeinsam etwas erreichen ist einfach immer besser wie einsam es durchzuziehen!

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  4. Ich war schon mal für den Frankfurt-Marathon gemeldet und mußte diesen krankheitsbedingt sausen lassen.

    Dein Bericht schreit mit soviel Begeisterung und Emotionen danach den nochmal in Angriff zu nehmen!

    Herzlichen Glückwunsch zum gerockten Staffelmarathon!

    Liebe Grüße
    Volker
    (der das auch kennt, dass man zu zweit immer schneller unterwegs ist)

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    1. Ja Volker, nur für den Zieleinlauf muss man das schon machen. :-) Wobei auch auf der Strecke (zumindest auf meiner - den ersten 12km) richtig viel los ist.

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  5. Liebe Anja,
    aus Deinen Zeilen spricht ja ganz doll die Freude über den Lauf! Super!! So etwas beschwingt ja ungemein, und besonders als Gruppenerlebnis ist es nochmal so schön! Herzliche Glückwünsche zu Eurer gemeinsam bestrittenen Staffel! Auch wenn nicht im Firmenoutfit wie die Feuerwehrleute ... Wahnsinn, so beschwert einen Marathon zu bestreiten!
    Liebe Grüße und noch viel schönes gemeinsames Zurückschauen!
    Elke

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    1. Liebe Elke, vielen Dank. Alle fragen schon nach dem nächsten Event - genau so hatte ich mir das erhofft. Vielleicht ja Köln. :-) Anja

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  6. Gell, is schön bei uns. :-) Ich hatte zwar gerade Puschel-Pause, aber ich bin ja froh, dass Du mir das nicht übel genommen hast.

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    1. Ja Heidi, ist schön bei Euch. Und nein, ich hab Dir das nicht übel genommen. Wir waren ja soooo schnell, wir konnten ja nur noch flott rufen. :-)

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  7. Elke hat Recht. Die Freude sprüht nur so aus Worten und Fotos. Toll, dass ihr zusammen ein so schönes Erlebnis hattet. (Und schon wieder unter 6 - eigentlich bist du ja doch schnell, aber willst es nicht zugeben...)

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    1. Nicht unter 6, knapp drüber. Und dann muss man überlegen, was schnell als Definition ist. Ich bin die letzten 300m mit einem Kollegen ins Ziel gelaufen. Der hatte nen Schnitt von 5:20 o.ä. Da hatte ich aber echt schon Probleme, für die kurze Strecke dran zu bleiben. ;-)

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    2. Nee, ist schon klar dass das relativ ist. Du bist schneller unterwegs als du dir vornimmst und so habe ich das einfach mal definiert. (Und für mich wäre 6 auf der Strecke sowieso schnell.)

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  8. .....und ich habe dich nicht gesehen - schade !! Ob ich dich überhaupt wieder erkannt hätte :?:

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    1. Ja, Margitta - das ist wirklich schade. Mit Dir hab ich da aber auch überhaupt nicht gerechnet. Ich hätte Dich wahrscheinlich schon wieder erkannt, obwohl unser kurzes Treffen ja nun schon bestimmt 6 Jahre oder so zurück liegt. Die Zeit fliegt. :-)

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  9. Dein Bericht liest sich ganz toll - die Begeisterung ist richtig zu spüren und macht Lust auf Frankfurt - irgendwann.
    Liebe Grüße
    Bianca

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