Dienstag, 7. Oktober 2014

~ Warum nach der Arbeit laufen doof ist ... ~

... oder wie die inneren Stimmen kämpfen.

Ich bin ja bekanntermaßen Morgenläuferin. So wie viele sich nicht vorstellen, nach dem Aufstehen in die Laufschuhe zu schlüpfen, so schwer fällt es mir, nach der Arbeit etwas anderes zu tun als mir ein leckeres Essen zuzubereiten (oder wahlweise außer Haus zubereiten zu lassen). Nach der Arbeit die Laufschuhe überzustreifen, ist eine wirkliche Herausforderung.

Bin ich in Begleitung, halten sich die inneren Stimmen im Zaum - schließlich ist man ja verabredet. Gestern war ich das nicht und schon geht das innere Gezeter los.

Ich halte mit dem Auto vor der Tür, der Plan ist, den widerwärtigen Stimmen gar nicht erst viel Zeit zu geben und noch bevor der Schlüssel den Regalboden berührt, die Laufhose überzustreifen. Beim Aufschließen des Briefkastens aber haut mir eines der Teufelchen seinen Dreizack in den schmerzenden Allerwertesten und beschließt: "Laufen ist heute scheiße - ess die Nudeln mit (Soja)Gulasch und setz Dich aufs Sofa. Der Tag war so anstrengend."

Die Treppen hoch bis zur 2. Etage geht das munter so weiter. Das Sofa, das blöderweise von der Haustür aus mangels abgeschlossenem Flur direkt zu sehen ist, winkt mich aufmunternd an sich ran.

Wie ich es geschafft hab, doch in die Laufklamotten zu steigen und die Haustür von Außen zuzuschlagen, weiß ich nicht mehr, aber es war ein echter Kraftakt. So geht das JEDES mal, wenn ich nach der Arbeit laufe. Dabei will ich aber doch noch, so lange es geht, das Tageslicht mitnehmen.

Nach 10 Laufschritten ist das Drama vorbei. Die Schafe sind noch an Ort und Stelle und ich schaue sie mir heute jenseits der Wupper an.


Die Flugzeuge heute wieder tief, drehen bei uns über dem Rhein ab, um Richtung Köln-Bonn zu fliegen.


Und der grüne Blick täuscht. Der Wind war stärker und das Herbstlaub löst sich leicht von den Bäumen und regnet auf mich nieder. Bald werden die Bäume kahl sein (vorher natürlich noch gelb) und sich mit Glück gefrierender Tau oder Schnee auf den Rheinauen niederlegen.


Ich merkte am Anfang des 7km-Laufs, dass ich schneller war als üblich und hab dann noch mal angezogen, so dass eine Pace von unter 6 heraus kam. Die letzten 3 Kilometer zwischen 5:26 und 5:35. Nächsten Samstag gibts nen 10er, vielleicht geh ich dann ja (unvernünftigerweise) doch unter einer Stunde an. Dass ich das generell kann, weiß ich ja aber schnell bedeutet immer Schmerz. Während dessen aber vor allen Dingen danach.

Die RW-Übungen hab ich auch noch geschafft, plus Dehnen. So liebes Teufelchen... jetzt bist Du dran!.

Und während ich hier heute früh so sitze, regnet es Draußen, so richtig trötschisch-herbstlich. Wer weiß, was mir das Teufelchen jetzt erzählt hätte, den Kampf kann ich dann wieder auf die nächsten Tage verschieben, wenn der nächste Nach-Feierabend-Lauf ansteht.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    als bekennender Frühaufsteher aber Laufverweigerer am Morgen - mein Körper mag das einfach nicht - kann ich Dein Gezeter gar nicht verstehen, am Abend zu laufen ist doch viel angenehmer, die Last des Tages abschütteln und Erholung und Entspannung finden, ich kann mir nichts besseres vorstellen.
    Übrigens, seit ich weiß, dass es gar keinen ISH gibt, versucht er mich auch nicht mehr vom Laufen abzuhalten ;-) versuch es doch mal, es hilft...

    Salut
    Christian

    PS: Das letzte Bild strahlt sehr viel Ruhe aus, gefällt mir!

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    1. Lieber Christian,

      den ISH hab ich ja gar nicht erwähnt. Das bin schon ich, die da spricht - die dunkle Seite der Anja sozusagen. Mir fällt das Laufen am Abend echt schwer, im wahrsten Sinne des Wortes. Morgens fühlt es sich leicht an, abends ist alles schwer. Ich glaube nicht, dass ich mal eine begeisterte Abendläuferin werde.

      Gruß
      Anja

      PS: Danke :-)

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  2. Kenn ich nur zu gut, das einzige was mir hilft, die Laufklamotten mit in die Firma nehmen, dort umziehen und irgendwo zwischen Firma und zu Hause los laufen. Bin ich erst Mal zu Hause zur Tür rein, dann wird's ganz schwer. Schöne Bilder, die Rheinauen wären auch was für mich.Schönen Tag Gabriele

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    1. Hallo Gabriele,

      ja, so überliste ich mich auch schon mal. Zumal ich dann durchs Neandertal laufen kann, was neben Wäldern auch ein paar Hügel zu bieten hat. Das ist in der Tat einfacher.

      Du hast ja wieder nen neuen Blog.. ich komm gar nicht hinterher. :-)

      Gruß

      Anja

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  3. Meine inneren Stimmen wollen eigentlich nur an Tagen laufen, an denen ich nicht ins Büro muss ... und jetzt mal ehrlich: zwei Tage Büro pro Woche wären auch wirklich genug *s*
    Was den Zehner am WE betrifft: ich tippe mal auf ca. 55 Minuten. Aber nur, wenn du vernünftig bleibst und dich - vernünftig wäre das! - ein bisschen einbremst den Gräten zuliebe ;) Viel Spaß!

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    1. Liebe Lizzy, da geb ich Dir aber sehr recht. Mit 2 tagen Büro käm ich auch super aus.

      Und mit 55 Minuten überschätzt Du mich sehr. Wenn es gut laufen würde, wären 57/58 drin - ich tippe aber mal auf 59:59 oder so... es ist ja auch dunkel, da muss man ein wenig aufpassen.

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    2. Eigentlich bin ich ja eher ein Abendmensch. Aber Laufen nach der Arbeit fällt mir auch sehr schwer, ganz einfach weil ich HUNGER habe wenn ich nach Hause komme. Mit vollgeschlagenem Bauch kann man aber nicht laufen und wenn ich dannn eine Kleinigkeit esse schreit der Schweinhund nach mehr.
      Von daher - sei stolz, dass du dem Sojagulasch widerstehen konntest!

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    3. Und sorry, dass ich mich hier in euren Thread gemischt habe. DA sollte der Kommentar gar nicht hin.

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    4. Genau, Du hast es erfasst... ich hab auch immer fürchterlich Hunger und benötige das Essen auch ein wenig als Belohnung für den Tag. Der Hunger ist aber nach dem Laufen deutlich weniger als direkt nach der Heimkehr - eigentlich also auch besser, dass ich laufe...ach nee, datt iss aber auch schwer. Und kein Problem wg. des Threads.

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  4. Hallo!
    Ja, dass kenn ich nur zu gut. Der Vorteil den ich dabei habe ist der, dass ich oft Nachmittags oder in der Nacht arbeiten muss. Somit kann ich also oft am Vormittag oder am Nachmittag nach dem Aufstehen laufen. Wenn ich dann wieder Frühdienst habe, ists dann aber ach der Arbeit umso schwieriger...da bin ich dann auch immer müde und lustlos, sobald ich diie Haustür aufmache. Ich glaub ich werd das mal öfters so wie Gabriele schreibt versuchen und direkt am Nachhauseweg weglaufen. Hat auch den Vorteil neue Laufstrecken kennenzulernen!
    Gruß Andi

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    1. Hallo Andi,

      ahhh... noch ein Vor-der-Arbeit-Läufer. Schichtarbeit hat ja auch gute Seiten. Danke für Deinen Besuch hier.

      Gruß

      Anja

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  5. Liebe Anja,
    ich laufe ja fast nur nachmittags und manchmal auch gleich noch in Salzburg, direkt von der Arbeit, das ist dann immer super, weil schon alles erledigt ist, wenn ich heimkomme. Andererseits genieße ich aber die Läufe hier am Feierabend auch sehr. Da hab ich alle Zeit der Welt und kann richtig toll abschalten.

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    1. Hallo Doris,

      wenn ich einmal unterwegs bin, ist es auch gut - wobei es sich, wie ich schon schrieb, morgens einfach leichter anfühlt. Ich muss mich halt nur jedes mal kräftig überreden, wirklich loszulaufen. Aber bald ist es eh vorbei, dass es nach der Arbeit hell ist, dann kann ich auch morgens laufen :-)

      Gruß
      Anja

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  6. Hallo Anja,
    das hast Du guuut gemacht. Das Teufelchen niedergekämpft und raus - das ist tatsächlich der schwierigste Part, wenn einen mal die Unlust packt.
    Ich mag beides Morgen- und Abendläufe. Werktags laufe ich in der Regel am späten Nachmittag oder am Abend, wennn nach der Arbeit die Pflichten zu Hause erledigt und die Kinder versorgt bzw. herumkutschiert sind. Oder ich nutze spontan irgendwelche Zeitfenster. Da muss ich - wie wahrscheinlich jeder - die Läufe irgendwie in den Alltag reinquetschen.
    Am Wochenende mag ich Morgenläufe wiederrum sehr gerne. Wenn ich in Ruhe aufstehen darf, dann erstmal ein wenig Zeitung lesen, einen Tee trinken und wenn dann mein Kreislauf auf Touren ist, dann laufen. Herrlich!
    Viel Spaß am Wochenende bei dem 10er.
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Hm, Bianca, vielleicht sollte ich auch öfters mischen und die nachmittägliche Unlust verschwindet...

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  7. Liebe Anja,
    bei mir ist es genau umgekehrt: Morgens kaum, aber nach der Arbeit tut es doch so gut..... Kenne aber solche Anfälle am Nachmittag auch gelegentlich ;-)
    10'er am Samstag - etwa in Köln und am Abend?
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Hallo Elke, ja Köln am Abend - sehen wir uns? Das fänd ich ja nett.

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    2. Ach schade.... :-( Wir kommen erst am Sonntag wieder heim. Letztes Jahr und bei der Premiere im Jahr davor waren wir dort. Lustigerweise habe ich trotz des Gedrängels jeweils die beste 10er-Saisonzeit hinbekommen! Wenn das mal kein Omen für Dich ist! Viel Spaß und eine gute Zeit wünsche ich Dir!
      Liebe Grüße
      Elke

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  8. Jaja, das kenne ich nur zu gut, liebe Anja. Ich finde Läufe nach Feierabend aus den von Christian genannten Gründen wunderbar. Aber dazu laufe ich am besten direkt vom Büro aus los. Wenn ich zuerst heim gehe und mich dort umziehen muss, kann es passieren, dass das die Sirenengesänge des Sofas die Lauflust killen.

    Super, dass du widerstanden hast! Wegen des 10ers am WE würde ich mir keinen Kopf machen und spontan entscheiden, ob du Lust auf Anstrengung hast oder eher "piano" machen willst.

    Viel Spaß jedenfalls & viele Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne, so mach ich das - spontan entscheiden. Ich hatte schon überlegt, dass ich ja - da es dunkel ist - eh nicht auf meine Uhr schauen kann. Dann viel mir aber ein, dass ich ja so ne Stirnlampe aufziehen muss, deshalb ist das Ablesen der Uhr wahrscheinlich doch möglich. Wäre aber mal nen Versuch, nur nach Gefühl zu laufen und zu schauen, was dabei raus kommt.

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    2. Liebe Anja,
      dank der 1000en Stirnlampen ist es ziemlich hell. Da aber der Boden uneben ist, empfiehlt es sich, diesen stets mehr im Blick zu haben, als die Uhr.
      Und dann noch die blöde Treppe der Hohenzollernbrücke, die man raufmuss...
      Uiui, viel Spaß und Erfolg!
      Liebe Grüße
      Elke

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    3. Ja, sehr schade, dass wir uns nicht sehen. Aber die Chancen sind ja eher schon höher, dass wir uns mal über den Weg laufen. Das mit den Treppen hatte ich gar nicht gesehen. Gut zu wissen.

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