Samstag, 8. November 2014

~ Gefangen im Zeit-Raum-Messe-Wurmloch ~

Every year the same procedure... die Hauptjahresmesse steht an.

Das Leben wird in die Zeit vor und die Zeit nach der Messe eingeteilt und während der Messe ist man raus. Raus aus dem normalen Leben. Wie ist das Wetter? Keine Ahnung... wäre nur schön, wenn es auf dem Hin- und Rückweg nicht regnet. Alles andere interessiert nicht.

Bahnstreik? Ja.. wir merken es am Verkehr aber ansonsten keine Ahnung, man hat noch nicht mal Zeit, Nachrichten zu lesen oder zu schauen.

Kommunikation mit den Liebsten? Auf ein Minimum runtergeschraubt. Ein kurzes "Guten Morgen" oder "Gute Nacht" per Telefon oder manchmal auch nur per Mail oder SMS muss reichen.

Ich mag Messen, ich hab Freude am direkten Kontakt mit Kunden weit weg von den vielen administrativen Dingen, die ich ansonsten machen muss. Und trotzdem ist es extrem anstrengend. Die Lautstärke in Messehallen, in denen auch Maschinen laufen, ist hoch und ich muss mit meiner zarten Stimme übertönen. Die vielen (interessanten) Gespräche aber auch der Stress, wenn man mehrere Kunden gleichzeitig betreuen möchte. Und die fehlende Zeit für einen selbst.

Außer in der Nacht (zumindest bei mir ist das so;-)) ist man nie allein. Man trifft die Kollegen schon beim Frühstück, quält sich gemeinsam durch den Stau (Frankfurt ist echt gruselig, was den Verkehr angeht), spricht den ganzen Tag mit Kunden und Geschäftspartnern, fährt gemeinsam ins Hotel, um dann direkt wieder zum Abendessen, der Einladung etc. aufzubrechen.

Danach falle ich nur noch "tot" ins Bett. Wenn man dann noch so ein schlafempfindliches Wesen ist, wie ich, dann kann es passieren, dass um 3.00 Uhr die Nacht schon zu Ende ist und dann wirds richtig anstrengend.

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die Messe als "Endlich-von-zu-Hause-weg-jetzt-kann-ich-auf-die-Kacke-hauen" nutzen. Und trotzdem komme ich immer zu spät ins Bett.

Um so schöner, wenn man trotzdem die Zeit findet oder sich nimmt, um zu einem Läufchen aufzubrechen. Das tat ich gemeinsam mit einem Kollegen - wir waren um 6.00 Uhr früh verabredet. Als ich nach einer viel zu kurzen Nacht um 5.45 Uhr in den Spiegel blicke, erschrecke ich ob der fremden Person da in meinem Bad. Dieses Gesicht soll ich einem Kollegen zeigen? Ich entschließe mich zur Strategie, recht früh Draußen zu sein, um mich ins Dunkle zu stellen. Mein Kollege macht mir nen Strich durch die Rechnung. Er ist früher da.

Ich senke das Haupt und beschäftige mich mit Smartphone und Garmin... er ist so nett, keinen Kommentar von sich zu geben. So schlurfen wir durch ein paar Baustellen bis zum Main - eine Strecke, die ich vor 2 Jahren schon gelaufen war, was sich als gut rausstellte, da ich die Eisenbahnbrücke kannte, von der mein Kollege nicht glauben wollte, dass man da rüber laufen kann.

Als Foto gibt es nur das hier von der Skyline


Natürlich hab ich nicht viel von Frankfurt gesehen (außer Stau, Stau und... Stau) aber das Mainufer eignet sich wirklich hervorragend für Läufe im Dunkeln und sicherlich auch im Hellen. Die vielen Brücken, die den Main überbrücken und schön erleuchtet sind. Das toll ausgebaute Mainufer, die netten Locations, die man erahnen kann, die Kreuzfahrtschiffe, die sich zum Frühstück rüsteten.

Es war wirklich schön anzusehen und gab Kraft für den Tag.

Nach einer kräftigen Dusche und einer Ladung Kosmetik konnte ich mich dann auch wieder unters Volk mischen. Es waren auf jeden Fall 9 schöne Kilometer in Frankfurt.

Jede der Fahrten von der Messe zum Stadtteil Sachsenhausen hätte ich zu Fuß (ohne zu Laufen) schneller geschafft. Highlight waren von einem Kollegen 2 Stunden für 6km. Der Bahnstreik tat sicherlich seines noch dazu.

Dass wir in Sachsenhausen nächtigten war für die abendlichen Unternehmungen ganz gut. Wir sind alles zu Fuß gelaufen, so dass ich an zwei Abenden frühzeitig ins Hotel verschwinden und die feierlaunigen Kollegen ihrem Spaß überlassen konnte.

Noch eine Bemerkung: Einen Abend verbrachten wir in so einer Apfelwein-Kneipe. Harte Tobak für eine Veganerin. Ich bin echt nicht empfindlich aber wenn sich die Kollegen ne Schlachtplatte bestellen, dann wird es mir doch leicht blümerant. Aber zum Glück hatten die gute Bratkartoffeln, das hat mir den Abend gerettet.

So viel zu Frankfurt... Stau, Stau, Stau... :-)

Kommentare:

  1. Oh je, liebe Anja,
    ich bin ja froh, dass ich auf Kongressen immer nur Zaungast bei den meist mitveranstalteten (Pharma-)Messen bin, aber zu beneiden sind die Menschen an den Ständen meist nicht ;-)
    Es hat zu einem morgendlichen Lauf mit befremdlichem Aussehen gereicht und wahrscheinlich hat es sich für die Frische und Erholung auch gelohnt. Ich wünsche Dir, dass wieder schnell Ruhe und Entspannung, ohne Streiks, in Deinen Alltag einkehrt :-)

    Salut
    Christian

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  2. Danke, lieber Christian. Ja, ich bin froh, wenn sich das Leben nach der Messe wieder normalisiert. Es sind immer nur wenige Tage aber die sind einfach extrem. Von meinen Schmerzen in den Füßen hab ich ja noch gar nicht geschrieben. ;-) Trotzdem mach ichs immer wieder gerne.

    Dir auch ein schönes Wochenende!
    Anja

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  3. AHHHH .... ein Versuch noch, dann geb ich das auf hier ...

    Was hatte ich noch gesagt bevor es aufgefressen wurde? (die Seite wurde neu geladen, da es probleme ... blabla ...)

    Krankfurt also - so nannten wird das gerne (bin ja gebürttige Hessin) ... ist ja doch eine nette Stadt, wenn man sich abseits der zugestauten Straßen hält. Und mit Schlachteplatten habe ich ebenfalls ein Problem: die sind soooo lecker aber meine blöde angemackelte Stoffwechselei erlaubt mir sowas nicht bzw. nur extrem selten :-( Jahre ist es her seit der letzten *seufz*
    Was das runzelige Morgengesicht angeht: ich mute da allen - auch Kollegen - immer gleich die volle Dosis zu indem ich überhaupt kein Schminkzeug besitze, das mich in Vertuschungs-Versuchung bringen könnte. Irgendwann haben sich alle an den gelegentlichen Geisterbahnlook gewöhnt und man bekommt sogar hier und da nette Komplimente, wenn die Runen mal gerade nicht so tief eingegraben sind *s*

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    1. Wenn ich nur irgend etwas an dem ständigen Kommentar-Ärgernis ändern könnte.. *seufz* Aber danke, dass Du es immer wieder versuchst, liebe Lizzy.

      Ja, Frankfurt ist schon ne schöne Stadt, die Schlachtplatten hätt ich auch zu meinen Fleischesserzeiten verschmäht und ich scheine dann doch etwas eitler zu sein... meine Kollegen müssen mich nicht mit tiefen Furchen und aufgequollenen Augen sehen... aber manchmal kommt man nicht drum herum.

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  4. Liebe Anja,
    schön, dass du wieder zurück in deiner Heimat, in der "normalen" Zeitrechung und den gewohnten Tagesabläufen bist.
    Dass dir der Morgenlauf gut getan hat, kann ich mir bei diesem dichten Tagesablauf gut vorstellen. Da ist sicher jede Minute, die man für sich hat, wertvoll!
    Schönes Wochenende!

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    1. Dir auch ein schönes Wochenende, liebe Doris. Ich hatte zwar beim Morgenlauf die Zeit auch nicht für mich, wurde ja von einem Kollegen begleitet aber ab und zu haben wir auch mal nicht gesprochen, das war schön. :-)

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  5. Liebe Anja,

    ich finde es höchstrespektabel, dass Du und Dein Kollege bei der dichten Tagestaktung die Zeit für einen morgendlichen Lauf abgerungen habt.

    Das Bild von der Skyline ist echt cool:

    Willkommen zurück und

    liebe Grüße
    Volker (der nie für mehr als 10 Watt geschminkt ist ;-))))

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  6. Die Messe ist geschafft. Einen Lauf konntest Du unterbringen. Das finde ich enorm bei diesem vollen Tag. Ich glaube, ich wäre nach dem ersten Tag migränig.
    Und nun bis Du wieder zu Hause bist. Der gewohnte Alltag kann wieder beginnen. Willkommen zurück.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag von
    Bianca

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  7. Liebe Anja,
    ja, Deine Schilderung zum Messe-Erleben trifft es schon sehr gut... Da tut doch ein früher Lauf gut, egal, ob mit oder ohne Farbe im Gesicht. Masn ist doch nicht bei einer Schönheitskonkurrenz ;-)
    Liebe Grüße
    Elke

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  8. Hut ab, dass du es trotz Messe zum Laufen geschafft hast! Auf Dienstreisen schaffe ich kaum Läufe. Das Programm geht von vor Frühstück bis abends, da mag ich meist nicht noch 1 h oder so vom knapp bemessenen Schlaf stehlen. Umso beeindruckter bin ich, dass du auch noch mit einem Kollegen früh aufgestanden bist!

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