Samstag, 28. Februar 2015

~ Was spenden? ~

Neben dem Laufen laufen einem bekanntlich ja auch andere Sachen im Leben über die Füße. Ich mag mich da gar nicht beklagen. Langeweile ist ein Besuch, den ich eher nicht so häufig an meine Tür klopfen höre. Und wenn, dann duck ich mich und mach nicht auf.

In dieser Woche hat eine liebe Freunden wahrscheinlich Leben gespendet. In Form von Stammzellen. Und das ist mal gar nicht so selbstverständlich und hat mich gedanklich arg beschäftigt.

Als vor vielen Jahren eine mir nahestehende Person im jugendlichen Alter an Leukämie erkrankte, war für mich klar, dass ich mich in der DKMS registrieren lasse, was auch schnell getan war. Freudig, dass wir es nicht für uns benötigten.

Vor einigen Jahren dann bin ich mal als freiwillige Helferin zur Typisierungsaktion der DKMS zur Saisoneröffnung von Schalke gefahren. Ich durfte die möglichen Neumitglieder für die Kartei aufklären und ihnen Fragen stellen. Dabei stellte ich fest, wie schwer sich doch viele mit dem Thema taten. Und ich hab begriffen, dass viele Leute einfach Angst hatte, was ihnen selbst im Falle einer Knochenmarkspende oder Stammzellenspende passieren kann.

Ich hab auch erlebt, wie ein Kollege zur Spende aufgerufen wurde und über Wochen schlimmes Kopfkino hatte. Der Gedanke, dass es nicht klappt, hat ihn extrem beschäftigt. Letztendlich konnte er aufgrund eigener Infektionen gar nicht spenden. Das war alles nicht leicht für ihn.

Dass ich mich aufgrund meiner Autoimmunerkrankungen aus der Kartei löschen lassen musste, war für mich ein harter Schritt. Irgendwie hatte ich gehofft, dem Universum für das Glück, dass wir es damals geschafft hatten, mit der Form einer Spende danken zu können. Es gibt natürlich kein Aufwiegen dessen aber ich musste arg die Tränen schlucken, als man mir sagte, dass ich nicht mehr "mitspielen" darf.

Meine Freundin hat nun diese Woche gespendet. Sie hat in Kauf genommen, dass sie durch die Medikamente Knochenschmerzen bekommt und auch dagegen Medikamente nehmen muss. Aber sie hat sich so freudig dazu gemeldet, dass sie es tun darf. Ein gutes Gefühl, so schrieb sie... so unterschiedlich sind Menschen und ich hab Respekt vor jedem, der es tut und auch Verständnis für jeden, der sich gedanklich damit schwer tut. Aber es ist wirklich eine so gute und eigentlich auch einfache Tat.

Musste ich mal ein paar Zeilen zu schreiben, vielleicht liest hier jemand, der sich auch schwer tut. Ja... das gibts aber Leben zu retten ist sicherlich mit nichts aufzuwiegen.

Da der helle Planet heute so hübsch leuchtete, haben mein Bester und ich uns nach längerer Wetterpause noch mal auf Tour gegeben. Seit dem Fotokurs bin ich fürchterlich kritisch geworden. Und so richtig gefällt mir gar kein Foto. Allerdings sind war quasi durch die Ignoranz von Betreten verboten Schildern auf ein schönes Hafenareal gelangt. Ich muss mich mit diversen Einstellungen in er Kamera noch durchprobieren aber das wird schon noch.

Außerdem hat uns die Sonne just in dem Moment im Stich gelassen, als wir das Dom-Panorama hatten. Aber schön wars allemal, ein paar Kilometer zu latschen, das obligatorisch Kölsch zu trinken und Pommes gabs auch noch. Also genug gesündigt für heute.





Und wer bei dem nachfolgenden Bild automatisch "Aurora mit dem Sonnenstern" summt, ist Ü40.. mindestens. :-)



Das war der Samstag und zum Laufen schreib ich erst wieder was, wenns denn geht (glaub ich zumindest:-:-)

Also spendet fleißig - was auch immer - und habt ein schönes Restwochenende.

Mittwoch, 25. Februar 2015

~ Die gute Nachricht ist..~

.. es ist kein Leistenbruch, um hier mal direkt mit der verdammten Tür ins Haus zu fallen.

Das heißt, keine erneute OP und darüber bin ich ehrlich gesagt recht froh. So eine Leistenbruch-OP ist zwar überhaupt nichts Schlimmes aber ich kann auch gut drauf verzichten. Außerdem wär das gerade beruflich zeitlich auch echt wieder schwer in den Kalender zu bekommen. Ich hatte mir schon wieder Harakiri-Pläne zusammen gestrickt. Aber nun muss ich ja nix stricken, zumindest keine Pläne. Vielleicht mal wieder Socken, ich hab ja Zeit übrig.

Der Arzt hatte schon beim Tasten einen erneuten Bruch abgelehnt und es auch beim Ultraschall bestätigt - war aber selbst zerknirscht, weil er mir damit ja nicht wirklich weiterhelfen konnte. Er glaubt mir bzw. kann sich gut vorstellen, dass die Schmerzen durch das veränderte Narbengewebe auftreten.

Er riet, weiter Sport zu machen und nicht in eine Schonhaltung zu gehen, damit das jetzt weich gemachte Gewebe (das fand er an sich nicht schlecht) nicht wieder hart wird. Tja... leichter gesagt als getan. Ich kann so keinen Sport machen, zumindest nicht Laufen. Selbst Walken bringt ja Schmerzen, die aber aushaltbar sind. Radfahren hab ich dann Sonntag einfach fallen gelassen.

Dä! Damit bin ich halt am Elend der Geschichte. Ich muss mal wieder Geduld haben und schauen, was jetzt passiert. Heute Abend Physio und dann werd ich mit ihm mal die weitere Vorgehensweise besprechen. Schließlich ist er ja nicht unbeteiligt.

Der Doc riet zwar, einen Orthopäden aufzusuchen aber außer der Tatsache, dass der Piriformis und Gluteus noch ursächlich sein könnten, wird da nix sein. Ich verfüge ja durchaus über ein gutes Körpergefühl. Er will halt ausschließen, dass was an der Hüfte ist. Findet der Ortho nix, soll ich noch mal wiederkommen. Es gibt wohl Möglichkeiten, solchen Schmerzen am Leistenbruch anderweitig Herr zu werden. Das heißt, es gibt einen Plan B.

Soweit die Lage der Nation. Den Groll, dass ein Bruch entstanden ist, kann ich dann mal auf Seite legen. Und den Groll, dass ich ohne jegliche Behandlung möglicherweise noch fröhlich durch die Landschaft laufen würde, muss ich aus dem Kopf bekommen. Ist ja nun mal jetzt so. Hätte, hätte...

Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer joot jejange...

Sonntag, 22. Februar 2015

~ 200 Puls ~

Datt hätt dä do flöte mösse, datt Arschloch.

Dieses ehrliche und inhaltlich auch korrekte Zitat (würde mir so auch nie über die Lippen kommen) stammt kölschen Eckkneipe anhören durfte. Bei manchen Zitaten oder Begriffen zuckte ich zusammen, weil sie politisch nicht korrekt waren. Ich geh mal davon aus, dass sie so nicht gemeint waren, wie sie bei mir rüber kamen *schönred*. Aber als dann der schwarzhäutige Spieler des 1. FC Köln, der vorher mit "Dä soh nur einmal joot uss, nämlich als er im Rusenmondachszug op dem Wage stund." das Tor schoss bzw. köpfte, da war auch die doch so hoch gepriesene Kölner Toleranz wieder im Lot. Der Schiedsrichter hat da aber auch wirklichen nen Müll zusammengepfiffen bzw. geflötet.

Aufregen, darüber kann ich mich gerade auch über so manches.

Ich kann nicht laufen - getestet letzten Sonntag. 1km, danach schluffte ich nach Hause und hatte 2 Tage üble Schmerzen. Ich bin mittlerweile sehr sicher, dass es die Leiste ist und das hat dazu geführt, dass ich mal so richtig schlechte Laune hatte. Richtig schlechte Laune ist bei mir selten und es geht jetzt auch gar nicht darum, dass ich nicht laufen kann. Ich ärgere mich und weiß nicht, über was ich mich mehr ärgern soll. Über mich, dass ich zur Therapie gegangen bin und zugelassen hab, dass an der Leiste gearbeitet wird? Über den Therapeuten, der es ausgelöst hat? Über den Arzt, der mich damals operiert hat und gesagt hat, ich werde damit nie mehr Probleme haben? Das frustriert mich wirklich. Meine OPs der letzten Jahre hab ich immer ziemlich gelassen genommen - unter dem Motto "Wird schon gutgehen." rein in den OP-Saal, raus, genesen - gut ist. Selbst die Schilddrüsen-OP, wo vieler meiner LeidensgenossInnen große Angst vor haben, hab ich recht gelassen genommen. Nun.. die Erfahrung hat gezeigt, dass OPs schief gehen können und dass ich jetzt wieder unters Messer muss (wenn sich das bestätigt), das ärgert mich einfach. Besser wird es doch nicht bei einer zweiten OP. Dienstag hab ich den Arzttermin und dann werden wir weiter sehen.

Um hier im Aufregemodus zu bleiben, rege ich mich auf, dass sich in unserem Ort eine Initiative gebildet hatte, die ein Bürgerzentrum errichten wollte. Es gab Leute, die die dafür geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung stellen wollten, schlaue Köpfe, die Fördergelder locker gemacht hatten und eine Gruppe an Menschen, die mit viel Herzblut und auch dem nötigen Verstand dies umsetzen wollten. Nachdem alle Gelder grundsätzlich genehmigt waren, hat die Stadtverwaltung nun zum Abgabetermin nicht alle Planungsunterlagen fertig gehabt. Die erste schlechte Nachricht war, dass dadurch das Projekt um fast 1 Jahr verzögert wird. In der Konsequenz aber haben die Eigentümer der Immobilie nun ihre Beteiligung am Projekt zurückgezogen (was ich durchaus nachvollziehen kann). Damit ist das Projekt gestorben und unser Ort, der ein Begegnungszentrum für Jung und Alt wirklich nötig hätte, ist darum bestohlen worden. Es ist für mich nicht begreiflich, dass die ehrenamtliche Initiative von Bürgern so zerschmettert wird. Sooo muss ich mich aufregen.

Da aber Aufregen ein schlechtes Karma mit sich bringt und überhaupt keinen Spaß macht, hab ich Kuchen gebacken... der ist dann mal gelungen und mehr dazu kann man hier lesen. Ich will mich jetzt nicht über die Tötung von Küken aufregen.

Schluss aber jetzt mit diesen negativen Gedanken. Ich werde mir gleich meine Stöcke schnappe und ein wenig durch die Landschaft walken. Vielleicht nehm ich mir das Rädchen auch noch an die Hand. Bewegung geht ja irgendwie immer.

Und zum Abschluss der ultimative Aufreger, den sicher die meisten seit vielen Jahren kennen.. 200 Puls

Stachelbeer-Baiser-Torte

Wer als Veganer behauptet, man vermisse nichts, der behauptet meines Erachtens nach nicht die Wahrheit oder horcht nicht genug in sich rein. Es ist in der Tat so, dass ich sehr wenig vermisse bzw. das Gefühl des Gewinns ob der vielen neuen Kochzutaten und Art der Gerichte überwiegt. Aber es gibt auch manche Dinge, da denkt man sich.. verdammt, das "kann" ich nie mehr essen. Ok, ich bin ein freier Mensch und ich könnte.. aber ich will nicht - nicht bei diesen Zutaten.

Als mir dann über die Redaktion Kochen ohne Knochen die verschiedenen Ei-Varianten von MyEy
vorgestellt und zum Testen ausgehändigt wurden, da war mir klar: Damit probiere ich meine wirklich einzige Vermisstorte, die Stachelbeer-Baiser-Torte. Und ... es klappte fast auf Anhieb. Nur einen Boden musste ich vernichten, weil ich zu ungeduldig war und einmal Baiser neu machen, weil es mir nicht steif genug wurde (Tipp: Den Zucker vorher zu Puderzucker mahlen).

Großartig, damit kann ich arbeiten.

Jetzt aber zum Rezept:

Für 2 Böden:

125g Margarine (hier Alsan)
4 Portionen Eygelb von MyEy (alternativ Volley oder alternativ sicher auch Sojamehl und Wasser)
125g Rohrzucker
1 Päckchen Vanillezucker
150g Mehl
2 TL Weinteinbackpulver

Für den Baiser:

4 Portionen Eyweiß von MyEy
200g Rohrzucker (fein gemahlen)
100g Mandeln gehobelt

Für die Füllung:

1 Packung Soyatoo SoyWhip (Schlagsahne)
2 Packungen Sahnesteif
2 Pck. Vanillezucker
1 Glas Stachelbeeren
3 TL Speisestärke
2 EL Rohrzucker

Aus den Zutaten für die Böden einen feinen Rührteig herstellen und gleichmässig auf 2 Springformen (26cm) verteilen. Wenn man nur eine in der Größe hat (so wie ich), muss man den Teig halt teilen und hintereinander backen.

Für den Baiser das Eyweiß nach Packungsanleitung aus Wasser und Pulver zusammen rühren und mit dem Zucker zu einer steifen Baisermasse auf höchster Stufe mit dem Schneebesen rühren. Das kann einige Minuten dauern.

Den Baiser auf den Teig (ebenfalls auf beide Böden) verteilen - dabei am Rand 1/2 cm Platz lassen - und jeweils mit 50g Mandeln bestreuen.

Bei 180° im Backofen 30 Minuten backen. Danach gut abkühlen lassen.

Die Stachelbeeren vom Saft trennen und diesen aber bitte auffangen. Den Saft mit der Speisestärke und dem Zucker verrücken und aufkochen lassen. Dann die Stachelbeeren in den Saft und nochmals blubbern lassen und dann abkühlen lassen.

Die abgekühlten Stachelbeeren auf einem der Böden verteilen (der Schönste für Oben aufbewahren). Dann die mit Sahnesteif und Vanillezucker aufgeschlagene Sahne auf die Stachelbeeren geben.

Jetzt der ultimative Trick: Den oberen Boden erst in 12 Stücke schneiden und die einzeln auf die Sahne legen.
Das hat den Vorteil, dass sich der Kuchen besser schneiden lässt. Jetzt für ein paar Stunden im Kühlschrank ruhen lassen, so dass die Sahne noch richtig fest wird und der Kuchen durchzieht - so schmeckt es am besten.

Der erste Aha-Effekt kam beim Auslecken der Schüssel des Rührteigs.. der Teig schmeckte wie früher - man schmeckte das Eigelb raus. Interessant. Der zweite Aha-Effekt kam dann, als die Böden im Backofen waren und sich echt ein Baiser entwickelte.. spannend.

Den Kritikern hier mal die Inhaltsstoffe von MyEy.. was richtig Schlimmes hab ich darin nicht gefunden, zumal es gegen ein durchaus kritisches Originalprodukt ansteht. Eier sollten ja bekanntlich aus gesundheitlichen Gründen nicht zu viel gegessen werden. In der aktuellen Kochen ohne Knochen gibt es einen Check der Nährwerte, wer mehr wissen will.

Eigelb (der typische Eigeschmack, den ich wahrgenommen hab, wird aus dem Schwarzsalz kommen)
Zutaten: Maisstärke*, Lupinenmehl*, Maltodextrin*, Steinsalz, Gelbwurzpulver*, Schwarzsalz*, Geliermittel: Xanthan und Johannisbrotkernmehl*, Weißer Pfeffer gemahlen*, Aroma-Extrakt: Paprika. (* = aus kontrolliert biologischem Anbau, EU / Nicht-EU Landwirtschaft)

Eiweiß:
Zutaten: Maisstärke*, pflanzliche Eiweißquelle (Kartoffeleiweiß, Erbseneiweiß, Lupinenmehl), Steinsalz, Geliermittel: Xanthan und Johannisbrotkernmehl*, Speisesoda, Schwarsalz, Weißer Pfeffer gemahlen*
(* = 75,6% der landwirtschaftlichen Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, EU / Nicht-EU Landwirtschaft)

Zum Schluss noch ein paar Sätze zu Eiern: Auch nach fast 6 Jahren vegan sein, werde ich noch oft gefragt, was an Eiern denn so schlimm ist. Wenn man doch beim Bauern des Vertrauens kauft und die Hühner unter guten Umständen leben, dann sei das doch keine Quälerei und nichts dagegen einzuwenden.

Doch!!! 50 % der Küken, die auf die Welt kommen, werden lebendig geschreddert oder vergast. Warum das? Weil sie männlich und damit für die EierPRODUKTION unbrauchbar sind. Zwar arbeitet man gerade wohl mit Hochdruck an sogenannten Hybridhühnern - also Hühnern, die sowohl für die EierPRODUKTION taugen als auch für die FleischPRODUKTION. Allerdings ist das noch nicht rund. Bis dahin werden die Küken, die eben keine Eier legen und auch nicht zur FleischPRODUKTION taugen auf grässliche Weise vernichtet. Ich erspare Euch die furchtbaren Filme, die es dazu gibt - aber man braucht sich einfach nur vorstellen, wie so ein flauschiges, gerade geschlüpftes Küken über ein Förderband mit vielen anderen Genossen in den Schredder fällt.. schon seltsam, was wir so betreiben.

Aber ich will ja keinem den Appetit verderben... lecker Stachelbeer-Baiser gibts heute auch im LALELI... in Solingen.

Samstag, 14. Februar 2015

~ Da braucht man schon ne gewisse Kondition... ~

... wenn man Karneval feiern will.

Und das will ich jedes Jahr - nicht so wie früher alle Tage durch. Aber Donnerstag und Freitag sind Pflicht und ich liebe alles daran

Muffins passend zum Kostüm
  • die Vorbereitung mit "Mett" und "Eiersalat", "Frikadellen" und Gebäck sowie Suppe für den Tag danach
  • die Kostümfinderei
  • die schon traditionelle Party in Köln mit mittlerweile vielen lieben Gesichtern, die man jedes Jahr trifft
  • die Hektik, wenn wir wieder nicht pünktlich fertig geschminkt sind
  • das Sichern des richtigen Tisches, um das Fässchen zu platzieren
  • das Tohuwabohu, das in unserer Wohnung herrscht, die sonst immer recht ordentlich daher kommt
  • das Kontrollieren nachts, ob auch alle daheim angekommen sind und auf ihren Plätzen liegen
  • das Frühstück am nächsten Morgen und das Revue passieren lassen, was man am Abend vorher erlebt hat
  • die mittagliche Suppe mit dem ersten Kölsch anbei
  • das erneute Fertigmachen, um den Zug zu schauen
  • die Beute den Kindern in die Taschen stecken
  • das Kölsch mit den Nachbarn und Freunden am Zugweg
  • das Aufwärmen und den Kaffee danach, um sich dann wieder zum Feiern aufzumachen
  • das Tanzen, bis man dann erschöpft den Heimweg antritt
  • das Brötchen mit "Mett" vor dem Zubettgehen 
  • das erneute Frühstück am nächsten Tag ... s.v.
  • das Durchfegen, um die Wohnung wieder in den Ursprungszustand zu bekommen
So ziehen wir los in diesem Jahr - einen Namen gibst für das Kostüm nicht - inspiriert war ich eigentlich durch die Backerei und im Ursprungsgedanken war das auch Thema im Kostüm - auf den Röcken sollten Keksausstechförmchen sein - und es sollten sowas wie Punkrockkecksbackmädchen werden - ok, das kommt nicht ganz rüber aber wir haben uns wohlgefühlt. Das Kostüm für Weiberdonnerstag muss immer folgende Prämisse haben: Luftig (es ist immer warm auf der Party), tauglich für derbe Schuhe (sonst aua Füße) und möglichst nichts auf dem Kopf (sonst Kopfschmerzen). Hat geklappt.

Am nächsten Morgen mit viel zu wenig Schlaf und einem Kölsch zu viel, hab ich mir dann meinen Patenhund geschnappt und bin 3km durch die kalte Morgenluft gegangen. Schön wars.



Danach war ich wieder fit fürs Frühstück und den nächste "Feiertag". Bei uns am Haus geht der Zug in unserem Ort fast direkt vorbei. Hier treffen wir Nachbarn und Freunde, sammeln fleissig für die Kids die Süssigkeiten, um die möglichst bei irgendwelchen Großeltern abzugeben und dann wieder nach Stärkung zum Feiern aufzubrechen.

So war das mal wieder in diesem Jahr. Jetzt sind alle weg, die Waschmaschine läuft und läuft und ich werde heute wohl früh in die Federn sinken.

Schön wars... auch wenn das viele meiner Leser mangels Rheinlandgen wohl nicht verstehen können... wobei ich immer Begleitung aus Hamburg hab, die Hamburger können das mit dem Feiern auch gut.

Morgen früh gibts nen Testlauf von 3-5 Kilometern. Ihr dürft Däumchen drücken.

Samstag, 7. Februar 2015

~ Diverses ~

Klar, wenn ich nicht laufe, dann schreibe ich auch weniger. Aber natürlich gibt es auch ein Leben abseits des Laufens.

Interessante Aspekte (ohne, dass es final geklärt ist) allerdings zu meiner Laufpause jetzt. Ich hatte ja berichtet, dass der Physio gesagt hat, dass mich der operierte Leistenbruch von vor 5 Jahren in der Hüfte ganz schief zieht. Nun hat er das Gewebe um die OP-Narbe bearbeitet, um es zu lockern. Nachdem ich die Schmerzen, die mich zur Laufpause zwingen, erst dem Piriformis zugeschrieben hab, kam ich zwischendurch ins Grübeln.

Zwischenzeitlich waren die (im Alltagsleben absolut aushaltbaren) Schmerzen nicht mehr eindeutig zuzuordnen und ich fürchtete, dass die Leiste wieder einen Bruch erlitten hat (ähnliche ausstrahlende Schmerzen). Es war für mich einigermaßen erschreckend, als ich sah/spürte, dass die Narbe, die über Jahre extrem wulstig war, auf einmal total glatt und eben ist.

Nachdem ich dem Physio gegenüber die Befürchtung geäußert hab, hat er weiter den Piriformis und den Gluteus Maximus bearbeitet und jetzt glaub ich dann doch eher wieder, dass das Problem daher kommt, es ist nämlich deutlich besser geworden.

Eigentlich wollte ich dann jetzt am WE auch mal nen Testlauf über 3km starten allerdings hat mich die aktuell grassierende Erkältungswelle nun doch erwischt, nachdem ich mich ne Weile standhaft geweigert hab. Gestern Mittag bin ich dann nach den ersten Anzeichen von Fieber direkt nach Hause gefahren und hab mich auf die Couch geschmissen. Wenn es so bleibt, wie es jetzt ist, hab ich mal wieder Glück gehabt und werde Montag arbeitgebergerecht wieder am Start sein. Blöd ist nur, dass wir heute Karten für den 1. FC Köln haben.. schade... aber dann haben die Jungs auch ne Chance auf Gewinn, da sie bisher immer verloren haben, wenn ich im Stadion war.

Hier ein kleines Mädchenthema. Meine Schwiegermutter hatte mir schon vor ner ganzen Weile zwei Ringe vermacht, bevor sie ins Altersheim umzog. So sind sie erhalten geblieben, weil ihr nämlich am hellichten Tag der komplette Schmuck dort geklaut worden ist (während sie schlief). Unglaublich sowas.. ist aber schon ne Weile her und sie hat es gut verkraftet.

Auf jeden Fall hab ich mir den Ring umarbeiten lassen, damit er meinem Geschmack und modernen Formen entspricht und ich bin hellauf begeistert. Upcycling im besten Sinne. Ich besitze keinen monetär wertvollen Schmuck aber dieser hier ist jetzt sehr wertvoll für mich. Ich bin total verliebt in den Ring.


Sonntag, 1. Februar 2015

Vom Lauch und dem Glück des Kreuzkümmels!

Lauch findet sich auch immer mal wieder in der Bio-Abo-Box und stellt mich regelmässig für Herausforderungen.
Wie Basta das schon besingt, weiß ich nicht so recht ob Lauch überschätzt wird und oft fristet es sein Dasein als Nebenfigur in einer Suppe oder einem Curry.

Aber heute - und deswegen muss ich mir das merken - gabs ein schnelles Lauchgericht, das echt mal lecker ist.

Lauch mit Austernpilzen, Kreuzkümmel und Mandelmussahne.

Die auf dem Bild abgebildeten Semmelknödel (aus der Packung) mussten weg - real würde ich das lieber mit Serviettenknödel machen, für die ich immer getrocknete alte Brötchen im Haus hab.

Also...hier I proudly present. Knödel auf Lauch-Austernpilz-Rahm.

Zutaten für 2 Personen:
  • 3 Stangen Lauch
  • 5 große Austernpilze
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel ganz
  • 1,5 EL Mandelmus
  • Wasser
  • Salz und Pfeffer

Lauch putzen und in Ringe schneiden, Pilze ebenfalls putzen und ich grobe Stücke schneiden. Beides im Öl scharf anbraten und mit Gewürzen versehen. Dann ca. 3-5 Minuten braten lassen, bis das Lauch einfällt. Mandelmus mit doppelter Menge Wasser aufmischen und als Sahne über das Gemüse gießen. Abschmecken....

Unbedingt Knödel dazu machen - selbstgemachte Serviettenknödel sind der Knaller in dem Zusammenhang.

Deshalb hier das Rezept noch dazu:
  • 200g Semmelwürfel  
  • 200-250ml Sojadrink 
  • 1 gehackte Zwiebel 
  • etwas Öl  
  • Petersilie 
  • Salz 
  • eventuell etwas Mehl 
Die Semmelwürfel (es empfiehlt sich, bei Erkennen der Nichtnutzung von frischen Brötchen, diese in Würfel zu schneiden, zu trocknen und in einer Papiertüte aufzubewahren) mit Salz und Sojadrink übergießen. Die Zwiebel in Öl anbraten und mit Petersilie zu den Brotwürfeln geben.

Die gut durchgezogene (mind. 10 Minuten) Brotmasse auf zwei Frischhaltefolien verteilen und zu Würsten formen. Das Ganze in Alufulie wickeln und in aufgekochtem Wasser leicht siedend 30 Minuten ziehen lassen (zwischendurch Wenden).

Die Serviettenknödel können direkt nach dem Kochen gegessen werden, schmecken aber noch besser, wenn sie erkaltet in etwas Öl angebraten werden.

    ~ Zeig mir, wo du wohnst ~

    Vor einigen Wochen (als ich noch laufen konnte *schnief), hatte ich euch ja gezeigt, wie es in der City aussieht, zu der ich postalisch gehöre.

    Klar war mir, dass ich in dem Zusammenhang bei nächster Gelegenheit auch mal zeige, wo ich herkomme.. ziemlich harter Kontrast.

    Laufend geht das nicht... aber Walken geht ja irgendwie immer.

    So ergab es sich, dass ich gestern schon um 8.00 Uhr in der Eifel eintrudelte, um mich erstmal vom Haupthaar her wieder richten zu lassen.

    Mein Vater chauffierte uns dann ein wenig in die ersten Hügel in die Eifel zu meiner Freundin Bine zwecks Kaffee und Hausbesichtigung. Von dort aus wollten wir dann bewaffnet mit unseren Stöcken starten, um die 10km Richtung Elternhaus zurückzugehen. Dass meine Mutter, die ne schlanke 7 vor ihrem Alter hat, das kann zeigt zum einen, wo ich meinen Bewegungsdran her habe und zum anderen, dass sie richtig fit ist. Bine begleitete uns ein gutes Stück und wird uns später noch als Reiseführerin gute Dienste erweisen.


    Die Fotos zeigen es, wir hatten Kaiserwetter. Endlich blauer Himmel und oben bei Bine liegt noch ein wenig Schnee. Das ist doch mal richtig schön. DAS ist der Ausblick aus ihrem Wohnzimmerfenster - ich bin gar nicht neidisch... nein.


    Ansonsten lass ich hier erstmal die Bilder sprechen...





    Was steht denn da für ein Bauwerk? Es handelt sich um die Bruder-Klaus-Kapelle. Die Kapelle ist erst vor ein paar Jahren errichtet worden - also lange Zeit, nachdem ich aus der Eifel weggezogen bin. Gelesen und gehört hatte ich schon viel davon. Nun konnte ich sie auch mal sehen und das hat sich gelohnt.



    Bine gab uns einen kleinen Abriß zur Entstehung und Architektur. Das hier folgende Foto zeigt den Innenraum, der zum Himmel offen ist.


    Auch als bekennender Atheist gabs ein Kerzchen anzuzünden mit den Gedanken an eine liebe Freundin in Canada, die gerade Schreckliches durchmachen muss. Für uns haben in den harten Zeiten auch viele Freunde Kerzen angezündet und es hat mir immer Trost gegeben, das zu wissen.


    Wir marschieren weiter und durchbrechen die Schneefallgrenze *lach* - auf einmal nur grün und blau.. aber es leuchtet endlich wieder, das Grün und das Blau. Hier sieht man schon den Billiger Wald, der zu meiner Heimat gehört und den wir (verbotener Weise) als Kinder druchstreift haben.



    Dieses Bild ist eigentlich gar nicht hübsch geworden und ich hab versucht, es irgendwie mit der Bildbearbeitung noch sehbar zu machen. Hier am Waldrand bin ich als Kind immer Schlitten gefahren - als ich gestern die Strecke sah, kam sie mir so kurz vor. Als Kind war sie viel länger. Mit Gummistiefeln (damals gabs noch keine Moonboots) sind wir den Weg bis zum Wald hochgestapft (auch der war gefühlt viel länger) und sind so lange mit den Schlitten den Hang runter, bis die Zehen so gefroren waren, dass es nur noch weh tat.


    Mein Vater hatte beim Ankommen schon die leckere Gemüsesuppe erwärmt und ich hatte auch prächtig Hunger nach den wunderbaren 10km - so, dass ich das obligatorische Foto vergessen hab.

    Natürlich ist der Vergleich Leverkusen zu Eifel unfair, zumal ich keine Gebäude fotografiert hab - aber so siehts da aus, wo ich herkomme. Für Läufer ein Träumchen und ansonsten auch.

    PS: Als ich bei meinen Eltern wegfahren und in meine Laufschuhe steigen wollte, erkannte ich sie nicht wieder. Hatte meine Mutter doch ihre und meine Schuhe schnell mal sauber gemacht - ich weiß jetzt nicht, was die Hokas gesagt haben aber es war definitiv deren erstes Reinigungsritual.