Sonntag, 14. Juni 2015

~ Wanderprise ~

Der Weltraum - unendliche Weiten... Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Wanderprise, das mit seiner 1 Mann starken Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Heimat entfernt, dringt die Wanderprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Genauer gesagt schreiben wir Sonntag früh 7:23 - dies sind die Abenteuer des Kölnpfades, Etappe 10.

Ich bin erstaunt, in diesen Gefilden war ich noch nie unterwegs. Halte ich mich doch nun schon 20 Jahre rund um Köln auf und hab einige Jahre hier ganz in der Nähe von Köln-Wahn gearbeitet. Aber bis auf den Schluss der Wanderung kenne ich nix.

Aber erstmal höre ich ein Rauschen von unbekannten Flugobjekten. Bei näherer Betrachtung sind es Unmengen an Hummeln und Bienen auf einer Blumenwiese. Das höre ich noch häufiger auf der Wanderung. Die feiern im Moment scheinbar Blütenfressfest und pudern ihre Beinchen mit so viel Blütenstaub, wie es eben geht.

Neben diesem schönen Gehöft...


 ...geht die Strecke erstmal ne ganze Weile hier lang. Geradeaus ist für die erste Hälfte der Wanderung sowieso angesagt. Mentale Härte - weniger für mich als für die Astronauten, die den Köln-Pfad Anfang Juli ablaufen - wie gesagt, gedanklich bin ich immer dabei.


Schön ist das hier noch nicht, das ein oder andere schwarze Loch wartet...


aber wenn man genau hinschaut, sieht man dem Dom. Und wo man den Dom sieht, ist immer schön.


Es ist 8.00 Uhr vorbei - jetzt darfs das erste Frühstück sein.


Vorbei an einem Golfplatz voller Wildgänsen und in der Ferne kann ich Dank des klaren Wetters das Siebengebirge sehen. So richtig weit von Bonn bin ich ja auch gar nicht weg. Die Wildkirschen am Rand locken schon mit erster Reife.. ob ich auch Kirschmarmelade kochen soll, frage ich mich.

Und das hier ist kein abstürzendes Flugobjekt sondern Modellflug - schön früh am Morgen mit lautem Motorengeräusch - keine Gefahr für mich, die Schutzschilde werden nicht zerstört.


Und dieses Panorama sehe ich schon seit Kilometern vor mir. Auf der anderen Seite des Rheins, auf den ich zulaufe, befindet sich die Erölchemie. Hier hat mein Vater viele Jahre gearbeitet. Heute ist das Shell und dafür bekannt, dass sie unbemerkt Kerosin ins Erdreich laufen lassen. Jetzt verfügt Wesseling über einen Kerosinsee - unterirdisch. Yipieh!


Aber von solchen Umweltschäden lassen wir uns nicht beeindrucken. Ich schaue lieber den Hummeln bei ihren Blumenbesuchen zu.


Die Brombeerbüsche auf dem Weg explodieren voller Blüten - so toll. Brombeermarmelade, lecker.

Aber erstmal den ersten "Berg" erklimmen. Der Rheindeich und jetzt gehts endlich kurvig und nicht auf Kilometern einsehbar daher.


Kleine Spargelköpfe schauen vorwitzig aus ihrem Beet - nicht mehr lange, dann ist es vorbei mit den weißen und grünen Stangen.


Und endlich, endlich ist er da, der Rhein. Laut Karte gehts jetzt die letzten 8 Kilometer am Rhein lang, ich freue mich drauf.


Mehr aber noch freue ich mich, dass jetzt endlich ein Waldstück kommt. Der Planet brennt doch ordentlich auf den Pelz.


Fremde Lebewesen kreuzen den Weg. Die Geschwindigkeit wird hier in Energiesparglühlampenlichtgeschwindigkeit gemessen. ;-)


Camper haben es sich im Waldgebiet bequem gemacht, was für Oasen so nah an der Stadt.


Und nach 19km komm ich in bekannte Gefilde das Wanderuniversums. Die Groov, eines der schönsten Naherholungsgebiete von Köln, ....


 ...winkt mir von weitem schon mit ihren Biergärten, Fachwerkhäuschen und engen Gassen zu.


Aber ich holte mir nur eine Fassbrause am Imbiss und genieße dazu mein zweites mitgebrachtes Frühstück.

Per Bus werde ich bequem in 9 Minuten zurück an den Ausgangspunkt gebracht. Wunderbare 19km - die ersten nicht schön aber interessant, die letzten wunderschön. - haben mir ein weiteres Bild über meine Stadt gebracht.

Ich bin froh, mit der Wanderprise das neue Universum erkundet zu haben.

To be continued.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    dazu fällt mir nur ein "Brücke an Captain: hervorragend navigiert!" :D

    Ist es nicht schön, dass "fremde Welten" nur 9 Busminuten von uns existieren?

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    1. Naja, das waren 9 Minuten Busfahrt plus 30 Minuten Autofahrt aber ich will nicht sagen, dass nicht 9 Busminuten von mir noch unentdeckte Welten existieren. Ich bin aber nicht sicher, ob ich die (in Leverkusen) wirklich finden möchte. :-)

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  2. Liebe Anja,
    toll, wie Du Dir Deine Umgebung neu erwanderst. Eine gute Idee!
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Liebe Bianca,

      ja, macht Laune, ich könnte heute direkt wieder los aber muss ja leider auch arbeiten. :-)

      Gruß
      Anja

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  3. Ui, 5 Jahre unterwegs? ;-) Ein abenteuerliches Leben führst du da in den schier unendlichen Weiten rund um Köln. Die Bilder davon gefallen mir wieder ausnehmend gut - dreimal darfst du raten, mit welchem ich mich besonders identifiziere. ;-)

    Viele Grüße
    Anne

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    1. Liebe Anne,

      glaub mir, ich hab dabei auch an Dich gedacht. Auf dem Weg waren unendlich viele Schnecken mit Haus unterwegs und ich immer bedacht, nicht drauf zu trampeln. Woran erkennt man eigentlich Weinbergschnecken? Bei uns ist ja weit und breit kein Weinberg.

      Gruß
      Anja

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  4. Auf den Fotos sehen die ersten Kilometer (oder gibt's von denen gar keine Fotos und deshalb?) eigentlich auch ganz schön aus. Wobei ich natürlich weiß, dass das mit den Fotos und der Realität (die ja auch länger dauert, wenn man sie abwandert) immer so eine zweischneidige Sache ist ;)

    Das Frühstücksfoto sieht schon SEHR appetitlich aus!

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    1. Liebe Lizzy,

      doch, das sind schon Fotos von den ersten Kilometern aber man bekommt ja die 360° nicht eingefangen. Am meisten störten mich aber die Schornsteine der Erdölchemie und die wenige Abwechslung fürs Auge - immer weiter durch Felder, immer die Shell im Blick. Am Rhein hatte man das "anders" gelöst - da marschierte ich Kilometer durch den Wald und hörte nur das Wummern der riesen Fabrik, konnte sie aber nicht sehen.

      Frühstück: Getoastete Finnenbrötchen mit Tsatsiki oder Gurkensalat, wie man möchte. Schmeckte auch gut. :-)

      Gruß
      Anja

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  5. Hallo Anja,

    so ein Bus ist zwar kein Beamer, aber da wollen wir mal nachsichtig sein, wenn's nur 9 Minuten waren. Wieder sehr interessant der Kölnpfad. Ich hoffe die ausserirdischen Schwanenboote waren dir freundlich gesinnt!

    Herzlichen Gruß!

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    1. Liebe Nido,

      boah, siehst Du? Da hab ich gedacht, dass sind einfache Schwanentretboote, dabei waren das Ufos... ich bin aber auch unaufmerksam.

      Gruß
      Anja

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  6. Liebe Anja,
    ist es nicht herrlich, das Universum vor der eigenen Haustür, pardon der intergalaktisches-Raumschiff-Schwebetür, zu erkunden? Und dann noch eine Schnecke in vollem Tempo zu erwischen ;-)
    Schöne Bilder, die einen schönen Wandertag wiedergeben, ich freue mich schon auf den nächsten Teil!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,

      ja, ich bin auch stolz, dass ich die Turbo-Schnecke festhalten konnte. Da musste ich schon flink mit der Kamera unterwegs sein. Nächster Teil folgt garantiert - hoffentlich bald. :-)
      Gruß
      Anja

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  7. Liebe Anja, macht richtig Spaß, bei deinen Ausflügen dabei zu sein, es ist alles sehr nah, sehr schön, dazu deine gute Stimmung, die sich überträgt, freue mich, dass du alles aufnehmen und genießen kann, das gelingt auch nicht jedem !!

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    1. Liebe Margitta,

      ich bin auch so froh, dass ich das kann. Ich bin zwar auch zwischendurch frustriert - weniger, weil ich andere Läufer sehe sondern mehr, weil ich halt einfach immer Schmerzen hab. Aushaltbar aber immer dabei. Das ist nicht schön. Aber ohne Gehen wirds auch nicht besser.

      Zwischenzeitlich genieße ich aber, was das Zeug hält. Das steht im Vordergrund. Meistens.

      Gruß
      Anja

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    2. Toll, andere würden den Kopf in den Sand stecken und nur jammern !

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  8. Liebe Anja,

    die Idylle lauert (fast) überall. Es ist nicht immer wieder überraschend und auch tröstlich wie schön es in unserem Land ist. Du reißt ja ganz schön Wanderkilometer ab. Berlin war ja auch nicht ohne ...

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      ja das stimmt, wir haben es schon schön hier und das in vielen Ecken doch so unterschiedlich. Du mit Deinen immer grünen Deichfotos, Anne und Rainer mit ihren schönen Mosel-Wein-Landschaften, Elke mit ihrer flachen Strecke und dem Kohlebergbau, Margitta mit Strand und Meer und so viele andere noch anders und ich mit meinem Rhein und dem Dom. Alles anders und alles schön.

      Gruß ins Grüne

      Anja

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  9. Ja Anja

    Diese Entfernungen schaffen Deine Eltern nur noch mit dem E-Rad.Aber toll wie Du das machst.Wir machen z.Z.Zeeland unsicher,auch ganz schön.
    Deine Eltern

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    1. Aber Ihr schafft sie und noch längere Distanzen mit dem E-Rad - das ist mal nicht zu unterschätzen. Viel Spaß an der See...

      Gruß Eure Tochter :-)

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  10. Liebe Anja,

    wieder eine interessante Tour, wieder sehr schöne Fotos. Vielen Dank für Deine wunderbaren Impressionen aus dem Kölner Land!

    Liebe Grüße
    Rainer 8-)

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    1. Lieber Rainer,

      vielen Dank und gerne geschehen. Falls Du Dich auch mal auf den Kölnpfad wagst (natürlich dann in einem Rutsch durch) kann ich Dir vorher sagen, wo die Tücken sind. :-)

      Gruß
      Anja

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