Sonntag, 12. Juli 2015

~ Kölner Lichter ~

Nein, wir haben unseren Vorsatz nicht geändert.

Vor einigen Jahren ... räusper... also vor 9 Jahren hat es mich mal morgens früh mit dem Rad in die Kölner Altstadt getrieben. Zufällig am Tag nach den Kölner Lichtern. Und das, was ich da vorfand an Müll und auf den Wiesen schlafenden Schnapsleichen hatte mich doch mächtig beeindruckt. Es gab auch damals einen Blogeintrag dazu aber das erstellte Video ist nicht mehr online.

Das wollten wir uns heute früh noch mal anschauen - der Wecker klingelt um 5.00 Uhr. Ich schaffte es auch aus dem Bett aber mein Bester war beim besten Willen nicht aus den Federn zu bekommen. Egal, Schlaf ist wichtiger als Fotos.

Um 8.00 Uhr waren wir dann aber doch auf der anderen Rheinseite. Meine Hoffnung, noch viel Reste vorzufinden, war nicht groß. Wusste ich doch von damals, dass die Kehrmännchen sehr früh das Räumen anfangen.

Also rechtsrheinisch Parken und den Klassiker unter den Köln-Fotos auf die Linse bringen.


Die finden ihr Liebesschloss unter den Tausenden auf jeden Fall wieder.


Auf der anderen Seite angekommen, sehen wir dass die Altstadt schon fast wieder blank gefegt ist. Wie vermutet.

Aber überall, wo irgendwelche Lücken und Abstellmöglichkeiten sind, finden sich noch die Reste. Noch nicht gefunden von den fleißigen Flaschensammlern und Kehrmännchen.



Noch kräftig dabei aber der Feierabend naht hoffentlich schon.




Das Bild amüsiert mich stark - bitte unbedingt draufklicken, sonst erkennt man es womöglich nicht. Pegel hoch - aber nicht am Rhein. :-)


Das sind nicht die einzigen, die auf den Wiesen schlafen, obwohl drumrum schon das Leben wieder im Gange ist. Und schaut hier mal, was die Flaschensammler für ganze Arbeit geleistet haben.


Da muss man sich zwischendurch auch mal ausruhen. Der ein oder andere Flaschensammler, den wir unterwegs trafen, hatte wohl auch zu viel der Reste getrunekn.


Ich stelle mir aber die Frage der Logistik. Wie bekommen die das ohne Auto weg und wer nimmt das alles an? Aber lohnen wird es sich auf jeden Fall.

Und für alles außerhalb der Flaschen gibt es diese riesigen Staubsauger - was für ein Müll, was für ein Gestank.


Nachdem wir uns rund um den Bahnhof Luft anhaltend aus dem Urinbecken entfernt haben, wartet auf dem Aufgang der Hohenzollernbrücke (diesmal andere Seite) das Abpumpfahrzeug der Dixie-Toiletten. Boah, lecker. Also das Gemisch von Urin, Dixie-Klos und Erbrochenem auf wohlgemerkt nüchternem Magen ist ein wenig grenzwertig.

Ob hier jemand mit Gewalt sein Liebesschloss entfernt hat...


oder nur jemand dieses Bild freischneiden wollte...





ist ungeklärt. Aber der Weg über die Brücke trotz der olfaktorischen Überforderung hat sich hiermit gelohnt.

Obwohl wir während der ganzen Strecke nichts angefasst haben, müssen wir uns beide vor dem Frühstück in der Rosenzeit gründlich die Hände waschen.

Nein, Kölner Lichter werde ich wahrscheinlich nie sehen.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    du schaffst es, sogar aus diesen Szenen noch schöne und faszinierende Bilder zu machen -wow! :)
    Das Ausmaß der "Verwüstung" gibt einem aber schon zu denken. Was Menschen heute so unter "feiern" verstehen....

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    1. Oh Danke. liebe Doris. Und das ist noch nix im Vergleich zu Karneval. Wobei ich ja gerne und regelmäßig Karneval feier. Aber ich lass weder meinen Müll irgendwo stehen noch unter mich gehen noch spucke ich in die Ecken. Bei aller Liebe zu einem gepflegten Kölsch - aber das Kampftrinken werde ich wohl nie verstehen. Interessant - es war Glasverbot (wie auch an Karneval) in der Altstadt. Da sieht man anhand der Flaschen (und das war nur einer von vielen Flaschensammlern), dass man das gar nicht kontrollieren kann.

      Vielleicht lädt mich ja mal jemand auf eines der Schiffe ein - Karten für mehre Hundert Euro sind mir zu teuer - dann werde ich mir die Kölner Lichter auch anschauen. :-)

      Gruß
      Anja

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  2. Hat schon was sehr Morbides, liebe Anja, toll in Szene gesetzt - vor allem der zu hohe Pegel und die Flaschenflut! ;-) Angucken mag ich mir das auf deinen künstlerischen Fotos sehr, sehr gern. Erleben möchte ich es glaube ich nicht, allein der Gerüche wegen!

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,

      man fühlt sich an manchen Stellen der Stadt schon mit schmutzig. Aber es war auch wirklich schon viel aufgeräumt. Die Gerüche phasenweise wirklich nicht schön aber natürlich auch nicht in dem kompletten Bereich. Vielleicht doch ein Glück, dass wir so spät dran waren. Im übrigen waren immer noch ein paar letzte Nacheulen zugange - unglaublich.

      Gruß
      Anja

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  3. Morgens in der Großstadt. Alles schläft. Nein, fast alles.
    Trotzdem eine grandiose Stimmung bevor das Leben wieder erwacht!

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    1. Naja, es waren doch schon viele Leute unterwegs - auch Läufer. ;-) Aber im Verhältnis zur Nacht davor dann eher wenig. Morgens um 6.00 Uhr ist es echt noch besser. Generell.

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  4. Ist das sowas wie "Rhein in Flammen"?

    Das zerschnippelte Brückengeländer ist vermutlich Kollateralschaden einer Schedung - meiner Meinung nach sollte wirklich JEDER bei Trennung oder Scheidung so ein Schloss grundsätzlich wieder entfernen müssen :)

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    1. Sagen wir mal so - Rhein in Flammen in groß... muss wohl gigantisch sein. Habs gestern noch mal gehört - das größte Höhenfeuerwerk von Europa.

      Und ja, da ist wahrscheinlich einem gehörnten Ehemann die Sicherung durchgebrannt. Aber so lang man nur Gitter zerschneidet.

      Und was die Entfernung angeht - da findet man ja nix mehr wieder.

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  5. Liebe Anja,
    nach Deiner Andeutung in meinem Blog war ich schon sehr neugierig auf Deinen Bericht! Du hast die Stimmung wunderbar eingefangen. Und danke halleluja dass es kein Geruchs-Internt gibt ;-)! Ich hatte mir die Lichter abends im TV angesehen, muss sicher toll sein, aber die Menschenmassen... Ich las, dass der Deutzer Bahnehof mehrfach gesperrt werden musste... Da hattet Ihr es deutlich ruhiger!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,

      gruselige Vorstellung, mit so vielen Leuten gleichzeitig die Heimreise anzutreten. Neee... nix für mich. Lieber the day after - trotz "Geruch".

      Gruß
      Anja

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  6. Da kannst Du jede Festivität rund um den Globus nehmen. Das sieht danach immer und überall so aus. Deswegen also explizit die Kölner Lichter zu meiden bringt da gar nichts, wie Du ja auch vom Karneval weißt.

    Am meisten amüsiert mich noch das Loch im Zaun. Das kommt dabei raus, wenn man meint sein Liebesglück auf solche Art und Weise verewigen zu müssen. Bei der rabiaten Vorgehensweise hat es ja auch gleich noch so manch anderes Zeugnis trauter Zweisamkeit erwischt. Hach wie tragisch aber auch.

    Deine Fotos sind aber allesamt Bombe. Speziell das erste weckt schönen Erinnerungen an vor ein paar Wochen :-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      das Bild auf den Dom mit der Brücke ist wirklich ein Klassiker. Es gibt nur noch ein Panorama, das ähnlich ist, nämlich nachts von den Rheinterrassen ebenfalls auf den Dom aber noch mit dem Müllsack (also dem blauen Musicalzelt) davor.

      Gruß
      Anja

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  7. Gut, dass es keine Geruchs-Internet gibt. Mir wurde bei Lesen schon ein wenig flau.
    Deine Fotos sind wieder toll geworden. Und wo gefeiert wird, sieht es hinterhier immer durcheinander und wild aus - tatsächlich auch nach einer Gartenparty im eigenen Garten. Auch dort ist hinterher Aufräumen angesagt. In kleinerem Stil halt, und Bierleichen müssen wir auch nicht aufsammeln. Egal welcher Pegel, geschlafen wird dann doch zu Hause.

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    1. Liebe Bianca,

      also ich hatte phasenweise auch Mühe - aber wo kein Frühstück, da auch ... Du weißt. :-)

      Ja, die Partyüberreste kenn ich ja aber aber nach so einem Event ist das schon besonders.. besonders eklig oder so. Ich meide an Karneval die Altstadt auch und umgehe sie großräumig. Auch in anderen Stadtbereich ist es fies - aber hier immer besonders

      Gruß
      Anja

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  8. Liebe Anja,

    gab schon Erfreulicheres, Schöneres in deinem Blog, wovon du berichtet hast, aber auch das gehört zum Leben - leider, ich habe alles gerochen, die Reste in den Bierflaschen, den Urin, den Müll.

    Bei uns dienen den Flaschensammlern die Einkaufswagen von den Lebensmittelgeschäften, die sie dann auch dort " entsorgen " - meist beschädigt - oder vom Grillen angebrannt - dort, wo sie gerade lustig sind.

    Ach ja, einige Stellen sind auch mir sehr bekannt..........Danke für die Impressionen !

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    1. Liebe Margitta,

      Du kannst durchs Internet riechen? Buah.. ansonsten mag ich ja auch wirklich mal gerne die unschönen Seiten festhalten und davon gibt es in Köln eben auch genug.

      Das mit den Einkaufswagen gibts hier auch aber die Flaschenanzahl ist so hoch und die müssten von der Altstadt aus eine riesen Entfernung bis zum nächsten Supermarkt zurück legen. So schnell wird sich dieses Mysterium für mich nicht klären.

      Gruß
      Anja

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  9. Liebe Anja,

    du bist ja wirklich hart im Nehmen auf der Suche nach dem perfekten Foto und siehe da die Flaschen des Flaschensammlers sind doch recht schön gworden.
    Ich habe mal gelesen, dass in Paris mittlerweile die Schlösser entfernt werden und schlösserfeindliche Brückengeländer angebracht. Das finde ich ganz gut - die Schlösser finde ich ein bisschen eine Unsitte wie Grafiti. (Und wer will schon zusammensein nur weil man den Schlüssel weggeschmissen hat? Oder gar das Geländer rausschneiden müssen wie auf deinem Foto.)

    Herzlichen Gruß!

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  10. Liebe Nido,

    in Köln gehören die Liebesschlösser ja irgendwie mit zum Stadtbild und werden touristisch "verwertet". Ich kann aber auch gut verstehen, wenn sich Städte dagegen wehren. Wenn das Überhand nimmt und überall zu sehen ist, ist es auch nicht mehr schön. Hier, so konzentriert an einer Brücke und so viele ist es auf jeden Fall etwas Besonderes.

    Gruß
    Anja

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