Samstag, 1. August 2015

~ In 80 Tagen um die Welt ~

.. oder in 9 Etappen rund um Köln.

Nun, das ist jetzt auch nicht wirklich ne Überraschung. Ich habs getan, ich habs geschafft. Ich hab Köln umrundet. Den Kölnpfad hab ich voll gemacht. 171 Kilometer, ich schätze mal, dass es 34 Gesamtstunden waren.

Das Beste an der heutigen Tour war, dass ich von zu Hause losgehen konnte. Mit den Resten vom gestrigen Besuch die Stulle gemacht und etwas verspätet (weil es gestern spät war) auf den Weg gemacht.

Als ich zum Rhein komme, kreuzt gerade ein Schiff, also ein Kreuzfahrtschiff und die Schwäne wackeln lässig auf den Wellen. Die Fähre.. nun ja, neben Roberta wohl einer meiner meist fotografierten Objekte. Hier muss ich rüber.. da ist er direkt, der Kölnpfad.



Ich wandere - 2m neben dem offiziellen Pfad aber eben deutlich tiefer - an der Hochwasserschutzmauer lang, immer den Rhein im Blick.


Rüstige Renter auf rostigen Rädern (nun ja, das rostig ist natürlich Quatsch, liest sich aber besser) radeln fröhlich an mir vorbei.

Einmal ein Foto meines Lieblingsgartens. Nicht ansatzweise kann ich dieses tolle Arrangement im Foto festhalten. Wie viel Liebe und Arbeit steckt darin.


Die vor Wochen ausgebüxten Pferde sind wieder sich auf ihrer Weide.

 
Diese schöne Kirche ziert Rheinkassel - wirklich malerisch hier an der anderen Seite des Wassers.


Ein wenig später komme ich am Campingplatz vorbei und wundere mich über die dunkel gekleidete Frau, die hier lang geht - das Amphi-Festival - also das Kölner Festival der Gothic Fans - fand doch letzte Woche schon statt. Der Campingwagen mit dem Aufdruck "Mittelalter-Märkte" fällt auf und schon sehe ich mittelalterlich gekleidete Personen an ihren Zelten. Oha... hier scheint was zu Gange zu sein. Dass das meine Wanderpläne ein wenig behindern wird, ahne ich an der Stelle noch nicht.

Und dann ist unser Sorgenkind auch schon wieder im Blick, die Leverkusener Brücke. Hier biege ich ab Richtung Fühllinger See.


Mit Blick auf Maisfelder, den Ford-Werken und den großen Schildern die mich aufklären, dass hier scheinbar ein großes Mittelalter-Festival am Fühlinger See stattfindet. Ok, das erklärt ein wenig etwas.

Am See angekommen, begrüßen mich auch hier die weißen Wasservögel.

So.. oder


so!


Von allen Seiten strömen teilweise kunstvoll (teilweise billig) verkleidete Menschen Richtung See.. das scheint was Größeres zu sein.

Und hier sieht man erste Ausläufer - Zelte für das Mittelalter-Festival... Problem: Das da an den Zelten ist der Kölnpfad, also MEIN Weg.


Dem folgend laufe ich dann irgendwann an Absperrgitter und muss meinen Weg verlassen - hier komm ich nicht rein.

Erstmal aber folge ich dem Strom und überlege, einfach Eintritt zu bezahlen und meinen Pfad hier lang zu laufen. Bietet sicherlich Interessantes und viele Fotomotive. Aber die Schlange ist mir deutlich zu lang.


Also gehe ich längs der Gitter und fotografiere durch die Gott sei Dank großen Zwischenräume. Hier kann man ein wenig erahnen, wie riesig die Fläche des Festivals ist.


Zwischenzeitlich komme ich an mehreren anderen Eingängen lang, die anscheinend Insider-Wissen benötigen. Hier ist nix los und ich kann einen Blick auf die Eintrittspreise erhaschen. Ok, 20,00 Euro für einen Spaziergang wäre mir dann wohl auch ein wenig viel gewesen.

Und so passiert es, dass einem mitten im Wald irgendwelche Phantasiefiguren, Mägde und ihre Kinder oder auch düster gekleidete Gestalten begegnen. Bezahlt hab ich ja nix aber bekommen hab ich viel - nur nicht meinen Kölnpfad sondern die Pferderennbahn durch den Wald - lässt sich nicht so klasse gehen. Geschätzte 2km ist der Umweg.

Mein Restepicknick aus über gebliebenem Baguette und Tofu Rosso. Kaut sich am Tag 1 nach Backtag etwas schwerer, schmeckt aber noch.


Lange, noch lange verfolgt mich die Musik vom Fest, als ich durch die Grünanlagen des Pfades laufe.


Aber auch irgendwann ist die schönste Grünfläche vorbei und - die Gegend kenn ich ja gut - es muss zwangsläufig Industrie auf mich warten. Wenn sie aber so schön riecht wie der Bereich um die Großbäckerei, dann lässt sich das verknusern.

Dafür bekommt man aber auch so etwas zu Sehen... 


Oder so etwas...


Und dann auch noch der Blick auf Aspirin-City!


 Über die Brücke des Niehler Hafens in diesen rein bzw. an diesem lang.


Gibt auch das immer guten Perspektiven für ein Foto.


Während sich hinter den Auen die Leute bei dem schönen Wetter ein Sonnenplätzchen suchen. Bloß nicht schwimmen gehen... bitte.


 Über die Mülheimer Brücke, dem Dom hier schon recht nahe, gehts jetzt wirklich dem Ende zu.


Noch den Touristen auf ihren Bötchen auf den Kopf spucken und noch mal das Kölnpfad-Zeichen ablichten.


Und schon bin ich am Kiosk, mit dem meine Wanderung anfing. Hier warte ich sage und schreibe ne 40 Minuten auf mein Heimtaxi. Aber das ist eine andere Geschichte.


Nun ist der nach meiner letzten Etappe von ca. 20km vorbei - der Kölnpfad. Viel Spaß hat er mir gemacht. Es wird mir hier in der Gegend nicht an weiteren Wanderpfaden mangeln aber es war mir eine große Freude, diesen hier um meine Lieblingsstadt zu gehen. Nicht jede Ecke war schön aber gesamt eine Wanderung, die deutlich grüner und schöner ist, als man sie bei einer Großstadt erwartet.

Und so gilt... seid morgen wieder dabei, wenn es heißt: "Heute ist Wandertag". Diesmal dann aber im Bergischen Land.

Kommentare:

  1. Hallo Anja,

    nein nicht wirklich überraschend - aber trotzdem sehr schön, dass du den ganzen Pfad gelaufen bist und uns mitgenommen hast. Diesmal finde ich die Industrieromantik im Hafen recht nett. Und zum Glück ist der Dom ja auch wieder dabei!

    Herzlichen Gruß!

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    1. Liebe Nido,

      die Industrieromantik im Hafen ist in der Tat schön. Mein Bester und ich waren da vor 2 Jahren schon mal fotografieren. Zum einen hat man diese Brücke und kann in den Hafen schauen, zum anderen türmen sich längs des Wegs Container über Container. Auf der anderen Seite der Straße sind dann die hübschen Auen und schöne Strände am Rhein. Das hat was. Einzig die armen LKW-Fahrer, die es am WE nicht von den deutschen Straßen geschafft haben und dann gezwungenermaßen dort ihr Wochenende verbringen, die tun mir echt schon leid. Aber lieber hier als an irgend einer Raststätte.

      Gruß
      Anja

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  2. Liebe Anja,
    ich hab den Dom wieder gefunden! ;D
    Super, dass du deine Umrundung abschließen konntest! :)
    Wieder bin ich sehr beeindruckt, von den großen Unterschieden, die sich auf deiner Strecke immer wieder auftun... und das du sie so wunderbar mit der Kamera einfangen kannst! Ich freu mich auf morgen! :)

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    1. Liebe Doris,

      ja die Unterschied bei einer solchen Stadt sind schon immens. Die "Erfinder" der Strecke haben sich sichtlich Mühe gegeben und der Weg führt wirklich fast ausschließlich durchs Grüne mit wenigen Ausflügen durch meist sogar recht putzige Dörfer oder eben längs des Rheins. Aber an der Stelle gib es einfach zwischen Grün und Rhein nur Industrie, da muss man dann im wahrsten Sinne des Wortes durch. Das Dilemma hab ich auch jedes mal, wenn ich mit dem Rad in die Stadt fahre - irgendwo muss ich an irgend etwas hässlichem vorbei.

      Gruß
      Anja

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  3. schon vorbei?! :`-( Aber kommt ja was neues :o)

    Die Zeiteinheit "eine halbe Stunde vierzig Minuten" finde ich interessant!

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    1. Liebe Lizzy,

      kommt ja immer was neues. Oh.. die Zeiteinheit ist natürlich Quatsch. Ich hab erst ne halbe Stunde geschrieben aber da ich so entrüstet war, musste die Wahrheit her, nämlich 40 Minuten. Muss ich korrigieren.

      Gruß
      Anja

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    2. oh . ich dachte, ich wäre auf einen "Insider" gestoßen. Dabei war`s nur ein Einfügefehler. So simpel sind die Dinge ja meistens ;)

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  4. Liebe Anja,
    ich fands ein klasse Projekt, einmal rund um die Domstadt. Und ich hätte nie gedacht, dass es dabei so viel Interessantes zu sehen und erleben gibt. Also herzliches Dankeschön nochmals fürs Mitnehmen!
    Gibts eigentlich auch so einen Pfad rund um D'dorf...?
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,

      kein Danke fürs Mitnehmen, schön, dass Ihr alle dabei gewesen seid.

      Damals vor 5 Jahren, als Herr Andrack den Köln-Pfad feierlich eröffnete und der WDR das in der Aktuellen Stunde zeigte, hatte ich mir vorgenommen, den mal zu gehen. Nun ja, manche Projekte dauern eben. Wäre meine Laufpause nicht, hätte ich das wohl auch nicht gemacht. Ist ja immer alles für irgendwas gut.

      Bzgl. D'dorf hab ich gerade mal gegoogelt. Es scheint keinen Rundwanderweg zu geben, wobei das landschaftlich sicherlich auch interessant wäre. Man würde ja das Bergische (Mettmann, Solingen) etc. mit einbeziehen können. Es gibt einen Düsseldorfer Weg - vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten. Klingt gar nicht uninteressant.. aber.. da kann man ja nie den Dom sehen. ;-)

      Gruß
      Anja

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    2. Liebe Anja,
      also ich wusste vorher gar nicht, dass es diesen Pfad überhaupt gibt! Insofern sind 5 Jahre "Anlauf" ja quasi nichts.
      Stimmt, der Düsseldorfer Osten hätte doch sicherlich etwas zu bieten. Und Du wärst ja nach der Köln-Umrundung geradezu prädestiniert, Vergleiche zu ziehen. Insofern würde ich da auf eventuellen Domblick mal vorübergehend verzichten. Und für akute Notfälle könnte man ja ein Kölsch im Rucksack dabei haben ;-)
      Liebe Grüße
      Elke

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  5. Liebe Anja,
    was - schon rum? Ich habe Dich sehr gerne begleitet auf Deiner Tour rund um Köln. Interessant und abwechslungsreich war das. Und tatsächlich grüner, als man erwarten würde. Die Fotos von Deiner letzten Etappe sind wieder klasse. Ok, manche Motive...
    Ich freue mich schon auf Deine weiteren Wanderbericht, die mir Lust machen, unsere Gegend auch auf diese Art zu erkunden. Bald hole ich mir mal eine Wanderkarte. Hier gibt es nämlich auch einige Wege, die es abzuwandern gäbe. Mal schauen, ob ich das hinbekomme.
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Liebe Bianca,

      es ist ein schöner Ausgleich zum Laufen bzw. Ersatz, wenn es denn nicht so richtig läuft. Also an den Tagen, an denen ich die langen Wanderungen mache, fehlt mir das Laufen gar nicht.

      Ich glaube, wenn es hier so schöne Wanderwege gibt, dann gibt es die überall. Also los.. Schuhe schnüren und ab. :-)

      PS: Ein weiterer Vorteil bei Wandern... man kann zwischendurch essen. :-)

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  6. Liebe Anja, warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah ? Eine berechtigte Frage, die früher schon andere vor uns stellten. Du hast es geschafft, und das Beste, wir waren dabei, Danke fürs Mitnehmen.

    Da du keine Urkunde, geschweige denn eine Medaille für diese Tour erhalten hast, überreiche ich dir virtuell die Belohnung, die du dir verdient hast und lege sie dir über dein holdes Haupt - gut gemacht !

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    1. Liebe Margitta,

      schön, dass Ihr mich begleitet habt. Und stimmt, man muss gar nicht so weit weg - gestern im Bergischen gewesen. Bericht folgt diesmal auf eine etwas andere Art. Auch wunderschön (außer die blöden Bremsen).

      Danke für die virtuelle Belohnung. Stimmt... ich muss mal an den Eifelverein schreiben, ich hätte da gerne ne Urkunde. :-)

      Gruß
      Anja

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  7. Super gemacht, stolze Anzahl an KM, die sicherlich nicht alle die schönsten, beziehungsweise angenehmsten waren. Aber danke, dass du berichtet hast - ich bin schon lange neugierig auf Köln, und da hast du das Fernweh wieder ein bisschen abgestaubt :)

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    1. Liebes Bummelfräulein,

      wie man meinem Blog entnehmen kann, liebe ich ja Köln. Köln ist wohl nicht die schönste Stadt aber die herzlichste. Wenn Du mal vorbei kommst, gib Laut, dann kann ich Dir ein paar Tipps geben - auch für schöne Laufstrecken.

      Gruß
      Anja

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  8. Wie gut ist denn der Weg ausgeschildert? Kann man ihn auch laufend zurück legen? ;)
    Also falls ich in 10 Jahren mal verrückt geworden sein sollte :D

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    1. Ähm, also.. Du kannst schon im nächsten Jahr verrückt sein. Vielleicht als Staffel? :-) https://koelnpfad.wordpress.com/

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  9. Hallo liebe Anja,

    herzlichen Glückwunsch zur Kölnumrundung! Und danke, dass wir auf alle Etappen dabeisein durften. Es hat Spaß gemacht.

    Mein Top-Bild des letzten Abschnitts ist die Briefkastenparade :-)

    Mit dem Mittelaltergedöns kann ich selber nicht viel anfangen.

    Was kommt nun als nächstes bei Dir? :-))

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Volker,

      freut mich, wenn es nicht nur mir Spaß gemacht hat.

      Ich kann auch mit dem Mittelaltergedöns nicht viel anfangen aber ich hätte die Stände schon gerne gesehen. Ich erinnere mich an einen Mittelalterweihnachtsmarkt, den es lange gab und da hatte ein Stand ein Reis-Gemüse-Gericht in Kohlblättern serviert, das hab ich damals schon gerne gegessen, ohne überhaupt über vegan nachzudenken. Das hätte ich mir gegönnt, wäre ich aufs Gelände gekommen.

      Was kommt jetzt? Sonntag war ich schon im Bergischen unterwegs (dazu gibts wahrscheinlich noch nen Gastbeitrag) und ich denke, dass ich das Bergische bis auf weiteres erkunden werde.

      Gruß
      Anja

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  10. Zu diesem Mittelalterfestival fällt mir nur die Bewerbung von Jessica Schober für den Job als Burgenbloggerin auf Burg Sooneck ein: „Ich liebe Regionales. Ich liebe Menschen. Ich liebe abgelegene Orte. Ich liebe dieses mich Einlassen. Ich liebe Erzählen. Ich finde Mittelalterfestivals kacke.“ Sie bekam den Job!

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    1. Haha.. sehr schön! Aber man muss ja auch nicht allem etwas abgewinnen können. Ich denke immer, so lange es keinem weh tut und Leute Freude dran haben, ist doch alles gut. Ok.. bei Helene Fischer sehe ich das anders, es gibt auch Grenzen. Aber ansonsten... ;-)

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  11. Done! :-)

    Ein schönes "Projekt" hast du da abgeschlossen, liebe Anja, und auch wieder faszinierende Bilder mitgebracht. Wo keine Natur ist, bietet sich eben Industrieromantik, die auch ihre Reize hat.

    Wenn du das Bergische hinter dir hast, bietet sich vielleicht die Nordeifel an. Tolle Wanderwege hat's dort! :-)

    Viele Grüße,
    Anne

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