Montag, 23. November 2015

~ Ich bin dann mal da ~

I have a dream...

.. ok, die Worte sind zu groß aber trotzdem, ich hab einen Traum und den möchte ich wahr machen, mit Eurer Hilfe.

Eine berufliche Veränderung (nee, war datt uffrejend die letzten Wochen) ermöglicht mir eine Auszeit von 2 Monaten. Das alleine ist ein Traum, arbeite ich doch bereits über 30 Jahre ununterbrochen (Kinners, wo ist die Zeit geblieben).

Irgendwann Mitte Januar werde ich mir ein kleines Wohmmobil packen und mit diesem für ein paar Wochen durch deutsche, österreichische und schweizer Lande cruisen.

Mein Plan: Tagsüber Wandern gehen (mit oder ohne Begleitung), Städte erkunden, Fotografieren und abends mit Euch kochen - entweder bei Euch oder in meinem kleinen Wohnmobil.

Unter dem Arbeitstitel

cruise and cook

bin ich also für ne Weile unterwegs, um Freunde und Blogger (schließt sich jetzt nicht beides aus;-)) zu treffen. Wann ich wo sein werde, das weiß ich natürlich noch nicht und ob ich alles schaffe (es soll ja nicht in Stress ausarten), was ich will, weiß ich auch noch nicht.

Wenn Ihr also Lust habt, Euch auf eine Wanderung, einen Kochabend oder/und einfach nette Gespräche mit mir zu treffen, dann lasst es mich wissen... schreibt einfach ne Mail an cruiseandcook (at) web (punkt) de.

Nee.. wie uffrejend.

Dienstag, 17. November 2015

~ Tag der Geschenke ~

Man muss schon ein Optimist oder völlig gefühlskalt sein, wenn einen die Dinge der letzten Tage nicht berühren. Wie ich beim letzten Eintrag ja schrieb, hat mich die Begegnung in der Bahn gerade in dem Zusammenhang der Anschläge und der Flüchtlingssituation mehr als beschäftigt und es lässt mich auch nicht los. Dass sich beruflich gerade alles auf den Kopf stellt (was durchaus positiv aber auch emotional an manchen Stellen anstrengend ist), kommt noch dazu.

Da freut man sich doch über Geschenke - vor allen Dingen, wenn sie ohne Vorwarnung auf einmal vor einem liegen.

So begrüßt mich das kürzlich schon mal von mir abfotografierte Magnet heute früh am Kühlschrank.

So am frühen Morgen schon ein Schmunzler hilft einem über den anstrengenden Tag. Danke, mein Bester.

Als ich nach Hause komme, liegt ein Paket einer mir lieben Freundin und hervorragenden Bloggerin vor der Tür. Huch.. was ist denn das? Und das Buch ist ja wohl der Hammer. Hat da jemand extra für mich ein Ausflugsbuch geschrieben? Ich bin entzückt, mehr als entzückt. Will sagen: Ich freue mir ein Loch in den Bauch oder nen Buckel auf den Rücken oder Tofu ins Essen. Und in jedem Fall freue ich mich, diese Touren am frühen Morgen abzugehen.

Danke, danke... was für eine schöne Überraschung.

Und dann noch mal von meinem Besten. einen Brotaufstrich, den ich kürzlich in einem
schmucken Laden und für zu teuer befunden habe. Nun, jetzt darf ich Schlemmen. Was für ein schönes Geschenk.

Ich bin so reich, weil ich so viele tolle Menschen kenne.

Danke Euch, Ihr Lieben. Für die Geschenke hier und für alle, die mir gerade in den letzten Wochen mal wieder mit Rat und Tat und Zuversicht zur Seite gestanden haben.

Das Leben ist nicht nur schlecht, wenn es auch noch so viele rechte Menschen oder verrückte Gläubige oder korrupte Gierhälse gibt.

Ich konzentriere mich lieber auf Euch, Ihr mitfühlenden, ehrlichen und aufrichtigen Menschen. Danke, dass es Euch gibt.

Samstag, 14. November 2015

~ Schades of brown ~

Oder wie einem braune Scheiße den Tag verhageln kann.

Vorsicht: Destruktiver Beitrag!

Eine desaströse Attentatserie erschüttert Paris und damit die Welt. Wieder eine so unverständliche Tat von fanatischen Gottesanhängern.

Und prompt blitzen auf Facebook fröhlich geteilte Bildchen auf, die die derzeitige Flüchtlingssituation mit Attentaten in Verbindung bringen. Das wär ja das gleiche, als wenn die Deutschen, die in Krisenjahren nach Amerika oder Australien ausgewandert sind, dort mal sofort Konzentrationslager gebaut hätten. Watt für ein verf... Mist bringt einen zu solchen Gedanken?

Aber es kommt noch besser.

Wir fahren in meiner geliebten Domstadt in der Bahn, steigen ein, auf der einen Seite sitzen 3 Frauen mit Kopftüchern. Dieses Bild ist seit Jahrzenten in Köln so normal wie die Fleischwurst in der Metzgerstheke. Köln halt - schön halt.

Kaum hab ich in der Bahn den Stehplatz erwischt, höre ich hinter mir im breitesten Kölner Dialekt Sätze wie "Schau Dir das Pack da an, die all unser Geld bekommen. Schau Dir die Grazien mit ihren Kopftüchern an. Die sind schuld an all dem Mist." Dreh mich rum - ein Ehepaar jenseits der 80 lässt diesen braunen Mist aus ihren faltigen Mündern.

Naiv, wie ich bin, denke ich, dass ich mit Worten etwas erreichen kann und verbitte mir solche rassistischen Äußerungen. Als das Gezetere des älteren Ehepaares noch größer wird, versuche ich es mit Verbündung. Ich sage: "Wir sind doch Kölner, wir sind doch tolerant." Woraufhin sie sich Toleranz verbitten, darauf hinweisen, dass sie reinrassige Deutsche sind. Ich kann gar nicht wieder geben, welcher Mist hier weiter rausgehauen wurden. Ich versuche es mit "Sie haben doch den Krieg miterlebt, es kann doch nicht sein, dass sie die gleiche Richtung gehen." Alles nützt natürlich nichts. man würde Hitler wählen, der arme Kerl wär das doch gar nicht gewesen und noch viel schlimmer.

Als mein Bester und ich weiter gegen hielten, wurde ich als durchgeficktes Huhn und Hure, die mit DENEN durch die Betten rutscht, bezeichnet. Ich hätte solche Wörter bei dem Jahrgang gar nicht vermutet. Die ganze Situation ging 3-4 Haltestellen lang.

Die 3 Frauen mit Kopftuch taten so, als ob sie nichts mitbekommen. Sicher die beste Reaktion.

Im Nachhinein sind mir noch viele Dinge eingefallen, die ich hätte sagen können. Ich war und bin so schockiert, ob der Situation. Es ist, als ob die Dinge, die im Moment bei uns im Land passieren, den versteckten Nazis nun den Mund öffnen, sie sich trauen, ihre braunen Gedanken durch die mürbe Rübe aus dem fauligen Mund zu bringen. Es kann Zufall sein, dass ich das erleben musste aber ich glaube es nicht.

Als wir aus der Bahn waren, war ich den Tränen nahe, so wütend und tief getroffen war ich. Mehr, als den Mund aufzumachen, haben wir wohl nicht tun können. Aber es macht mir furchtbar Angst. Was, wenn da 2 dunkel gekleidete, junge, starke Männer gesessen hätten anstatt des älteren Ehepaares. Hätten wir in gleicher Weise den Mund aufgemacht? Hilfe von Mitreisenden kann man ja nicht erwarten. Ich hoffe, ich täte es.

Aufstehen, laut werden und signalisieren, dass man das in keiner Weise toleriert und akzeptiert und dass es falsch ist, oder? Ich werde noch lange drüber nachdenken.

Sonntag, 1. November 2015

~ Nebulös ~

Heute ist Weltvegantag. Da kommt doch mal das Foto vom Magneten hin, den ich kürzlich unter viel Amusement entdeckt habe. Der Laden hatte leider zu, sonst hätte ich das direkt käuflich erworben.

Und schon wieder ist eine Woche seit dem letzten Eintrag rum - noch 1 Woche to go, dann wird es zwar nicht ruhig aber etwas ruhiger. Natürlich fehlt dann die Zeit, hier etwas niederzuschreiben. Und dabei gibt es schon immer etwas zu erzählen.

Zum Beispiel, dass ich 1.500 Kilometer an 2 Tagen mit dem Auto gefahren bin, ohne nennenswerte Schmerzeinstrahlungen ins Bein zu haben. Diese Tatsache stimmt mich glücklich. Das ist ein ziemlich großer Fortschritt und lässt mich hoffen, dass der Spuk doch irgendwann ein Ende hat. Auch das Tragen von schwereren Einkäufen geht wieder. Einzig, wenn ich mich vorbeuge, und diese Haltung etwas länger inne hab (z.B. beim Räumen in einem Karton o.ä.) ist der Schmerz direkt wieder da. Aber es wird besser und das ist die gute Botschaft.

Die 1.500 Kilometer, die ich fuhr, führten mich nach München und mein (Lauf)Kumpel Hakan war zufällig auch vor Ort. Also musste ich ihm unbedingt das Gratitude zeigen, in dem wir fürstlich speisten. Mit nem Türken auf der Türkenstraße.. hahaha... ok, es gibt bessere Gags aber ich fands trotzdem lustig.

Als meine Knöppe dann heute durchs Fenster schauten und Nebel erspähten, war klar, dass ich noch mal meine 1-Minute-Laufen-1-Minute-Gehen-Nummer machen sollte. Ich wurde nicht enttäuscht.

Nichts gegen einen goldenen Oktobertag - aber ein herbstlicher Novembertag ist auch wunderschön.

Wenn das Laub in Hülle und Fülle auf dem Boden liegt und leicht modrig riecht.


Wenn der Nebel so dicht ist, dass man nicht auf die andere Seite des Rheins schauen aber die Schiffe noch erahnen kann.


Wenn die Aussicht ins Nichts geht.


Wenn die Natur mit aller Kraft gegen die Tristesse des nahenden Winters ankämpft und noch mal richtig in den Farbkasten greift.


Dann sind 5km am frühen Morgen ein kleines Träumchen - Gehen und Laufen in einer Minute im Wechsel. Mehr ist auch mittelfristig wohl nicht drin, wie ich merke aber das sollte mir auch erstmal reichen.

Für den Weltvegantag gibts ne tolle Auswahl an Torten heute im Laleli - von mir die schon häufig gebackene Käsetorte mit Blaubeeren. Heute endlich mal auch bildlich adäquat festgehalten.


Und nun anschnallen und festhalten für die nächste Woche! Es geht wieder rund.