Sonntag, 3. September 2006

Mit Fortuna durch den Kölner Süden!

So heißt die knapp 12km lange Laufstrecke aus meinen Laufen-in-Köln-Buch. Fortuna hat in diesem Fall nichts mit der Glücks-Göttin zu tun, sondern mit zweitwichtigsten Fußballverein in Köln - wobei mir das Glück dann doch auch hold war.

In 5 Wochen ist der Kölsch-Walk. Ich liebäugel ja noch ein bißchen mit den 22km. Wenn ich das aber schaffen will, muss ich mich bis dahin noch hochprobieren - letzte Woche 9km. Diese Woche dann 12km.

Ich steh vorm Bäcker, um vor dem Walk die Brötchen zu holen (schlaue Entscheidung) und schau gen Himmel mit der Überlegung, dass es ungeschickt war, die BaseCap nicht mitzunehmen, meine DigiCam hatte ich aber vorsichtshalber schon zu Hause gelassen, es sieht nach Regen aus.

Ein Müslibrötchen reingedrückt und ab Zollstock (so heißt ein Stadtviertel in Köln) losgewalkt. Mein Plan ist es, alle 15 Minunten 6 Minuten zu laufen, dass ich später alle 15 Minuten auf der Uhr laufe (also 15/30/45/00) ist meiner Schusseligkeit zuzuführen. Ich habs zwar nach dem ersten Mal gemerkt aber beibehalten.

An der Brühler Landstraße gibt es einen Parkplatz, an dem nächtens richtig was los ist. Männer treffen Männer, Frauen warten auf ihre Freier - tagsüber ist es dort recht langweilig. Außer, dass mich ein Fahrradfahrer wegen eines Mißverständnisses fast umgenietet hat. Er schimpft mit mir in recht derber kölscher Sprache und ich höre ihn noch kilometerweit vor sich hin schimpfen, na da war Fortuna mir doch hold, dass er mich zum einen nicht umgefahren und zum anderen nicht danach erschlagen hat, der sah mir so aus, als ob der das gerne tut.

Am Rhein angekommen, fängt es leicht an zu nieseln und ich bin froh darüber. Mir ist recht warm und ich empfinde den leichten Regen als schöne Abkühlung. Ich komme an einer Wiese vorbei, an der Minis Fußball spielen. Ein paar von ihnen geht das Fussbalshirt bis an die Knie, spätestens da bedaure ich es, kein Foto machen zu können. Ein paar Kilometer weiter geht der leichte Nieselregen in richtig heftigen Regen über und in dem Moment bin ich wieder froh, keine Kamera dabei zu haben. Den MP3-Player schieb ich in die Laufhose, in der Hoffnung, dass er es überlebt. Ich werde nass bis in die letzte Sockenecke und es macht Spaß wie jeck. Ein paar einsame Läufer kommen mir im Vorgebirgspark noch entgegen und wir lächeln uns wissend an... ja ja die anderen Weicheier sitzen jetzt in ihrer Wohnung und trauen sich nicht raus - wir sind wahre Helden, wir schrecken vor nichts zurück.

Am Auto angekommen, bin ich froh, dass ich schlampigerweise eine Sweat-Shirt-Jacke und ein Handtuch auf der Rückbank liegengelassen hab. Umständlich wurschtele ich mich im Auto hinterm Lenkrad eingeklemmt aus meinem triefend nassen Shirt, um mich trocken zu legen. Die dicke Baumwolle der Jacke rutscht nur schwerfällig über die feuchte Haut, so dass im Zweifel der Opa, vor dessen Haus ich geparkt hab, noch ne Showeinlage hatte.

Zu Hause flott unter die warme Dusche und jetzt gleich werd ich meine Knochen mal ein bißchen strecken.

Schön ist es so im Regen. Ich war insgesamt 1:24 unterwegs, wovon ich nach meiner tollen Rechnung dann ca. 4,5 km gelaufen bin.

Hier das Foto von der Streckenzeichnung. Den Ausschnitt hatte ich mit, er hat es nur mit Mühe überlebt.

Kommentare:

  1. Klingt wirklich nach einem schönen Laufwalk oder Walklauf oder so...

    Regen macht mir auch nichts aus. Den hätte ich mir heute auch gewünscht. stattdessen war es so richtig drückend schwül :-(

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  2. Mal beisewäy: Merci viele Male fürs liebevolle und nachdrückliche in den Hintern Treten!:-) Unter meinen Outdoor-Laufschuhen klebt zwar aktuell nur Tapetenkleister und so Zeug vom Ausflug zum geschwisterlichen Abtapezieren am Samstag. Will meinen, dass meine Draußen-Schuhe schon länger keine Pfütze oder sonstigen naturbelassenen Belag aufgewirbelt haben. ABER: Geschmeidig auf dem Laufband zu traben, Asterix und so fort zu gucken und - wenn es richtig gut läuft - Großstadtrevier, hätte ich höchstwahrscheinlich nicht gemacht, wenn Du mich nicht so nachhaltig getrietzt (das ist oberbergisch für Aufdennichtvorhandenensackgehen) hättest!
    So, Schluss jetzt mit der Lobhudelei: Et gibt en lecker Bierchen:-)

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