Sonntag, 5. November 2006

Lost in Lev!

Ich bin ja neu hier und es ist eine herausragend schöne Sache, die nähere neue Umgebung zu Fuß/laufend zu erkunden.

Auf „Top 50“, mit dem ich meine LaufWalkStrecken vermesse, sah ich in nicht allzu großer Entfernung einen See (davon gibts hier ne Menge), bei dem ein Yachthafen eingezeichnet ist. Ich interpretierte das als Merkmal für einen besonders schönen Tümpel und klick mir auf der Karte ne Route zurecht, die ich abklappern will. Ausgedruckt, eingesteckt, Mobiltelefon entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten eingepackt und los.

Auf ungefähr dem ausgesuchten Weg, vorbei an diversen anderen kleinen wassergefüllten Kiesgruben bin ich nach ungefähr 30 Minunten am See. Problem ist nur, dass ich ihn nicht sehe. Ich weiß zwar, dass er da ist aber er ist eingezäunt und die Sträucher sind so hoch, dass ich kein Stück Wasser zu Gesicht bekomme. Am Ende des Sees (oder der Einzäunung) muss ich auf den Radweg einer vielbefahrenen Straße ausweichen und darf so schöne Sachen wie Lidl oder Steinzeug-Vertriebsfirmen begutachten – schön fürs Auge am Sonntag Morgen.

Irgendwann geht es Gott sei Dank wieder ab ins Feld. Nur biegt dieser blöde Feldweg irgendwann in ne ganz andere Richtung ab. Ich rette mich zu schnellstmöglicher Zeit auf eine Bundesstraße und strebe den Schornsteinen von Leverkusen zu – denk ich zumindest. Es waren die Schornsteine der Erdölchemie von Worringen – falsche Richtung. Was sind das denn da für komische 70er-Jahre-Bürobauten? Waren die eben auch schon da?

Dank meines Ausdrucks der Route finde ich wieder auf den rechten Weg zurück und werde auf dem letzten Kilometer von einer riesen Menge Vögel (Raben, schwarze Tauben, Wildgänse und einem Fasan) belohnt. Schade, dass ich die Kamera nicht mit hatte – aber es sah mir zu sehr nach Regen aus.

Schön wars, aber die Strecke wird wegen der Bundesstraße nicht zu meinen Lieblingsstrecken. GelaufWalkt bin ich knapp 12km in knapp 1,5 Stunden und meine Knie schimpfen ein wenig mit mir.

Fazit: 1. Nicht jedes Wasserloch ist interessant. 2. Orientiere Dich in Leverkusen und Umgebung nie an Schornsteinen - das kann nicht klappen. 3. Freue Dich, dass es trotz der Industrie deutlich mehr Natur zu sehen gibt, als im dichten Umkreis um Köln.

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