Donnerstag, 14. Juni 2007

Schnelle Radtour!

Regen und Gewitter war für heute angesagt. Doch es schien die Sonne. Am Vormittag war ich verhindert und als um 11.30 Uhr immer noch die Sonne schien, dachte ich, so ne kleine Radtour bis Zons - dort schön nen Kaffee trinken, zurück am Rhein noch ein Kaltgetränk und bei uns an der Fähre noch ein Erdinger Alkoholfrei - so stell ich mir das vor, das mach ich. Ungefähr 25km, also richtig entspannt.

Auf der Hinfahrt verfahr ich mich nur ein wenig und muss ein paar Kilometer durch Brennnesseln (das schreibt man heute mit drei "n" - ja) durch und fühle mich in meine Kindheit zurückversetzt. Ich bin immer sehr zielsicher mit nackten Füßen in Brennnessel gestapft.

An der Zonser Fähre sehe ich, dass sich der Himmel zuzieht, so dieses diesige Gewitterwetter. OK, ich spar mir den Kaffee in Zons und radel auf direktem Wege zurück.

Es fängt leicht an zu regnen, was mir ja überhaupt nichts ausmacht, im Gegenteil. Das ist sehr angenehm. Aber es gibt eins, vor dem ich richtig, richtig Angst hab, und das sind Gewitter. Ich hab selbst Angst in geschlossenen Räumen und kann nur dann das Spektakel genießen, wenn ich Begleitung hab.

Tja, musste ja kommen - es fing an zu blitzen, aber noch ganz weit weg. Ich könnte ja auch irgendwo zwischendurch in ein Lokal gehen aber wer weiß, wie lange ich dort dann festhänge. Also geb ich alles und radel Kilometer um Kilometer Richtung Heimat. Nix Erholung - stoisch und möglichst schnell.

Auf dem letzten Kilometer vor der Fähre, die mich wieder über den Rhein bringt, bemerke ich, dass das Gewitter nicht nur hinter mir ist und es dunkler wird, sondern dass sich auch vor mir was zusammengebraut hat. Ich geb noch mal Gas und als ich an der Fähre ankomme, trödelt diese erst von der anderen Seite los. Die Autofahrer schauen mich mit mitleiden Blicken an, da der Regen stärker wird. Auf der Fähre kann ich mich in eine Kabine verkriechen, ich muss noch nicht mal zahlen, der Fährkassierer hat mich dort wohl vergessen.

Als wir anlegen, schüttet es wie aus Kübeln - ich geb noch mal alles, um die letzten 500 Meter bis nach Hause zu schaffen. Als ich vor der Haustür bin, ist das Gewitter genau überm Dorf. Es blitzt und donnert in einem, ich schmeiße das Rad vors Haus und mit zittrigen Händen bekomme ich so gerade noch die Türe auf.

Ich musste tatsächlich erst mal stehen bleiben, weil meine Beine mir den Dienst versagten. Mein Magen rebelliert und meine ganzen Muskeln sind verkrampft. Meine Güte, bin ich ne Memme. Der Ausflug war dann nicht ganz so erholsam. Ich sollte doch auf den Wetterbericht hören.

Kommentare:

  1. Memme .. tse. Wenn Du Angst hast, hast Du Angst. Ich finde das hat nix mit Memme und Weichei zu tun.
    Ich habe eben noch an Dich gedacht und mailen wollen um zu fragen, ob Du trocken wieder angekommen bist. Ich habe mein Balkonquartier auch verlassen müssen, weil es plötzlich Nacht wurde. Gewitter ist jetzt vorbei hier und es regnet auch nicht mehr ganz so doll.
    Leg Dich in die Badewanne zum Entspannen und erholen :-)
    Viele Grüße,
    Michi, die sich gleich zum Gequältwerden ;-) auf macht

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  2. Ich hab auch Angst bei Gewitter.
    Aber: was für eine tolle unvorhergesehene Trainingsradtour !
    Ich bin übrigens diese Woche auch zweimal radgefahren, mit geliehenem Fahrrad von den Nachbarn (wegen Knöchel *roll*).
    Jedesmal so um die 30 km, und das ich, die ich doch nie radfahre !
    Da war ich stolz auf mich.
    Und soll ich dir was sagen ?
    Ich mag es einfach nicht - ich will wieder laufäään !! :o)

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  3. @Mik - Ja, und nun ist die Welt wieder in Ordnung und ich hab morgen sicherlich nen heftigen Muskelkater... vielleicht geht der ja beim Laufen wieder weg. :-))

    @Kerstin - soll ich Dir ne Portion Geduld rübermailen?

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  4. Du bist keine Memme, nee nich, wenn man bedenkt, was alles passieren kann und sich immer wieder bei jedem Unwetter auch tatsächlich ereignet, dann ist wirklich Vorsicht angesagt.

    Ich sage immer, ich laufe immer und überall mit einer Einschränkung : bei Gewitter und früher bei Glatteis, das muss ich jetzt auch nicht mehr nicht tun, weil ich mir Spikes-Laufschuhe gekauft habe.

    Danke für Deine Zuschrift, Du bist jetzt auch auf meinem Blog !!

    ciaoooooooooo margitta

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  5. Im Freien habe ich auch Angst vor Gewitter. Das ist ja auch eine Gefahr - wie klein auch immer - gegen die man im Falle des Falles nicht den Hauch einer Chance hätte, aktiv irgendwas gegenzusteuern. Ein paar Millionen Volt sind einfach stärker ;o)

    ... und weil ich bis eben keinen Schimmer hatte, wieviel Spannung so ein Blitz haben kann, bin ich auf der Suche danach auf ein ganz tolles pdf-Dokument gestoßen.

    Ich hasse Physik. Aber das ist spannend!

    Blitz und Donner

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  6. Ich hab auch Angst vor Gewitter, jedenfalls wenn ich draußen bin. Da fällt mir ne Story ein, ich war vor ein paar Jahren mit meiner Freundin paddeln. Als das Gewitter losging, bin ich vorn im Boot losgepaddelt wie das Duracell-Häschen... und meine Freundin hat sich hinter mir vor Lachen nicht mehr eingekriegt. Ich fand das nicht lustig. Ist nicht zu spaßen damit!

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  7. Es geht hier nicht um Angst, es ist verdammt gefährlich wenn man so mit dem Rad "Blitzfänger" spielt ! Also sei bitte vorsichtig sonst bist ganz schnell gar und das wollen wir nicht !

    Martin, der Gewitter mag :-)
    (Hauptsache ne gute Lightshow und viel Krach )

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  8. Es geht hier nicht um Angst, es ist verdammt gefährlich wenn man so mit dem Rad "Blitzfänger" spielt ! Also sei bitte vorsichtig sonst bist ganz schnell gar und das wollen wir nicht !

    Martin, der Gewitter mag :-)
    (Hauptsache ne gute Lightshow und viel Krach )

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