Mittwoch, 9. Juni 2010

~ Experiment ~

Ich stehe heute morgen nach einer kurzen Nacht (weil ich gestern ein schönes kommunikatives Date mit einer Freundin hatte) vor dem Spiegel und denk, das muss ich doch jetzt endlich mach erzählen.

Es geht um das, was sich verändert hat, seitdem ich kein Fleisch mehr esse und fast auf alle tierischen Produkte verzichte. Es sind nur zwei kleine Punkte, die aber durchaus für mich wichtig sind.

Letztes Jahr im Februar hab ich aufgehört, Fleisch zu essen, wann ich genau das Experiment der veganen Ernährung begann, weiß ich gar nicht mehr. Die von Hase und dem Frollein beschriebene Energie konnte ich nicht verspüren - zu schleichend war wahrscheinlich die Umstellung, zu vegetarisch meine Ernährung vorher schon. Diesen Effekt hatte ich Jahre vorher, als ich angefangen hab, ganz bewusst auf viel Obst und Gemüse zu achten. Will jetzt nicht wieder einen Roman schreiben, darum hier die für mich wichtigen Punkte:

  • Kopfschmerzen:
    Seit einem geschätzten Jahr ist die Medikamentenkiste für mich tabu - nicht nur, dass ich nicht einmal krank war (das ist mir früher auch öfters passiert - außer meinem Seuchenjahr 2008 war ich immer wenig krank) - nein, ich hab einfach keine Kopfschmerzen mehr. Früher konnte ich die zyklische Uhr stellen, um zur Paracetamol zu greifen. Eine Nacht zu wenig geschlafen und ein Glas Wein zu viel - Kopfschmerzen, die - wenn nicht bekämpft - schnell unerträglich wurden. Weg, einfach weg. Das ist der Hammer. Selbst, wenn ich mal nen Abend "geschlumpft" hab und mein Kopf leicht brummt, nach wenigen Stunden ist das weg. Find ich phänomenal.
  • Hautbild:
    Zum ersten mal seit meinem 14. Lebensjahr verfüge ich über ein reines Hautbild. Ich hab letztlich noch mal ne Zusammenfassung an Bildern der letzten Jahre gesehen und immer sieht man unreine Haut - keine Akne aber auch nix, was mich als gut 40jährige zufrieden gestellt hätte. Alles weg - zum ersten mal seit meinem gefühlten ganzen Leben bin ich mit meinem Hautbild zufrieden.
Veganer sind bekloppt - hab ich gedacht. Was isst man denn dann nur - hab ich gedacht. Wie soll ich mich in Restaurants bewegen - hab ich gedacht.

Alles nur eine Frage der Gewohnheit und ich bin  froh, dass Experiment gewagt zu haben. Ich bin immer noch derselbe Blumenmond nur mit nem riesen Haufen Kochrezepte, immer nem Stück Tofu im Kühlschrank und weniger Kopfschmerzen. Das find ich juht.

Kommentare:

  1. Ach Anja, das ist so toll! Das freut mich ganz arg (natürlich auch ein bisschen deswegen, da ich ja schon so ein bisschen 'schuld' an deinem Veganertum bin, ich war ja schliesslich diejenige von uns allen, die damit angefangen hat ;-))

    Ich bestätige dann hier einfach mal, was du da schreibst: auch ich hatte, seit ich vegan bin, nicht ein einziges Mal Kopfschmerzen oder sonst irgendetwas in der Art, oder war sonst irgendwie (körperlich...) krank. Null. Nix. Keine Spur. Das ist doch toll, oder?

    Aber sach mal, wenn du von dir sagst, dass du 'viel' Obst isst, was mach ich denn dann - ?
    Nein, bitte jetzt nicht antworten!! ;-p

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  2. Ich hab auch keine Kopfschmerzen gehabt, seit ich vegan bin. Krank? Nö.
    Haut ist bei mir auch besser.
    Selber schuld, wer nicht vegan ist :)

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  3. Hm... mir drängt sich gerade die Überlegung auf, ob das fast völlige Fehlen von Kopfschmerzen auch bei mir mit der Ernährung zu tun hat. Ich dachte immer, das wäre in der Hauptsache vom niedrigeren Gewicht abhängig, aber das, was ihr beschreibt: interessant.
    An der veganen Ernährung allein kann es nicht liegen, weil ich mich ja nicht vegan ernähre und Du die Verbesserung auch schon zu vegetarischen Zeiten festgestellt hast. Vermutest Du das Gesamtpaket der "ausgewogeneren" Ernährung oder Bestimmtes?
    Die Haut, ohja, das hängt stark zusammen. Bei mir war es allerdings eher das mehr Trinken, was die Haut nochmal klarer gemacht hat, meine ich...

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  4. Frollein Holle9. Juni 2010 um 12:37

    Und mir wächst gerade ein Pickel am Kinn, na toll ;)

    Kerstin, gut das Du's nochmal erwähnst das Du die vegane Mutterpflanze bist, nicht das das jemand vergißt ;))

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  5. ich fiden euch ganz großartig.

    und was die Kopfschmerzen angeht liebe Anja, das freut mich wirklich für Dich!!!! Kopfschmerzen sind furchtbar.

    bei mir ist es so, immer wenn ich voll stille, habe ich reine HAut und keine Kopfschmerzen.....aber das kann man ja nun wirklich nicht sein ganzes Leben lang durchziehen.

    Leider muss ich noch was sagen, was mir nicht zu Ruhm gereicht: immer wenn ich einen Tag lang ganz und gar vegan war, habe ich am nächsten Tag absoluten Mörderhunger.

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  6. Ich bin immer noch derselbe Blumenmond nur mit nem riesen Haufen Kochrezepte, immer nem Stück Tofu im Kühlschrank und weniger Kopfschmerzen. Das find ich juht.
    Wie?? Du bist keine Ökotante geworden und versuchst jeden penetrant davon zu überzeugen vegan zu werden? ;)
    Mein Weltbild ist zerstört!! ;)

    Was die Kopfschmerzen betrifft wäre es zu schön um wahr zu sein. Kannst Du sagen ab wann die nicht mehr auftraten?

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  7. Seltsam irgendwie. Bei mir war der unmittelbare Effekt, dass ich sogut wie keinen Heuschnupfen mehr habe. Das mit der Haut läßt allerdings noch ziemlich zu wünschen übrig. Migräneanfälle sind deutlich weniger, dafür momentan aber heftiger und plötzlicher. Es scheint aber alles irgendwie in Veränderung zu sein. So fühlt es sich jedenfalls an. Ich bleib dabei.

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  8. Wieso 'nochmal'? Hab ich das schon jemals ausdrücklich erwähnt? Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern.

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  9. immer wenn ich einen Tag lang ganz und gar vegan war, habe ich am nächsten Tag absoluten Mörderhunger.

    Der Spruch von Amanda hat mich nun wirklich laut lachen lassen und deshalb geb ich jetzt auch noch meine Sicht der Dinge hinzu:

    Ich bin fest davon überzeugt, dass hier mehrere Dinge zusammenkommen müssen, dass man auf einmal keine Kopfschmerzen mehr hat oder bessere Haut.
    Eine qualitativ gute Ernährung, die meiner Meinung nach nicht unbedingt vegan sein muss, spielt dabei sicher eine Rolle.

    Was aber meines Erachtens auch einen Einfluss darauf hat, wie es einem geht, ist die Psyche im weitesten Sinn: du glaubst, du tust dir und deinem Körper etwas Gutes, also glaubt er es auch und reagiert entsprechend.
    Bei mir z.B. haben Kopfschmerzen Seltenheitswert, seitdem ich das Rauchen aufgegeben habe. Da, glaube ich, kann auch jeder einen vernünftigen Zusammenhang herstellen.

    Der dritte Punkt, der auch nicht außer Acht zu lassen ist, ist die genetische Veranlagung. Der eine kriegt halt das "Pickelgen", der andere nicht. Ich hab's eher selten, sehr sporadisch zeigt sich mal einer dieser Genossen.

    Ich will damit überhaupt nicht die vegane Lebensweise kritisieren oder in Frage stellen, aber ich bezweifle die Monokausalität. Wenn es dir dabei gut geht, freut es mich für dich.

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  10. Was aber meines Erachtens auch einen Einfluss darauf hat, wie es einem geht, ist die Psyche im weitesten Sinn: du glaubst, du tust dir und deinem Körper etwas Gutes, also glaubt er es auch und reagiert entsprechend.

    Ja, dass da ganz viel Wahres dran ist, davon bin ich auch absolut überzeugt.

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  11. @Hase - die Obstfrage kann ich Dir nicht so wirklich beantworten. ;-)

    @Charly - "selber schuld", na ja. Ich für mich werde nicht vergessen, wie unmöglich mir das erschien, als Ihr damit angefangen habt. Nö... Ich kann halt aus heutiger Sicht nur bei Allergien, Kopfschmerzen, Akne, Magen-/Darmbeschwerden mal empfehlen, es für ein paar Wochen zu probieren und zu schauen, ob es hilft. Vegan sein ist sicherlich kein Allheilmittel und vor dem Hintergrund hab ich es ja auch gar nicht gemacht (außer die blöde Urtikaria, das war schon ein Test, ob es weg geht - nu isses weg aber ich weiß nicht wieso,-))

    @Eva - ich hab früher fast nur am WE Fleisch gegessen. In der Woche nur Gemüse/Müsli/Obst/Brot - allerdings immer Joghurt, immer Milch und ab und an Käse. Ich denke, dass es bei mir die Milchprodukte sind, die den Unterschied machen und es passt auch dazu, was man dazu lesen kann.

    @Frollein - das war doch bestimmt die KÄSE-SAHNE-Torte, oder?

    @Mandy - großartig? Ich weiß nicht. Ich bin froh, dass Experiment gestartet zu haben, mehr nicht. Und das mit dem Hunger kann ich voll und ganz bestätigen.;-) Klar halten pflanzliche Produkte nicht so lange satt, wie tierische Fette. Heute kann ich es kaum noch ertragen, wenn ich dann doch mal Käse im Risotto esse oder irgendwo Sahne drin ist - das liegt mir wie ein Kloß im Magen. Ich hab schon einen Kartoffelsalat, der für 4 Personen ausgerichtet ist, alleine gegessen - schmeckte halt so lecker. Aber geht auch. Man fühlt sich nicht voll und nimmt auch nicht so schnell zu. Die Betonung liegt auf "nicht so schnell".

    @Julia - sorry, wenn das jetzt nicht passt. Nein, ich sitze ganz normal mit Fleischessern am Tisch, brate ab und zu (aber immer seltener) für meinen Freund mal Fleisch an oder, wie letztes WE, grille Würstchen für ihn. So what. Allerdings kommt meine umweltfreundliche Seite (die hatte ich schon mal recht penetrant mit Anfang 20) wieder schön durch. Und das ist auch gut so. Nicht perfekt aber besser als vorher, wie ich finde.

    Kopfschmerzen? Kann ich Dir gar nicht so genau sagen. Ich hab das nicht erwartet. Irgendwann fiel es mir halt auf, dass ich zu üblichen Situation keine Kopfschmerzen hatte bzw. schon ewig keine Paracetamol mehr genommen hab. Ich kann nicht gerade sagen, dass ich im letzten Jahr wenig beruflichen Stress hatte - im Gegenteil. Es kann nur an der Ernährung liegen - sehr untypisch für mich.

    @Anne - für mich kam das schleichend, wie gesagt, kaum erwartet.

    @Uschi, kannst Du Recht haben. Bei mir lag nur sehr wenig Erwartungshaltung daran. Das war mehr Experimentierfreude und das Nachkochen von Frolleins Rezepten der ausschlaggebende Punkt. Hautverbesserung hat wirklich lange gedauert - das mit den Kopfschmerzen eher zufällig entdeckt. Weiß nicht, ob die Psyche das ausmacht - so viel Erwartungshaltung hab ich gar nicht an die Ernährung gehabt - wie gesagt, vor vielen Jahren mit der Ernährungsumstellung auf Bio, frische Sachen, keine Glutamate etc. war es deutlich stärker spürbar.

    So what. Mir gefällts. ;-)

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  12. Klingt alles durchweg positiv, auch, dass Du nicht so militant geworden bist. Ich hoffe, das bleibt so *lach* aber ich denke, da besteht keine Gefahr.
    Vielleicht spielen zusätzlich bei bei den weniger oder nicht mehr auftretenden Kopfschmerzen noch ein "ruhigeres oder verbessertes" (mir fehlt das passende Wort, nicht so negativ stressig vielleicht) Umfeld im Alltag eine Rolle?

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  13. @Michi - nee, das Umfeld, glaub mir mal, das ist nicht ruhiger.;-)

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  14. Ich gebe auch die Hoffung einer besseren Haut nicht auf. Es gibt Tage, da ist meine Haut wirklich schon ganz prima. Dann wieder ganz plötzlich ein Schub. Ich glaub noch immer an die Veränderungsprozesse in mir, denn es ist anders als früher und so blöd es klingt, es fühlt sich so an. Eine schwere Neurodermitis von Kindesbeinen an, kann auch nciht in einem Jahr weggehen. Selbst wenn es beim Effekt des fehlenden Heuschnupfens bleibt und der geringeren Migränehäufigkeit, ist das schon ein Stück Qualität, die ich nicht missen mag. Den abwechslungsreichen Speiseplan mal außer Acht gelassen.

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  15. @Anne - was mich fasziniert ist die Tatsache, dass sich der Heuschnupfen bei vielen so dramatisch verbessert. Schon ulkig das.

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  16. Anja, es wäre sehr angenehm, wenn du mich aus deiner Liste entfernst. Ich hab dich auch entsorgt.
    Alles andere wäre nur inkonsequent.
    Ich wünsche dir und deiner 'tollen'
    Freundin ein hübsches weiteres Leben. Ich will ja auch jetzt nicht weiter nerven.
    Und tschüss

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  17. Dein Wunsch sei mir Befehl.

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  18. Gratuliere! Ich bin nach meinem Umstieg auf vegane Ernährung (insbesondere nachdem ich auf Milchprodukte verzichtet habe) plötzlich meinen Heuschnupfen losgeworden. Der war immer ganz schön arg, ein paar Monate rinnende Augen und triefende Nase und Jucken in den Ohren (!). Und plötzlich - puff, gar nichts mehr, das war für mich echt unerwartet. Ein wenig Recherche im Internet zeigte dann, dass es sowas wie Kreuzallergien gibt, dass bei Unverträglichkeit von Milchprodukten diese die Reaktion auf andere Allergene verstärken können. Interessant!

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  19. Was ist denn hier passiert?

    Egal, jetzt kann ich die Frage von Deinem letzten Blogeintrag beantworten. Bei mir war es ja ähnlich wie bei C vorher. 2008 hatte ich den Spaß von Ende Januar bis in den Juni hinein. Dieses Jahr waren es drei Wochen mit leichtem Jucken, letztes Jahr zwei Wochen, die aber hart. Insgesamt habe ich dieses Jahr vielleicht 6 oder 7 Tabletten gebraucht, nicht mehr. Damit kann ich prima leben. Das ganze halt "nur" vegetarisch.

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  20. @EigentlIch - find ich echt phänomenal, erwähnte ich ja bereits.

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