Sonntag, 30. September 2012

~ Berlin, was sonst ~

Es ist so eine alte Liebe, die uns immer wieder nach Berlin zieht. Wir hatten uns für den Herbsturlaub nichts vorgenommen und mein Bestern schlug direkt ein, als ich ihm sagte, dass ich während des Urlaubes einen Diensttag in Berlin verbringen müsste und ob wir das nicht mit ein paar Tagen Citytour verbinden könnten.

Auf einem der üblichen Portale entdeckte ich dann noch das neu eröffnete Hotel Almodóvar und alles war perfekt.

Das Hotel - zu dem ich wahrscheinlich auf dem Nachbarblog später eingehe - liegt mitten in Friedrichshain, einem Stadtbezirk, den wir seit unserer "damaligen" Berlin-Zeit sehr mögen. Schön ist er an den meisten Stellen ja nicht aber die sozialen Strukturen, die sich hier nach der Wende gebildet haben - der gelebte Kiez-Gedanke und dieser irrsinnige Mischmasch aus Mensch macht es hier total interessant. Dass ich hier fast in jedem Lokal ein veganes Essen bekommen würde, ohne dass man mich als Freak wegpackt, ist noch was anderes aber da ich ja nicht alleine unterwegs war und mein Bester sich nicht ganz so für die vegane Küche interessiert, bin ich in den Tagen den wirklich unüberschauberen Möglichkeiten in Berlin nicht nachgegangen.

Ausnahme war allerdings unser "Begrüßungs"essen, das ja schon fast ein Ritual wird ... hier sitzt sie im Hot-Dog-Soup ...


und löffelt eine Apfel-Linsen-Curry-Suppe


Dann wird übliche Mehrtagesticket der Berliner Verkehrsbetriebe entstanden und es geht kreuz und krach durch Berliner Untergründe


Danke GPSies und Smartphone finde ich vom Hotel aus eine Strecke für einen Lauf am Morgen raus aus dem Häuserwirrwarr und rein ins Grüne... ich verliebe mich erneut .. hier könnt ich leben


Kurz begeben wir uns auf die touristischen Pfade


Schon oft gesehen und immer wieder interessant zu betrachten - auch und überhaupt, wie sich Menschen um dieses Denkmal einfinden und es auskundschaften.



Ist das Kunst oder kann das weg?... Berlin im Kleinformat - aber schön find ichs nicht... aber was ist schon schön in Berlin?
 

Tach auch!


Und auch das ein Ritual... ein (oder vielleicht auch drei) Kölsch im StäV. Mittlerweile auch sehr touristisch "erschlossen" aber sitzt man in Thekennähe nimmt man viel rheinisches Sprachgut war und kann an der Kleidung erkennen oder erahnen, dass hier ehemalige Bönnsche Beamte sitzen, die damals mitsamt ihres Arbeitsplatzes im Ministerium nach Berlin gekommen sind und im StäV ihre Heimat finden - ich kanns verstehen.


Nur so... Dame im Spiegel.



Für den letzten Tag hatten wir uns eine 6stündige geführte Radtour unter dem Titel "Osten ungeschminkt" vorgenommen. Was für eine gute Entscheidung. Schöne Bilder gibt es nicht, folgten wir doch dem Motto wirklich geradlinig. Geführt von einem echten "alten" Prenzlberger hörten wir viele Geschichten von früher und heute.


Stasi-Hauptquartier und Stasi-Gefängnis Hohen-Schönhausen stand u.a. auf dem Parcours - wir verdrückten uns hier aber schnell, waren doch einige Busse schon vor uns da. Interessant war auch auf einer Industriebrache das explodierende vietnamesische Handelszentrum Dong-Xuan-Center. Nur eine Halle hab ich kurz betreten und bin mit tränenden Augen und empfindlicher Nase wieder rausgekommen, so riecht es nach billigem China-Kram, der dort in Hallen über Hallen und Shops über Shops angeboten wird.

 Zu schnell gingen die 4 Tage vorbei - wovon ja einer auch noch fürs Arbeiten wegfiel. Aber wir werden wieder kommen... ganz sicher.

Kommentare:

  1. Ja, es war wieder toll. Leider hast du vergessen die Volckswirtschaft zu erwähnen, sie gehört ja auch immer zu den Gaststätten, die wir auf jeden Fall besuchen. Fahrradtour Osten ungeschminkt: Plattenbauten, Planerfüllung, Industriebrachen, Heldenverehrung, Stasi-Knast und Stasi-Zentrale - eine Expedition in den echten Osten, jenseits von (schicker) Mitte und (hippen) Prenzlauer Berg.

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  2. jetzt dacht' ich fast, du wärst da den Marathon gelaufen ;-p

    Die Frau im Spiegel mit der neuen Frisur ist wirklich fetzig. Sieht'n bisschen nach cooler Rockerbraut aus :o)

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  3. @Julia. :-)

    @Herr Anonym, ja die Volckswirtschaft... lecker Rahmwirsing auf Kartoffelpuree mit Fenchel- und Tofuschnitzeln. Lecker.

    @Lizzy, fetzig ist gut.:-) Und das mit dem Marathon hast Du nicht ernsthaft in Erwägung gezogen.

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  4. zumindest fiel mir beim Stichwort "Berlin" als erstes der Marathon ein .. sagen wir mal so .. ;)

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  5. Jaja - Dir war aber schon bewusst, dass Du MEINEN Blog besucht hast.

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  6. "bewusst" ... hmm ... tja ... :)

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