Sonntag, 27. April 2014

~ Endlich Wasser ~

Nicht das Hämmern der dicken Tropfen eines Gewitterregens, die entweder sofort wieder verdampfen, wenn sie auf die warme Erde fallen oder im schlimmsten Falle irgendwelche Keller überfluten sondern das leise Platschen des richtigen Regens fällt auf die Dachschrägenfenster.

Endlich Regen, der Rhein hat sich schon so weit zurückgezogen, dass die Schiffe nur noch halbe Fracht laden können und das im April. Die Pflanzen schreien ebenfalls nach Wasser und mein ökologisches Ich freut sich deshalb über den Regen und mein Läufer-Ich ebenfalls, da ich gerne im Regen laufe.

So richtig dichte Kleidung besitze ich nicht - wozu auch, bin ja nicht aus Zucker. Endlich mal wieder die Schlamm-Hokas rauskramen, die waren lange nicht benutzt.


Die Einlagen umgepackt, an die mich mich mittlerweile schon gut gewöhnt habe. Es scheint zu funktionieren mit den Dingern.

Und dann ab in den Regen, ein richtig schön durchnässender Regen. Als ich zum Rhein runterkomme, sieht es so aus, als ob über Nacht alles ums doppelte gewachsen sei. Grün über grün, der Rasen so hoch, die Brennesseln so dicht und überhaupt.

Die Pusteblumen allein schauen etwas bedröppelt aus der Wäsche und lassen ihre Flügelchen hängen.


Bloß keine Nacktschnecke und bloß keinen Regenwurm zertreten. So freue ich mich, immer nasser werdend, des sonntäglichen Laufs. Ich peile die 10km-Strecke an, unterwegs nur ein paar einsame Hundehalter, die raus müssen, egal welches Wetter.

Zurück über den Wupperdeich und Richtung Bäcker.


Nach 10km komme ich zufrieden und nass dort an. Die Brötchen bezahle ich mit einem völlig durchtränkten 5-Euro-Schein. Nunja...

Weil ich alleine unterwegs war, war ich mal wieder schneller als ich es eigentlich bei meinen "langen" Läufen möchte. Aber da gehts immer wieder mit mir durch. Schnitt 6:47er Pace. Nun liegt die erste Woche mit 30 Laufkilometern hinter mir. Das ist so in etwa das, was ich erfahrungsgemäß gut vertrage. Hier soll es sich einpendeln.

Die Sehne kommuniziert seltsam. Dachte ich Ostermontag noch, dass mir wieder eine lange Pause droht, hat sie sich nach dem Lauf plötzlich wieder regeniert. Es ist immer etwas spürbar aber ich hab den Eindruck, wenn ich fleissig dehne, viel gutes Wasser trinke, Magnesium nehm und meine Stabi-Übungen mache, kann ich es im Griff halten. Schön wäre es, um wieder ein Laufjahr nach meinem Geschmack absolvieren zu können.

Hier endet der Laufbericht - ich halte im Nachgang noch ein paar Eindrücke von gestern fest. Nur so als Warnung, ist heut ein langer Post. Die Laufinteressierten können ja hier aufhören:

Samstag, 26.04.2014

Unsere meist samstäglichen Spaziergänge durch Kölner Viertel sind mindestens mal Tradition geworden. Heute möchten wir uns mal gerne das Urban Gardaning Neuland in Köln anschauen. Wenn man mich kennt oder denkt zu kennen, dann weiß man, dass mir so etwas gut gefällt. Ich fürchte aber, es gibt in Köln nicht so irrsinnig viele Anhänger dessen. Schade für die, die das so vehement betreiben und verteidigen. Es waren nicht viele Kisten in einem guten Zustand. Man sah, dass das Geld an allen Ecken und Enden fehlt.


Aber überall versucht man, mit wenig Geld sich ein wenig nett einzurichten.



Es scheint, dass ein Café betrieben wird, war aber zu, als wir wohlgemerkt sehr früh am Tag dort waren.

Dann weiter zu einem alten Fort, von denen es viele im Kölner Stadtgebiet gibt. Das hier ist der Friedenspark.


Abgebrochene Bierflaschen verwachsen hier mit Pilzen.


Direkt vor dem Wohnzimmer dieser Truppe... wobei es nicht danach aussah, als ob das hier noch aktiv ist.





Der Weg führt uns weiter durch die Südstadt... überall sieht man Bemühungen, die wenigen Grünflächen zu schmücken. Echt Kölsch ist die Umrandung mit Bierkronen.







Insgesamt waren es lt. runtastic 14km, die wir durch die Stadt gelaufen sind. Noch mal nachgemessen ergeben sich 11km.. also irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Anschließend waren wir auch wirklich kaputt. Wer weiß, was mein Bester im letzten Jahr hat durchmachen müssen, kann vielleicht abschätzen, was diese Strecke per pedes für uns bedeutet. Wunderbar!


Kommentare:

  1. das geht eindeutig über "Licht am Ende des Tunnels" schon ein Stücken raus auf die freie (möge sie - auch im Regen - immer hell und licht bleiben) Strecke des Lebens auf frischen Füßen. *gefällt mir*


    (bin ich jetzt schon total FB-verblödet? - immer will ich *gefällt mir* klicken - ich denke das schon manchmal ...)

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  2. Lizzy, ja das passiert mit einem, wenn man "Facebook" ist. Ich such auch ständig den gefällt mir-Button. :-) Ist ja irgendwie, als ob man im persönlichen Gespräch das bestätigende Nicken nicht mehr ausführen könnte. :-)

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  3. Hey, schön, dass sich Deine Sehne wieder kooperativ zeigt! Ja und über das Wasser freuen sich wohl alle Gärtner. Bin heute im einsetzenden Regen noch durch den Garten gesprungen und habe Rasendünger gestreut.
    Und wieder schöne Bilder hast Du aus Köln gepostet. An dem speziellen Garten habe ich auch schon gestanden. Tja, früher wäre da gegenüber ein schönes Brauhaus gewesen...
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Richtig Elke, das haben wir auch noch mal bedauert, als wir da standen. Ob das nötig war, das so frühzeitig abzureißen? So richtig viele schöne Biergärten gibt es ja in Köln nicht und das war so eíner mit altem Baumbestand und so. *seufz*

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  4. Das war doch schon wieder eine richtig tolle Laufrunde, noch dazu endlich mal wieder im Regen. Mein Garten hat auch regelrecht aufgeatmet.

    Deine Stadtfotos aus Köln sind total faszinierend - ich finde, du hast einen sehr präzisen Blick für das Besondere und die ganz speziellen Details in "Deiner" Stadt! :-)

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  5. Ein langer Post mit vielen Facetten. Da ich Deinen Blog erst jetzt kennenlerne, weiß ich noch nicht um die einzelnen Hintergründe. Aber es ließt sich nach einem allgemeinen Aufwärtstrend für Dich und Deinen Partner. Das freut mich sehr.

    Schöne Eindrücke hast Du uns präsentiert. Am Vater Rhein laufen zu können ist auch eine tolle Sache.

    Ja, und mit einem völlig durchweichten 5-Euro-Schein habe ich nach einem langen Regenlauf auch schon mal die Brötchen bezahlt. Die Verkäuferin hat es mit Humor genommen.

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Volker, ums kurz zu machen. Ich heiße Anja, bin mittelalterig, laufe seit nunmehr 10 Jahren und sammel neben diversen Lebenserfahrungen auch gerne mal Läuferverletzungen. Also wenns irgendwo ziept, wende Dich vertrauensvoll an mich. Ich habs schon gehabt. :-) Meine Liebe zum Laufen oder mein Dickkopf geben aber die Hoffnung nicht auf, dass es auch für mich eine Welt des durchgenden Laufens gibt. Gejammert wird nicht - et kütt wie et kütt und ich hab demnach viel Freude an jedem Lauf und dann erweckt es auch mein Mitteilungsbedürfnis. Ein paar Halbmarathönchen sind auf mein Konto gegangen. Mehr geht dann nicht. Danke für Deinen Besuch!

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  6. Einerseits find ich es erstaunlich wie du dich immer wieder hoch rappelst nach diversen Tiefschlägen in die Läuferseele und andererseits freue ich mich einfach, dass du so einen Lauf machen und genießen konntest! :-)

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    1. Am besten auf Letzeres konzentrieren und die Tiefschläge vergessen. ;-) Ich will ja im August in den Pfälzer Wald. Das wär mal ein nettes Ziel. Wobei... die Berge.. puh. :-)

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  7. LIebe Anja,
    schön, dein Regenlauf! Die Regenfrau in mir hat sich mit dir gefreut und mir erging es ganz ähnlich, als es hier endlich mal wieder ein bisschen geregnet und genieselt hat - es war das große aufatmen!
    Euer Samstagspaziergang klingt auch super - ich liebe dieses urban gardening und deine Fotos dazu sind einfach nur toll!
    Lieben Gruß in den hohen Norden,
    Doris

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