Samstag, 28. Februar 2015

~ Was spenden? ~

Neben dem Laufen laufen einem bekanntlich ja auch andere Sachen im Leben über die Füße. Ich mag mich da gar nicht beklagen. Langeweile ist ein Besuch, den ich eher nicht so häufig an meine Tür klopfen höre. Und wenn, dann duck ich mich und mach nicht auf.

In dieser Woche hat eine liebe Freunden wahrscheinlich Leben gespendet. In Form von Stammzellen. Und das ist mal gar nicht so selbstverständlich und hat mich gedanklich arg beschäftigt.

Als vor vielen Jahren eine mir nahestehende Person im jugendlichen Alter an Leukämie erkrankte, war für mich klar, dass ich mich in der DKMS registrieren lasse, was auch schnell getan war. Freudig, dass wir es nicht für uns benötigten.

Vor einigen Jahren dann bin ich mal als freiwillige Helferin zur Typisierungsaktion der DKMS zur Saisoneröffnung von Schalke gefahren. Ich durfte die möglichen Neumitglieder für die Kartei aufklären und ihnen Fragen stellen. Dabei stellte ich fest, wie schwer sich doch viele mit dem Thema taten. Und ich hab begriffen, dass viele Leute einfach Angst hatte, was ihnen selbst im Falle einer Knochenmarkspende oder Stammzellenspende passieren kann.

Ich hab auch erlebt, wie ein Kollege zur Spende aufgerufen wurde und über Wochen schlimmes Kopfkino hatte. Der Gedanke, dass es nicht klappt, hat ihn extrem beschäftigt. Letztendlich konnte er aufgrund eigener Infektionen gar nicht spenden. Das war alles nicht leicht für ihn.

Dass ich mich aufgrund meiner Autoimmunerkrankungen aus der Kartei löschen lassen musste, war für mich ein harter Schritt. Irgendwie hatte ich gehofft, dem Universum für das Glück, dass wir es damals geschafft hatten, mit der Form einer Spende danken zu können. Es gibt natürlich kein Aufwiegen dessen aber ich musste arg die Tränen schlucken, als man mir sagte, dass ich nicht mehr "mitspielen" darf.

Meine Freundin hat nun diese Woche gespendet. Sie hat in Kauf genommen, dass sie durch die Medikamente Knochenschmerzen bekommt und auch dagegen Medikamente nehmen muss. Aber sie hat sich so freudig dazu gemeldet, dass sie es tun darf. Ein gutes Gefühl, so schrieb sie... so unterschiedlich sind Menschen und ich hab Respekt vor jedem, der es tut und auch Verständnis für jeden, der sich gedanklich damit schwer tut. Aber es ist wirklich eine so gute und eigentlich auch einfache Tat.

Musste ich mal ein paar Zeilen zu schreiben, vielleicht liest hier jemand, der sich auch schwer tut. Ja... das gibts aber Leben zu retten ist sicherlich mit nichts aufzuwiegen.

Da der helle Planet heute so hübsch leuchtete, haben mein Bester und ich uns nach längerer Wetterpause noch mal auf Tour gegeben. Seit dem Fotokurs bin ich fürchterlich kritisch geworden. Und so richtig gefällt mir gar kein Foto. Allerdings sind war quasi durch die Ignoranz von Betreten verboten Schildern auf ein schönes Hafenareal gelangt. Ich muss mich mit diversen Einstellungen in er Kamera noch durchprobieren aber das wird schon noch.

Außerdem hat uns die Sonne just in dem Moment im Stich gelassen, als wir das Dom-Panorama hatten. Aber schön wars allemal, ein paar Kilometer zu latschen, das obligatorisch Kölsch zu trinken und Pommes gabs auch noch. Also genug gesündigt für heute.





Und wer bei dem nachfolgenden Bild automatisch "Aurora mit dem Sonnenstern" summt, ist Ü40.. mindestens. :-)



Das war der Samstag und zum Laufen schreib ich erst wieder was, wenns denn geht (glaub ich zumindest:-:-)

Also spendet fleißig - was auch immer - und habt ein schönes Restwochenende.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,

    seit 1990, dem Beginn meines Studiums bin in der Spenderdatei, bis heute wurde ich nicht gebraucht, aber ich weiß auch nicht, wie ich reagieren würde...wahrscheinlich würde der positive Gedanke überwiegen :-)

    Ich mag Deine Bilder übrigens, ich finde Du hast ein gutes Auge, v.a. das Zweite gefällt mir und natürlich das monochrome :-)

    Salut

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    1. Lieber Christian,

      ich glaube, das Wissen um den Prozess, der bei Dir ja sicherlich vorhanden ist, hilft auch.

      Damals gab es soweit ich weiß nur die Form der Knochenmarkpunktion. Ich hab mir da nur gedacht, wenn das Kleinkinder ohne Betäubung aushalten können, dann kann ich das als Erwachsener auch. Die Form der Stammzellenspende mittels Blutwäsche (nennt sich das so?) ist aber auch schon deutlich angenehmer, denke ich.

      Danke fürs Lob. :-)
      Anja

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  2. Also, ich finde die Bilder auch super!
    Und: Das ist auch meine Laufstrecke.. :-) Da laufe ich auch immer. Vielleicht sind wir schon mal aneinander vorbeigelaufen?

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    1. Hallo Julia,

      willkommen auf meinem Blog. Mein Laufrevier ist ein Kilometer rheinabwärts - aber gleiche Rheinseite. :-) Aber den ein oder anderen offiziellen Lauf hab ich schon in Köln absolviert.

      Gruß
      Anja

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  3. Ich bin seit 1992 in der Datei, nach stundenlangem Anstehen auf einem Schulhof. Das war damals eine große Typisierungsaktion für ein Mädel aus Oldenburg. Wie Christian bin ich bis heute nicht gebraucht worden.

    Aber ich würde es machen, was sind etwas Angst vor dem Riskio und eventuell ein paar Tagen mit Schmerzen gegen ein Leben?

    Sei ruhig weiterhin kritisch, es kommen tolle Bilder dabei raus.

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      ja, Du hast Recht. Ich war auch ca. 10 Jahre in der Kartei und es kam nur einmal ein Brief, dass ich in die engere Auswahl gekommen bin. Danach passierte dann aber nichts mehr. Ein wenig kribbelig war das dann schon.

      Schönen Sonntag noch.

      Anja

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  4. Liebe Anja,
    ich bin der Meinung, das jeder das spenden soll, was sie/er gerne (von sich) hegibt. Was das ist, darf und soll jede(r) selbst entscheiden! Ich bin früher jahre (eigentlich jahrzehnte)lang zur Blut- und/oder Plasmaspende gegangen, bis ich plötzlich anfing jedesmal ein ungutes Gefühl dabei zu haben. Dann bekam ich öfter mal danach einen leichten Infekt und irgendwann ging ich einfach nicht mehr hin... Ob sich das wieder ändert, weiß ich nicht, ich lass mich da überraschen...
    Pommes... mmmhhh schon ewig nicht mehr gegessen....! :D

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    1. Ja Doris, geb ich Dir Recht.

      Ich hab Blutspenden nie vertragen. Das Spenden an sich war kein Problem aber ich hatte dann eine Woche lang ziemliche Kreislaufprobleme. Daraufhin hab ich es sein gelassen aber immer irgendwie mit schlechtem Gewissen. Da ich das aber auch nicht mehr darf, muss ich mir keine Sorgen kommen.

      Pommes müssen sein - ich ess sie max. 1 x im Monat aber liebe sie. :-)

      Gruß
      Anja

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  5. Aurora mit dem Sonnenstern - logisch, das klingt immer noch in meinen Ohren - Kölle - ich liebe es auch - immer wieder !

    An andere denken, ihnen ein Stück von sich selbst bei Bedarf zu geben, überhaupt keine Frage, ist für mich selbstverständlich, genauso wie ich seit vielen Jahren meinen Organspenderausweis mit mir herumtrage .

    Wie ich sehe und lese, kannst du dich gut auch mit anderem sehr gut und mit Ausdauer beschäftigen, und das ist gut so, irgendwann lesen wir auch wieder vom Laufen

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    1. Ja, zum Leidwesen meines Besten kann ich mich mit allem, was mir nahe liegt, mit Ausdauer beschäftigen. Und das sind meist mehrere Dinge auf einmal. Ausdauernd hält sich nebem dem Laufen das Kochen sowie immer mehr das Fotografieren und die Bearbeitung. Dazu gekommen ist jetzt durch das LALELI noch das Backen. Zwischendurch besprech ich noch Bücher und wenn ich Lust hab, stricke ich Socken (aber das ist jetzt schon ewig auf Eis). Wie gesagt.. das mit der Langeweile ist nicht so meins. :-) Ach ja, einen 45-50-Stunden-Job hab ich auch. Und trotzdem.. ich hab glaube ich ne gute Balance gefunden, das nicht in Stress ausarten zu lassen *stolzbin*.

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  6. Ertappt. Aurora mit dem Sonnenstern... :-D

    Ich lese hier übrigens IMMER! Ich mag nur nicht immer kommentieren, bin recht schreibfaul geworden ...

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    1. Ich summe das immer, wenn wir dort am Rheinufer entlang spazieren. Das hat sich ähnlich wie "Ich bade meine Hände darin." doch ziemlich eingeprägt.

      Danke, dass Du so treu bist. :-)

      Gruß
      Anja

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  7. ich habe ebenfalls sofort gesummt. Und finde das Spendenthema viel zu komplex und in seiner Komplexität zu missverständlich wenn vereinfacht dargestellt für online-plattformen.

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    1. Wir könnten das am 09. oder 10.03. abends gerne auch persönlich erörtern. :-)

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    2. Bis dahin sollte ich zumindest wieder fit sein :) Ich melde mich sobald nicht mehr im Fieberwahn ;)

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  8. Liebe Anja,
    danke für die Gedanken zum Thema und auch die schönen Bilder. Ich habe mich auch einmal konkreter mit Knochenmarkspende beschäftigt, als mich um 3 Ecken herum ein Aufruf erreichte. Einerseits finde ich das Schicksal der Erkrankten jeweils sehr ergreifend, auch stelle ich mir es ein schönes Gefühl vor, wenn dank der eigenen Spende ein Leben gerettet werden kann. Ich denke auch, dass das Verfahren für den Spender keine zu großen Risiken mit sich bringt - wenn es richtig durchgeführt wird. Und genau da setzt mein Zweifel an. Ein persönliches Erlebnis mit meinem 08/15-entzündeten Blinddarm, der auch für die moderne Medizin doch Routine sein sollte. Aber was ich dann erlebte, lässt mich arg zweifeln, ob man sich den Medizinern wirklich so einfach anvertrauen kann/darf/soll.
    Dein Post bringt mich wieder zum Grübeln...
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,
      danke für Deine ehrlichen Worte. Ich kann das gut nachvollziehen. Es gibt immer Risiken (wobei die hier wohl klein sind) und man sollte sich vor der Registrierung im Klaren sein, ob man damit umgehen kann. Das Schlimmste wäre doch (für einen selbst und den Empfänger), wenn man dann im Fall des Falles vor lauter Angst einen Rückzieher machen muss.

      Man muss innerlich bereit sein - natürlich freue ich mich über jeden, der sich zur Verfügung stellt..

      Es war bei der DKMS eine (verständlicherweise) große Voraussetzung für unsere Gespräche mit den potentiellen Spendern, dass wir Niemanden versuchen zu überreden.

      Traurig war, wenn man jemanden ablehnen musste. Z.B. aufgrund des Alters oder eben Vorerkrankungen. Die Enttäuschung in den Gesichtern war herzerweichend.

      Gruß
      Anja

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    2. Stimmt, Anja, das war auch mein Gedanke. Wenn ich mich registrieren lasse um mein Gewissen etwas zu beruhigen, und dann käme der Moment der Anfrage, man weiß, für jemand hängt das Leben davon ab, und dann würde ich kneifen.... Ganz schlimme Vorstellung für mich...
      Es gibt eine Altersgrenze? Wusste ich nicht. Warum denn das?
      Liebe Grüße
      Elke

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    3. Liebe Elke,

      nein, das geht gar nicht. Man sollte tatsächlich vorher sicher sein.

      Die Altersgrenze liegt bei 55 und soll meines Wissens nach eben auch die Spender schützen. Man darf auch mit starkem Übergewicht oder Untergewicht nicht spenden (keine einfache Sache, wenn man das den potentiellen Spendern sagen muss). Die einen Ausschlußkriterien dienen dem potentiellen Empfänger (z.B. Autoimmunerkrankungen), die anderen eben den potentiellen Spendern (Alter, Krankheiten etc.).

      Gruß
      Anja

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  9. Wieder einmal großartige Fotos, liebe Anja! :-)

    Zum Thema: Organspendeausweis hab ich natürlich. Mit Blutspenden hab ich es nicht, ich neige schon beim Blutabnehmen zum Zusammenklappen. Aber vielleicht sollte ich doch mal wieder einen Versuch ...?

    liebe Grüße,
    Anne

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    1. Danke liebe Anne. :-)

      Oh, wenn ich beim Blutabnehmen solche Probleme hätte, würde ich es wohl ebenfalls überdenken. Bei mir waren es ja "nur" Kreislaufprobleme aber die hielten mich durchaus eine Woche in Schach und es hat mich dann eben nicht so großzügig werden lassen.

      Grüße nach Trier
      Anja

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