Donnerstag, 12. März 2015

~ Tierfrei? ~

Auch wenn das hier der Laufblog ist und nebenan der Veganblog, so ist es mir doch ein Anliegen, hier zu posten. Zum einen kann ich nicht laufen und muss über was anderes Schwadronieren, zum anderen bekomm ich drüben wenig bis keine Resonanz und darum seid Ihr dran... so ne einseitige Beziehung ist ja langweilig.

Ich war beruflich mal wieder für 3 Tage in Süddeutschland. Dort bin ich aus diversen Gründen gerne, die Kollegen nett, das Umfeld gut und wenns passt, dann gibts Treffen mit Freunden in der großen Stadt.

Der Flieger ging um kurz nach 6, die Nacht war kurz aber ich hatte Mett im Gepäck. Denn.. eine Kollegin hat sich ebenfalls der tierfreien Ernährung angeschlossen und wir hatten ein großes Frühstück geplant - sie macht Frischkäse, ich mach Mett. Eine andere Kollegin lässt beim Backen des Apfelkuchens netterweise einfach die Eier weg und wir hatten so dann auch Süsskram dazu. Ich fahre zwar zum Arbeiten dort hin aber man kann sich ja auch die Arbeit schön machen. Also auf dem Weg vom Flughafen zum Büro noch ne große Tüte Brötchen eingepackt.

Warum ich das hier schreibe ist meine Freude darüber, wie offen die Kollegen waren und alles probiert haben. Die erstaunten Blicke beim Mett und der Herstellungsart ist immer wieder lustig. Aber wenn man erklärt, dass auch Mett von zerstückelten süssen kleinen Schweinchen vom Grunde her keinen Geschmack hat und nur durch die Gewürze "lebt", versteht man, dass eben auch Reiswaffeln mit Wasser und Tomatenmark täuschend angewürzt werden können. So futterten wir alle fröhlich unsere Brötchen und jeder holte sich noch mal Nachschlag. Ich erlebe zwar mehr neugierige und offene Menschen als verschlossene aber das ist nicht immer so, von daher halte ich das für erwähnenswert.

Dienstag Abend dann hatte ich mich mit langjährigen Wegbegleiterinnen aus dem WörldWeidWäb, die ich im Leben nie kennen gelernt hätte, wenn es nicht Laufforen geben würde, in einem Münchner veganen Restaurant verabredet - auch hier wieder absolute Offenheit. Schließlich bin ich in der Runde die einzige Veganerin.


Und neben dem, dass es schön war, die "Mädels" in der Runde wiederzusehen, war es ein Fest des Genusses. Ich kenne viele gute vegane Restaurants, ich hab schon häufig gut vegan gegessen. Aber das, was das Gratitude da auf den zugegebenermaßen kleinen Tisch gezaubert hat, war eine Offenbarung. Mein Kichererbsenpfannkuchen (das hieß anders und Pfannkuchen ist auch viel zu profan ausgedrückt) war super gewürzt und in sich so inhaltsreich, dass es schwer fiel, alles aufzuessen. Aber ich hätte kein Schnibbselchen auf dem Teller lassen können, es war zu gut. Das obere Bild sind Tapas, die wir uns geteilt haben und ich durfte sowohl bei den gebratenen Auberginen (nie, nie, nie hätte ich gedacht, dass man Auberginen so lecker hinbekommen kann) und dem Curry probieren. Es war grandios. Und gleichzeitig fühlte ich mich wie das kleinste Licht im Universum, weil ich bis dato dachte, kochen zu können. Aber das war irgendwie eine andere Galaxi und ich möchte jetzt sofort den Koch des Gratitude heiraten - egal ob Mann oder Frau. Wenn der/die nicht zu vergeben ist, hätte ich gern ein Kochbuch, unbedingt.

Noch mal kurz zum Laufen und der Erkenntnis, dass das wohl noch lange dauern wird, bis das wieder geht: Ich werde fett werden, unaufhaltsam, wenn das so weiter geht. :-)

Kommentare:

  1. Ich möchte auf jeden Fall mal des Rezept für dein Mett haben :))

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    1. Sollst Du haben: http://www.veganguerilla.de/mett-mett-mett/ Ich würze zusätzlich noch mit Paprika. Und... in jedem Falle einige Stunden ziehen lassen und gut würzen. Anfänglich schmeckt man die Reiswaffeln sehr raus, das verliert sich später.

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  2. Liebe Anja,

    so kann man sich eine Dienstreise angenehm gestalten! Deine Beschreibungen des Essens, lassen mich mit höchster Gehrinleistung gerade einen Grund suchen, unbedingt in den nächsten Wochen mal wieder nach MÜnchen zu fahren und dem Gratitude einen Besuch abzustatten! :D
    Schön, dass es mit dem Bloggertreffen auch geklappt hat!

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    1. Hallo Doris,

      ja, mach das. Es sei wohl noch dazu gesagt, dass man dort recht eng sitzt und es auch laut ist. Das ist der Abzug in der B-Note. Unbedingt auch reservieren und bringt Hunger mit. :-)
      Gruß
      Anja

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  3. Veganes Mett habe ich auch schon gegessen, war lecker.

    Ich denke, dass die Offeneheit für das Thema Vegan generell zunimmt. Wie in allen anderen Lebensbereichen auch: Toleranz ist gefragt. Auf beiden Seiten.

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Hallo Volker,

      das mit der Toleranz ist nicht nur hier wichtig. Ich glaube und hoffe, das zu leben.

      Gruß
      Anja

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  4. Hallo Anja,
    es gibt veganes Mett?! Das ist mir neu und würde mich sehr interessieren. Ich merke selber, dass ich immer wenige "Lust" auf Fleisch habe, habe mich aber andererseits zu wenig mit veganer Kost beschäftigt. Wahrscheinlich ist es ein Vorurteil, dass man da wenig Auswahl hat und/oder die Zutaten schwer zu beschaffen sind.Ich muss mich damit mal mehr auseinandersetzen. Denn wen ich Dich so lese, habe ich nicht den Eindruck, dass Du hungerst und darben musst ;-)
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Hallo Elke,

      ja, ich war auch extrem erstaunt, vor allen Dingen wenn man liest, was drin ist und wie einfach es geht. http://www.veganguerilla.de/mett-mett-mett/

      Es ist in der Tat gar nicht schwer, nur anders. Man verlässt die gewohnte Ernährungsebene und widmet sich anderen Zubereitungen und Zutaten. Mir hat das unheimlich Spaß gemacht. Mittlerweile ist es für mich ja normal. Und nein, hungern und darben muss ich echt nicht. Aber man sollte auch selbst Spaß am Kochen mitbringen.

      Gruß
      Anja

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    2. Hallo Anja,
      das Mett ist ja verrückt! Ist das dann nur zum kalt essen oder kann man damit dann auch kochen, zB Sauce Bolognese? Solche Rezepte liebe ich, einfac,h aber anscheinend schackhaft, werde ich testen! Danke für den Link! MIr fiel noch ein, in unserem Supermarkt gibt es schweizer (!) vegetarische Produkte, dabei u.a. Schnitzel. Mein Mann hatte das gefunden und zubereitet ohne mir zu sagen, was es war. Ich war völlig überrascht,welch leckere Schnitzel er da hatte und wäre nicht im Traum drauf gekommen, dass das KEINE echten waren.
      Liebe Grüße
      Elke

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    3. Hallo Elke,
      ich habs noch nie probiert aber man kann es m.W.n. wirklich nur kalt essen. Für Bolognese-Sauce eignet sich hervorragend Sojaschnetzel oder Tofu klein gebröselt oder Grünkern oder... ;-) Es gibt sogar im Supermarkt fertiges Sojahack zum Anbraten zu kaufen.
      Gute vegane/vegetarische Schnitzel hab ich auch schon gegessen aber auch wenn das bei meinem Loblied aufs Mett anders rüber kommt, so ess ich doch eher selten Fleischersatzprodukte. Tofu nehme ich hier aus, weil es für mich ein eigenständiges Lebensmittel ist.
      Es gibt mittlerweile wirklich Produkte in Hülle und Fülle.
      Gruß
      Anja

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  5. Das vegane Mett-Rezept würde mich auch sehr interessieren. Ansonsten gilt für mich ähnlich wie für Elke: Ich mag immer weniger Fleisch und Tierprodukte essen, aber bin noch nicht so firm, was Alternativen angeht - obwohl ich weiß, dass man mit Gemüse, Hülsenfrüchten und Co. unglaublich leckere Sachen zaubern kann. Erschwerend kommt hinzu, dass ich Tofu, der ja in vielen Gerichten als Fleischersatz verwendet wird, wegen seiner Konsistenz wirklich nicht mag. Ich werde vermutlich nie vegan leben, aber öfter mal vegane Rezepte zu probieren reizt mich schon.

    Gute Besserung dir weiterhin - und nicht zu lecker kochen und essen, sonst geht das schief ... figürlich betrachtet!

    Viele Grüße,
    Anne

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    1. Hallo Anne... Rezept hier - Hinweise dazu s. weiter oben: http://www.veganguerilla.de/mett-mett-mett/

      Bzgl. Tofu - ich esse relativ selten Naturtofu und den auch nur als Bolognese oder Rührtofu (Rührei). Aber Räuchertofu oder Tofu Rosso von Taifun oder Philosophentofu von Lord of Tofu haben eher feste Konsistenz und auch richtig Geschmack im Gegensatz zu dem Naturtofu. Ab man muss es in der Tat auch nicht essen - es gibt ja wirklich genug anderes.

      Ja.. figürlich muss ich wohl aufpassen. :-)

      Gruß
      Anja

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  6. Gratitude? Dachte ich neulich schon, dass die Bilder klasse aussehen - werde ich bei Gelegenheit mal aufsuchen. Danke für den Tipp ;)

    Reiswaffeln? Es gibt wenig Dinge, die ich nicht mag. Mit Reiswaffeln bin ich jagbar ... Was das Mett natürlich erst Recht interessant macht denn ein Mett aus Fleisch - am besten thüringer oder aus Hessen, die Bayern können das nicht und die anderen Bundesländer noch weniger - das gehört zu den Dingen, die ich fast nie mehr esse aber TOTAL lecker finde!

    Momentan würde ich mich aber über vegange Lasagnerezepte ohne Soja freuen. Falls du da was hast: ich bin gerade an einer Serie dazu (hat sich vorgestern zufällig so ergeben), die ich mit zwei Kollegen durchführe. Gestern Abend (bzgl. der Kocherei) bzw. heute Mittag (bzgl. des Essens) war Start mit Tag 1 und einer von mir fabrizierten Gemüse-Pilz-Lasagne). Ein paar Querideen ganz anderer Richtung kann bei einer gescheiten Serie ja nicht schaden *s*. Nehme solche gerne entgegen :o)

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    1. Hallo Lizzy, Mettrezept s.o. und man schmeckt nach kräftiger Würzung und mehreren Stunden Durchziehen lassen die Reiswaffel gar nicht wirklich raus.

      Lasagnerezept sollst Du bekommen: Ich denke, dass Du mit "Soja" nicht Sojasauce meinst, sonst musst Du sie einfach durch andere Gewürze ersetzen. Ebenfalls die Sojamilch bei dem Hefeschmelz. Kannst ja auch Käse drauf packen, wenn gewollt: http://www.chefkoch.de/rezepte/1131301219512503/Linsen-Lasagne.html

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    2. Danke :-) Was "kein Soja" angeht, meint eher: kein Tofu etc. Denn ich mache es noch komplizierter: die Lasagne soll auch für einen Gichtpatienten taugen. Und die sollen möglichst keine Hülsenfrüchte - jedenfalls nicht als größerer Bestandteil ... gar nicht so einfach, gell. Das muss nicht akribisch eingehalten werden - aber ich z. B. muss von Sojaprodukten schon in mittleren Mengen immer so furchtbar pupsen - daher nahm ich Soja (Hülsenfrucht UND für mich unverträglich - also schon zwei der drei Teilnehmer, die das einschränken).
      Heute der erste Versuch enthielt gebratene Champignons, Auberginen, Zucchini, viele Tomaten (okay - aus der Dose), Paprika, Zwiebel, Knoblauch, scharfe Currypaste und eine Decke aus Mandelmus mit Wasser und ein paar Hefeflöckchen. Achja - einen EL Agavendicksaft kam ins mit Gemüse - dazu viel Pfeffer und wenig Salz. Ja - war schon lecker. Aber nun soll es einen wöchentlichen Veganlasagnetag geben aus möglichst vielen Geschmacksrichtungen. Für den nächsten Versuch dachte ich an die Zutaten: Spinat, Kokosmilch und Pinienkerne ...

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    3. Hört sich super an, Lizzy. Es gibt vom HIltmann ein Lasagnerezept, das ich auch sehr lecker fand, aber gar nicht richtig gebacken wird. Mit Zucchinischeiben als Lasagneplatte, einer Füllung aus Champignons und Mandeln und einer Tomatensauce. Wenn sich das für Dich gut anhört, dann scanne ich Dir das Rezept und schick es Dir.

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    4. hmmm ... jein ... ich sag mal die "Muss-Vorgaben":

      - beinhaltet die klassischen "Lasagne-Nudelplatten". Die Nudeln werden durch nix anderes ersetzt
      - vegan
      - kein Tofu (bisschen Sojamilch oder so wäre ok)
      - überhaupt wenig Hülsenfrüchte

      und ich bin mir im Moment nicht ganz sicher ... es sind ja drei Mitesser und ich glaube, der eine hat ein Problem mit Nüssen. Ob auch, wenn gekocht und ob mit allen ... das weiß ich jetzt grad gar nicht ...

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    5. Da bin ich raus... ;-) Ich hab in den 6 veganen Jahren nur die 2 o.g. Lasagnen gemacht. Ich hätte aber gerne von Dir das beste Rezept, das bei diesem Unterfangen rauskommt.

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  7. Liebe Anja,

    Lecker...viel mehr fällt mir gar nicht ein...so ganz bin ich ja kein Veganer, dazu mag ich den Fleischgeschmack zu sehr, aber vegan und vegetarisch ist an 6 Tagen die Woche inzwischen etabliert.
    Vegane Restaurants sind wirklich klasse, ich durfte auch schon in dem einen oder anderen schlemmen, v.a. hat man vorher und nachher keine Arbeit :-)

    Salut

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    1. Hallo Christian,

      ich finde, das ist ne gute Einteilung und würde ökologisch viel ausmachen, wenn sich die Menschheit zu 6 Veggie-Days entschließen würde. Ja, es gibt wirklich gute vegane Restaurants.

      Gruß
      Anja

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  8. Anja, ich glaube, so langsam wachen die Leute mehr und mehr auf und beschäftigen sich einfach mal mit dem Thema.

    Und wenn man mittlerweile sogar in München lecker essen kann (ist uns neulich auch passiert), sind wir alle auf dem richtigen Weg ;-)

    Viele Grüße
    Lars

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    1. Haha Lars.. "sogar" und "auch passiert".. das klingt nach häufig schlechten Erfahrungen. Zwar hab ich München früher kulinarisch mit Schweinsbraten und Semmel"n"knödeln verbunden - was ich auch immer gern gegessen hab - aber vegan steht es dem in nichts nach.

      Auch den Kommentaren hier bei diesem Post kann man entnehmen, wie offen die meisten Leute anderen Essensformen gegenüber stehen. Das war vor 6 Jahren noch nicht so - wobei ich das den Kommentatoren hier im Blog nicht unterstellen möchte - aber es gab deutlich mehr Fragezeichen in den Köpfen - auch in meinem. Und es ist wunderbar, dass sich das ändert.

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  9. Liebe Anja,
    sieht alles sehr lecker aus. Hach, Essen ist schon toll!
    In unserer Familie wird schon Fleisch gegessen. Aber in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Meine Tochter und ich essen seit einiger Zeit gar keine Wurstwaren mehr und bei Fleischgerichten oft nur die Beilagen. Unsere "Männer" können und wollen da nicht soviel Verzicht üben.
    Insgesamt betrachtet haben wir vielleicht 2-3 Fleischmahlzeiten in der Woche - Tendenz sinkend. Ich bin gerade dabei mein Kochverhalten noch mehr zu verändern bzw. meine Repertoire an vegetarischen oder veganen Rezepten zu erweitern. Sehr spannend!
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Hallo Bianca,

      dann wünsche ich Dir genau so viel Spaß, wie ich hatte und habe. Die Welt der vegetarischen Rezepte ist echt spannend. Hätte wohl nie für Möglichkeit gehalten, dass ich mal Cashewkerne zu Sahnesauce verarbeite oder ohne Kichererbsen im Haus nicht mehr leben kann. :-) Mir machts Spaß.

      Gruß
      Anja

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