Sonntag, 19. April 2015

~ Viele Wege führen nach Ihrefeld ~

Ihrefeld ist der kölsche Ausdruck für Ehrenfeld und ein Stadtteil in Köln.

Wikipedia schreibt dazu: Der ehemalige Arbeiter- und Industriestadtteil hat heute einen hohen Anteil von Migranten aus allen Teilen der Welt. Entsprechend bunt ist die Geschäftswelt mit vor allem türkischen und italienischen Geschäften und Betrieben, aber auch mit vielen weiteren Unternehmen von Inhabern aus Nah- und Fernost sowie aus Afrika. Ehrenfeld hat eine sehr lebendige Kulturszene und wird als Wohnviertel immer beliebter – steigende Mieten und eine wachsende Zahl von Theatern, Restaurants und Szenekneipen zeugen davon.

In Ihrefeld bin ich mit Hechta Schmitz verabredet.. ich hab ihr von unseren schönen Begegnungen in Kölner Traditionskneipen tagsüber erzählt. 1-2 Bier trinken und den Thekengesprächen lauschen - so der Plan. Ob der Plan aufgeht, verrate ich noch nicht.

Aber erstmal wird das Avocado-Orakel befragt. Meine FB-Freunde kennen das schon. Gibt es eine perfekte Avocado, wird es ein wunderbarer Tag. Da ich mir die Tage gerne sowieso rosarot male, hab ich das ja selbst in der Hand, nicht wahr?







Um meinen Fitnessstand auf Trab zu halten und das gute Wetter auszunutzen, werden die ca. 20km nach Köln natürlich mit dem Rad gefahren - das geht entweder über die marode Leverkusener Brücke oder über meine Fähre. Wo immer ich kann, nutze ich die Fähre. Kurzurlaub - immer.


Zugegebenermaßen ist die Radstrecke nach Köln nur an wenigen Stellen wirklich schön. Entweder muss ich an den Fordwerken vorbei oder durch Stadtteile, die nicht wirklich idyllisch sind. Hier sieht es noch recht nett aus aber im Hintergrund lauert schon Chorweiler - keine schönen Geschichten hört man von dort.


Mein Komoot hatte ich eingestellt, mir eine Mountain-Bike-Strecke nach Köln zu dirigieren. Das hat dann die Konsequenz, dass ich durch möglichst viele Parks und auf möglichst vielen Schotterstrecken fahre. Nur höre ich diesmal schlecht und ständig muss Komoot sich und dann mich korrigieren. Da ich extra zeitig los gefahren bin, führte das zumindest nicht zu Stress und Verspätungen und bald schon stand das erste Obergärige auf dem Tisch.

In der ersten Kneipe ging der Plan des Zuhörens nicht auf - wir hatten uns zu viel zu erzählen als dass wir den Kneipengesprächen lauschen konnten. So früh am Tag, so schön das Wetter.. raus in die Sonne und ein Wässerchen und was Essen. Und was sieht mein freudiges Herz... Das EngelBÄT und das LizBÄT, die schon im letzten Jahr zusätzlich veganes Hack für ihre Crepes mit aufgenommen hatten und wo ich angesichts des sicher nicht veganen Teigs dann ein Auge zudrückte, haben ihr Klassiker jetzt auch in einer veganen Variante auf der Karte. Welche Freude und lecker wars natürlich auch.

So gestärkt, konnten wir den nächsten Versuch wagen.. wie man sieht... hier ist noch Platz nach oben. :-) Wieder nur Gequatsche unsererseits und kein ruhiges Lauschen der Kneipenphilosophien. So findet sich auch heute nichts im Nachbarblog.


Auch hier zieht uns aber die Sonne wieder nach draußen und wir verbringen noch ein wenig Zeit in der Altstadt, um über Junggesellenabschiede, Pinkelvermeidungsspiegel und sonstige wichtige Dinge zu philosophieren.

Beim Lieblingsitaliener noch gestärkt, dränge die Uhr. Ich hatte meine Radlampe zu Hause liegen lassen und hatte die Option, entweder zeitig im Hellen die Heimreise anzutreten oder mein Rädchen alleinig am Bahnhof zurück zu lassen und mit der Taxe weiter zu kommen. Ich entschied mich fürs hektische Radeln Richtung Heimat mit heftigem Gegenwind.

Die untergehende Sonne bekam ich so gerade noch über der maroden Leverkusener Brücke eingefangen.


Was aber natürlich am Rheinufer die - Ihr habts so gewollt - wirklich kitschigen Lichtmomente hergab.



47 km hatte ich schlussendlich auf der Uhr - und bevor ich hier wieder Schimpfe bekomme... ich hab natürlich nicht so viel getrunken, dass ich nicht mehr hätte fahren können - viel Zeit dazwischen und gutes Essen. :-) Vielen Dank meine liebe Hechta.. et wor wie immer schön mit Dir.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,

    wer sportelt, darf auch essen und beides hast Du ja zelebriert :-)
    Danke für die romantischen und stimmungsvollen - hört sich doch viel besser an, als kitschig - Bilder vom Rhein bei Sonnenuntergang, da sieht so ein Koloss von Brücke sogar heimelig aus ;-)

    Salut

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    1. Lieber Christian,

      ja, selbst die olle sorgengebeugte Brücke sieht im Sonnenuntergang heimelig aus, da hast Du Recht. Die Arbeiter, die wie Sisyphos versuchen, die Brücke irgendwie noch haltbar zu machen, sehen das wahrscheinlich anders.

      Gruß
      Anja

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  2. Liebe Anja,
    da hast du deine Radtour aber sowas von nachgeholt! :D
    Mir gefallen die Kneipen, von denen du schreibst immer so gut... da werd ich ganz neidisch, weil es hier sowas nicht/kaum gibt. Zumindest weiß ich nichts davon.. naja, ich geh ja auch nie aus! :D
    Das Sonnenuntergangs-Schwanenbild ist wirklich kitschig-schööööööön!

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    1. Liebe Doris,

      ich hab gerade noch mal 35 km nachgelegt - aber das gehört ein andermal erzählt. :-) Komm doch mal nach Köln, ich zeige Dir die Kneipen gerne. Es sind die Kneipen, die schon seit 100 Jahren besucht werden, die es mir so angetan haben und in denen sich auch heute noch Jung und Alt und Kölner und Immi* auf einen Plausch treffen. Dazu die Mentalität der Kölner... ich liebe es.

      Ja. kitschig-schön. .-) Danke!

      Gruß
      Anja

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  3. Das Avocado-Orakel ist großartig! :)
    Und die Fotos wie immer auch. 47 km ist nicht von schlechten Eltern! Das hält sicher fit. Na dann: Prost!

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    1. Hast du schon mal ne Avocado geöffnet und dann war sie entweder zu hart oder von innen schon braun? Mittlerweile hab ich so viel Feingefühl entwickelt, dass das zu hart nicht mehr vorkommt und meist schaff ich sie, auch genau zum richtigen Zeitpunkt - also vor braun - zu öffnen. Seitdem aber ist das für mich das Tagesorakel. ;-)

      Ja, das Radfahren hält wohl fit.. ich hoffe, das Wetter ist uns die nächsten Wochen einigermaßen hold, so dass ich dranbleiben kann. Prost!

      Anja

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  4. Was für tolle Bilder - nicht nur von Deiner Radstrecke! Ich drücke Dir die Daumen, damit Du demnächst diese Strecke evtl. auch wieder laufen kannst. Also, wenigstens einen Teil davon. ;-)

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    1. Danke für die Blumen, lieber Eddy - das mit dem Laufen wird wohl noch dauern. Wenn sich seit 3 Monaten NICHTS bessert, verschwindet auch noch der stärkste Optimismus. Mal schauen.

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  5. Ich liebe Köln. Und deine Bilder machen wieder Lust auf die Stadt.
    Vielleicht schaffen wir es ja mal wieder eine gemeinsame Runde in Köln zu drehen. Kriegen wir bestimmt mal wieder hin!

    Gruß Gerd

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    1. Zur Not halt mit dem Rad, Gerd. Sehen wir halt mehr. :-)

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  6. Pinkelvermeidungsspiegel? Was muß ich mir denn darunter vorstellen? Bzw, will ich mir überhaupt etwas darunter vorstellen? ;-)

    47 Radkilometer sind doch schon hochanständig. Mit etwas Treibstoff ließ sich sicher auch der Gegenwind auf der Heimfahrt ertragen ;-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker, da es Vermeidungsspiegel sind, darfst Du Dir darunter etwas vorstellen. In der Kölner Altstadt ist ein Eingang zur (vermalledeiten) U-Bahn gebaut worden, schick mit Holzverkleidung. Und damit da die Herren der Schöpfung nach 3 Trillionen Kölsch das, was davon übrig ist, nicht gegen die Holzverkleidung pinkeln, hat man in den Ecken Spiegel der Art aufgebaut, dass sich der ganze Stolz des Mannes spiegelt und für alle auf dem Alter Markt erkennbar wäre. Das scheint also auch Männer im sehr angetrunkenen Zustand davon abzuhalten, dort ihre Duftmarke zu setzen.

      Und ach.. ja, das Kölsch war mein Treibstoff. Stimmt. ;-)

      Gruß
      Anja

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  7. "Das schönste Ziel der Welt liegt in Ihrefeld"...sagt man ja nicht umsonst ;)
    Ach ja, und deine Fotos werden immer schöner und sind eigentlich kaum noch zu toppen. Wollte ich mal gesagt haben!

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    1. Oh Frau Mohr.. ich unterdrücke den angeborenen Reflex, dem jetzt zu widersprechen und freue mich sehr besonders. Danke. :-) Anja

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