Montag, 25. Mai 2015

~ Bei Sonne kann ja jeder ... ~

Oder Etappe 7 und 8 (bzw. für mich 2 und 3).. aber mal ganz von vorne:

Das Pfingstwochenende hält viel für uns parat. Nach meiner ersten Etappenwanderung am Samstag, ging es direkt zum letzten Saisonspiel des FC Köln. Noch ein wenig im Stadion gefeiert und den Abend beim Lieblingsitaliener ausklingen lassen.

Am Sonntag dann eine 12km-Wanderung direkt vor der Haustür, von der ich dann (wird ja auch alles zu viel) nur die Mohnblumen gepostet hab.

Ab unter die Dusche und hin zum Harley-Dome. Das muss man sich anschauen. Harte Jungs, Frauen mit Jeans, die immer eine Nummer zu eng sind - oder aber die Steuerberater und Zahnärzte, die mal einen Tag auf harter Mann machen wollen. Die Zeit war nicht lang - ab über den Rhein und Kabarett im Zims.. volles Programm, sag ich ja.


Nur der Pfingstmontag - der ist ruhig, da steht nichts auf dem Programm. So schmeiss ich um 8.00 Uhr den Motor an und starte meine 2. Etappe (in Wahrheit dann die 7. offizielle) des Kölnpfads. Die 11 km gehen fast ausschließlich durch den Wald. Das ist schön für die Seele, bietet aber wenig zum Fotografieren.


Außer diese Überbleibsel in einer Schutzhütte.


 Und ein wenig Wasser aber auch unspektakulär.


Erst als ich irgendwo bei Dellbrück den Wald verlasse, da sehe ich das hier - welch Kontrast.


Im übrigen regnet es zwischendurch immer mal. Meist muss ich keine besonderen Vorkehrungen treffen - die Bäume halten den meisten Regen ab.

Nach ca. 12km ist die ersten (also zweite bzw. siebte) Etappe rum und die Überlegung groß, die nächste, ca. 15km noch dran zu hängen. Probieren geht über studieren und ich kann ja zwischendurch immer mal meinen Joker in Form meines Besten und seines Autos ziehen.

Bevor das aber kommt, im Tröpfelregen erstmal frühstücken. Hmm... jetzt noch 15km, das wird knapp mit nur einem Brötchen. Ich kann sowas ja einen Tag ohne Wasser durchstehen aber nicht ohne Essen. 


Am Rande von Refrath sehe ich dann das im Garten eines Hauses... Es sieht nicht so aus, als ob das mal ein Friedhof gewesen sein sondern als ob das jemand in seinen Garten geschleppt hat. Interessante Gartengestaltung. :-)



Hier komme ich dicht am Monamare vorbei, einer der größten und wohl auch schönsten Saunen hier im Lande. Aber ich genieße mehr den Blick auf den See und trabe weiter.


Der Regen wird stärker und ich krame mal wieder das Regenszeugs aus dem Rucksack und die Kamera rein.. vorher aber noch schnell die Tropfen knipsen.


Just als ich den Wald verlasse und offenes Terrain vor mir liegt, hört der Regen auf. Er führt über einen Bauernhof, der mit der ersten Milchtankstelle im Bergischen Land wirbt. Hab ich als Veganerin ja nix davon aber trotzdem werf ich mal nen Blick rein. Puh... den "Duft" von frischer Milch fand ich als Kind schon bäh. Schnell raus und weiter... jetzt gehts den Berg hinauf.

Ständig denke ich an die Läufer, die hier die 170 um Köln am Stück laufen müssen dürfen - Ihr habt jetzt schon meine absolute Hochachtung.


Hier im Bergischen Land werden sogar die Kapellchen im Fachwerk gebaut (ich hoffe/glaube doch, das ist ein Kapellchen)



Bei Kilometer 25 steht dann auf einmal unvermutet eine Waldgaststätte vor mir (so richtig vorbereitet war ich ja nicht und vor lauter Freude fotografiere ich auch nix). Ich lasse mich nieder, bekomme Pommes, Kölsch und Kaffee mit Soja!!!milch und lasse meine Füße und die Seele baumeln.

Apropos Seele. Ich bin ja erstaunt, dass ich Stunden durch den Wald laufen kann und es mir nicht langweilig wird. Ich kann auch gar nicht sagen, was ich so denke. Zumindest wälze ich keine Probleme... es ist so ein Flow-Zustand. Vielleicht denke ich ja auch nix. Auf jeden Fall bin ich beruhigt, dass es mir mit mir nicht langweilig wird.

Ich rufe mein "Taxi" an und kündige die letzten 4km an - noch ca. 40 Minuten. Die gehen stramm den Berg runter, noch an einem Zeugnis aus der Zeit von Napoleon vorbei.


Ein letzter heftiger Anstieg und da steht es vor mir, das Schloss Bensberg in seiner Pracht. Nach ausgiebigen Erkundungen ist mir aber nicht mehr zumute. Schnell wieder den Berg runter noch durch die alte Innenstadt von Bensberg.


Und hier spezielle Grüße an Anne... da geht noch was an Einzimmerwohnungen.


29km und 5 Stunden später sitze ich im Auto zurück an den Startpunkt. Die Beine tun mir weh, der Ischias auch - nicht mehr und nicht weniger als nach kürzeren Routen. Meine Eltern werden jetzt wohl wieder die Hände über dem Kopf zusammen schlagen (die lesen hier mit) und sagen "Da löft datt esu wigg und och enoch allejn durch dä Bösch." Aber alles ist juht.. und nächste Woche hab ich eh keine Zeit für solche Eskapaden (leider). Schon wieder lang geworden... Danke fürs Zulesen.

Kommentare:

  1. 29km in 5h? Wandernd? Ich fall' vom Stuhl! Wahnsinn! Das ist viel für eine nur-mit-sich-allein-Wanderung durch den Wald, finde ich. Noch dazu mit angemackelten Gräten. Sehr schön, dass es schön war - und dass es gut ging. Freut mich sehr zu lesen :)

    Ein ähnliches Ambiente hatte ich über Pfingsten. Im Sauerland - sieht nicht unähnlich aus dort: viel Wald, viel Fachwerk, bisschen Wasser, immer mal rauf und runter. Aber ich hatte mit 10km täglich genug gewandert. 29 Kilometer? Alleine! Wenn ich nicht längst vom Stuhl gefallen wäre ...

    Bist du sicher, dass das kein Friedhof ist auf dem Foto mit den Steinengeln und -figuren? Ich meine: wer stellt sich schon Steinsärge in den Garten? Sehr speziell :o)

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    1. Hallo Lizzy,

      ich muss wohl korrigierend eingreifen. Es waren exakt 5:09 und auch nur die reine Gehzeit. Mein Garmin ist auf Auto-Pause eingestellt. Da mir die Zeit in der Tat gar nicht wichtig war, hab ich das so unkorrekt hingeschrieben.

      In der Tat bin ich aber immer schnellen Schrittes unterwegs aber nicht jetzt auf irgendwelche Bestzeiten aus.. so bin ich halt. Und wenn ich allein bin, sicher noch um so mehr.

      Sauerland ist landschaftlich ähnlich wie das Bergische Land, das stimmt.

      Sicher bin ich mit dem Friedhof nicht, dafür hätte ich am Haus klingeln müssen aber fast sicher. Und ja.. der Bergische Mensch an sich ist schon mal gerne speziell.

      Schönen Wochenanfang.
      Anja

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    2. Auf die paar Minuten kommt's ja gar nicht an. Auch wenn da sechs Stunden stünden: Wahnsinn!

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    3. 6:30 inkl. Pommes-Pause. :-) Aber es geht mir wirklich nicht um die Zeit - eher um die Distanz. Aber ich wurde als Kind schon mit meinem Opa verglichen, der strammen Schrittes unterwegs war. Muss ja das wett machen, wass ich laufend nicht schaffen kann. :-)

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  2. Liebe Anja,

    Respekt, wandern im Regen ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, aber DU scheinst das ja ganz routiniert gemeistert zu haben. Vielen Dank für die vielen, teilweise skurrilen bildlichen Eindrücke, obwohl der Garten mit den Grabsteinen und Sarkophagen würde mir schon gefallen ;-)

    Salut und erhol Dich gut

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    1. Hallo Christian,

      ich laufe ganz gerne im Regen, warum nicht im Regen Wandern.

      Gruß und Danke

      Anja

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  3. Liebe Anja,
    wow, du reißt da an einem Wochenende soviele km runter, wie ich nicht in der ganzen Woche! Da hat die Wanderslust aber so richtig zugeschlagen! :)
    Dass solche Megaetappen nicht mit einem Brötchen absolviert werden können, ist aber auch klar - aber manchmal erscheint ja, wie im Märchen, zur richtigen Zeit, die richtige Gastwirtschaft! :D
    Danke für die tollen Bilder!

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    1. Liebe Doris,

      die Gastwirtschaft war echt ein Traum.. absolut an der richtigen Stelle. Und dann noch Sojamilch. :-)

      Gruß
      Anja

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  4. Schön, liebe Anja. 29 km durch Wald und eine beschauliche Region. Das gefällt mir sehr gut. Wen stört da der Regen? 5 Stunden sind eine respektable Zeit für so eine Wanderstrecke.

    Aber Kind, denk dran, Du mußt ausreichend trinken! :-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      und alles in Reichweite von Köln - etwas außerhalb der Stadt und in die ländlichen Regionen drumdrum ist es einfach schön. Wie gesagt.. es waren 5:09 und nur reine Gehzeit. Aber die Zeit war mir völlig wurscht.

      Und mit dem Trinken hast Du Recht - in der Regel trinke ich genug aber meist nur, wenn ich im Büro bin. Zu Hause tue ich mich schwerer, hab ganz selten Durst und trinke nur aus Vernunft.

      Gruß
      Anja

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  5. Respekt!!! Allein und so weit/lang und das auch noch bei den Witterungsbedingungen...für mich wäre das nix. Gute Erholung und liebe Grüße

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    1. Ja, ich kann mir vorstellen, dass man das befremdlich findet aber wer mich kennt weiß, dass das bei mir anders ist. :-)

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  6. Das war ein strammer Marsch liebe Anja, Respekt auch von mir! Das Haus mit den Einzimmerappartments finde ich ausgesprochen beeindruckend. Ich wüsste gern, ob Meisens sowas zu schätzen wissen, z.B. wegen der vielen Kontaktmöglichkeiten zu Nachbarn, oder ob sie wie die meisten Menschen eher ein Häuschen in Alleinlage bevorzugen! ;-)

    Viele Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,

      ich glaube, die Meisens mögen gerne freistehende Häuser ohne Nachbaranbindung. Ich konnte zumindest kein reges Treiben feststellen. Wir sollten das den Behörden melden. Leerstehende Wohnungen sollten in diesen Tagen besser genutzt werden.
      Gruß
      Anja

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  7. Liebe Anja,
    also 29 km in 5:09 netto nenn' ich mal kampfwandern! Respekt. Nur allein durch "dä Bösch", da hätte ich mich zumindest ein wenig mulmig gefühlt. Aber egal, schöne Tour mit viel Sehenswertem hast Du gemacht!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,

      ja, so ab und zu war mir auch mulmig - aber nur wenig. Dabei war ich bei dem Wetter und der Uhrzeit streckenweise wirklich alleine unterwegs. Aber ich kann ja nicht Warten, bis die Welt endlich aufwacht und der Wald bevölkert ist. :-)

      Gruß
      Anja

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  8. Liebe Anja, wieder tolle Fotos von deiner ultralangen Tour mitgebracht, und dein Körper rächt sich gleich, als ob wir das nicht kennen, aber es hat sich gelohnt, auch wenn die Eltern verständlicherweise Unverständnis zeigen, wer kann es ihnen verdenken.

    Wünsche dir eine tolle Woche ohne Beschwerden und viel Freude und keinen Ärger !

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    1. Liebe Margitta,

      keine Beschwerden, viel Freude und keinen Ärger nehm ich gerne. Mal schauen, ob es klappt. :-)

      Gruß
      Anja

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  9. Hallo Anja,

    bei deiner letzen Tour wollte ich dir noch schreiben, dass der Kölnpfad zwar landschaftlich nicht so schön ist, aber doch sehr interessant. Und nun wartest du mit so einer schönen lieblichen Strecke auf! Ich bin gespannt was die anderen Etappen noch alles so bieten - ein schönes Projekt.
    Und wieso sollte dir im Wald langweilig werden?? Mir ist nie langweilig im Wald ich freue mich dann immer ganz dolle an meiner Umgebung...

    Schloss Bensberg kenne ich gar - da habe ich mal zu einer speziellen Gelegenheit übernachtet im Hotel. Das war sehr nett.

    Lieben Gruß!

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    1. Hallo Nido,

      die Strecke war in der Tat wirklich hübsch. Die nächste Strecke verspricht Ähnliches und danach wirds wahrscheinlich wieder städtisch. Ich lass mich überraschen.

      Oh, Übernachten im Bensberg... nicht schlecht, das hab ich noch nicht geschafft. :-)

      Wie gehts Dir in Texas? Hab gerade gelesen, dass Ihr geflutet worden seid.

      Gruß
      Anja

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    2. Danke der Nachfrage. Es ist zwar recht gross in den Nachrichten, weil's etwas mehr Regen als sonst war - aber dass die Strassen hier mal überlaufen ist recht normal. (Die sind so entworfen, dass sie das Regenwasser abführen.) Das Wasser stand vorm Haus und ist jetzt wieder weg - also alles im Lot.

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  11. Was für eine schöne Tour! :) Und eine ziemliche Leistung! Hoffentlich ist deine Gesundheit weiter auf Kurs!

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