Samstag, 18. Juli 2015

~ Und weiter gehts ~

Während ist gestern Abend noch hoch motiviert meine Gewichte beim Kieser stemme (mich dünkt so langsam, dass das anstrengend sein kann), muss heute mal wieder Bewegung sein.

Ok, das ist jetzt nicht besonders überraschend. Kölnpfad - ich hab keine Idee mehr, welche meiner Etappen. In der offiziellen Variante ist es Etappe 1 (wobei ich davon wiederum einen Teil ja schon letzte Woche gegangen bin). Aber hör ich mal auf, Erbsen zu zählen...

Et jeht loss! Klar.. früh.. 6:30 und zwar dort, wo ich beim letzten mal aufgehört hab - auch klar - am Krokodil, der netten Fähre.


Erst waren Gewitter angekündigt - aber die sollen es jetzt nicht mehr geben. Auf der einen Seite aber noch dichte Wolken.


Und auf der andere Seite schon strahlender Sonnenschein - ich schwöre - gleiche Position.


Die wenigen, die um die Zeit unterwegs sind, sind wie immer die Läufer und die Hundebesitzer - zauberhaften jungen Hundewesen begegne ich schon.

Höre im Wald dann Glockengeräusche, bis ich die Weide entdecke. Welchen Sinn ergibt hier die Glocke? Ist das möglicherweise Folter? Die arme Kuh hört das doch ständig und das so unnütz?


Und ob sich diese Pferde in ihrem Zebra-Design gefallen, hat die auch vorher keiner gefragt. Aber Streifen machen schlank, so lang sie nicht quer sind, vielleicht sind die Gäule ja ganz happy mit dem Style.


Nach einigen Kilometern komme ich in den Forstbotanischen Garten - schon oft dran vorbei gewesen aber noch nie gesehen. Er präsentiert sich mir aufgeräumt und hübsch.


Überall Mini-Waldstücke, die eben eine bestimmte Waldart zeigen. Hier sind wir in Norwegen.


Und dann kommen ein unschönes Teilstück - runtergekommene Waldwege, direkt an der Autobahn vorbei, die ich dann auch irgendwann kreuze.


Puh geschafft. Und nun gehts weiter im Grüngürtel. Herr Adenauer war ja bekanntlich nicht nur Oberbürgermeister der Stadt Köln und Erster Bundeskanzler unserer Bundesrepublik sondern auch ziemlich schlau. Neben seinen Erfindungen des beleuchteten Stopfeis und der Sojawurst (nicht, die, die wir heute essen sondern eine Notwurst für die Kriegszeit) sowie des haltbaren Kommißbrot "erfand" er auch den Kölner Grüngürtel bzw. setzte durch, dass er blieb. Danke dafür. Dieser wird mich noch die nächsten Etappen begleiten. Hier drehen viele Jogger und Gassigeher ihrer Runden. Die Wiesen werden im Sommer belagert ohne dass es je überfüllt ist und an Sonntagen flanieren ganze Familienhorden über die unendlich weiten Wege.


Aber auch das gibt es hier - es ist genau das, was man sich möglicherweise denkt, Überreste eines ungesunden Drogenkonsums. Was man auf dem Bild nicht sieht - ich fand es einfach zu unappetitlich - sind die vielen in die Büsche geworfenen Taschentücher. Hier stehen tagsüber und nachts die Stricherinnen und Stricher, die sich für ihre Sucht das Geld verdienen und auch direkt wieder umsetzen. Irgendwo ist das halt in der Großstadt und hier ist es an einer Einfallstraße eben im Grüngürtel.


In möchte jedem, den es interessiert, mal den Film "Am Kölnberg" ans Herz legen. Im Moment läuft der noch in Programmkinos - aber sicherlich ist der irgendwann mal auf einem der dritten Sender zu sehen oder runterzuladen. Kölnberg hat nichts mit einer Erhöhung zu tun sondern ist eine Hochhausbausünde aus den 70er Jahren. Die Menschen in dem Film haben mich sehr beeindruckt und meine Sichtweisen auf einige Dinge noch mal gerade gerückt - der Kölnberg ist nicht sehr weit weg von dieser Stelle.

Aber nur wenige Meter weiter lässt man die dunkle Seite hinter sich und hat wieder Idylle - so schnell geht das.


Trotzdem ist die Stadt und das was sie umgibt (hier Teile des Güterbahnhofs Eifeltor) immer in der Nähe.. aber ganz wichtig: Auf dem Foto sieht man den Dom, wer findet ihn? :-)


Erwähnte ich schon, dass es in diesem Jahr eine großartige Brombeerernte geben wird?


Und hier ist aber echt mal die Luft raus.. nicht bei mir aber bei dem Ballonüberbleibsel.



Der letzte Part geht vorbei an Schrebergärten in den Stadtteil Zollstock. Der Name mutet seltsam an, kommt von einem Zollhaus - eben Zollstock genannt.

Die Einwohner oder Schrebergärtner ärgern sich auch über die fallen gelassenen Kötelbeutel.


Im Vorgebirgspark endet die Etappe des Kölnpfades für mich aber noch nicht meine Wanderung. Ich laufe rein in die Stadt, denn ich muss mich ja nach der Wanderung noch stärken - aber hier auch noch so eine Bausünde, das Unicenter.


Und irgendwas vom FC findet man immer.. da hat sich aber auch noch der andere Verein reingemogelt.


Ein wenig Zeit muss ich noch überbrücken, bis das vegane Wohnzimmer von Köln sein grünes Rolltor öffnet und ich meinen Milchkaffee und meinen Scrambled Tofu bekomme und mit Erik ein wenig plaudern kann.


Mein Bester holt mich ab, ist eh in der Stadt und bringt mich zurück zum Ausgangspunkt. Sehr fein. Noch schnell meine Roberta festgehalten, die ihren zweiten Blütenstand in diesem Jahr hat und noch mehr zeigt, als beim ersten (ok, ich hab sie auch etwas besser gepflegt).



Das wird sicher noch einen 3. in diesem Jahr geben.

Ein sonniges Wochenende Euch allen, da kommt ja noch was auf uns zu.

Kommentare:

  1. Oh, Zebras auch auf dem Köln-Pfad - da hat wohl eine Firma für Tierbedarf eine Marktlücke entdeckt!

    Eine sehr abwechslungsreiche Strecke mit positiven und negativen Highlights, landschaftlich betrachtet. Die Brombeeren brauchen allerdings dringend Regen, sonst bleiben sie recht klein, so dass das Pflücken mühselig wird. Mal sehen ...

    Viele Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,

      Du hast ihn gerufen, jetzt ist der da - der Regen. Das verbaselt mir zwar meine zweite Tour für heute aber für die Landschaft ist es gut. Vielleicht lässt der Regen über Vormittag ja nach und ich geh doch noch mal auf Tour.

      Gruß
      Anja

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  2. Hallo Anja,

    ich freue mich immer wieder über Deine "Abenteuer" lesen zu können.
    Zum Thema "Zebrastreifen" schau mal hier:
    http://www.welt.de/wissenschaft/article118401858/Zebramuster-soll-Pferde-vor-Bremsen-schuetzen.html

    Tschö sam

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    1. Hallo sam,

      ich finds ziemlich klasse, dass Du so ein treuer Gast auf meinem Blog bist.

      Danke fürs Zebrastreifen-Aufklären - man lernt ja immer was dazu.

      Gruß
      Anja

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  3. Licht und Schatten liegen häufig dicht beieinander. Das auch zu zeigen finde ich gut.Trotzdem ist der Kölner Grüngürtel wirklich ein Gewinn und sicher sehr wichtig für die Stadt und die Region. Adenauer war halt ein findiges Kerlchen.

    Ich wünsche noch ein schönes Wochenende aus dem sommerlich frischen Oldenburg
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      ja, der Adenauer war wirklich ein ganz pfiffiges Kerlchen. Der Grüngürtel ist im übrigen die Wiege meiner ersten Laufschritte aber dazu später mehr. Die nächste Etappe geht über einen mir sehr bekannten Bereich.

      Gruß aus dem jetzt sehr regnerischen Rheinland.

      Anja

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  4. Liebe Anja,

    wieder interessante Bilder eine Stadt und ihres Umfelds. Du gewinnst dem wirklich das Beste ab und machst Lust darauf, dort auch einmal unterwegs zu sein. Irgendwann einmal, vielleicht, dann aber eher laufend als wandernd.

    Aber natürlich hat das Wandern den Vorteil, dass Du Dir für die Fotos mehr Zeit nehmen kannst. Und davon profitieren ja wiederum wir.

    Ich bin schon gespannt auf die nächste Tour.

    Liebe Grüße
    Rainer

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    1. Lieber Rainer,

      vielleicht ja als Staffel des Ultras auf dem Kölnpfad oder womöglich die 170km am Stück? .-) Wenn ja, sag Bescheid - ich mach dann einen Verpflegungsstand für Dich auf.

      Das Wandern hat den Vorteil, dass ich meine große Kamera mitnehmen kann. Ähnlich wie Du, scheue ich mich ja auch nicht, beim Laufen zu fotografieren aber eben dann bei mir mit dem Smartphone. Da gibts dann doch einen Qualitätsunterschied. ;-)

      Die nächste Tour wollte ich heute direkt gehen aber im Moment macht der kräftige Landregen mir nen Strich durch die Rechnung. Aber noch ist ja früh am Tag.

      Gruß
      Anja

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  5. Liebe Anja,
    jetzt wirst du mir aber unheimlich... du stemmst Gewichte, umrundest Köln und wanderst bis nach Norwegen und wieder zurück! :D
    Eine sehr abwechslungsreiche Etappe hast du da unter deine Füße genommen - da war das Frühstück wirklich wohlverdient! :)

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    1. Liebe Doris,

      und ich war nicht nur in Norwegen sondern auch in.. keine Ahnung, hab mir die anderen Länder nicht gemerkt.

      Das Frühstück war wohlverdient und vor allen Dingen sehr lecker.

      Gruß
      Anja

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  6. bei all den schönen Fotos .. .sind trotzdem die eingetüteten Hundhäufchen mein Favorit. Lustige Idee von jemandem, der sich - zu recht - geärgert hat.

    Und Roberta - die ist wirkliich fleißig! Inwiefern hast du sie "etwas besser gepflegt" ? Dünger, Rückschnitt, Mozart vorgespielt, mit ihr gesprochen? Was hat sie zu der weiteren Blüte motiviert? Meine Gretchenrose stand bestimmt 4 Wochen lang in prächtigster Blüte. Aber jetzt ist wirklich ziemlich Schicht im Schacht. Ein, zwei neu austreibende Zweige mit Knospen ... der größte Teil aber verblüht. Sollte ich doch nochmal rückschneiden?

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    1. Liebe Lizzy,

      außer Mozart, alles was Du schreibst. Jeden Samstag mit Flüssigdünger versorgt, sie nach Anweisung zurückgeschnitten, ein wenig Kaffeetrester noch drauf und lieb mit ihr gesprochen. Hast Du Deine Gretchenrose gar nicht zurückgeschnitten? Ich denke, das ist wichtig. Nicht ganz zurück sondern immer 3 Augen stehen lassen - so hab ich es gelernt (aber nicht ganz berücksichtigt, bin etwas stärker dran gegangen).

      Gruß
      Anja

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    2. leider hab' ich das gar nicht gelernt ;) Mein Gretchen ist doch eine Kletterrose, da kann man unmöglich alle einzelnen Ästchen nach Augen abzählen. Wenn ich überhaupt mal zurückschneide - dieses Jahr noch nicht, aber weniger aus irgend einem Prinzip sondern weil ich nicht dazu kam - dann frei nach Gefühl. Gerade so, wie ich es optisch ok, finde. Ohne alle wissenschaftlichen oder auch nur gärnterischen Hintergründe.

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  7. Liebe Anja,

    habe ich es schon gesagt, macht Spaß, mit dir zusammen die Gegend zu erkunden, gibt viel zu sehen, auch Dinge, die man lieber nicht sehen mag, aber auch Schönes.

    Ich mag es auch, die Welt zu Fuß oder mit dem Fahrrad und natürlich mit dem Fotoapparat zu entdecken, auch bei Regen !

    Gerade heute - auch hier Regen ........ich gehe dann mal ....

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    1. Liebe Margitta,

      ja, die Welt besteht eben nicht nur aus schönen Dingen, wobei ich natürlich selektiv fotografiere, als das Schöne in der Regel stärker rausstelle.

      Vom Regen hab ich mich heute auch nur bedingt abhalten lassen - bin nur etwas später los.

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  8. Hallo Anja,

    schön wieder eine Etappe des Kölnpfads - ich finde deine Berichte einfach klasse!

    Bei diesem scheinen mir dir dunklen Seiten zu überwiegen, ob das wirklich so war oder nur so rüber kommt beim Lesen ist schwer zu beurteilen. Drogenprobleme finde ich nur schwer nachvollziehbar, aber es gibt sie.

    Auf zur nächsten Etappe - ich bin gespannt!

    Herzlichen Gruß!

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  9. Hallo Nido,

    vielen Dank. Also vom Wandern her überwog nicht die dunkle Seite - außer dem wirklich kleinen Stück des Straßenstrichs und ein paar unschönen Pfaden, war alles tutti - aber vielleicht erscheint es durch die Fotos der Hochhäuser etc. so. Spaß gemacht hat es in jedem Fall.

    Gruß
    Anja

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  10. Liebe Anja,
    das linksrheinische Köln ist mir ja ein bischen näher und insofern habe ich so ungefähr eine Ahnung, wo Du herumgelaufen bist. Aber Du findest immer wieder so nette kleine Dinge am Wegesrand. Nur Drogenhinterlassenschaften & Co, das sind so die traurigeren Sachen. Ach ja, und die verpackte Hundesch..., diese Herrchen sind wahrhaftig die Oberdoofen.
    Liebe Grüße
    Elke

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  11. Hallo Anja!
    Wiedermal war es sehr schön von deiner Wanderei zu lesen!
    Und übrigens, manche Kühe sind sogar wirklich beleidigt wenn sie mal die Glocke hergeben müssen!

    lg Andi

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