Sonntag, 10. Januar 2016

~ Hund, Köln, Kölsch und alles in Seifenblasen ~

Nicht und Hund bleiben noch eine Nacht.

Klar, nehm ich dann den Part der ersten Gassi-Runde und ich nutze es als schnelle Walking-Strecke (ohne Stöcke), Fidel dann als langsame Runde (mit Stöcken).

Fidel flirtet mit anderen Hunden aber vor allen Dingen mit Stöckchen bzw. Baumstämmen. Da ich die Fidel-Sprache nicht 1a beherrsche, benötige ich eine Weile, bis ich verstehe, dass das Wühlen im Gras und das laute Bellen bedeuten: "Schmeiß mir den Stock irgendwo hin, so dass ich ihn aufsammeln kann." Wäre schön, wenn er sich nicht immer solche Baumstämme aussucht, ich hab weniger Kraft im Oberarm als Fidel im Kiefergelenk.





Auch dieser Ast wird als potentielles Spielzeug beäugt, dann aber liegen gelassen. Puh!


Nach Frühstück und Koffer packen gehts ab in die große Stadt mit dem Dom - und hier muss es erstmal ein Kölsch im Lommerzheim sein - voll schon um 12.00 Uhr mittags. Sowohl das Lokal als auch einige Besucher dessen. Wir belassen es bei 3 Kölsch und 1 sauren Gurke. Fidel ist not amused. Er riecht Koteletts und bekommt ein Stück Gurke. Verständlich, wenn er das wieder ausspuckt.


Die Stadt ist voller Demonstranten - Pegida, Linke, Frauenrechtlerinnen - auf der einen Seite des Doms bekommt man davon nichts mit. Hier amüsieren wir uns bei schönem Wetter über die Seifenblasen. Nur ein paar Polizisten und deutlich weniger Migranten als sonst an dieser Stelle.







Wir umschiffen geschickt die Demonstrationszüge, essen unsere Crepes in Ehrenfeld, um danach den Bahnhof zu queren aber vorher noch die Kundgebung der Gegendemonstranten zu streifen. Aufgeregte Polizisten laufen laut rufend durch den Bahnhof. Komisch ist das hier in meinem Köln. Das, was ich in den Nachrichten lese und das, was ich hier spüre ist so gar nicht das, was ich mit meinem Köln verbinde. Aber ich möchte mich auch hier zu dem Thema nicht auslassen außer der Tatsache, dass es mich sehr beschäftigt, dass es so weit kommen konnte und was das für die Stadt und für viele Menschen (Frauen, die nachts unterwegs sind, Menschen, die als Asylanten hier leben und in einen Topf geschmissen werden) bedeutet.

Wir gehen auf der anderen Seite der Hohenzollernbrücke zurück, auf der meine Nichte dieses schöne Foto schießt. Ein schöner Abschluss eines schönen Tages.


Hund und Nichte sind wieder in ihrem zu Hause.

Es war ein schöner Tag.

Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    ich habe gestern nur beiläufig mitbekommen, was in Köln los war und es hat mich ebenso erschreckt, wie die Geschehnisse in der Silvesternacht, umso erleichterter bin ich, wenn ich lese, dass Du einen schönen und friedlichen Tag verbringen konntest, der einen wunderbar stimmungsvollen Ausklang genommen hat....tolles Bild!
    Das mit den Stöckchen solltest Du wirklich üben, hört sich nach einem guten Rumpfstabilisation- und Faszientraining an ;-)

    Salut

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    1. Lieber Christian,

      ja, ich werde demnächst beim Wandern permanent Äste aufheben und werfen. Das kann nicht schaden.

      Ich hab eben ein Video eines Reporters des WDR gesehen - erschreckend, erschreckend. Dieser braune Mob in Köln, ich kann das gar nicht fassen. Aber die Polizei hat wohl diesmal alles richtig gemacht. Hoffen wir, dass wir das alle gemeinsam in den Griff bekommen.

      Gruß und schönen Sonntag

      Anja

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  2. Antworten
    1. An dieser Stelle am Rhein stehen meist irgendwelche Gauklar, Zauberer etc. - diesmal eben Seifenblasenmacher. Die Kids aber auch die Erwachsenen hatten mächtig Spaß.

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    2. Danke! Hätte ich auch gehabt. Ich liebe Seifenblasen :)

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  3. Liebe Anja,
    also im letzten Post klang es aber schon danach, dass du Fidel ganz gut verstehst. Vielleicht hat er in seiner Aufregung etwas undeutlich gesprochen! :)
    Und dass er die Gurke verschmäht hat... hmm... kann ich verstehen! :D

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    1. Liebe Doris,

      das Schlimmste ist eigentlich, dass uns am Tisch Leute Reste ihres Koteletts für Fidel angeboten und Frank das in seinem Namen abgelehnt hat. Gott sei Dank hat Fidel das nicht mitbekommen, der würde mit Frank ja kein Wort mehr sprechen. Dass er von mir komische Sachen zu essen bekommt, ist er ja gewohnt (s. letzter Post).

      Gruß
      Anja

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  4. Liebe Anja,

    Fidel muss dir anscheinend noch einiges beibringen: Stöck"chen" werfen (wenn das keine Motivation für ein Oberkörper-Workout ist!), sein Lieblingsfutter bestellen, ... ;-)

    Liest sich, als hätte er trotzdem einen tollen Tag gehabt - und seine menschliche Begleitung sowieso, auch wenn der braune Mob in eurer schönen Stadt sein Unwesen getrieben hat.

    Viele Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,

      ja, ich bin jetzt echt nicht die beste Hundetante, ich gebs ja zu. :-)

      Gruß
      Anja

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  5. Das Seifenblasenbild ist toll!!! :-)
    Liebe Grüße & einen schönen Sonntag für dich

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  6. Liebe Anja
    mutig, an so einem Protest Tag in die Domstadt zu fahren. Und weite Wege habt ihr auch zurü ck gelegt, vom Lommi bis Ehrenfeld! Ein Glück, dass ihr nirgendwo reingeraten seid. Ich habe ein paar mal auf dem Weg zwischen Büro und Bahnhof das Polizeiaufgebot wg Pegida beobachtet, kein gutes Gefühl. Und was da passiert ist an Silvester macht nur Angst.
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,

      ich hab nach ein paar Tagen Überlegung beschlossen, mich nicht beeinträchtigen zu lassen. Ich bin regelmäßig und allein in Köln auch spät abends unterwegs. Meist führt mein Weg dann über die Domplatte und den Bahnhof. Ok, ich werde wohl mal ein Pfefferspray mitführen und an neuralgischen Punkten griffbereit haben (natürlich nur zur Abwehr von Tieren;-)) Aber ich will mich nicht einschränken lassen, wo kommen wir denn da hin.

      Wir sind die Demo-Punkte ganz gut umlaufen. Am Heinz-Böckler-Platz sind wir einfach in die U-Bahn und von dort zum Bahnhof. Alles um den Bahnhof herum haben wir nicht mitbekommen aber die aufgeregten Polizisten, die durch den Bahnhof jagten. Unschöne Szenen.

      Und den Weg Ehrenfeld/Lommi sind wir nicht komplett zu Fuß gegangen, das wäre dann wirklich sehr weit gewesen. Wir wollten unbedingt nen Crepes und ins Engelbät kann man nicht mit Hund, deswegen mussten wir ins Lizbät nach Ehrenfeld.

      Grüße und schönen sonnigen Sonntag. Ich hoffe, Du kannst zumindest ein wenig vor die Tür.

      Gruß
      Anja

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  7. Liebe Anja,

    was in Köln gerade passiert und passiert ist, zeigt das unsere Sorgen in Deutschland nicht kleiner werden.

    Da wirkt das wirklich schöne Seifenblasenbild schon regelrecht rührend.

    Ich finde gut, dass Du Dich nicht einschränken lassen möchtest. Aber paß auf Dich auf!

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      ich werde auf mich aufpassen aber wahrscheinlich ist die Gefahr am Kölner Hauptbahnhof für Frauen nun gerade nicht wirklich groß. Wobei dort nun 2 ausländische Mitbürger von ausgelassenen Nazis verbrügelt worden. Schlimm...

      Und nein, die Sorgen werden nicht kleiner. Man hat das Gefühl, man sitzt auf einem Pulverfass.

      Gruß
      Anja

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  8. Liebe Anja,

    schön, dass Ihr trotz allem einen schönen Tag in Köln verbringen konnten - die Lage ist Momentan wirklich nicht besonders lustig... :-/

    Der Ast ist ja wirklich riesig - wäre ja eigentlich ein gutes Training... ;-)

    Liebe Grüße Anna

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    1. Liebe Anna,

      ja, es ist unschön. Und irgendwie kann ich die Geschehnisse so gar nicht mit meiner Stadt in Verbindung bringen. Ok, bei der Polizei scheint es eine Schwäche zu geben, dass zweite mal, dass am Bahnhof eine Situation sehr extrem eskalierte und man nicht vorbereitet war. Aber ansonsten lebt Köln seit vielen, vielen, vielen Jahren mit einem großen Anteil an Migranten sehr friedlich, es gehört zum Stadtbild dazu. Toleranz wurde immer groß geschrieben und ich weiß nicht, wo die Nazis jetzt alle her kommen. Ach.. da blutet mein Herz.

      Gruß
      Anja

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  9. Liebe Anja,

    gut dass es noch so etwas wie Normalität bei euch gibt in all den schlechten Nachrichten.

    Und das Stöckchen könnte ich wohl auch gar nicht weit schmeissen.

    Herzliche Grüße!

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    1. Liebe Nido,

      das muss bei Euch ja übel ich den Nachrichten wirken, oder? Ich finde es traurig, dass Köln nun nach Außen wie ein Moloch von übergriffigen Asylanten und randalierenden Nazis rüber kommt. Streift man durch viele Stadtviertel, so leben hier Türken, Griechen, Araber etc. und Deutsche seit Jahren Seite an Seite. Es ist traurig, dass das so eskaliert und evtl. Köln mit seinem aufstrebenden Tourismus nun leiden wird. Gute Integration von Flüchtlingen, besser aufgestellte/gesteuerte Polizei und härtere Gesetze bei straffälligen Hilfesuchenden... ich hoffe, die bekommend schnell in den Griff.

      Gruß
      Anja

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  10. Liebe Anja,

    erstaunlicherweise wirkt das hier in den Medien gar nicht. Der US-Bürger an sich schaut ja selten über seine Landesgrenzen und es hat mich auch noch niemand darauf angesprochen noch habe ich darüber etwas im Fernsehen gesehen.
    Es lese es nur in den deutschen Medien, Internet etc., die ich verfolge.
    Ich hoffe auch, dass es schnell unter Kontrolle kommt!

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