Samstag, 2. Januar 2016

~ Welch ein Kampf ... ~

... den ich da mit diesem komischen Tier führen muss, dass manche Menschen als Schweinehund bezeichnen. Wer den erfunden hat, gehört gevierteilt, geteert und gefedert - Reihenfolge noch auszusuchen.

Dabei sind die Bedingungen ideal. Ich bin fit (keine Silvesterschäden), es ist nicht besonders windig, die Sonne schaut ab und zu zwischen den Wolken vor.

Ach, verdammt - Passwort von gpsies vergessen. Da wollte ich mir doch die Strecke runterladen. Na ja, dann geht das wohl nicht - kein Passwort, keine Radtour. Oder.. die Leiste tut weh, ich hab jedwede Entschuldigung, nichts zu machen. Blöd halt nur, dass die Leiste mit oder ohne Betätigung schmerzt.

Der Kerl bekommt keine Chance, meine Tour ist auf dem Garmin, die Wintergarnitur angezogen und los gehts. Ich hab die 20km von und zum Kieser gut überstanden. Dann müssen 36 km am Stück auch gehen. Ich beginne - wie immer - mit meiner Lieblingstour. Und heute wurde mir auch noch mal klar, warum sie das ist. Sie verläuft an vielen Stellen auf Feld- und Waldwege. Ich bin definitiv keine Rennradfahrerin, die Kilometer schrubbt. Ich liebe das Fahren im Wald, durchs Feld - an Gehöften und anderen schönen Dingen vorbei.

Nach einigen Kilometern sehe ich vereinzelte Golfer über den Platz huschen. Der Kerl hier hält ständig Wacht über die Meister des Eisens.


Das Schloss Garath besuche ich zum wiederholten male. Man fährt mit dem Rad quer durch den Schlosspark


Nachdem ich ja nun den Kampf mit dem Schweinehund überwunden hab, vollzieht sich bei mir ein innerlich ganz anderer Kampf. Hatte ich doch zugestimmt, Frau Mohrs Vorschlag zu folgen, einfach kein Arschloch zu sein, so komme ich schnell an meine Grenzen. Hundehalter und Radfahrer sind natürliche Feinde. Ich habe gelernt, mich sehr frühzeitig mit meiner Klingel (die ist so laut, da springt selbst ein Opa am Stock sofort auf Seite - heute getestet) bemerkbar zu machen. Es gibt einfach Exemplare, die es nicht schaffen, ihre Hunde dann zur Stelle zu rufen. Das führt eben einfach zu häufig dazu, dass ich ne Vollbremsung machen muss, um nicht dem Hund und in der Konsequenz auch mir gesundheitlich zu schaden.

Und schon ist es mit den guten Vorsätzen dahin - na super, das Neue Jahr gerade mal 14 Stunden alt!

Erfreue ich mich doch lieber den Seen und der Sonne.


In unserer Gegend unvermeidbar, auch mal Autobahnen zu überqueren - nicht viel los heute auf der A3. Ist auch klar, die Leute sind alle im Wald mit ihren Hunden spazieren.


Nach 20km gibts ein kleines Päuschen im Wald - der Vernunft wegen. Da aber die Kälte über die Holzbank durch meine Radbuxe schnell zu meinem Allerwertesten vordringt, gebietet die nächste Vernunft, sich wieder schnell auf den schwarzen Esel zu schwingen. Weiter gehts.


Sieht fast aus wie ein Bild im Frühjahr, oder? Das satte Grün, der blaue Himme.



Schnell Solingen gestreift und schon bin ich wieder in Feld, Wald und Wiese.


Und nachdem ich die Bahn- und anschließend die Autobahnbrücke fahrend geschafft hab, bin ich nach gut 2 Stunden und 36 km zufrieden und ausgepowert wieder zu Hause. Macht ja doch Spaß, merk Dir das, Du blöder Sauköter, Du!

Kommentare:

  1. Macht Spaß, das Radfahren - ich merke es mir. Damit ich auch zu meinem Alternativsport komme. Mein Rad ist zwar nicht so sportlich. Aber für den Weserradweg reicht es schon aus.
    36 Kilometer finde ich schon ganz schön beachtlich! Ich weiß nicht, ob ich mich im Moment zu so einer langen Runde aufraffen könnte. Es ist doch gaaanz schön kalt. :)
    Liebe Grüße
    Bianca

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    1. Liebe Bianca,

      ich hab mir mal vor ein paar Jahren ein gutes Winter-Equipment gekauft. Warme Hose, warme Handschuhe, seeehr warme Jacke und Überzieher für die Schuhe (die letzten beiden wären aber im Moment noch zu warm). Damit fährt es sich bis 0 Grad wirklich gut. Darunter fahr ich nicht mehr, hab mir mal die Füße abgefroren.

      Versuch es mal. ;-)

      Gruß
      Anja

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    2. Ich denke auch, dass ich da erstmal die richtige Kleidung bräuchte. Mal sehen, ob ich im Schlussverkauf etwas bekomme.

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  2. Genau - Sauköterarschloch! ;)
    Ich vermeide es ja immer, einen unbeteiligten Dritten für meine Faulheit verantwortlich zu machen - Faulsein kann ich nämlich ganz alleine ohne einen armen Hund zu beschuldigen ;)

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    1. Ach, das Bild des Schweinehundes oder Teufelchens oder so gefällt mir gut, da kann ich mir den Kampf besser verbildlichen und ich bin zum Schluß die Gute, weil ich gewonnen hab. :-)

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  3. Dat dieses Viech auch immer wieder auftaucht. Unglaublich.

    Gut, dass Du Deinen Vorsatz fürs neue Jahr schon über Bord geworfen hast, so hast Du es schon hinter Dir :-))

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      aber ne etwas längere Ausdauer (gute Vorsätze) hätte ich ja schon gern gehabt. :-)

      Gruß
      Anja

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  4. Liebe Anja,
    ich finde nicht, dass Du ein Arschloch warst, eher die Hundehalter, von daher gräm Dich nicht :-)
    Vorsätze sind ja dafür da, dass man sie in die Tonne stampft, deshalb besser ohne Vorsatz starten und sich am Jahresende freuen, dass man irgendetwas geändert hat, was positiven Eindruck hinterlassen hat, also eher ein Nachsatz ;-)

    Viel Spass bei den Laufalternativen

    Salut

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    1. Lieber Christian,

      ja, das ist wohl eine weise Variante.. Nachsätze, ich merk mir das.

      Gruß
      Anja

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  5. Ich wünsch Dir ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr. 36 KM im Winter finde ich echt viel...da hätte ich 0 Chance gegen den Köter! :-)
    Liebe Grüße

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    1. Das wünsche ich Dir auch - ich hoffe, diesen Winter kommen noch einige Kilometer mehr dazu. Im Moment gibt das Wetter (Regen und starke Windböen) dem Schweinhund ordentlich Futter. Da ich ab Donnerstag aber meinen Firmenwagen abgebe und damit gut eine Woche autolos bin, werd ich wohl - egal bei welchem Wetter - den Drahtesel bewegen müssen.

      Gruß
      Anja

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  6. Ihr habt's gut! Würde hier vielleicht irgend jemand seinen gegen meinen Schweinehund tauschen wollen? Meiner ist leider ADHSler und tut alles, mich ständig in Bewegung zu halten und nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Ich würde den gerne gegen ein Exemplar tauschen, das sich auf dem Sofa wohlfühlt und nicht nur dann Stille zulässt wenn schon ein Bein halb im Grab steckt.

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    1. Na, der Schweinehund, den ich mein eigen nenne, parkt mich ja nicht ständig auf dem Sofa. Es gibt im Haus ja genug zu tun (meist irgendwelche Küchenaktivitäten). "Platz" auf dem Sofa in Ruhe mit Buch bringe ich ihm gerade wieder bei.

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  7. Liebe Anja, genau aus diesem Grund gibt es keine Vorsätze in meinem Haus, warum auch, bin ich rundum mit mir zufrieden !

    Bei uns ist es sooooooooooooooo kalt, dass du dir dein Hinterteil garantiert erfroren hättest, vorher wäre dir aber garantiert die Nase abgefallen, dann allerdings könnte ein Verzicht aufs Radfahren absolut genehmigt werden.

    Also, ich habe so was nicht mehr, hat sich bei mir vor Jahren verabschiedet, und ich trauere ihm nicht nach !

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    1. Liebe Margitta,

      meine Schmerzgrenze liegt erprobt bei 0 Grad. Bei allem Darunter werden Füße und Hände trotz gutem Equipment einfach zu kalt. Aber da hab ich hier nichts zu befürchten.

      Gruß
      Anja

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  8. Liebe Anja,
    welche elegantere Methode im Umgang mit diesem tierischen Freund gibt es, als selbigen an die Leine zu nehmen und ihm zu zeigen wo es lang geht! Haste prima gemacht!
    Und wie ich sehe, ist daheim auch noch nettes Wetter, dafür hab ich nun echtes Sauwetter...
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,

      Du wirst es festgestellt haben - hier mittlerweile auch Sauwetter. Um so mehr war ich froh, dass ich die Chance des guten Wetters genutzt habe. Das ist wohl für die nächsten Tage vorbei.

      Gruß
      Anja

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  9. Liebe Anja,

    meine Tante hatte früher einen sehr wasserscheuen Hund. Sobald es draussen regnete stemmte sie alle 4 Beine in den Asphalt und liess sich nur widerwillig an der Leine nach draussen schleifen. Ich bin sicher, dass bei 36km in der Kälte radfahren, meine Schweinehund genauso reagiert hätte. Da bin ich doch sehr stolz auf dich! (Und die Fotos zeigen gar, dass es sogar sehr schön war.)

    Herzlichen Gruß!

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    1. Liebe Roni,

      ja, es war schön und die Überwindung hat sich mehr als gelohnt.

      Gruß
      Anja

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  10. Liebe Anja,

    gegen den Schweinehund (der bei mir ein Schweineelch ist) gibt es nur ein Mittel, nämlich das von dir gewählt: Ignorieren! Funktioniert blendend!

    36 km sind eine wirklich feine Tour. Und die Bilder lassen selbst an so einem grauen Tag erkennen, warum das deine Lieblingsstrecke ist. Einfach schön!

    Ich drück die Daumen, dass du das Jahr sportlich so aktiv fortsetzen kannst. Radfahren tut als Alternative zum Laufen wirklich gut. Und wettermäßig sind wir in diesem Winter ja super bedient - mild, nur ab und an ein bisschen Nieselregen, da kommt man mit guter wasserabweisender Funktionskleidung prima zurecht. Ich hatte heute bei leichtem Regen und ca. 6 Grad zum ersten Mal meine neuen Neopren-Schuh-Überzieher an und hab mich innerlich beglückwünscht zu diesem Kauf - endlich trockene und (zumindest für 90 Minuten) warme Füße bei Regenwetter.

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Liebe Anne,

      ja, die richtige Kleidung ist beim Radfahren noch deutlich wichtiger als beim Laufen. Ich hab mir einmal sowohl Hände als auch Füße schockgefroren und musste erstmal in einer Gaststätte einkehren, um wieder aufzutauen, bevor ich die Heimreise antreten konnte. Das war echt fies.

      Gruß
      Anja

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  11. Liebe Anja,
    jetzt fressen die Schweineviecher schon die Erinnerungen an Passwörter um uns vom Streckenplanen abzuhalten! Das ist doch die HÖhe! Gut, dass du ihn 36km durch die Landschaft gejagt hast, das wird ihm eine Lehre sein! :D
    Ich bewundere deine Winterradfahrhärte sehr! Schöne Tour hast du da gemacht!

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    1. Liebe Doris,

      ob das bewundernswert ist, weiß ich nicht. Notwendig aber in jedem Falle. :-)

      Gruß
      Anja

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