Montag, 29. Februar 2016

~ Wenn de Sonn schön schingk ~

...weed et Wedder widder wärm.... Warum auch immer, summe ich dieses kölsche Lied, wenn es im Frühjahr nach vielen trüben Tagen soweit ist.

Wenn nach vielen grauen Tagen die Sonne rauskommt, dann ist das ein so wohlsames, so schönes, so warmes Gefühl.. da muss man raus - unbedingt.

Samstag war es soweit - den ganzen Tag war Sonne angekündigt. Vormittags hab ich mir den Rhein mit seinem leichten Hochwasser angeschaut und meine Lauf-/Geh-Runde gedreht. Nachmittags war ich mit Freundinnen verabredet. Wir wollten uns die Goldene Kammer (Knochenkammer) anschauen, ein paar Bier in der Schreckenskammer trinken und dann auf einen schönen Abend zum Italiener gehen. Die Schreckenskammer ist ja eine Kult-Gaststätte in Köln und obwohl ich dem obergärigen Bier ja nicht abgeneigt bin, hab ich es hierhin noch nie geschafft. Was allerdings an deren komischen Öffnungszeiten steht. Schon häufiger stand ich vor verschlossener Tür.

Damit das Wetter gut genutzt ist, bin ich ein paar Haltestellen früher ausgestiegen, um mich auf einen 6-8km-Spaziergang entlang des Rheins zu machen. Das leichte Hochwasser treibt nicht nur bei uns am Ufer eine Menge an. Die Möwen scheinen es spannend zu finden.


Überall setzen sich die Leute in die Sonne und schauen auf den Rhein.


Da hinten ist der Dom, da will ich hin.


Und echt... immer diese Veganer, überall müssen sie ihre omnipräsenten Botschaften hinsprühen.


Nach dem Mülheimer Hafen geht es in den Rheinpark. Das ehemalige Bundesgartenschaugelände. Es ist schon ziemlich in die Jahre gekommen aber die Menschen nutzen bei dem schönen Wetter die Grünflächen. Es wird Fußball gespielt, einfach in der Sonne gelegen, die ersten türkischen Großfamilien haben den Grill ausgepackt und mein Herz geht auf.

Kinder spielen mit den Eltern am Rhein, welch schönes Panorama.


Und überall Sonnenhungrige. Ich kanns verstehen.


Kurz einen Einblick in die Goldene Kammer. Hier lagern nach altem Glauben die Reliquien der Kölner Jungfrauen, die die heilige St. Ursula auf ihrer Reise begleitet haben. Letztendlich hat man wohl einen Friedhof ausgegraben und daraus diese beeindruckende Kammer gebaut. Wer noch Köln kommt, soll sich das unbedingt anschauen aber auch vorher die Geschichte der Heiligen Ursula lesen.


Totenkopfreliquien werden in Büsten oder wie hier in gläsernen Schreinen "schick" aufbewahrt.


Aber das wirklich Beeindruckende (und für mich fotografisch nicht gut festzuhalten) sind die Wand"gemälde" aus Menschenknochen. Stopp... nicht Knochen, sagt die Dame, die die Kammer bewacht.. Knochen gehören in die Suppe. Gebeine sind es.


Nach so viel Gebeinen ist man durstig und die Schreckenskammer gewährt uns Eintritt und Kölsch, was der Beginn eines schönen, lustigen, innigen, tollen Freundinnen-Abends wird. Es gibt was zu sehen in Köln...!


Kommentare:

  1. Liebe Anja,
    wow, ein kammerreiches Wochenende! Die Goldene Kammer erinnert mich ein wenig an das Beinhaus in Hallstatt, das ich im Herbst mit Volker besucht habe. (http://www.kath.hallstatt.net/geschichte/beinhaus/)

    Das Wetter hat uns allen etwas gutes getan - dich liess es Sonne tanken und uns beschert es wunderschöne Bilder und Ansichten von deiner Stadt! :)

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    1. Danke, liebe Doris... aha, Ihr habt auch so ne Knochenkammer? Interessant.

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  2. Liebe Anja,
    "...un dann nimmp dä Bap die Mamma in dä Ärm..." So, jetzt hab ich den Ohrwurm des Tages. Wenigstens ist der Rhythmus ganz nett, sonst sind die Fööß nicht so mein Ding. Außer noch die "Huuhzick in Birkesdörp", naja, und die eine oder andere Hymne an dat kölsche Jeföhl...
    Soso, eine Tour von einer Kammer in die nächste hast Du gemacht. Die Schreckenskammer finde ich selber nicht so toll, aber wenigstens sind da die Kölschen ein wenig mehr unter sich. Die andere Kammer kenne ich noch nicht und würde mich ein wenig gruseln. Habe aber schon davon gehört. Vielleicht wirds mal eines Tages.
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,

      ach, die Fööß begleiten mich schon ein Leben lang. Ist natürlich auch nicht so meine Musik aber meine Eltern hörten das früher schon und in meiner aktiven Karnevalszeit bin ich denen häufig über die Füße gelaufen.. damals noch mit Tommy Engel. Ach.. lang ist es her.

      Ich fand die Schreckenskammer recht urig - wir haben vorne an der Theke gestanden und der Köbes wurde seinem Berufsbild sehr gerecht. Die Mädels waren amused.

      Goldene Kammer kann ich echt empfehlen.. mach mal.

      Gruß
      Anja

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  3. Liebe Anja,

    an das von Doris erwähnte Beinhaus mußte ich beim Anblick des Knochen... äääh Gebeinebildes auch gleich denken.

    Der Rhein fasziniert aber auch und bei schönem Wetter wäre ich von ihm sicher auch nicht wegzukriegen :-)

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Lieber Volker,

      ja, der Rhein und ich haben wohl ein ähnlich inniges Verhältnis wie Du mit der Hunte. :-)

      Gruß
      Anja

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  4. Schön, ich mag Kölle, immer eine Reise wert, und dass sich alle nach der wärmenden Sonne sehnen, verstehe ich bestens, auch bei uns wärmt sie schon ein wenig.

    Alles Gute für die nahestehende Zukunft, möge alles gut verlaufen !

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    1. Danke, liebe Margitta. Heute geht es endlich los.

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  5. Irgendwie kapiere ich nie, wie das mit der "Störung der Totenruhe", was man doch eigentlich nie darf, reglementiert ist: die früheren Knochen- ähh ... Gebeineinhalber haben doch garantiert nicht ihr Einverständnis dazu gegeben, an so einem Kunstwerk mitwirken zu müssen.

    Ist Kölsch nicht auch obergärig? Nein? (Bierbanausin, sorry - und noch nie ein Kölsch getrunken im Leben. Hat sich nicht ergeben ;)

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    1. Lizzy, keine Ahnung, was die sich 16xx dabei gedacht haben, die Knochen so auszustellen.

      Und ey.. klar ist Kölsch obergärig. Verdammt! :-)

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  6. Liebe Anja,

    Knochen oder besser Gebeine sind nun aber gar nicht vegan ;-) Sorry, könnt ich mir nicht verkneifen.
    Dein Blick beim Bilder machen ist wirklich beeindruckend, das fällt mir immer wieder auf, dass Du ganz bezaubernde Perspektiven findest und dann noch das Spiel mit der Tiefenschärfe, Danke dafür!
    Mh, die Öffnungszeiten...liegt wohl an Deiner senilen Bettflucht, dass die so früh meist nicht offen haben :-)

    Salut

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    1. Lieber Christian,

      och.. die waren ja schon tot. Die sind ja nicht dafür getötet worden. Dann dürfte ich ja auch nicht auf einen Friedhof,oder? ;-)

      Danke für die Blumen bzgl. der Fotos. Es macht mir viel Freude, die Augen nach den passenden Motiven offen zu halten.

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    2. Ach, ich muss unbedingt mal wieder nach Kölle - das letzte Mal stand noch eine 1 vorn bei der Jahreszahl... Aber im Norden haben wir das erste richtig schöne Wochenende auch intensiv genossen.

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    3. Das ist dann wohl wirklich schon sehr lange her...das Kölsch wartet.

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  7. Wie man auflebt, sobald die Sonne scheint?! Einfach herrlich!

    Toitoitoi für den neuen Lebensabschnitt, liebe Anja! Alles wird gut!

    Viele Grüße,
    Anne

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  8. Das vermisse ich ja etwas - diese ersten Frühlingstage und ALLE sind draussen in der Sonne und gut gelaunt. So eine herrliche Stimmung und ganz anders als die Knochengruselwand da.

    Ich hoffe der Start gestern lief gut - viel Erfolg!

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  9. Liebe Anja,
    es sieht und hört sich wirklich nach einem sehr schönen Tag an!
    Wer kommt denn auf so eine Idee, eine "Gemälde" aus Knochen...? Oh Entschuldige, Gebeine... ;-) Täuscht es mir, oder steht da aus den Gebeinen auch etwas geschrieben auf der Wand?
    Liebe Grüße Anna

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