Donnerstag, 5. Mai 2016

~ The Walking Dad ~

Nein, das ist kein Verschreiber sondern einer der launigen Sprüche, die ich heute genießen durfte.

Aber von vorne.

Eigentlich wollte ich heute mein Bankirai schrubben. Also Arbeitseinsatz am Feiertag. Das wollte aber eine nette Person nicht und schenkte mir einen freien Tag, da in Kürze ein Landschaftsgärtner diese Tätigkeit für mich übernimmt. Ich solle dafür was Schönes machen.

Was Schönes? Wer mich kennt, der weiß: Frische Luft und Bewegung.

Also starte ich erstmal mit einem schicken Lauf in den Vatertag. Die ersten Väter angeln am Rhein.. Vatertags-Angeln, gibt es so etwas? Die Schwäne zeigen sich unbeeindruckt.


Schon früh am Morgen sind ne Menge Vatertags-Angler unterwegs, als ich überhole, sehe ich, dass auch Anglerinnen dabei sind. Sowas.


Im Gegensatz zu Volkers  Schafen, sind die Damen bei uns noch unfrisiert. Aber schick in der gerade aufgegangenen Sonne.


Irritiert und unfotografiert ist das Szenario beim örtlichen Bäcker - wie immer, nur Männer in der Schlange und ich (bei uns wird Emanzipation groß geschrieben... scheinbar ist die Jagd auf Sonntags-Brötchen Männersache). Warum wird für Frauen am Muttertag der Tisch gedeckt und Männer müssen wieder selbst auf die Jagd gehen? Mein Nachbar, den ich beim Bäcker traf, konnte mir das auch nicht beantworten.

Nach dem Genuss des Frühstücks mit Emanzipations-Brötchen packte ich dann meine Pluten, um mich auf zur Radtour zu machen, die ich mir dank der geschenkten Freizeit vorgenommen hatte.

Rad geputzt aber die Zeichen meines kürzlichen Radunfalls sind noch zu sehen.


Die erste Herausforderung wartet an der Rheinfähre auf mich. Ich warte fast eine Stunde!!!, bis ich auf der anderen Seite bin, da wäre ich schneller über die marode Autobahnbrücke gefahren. Aber so what.. ich hab Zeit und genieße den Blick auf diverse Vatertagsausflugsgruppen. Gleiche Oberhemden oder Shirts sind scheinbar ein Muss. Gehend mit Bollerwagen, auf dem Fahrrad oder gezogen von Traktoren auf Anhängern.. mir begegnen auf der Tour unendlich viele Varianten und viele Feiereien.


Auf der anderen Seite begebe ich mich weg vom Rhein, nicht aber ohne der Gruppe "The Walking Dad" zu begegnen... gleich Tshirts.. ich schrieb es. Aber die Entfernung vom Rhein gibt mir erstmal etwas Luft, den feiernden Vätern oder Nichtvätern zu entkommen. Nicht, dass ich was dagegen hab, dass die Spass haben aber es ist anstrengend, den diversen Gefährten auszuweichen.


Aber auch kurz vor diesem Kloster feiern die Herren ausgelassen im Biergarten. Könnt ich glatt mitmachen aber ich bin ja kein Vater. :-)


Pause nach knapp 20km mit Brötchen und Wasser... schön in der Sonne. 


Streuobstwiesen.. wie schön.


Rapsalarm!


Und nach knapp 40km bin ich in Zollfeste Zons. Hier möchte ich gerne pausieren aber das gestaltet sich schwer. Zu sehen auf dem Foto ist die Schlange für die Fähre, in der ich später auch stehen werde.

Aber vorher darf ich feststellen, dass die von mir ausgewählten Lokale völlig überfüllt sind. Selbst für eine einsame kleine Radwanderfrau kein Platz mehr. Also ab in die Warteschlange und rüber auf die andere Seite.


Ob es eine gute Idee ist, am Vatertag, der mit traumhaften Wetter daher kommt, eine Radtour zu machen, überlege ich noch. Dass ich es überlebt hab, ist meinen heute fein funkionierenden Sinnen zu verdanken. Den betrunkenen Möchtegernvätern auszuweichen ist das eine aber den  - wir kennen das schon - gerade aus dem Wintermodus entschlüpften Schönwetterradlern zu entkommen, ist nicht ohne. Da bleibt man gerne mal mitten und spontan auf dem Radweg stehen oder überholt (siehe auch Elefantenrennen), ohne mal rückwärts zu schauen. Usw. usw.... also, ich bin ganz froh, das ohne Unfall überlebt zu haben.


Und zum Abschluss gibt es dann in dem auch völlig überfüllten Biergarten hier vor Ort ein schönes Hitdorfer. 


Knapp 50km sind auf der Uhr. Nicht schlecht für die 2. Tour im Jahr und ich danke noch mal dem Sponsor meiner freien Zeit - wie schön war das!

Kommentare:

  1. Liebe Anja,

    Jens und mir ging es gestern ähnlich, als wir uns entschlossen hatten Freunde in einem benachbarten Dorf radeln zu besuchen.

    Schrecklich, solche Habachtfahrten muß ich wirklich nicht öfters haben. Nur lange Warteschlangen an Fähren brauchten wir mangels Fähren nicht ertragen.

    Das Wetterchen war aber auch vom Feinsten, vom kalten Wind hier oben mal abgesehen.

    Ein Landschaftsgärtner schrubbt künftig Dein Bankirai? Wie dekadent ist das denn? :-))

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  2. Liebe Anja,
    hey, Knechtstedten, Zons - kenne ich doch! Das Passagieraufkommen an der Fähre ist ja der Wahnsinn! Hoffentlich plumpst da keiner der "angeschlagenen" Feierväter ins Wasser! Das Wetter war ja aber auch zu schön, hast Du es gut, dass Dir ein gönnender Mitmensch die nötige Freizeit zum Genuss desselben geschenkt hat!
    Liebe Grüße
    Elke

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  3. Liebe Anja,
    da hattest du ja neben dem körperlichen Training auch gleich "Aufmerksamkeits-Reaktions-Konzentrationstraining" pur!
    So gut ich alle Menschen verstehe, die bei diesem Wetter in die Natur wollen, so sehr fluche ich oft innerlich bei dem Anblick der Menschenschlangen und versuche an Feiertagen so gut es geht auszuweichen. (Obwohl - gestern war ich in Salzburg. Ausweichen geht anders!) :D
    Aber du hast dich tapfer durchgeschlagen und eine beachtliche Strecke zurückgelegt! :)

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  4. Liebe Anja, da kannst du aber froh sein, dass dich die Väter in Ruhe gelassen haben, ich kenne das von früher (hier ist es mit dem sogenannten Herrentag sehr viel ruhiger !), dass mich die Väter nicht an ihnen vorbei ließen, wenn ich nicht einen Schnaps trinken würde - igitt - natürlich tat ich es nicht !

    Du hast dich vergnügt, Geduld bewiesen und schöne Bilder mitgebracht, aber andere Tage sind bestimmt angenehmer, um SCHÖNES zu machen !

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  5. Liebe Anja,
    wir waren auch am Vatertag mit dem Rad unterwegs. Die Väter (oder auch Nichtväter) waren hier erstaunlicher Weise nicht so viel unterwegs. Ich glaube, da war am 1.Mai mehr los. So konnten wir in Ruhe durchradeln.
    Aber Freude hat es Dir trotzdem bereitet, wie ich lesen kann.
    Liebe Grüße
    Bianca

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  6. Liebe Anja,
    ich freue mich sehr, dass Du wieder so gut und optimistisch unterwegs bist, nicht nur mit dem Fahrrad.
    Der Helm ist natürlich extraklasse. Aber ich weiß nicht, ob mir so überfüllte Wege und Fähren wirklich Spaß gemacht hätten. Auf meinen Wanderwegen ist es jedenfalls zum Glück nicht so voll.

    Dir ein wunderbares Wochenende!


    Liebe Grüße
    Rainer 8-)

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  7. Liebe Anja,

    hatte ich ja schon fast wieder vergessen, dass Himmelfahrt=Vatertag ist. In anderen Ländern haben die Väter ja auch nur irgendeinen Sonntag wie die Mütter halt.
    Brötchenholen ist also Männersache? Sehr interessant.
    Ich hoffe du hast den Tag trotzt der Menschenmassen genossen und gleich gehts weiter zum Muttertag, vielleicht besser für die Biergartenfülle?
    Herzlichen Gruß!

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